[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"decision-ecli-de-neuris-ksre157880118":3,"decision-more-ecli-de-neuris-ksre157880118":18},{"id":4,"ecli":5,"caseNumber":6,"courtId":7,"courtName":8,"courtSlug":9,"decisionDate":10,"fullText":11,"language":12,"source":13,"sourceUrl":14,"summary":15,"slug":16,"metadata":17},"5598","ECLI:DE:NEURIS:KSRE157880118","B 1 KR 3\u002F24 R",47,"Bundessozialgericht","bundessozialgericht","2025-07-16T00:00:00.000Z","#  (Krankenversicherung - Krankenhaus - Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) - Feststellung eines pflegesensitiven Bereichs - Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht) \n\n## Tenor\n\nAuf die Revision der Beklagten werden die Urteile des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 13. Dezember 2023 und des Sozialgerichts Karlsruhe vom 10. Oktober 2022 aufgehoben. Die Klage wird abgewiesen.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Rechtsstreits in allen Rechtszügen.\n\nDer Streitwert für das Revisionsverfahren wird auf 5000 Euro festgesetzt.\n\n## Tatbestand\n\n1\\. Die Klägerin wendet sich gegen die Feststellung eines pflegesensitiven Bereichs in ihrem Krankenhaus im Fachgebiet der Neurologie für 2021 durch die Beklagte. \n\n2\\. Die Klägerin betreibt ein Krankenhaus, das mit den Fachgebieten Chirurgie und Neurologie in den Krankenhausplan des Landes B aufgenommen worden ist. Nach dem Feststellungsbescheid vom 31.1.2011 ist der Versorgungsauftrag im Fachgebiet Chirurgie auf \"konservative Behandlungen im Bereich der Facharztkompetenz Orthopädie und Unfallchirurgie\" beschränkt. Eine Beschränkung des Versorgungsauftrags im Fachgebiet Neurologie ergibt sich aus dem Feststellungbescheid nicht. \n\n3\\. Die Beklagte ist das in der Rechtsform einer GmbH betriebene, von dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband), dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) gegründete Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, dessen Aufgabe es ua ist, nach § 3 der aufgrund von § 137i Abs 3 Satz 1 iVm Satz 2 SGB V erlassenen Verordnung zur Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern für das Jahr 2021 *(Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung - PpUGV; vorliegend maßgeblich idF vom 9.11.2020, BGBl I 2357)* pflegesensitive Bereiche in den Krankenhäusern zu ermitteln und nach § 5 Abs 1 PpUGV den betroffenen Krankenhäusern das Ergebnis der Ermittlungen zu übermitteln. \n\n4\\. Mit Schreiben vom 12.11.2020 teilte die Beklagte der Klägerin mit, zwar sei nach den in § 3 Abs 2 Nr 2 und 3 und Abs 3 PpUGV geregelten Kriterien kein pflegesensitiver Bereich für das Krankenhaus der Klägerin ermittelt worden, jedoch verfüge sie mit ihrer neurologischen Fachabteilung nach § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV über einen pflegesensitiven Bereich. Hiergegen wandte sich die Klägerin mit Schreiben vom 22.4.2021: Die in einer typischen neurologischen Fachabteilung eines Krankenhauses anzutreffenden Krankheitsbilder der Neurologie (Hirninfarkt, Epilepsie, Entzündungen des Nervensystems) würden in ihrem Krankenhaus nicht behandelt. Hohe Fallzahlen pflegeintensiver Prozeduren, wie beispielsweise bei der neurologischen Komplexbehandlung, seien überhaupt nicht anzutreffen. Auf der Grundlage der Pflegepersonal-Regelungen (PPR-Werte) sei eine Zuordnung der Krankheitsbilder, die in ihrem Krankenhaus versorgt würden, ganz überwiegend lediglich in den Bereich pflegerischer Grundversorgung (A1) erfolgt. Zu keinem Zeitpunkt sei in den letzten Jahren ein Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) nach dem Pflege-Komplex-Maßnahmen-Score (PKMS) abgerechnet worden. Allerdings habe sich im Rahmen der beklagtenseitigen Kalkulation in der Vergangenheit neben einem vergleichsweise geringen Pflegekostenanteil ein hoher Therapiekostenanteil ergeben. Gegen einen pflegesensitiven Bereich spreche hier auch, dass die Indikatoren-DRGs nach der Anlage zu § 3 Abs 1 PpUGV im Krankenhaus der Klägerin lediglich zu einem sehr geringen Anteil abgerechnet würden. Mit Schreiben vom 6.5.2021 verblieb die Beklagte bei der Festlegung des pflegesensitiven Bereichs Neurologie, da die gesetzlichen Vorgaben eingehalten worden seien und keinen Ermessensspielraum einräumten. \n\n5\\. Den Widerspruch der Klägerin wies die Beklagte durch Widerspruchsbescheid vom 6.10.2021 zurück: Sie handele bei Erlass der Bescheide als Beliehene, was der Gesetzgeber inzwischen klargestellt habe. Sie habe den pflegesensitiven Bereich auf Grundlage der PpUGV zutreffend ermittelt, ein Spielraum komme ihr hierbei nicht zu. Ein Verstoß gegen Art 3 Abs 1 GG liege nicht vor. Der Gesetzgeber dürfe den Bedürfnissen der Massenverwaltung durch generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen Rechnung tragen. Insoweit handele es sich bei den Pflegepersonaluntergrenzen um ein vom Gesetzgeber gewähltes praktikables System. \n\n6\\. Im Klageverfahren hat die Klägerin ergänzend vorgetragen, sie verfüge weder über eine Stroke Unit (zertifizierte Schlaganfallstation) noch über eine neurologische Intensivstation. Das Krankenhaus nehme nach dem Stufenkonzept des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) nicht an der Notfallversorgung teil und sei daher bereits mit Vergütungsabschlägen belastet. Alle diese Besonderheiten führten dazu, dass bei der Versorgung der Patienten ein wesentlich geringerer Personaleinsatz im Bereich der Pflege erforderlich sei, dafür aber ein deutlich höherer Anteil von Therapeuten, insbesondere Physiotherapeuten und Psychologen. Das SG hat die von ihm als Bescheide bezeichneten Mitteilungen der Beklagten vom 12.11.2020 und 6.5.2021, jeweils in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 6.10.2021 aufgehoben: Es fehle bereits an einer ordnungsgemäßen Beleihung der Beklagten. § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV verletze den Gleichheitssatz aus Art 3 Abs 1 GG, da im Krankenhaus der Klägerin ein atypischer Sachverhalt im Hinblick auf die bei ihr anzutreffenden Krankheitsbilder mit dem insoweit maßgeblichen Versorgungsbedarf festgestellt werden könne, der gerade nicht den in der Verordnung unterstellten hohen Pflegebedarf begründe. Umfang und Schwere der erforderlichen pflegerischen Leistungen im Krankenhaus der Klägerin stellten sich nach den PPR-Werten als weit unterdurchschnittlich gegenüber den PPR-Werten anderer Krankenhäuser dar. Dafür spreche auch, dass die Quote der Indikatoren-DRGs nach der Anlage zu § 3 Abs 1 PpUGV lediglich zwischen 17,4 % und 22,5 % liege (und nicht 40 %, wie von § 3 Abs 2 Nr 2 PpUGV gefordert). Dies zeige, dass die Fachabteilungsbezeichnung als alleiniges Kriterium nicht ohne Weiteres aussagekräftig sei. Eine typisierende Behandlung könne nur in den Fällen hingenommen werden, in denen die damit verbundenen Härten nur unter Schwierigkeiten vermeidbar wären, lediglich eine verhältnismäßig kleine Zahl von Personen betroffen sei und der Verstoß gegen den Gleichheitssatz nicht sehr intensiv sei. Alle diese Voraussetzungen lägen hier nicht vor. Außerdem habe die Beklagte bereits in der Vergangenheit Krankenhäuser von pflegesensitiven Bereichen ausgenommen, bei denen ein mit dem vorliegenden vergleichbarer Sachverhalt vorgelegen habe *(Urteil vom 10.10.2022)*. \n\n7\\. Das LSG hat die Berufung der Beklagten zurückgewiesen. Die von der Beklagten bei der Feststellung des pflegesensitiven Bereichs in der Neurologie der Klägerin korrekt angewendete Rechtsgrundlage in § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV verstoße gegen höherrangiges Recht. Nach § 137i Abs 1 Satz 3 SGB V in der seit dem 1.1.2019 geltenden Fassung *(eingefügt durch das Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals \u003CPflegepersonalstärkungsgesetz \\- PpSG> vom 11.12.2018, BGBl I 2394)* seien - anders noch als nach der vorherigen Gesetzesfassung - für jeden pflegesensitiven Bereich im Krankenhaus die Pflegepersonaluntergrenzen differenziert nach Schweregradgruppen nach dem jeweiligen Pflegeaufwand festzusetzen, der sich nach dem von der Beklagten entwickelten, jährlich zu aktualisierenden Katalog zur Risikoadjustierung für Pflegeaufwand (sog Pflegelast-Katalog) bestimme. Entgegen der Ansicht des Verordnungsgebers *(Hinweis auf den Referentenentwurf zur PpUGV 2021 vom 1.10.2020 S 44)* sei eine Differenzierung nach dem Pflegeaufwand daher sehr wohl angezeigt gewesen. Auf Grundlage der schon im Pflegelast-Katalog 2020 für die Neurologie enthaltenen unterschiedlichen Pflegelast-Werte hätten ohne Weiteres nach dem Schweregrad differenzierte Pflegeaufwandsgruppen gebildet werden können. Die fachabteilungsbezogene Festlegung von pflegesensitiven Bereichen mit pauschalierten Pflegepersonaluntergrenzen widerspreche auch dem Sinn und Zweck des § 137i SGB V, der nicht auf die Vorhaltung einer bestimmten Mindestzahl an Pflegekräften pro Patient entsprechend dem Versorgungsauftrag abziele, sondern darauf, Gesundheitsgefährdungen der Patienten infolge zu weniger Pflegepersonen entgegenzuwirken. Die Rechtsverletzung wiege auch schwer, weil die Krankenhäuser das Risiko des Fachkräftemangels allein zu tragen hätten und die PpUG-Sanktions-Vereinbarung nach § 137i Abs 1 Satz 1 SGB V in der ab dem 1.1.2021 gültigen Fassung keine Ausnahme von den Sanktionen (Vergütungsabschlag, Verringerung der Fallzahl) für eine unverschuldete Nichteinhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen mache *(Urteil vom 13.12.2023)*. \n\n8\\. Mit ihrer Revision rügt die Beklagte die Verletzung von § 137i Abs 1 Satz 3 SGB V, § 3 Abs 2, § 5 Abs 1 und § 6 Abs 1 PpUGV sowie § 54 Abs 2 Satz 1 SGG. Die angefochtenen Bescheide über die Feststellung des pflegesensitiven Bereichs der Neurologie sei nicht schon deswegen rechtswidrig, weil § 6 Abs 1 PpUGV keine Differenzierung nach Schweregradgruppen vornehme. Eine Verpflichtung zur Differenzierung nach Schweregradgruppen bestehe nach dem Wortlaut des § 137i Abs 1 Satz 3 SGB V nur dann, wenn sich dies nach dem von der Beklagten erstellten und jährlich weiterentwickelten Pflegelast-Katalog bestimme. Die Differenzierung nach Schweregradgruppen sei jedoch auf Grundlage des vorliegenden Zahlenmaterials nicht sachgerecht und deswegen nicht erfolgt. Außerdem habe der Verordnungsgeber die Vorgabe durch Ausweisung unterschiedlicher Teilbereiche der Neurologie (neurologische Frührehabilitation, neurologische Schlaganfalleinheit und Intensivmedizin) als pflegesensitive Bereiche sachgerecht umgesetzt. Außerdem hätten auch im Fall einer unzureichenden Differenzierung nach Schweregradgruppen keine niedrigeren Personaluntergrenzen festgesetzt werden können, da es sich bereits um die Untergrenze einer Mindestpersonalausstattung handele. Außerdem könnte sich die Rechtswidrigkeit der angefochtenen Bescheide nicht aus einer etwaigen fehlenden Schweregradgruppendifferenzierung ergeben. Denn die Bescheide bezögen sich lediglich auf die Feststellung pflegesensitiver Bereiche; die Personaluntergrenzen ergäben sich hingegen unmittelbar aus der PpUGV. Eine etwaige Nichtigkeit der diesbezüglichen Regelungen schlage jedenfalls nicht auf die Bestimmung der pflegesensitiven Bereiche durch. Es fehle auch weder an einer ordnungsgemäßen Beleihung der Beklagten, noch verstoße der Feststellungsbescheid gegen den Gleichheitssatz. \n\n9\\. \n\nDie Beklagte beantragt, die Urteile des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 13. Dezember 2023 und des Sozialgerichts Karlsruhe vom 10. Oktober 2022 aufzuheben und die Klage abzuweisen.\n\n10\\. \n\nDie Klägerin beantragt, 1\\. die Revision zurückzuweisen, hilfsweise zu 1., 2\\. für den Fall des Eintritts eines erledigenden Ereignisses festzustellen, dass die angefochtenen Bescheide der Beklagten vom 12. November 2020 und vom 6. Mai 2021, jeweils in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 6. Oktober 2021, rechtswidrig waren, 3\\. für den Fall, dass der Senat von einer fehlenden VA-Befugnis oder einer fehlenden Beleihung ausgeht, festzustellen, dass die Beklagte nicht befugt war, mit Schreiben vom 12. November 2020, 6. Mai 2021 und 6. Oktober 2021 pflegesensitive Bereiche nach § 137i SGB V festzustellen.\n\n11\\. Sie hält die angefochtene Entscheidung für rechtmäßig. \n\n## Entscheidungsgründe\n\n12\\. Die zulässige Revision der Beklagten ist begründet *(§ 170 Abs 2 Satz 1 SGG)*. Die angegriffenen Urteile der Vorinstanzen sind aufzuheben und die Klage ist abzuweisen. Die Beklagte hat rechtmäßig festgestellt, dass das Krankenhaus der Klägerin mit dem Standort in W auf der Grundlage des Datenjahrs 2019 über den pflegesensitiven Bereich Neurologie im Jahr 2021 verfügt hat. \n\n13\\. A. Der Senat hat nicht mehr über die Eröffnung des Rechtswegs zur Sozialgerichtsbarkeit zu entscheiden, da das SG eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen hat *(vgl § 17a Abs 5 GVG und hierzu zB BSG vom 20.10.2010 - B 13 R 63\u002F10 B - SozR 4-1500 § 153 Nr 11 RdNr 26 ff mwN)*. \n\n14\\. Die Vorinstanzen sind allerdings zu Recht davon ausgegangen, dass im vorliegenden Fall der Rechtsweg zur Sozialgerichtsbarkeit eröffnet ist. \n\n15\\. Nach § 51 Abs 1 Nr 2 SGG entscheiden die Gerichte der Sozialgerichtsbarkeit ua über öffentlich-rechtliche Streitigkeiten in Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), auch soweit durch diese Angelegenheiten Dritte betroffen werden. Angelegenheiten der GKV sind Streitigkeiten, die entweder die versicherungs- oder leistungsrechtlichen Beziehungen der Krankenkassen zu ihren Mitgliedern und zu den Leistungserbringern auf der Grundlage des SGB V oder auch die Beziehungen der Leistungserbringer untereinander betreffen *(BSG vom 19.6.2023 - B 6 SF 1\u002F23 R - SozR 4-1500 § 51 Nr 19 RdNr 15)*. Entscheidend ist, ob das Rechtsverhältnis dem speziellen Recht der GKV unterliegt, die Streitigkeit also ihre Grundlage im Recht der GKV hat und die maßgeblichen Normen dem Recht der GKV zuzuordnen sind *(BSG, aaO, mit Verweis auf BVerwG vom 6.7.2022 - 3 B 31\u002F21 - BVerwGE 176, 66, RdNr 26; vgl auch BSG vom 5.5.2021 - B 6 SF 1\u002F20 R - juris RdNr 30)*. Dies ist hier der Fall. \n\n16\\. § 69 Abs 1 Satz 1 SGB V weist alle Rechtsbeziehungen der Krankenkassen und ihrer Verbände zu Leistungserbringern und ihren Verbänden, einschließlich der Beschlüsse des GBA und der Landesausschüsse nach den §§ 90 bis 94 SGB V abschließend dem Vierten Kapitel des SGB V und damit den Sozialgerichten zu *(s BT-Drucks 14\u002F1245 S 68; zu Entscheidungen des InEK nach § 137i SGB V nunmehr auch Engelmann in jurisPK-SGB V, 5. Aufl 2025, § 137i RdNr 87, Stand 1.4.2025)*. Die hier maßgeblichen Regelungen des § 137i SGB V betreffen diese Rechtsverhältnisse. Im Falle der im und aufgrund des SGB V geregelten qualitätsbezogenen Anforderungen gelten diese grundsätzlich auch dann nur für die Behandlung GKV-Versicherter, wenn der gewählte Bezugspunkt das Krankenhaus ist und im Hinblick auf den zu sichernden Qualitätsaspekt eine solche Anknüpfung - wie hier - sachgerecht ist *(zur Erstreckung des Sanktionensystems auf nicht in der GKV versicherte Patienten und ihre Kostenträger aufgrund des für alle vom KHEntgG erfassten Krankenhäuser geltenden Preisrechts vgl RdNr 50; vgl auch BSG vom 19.12.2024 - B 1 KR 19\u002F23 R - juris RdNr 39 f, dort zur Maßgeblichkeit der Gesetzgebungskompetenz nach Art 74 Abs 1 Nr 12 GG, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen).*\n\n17\\. B. Die Anfechtungsklage ist zulässig. \n\n18\\. Gegenstand der von der Klägerin erhobenen Anfechtungsklage sind die Schreiben der Beklagten vom 12.11.2020 und 6.5.2021 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 6.10.2021. Jedenfalls bei dem genannten Widerspruchsbescheid handelt es sich - schon seiner äußeren Form nach *(vgl hierzu zB BSG vom 13.12.2022 - B 1 KR 37\u002F21 R - BSGE 135, 209 = SozR 4-2500 § 110 Nr 1, RdNr 12 mwN)* \\- um einen Verwaltungsakt. Dessen Gegenstand ist die Feststellung eines pflegesensitiven Bereichs der Neurologie im klägerischen Krankenhaus. \n\n19\\. Der Verwaltungsakt hat sich nicht erledigt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er noch die Klägerin belastende Rechtswirkungen entfaltet. Ein Verwaltungsakt erledigt sich, wenn seine Regelungswirkung entfällt, dh, wenn von ihm keine rechtlichen Wirkungen mehr ausgehen, oder die ihm innewohnende Steuerungsfunktion nachträglich entfallen ist *(vgl zB BSG vom 8.10.2019 - B 1 A 1\u002F19 R - BSGE 129, 135 = SozR 4-2400 § 89 Nr 9, RdNr 16 mwN; BSG vom 29.11.2017 - B 6 KA 34\u002F16 R - BSGE 124, 294 = SozR 4-2500 § 34 Nr 20, RdNr 30; BVerwG vom 25.9.2008 - 7 C 5.08 - Buchholz 345 § 6 VwVG Nr 1 = juris RdNr 13)*. Auch wenn der Verwaltungsakt lediglich noch mittelbare Rechtsfolgen auslösen kann, wenn also zB auf seine unmittelbare Regelungswirkung weitere Rechtsfolgen - auch durch weitere behördliche Maßnahmen oder gesetzliche Regelungen - gestützt werden können, tritt keine Erledigung ein. So liegt der Fall hier. \n\n20\\. Auch nach Ablauf des Jahres 2021 ist noch möglich, dass aus der Einstufung des Fachbereichs der Neurologie im Krankenhaus der Klägerin rechtliche Folgerungen gezogen werden, etwa im Hinblick auf die in § 6 PpUGV geregelten Pflegepersonaluntergrenzen und darauf (ggf auch rückwirkend) gestützte Sanktionen. Nach der hierzu auf Grundlage des § 137i Abs 1 Satz 10 SGB V zwischen dem GKV-Spitzenverband und der DKG geschlossenen PpUG-Sanktions-Vereinbarung für 2021 vom 2.3.2021 *(abrufbar auf www.g-drg.de)* sind Sanktionen in Form von Vergütungsabschlägen oder einer Verringerung der Fallzahl jedenfalls nicht ausdrücklich an eine Frist gebunden *(vgl § 1 Abs 2 der PpUG-Sanktions-Vereinbarung für 2021 vom 2.3.2021)*. \n\n21\\. C. Die Klage ist jedoch nicht begründet. Die Schreiben vom 12.11.2020 und 6.5.2021 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 6.10.2021 sind rechtmäßig. Die Beklagte war jedenfalls im Zeitpunkt des Erlasses des Widerspruchsbescheids auch befugt, als Behörde *(dazu 1.)* im Wege des Verwaltungsakts zu handeln *(dazu 2.)*. Mit den Schreiben in Gestalt des Widerspruchsbescheids hat die Beklagte die neurologische Fachabteilung des Krankenhauses der Klägerin auch in der Sache rechtmäßig als pflegesensitiven Bereich festgestellt *(dazu 3.).* § 137i SGB V ist als Ermächtigungsgrundlage für § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV auch im Übrigen mit dem GG vereinbar *(dazu 4.)*. \n\n22\\. 1\\. Für die Rechtmäßigkeit der angefochtenen Bescheide ist unerheblich, ob die Beklagte vor Inkrafttreten des § 31 KHG am 20.7.2021 *(eingefügt durch Art 5 Nr 7 des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung \u003CGesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz - GVWG> vom 11.7.2021, BGBl I 2754, 2788 f)* bereits ordnungsgemäß zur Ausübung hoheitlicher Gewalt beliehen war. Selbst wenn man von einer möglicherweise fehlerhaften Beleihung der Beklagten bis zum 20.7.2021 ausgeht *(dazu a)* , die nicht zwingend zur Nichtigkeit ergangener Verwaltungsakte führt *(dazu b)* , durfte die Beklagte jedenfalls mit dem Widerspruchsbescheid vom 6.10.2021 eine verbindliche Feststellung über das Vorliegen pflegesensitiver Bereiche in der Form eines Verwaltungsakts treffen. Denn seit Inkrafttreten der §§ 31 ff KHG am 20.7.2021 lag eine ordnungsgemäße Beleihung der Beklagten vor *(dazu c)*. \n\n23\\. a) Hinsichtlich einer ordnungsgemäßen Beleihung der Beklagten vor Inkrafttreten der §§ 31 ff KHG am 20.7.2021 - dh zum Zeitpunkt der Ausgangsschreiben vom 12.11.2020 und 6.5.2021 - bestehen erhebliche Zweifel. \n\n24\\. aa) Die Beleihung Privater mit hoheitlichen Befugnissen stellt eine Maßnahme der Staatsorganisation dar, die vom Regelbild der Verfassungsordnung abweicht und dabei die Verfassungsgrundsätze des Rechtsstaats- und des Demokratiegebots berührt. Gegenstand der hiernach nötigen Entscheidung des Gesetzgebers ist jedenfalls die Abweichung vom Regelbild der Verfassungsordnung als solche; der Gesetzgeber muss beurteilen, ob für eine Indienstnahme Privater Gründe sprechen, die gewichtiger sind als die Beeinträchtigung, die die Rechtsgüter des Art 33 Abs 4 GG und insbesondere das Rechtsstaats- oder das Demokratiegebot erleiden *(vgl BVerwG vom 26.8.2010 - 3 C 35.09 - BVerwGE 137, 377, RdNr 25 mwN; zu Art 33 Abs 4 GG: BVerfG vom 27.4.1959 - 2 BvF 2\u002F58 - BVerfGE 9, 268, 284; BVerwG vom 27.10.1978 \\- I C 15.75 - BVerwGE 57, 55, 58 ff; BVerwG vom 29.9.2005 - 7 BN 2.05 - Buchholz 451.221 § 41 KrW-\u002FAbfG Nr 1 = NVwZ 2006, 829).*\n\n25\\. bb) Zwar kann der Regelungskonzeption des Gesetzes deutlich entnommen werden, dass die Beklagte auf den gesetzlich geregelten Aufgabenfeldern die Befugnis zur eigenständigen verbindlichen Entscheidung haben sollte *(vgl hierzu zB OVG Nordrhein-Westfalen vom 5.2.2020 - 13 A 3354\u002F18 - juris RdNr 40 ff mwN)* , so etwa in § 137i Abs 3a Satz 3 SGB V (Ermächtigung zur Verpflichtung von Krankenhäusern zur Datenlieferung). Eine Beleihung der Beklagten mit hoheitlichen Befugnissen war bis zum Inkrafttreten der §§ 31 ff KHG am 20.7.2021 aber jedenfalls nicht ausdrücklich gesetzlich oder aufgrund eines Gesetzes geregelt. Insbesondere finden sich die der Beklagten in § 5 Abs 1 und 2 PpUGV übertragenen Befugnisse zur Ermittlung pflegesensitiver Bereiche und Übermittlung der Ergebnisse an die jeweiligen Krankenhäuser so nicht in der gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage des § 137i SGB V *(vgl hierzu Deister in Hauck\u002FNoftz, SGB V, § 137i RdNr 29 mwN zur Literatur, Stand Oktober 2024)*. \n\n26\\. b) Bis zum 20.7.2021 ergangene Verwaltungsakte sind gleichwohl regelmäßig nicht nichtig. \n\n27\\. Denn es lag jedenfalls kein Fall der Amtsanmaßung vor. Die insoweit vorzunehmende Abwägung zwischen mit dem in Art 20 Abs 3 GG verkörperten Rechtsstaatsprinzip und der daraus folgenden Bindung der vollziehenden und rechtsprechenden Gewalt an Recht und Gesetz und den ebenfalls in Art 20 Abs 3 GG verankerten Belangen des Vertrauensschutzes und der Rechtssicherheit führen jedenfalls dazu, dem Vertrauensschutz und der Rechtssicherheit Vorrang vor der Nichtigkeit der Behördenerrichtung und ihrer Rechtsakte einzuräumen *(vgl BVerwG vom 17.5.2018 - 4 CN 9.17, 4 CN 10.17 - NVwZ 2019, 415, 416 = juris RdNr 19; Thüringer OVG vom 18.12.2000 - 4 N 472\u002F00 - LKV 2001, 415, 417 = juris RdNr 70 ff; U. Stelkens, LKV 2003, 489, 494 mwN; Kollhosser, NJW 1997, 3265, 3268; vgl auch BVerfG vom 23.10.1951 - 2 BvG 1\u002F51 - BVerfGE 1, 14, 38; BVerfG vom 11.10.1972 - 2 BvR 912\u002F71 - BVerfGE 34, 81, 95 f; BVerwG vom 16.4.2003 - 9 B 81.02 - NVwZ 2003, 995, 996 = juris RdNr 9; BVerwG vom 17.12.1998 - 1 C 7.98 - Buchholz 451.45 § 113 HwO Nr 4 = juris RdNr 34 f)*. \n\n28\\. Diese Grundsätze gelten auch für die fehlerhafte Beleihung Privater. Auch ein ohne die erforderliche gesetzliche Grundlage Beliehener ist daher jedenfalls dann eine Behörde iS des § 1 Abs 2 SGB X, wenn dessen Tätigwerden staatlich veranlasst ist und daher keine Amtsanmaßung vorliegt *(vgl U. Stelkens, NVwZ 2004, 304, 308 mwN; U. Stelkens* *in Stelkens\u002FBonk\u002FSachs, VwVfG, 10. Aufl 2023, § 35 RdNr 64 f mwN* *)*. Soweit die Beklagte in anderen Fällen Verwaltungsakte erlassen haben sollte, dürften diese folglich nicht nichtig sein. Die Beklagte wollte und sollte im staatlichen Auftrag nach § 137i SGB V iVm § 5 PpUGV öffentlich-rechtlich handeln. Dies entspricht auch dem sich aus § 137i SGB V und der PpUGV ergebenden Normkonzept. Dem ist deutlich zu entnehmen, dass die Beklagte auf den gesetzlich ausdrücklich geregelten Aufgabenfeldern die Befugnis zur eigenständigen verbindlichen Entscheidung haben sollte *(vgl hierzu zB OVG Nordrhein-Westfalen vom 5.2.2020 - 13 A 3354\u002F18 - juris RdNr 40 ff mwN)* , so etwa in § 137i Abs 3a Satz 3 SGB V (Ermächtigung zur Verpflichtung von Krankenhäusern zur Datenlieferung). Die Beklagte ist auch auf dem gesetzlich vorgegebenen Aufgabenfeld tätig geworden. \n\n29\\. c) Zum Zeitpunkt des Widerspruchsbescheids lag in Form der inzwischen in Kraft getretenen §§ 31 ff KHG eine ordnungsgemäße Beleihung der Beklagten vor. § 31 Abs 1 Nr 1 KHG spricht ausdrücklich die Beleihung der Beklagten zur Wahrnehmung ua der Aufgaben aus, die ihr nach dem SGB V und nach den auf Grundlage des SGB V erlassenen Rechtsverordnungen übertragen sind. \n\n30\\. Neben dem \"Ob\" einer Beleihung können aber auch einzelne Modalitäten der Beleihung derart wesentlich sein, dass sie der Entscheidung des Gesetzgebers vorbehalten sind. Was in diesem Sinn wesentlich ist, lässt sich nicht allgemein feststellen. Maßgeblich ist jeweils, ob und in welchem Maß die verfassungsrechtlichen Grundsätze des Staatsorganisationsrechts oder andere Verfassungssätze betroffen sind. Die Substitution einer gesamten Behörde durch eine größere Gesellschaft des Privatrechts löst jedenfalls einen erheblichen Klärungsbedarf im Hinblick auf eine hinlängliche demokratische Legitimation des hoheitlichen Handelns dieser Gesellschaft und der für sie Handelnden aus, einschließlich der gebotenen Aufsicht *(vgl BVerwG vom 26.8.2010 - 3 C 35.09 - BVerwGE 137, 377, RdNr 25; ausführlich: Niedersächsischer StGH vom 5.12.2008 - StGH 2\u002F07 - GesR 2009, 146 - juris RdNr 132 ff; Thiele, Der Staat 49, 2010, S 274 ff mwN)*. \n\n31\\. Die die Beklagte betreffenden Vorschriften im KHG enthalten Regelungen zum Gesellschaftsgegenstand und zu deren Eignung *(§ 32 KHG)* , zur Aufsicht *(§ 33 KHG)* , zum Rückgriff *(§ 34 KHG)* und zur Finanzierung *(§ 35 KHG)*. Sie entsprechen den vorgenannten Anforderungen. \n\n32\\. 2\\. Der feststellende Verwaltungsakt der Beklagten ist formell rechtmäßig ergangen. Die Befugnis der Beklagten, pflegesensitive Bereiche in Krankenhäusern verbindlich durch Verwaltungsakt festzustellen, folgt aus § 31 Abs 1 Nr 1, Abs 2 KHG iVm § 137i Abs 3 SGB V und § 5 Abs 1 PpUGV *(dazu a)*. Diese Befugnis hat die Beklagte durch den Erlass des Widerspruchsbescheids auch wahrgenommen. Unerheblich ist insoweit, dass dem Widerspruchsbescheid kein Ausgangsverwaltungsakt zugrunde liegt *(dazu b)*. \n\n33\\. a) Die Befugnis, Rechtsbeziehungen hoheitlich durch Verwaltungsakt zu gestalten, setzt wegen der mit dieser Handlungsform verbundenen spezifischen Eingriffswirkungen nach dem Grundsatz des Vorbehalts des Gesetzes eine hierauf bezogene Ermächtigungsgrundlage im materiellen Recht voraus, das den betreffenden Rechtsbeziehungen zugrunde liegt *(vgl zB BSG vom 28.8.1997 - 8 RKn 2\u002F97 - SozR 3-2600 § 118 Nr 1 S 4; BSG vom 13.12.2022 \\- B 1 KR 37\u002F21 R - BSGE 135, 209 = SozR 4-2500 § 110 Nr 1, RdNr 16; BSG vom 22.2.2023 \\- B 3 KR 13\u002F21 R - BSGE 135, 260 = SozR 4-2500 § 134a Nr 1, RdNr 14; BVerwG vom 5.6.2019 \\- 7 B 21.18 - juris RdNr 7 mwN)*. Diese Voraussetzungen liegen hier vor. \n\n34\\. aa) Die Befugnis der Verwaltung, sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben des Mittels des Verwaltungsakts zu bedienen (Verwaltungsaktbefugnis), muss nicht ausdrücklich in der gesetzlichen Grundlage erwähnt sein, die in materieller Hinsicht zu einem Eingriff ermächtigt. Denn als Handlungsform, in der die Verwaltung Privatpersonen in der Regel gegenübertritt, ist der Verwaltungsakt allseits bekannt. Es reicht deshalb aus, wenn sich die Verwaltungsaktbefugnis dem Gesetz im Wege der Auslegung entnehmen lässt *(vgl BVerwG vom 5.6.2019 - 7 B 21.18 - juris RdNr 7; BVerwG vom 7.12.2011 - 6 C 39.10 \\- BVerwGE 141, 243, RdNr 14; BVerwG vom 10.12.2014 - 1 C 11.14 - BVerwGE 151, 102, RdNr 13 und BVerwG vom 12.4.2017 - 2 C 16.16 - BVerwGE 158, 364, RdNr 15)*. Dies kommt aber in der Regel nur dann in Betracht, wenn eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung normiert wird, der als solcher bereits eine Nähe zum Verwaltungsakt als einer üblichen Handlungsform der Verwaltung innewohnt *(vgl zB BVerwG vom 5.6.2019 - 7 B 21.18 - juris RdNr 9; BVerwG vom 7.12.2011 - 6 C 39.10 - BVerwGE 141, 243, RdNr 14).* Soweit die Behörde nicht ausdrücklich zur Regelung durch Verwaltungsakt ermächtigt wird, muss jedenfalls aus der Systematik des Gesetzes und der Eigenart des zwischen den Beteiligten bestehenden Rechtsverhältnisses zu ersehen sein, dass sie berechtigt sein soll, in dieser Form tätig zu werden *(vgl* *BSG vom 13.12.2022 - B 1 KR 37\u002F21 R - BSGE 135, 209 = SozR 4-2500 § 110 Nr 1, RdNr 16; BSG vom 31.8.2011 - GS 2\u002F10 - BSGE 109, 81 = SozR 4-1200 § 52 Nr 4, RdNr 16 ff mwN; BSG vom 27.5.2008 - B 2 U 11\u002F07 R - BSGE 100, 243 = SozR 4-2700 § 150 Nr 3, RdNr 12)*. \n\n35\\. bb) Eine solche Rechtsgrundlage ergibt sich aus § 31 Abs 2 KHG. Dieser bestimmt ab dem 20.7.2021, dass die Wahrnehmung der Aufgaben nach § 31 Abs 1 KHG durch die Beklagte \"die Befugnis zum Erlass von Verwaltungsakten\" einschließt. Nach § 31 Abs 1 Nr 1 KHG nimmt die Beklagte ua die Aufgaben als Beliehene wahr, die ihr nach dem SGB V und den auf Grundlage dieser Gesetze jeweils erlassenen Rechtsverordnungen übertragen sind. Danach entscheidet die Beklagte als Beliehene über die ihr durch das SGB V übertragenen Aufgaben regelhaft mittels Verwaltungsakt, soweit sich nicht ausnahmsweise aus der Art der Aufgabenübertragung etwas anderes ergibt. Ein solcher Ausnahmefall liegt hier nicht vor. Wortlaut, Regelungssystem, Regelungszweck und Entstehungsgeschichte des § 137i SGB V und der PpUGV sprechen maßgeblich für die von § 31 Abs 2 KHG übertragene Verwaltungsaktbefugnis als Regelfall auch für diesen Aufgabenbereich. \n\n36\\. (1) Nach § 137i Abs 3 Satz 1 und 2 SGB V und der auf dieser Grundlage erlassenen PpUGV, hier § 5 Abs 1 und 2 PpUGV, ist der Beklagten die Aufgabe zugewiesen, pflegesensitive Bereiche zu ermitteln und dem Krankenhaus das Ergebnis der Ermittlung mitzuteilen. Das für die Regelung durch Verwaltungsakt vorgegebene Über-Unterordnungsverhältnis lässt sich § 5 PpUGV entnehmen. Danach übermittelt die Beklagte den Krankenhäusern, bei denen nach § 3 PpUGV ein oder mehrere pflegesensitive Bereiche ermittelt wurden, das sie betreffende Ergebnis der Ermittlung *(Abs 1 Satz 1)*. Erhebt ein Krankenhaus dagegen (jährlich bis zum 30.11.) Einwände *(Abs 2 Satz 1)* , teilt die Beklagte dem betroffenen Krankenhaus jährlich bis zum 15.12. mit, ob und inwieweit sie unter Berücksichtigung der Einwände zu einem anderen Ergebnis gelangt *(Abs 2 Satz 2)*. Eine solche Regelung ist nicht mit einer unverbindlichen Mitteilung zu vereinbaren. \n\n37\\. (2) Im Einklang mit dem Wortlaut des § 5 PpUGV wird dieses Ergebnis durch systematische Erwägungen gestützt. Die gesetzlichen Regelungen enthalten zahlreiche Anknüpfungen an das Vorliegen eines pflegesensitiven Bereichs, etwa Verpflichtungen zur Datenübermittlung *(vgl § 137i Abs 3a Satz 3 SGB V; § 5 Abs 3 und 4 PpUGV)* , die Verpflichtung zur Einhaltung gesondert festgesetzter Pflegepersonaluntergrenzen *(vgl § 6 PpUGV)* und die Verpflichtung zur Vereinbarung der \"Höhe und (der) näheren Ausgestaltung von Sanktionen\" - § 137i Abs 1 Satz 10 und Abs 4b und 5 SGB V *(vgl hierzu die PpUG-Sanktions-Vereinbarung vom 2.3.2021)*. \n\n38\\. (3) Auch Sinn und Zweck sprechen dafür, der Mitteilung des Ermittlungsergebnisses durch die Beklagte gegenüber den Krankenhäusern verbindliche Wirkung beizumessen. Ziel des Gesetzgebers war es, Einsparungen der Krankenhäuser bei der pflegerischen Versorgung zunächst vorübergehend durch verbindliche Pflegepersonaluntergrenzen in besonders kritischen Bereichen - den \"pflegesensitiven Bereichen\" - kurzfristig entgegenzuwirken *(vgl hierzu die Begründung des Referentenentwurfs einer PpUGV für das Jahr 2019, S 2, 25, 29, 32 und 37)*. Die mit einem höheren wissenschaftlichen Aufwand patientenorientiert nach deren individuellem Pflegebedarf bemessenen Pflegebedarfsregelungen *(§ 137k SGB V)* benötigen demgegenüber einen längeren zeitlichen Vorlauf. \n\n39\\. Über das Vorliegen pflegesensitiver Bereiche in den einzelnen Krankenhäusern als Grundlage für die im SGB V und der PpUGV daran geknüpften Rechtsfolgen *(Datenübermittlungspflichten - insbesondere nach § 5 Abs 3 und 4 PpUGV -, Pflegepersonaluntergrenzen \\- § 6 PpUGV - und die Pflicht zur Vereinbarung der \"Höhe und (der) näheren Ausgestaltung von Sanktionen\" - § 137i Abs 1 Satz 10 und Abs 4b und 5 SGB V - vgl hierzu die PpUG-Sanktions-Vereinbarung vom 2.3.2021)* soll danach schnell Klarheit herrschen. Die Verordnung sieht daher über die Formulierung des Tatbestandsmerkmals des \"pflegesensitiven Bereichs\" hinaus ein spezielles Verfahren zur Mitteilung durch die Beklagte vor. Dieses dient dazu, verbindlich zu konkretisieren und zu individualisieren und damit festzulegen, was als Ergebnis des behördlichen Subsumtionsvorgangs nach der abstrakten Regelung in § 3 Abs 2 PpUGV im Einzelfall des jeweiligen Krankenhauses rechtens sein soll. Das hierfür vorgesehene verwaltungsrechtliche Handlungsinstrument ist der feststellende Verwaltungsakt *(vgl hierzu zB BVerwG vom 5.11.2009 - 4 C 3.09 - NVwZ 2010, 133, 134; BVerwG vom 25.4.1979 \\- VIII C 52.77 - NJW 1979, 2116)*. \n\n40\\. (4) Schließlich spricht auch § 137i Abs 4c SGB V *(eingefügt durch das PpSG vom 11.12.2018, BGBl I 2394, neu gefasst durch das Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung \u003CTerminservice- und Versorgungsgesetz \\- TSVG> vom 6.5.2019, BGBl I 646)*, nach dem \"Widerspruch und Klage gegen Maßnahmen zur Ermittlung der pflegesensitiven Bereiche in Krankenhäusern (…) keine aufschiebende Wirkung (haben)\", für eine umfassende Verwaltungsaktbefugnis der Beklagten. Denn die Regelung will verhindern, dass die Umsetzung von \"Maßnahmen\" der Beklagten durch Rechtsbehelfe der Krankenhäuser verzögert wird. Nach dem Bericht des Ausschusses für Gesundheit soll der Ausschluss der aufschiebenden Wirkung von Widerspruch und Klage \"die zeitgerechte Umsetzung der Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen sicher(stellen). Die Regelung führt dazu, dass Krankenhäuser, die gegen die Ermittlung ihrer pflegesensitiven Bereiche, des Pflegeaufwands und der in diesen pflegesensitiven Bereichen geltenden Pflegepersonaluntergrenzen vorgehen, die Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen nicht auf unabsehbare Zeit verzögern können, indem sie Rechtsbehelfe erheben\" *(vgl BT-Drucks 19\u002F5593 S 121)*. \n\n41\\. Wäre der Gesetzgeber davon ausgegangen, dass die Beklagte nicht befugt ist, Verwaltungsakte zu erlassen, wäre diese Regelung nicht verständlich. Ermittlung iS des § 137i Abs 4c SGB V meint ausgehend vom zuvor aufgezeigten Regelungszweck insbesondere die Feststellung eines oder mehrerer pflegesensitiver Bereiche in einem bestimmten Krankenhaus. Denn dem Gesetzgeber war bei der Einfügung des Abs 4c in § 137i SGB V durch das PpSG insbesondere die Konzeption der Feststellung pflegesensitiver Bereiche nach dem Fachabteilungsprinzip als Subsumtionsvorgang auf Grundlage der durch das jeweilige Krankenhaus nach § 21 KHEntgG übermittelten Daten des Vorjahres *(vgl § 3 Abs 2 und 3 PpUGV idF vom 5.10.2018, BGBl I 1632)* und der Übermittlung des Ergebnisses dieses Subsumtionsvorgangs an das betreffende Krankenhaus nach § 5 Abs 1 PpUGV bereits bekannt *(vgl dazu RdNr 58 f)*. \n\n42\\. Als \"Maßnahme zur Ermittlung\" iS des § 137i Abs 4c SGB V kommt daher ausschließlich die Übermittlung des Ergebnisses der Ermittlung nach § 5 Abs 1 PpUGV in Betracht. Da die \"Ermittlung pflegesensitiver Bereiche\" in der Subsumtion unter die Tatbestände des § 3 Abs 2 PpUGV auf Grundlage der vom jeweiligen Krankenhaus bereits im Vorjahr nach § 21 KHEntgG übermittelten Daten erfolgt, sind auf der Grundlagen dieser Konzeption, an die der Gesetzgeber mit der Einführung des § 137i Abs 4c SGB V angeknüpft hat, keine weiteren vorbereitenden \"Maßnahmen\" für die \"Ermittlung pflegesensitiver Bereiche\" denkbar. \n\n43\\. b) Die Feststellung des pflegesensitiven Bereichs der Neurologie ist auch nicht deshalb rechtswidrig, weil die Schreiben der Beklagten vom 12.11.2020 und vom 6.5.2021 mangels Regelung keine Verwaltungsakte sind. Der Widerspruchsbescheid vom 6.10.2021 hat hier unter Bezugnahme auf die Schreiben vom 12.11.2020 und vom 6.5.2021 eine überprüfbare eigenständige Regelung getroffen. \n\n44\\. Aus der Regelung in § 95 SGG, wonach Gegenstand der Klage der ursprüngliche Verwaltungsakt in der Gestalt ist, die er durch den Widerspruchsbescheid gefunden hat, folgt, dass erst der Widerspruchsbescheid einem etwaigen Verwaltungsakt die für die gerichtliche Kontrolle maßgebende Form gibt. Ein Verwaltungsakt, der die Anfechtungsklage eröffnet, liegt daher vor, wenn zwar der ursprüngliche Akt kein Verwaltungsakt war, jedoch der Widerspruchsbescheid aus der schlichten Willenserklärung der Behörde einen Verwaltungsakt macht *(BSG vom 18.9.1997 - 11 RAr 85\u002F96 - SozR 3-4100 § 34 Nr 4 S 9 = juris RdNr 15 mwN; s ferner BVerwG vom 23.8.2011 - 9 C 2.11 - BVerwGE 140, 245, RdNr 20 mwN)*. Nichts anderes gilt, wenn die Behörde im Widerspruchsbescheid deutlich macht, dass ihre Wissensmitteilung verbindlich den Status des Adressaten der Wissensmitteilung unter einem bestimmten rechtlichen Aspekt festlegen soll. \n\n45\\. Das in § 5 Abs 2 PpUGV geregelte Einwandsverfahren ersetzt nicht das gesetzlich in §§ 78 ff SGG regelte Widerspruchsverfahren. Es stellt auch keine zusätzlichen Voraussetzungen für die Erhebung eines Widerspruchs auf. Der vorliegende Sachverhalt erfordert darüber hinaus keine rechtliche Qualifizierung des Einwandsverfahrens. Denn die Klägerin hat Einwände erst außerhalb der in § 5 Abs 2 PpUGV vorgesehenen Frist erhoben. \n\n46\\. 3\\. Mit den Schreiben in Gestalt des Widerspruchsbescheids hat die Beklagte die neurologische Fachabteilung des Krankenhauses der Klägerin auch in der Sache rechtmäßig als pflegesensitiven Bereich festgestellt. \n\n47\\. Der Gesetzgeber hatte für die Schaffung der Ermächtigungsgrundlage in § 137i Abs 3 Satz 1 iVm Abs 1 Satz 1 und 2 SGB V *(in der hier maßgeblichen, ab dem 16.8.2019 geltenden Fassung des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung vom 9.8.2019, BGBl I 1202)* die Gesetzgebungskompetenz *(dazu a)*. Die Ermächtigungsgrundlage erfüllt die Voraussetzungen des Art 80 Abs 1 Satz 2 GG *(dazu b)*. Die Verordnung ist auch formell rechtmäßig ergangen *(dazu c)*. Die Feststellung der Beklagten entspricht den Vorgaben der Rechtsgrundlage in § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV *(dazu d)*. Unerheblich ist dagegen, ob die Klägerin durch § 6 PpUGV in ihren Rechten verletzt wird *(dazu e)*. \n\n48\\. a) § 137i Abs 3 iVm Abs 1 Satz 1 und 2 SGB V ist durch die Kompetenzordnung des GG gedeckt. \n\n49\\. Der Bund verfügt über die notwendige Gesetzgebungskompetenz für Regelungen über die Personalausstattung in der stationären Versorgung. Art 74 Abs 1 Nr 12 GG weist dem Bund die konkurrierende Gesetzgebungskompetenz für die Sozialversicherung zu. Dies schließt Regelungen zur Qualitätssicherung in der stationären Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten als Teil des Leistungserbringungsrechts ein *(vgl hierzu ausführlich BSG vom 19.12.2024 - B 1 KR 19\u002F23 R - juris RdNr 38 f, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen; vgl zur vertragsärztlichen Versorgung BVerfG \u003CKammer> vom 17.6.1999 - 1 BvR 2507\u002F97 - juris RdNr 21; Axer in Kahl\u002FWaldhoff\u002FWalter, Bonner Kommentar zum Grundgesetz, 227. Lieferung, 10\u002F2024, Art 74 GG, RdNr 71 f; Uhle in Dürig\u002FHerzog\u002FScholz, 107. EL März 2025, GG Art 74 RdNr 309)*. § 137i SGB V regelt nur die Behandlungsqualität zugunsten gesetzlich Versicherter und ist daher vom Kompetenztitel des Art 74 Abs 1 Nr 12 GG gedeckt *(vgl zur Gesetzgebungskompetenz auch StGH Bremen vom 20.2.2020 - St 1\u002F19 - juris RdNr 66 ff; Hamburgisches VerfG vom 7.5.2019 - 4\u002F2018 - juris RdNr 74 ff)*. Wie der Senat im Zusammenhang mit der vom GBA erlassenen Richtlinie \"über die Ausstattung der stationären Einrichtungen der Psychiatrie und Psychosomatik mit dem für die Behandlung erforderlichen therapeutischen Personal gemäß § 136a Absatz 2 Satz 1 des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB V) (Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie\u002FPPP-RL)\" entschieden hat *(vgl BSG vom 19.12.2024 - B 1 KR 19\u002F23 R -- juris RdNr 39 f, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen)* , haben vergütungsrechtliche Folgen eines Verstoßes gegen qualitätssichernde Vorgaben ihre Grundlage nicht in den erlassenen untergesetzlichen Bestimmungen. \n\n50\\. Die auf Grundlage des § 137i Abs 5 SGB V sowie der auf Grundlage des § 137i Abs 1 Satz 10 und Abs 4b und 5 SGB V getroffenen PpUG-Sanktions-Vereinbarung (hier für 2021) vereinbarten Vergütungsabschläge gelten nur für die stationäre Behandlung GKV-Versicherter *(vgl auch oben 16)*. Soweit nicht in der GKV versicherte Patienten behandelt werden, ergeben sich die vergütungsrechtlichen Folgen allein aus der preisrechtlichen Regelung in § 8 Abs 4 Satz 1 und 2 KHEntgG. Diese erstreckt im Sinne einer dynamischen Verweisung die sozialversicherungsrechtlich vom Beklagten getroffenen qualitätssichernden Vorgaben und die Folgen ihrer Nichteinhaltung auf die Vergütung aller stationären Behandlungen *(vgl zur verfassungsrechtlichen Zulässigkeit solcher dynamischen Verweisungen BVerwG vom 26.3.2015 - 5 C 9.14 - BVerwGE 151, 386, RdNr 17 ff mwN)*. \n\n51\\. Ob auch die Vereinbarung der Verringerung der Fallzahl nach § 137i Abs 5 Satz 2 SGB V und § 1 Abs 2 und § 5 PpUG-Sanktions-Vereinbarung (hier für 2021) als Sanktion von der Gesetzgebungskompetenz des Bundes aus Art 74 Abs 1 Nr 12 GG gedeckt ist, kann hier offenbleiben. Dies ist nicht Gegenstand der mit der Anfechtungsklage angegriffenen Feststellung der Beklagten. \n\n52\\. b) Die Ermächtigungsgrundlage in § 137i Abs 3 Satz 1 iVm Abs 1 Satz 1 und 2 SGB V ist nach Inhalt, Zweck und Ausmaß der dem Verordnungsgeber gestatteten Regelungen hinreichend bestimmt *(vgl Art 80 Abs 1 Satz 2 GG und hierzu zB BVerfG vom 19.9.2018 - 2 BvF 1\u002F15 ua - BVerfGE 150, 1 RdNr 201 ff; dazu aa)*. Der Verordnungsgeber durfte aufgrund der gesetzlichen Ermächtigung insbesondere auch pflegesensitive Bereiche durch die Angabe von Fachabteilungen definieren *(dazu bb)*. § 137i Abs 1 Satz 2 SGB V *(idF des PpSG)* steht dem nicht entgegen *(dazu cc)*. \n\n53\\. aa) Welche Anforderungen an die Bestimmtheit der Ermächtigungsnorm im Einzelnen zu stellen sind, ist von der Eigenart des zu regelnden Sachverhalts und der Intensität der Auswirkungen der Regelung für die Betroffenen abhängig *(vgl BVerfG vom 21.9.2016 - 2 BvL 1\u002F15 - BVerfGE 143, 38 RdNr 56 f; BSG vom 7.4.2022 \\- B 5 R 35\u002F21 R - SozR 4-2600 § 226 Nr 1 RdNr 26;* *vgl zur Bestimmung der Anforderungen je nach Grundrechtsrelevanz BVerfG vom 21.4.2015 \\- 2 BvR 1322\u002F12 ua - BVerfGE 139, 19 RdNr 55)*. Die Verwendung unbestimmter, der Auslegung und Konkretisierung bedürftiger Begriffe macht eine gesetzliche Regelung noch nicht von vornherein unbestimmt. Die Regelung muss allerdings so bestimmt sein, wie dies nach der Eigenart der zu ordnenden Lebenssachverhalte mit Rücksicht auf den Normzweck möglich ist. Die von der Norm Betroffenen müssen die Rechtslage erkennen, ihr Verhalten danach einrichten und in zumutbarer Weise feststellen können, ob die tatsächlichen Voraussetzungen für eine bestimmte Rechtsfolge vorliegen *(vgl BVerfG vom 7.5.2001 - 2 BvK 1\u002F00 - BVerfGE 103, 332, 384 = juris RdNr 164 mwN; vgl auch BSG vom 3.5.2018 - B 3 KR 13\u002F16 R - SozR 4-2500 § 129 Nr 13 RdNr 45)*. \n\n54\\. Diese Voraussetzungen erfüllt die Ermächtigungsgrundlage in § 137i Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB V. Der unbestimmte Rechtsbegriff des \"pflegesensitiven Bereichs\" lässt sich durch die Entstehungsgeschichte der Norm ermitteln. Nach der Begründung der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit, die Grundlage der Einführung der Regelungen zu pflegesensitiven Bereichen war, sollen unter pflegesensitiven Bereichen \"aus Erwägungen des Patientenschutzes und der Qualitätssicherung in der Versorgung solche zu verstehen (sein), für die ein Zusammenhang zwischen der Zahl an Pflegerinnen und Pflegern und dem Vorkommen pflegesensitiver Ereignisindikatoren, sogenannter unerwünschter Ereignisse evident ist\" *(BT-Drucks 18\u002F12604 S 79).* Grundlage dessen war die im Auftrag der von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform eingesetzten Expertenkommission \"Pflegepersonal im Krankenhaus\" erstellte \"Expertise zur Ermittlung des Zusammenhangs zwischen Pflegeverhältniszahlen und pflegesensitiven Ergebnisparametern in Deutschland\" von Prof. Dr. Jonas Schreyögg und Ricarda Milstein vom 10.11.2016 *( \u003CExpertise> abrufbar unter www.bundesgesundheitsministerium.de). *Wie sich der Bezugnahme auf die Beratungen der \"Expertinnen- und Expertenkommission Pflegepersonal im Krankenhaus\" und den in der Expertise niedergelegten Ansatz in der Gesetzesbegründung entnehmen lässt, wollte der Gesetzgeber daran im Sinne der Bewältigung eines legislatorischen Handlungsbedarfs anknüpfen *(vgl BT-Drucks 18\u002F12604 S 78)*. Hiernach lässt sich die Anforderung einer sachlich-wissenschaftlichen Grundlage, soweit erzielbar, für die Feststellung eines Zusammenhangs zwischen der Pflegepersonalzahl und der Versorgungsqualität ausreichend entnehmen. \n\n55\\. Das Gesetz räumt dabei dem untergesetzlichen Normgeber - sowohl in methodischer als auch in inhaltlicher Hinsicht - einen weiten Gestaltungsspielraum zur Feststellung pflegesensitiver Bereiche im Krankenhaus ein. Weder der Begriff des \"pflegesensitiven Bereichs\" *(§ 137i SGB V spricht an anderer Stelle auch vom \"pflegesensitiven Krankenhausbereich\")* noch eine bestimmte wissenschaftliche Methodik zur Feststellung solcher Bereiche im Krankenhaus sind im Gesetz näher definiert. Der Wortlaut der Ermächtigungsgrundlage in § 137i Abs 1 Satz 1 und 2 iVm Abs 3 Satz 1 SGB V ist vielmehr offen und enthält keine ausdrückliche Festlegung auf eine bestimmte Methodik. Für einen weiten Gestaltungsspielraum des untergesetzlichen Normgebers spricht neben dem offenen Wortlaut auch die Gesetzesbegründung, nach der die Festlegung pflegesensitiver Bereiche und zugehöriger Untergrenzen sowohl durch \"wissenschaftliche als auch typisierend-normative Ansätze\" erfolgen kann *(vgl Begründung der Beschlussempfehlung, BT-Drucks 18\u002F12604 S 80; vgl zu diesem Verständnis auch Deister in Hauck\u002FNoftz, SGB V, § 137i RdNr 35, Stand Oktober 2024)*. \n\n56\\. bb) Wie weit der methodische Spielraum geht, den die Ermächtigungsgrundlage dem Verordnungsgeber nach § 137i Abs 3 SGB V einräumt, kann hier offenbleiben. Die PpUGV durfte sich jedenfalls der Methode des personalassoziierten Risikos für Pflegekomplikationen bedienen. In der Expertise von Schreyögg\u002FMilstein *(S 5 ff)* wurde für 15 Fachabteilungen ein Zusammenhang zwischen der Zahl an Pflegern und dem Vorkommen pflegesensitiver Ergebnisparameter, sog unerwünschter Ereignisse wie Dekubitus, Harntraktinfektion, im Krankenhaus erworbene Pneumonien, Thrombosen, Geschwüre, identifiziert. Es handelt sich dabei um eine auf einer wissenschaftlichen Methodik beruhende Untersuchung, die sich innerhalb des aufgezeigten weiten Gestaltungsspielraums zur Feststellung pflegesensitiver Bereiche im Krankenhaus befindet. Daran durfte der Verordnungsgeber die in § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV geregelte Konzeption ausrichten. \n\n57\\. Ob neben dieser Konzeption, die unter \"Bereich\" eine bestehende organisatorische Einheit des Krankenhauses - hier eine Fachabteilung - versteht, auch eine solche von der Ermächtigungsgrundlage gedeckt wäre, die den \"Bereich\" nach inhaltlichen Kriterien abgrenzt, etwa nach der am tatsächlichen Pflegebedarf patientenorientiert bemessenen Pflegeintensität, muss hier nicht entschieden werden. In der Praxis existieren insoweit unterschiedliche Sichtweisen, wie sie sich etwa im Ergebnis einer für den GKV-Spitzenverband und die DKG durchgeführten \"Befragung von Pflegeexpertinnen und -experten zur Identifikation von pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern\" widerspiegeln *(vgl die von der IGES im März 2018 durchgeführte Pflegepersonaluntergrenzen - Expertenbefragung, S 16 ff, abrufbar auf www.gkv-spitzenverband.de)*. Hintergrund dieser unterschiedlichen Ansätze ist die Frage, ob die Definition pflegesensitiver Bereiche als Mittel zur Erreichung einer angemessenen Patientenversorgung patientenorientiert nach dem jeweiligen individuellen Pflegebedarf erfolgen muss oder ob auch eine Gruppierung von Patienten anhand klinischer Fachdisziplinen oder stationärer Einheiten zur Ermittlung eines personalzahlassoziierten Risikos für Pflegekomplikationen zu praktikablen und sachgerechten Ergebnissen führen kann *(vgl zur Kritik an letzterer Konzeption zB das Fazit der DKG zu den Auswirkungen der Pflegepersonaluntergrenzen in den pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern im Rahmen der Unterrichtung durch die Bundesregierung, BT-Drucks 20\u002F10810 S 33 f sowie Kapitel I.12 der Broschüre \"Das Fallpauschalensystem und die Ökonomisierung der Krankenhäuser\" des Bündnisses \"Krankenhaus statt Fabrik\", abrufbar auf www.krankenhaus-statt-fabrik.de)*. \n\n58\\. cc) Gegen die Regelung in § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV spricht nicht, dass der Gesetzgeber in § 137i Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB V *(idF des PpSG)* von den \"pflegesensitiven Bereiche(n) der Neurologie und Herzchirurgie\" spricht *(Formulierung mit Wirkung zum 20.7.2021 entfallen)* , was nach dem reinen Wortlaut auch dahingehend verstanden werden könnte, dass einzelne pflegesensitive Bereiche nur innerhalb der Fachrichtungen der Neurologie und der Herzchirurgie bestimmt werden könnten, nicht aber die gesamte Fachrichtung Neurologie und damit auch nicht die Fachabteilung Neurologie in einem Krankenhaus. Denn der Gesetzgeber nimmt in dem dieser Regelung vorausgehenden ersten Satz des § 137i Abs 1 SGB V Bezug auf die \"in der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung festgelegten pflegesensitiven Bereiche in Krankenhäusern sowie der zugehörigen Pflegepersonaluntergrenzen\" und ordnet dort ihre Weiterentwicklung an *(idF des PpSG)*. Der Gesetzgeber knüpft damit an die Regelungen in der PpUGV an und nimmt sie unmittelbar in seinen Willen auf. Dies folgt aus der Entstehungsgeschichte. \n\n59\\. Mit der \"Weiterentwicklung\" bezieht sich das Gesetz auf die bereits zuvor in der PpUGV vom 5.10.2018 *(BGBl I 1632)* nach dem Fachabteilungskriterium definierten pflegesensitiven Bereiche. Nach § 3 Abs 2 Satz 1 PpUGV umfasste bereits \"ein pflegesensitiver Bereich in Krankenhäusern (…) die jeweilige Fachabteilung mit ihren Stationen für jeden Standort des Krankenhauses gesondert\". In Abs 3 der Vorschrift war zudem schon geregelt, dass eine Fachabteilung ua ein pflegesensitiver Bereich sei, wenn sie in den nach § 21 KHEntgG übermittelten Daten des Jahres 2017 als Fachabteilung ua der Neurologie ausgewiesen sei. § 137i Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB V erwähnt die \"pflegesensitiven Bereiche der Neurologie und Herzchirurgie\" nochmals gesondert im Zusammenhang mit der Ermächtigung zur Vereinbarung von Pflegepersonaluntergrenzen mit Wirkung zum 1.1.2020. Dies hängt damit zusammen, dass für diese beiden Fachgebiete in § 6 PpUGV zunächst noch keine Pflegepersonaluntergrenzen geregelt waren *(vgl Begründung des Ausschusses für Gesundheit zu seiner Beschlussempfehlung BT-Drucks 19\u002F5593 S 119)*. \n\n60\\. c) Die Regelung in § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV ist mit der Ermächtigungsgrundlage in § 137i Abs 3 Satz 1 iVm Abs 1 Satz 1 und 2 SGB V formell vereinbar. \n\n61\\. Nach § 137i Abs 1 Satz 1 SGB V vereinbaren der GKV-Spitzenverband und die DKG im Benehmen mit dem Verband der PKV ua mit Wirkung zum 1.1.2020 eine Weiterentwicklung der in der PpUGV festgelegten pflegesensitiven Bereiche in Krankenhäusern sowie der zugehörigen Pflegepersonaluntergrenzen. Darüber hinaus vereinbaren sie im Benehmen mit dem Verband der PKV bis zum 31.8.2019 mit Wirkung zum 1.1.2020 Pflegepersonaluntergrenzen mit Wirkung für alle gemäß § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser für die pflegesensitiven Bereiche der Neurologie und Herzchirurgie *(§ 137i Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB V)* und legen im Benehmen mit dem Verband der PKV bis zum 1.1. eines Jahres, erstmals bis zum 1.1.2020, weitere pflegesensitive Bereiche in Krankenhäusern fest, für die sie Pflegepersonaluntergrenzen mit Wirkung für alle gemäß § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser bis zum 31.8. des jeweils selben Jahres mit Wirkung für das Folgejahr, erstmals bis zum 31.8.2020 mit Wirkung zum 1.1.2021, im Benehmen mit dem Verband der PKV vereinbaren *(§ 137i Abs 1 Satz 2 Nr 2 SGB V)*. Kommt eine solche Vereinbarung ganz oder teilweise nicht zustande, erlässt das BMG nach Fristablauf die Vorgaben nach § 137i Abs 1 Satz 1 bis 9 SGB V durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates *(§ 137i Abs 3 Satz 1 SGB V)*. \n\n62\\. Das BMG hat die vorliegend einschlägige PpUGV für das Jahr 2021 vom 9.11.2020 nach Ablauf der einschlägigen Frist mit Wirkung zum 14.11.2020 erlassen *(BGBl I 2357)*. Deren § 3 Abs 2 Nr 1 bestimmt, dass ein Krankenhaus über einen pflegesensitiven Bereich verfügt, wenn gemäß den nach § 21 KHEntgG übermittelten Daten des Vorjahres eine Fachabteilung der Geriatrie, der Unfallchirurgie, der Kardiologie, der Neurologie, der Inneren Medizin, der allgemeinen Chirurgie oder der Herzchirurgie oder eine Fachabteilung mit einer entsprechenden Schwerpunktbezeichnung ausgewiesen ist. \n\n63\\. d) Die Beklagte hat zu Recht festgestellt, dass die Klägerin mit ihrer Fachabteilung Neurologie über einen pflegesensitiven Bereich verfügt. \n\n64\\. Nach § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV *(idF der PpUGV für das Jahr 2021 vom 9.11.2020, BGBl I 2357, die die zuvor geltende, dieser Regelung im Wesentlichen inhaltlich weitgehend entsprechende PpUGV vom 28.10.2019, BGBl I 1492, abgelöst hat)* verfügt ein Krankenhaus (ua) über einen pflegesensitiven Bereich, wenn gemäß den nach § 21 KHEntgG übermittelten Daten des Vorjahres eine Fachabteilung der Geriatrie, der Unfallchirurgie, der Kardiologie, der Neurologie, der Inneren Medizin, der allgemeinen Chirurgie, der Neurochirurgie, der Orthopädie, der Gynäkologie und der Geburtshilfe, der neonatologischen Pädiatrie, der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, der Rheumatologie, der Urologie oder der Herzchirurgie oder eine Fachabteilung mit einer entsprechenden Schwerpunktbezeichnung ausgewiesen ist. Die Klägerin erfüllt diese Voraussetzungen in Bezug auf die Neurologie, was die Beteiligten übereinstimmend auch nicht in Zweifel ziehen. Im Hinblick auf die Bezugnahme auf die nach § 21 KHEntgG übermittelten Abrechnungsdaten in § 3 Abs 2 PpUGV ist die Beklagte auch zu Recht davon ausgegangen, dass sich die Zuordnung zu einer bestimmten Fachabteilung (hier: der Neurologie) nach dem für die Übermittlung der Abrechnungsdaten maßgeblichen Fachabteilungsschlüssel richtet *(vgl § 301 Abs 1 Satz 1 Nr 5 SGB V iVm mit Anlage 2 \"Schlüsselverzeichnis\" zur Vereinbarung gemäß § 301 Abs 3 SGB V über das Verfahren zur Abrechnung und Übermittlung der Daten nach § 301 Abs 1 SGB V - Datenübermittlungs-Vereinbarung)*. \n\n65\\. e) Für die Rechtmäßigkeit des feststellenden Verwaltungsakts der Beklagten ist unerheblich, ob § 6 PpUGV seinerseits rechtmäßig ist. \n\n66\\. Entgegen der Auffassung des LSG ist eine Zusammenschau der Feststellung pflegesensitiver Bereiche mit den in § 6 PpUGV geregelten Pflegepersonaluntergrenzen nicht geboten. Die Ermächtigungsgrundlage in § 137i Abs 1 SGB V steht einer auf die Feststellung pflegesensitiver Bereiche beschränkten Entscheidung der Beklagten nicht entgegen. § 137i Abs 1 Satz 3 SGB V erlaubt die Festlegung von nach Schweregradgruppen differenzierten Pflegepersonaluntergrenzen getrennt von der Feststellung pflegesensitiver Bereiche. § 6 PpUGV ist insoweit von der Ermächtigungsgrundlage gedeckt. Dieses gestufte Vorgehen hat zwar zur Folge, dass mit der Feststellung pflegesensitiver Bereiche für das Krankenhaus die Pflegepersonaluntergrenzen nach § 6 PpUGV ohne weiteren Vollzugsakt gelten. Entscheidungen der Beklagten treffen insoweit aber keine Regelung zulasten der Klägerin. \n\n67\\. So verhält es sich auch hier. Personaluntergrenzen oder Sanktionen sind nicht Gegenstand der angegriffenen Schreiben der Beklagten vom 12.11.2020 und 6.5.2021 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 6.10.2021. Die Frage, ob die in § 6 PpUGV geregelten Pflegepersonaluntergrenzen ausreichend nach Schweregradgruppen differenzieren, ist daher hier nicht zu entscheiden. Der durch Art 19 Abs 4 GG gebotene Rechtsschutz wird insoweit durch die Normenfeststellungsklage gegen die Verordnung oder die Sanktionsvereinbarung gewährt. Möglich ist auch Rechtsschutz gegen einzelne Sanktionen. \n\n68\\. 4\\. § 137i SGB V ist als Ermächtigungsgrundlage für § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV auch im Übrigen mit dem GG vereinbar. Die Regelung einer gegenüber der psychiatrischen Versorgung abweichenden Konzeption verstößt nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz als Willkürverbot *(dazu a)*. Der weite Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Regelung von Qualitätsanforderungen für die Krankenhausversorgung ist nicht überschritten. Der Gesetzgeber hat ein sachlich begründetes System zur Festlegung von Personaluntergrenzen auf empirischer Grundlage geregelt. Es liegt insbesondere kein Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz darin, dass der Verordnungsgeber mit der Fachabteilung eine organisatorische Anknüpfung gewählt hat *(dazu b)*. \n\n69\\. a) Die unterschiedlichen Konzepte zur Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern im somatischen Bereich für das Jahr 2021 nach der PpUGV und zur Ermittlung und Festsetzung eines Mindestpersonalbedarfs in der Psychiatrie und Psychosomatik nach der PPP-RL verstoßen - wie der Senat bereits entschieden hat - nicht gegen das im allgemeinen Gleichheitssatz und in seiner objektiven Dimension im Rechtsstaatsprinzip wurzelnde, an den Gesetzgeber gerichtete Gebot, bei seiner Festlegung auf ein bestimmtes Regelungskonzept an den von ihm getroffenen Grundentscheidungen festzuhalten *(vgl BSG vom 19.12.2024 - B 1 KR 19\u002F23 R - juris RdNr 41 ff mwN, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen)*. \n\n70\\. Es begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, dass der Gesetzgeber jedenfalls seit Einführung des DRG-Systems sehr eindeutig zwischen stationären somatischen Behandlungen einerseits und stationären psychiatrischen und psychosomatischen Behandlungen andererseits unterscheidet, die aufgrund ihrer jeweiligen Eigenart unterschiedlichen Vergütungskonzepten *(Fallpauschalensystem \u003CDRG> nach § 17b KHG; PEPP-Entgeltsystem nach § 17d KHG)* unterliegen. Letztere sind Ausdruck dessen, dass sie wesentlich unterschiedliche, nicht miteinander vergleichbare Behandlungsstrukturen abzubilden haben. Dementsprechend war der Gesetzgeber auch berechtigt, unterschiedliche Regelungskonzepte für die Ermittlung und Festsetzung von Personaluntergrenzen vorzusehen. \n\n71\\. b) Die Regelungen in § 137i Abs 1 und 3 SGB V *(idF des PpSG)* zur Festlegung und Weiterentwicklung pflegesensitiver Bereiche *(vgl hierzu oben RdNr 47 ff, 61 ff)* und die auf dieser Grundlage erlassene Regelung in § 3 Abs 2 Nr 1 PpUGV *(vgl hierzu oben RdNr 64 ff)* sind von dem weiten Gestaltungsspielraum, der dem Gesetzgeber bei Regelungen der Qualitätssicherung von Verfassungs wegen zukommt, gedeckt. Sie verstoßen deshalb auch nicht gegen Art 3 Abs 1 GG. \n\n72\\. Der Gesetzgeber hat seinen für die Regelung von Qualitätsvorgaben für Leistungserbringer bestehenden weiten Gestaltungsspielraum *(vgl hierzu zB BVerfG \u003CKammer> vom 2.5.2018 - 1 BvR 3042\u002F14 - SozR 4-1100 Art 3 Nr 99 RdNr 15 ff, insbesondere zu Art 3 Abs 1 GG; BVerfG \u003CKammer> vom 16.7.2004 - 1 BvR 1127\u002F01 - SozR 4-2500 § 135 Nr 2 RdNr 15 ff)* nicht überschritten. Er hat ein gestuftes System zur Festlegung von Personaluntergrenzen auf empirischer Grundlage vorgesehen, das an das Verhältnis zwischen der Anzahl von Pflegekräften in bestimmten Fachabteilungen und dem statistisch signifikanten Auftreten sog unerwünschter Ereignisse anknüpft. Durch eine Mindestpersonalausstattung der Krankenhäuser sollen solche Ereignisse vermieden werden. Die PpUGV orientiert sich dabei an der Konzeption der Expertise von Schreyögg\u002FMilstein *(vgl oben 54)*. Für eine Einstufung von neurologischen Fachabteilungen als pflegesensitive Bereiche spricht vielmehr, dass diese nach den Erkenntnissen der Expertise von Schreyögg\u002FMilstein vom 10.11.2016 als Bereiche identifiziert wurden, in denen grundsätzlich ein Zusammenhang zwischen Pflegeverhältniszahlen und pflegesensitiven Ergebnisparametern festgestellt werden kann. \n\n73\\. Die Personaluntergrenzen werden für die auf dieser Grundlage festgestellten pflegesensitiven Bereiche jeweils nach dem sog Perzentil- bzw Quartilsansatz errechnet. Dadurch soll bewirkt werden, dass die Personalausstattung der 25 % Fachabteilungen mit der schlechtesten Personalausstattung an das Niveau der übrigen 75 % der Versorgungsbereiche angeglichen werden, um kurzfristig jedenfalls eine Untergrenze in der Pflegepersonalausstattung der Krankenhäuser sicherzustellen *(vgl die Begründung des Referentenentwurfs einer PpUGV vom 23.8.2018, S 28, abrufbar auf www.bundesgesundheitsministerium.de und hierzu Deister in Hauck\u002FNoftz, SGB V, § 137i RdNr 47, Stand Oktober 2024)*. Es handelt sich hierbei um einen vertretbaren und sachlich begründeten Ansatz. Die Regelungen sollen der \"Sicherung des Patientenschutzes und der Versorgungsqualität in der pflegerischen Patientenversorgung\" dienen *(vgl BT-Drucks 18\u002F12604 S 78)*. Solange sich die Regelungen - wie hier - auf sachliche Gründe stützen können *(vgl hierzu und zu den Anforderungen des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes zB BSG vom 9.4.2008 - B 6 KA 40\u002F07 R - BSGE 100, 154 = SozR 4-2500 § 87 Nr 16, RdNr 19 ff, 36 ff; BSG vom 16.3.2017 - B 3 KR 14\u002F16 R - juris RdNr 29 ff; BSG vom 19.12.2024 - B 1 KR 19\u002F23 R - juris RdNr 103 ff, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen)* , kommt es nicht darauf an, ob es sich dabei um die inhaltlich sachgerechteste Lösung handelt. Auch nur auf empirisch tragfähigen Annahmen beruhende Qualitätsanforderungen in Form von Personaluntergrenzen können verhältnismäßige Qualitätssicherungsmaßnahmen zum Patientenschutz und zur Sicherung der Versorgungsqualität in der pflegerischen Patientenversorgung sein *(vgl hierzu ausführlich BSG vom 19.12.2024 - B 1 KR 19\u002F23 R - juris RdNr 108 ff, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen)*. \n\n74\\. D. Die Kostenentscheidung folgt aus § 197a Abs 1 Satz 1 Teilsatz 3 SGG iVm § 154 Abs 1 VwGO. Die Streitwertfestsetzung folgt aus § 197a Abs 1 Satz 1 Teilsatz 1 SGG iVm § 63 Abs 2 Satz 1, § 52 Abs 2 sowie § 47 Abs 1 Satz 1 GKG.","de","jurionline_de","","(Krankenversicherung - Krankenhaus - Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) - Feststellung eines pflegesensitiven Bereichs - Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht)","ecli-de-neuris-ksre157880118",null,[19,34,44,54,64],{"id":20,"ecli":21,"caseNumber":14,"courtId":22,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":24,"language":25,"source":26,"sourceUrl":27,"summary":14,"slug":28,"metadata":29},"410","ECLI:NL:RBLIM:2026:6423",66,"2026-07-08T00:00:00.000Z","RECHTBANK limburg\n\nZittingsplaats Roermond\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: ROE 25 \u002F 2565\n\nuitspraak van de meervoudige kamer van 8 juli 2026 in de zaak tussen\n\n [belanghebbende] , gevestigd te [plaats], belanghebbende\n\n(gemachtigde: M.O.E. Uyen)\n\nen\n\nde heffingsambtenaar van de Belastingsamenwerking Gemeenten en Waterschappen, de heffingsambtenaar (gemachtigde: A. van den Dool).\n\nProcesverloop\n\nDe heffingsambtenaar heeft op grond van de Wet waardering onroerende zaken (Wet woz) de waarde van de onroerende zaken van belanghebbende voor het belastingjaar 2025 vastgesteld (het primaire besluit).\n\nBelanghebbende heeft tegen het primaire besluit bezwaar gemaakt.\n\nDe heffingsambtenaar heeft het bezwaar van belanghebbende gegrond verklaard (het bestreden besluit). Aan belanghebbende is een proceskostenvergoeding van in totaal € 161,74 toegekend.\n\nBelanghebbende heeft tegen het bestreden besluit beroep ingesteld.\n\nDe heffingsambtenaar heeft verweer gevoerd.\n\nOp 4 mei 2026, aangevuld op 11 mei 2026, zijn van belanghebbende nadere gronden en stukken ontvangen.\n\nHet onderzoek ter zitting heeft vervolgens plaatsgevonden op 15 mei 2026. Belanghebbende heeft zich laten vertegenwoordigen door mr. L.H.G.M. Driessen, kantoorgenote van haar gemachtigde bij Previcus B.V. te Boxmeer. De heffingsambtenaar heeft zich laten vertegenwoordigen door zijn gemachtigde.\n\nOverwegingen\n\n1. De rechtbank stelt vast dat de woz-waarde tussen partijen niet meer in geschil is. Het beroep van belanghebbende richt zich enkel tegen de toegekende proceskostenvergoeding en spitst zich toe op de vraag of de heffingsambtenaar bij de vaststelling van de proceskostenvergoeding in bezwaar toepassing heeft mogen geven aan de vermenigvuldigingsfactor 0,125 van artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz, zoals dit artikellid luidt met ingang van 1 januari 2025.\n\n2. De heffingsambtenaar heeft in het bestreden besluit de proceskostenvergoeding van € 161,74 als volgt gespecificeerd:\n\n- indienen bezwaarschrift: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 +\n\n- bijwonen hoorzitting: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 = € 161,74.\n\n3. Belanghebbende vindt dat de heffingsambtenaar een te lage proceskostenvergoeding heeft toegekend. Zij verzoekt de rechtbank om artikel 30a van de Wet woz buiten toepassing te laten, omdat haar gemachtigde een bijzonder geval is als bedoeld in het zogenoemde 30a-arrest van de Hoge Raad van 17 januari 2025 (ECLI:NL:HR:2025:46).\n\n4. In het 30a-arrest heeft de Hoge Raad geoordeeld dat bijzondere gevallen zich onderscheiden doordat zij niet voldoen aan de volgende kenmerken: dat aan de belanghebbende rechtsbijstand wordt verleend door een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, waarvan het bedrijfsmodel eruit bestaat dat\n\n( i) wordt opgetreden op basis van no cure no pay,\n\n(ii) daarbij zodanige afspraken met de cliënten worden gemaakt dat het bedrag van eventuele proceskostenvergoedingen aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en\n\n(iii) de procedures op een zodanige wijze worden gevoerd dat de daarin toegekende proceskostenvergoedingen de in redelijkheid gemaakte kosten ver overtreffen.\n\n5. De daarbij te hanteren regels zijn nader uitgewerkt in de arresten van de Hoge Raad van 25 april 2025 (ECLI:NL:HR:2025:670) en 18 juli 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1175).\n\n5.1.. Volgens de Hoge Raad rusten op de belanghebbende de stelplicht en bewijslast van feiten die meebrengen dat buiten redelijke twijfel komt vast te staan dat, beoordeelt naar de situatie op het moment waarop het desbetreffende rechtsmiddel is aangewend, het bedrijfsmodel van de betreffende gemachtigde of diens kantoor kennelijk niet allehiervoor bedoelde drie kenmerken heeft en dat aldus sprake is van een bijzonder geval. Er is dus (al) sprake van een bijzonder geval als één van de drie kenmerken niet van toepassing is.\n\n5.2.. Bij de beoordeling van het bedrijfsmodel gaat het niet specifiek om de werkzaamheden die de gemachtigde heeft verricht in de procedure waarop de proceskostenvergoeding ziet. Met het bedrijfsmodel is namelijk meer in het algemeen de wijze bedoeld waarop de gemachtigde zijn inkomsten verwerft met het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand.\n\n5.3.. Indien het bedrijfsmodel van een gemachtigde of een kantoor inhoudt dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i), of op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld, en dat daarbij afspraken met de cliënten worden gemaakt als hiervoor onder (ii) bedoeld, zal aldus moeten worden beoordeeld of dit bedrijfsmodel voldoet aan het hiervoor onder (iii) vermelde kenmerk van vergaande overdekking. Daartoe moet een vergelijking worden gemaakt tussen enerzijds het totale bedrag aan proceskostenvergoedingen dat aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en anderzijds het totale bedrag van de kosten van de gemachtigde of van het kantoor die kunnen worden toegerekend aan het voeren van de procedures waarop die proceskostenvergoedingen betrekking hebben. Het komt dus erop aan of het totale bedrag van de afgedragen proceskostenvergoedingen het totale bedrag van de zojuist bedoelde kosten verre overtreft. De omstandigheid dat vaak geheel of ten dele gebruik wordt gemaakt van gestandaardiseerde tekstblokken die niet zijn toegespitst op de desbetreffende zaak, vormt een aanwijzing dat het bedrijfsmodel wel het derde kenmerk van vergaande overdekking heeft, en zal daarom in het algemeen volstaan om aan te nemen dat de belanghebbende niet in dit door hem te leveren bewijs is geslaagd.\n\n6. In het arrest van 26 september 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1375) heeft de Hoge Raad nader uitgewerkt wanneer sprake is van een bedrijfsmodel dat eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Bij optreden op basis van no cure no pay moet worden uitgegaan van afspraken tussen de belanghebbende en de rechtsbijstandverlener op grond waarvan de belanghebbende geen financieel risico loopt bij inschakeling van de rechtsbijstandverlener, omdat geen instapvergoeding verschuldigd is noch een percentage van de bespaarde belasting als vergoeding moet worden afgestaan (zie Kamerstukken II 2023\u002F24, 36 427, nr. 3, blz. 2). Bij de beoordeling van de vraag of het bedrijfsmodel van een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay, komt het dus erop aan of die gemachtigde dan wel diens kantoor afspraken maakt met klanten op grond waarvan zij geen financieel risico lopen bij het verstrekken van de opdracht tot het verlenen van rechtsbijstand in een belastingprocedure. De verschuldigdheid van een instapvergoeding staat niet in alle gevallen eraan in de weg dat afspraken met een rechtsbijstandsverlener worden aangemerkt als afspraken op basis van no cure no pay. Onder het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op basis van no cure no pay wordt namelijk ook begrepen het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld. Dan moet worden gedacht aan de betaling van een zodanig laag bedrag dat die betaling als een pro forma of symbolische bijdrage moet worden beschouwd.\n\n7. De rechtbank stelt vast dat de gemachtigde van belanghebbende in deze zaak niet heeft bestreden dat haar bedrijfsmodel de hiervoor onder (ii) en (iii) vermelde kenmerken heeft.\n\n8. Belanghebbende bestrijdt dat het bedrijfsmodel van haar gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar (en beroep) eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Hiertoe heeft de gemachtigde verwezen naar een beschrijving van haar per 1 januari 2025 gewijzigde bedrijfsmodel (“Bijzonder geval: bedrijfsmodel Previcus en artikel 30a Wet WOZ”).\n\n8.1.. Volgens die beschrijving is de werkwijze met ingang van 1 januari 2025 fundamenteel gewijzigd. Het aantal dossiers is vanaf 2025 aanzienlijk afgenomen van 128.000 zaken naar circa 1.291 zaken. De zaken worden (vrijwel) niet meer op basis van no cure no pay uitgevoerd, maar volgens een regulier model waarin een cliënt, ongeacht de uitkomst van de zaak, een vaste startvergoeding betaalt (doorgaans gebaseerd op het aantal aanslagbiljetten) en\u002Fof een deel van de gerealiseerde besparing afdraagt (in bijna alle gevallen 40% van de besparing). De vóór 2025 aangebrachte zaken worden nog op basis van no cure no pay uitgevoerd. Bovendien worden vanaf 2025 alle aanslagbiljetten op voorhand gescreend en worden enkel de zaken doorgezet waarbij op voorhand onvoldoende duidelijk is dat er geen fouten zijn gemaakt. Er is, aldus de beschrijving, geen sprake meer van een grote massa waar de wetswijziging (Wet herwaardering proceskostenvergoeding WOZ en Bpm) op zag. De gemachtigde richt zich voortaan op de zakelijke markt, waarbij vrijwel altijd ook prijsafspraken met belanghebbenden worden gemaakt die losstaan van eventueel toegekende proceskostenvergoedingen.\n\n8.2.. De gemachtigde heeft de prijsafspraken over 2025 als volgt in een overzicht opgenomen.\n\n8.3.. De vermelding in de volmacht dat de vergoeding voor de werkzaamheden uitsluitend het totaal van de proceskostenvergoedingen bedraagt, klopt, aldus de beschrijving, niet meer. De onderliggende overeenkomsten bepalen dat cliënten zelf vergoedingen verschuldigd zijn. De proceskostenvergoeding speelt daarin nog slechts een kleine aanvullende rol.\n\n9. Op 4 mei 2026 heeft de gemachtigde van belanghebbende de facturen en betaalbewijzen in een groot aantal zaken, waarin zij als gemachtigde optreedt, ingezonden. Op 11 mei 2026 is daarvan een overzicht overgelegd. Die stukken bevestigen het beeld dat de beschrijving van het bedrijfsmodel geeft. Uit de facturen en betaalbewijzen blijkt namelijk dat de gemachtigde van een groot deel van haar cliënten een “besparingsfee” van minimaal 30% van de eventuele belastingbesparing vraagt, zij die “besparingsfee” aan haar cliënten factureert en die “besparingsfee” vervolgens ook door de cliënten wordt betaald.\n\n10. Daarnaast komt uit de facturen en betaalbewijzen naar voren dat de meeste cliënten (bovenop de “besparingsfee”) tevens een (in hoogte variërende) “startfee” zijn verschuldigd. Op zitting heeft de gemachtigde toegelicht dat, indien overeengekomen, de “startfee” altijd wordt gefactureerd en betaald. Dat dit niet in alle gevallen gebeurt blijkt uit de overgelegde facturen en betaalbewijzen, en komt, aldus de gemachtigde, doordat de “startfee”, die ongeacht de uitkomst is verschuldigd, in die gevallen eerder is gefactureerd en betaald. Dat is anders bij de “besparingsfee”, die niet eerder dan na het nemen van het bestreden besluit in rekening kan worden gebracht, omdat dan pas de (hoogte van de) besparing duidelijk is.\n\n11. De heffingsambtenaar heeft zich ter zitting op het standpunt gesteld dat het pas op 4 mei 2026 door de gemachtigde van belanghebbende indienen van facturen en betaalbewijzen (die op 6 mei 2026 door de rechtbank zijn vrijgegeven), die al in 2025 beschikbaar waren, in strijd is met een goede procesorde. De rechtbank overweegt dat partijen in beginsel vrij zijn om gedurende de procedure hun standpunten aan te vullen. Die vrijheid wordt echter begrensd door de beginselen van de goede procesorde. Hoewel de late indiening van reeds voorhanden zijnde stukken niet de schoonheidsprijs verdient, ziet de rechtbank hierin geen grond om die stukken vanwege strijd met een goede procesorde buiten beschouwing te laten. Hiertoe acht de rechtbank van belang dat de stukken een onderbouwing vormen van een eerder door de gemachtigde ingenomen standpunt, een reactie zijn op het verweerschrift en dat de aard en de omvang van de stukken niet zodanig zijn dat van de heffingsambtenaar om adequaat hierop te kunnen reageren een nader diepgaand (feiten)onderzoek wordt gevergd. De inhoudelijke reactie van de heffingsambtenaar op de stukken in de pleitnota bevestigen dit oordeel.\n\n12. De rechtbank stelt voorop dat voor haar de facturen en de betaalbewijzen leidend zijn voor de beoordeling van de vraag of kenmerk (i) op de gemachtigde van belanghebbende van toepassing is. Naar het oordeel van de rechtbank zijn (alleen) die stukken, en niet (ook) de overeenkomst, de website en de algemene voorwaarden van de gemachtigde (op 9 februari 2025), waarvan gesteld is dat die op dat moment nog niet in overeenstemming met het gewijzigde bedrijfsmodel waren gebracht, relevant voor de vraag of sprake is van een bedrijfsmodel op basis van no cure no pay. Omdat het bedrijfsmodel van de gemachtigde (en niet de vergoedingen in de aan de rechtbank voorliggende zaken) moet worden beoordeeld, blijft die beoordeling, anders dan de heffingsambtenaar stelt, niet beperkt tot de gemeenten binnen het ambtsgebied van de heffingsambtenaar. Daaruit volgt ook dat op grond van het (incidenteel) ontbreken van facturen en betaalbewijzen in aan de rechtbank voorliggende zaken niet zonder meer kan worden geconcludeerd dat kenmerk (i) op het bedrijfsmodel van de gemachtigde van toepassing is.\n\n13. De rechtbank is van oordeel dat met voldoende gegevens is onderbouwd dat de gemachtigde in 2025 voor een groot deel van de procedures een “besparingsfee” in rekening heeft gebracht. Door het betalen van een “besparingsfee” loopt een belanghebbende bij de inschakeling een gemachtigde voor het voeren van een procedure een financieel risico (zie hiervoor het arrest van de Hoge Raad van 26 september 2025). Deze door de gemachtigde gevraagde vergoeding (van 30-40%) acht de rechtbank, nog daargelaten dat de Hoge Raad dat enkel ten aanzien van “instapvergoedingen” heeft geoordeeld, ook niet dusdanig laag dat kan worden gesproken van rechtsbijstandverlening op een grondslag die in wezen overeenkomt met rechtsbijstandverlening op basis van no cure no pay. Op grond van het vorenstaande heeft belanghebbende, naar het oordeel van de rechtbank, buiten redelijke twijfel bewezen dat het bedrijfsmodel van de gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar niet het kenmerk van optreden op basis van no cure no pay heeft (i). Daaraan doet niet af dat een belanghebbende vooraf ermee heeft ingestemd dat een eventuele vergoeding van proceskosten aan de gemachtigde toekomt. Dat geldt ook voor het ontbreken van facturen en betaalbewijzen van op een eerder moment in rekening gebrachte “startfees” en de door de heffingsambtenaar gestelde inconsistenties in de hoogte hiervan.\n\n14. Uit het vorenstaande volgt dat sprake is van een bijzonder geval en de heffingsambtenaar ten onrechte toepassing heeft gegeven aan artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz.\n\n15. Dit betekent dat het beroep van belanghebbende gegrond is. De rechtbank vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding en bepaalt met toepassing van artikel 8:72, derde lid, aanhef en onder b, van de Algemene wet bestuursrecht de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase op € 1.332,- (2 x € 666,-).\n\n16. Aan het standpunt van belanghebbende dat aan het bestreden besluit een motiveringsgebrek kleeft, wordt niet toegekomen.\n\n17. Omdat het beroep gegrond is, moet de heffingsambtenaar het griffierecht aan belanghebbende vergoeden.\n\n18. De rechtbank acht termen aanwezig om de heffingsambtenaar te veroordelen in de proceskosten die belanghebbende redelijkerwijs heeft moeten maken in verband met de behandeling van het beroep, een en ander eveneens overeenkomstig de normen van het Besluit proceskosten bestuursrecht. Aan belanghebbende is door een derde beroepsmatig rechtsbijstand verleend. Voor de in aanmerking te nemen proceshandelingen worden 2 punten (1 punt voor het indienen van het beroepschrift en 1 punt voor het verschijnen op zitting met een waarde van € 934,- per punt) toegekend. De rechtbank bepaalt in overeenstemming met het Richtsnoer proceskostenvergoeding belastingkamers gerechtshoven 2024 (neergelegd in de uitspraak van het gerechtshof ’s-Hertogenbosch van 7 augustus 2024, ECLI:NL:GHSHE:2024:2524) de wegingsfactor op 0,5. Gelet hierop bedraagt het vanwege de in deze zaak verleende rechtsbijstand te vergoeden bedrag in totaal € 934,-.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding, stelt de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase vast op € 1.332,- en bepaalt dat deze uitspraak in de plaats treedt van het vernietigde besluit;\n\n- draagt de heffingsambtenaar op het betaalde griffierecht van € 385,- aan belanghebbende te vergoeden;\n\n- veroordeelt de heffingsambtenaar in de proceskosten van belanghebbende wegens verleende rechtsbijstand in beroep tot een bedrag van € 934,-.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. B.F.A. van Huijgevoort, voorzitter, en mrs. E.P.J. Rutten en J.H. van Hoof leden, in aanwezigheid van mr. D.D.R.H. Lechanteur, griffier.De beslissing is in het openbaar uitgesproken op 8 juli 2026.\n\ngriffier rechter\n\nAfschrift verzonden aan partijen op: 8 juli 2026.\n\nRechtsmiddel\n\nTegen deze uitspraak kunnen partijen binnen zes weken na de verzenddatum hoger beroep instellen bij het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nU kunt digitaal beroep instellen via www.rechtspraak.nl. Daar klikt u op “Formulieren en inloggen”. Hoger beroep instellen kan eventueel ook nog steeds door verzending van een brief aan het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nBij het instellen van het hoger beroep dient het volgende in acht te worden genomen:\n\n1. bij het hogerberoepschrift wordt een afschrift van deze uitspraak overgelegd;\n\n2 - het hogerberoepschrift moet, indien het op papier wordt ingediend, ondertekend zijn. Verder moet het ten minste het volgende vermelden:\n\na. de naam en het adres van de indiener;\n\nb. de datum van verzending;\n\nc. een omschrijving van de uitspraak waartegen het hoger beroep is ingesteld;\n\nd. de redenen waarom u het niet eens bent met de uitspraak (de gronden van het hoger beroep).","nl","rechtspraak_nl","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBLIM:2026:6423","ecli-nl-rblim-2026-6423",{"courtName":30,"legalDomain":31,"decisionType":32,"procedureType":33},"Roermond","Bestuursrecht; Belastingrecht","uitspraak","Uitspraak",{"id":35,"ecli":36,"caseNumber":37,"courtId":38,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":39,"language":40,"source":41,"sourceUrl":14,"summary":42,"slug":43,"metadata":17},"85","ECLI:RO:2026:JudecatoriaSECTORUL5BUCURESTI:17050-302-2025-a1","17050\u002F302\u002F2025\u002Fa1",97,"Admite cererea de îndreptare a erorii materiale din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026, pronunţată de Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti în dosar nr. 17050\u002F302\u002F2025, formulată din oficiu.       \nDispune îndreptarea erorii materiale strecurată în cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025, în sensul re?inerii că pârâtul Vasile Constantin are codul numeric personal ............, iar nu ............., astfel cum în mod eronat s-a consemnat.   \nPrezenta încheiere face parte integrantă din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025.   \nÎndreptarea se va efectua în toate exemplarele sentin?ei.\n\tCu drept de apel în 30 de zile de la comunicare. 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Voorts is beslist op de vorderingen van de benadeelde partijen, zoals nader omschreven in het vonnis waarvan beroep.\n\nNamens de verdachte is tegen het vonnis hoger beroep ingesteld.\n\nOmvang van het hoger beroep\n\nDe verdachte is door de rechtbank Rotterdam vrijgesproken van hetgeen aan hem onder 1 is tenlastegelegd. Het hoger beroep is door de verdachte onbeperkt ingesteld en is derhalve mede gericht tegen de in eerste aanleg gegeven beslissing tot vrijspraak. Gelet op hetgeen is bepaald in artikel 404, vijfde lid, van het Wetboek van Strafvordering staat voor de verdachte tegen deze beslissing geen hoger beroep open. Het hof zal de verdachte mitsdien niet-ontvankelijk verklaren in het ingestelde hoger beroep, voor zover dat is gericht tegen de in het vonnis waarvan beroep gegeven vrijspraak.\n\nWaar hierna wordt gesproken van \"de zaak\" of \"het vonnis\", wordt daarmee bedoeld de zaak of het vonnis voor zover op grond van het vorenstaande aan het oordeel van dit hof onderworpen.\n\nTenlastelegging\n\nAan de verdachte is – voor zover aan het oordeel van het hof onderworpen – tenlastegelegd dat:\n\n2. hij op of omstreeks 01 januari 2023 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard, openlijk, te weten, op of aan de Smidsweg en\u002Fof de Langestraat, in elk geval op of aan (een) openbare weg(en), in vereniging geweld heeft gepleegd tegen een of meer verbalisanten van de politie Eenheid Rotterdam, te weten [hoofdagent] (hoofdagent) en\u002Fof [aspirant] (aspirant) en\u002Fof één of meer verbalisanten, zijnde groepsleden van de Mobiele Eenheid van politie Eenheid Rotterdam, te weten [verbalisant 1] en\u002Fof [verbalisant 2] en\u002Fof [verbalisant 3] en\u002Fof [verbalisant 4] en\u002Fof [verbalisant 5] en\u002Fof [verbalisant 6] en\u002Fof [verbalisant 7] en\u002Fof [verbalisant 8] en\u002Fof [verbalisant 9] en\u002Fof [verbalisant 10] en\u002Fof [verbalisant 11] en\u002Fof [verbalisant 12] en\u002Fof [verbalisant 13] en\u002Fof [verbalisant 14] en\u002Fof [verbalisant 15] en\u002Fof [verbalisant 16] en\u002Fof [verbalisant 17] en\u002Fof [verbalisant 18] en\u002Fof [verbalisant 19] en\u002Fof [verbalisant 20] , althans een of meer (andere) verbalisanten door\n\n- één of meer stuks zwaar (illegaal) vuurwerk (betreffende onder meer: cobra's \u002F nitraten \u002F shells) en\u002Fof vuurwerkbommen op\u002Ftegen, althans in de richting van\u002Fnaar voornoemde verbalisanten af te schieten en\u002Fof te gooien, waarbij voornoemd(e) vuurwerk\u002Fvuurwerkbommen vlakbij\u002Fnaast het\u002Fde lichamen en\u002Fof het\u002Fde hoofden\u002Fgezichten van voornoemde verbalisanten tot ontploffing is\u002Fzijn gekomen en\u002Fof\n\n- ( met kracht) één of meer stenen en\u002Fof glaswerk op\u002Ftegen, althans in de richting van voornoemde verbalisanten te gooien en\u002Fof\n\n- ( dreigend) zich op te dringen aan voornoemde ambtenaren en\u002Fof\n\n- ( daarbij) (dreigend) een of meerdere ploertendoders, althans slagvoorwerpen, aan voornoemde ambtenaren te tonen\u002Fvoor te houden en\u002Fof\n\n- ( daarbij) aan die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof een of meer (andere) verbalisanten de weg te versperren, althans de doorgang te beletten en\u002Fof (daarbij) te verhinderen dat die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof anderen met\u002Fin een (politie)voertuig weg konden rijden en\u002Fof\n\n- naar\u002Fin de richting van voornoemde ambtenaren te schelden, met de woorden: \"Kankerlijers\", \"Kanker op joh\" en\u002Fof \"Kankerpolitie\" en\u002Fof\n\n- ( met kracht) op\u002Ftegen het (politie)schild van die [verbalisant 2] te trappen\u002Fschoppen;\n\n3. hij op of omstreeks 31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk een vuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed, dat\u002Fdie geheel of ten dele aan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachte toebehoorde(n) heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt.\n\nVordering van de advocaat-generaal\n\nDe advocaat-generaal heeft gevorderd dat het vonnis waarvan beroep ten aanzien van de bewezenverklaring zal worden bevestigd en dat de verdachte ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde zal worden veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 107 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 60 dagen voorwaardelijk en met een proeftijd van 2 jaren.\n\nHet vonnis waarvan beroep\n\nHet vonnis waarvan beroep kan niet in stand blijven omdat het hof zich daarmee niet verenigt.\n\nVrijspraak\n\nDe advocaat-generaal heeft zich op het standpunt gesteld dat het onder 2 tenlastegelegde wettig en overtuigend kan worden bewezenverklaard, nu de verdachte met zijn handelen een bijdrage van voldoende gewicht heeft geleverd aan het openlijk geweld tegen de desbetreffende verbalisanten. Zo heeft de verdachte voorafgaand aan de jaarwisseling deel genomen aan een WhatsApp-groep waarin werd gesproken over het voornemen onrust te veroorzaken ten tijde van de jaarwisseling. Voorts heeft de verdachte in de nacht van de jaarwisseling – nadat hij door leden van de Mobiele Eenheid (ME) was ingesloten –op zijn telefoon een video-opname gemaakt waarin er samen met medeverdachte [medeverdachte] (hierna: [medeverdachte] ) wordt gepraat over het doodschoppen van een ME’er. Vijftien minuten nadat hij deze video had opgenomen, is [medeverdachte] aangehouden voor het schoppen tegen het schild van een ME’er.\n\nHet hof overweegt als volgt.\n\nHet hof stelt voorop dat van het \"in vereniging\" plegen van geweld sprake is, indien de betrokkene een voldoende significante of wezenlijke bijdrage levert aan het geweld, zij het dat deze bijdrage zelf niet van gewelddadige aard hoeft te zijn. De enkele omstandigheid dat iemand aanwezig is in een groep die openlijk geweld pleegt is niet zonder meer voldoende om hem te kunnen aanmerken als iemand die \"in vereniging\" geweld pleegt. Beoordeeld zal moeten worden of de door de verdachte geleverde – intellectuele en\u002Fof materiële – bijdrage aan het delict van voldoende gewicht is.\n\nMet de advocaat-generaal en de verdediging is het hof van oordeel dat op grond van het verhandelde ter terechtzitting niet kan worden bewezen dat de verdachte omstreeks de jaarwisseling geweld heeft gebruikt jegens de verbalisanten, zoals het gooien met stenen of vuurwerk. Het hof is voorts van oordeel dat evenmin bewezen kan worden dat de verdachte op enige wijze geweldshandelingen die door andere personen zijn gepleegd heeft ondersteund of anderszins heeft bijgedragen aan het ontstaan of het voortduren van het geweld jegens de verbalisanten. Het hof neemt hierbij in aanmerking dat [medeverdachte] bij de raadsheer-commissaris als getuige is gehoord en heeft verklaard dat hetgeen de verdachte in de video-opname heeft gezegd, los stond van zijn handelen daarna en dat de verdachte niet in de buurt was toen [medeverdachte] tegen het schild van verbalisant [verbalisant 2] aan schopte. De enkele aanwezigheid in de groep die door de politie\u002FME was ingesloten en het feit dat de verdachte deel uit maakte van een WhatsApp-groep acht het hof evenmin een bijdrage van voldoende gewicht. Gelet op het voorgaande is niet vast komen te staan dat de verdachte een voldoende significante of wezenlijke bijdrage heeft geleverd aan het tenlastegelegde geweld tegen de desbetreffende verbalisanten, zodat het ten laste gelegde niet kan worden bewezen en de verdachte daarvan zal worden vrijgesproken.\n\nBewezenverklaring\n\nHet hof acht wettig en overtuigend bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan, met dien verstande dat:\n\n3. hij op of omstreeks31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk eenvuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed,dat\u002Fdiegeheel of ten deleaan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachtetoebehoorde(n)heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt;.\n\nHetgeen meer of anders is tenlastegelegd, is niet bewezen. De verdachte moet daarvan worden vrijgesproken.\n\nBewijsvoering\n\nHet hof grondt zijn overtuiging dat de verdachte het bewezenverklaarde heeft begaan op de feiten en omstandigheden die in de bewijsmiddelen zijn vervat en die reden geven tot de bewezenverklaring.\n\nIn die gevallen waarin de wet aanvulling van het arrest vereist met de bewijsmiddelen dan wel, voor zover artikel 359, derde lid, tweede volzin, van het Wetboek van Strafvordering wordt toegepast, met een opgave daarvan, zal zulks plaatsvinden in een aanvulling die als bijlage aan dit arrest zal worden gehecht.\n\nStrafbaarheid van het bewezenverklaarde\n\nHet onder 3 bewezenverklaarde levert op\n\nopzettelijk en wederrechtelijk enig goed dat geheel of ten dele aan een ander toebehoort, vernielen.\n\nStrafbaarheid van de verdachte\n\nEr is geen omstandigheid aannemelijk geworden die de strafbaarheid van de verdachte uitsluit. De verdachte is dus strafbaar.\n\nStrafmotivering\n\nHet hof heeft de op te leggen straf bepaald op grond van de ernst van het feit en de omstandigheden waaronder dit is begaan en op grond van de persoon en de persoonlijke omstandigheden van de verdachte, zoals daarvan is gebleken uit het onderzoek ter terechtzitting.\n\nDaarbij heeft het hof in het bijzonder het volgende in aanmerking genomen.\n\nDe verdachte heeft zich op oudejaarsavond schuldig gemaakt aan vernieling van een prullenbak door hierop zwaar vuurwerk tot ontploffing te brengen. Een dergelijk feit is gevaarzettend en geschikt om gevoelens van angst en onveiligheid in de maatschappij teweeg te brengen. De verdachte heeft met zijn handelen de gemeente en daarmee de gemeenschap financiële schade berokkend en hij heeft hiermee overlast veroorzaakt.\n\nHet hof heeft acht geslagen op een de verdachte betreffend uittreksel Justitiële Documentatie van 1 juni 2026, waaruit blijkt dat de verdachte niet eerder voor een vergelijkbaar feit is veroordeeld.\n\nTen aanzien van de redelijke termijn als bedoeld in artikel 6, eerste lid, van het Europees Verdrag tot bescherming van de rechten van de mens en de fundamentele vrijheden (EVRM) overweegt het hof dat deze is aangevangen op 6 maart 2023. In eerste aanleg is de redelijke termijn niet overschreden. Het hof stelt vast dat de behandeling van de zaak in hoger beroep niet heeft plaatsgevonden binnen de daartoe gestelde redelijke termijn,. Namens de verdachte is immers op 4 juli 2023 hoger beroep ingesteld en het hof wijst op 8 juli 2026 eindarrest. De redelijke termijn van de berechting in hoger beroep is derhalve met meer dan één jaar overschreden. Het hof ziet, ook gelet op de duur van de procedure als geheel, aanleiding te volstaan met de constatering van dit verzuim, gelet op de gekozen strafmodaliteit en de hoogte van de op te leggen straf.\n\nHet hof is – alles afwegende – van oordeel dat een onvoorwaardelijke taakstraf van na te melden duur een passende en geboden reactie vormt. Anders dan de verdediging heeft bepleit acht het hof een geldboete, gelet op de context waarin en de wijze waarop de vernieling plaatsvond – tijdens de jaarwisseling en met (illegaal) vuurwerk – niet passend. Evenmin zal om die reden toepassing worden gegeven aan het bepaalde in artikel 9a van het Wetboek van Strafrecht.\n\nVorderingen tot schadevergoeding\n\nIn het onderhavige strafproces hebben tweeëntwintig verbalisanten zich als benadeelde partij gevoegd ter zake van het onder 2 ten laste gelegde. De benadeelde partijen [verbalisant 17] , [verbalisant 12] , [verbalisant 8] , [verbalisant 9] , [verbalisant 19] , [verbalisant 20] , [verbalisant 18] , [verbalisant 15] , [verbalisant 10] , [verbalisant 4] , [verbalisant 1] , [verbalisant 16] , [verbalisant 3] , [aspirant] , [verbalisant 7] , [hoofdagent] , [verbalisant 14] , [verbalisant 5] en [verbalisant 6] vorderen per persoon een vergoeding van € 350,00 aan immateriële schade. De benadeelde partijen [verbalisant 13] en [verbalisant 11] vorderen per persoon een vergoeding van € 400,00 aan immateriële schade en de benadeelde partij [verbalisant 2] vordert een vergoeding van € 750,00 aan immateriële schade.\n\nNu de verdachte ter zake van het onder 2 tenlastegelegde wordt vrijgesproken, zullen de benadeelde partijen niet-ontvankelijk worden verklaard in hun vordering.\n\nGelet daarop zullen de benadeelde partijen worden veroordeeld in de kosten die de verdachte tot aan deze uitspraak in verband met de verdediging tegen die vorderingen heeft moeten maken, welke kosten het hof vooralsnog begroot op nihil.\n\nToepasselijke wettelijke voorschriften\n\nHet hof heeft gelet op de artikelen 9, 22c, 22d en 350 van het Wetboek van Strafrecht, zoals zij rechtens gelden dan wel golden.\n\nBESLISSING\n\nHet hof:\n\nVerklaart de verdachte niet-ontvankelijk in het hoger beroep, voor zover gericht tegen de beslissing ter zake van het onder 1 tenlastegelegde.\n\nVernietigt het vonnis waarvan beroep voor zover thans aan het oordeel van het hof onderworpen en doet in zoverre opnieuw recht:\n\nVerklaart niet bewezen dat de verdachte het onder 2 tenlastegelegde heeft begaan en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart, zoals hiervoor overwogen, bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan.\n\nVerklaart niet bewezen hetgeen de verdachte meer of anders is tenlastegelegd dan hierboven is bewezenverklaard en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart het onder 3 bewezenverklaarde strafbaar, kwalificeert dit als hiervoor vermeld en verklaart de verdachte strafbaar.\n\nVeroordeelt de verdachte tot een taakstrafvoor de duur van60 (zestig) uren, indien niet naar behoren verricht te vervangen door30 (dertig) dagen hechtenis.\n\nBeveelt dat de tijd die door de verdachte vóór de tenuitvoerlegging van deze uitspraak in enige in artikel 27, eerste lid, van het Wetboek van Strafrecht bedoelde vorm van voorarrest is doorgebracht, bij de uitvoering van de opgelegde taakstraf in mindering zal worden gebracht, volgens de maatstaf van 2 uren taakstraf per in voorarrest doorgebrachte dag, voor zover die tijd niet reeds op een andere straf in mindering is gebracht.\n\nVordering van de benadeelde partijen:\n\n- [verbalisant 17] ,\n\n- [verbalisant 12] ,\n\n- [verbalisant 13] ,\n\n- [verbalisant 8] ,\n\n- [verbalisant 9] ,\n\n- [verbalisant 19] ,\n\n- [verbalisant 20] ,\n\n- [verbalisant 11]\n\n- [verbalisant 18] ,\n\n- [verbalisant 15] ,\n\n- [verbalisant 10] ,\n\n- [verbalisant 4] ,\n\n- [verbalisant 1] ,\n\n- [verbalisant 16] ,\n\n- [verbalisant 3] ,\n\n- [verbalisant 2]\n\n- [aspirant] ,\n\n- [verbalisant 7] ,\n\n- [hoofdagent] ,\n\n- [verbalisant 14] ,\n\n- [verbalisant 5] , en\n\n- [verbalisant 6]\n\nVerklaart de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens niet-ontvankelijk in hun vordering tot schadevergoeding.\n\nVeroordeelt de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens in de door verdachte gemaakte kosten en begroot deze telkens op nihil.\n\nDit arrest is gewezen door mr. F.W. Pieters, als voorzitter, mr. E.C. van Veen en mr. M.C. Bruining, leden, in bijzijn van de griffier mr. V.V. de Lange.\n\nHet is uitgesproken op de openbare terechtzitting van het hof van 8 juli 2026.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:GHDHA:2026:2250","ecli-nl-ghdha-2026-2250",{"courtName":52,"legalDomain":53,"decisionType":32,"procedureType":33},"Den Haag","Strafrecht",{"id":55,"ecli":56,"caseNumber":14,"courtId":57,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":58,"language":25,"source":26,"sourceUrl":59,"summary":14,"slug":60,"metadata":61},"348","ECLI:NL:RBDHA:2026:18721",65,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Groningen\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.20806\n uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n \n [naam], eiseres,\n\nV-nummer: [v-nummer:],\n\n(gemachtigde: mr. I.M. Zuidhoek),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, de minister.\n\nInleiding\n\n1. In deze uitspraak beoordeelt de rechtbank het beroep van eiseres tegen het niet in behandeling nemen van de aanvraag tot het verlenen van een verblijfsvergunning asiel voor bepaalde tijd. De minister heeft de aanvraag met het bestreden besluit van 7 april 2026 niet in behandeling genomen omdat daarvoor Frankrijk verantwoordelijk is.\n\n1.1.. De rechtbank doet op grond van artikel 8:54 van de Algemene wet bestuursrecht (Awb) uitspraak zonder zitting.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\n2. De rechtbank beoordeelt het niet in behandeling nemen van de asielaanvraag van eiseres. Zij doet dat mede aan de hand van de argumenten die eiseres heeft aangevoerd, de beroepsgronden.\n\n3. De rechtbank verklaart het beroep ongegrond. Dat betekent dat eiseres ongelijk krijgt en het bestreden besluit in stand blijft. Hierna legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit oordeel heeft.\n\nToepasselijk recht\n\n4. Op deze zaak is het recht van toepassing dat gold vóór 12 juni 2026.\n\nTotstandkoming van het besluit\n\n5. De Europese Unie heeft gezamenlijke regelgeving over het in behandeling nemen van asielaanvragen. Die staat in de Dublinverordening.Op grond van de Dublinverordening neemt de minister een asielaanvraag niet in behandeling als is vastgesteld dat een andere lidstaat verantwoordelijk is voor de behandeling daarvan.In dit geval heeft Nederland bij Frankrijk een verzoek om terugname gedaan. Frankrijk heeft dit verzoek aanvaard.\n\nMag de minister ten opzichte van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel?\n\n6. Eiseres stelt zich op het standpunt dat er in Frankrijk voor haar een onveilige situatie zal optreden. Dit is het gevolg van de aanwezigheid van veel Libanezen in Frankrijk, waaronder ook de familie van haar moeder die haar eerder al bedreigde. Bovendien heeft eiseres in Nederland een community gevonden waar zij zich veilig bij voelt en in Frankrijk heeft zij niemand, dit is voor haar een angstaanjagend vooruitzicht. Dit terwijl in Nederland er een sterke en diverse LHBT-gemeenschap is waar zij zich veilig voelt. Volgens eiseres is er in Frankrijk bovendien nog steeds een groot probleem met betrekking tot de opvang van asielzoekers. Ze verwijst naar het AIDA-rapport over Frankrijk, update 2024.Er is een tekort aan opvangplekken en eiseres loopt bij terugkeer een reëel risico om in een situatie van materiële deprivatie terecht te komen. Volgens eiseres is het bestreden besluit niet zorgvuldig voorbereid en berust het evenmin op een deugdelijke motivering.\n\n6.1.. De beroepsgrond slaagt niet. Naar het oordeel van de rechtbank mag de minister ten aanzien van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. De Afdelingheeft meermaals bevestigd dat ten aanzien van Frankrijk in algemene zin kan worden uitgegaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. Hierbij is ook het AIDA rapport, update 2024, betrokken. De rechtbank overweegt ambtshalve dat ook het recente AIDA rapport, update 2025, geen wezenlijk ander beeld geeft van de opvangvoorzieningen in Frankrijk dan de informatie die is betrokken door de Afdeling in eerdere uitspraken.\n\n6.2.. Uit de AIDA rapporten blijkt niet dat sprake is van structurele tekortkomingen in de opvang of asielprocedure, ook niet ten aanzien van de LHTBI-gemeenschap. Eiseres heeft bovendien niet aannemelijk gemaakt dat zij bij overdracht aan Frankrijk persoonlijk geen opvang, rechtsbescherming of toegang tot de procedure zal krijgen. Eiseres heeft niet eerder een asielaanvraag in Frankrijk ingediend waardoor zij geen persoonlijke ervaring heeft met de kwaliteit van de asielprocedure en de opvangvoorzieningen in Frankrijk.\n\n6.3.. Naar het oordeel van de rechtbank heeft de minister zich niet ten onrechte op het standpunt gesteld dat eiseres niet aannemelijk heeft gemaakt dat sprake is van bijzondere, individuele omstandigheden op basis waarvan de minister de aanvraag toch zou moeten behandelen.\n\nConclusie en gevolgen\n\n7. Het beroep is kennelijk ongegrond. Dat betekent dat het bestreden besluit in stand blijft en eiseres overgedragen kan worden aan Frankrijk. Eiseres krijgt geen vergoeding van haar proceskosten.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank verklaart het beroep ongegrond.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. A. Sibma, rechter, in aanwezigheid van mr. S. Strating, griffier, en openbaar gemaakt door middel van gepseudonimiseerde publicatie op rechtspraak.nl.\n\nDe uitspraak is openbaar gemaakt en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over verzet\n\nAls partijen het niet eens zijn met deze uitspraak, kunnen zij een verzetschrift sturen naar de rechtbank waarin zij uitleggen waarom zij het niet eens zijn met deze uitspraak. Het verzetschrift moet worden ingediend binnen zes weken na de dag waarop deze uitspraak is verzonden. Als partijen graag een zitting willen om het verzetschrift toe te lichten, moeten zij dit in het verzetschrift vermelden.\n\n Zie artikel 84 van de Asiel- en migratiebeheerverordening inzake het overgangsrecht.\n\n Verordening (EU) nr. 604\u002F2013.\n\n Dit staat ook in artikel 30, eerste lid, van de Vreemdelingenwet 2000.\n\n Update 2024 van juni 2025.\n\n Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State.\n\n Update 2025 van mei 2026.\n\n Zie ook de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Arnhem, van 3 juli 2026. (ECLI:NL:RBDHA:2026:18469, r.o. 7.1) en de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Middelburg, van 25 juni 2026 (ECLI:NL:RBDHA:2026:17711).","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18721","ecli-nl-rbdha-2026-18721",{"courtName":62,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Groningen","Bestuursrecht; Vreemdelingenrecht",{"id":65,"ecli":66,"caseNumber":14,"courtId":67,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":68,"language":25,"source":26,"sourceUrl":69,"summary":14,"slug":70,"metadata":71},"418","ECLI:NL:RBDHA:2026:18726",61,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Rotterdam\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.36068uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n\n [naam eiser] , eiser\n\nV-nummer: [V-nummer]\n\n(gemachtigde: mr. J.S. Dobosz),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, verweerder\n\n(gemachtigde: mr. C. van der Zijde).\n\nSamenvatting\n\n1. Deze uitspraak gaat over de maatregel van vreemdelingenbewaring die aan eiser is opgelegd. Deze maatregel is opgelegd op grond van artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vreemdelingenwet 2000. Eiser is het niet eens met die maatregel. Hij voert daartegen een beroepsgrond aan. Onder meer aan de hand van deze beroepsgrond beoordeelt de rechtbank de rechtmatigheid van die maatregel en de vraag of aan eiser een schadevergoeding moet worden toegekend.\n\n1.1.. De rechtbank komt in deze uitspraak tot het oordeel dat het beroep gegrond is. Het opleggen van de maatregel van vreemdelingenbewaring is onrechtmatig. De rechtbank kent daarom een schadevergoeding toe. Hieronder legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit heeft.\n\n1.2.. In deze uitspraak gebruikt de rechtbank de volgende afkortingen voor de wet- en regelgeving:\n\nAwb: Algemene wet bestuursrecht\n\nVw: Vreemdelingenwet 2000\n\nVb: Vreemdelingenbesluit 2000\n\nProcesverloop\n\n2. Met het bestreden besluit van 29 juni 2026 heeft verweerder aan eiser de maatregel van vreemdelingenbewaring opgelegd en de rechtbank daarvan in kennis gesteld.\n\n2.1.. Deze kennisgeving wordt gelijkgesteld met een door eiser ingesteld beroep. Het beroep wordt ook aangemerkt als een verzoek om schadevergoeding.\n\n2.2.. De rechtbank heeft het beroep op 7 juli 2026 op zitting behandeld. Hieraan hebben deelgenomen: eiser, de gemachtigde van eiser, K.A. Ozdzinska als tolk en de gemachtigde van verweerder.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\nToetsingskader\n\n3. Verweerder kan als het belang van de openbare orde of de nationale veiligheid dat vordert, de vreemdeling die geen rechtmatig verblijf heeft in vreemdelingenbewaring stellen.Verweerder stelt een vreemdeling slechts in vreemdelingenbewaring, voor zover geen minder dwingende maatregelen doeltreffend kunnen worden toegepast en de vreemdelingenbewaring blijft achterwege of wordt beëindigd, indien deze niet langer noodzakelijk is met het oog op het doel van de vreemdelingenbewaring.Deze vreemdeling kan in vreemdelingenbewaring worden gesteld op grond dat het belang van de openbare orde of nationale veiligheid zulks vordert, indien a) een onderduikrisico bestaat, of b) de vreemdeling de voorbereiding van het vertrek of de uitzettingsprocedure ontwijkt of belemmert.De maatregel kan alleen worden opgelegd wegens het bestaan van een onderduikrisico, indien ten minste twee van de gronden, genoemd in artikel 5.6, tweede lid, van het Vb zich voordoen.\n\nGronden\n\n4. Eiser heeft de gronden die aan de maatregel ten grondslag zijn gelegd niet bestreden. De gronden, die de ambtshalve toetsing van de rechtbank doorstaan, zijn tezamen voldoende om de maatregel van bewaring te kunnen dragen.\n\nRechtmatig verblijf\n\n5. Eiser heeft aangevoerd dat er sprake is van een rechtmatig verblijf van eiser in Nederland op grond van artikel 7 van de Richtlijn 2004\u002F38\u002FEG. Eiser is een maand voorafgaand aan de onderhavige zaak opgehouden op 3 juni 2026. Hij heeft ter onderbouwing het proces-verbaal van ophouding overgelegd. Op deze dag is onderzoek gedaan naar de arbeidssituatie van eiser. Gebleken is dat eiser arbeid verricht voor een Nederlands uitzendbureau en beschikte over een arbeidscontract. Eiser is vervolgens heengezonden wegens bestendig verblijf. Verweerder kon ten aanzien van de onderhavige maatregel van bewaring op 29 juni 2026 niet zonder meer terugvallen op het standpunt dat sprake is van voortgezet onrechtmatig verblijf. Dit is onverenigbaar met de bevinding op 3 juni 2026. De maatregel van bewaring is dan ook onvoldoende zorgvuldig voorbereid en onvoldoende gemotiveerd.\n\n5.1.. Verweerder heeft aan de maatregel ten grondslag gelegd dat eiser geen rechtmatig verblijf in Nederland heeft, nu zijn verblijfsrecht als Unieburger bij beschikking van 6 maart 2025 is beëindigd. De rechtbank stelt voorop dat de enkele omstandigheid dat het verblijfsrecht van een Unieburger eerder is beëindigd, niet zonder meer meebrengt dat deze op een later moment geen rechten meer aan het Unierecht kan ontlenen. Indien sprake is van gewijzigde feiten en omstandigheden dient verweerder de verblijfsrechtelijke positie van de betrokkene opnieuw te beoordelen alvorens tot het oordeel te komen dat hij geen rechtmatig verblijf heeft.\n\n5.2.. De rechtbank oordeelt als volgt. In de maatregel van bewaring is vermeld dat eiser heeft verklaard werkzaam te zijn voor een Nederlands uitzendbureau en dit ook heeft aangetoond, dat eiser werkzaam is in België waar hij ook wordt voorzien van woonruimte door de werkgever en dat hij in België mag verblijven. Naar het oordeel van de rechtbank vormen deze omstandigheden concrete aanwijzingen dat de feitelijke situatie van eiser sinds de beschikking van 6 maart 2025 is gewijzigd. Van verweerder mocht daarom worden verwacht dat hij kenbaar zou onderzoeken welke betekenis deze gewijzigde omstandigheden hebben voor de actuele verblijfsrechtelijke positie van eiser. Uit de maatregel van bewaring, het gehoor voorafgaand aan deze maatregel en de overige stukken in het dossier is niet gebleken dat een dergelijk onderzoek heeft plaatsgevonden. Daarbij betrekt de rechtbank dat uit het proces-verbaal van ophouding van eiser op 3 juni 2026 blijkt dat eiser is heengezonden, omdat sprake was van ‘mogelijk bestendig verblijf’. Uit het proces-verbaal van verhoor op die dag blijkt dat het werken voor een Nederlands uitzendbureau hier ook aan de orde is geweest. Vervolgens wordt nog geen maand later in de onderhavige maatregel van bewaring zonder kenbare motivering aangenomen dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft. Niet valt in te zien waarom verweerder er zonder nader onderzoek van uit heeft kunnen gaan dat eiser geen aan het Unierecht ontleend verblijfsrecht had. De motivering dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft, is onder deze omstandigheden onvoldoende draagkrachtig. Gelet hierop is de maatregel in strijd met artikel 3:2 en 3:46 van de Awb tot stand gekomen en is dan ook onrechtmatig. Deze beroepsgrond slaagt.\n\nConclusie en gevolgen\n\n6. Het beroep tegen de maatregel van vreemdelingenbewaring is gegrond. Deze maatregel is vanaf het moment van het opleggen daarvan onrechtmatig. De rechtbank beveelt de opheffing van deze maatregel met ingang van vandaag.\n\n6.1.. Op grond van artikel 106 van de Vw kan de rechtbank indien zij de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring beveelt aan eiser een schadevergoeding ten laste van de Staat toekennen. De rechtbank acht gronden aanwezig om een schadevergoeding toe te kennen voor 10 dagen onrechtmatige (tenuitvoerlegging van de) vreemdelingenbewaring ten bedrage van 0 x € 160,- (verblijf politiecel) en 10 x € 120,- (verblijf detentiecentrum) = € 1.200,-.\n\n6.2.. Eiser krijgt een vergoeding van zijn proceskosten. Verweerder moet deze vergoeding betalen. Deze vergoeding bedraagt € 1.868,- omdat de gemachtigde van eiser geacht wordt beroep te hebben ingesteld en aan de zitting heeft deelgenomen. Verder zijn er geen kosten gemaakt die vergoed kunnen worden.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- veroordeelt de Staat der Nederlanden tot het betalen van € 1.200,- aan schadevergoeding aan eiser, te betalen door de griffier en beveelt de tenuitvoerlegging van deze schadevergoeding;\n\n- beveelt de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring met ingang van vandaag;\n\n- veroordeelt verweerder tot betaling van € 1.868,- aan proceskosten aan eiser.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. S.N. Abdoelkadir, rechter, in aanwezigheid van mr. M. Stehouwer, griffier.\n\nUitgesproken in het openbaar en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over hoger beroep\n\nEen partij die het niet eens is met deze uitspraak, kan een hogerberoepschrift sturen naar de Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State waarin wordt uitgelegd waarom deze partij het niet eens is met de uitspraak. Het hogerberoepschrift moet worden ingediend binnen één week na de dag waarop deze uitspraak is verzonden of na de dag van plaatsing daarvan in het digitale dossier.\n\n Het beroep tegen een maatregel van bewaring wordt ook aangemerkt als een verzoek om toekenning van schadevergoeding. Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59c van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 5.5 van het Vb.\n\n Dit volgt uit artikel 5.6, eerste lid, van het Vb.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18726","ecli-nl-rbdha-2026-18726",{"courtName":72,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Rotterdam"]