[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"decision-ecli-de-neuris-jure249031653":3,"decision-more-ecli-de-neuris-jure249031653":18},{"id":4,"ecli":5,"caseNumber":6,"courtId":7,"courtName":8,"courtSlug":9,"decisionDate":10,"fullText":11,"language":12,"source":13,"sourceUrl":14,"summary":15,"slug":16,"metadata":17},"16545","ECLI:DE:NEURIS:JURE249031653","11 W (pat) 7\u002F23",42,"Bundespatentgericht","bundespatentgericht","2024-05-15T00:00:00.000Z","#  BPatG München, 15.05.2024, 11 W (pat) 7\u002F23 \n\n## Leitsatz\n\n***Exzenterspannvorrichtung** *\n\nDer Widerrufsgrund der widerrechtlichen Entnahme nach § 21 Abs. 1 Nr. 3 PatG setzt voraus, dass der wesentliche Inhalt des Patents ursächlich auf die Beschreibung, Zeichnungen, Gerätschaften usw. des anderen beruht. Zählte das Entnommene bereits zum Zeitpunkt der unbefugten Anmeldung des Patents objektiv zum Stand der Technik bzw. entsprach dieses offensichtlich fachmännischem Handeln, so fehlt es an dieser notwendigen Kausalität.\n\n## Tenor\n\n**In der Beschwerdesache**\n\n**…**\n\n**betreffend das Patent 10 2010 052 884**\n\nhat der 11. Senat (Technischer Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts am 15. Mai 2024 durch den Vorsitzenden Richter Dr.-Ing. Höchst und die Richter Dipl.-Ing. Univ. Rippel, Eisenrauch und Dr.-Ing. Dorfschmidt\n\nbeschlossen:\n\n1\\. Auf die Beschwerden wird der Beschluss der Patentabteilung 14 des Deutschen Patent- und Markenamt vom 11. September 2019 aufgehoben und das Patent wird mit folgenden Unterlagen beschränkt aufrechterhalten:\n\n\\- Patentansprüche 1 bis 8 gemäß dem in der mündlichen Verhandlung überreichten Hilfsantrag 4d;\n\n\\- Beschreibung: Seite 2 gemäß „Anlage BS1“ wie in der mündlichen Verhandlung überreicht, im Übrigen unverändert;\n\n\\- Zeichnungen gemäß Patentschrift.\n\n2\\. Im Übrigen werden die Beschwerden der Einsprechenden und die Beschwerde der Patentinhaberin zurückgewiesen.\n\n3\\. Die Rechtsbeschwerde wird zugelassen.\n\n## Gründe\n\n**I.**\n\n1\\. Auf die am 1. Dezember 2010 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereichte Patentanmeldung ist das Patent 10 2010 052 884 mit der Bezeichnung „Werkzeugaggregat mit Exzenterspannvorrichtung“ erteilt worden. Die Erteilung ist am 20. November 2014 im Patentblatt veröffentlicht worden. \n\n2\\. Gegen das Patent haben die beiden Einsprechenden form- und fristgerecht Einspruch erhoben und jeweils den Widerruf des Streitpatents in vollem Umfang beantragt. \n\n3\\. Die Einsprechenden stützen ihre Einsprüche auf den Widerrufsgrund des § 21 Abs. 1 Nr. 1 PatG (mangelnde Patenfähigkeit) und sie sind der Auffassung, dass der Gegenstand des Streitpatents, insbesondere wegen einer Vielzahl von behaupteten Vorbenutzungshandlungen nicht schutzfähig sei. \n\n4\\. Die Patentinhaberin ist den Ausführungen der Einsprechenden entgegengetreten und sie hat die Aufrechterhaltung des Patents, hilfsweise beschränkt nach einem der (damaligen) Hilfsanträge 1 bis 4 beantragt. \n\n5\\. Mit dem in der Anhörung vom 11. September 2019 verkündeten Beschluss hat die Patentabteilung 14 des Deutschen Patent- und Markenamts das Streitpatent mit den Patentansprüchen gemäß damaligen Hilfsantrag 4, eingegangen in der Anhörung am 11. September 2019 beschränkt aufrechterhalten. In dem Beschluss hat sie ausgeführt, dass der Gegenstand des Patentanspruch 1 gegenüber den behaupteten Vorbenutzungsgegenständen auf erfinderischer Tätigkeit beruhe. \n\n6\\. Gegen diesen Beschluss richten sich die Beschwerden der Patentinhaberin sowie die der beiden Einsprechenden. \n\n7\\. Die Einsprechenden beziehen sich dabei auf diverse Druckschriften sowie auf diverse behauptete Vorbenutzungsgegenstände betreffend das „Coromant CaptoTM“, wozu sie im Laufe des Verfahrens u. a. folgende Belege und Schriften eingereicht haben: \n\n8\\. E1 Katalog: \"Driven Precision Tools with Coromant CaptoTM\"; \n\n9\\. E2 Auszug aus einer Präsentation: „Coromant Capto - Angetriebene Werkzeuge“; S. 1, 7, 8,12; \n\n10\\. E3 Figur 3 der Druckschrift DE 10 2010 052 884 B4 in Farbe mit handschriftlichen Ergänzungen; \n\n11\\. E4 Technische Zeichnung 410 105 007 - 80; \n\n12\\. E5 E1 in Farbe; \n\n13\\. E6 Auszug aus Präsentation \"Coromant Capto Angetriebene Werkzeuge\"; S. 1, 7, 8,12 (entspricht E2; Bezugszeichen handschriftlich ergänzt); \n\n14\\. E7 … – WTO (O1A bis O1D); Angebot vom 15.10.2002, Bestellung vom 23.10.2002; Zeichnung 410 105 007 -80 vom 15.11.2002; Bestätigung vom 06.11.2002; \n\n15\\. E8 … – WTO (O2A bis O2E); Bestellung vom 09.06.2008 und handschriftlichen Änderungen vom 10.07.2008; Blatt mit Auszug mit Zeichnungen vom 08.06.2005 und einem Stempel vom 09.07.2008; Auftragsdeckblatt vom 10.06.; Rechnung vom 15.09.2008; Lieferscheine vom 11.9.2008 und 27.11.2008; \n\n16\\. E9 … – WTO (O3A bis O3E); Bestellung vom 19.03.2009; Auftragsdeckblatt vom 26.03.; Rechnung vom 15.05.2009; Lieferschein vom 14.05.2009; Auszug mit Zeichnungen vom 27.08.2008; \n\n17\\. E10 … (O4A bis O4G); Bestellung 03.04.2008; Auftragsbestätigung vom 09.04.2008; Lieferschein vom 27.05.2008 und 28.05.2008; Rechnung vom 28.05.2008; Zeichnung vom 23.10.2002; Sammelrechnung an … vom 30.05.2008; Auszug mit Zeichnungen vom 22.04.2008; \n\n18\\. E11 DE 102 41 860 A1; \n\n19\\. E12 DE 42 28 946 A1; \n\n20\\. E13 Folie: „Erfahrung und Innovationen“ (undatiert, Firma: … ); \n\n21\\. E14 Technische Zeichnung 410 104 009 - 40 vom 05.06.1992 (OVB I); \n\n22\\. E15 Technische Zeichnung 410 104 009 - 40 mit Bezugszeichen vom 05.06.1992 (OVB I); \n\n23\\. E16 Technische Zeichnung 410 104 143 - 40 vom 29.08.2008 (OVB II); \n\n24\\. E17 … - WTO GmbH (OVB II) Auftrag vom 17.03.2009; Auftragsbestätigung vom 18.03.2009; Lieferschein vom 25.03.2009; \n\n25\\. E18 Technische Zeichnung 410 104 033 - 40 vom 23.10.2002 (OVB III); \n\n26\\. E19 … - WTO GmbH (OVB III) Angebot vom 22.02.2006; Auftragsbestätigung vom 01.03.2006; Lieferschein vom 19.04.2006; Rechnung vom 19.04.2006; \n\n27\\. E20 Technische Zeichnung 410 105 058 - 60 vom 20.01.2010 (OVB IV); \n\n28\\. E21 DE 10 2008 038 927 B3; \n\n29\\. E22 DE 10 2006 026 261 B3; \n\n30\\. E23 DE 103 39 344 B3; \n\n31\\. E24 „Angetriebene Werkzeuge“ (Flyer, handschriftlicher Datumsvermerk: 20.12.99; im Schriftsatz vom 27.08.2019 angegebenes Druckdatum: April 1998); \n\n32\\. E25 „HIGHLIGHTS INNOVATION“ (Flyer, handschriftlicher Datumsvermerk: 20.12.99; im Schriftsatz vom 27.08.2019 angegebenes Druckdatum: April 1999); \n\n33\\. E26 „Live tools with Coromant Capto® clamping system C3 \u002F C4 \u002F C5\" (Flyer, im Schriftsatz vom 27.08.2019 angegebenes Druckdatum: September 2010); \n\n34\\. E27 Hub- und Hebeldiagramm, KB181 (undatiert); \n\n35\\. E28 Schnitte der in der Exzenterausnehmung angeordneten Exzenterwelle inklusive Spannkraftlage, KB181 (Skizze, undatiert); \n\n36\\. E29 Technische Zeichnung der … : 116EA00561L6, Axial-Bohr- und Fräskopf; Datum 16.01.2008; \n\n37\\. E30 „Eidesstattliche Versicherung“ von Herrn X… (Technischer Leiter bei Firma … ); \n\n38\\. E31 Verschwiegenheitsklauseln aus einem Arbeitsvertrag bei der Y … AG und aus den Arbeitsverträgen bei der Z … GmbH, undatiert); \n\n39\\. E32 Deutsche Gesetze betreffend Betriebsgeheimnisse (Auszüge aus Gabler Wirtschaftslexikon, BGB, UWG); \n\n40\\. E33 Auszug: Allgemeine Lieferbedingungen des Fachverbandes der Maschinen- und Stahlbauindustrie Österreichs (1. Jänner 2002); \n\n41\\. E34 „Act on the Protection of Trade Secrets“ vom 31. Mai 1990, Sweden. (engl. Maschinenübersetzung aus dem Schwedischen); \n\n42\\. E 35 Auszug aus \"Wikipedia\" zum Stichwort \"Gleichdick\"; \n\n43\\. E 36 JP 6-238539 – D3; \n\n44\\. E 36a englische Maschinenübersetzung der E36; \n\n45\\. E 37 EP 0 972 959 A1 – D4; \n\n46\\. E38 Firmenschrift, OV4H: Coromant Capto Tool System, Seiten 1 bis 16 und 58 bis 62 sowie die Rückseite (mit Aufdruck „91-01“ auf der Rückseite); \n\n47\\. E39 OV4I (Technische Zeichnung 5333 025\u002F02); \n\n48\\. E40 Anlage A11: Auszug aus dem Fachbuch „Werkzeugmaschinen Fertigungssysteme 1\" von Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Manfred Weck aus dem Jahr 1998; \n\n49\\. E40a Vereinbarung zwischen der … \n\n50\\. E40b Vereinbarung zwischen der … \n\n51\\. E41 Anlage AI2: Auszug aus dem Fachbuch „Dubbel Taschenbuch für den Maschinenbau\" 18\\. Auflage von W. Beitz und K.-H. Küttner aus dem Jahr 1995; \n\n52\\. E41A Gutachterliche Stellungnahme von X … vom 11.11.2023; \n\n53\\. E42 Anlage A13: Auszug aus dem Lexikon „Duden - Das Synonymwörterbuch\" aus dem Jahr 2010, 5. Auflage, Verlag Bibliographisches Institut GmbH; \n\n54\\. E43 „Eidesstattliche Versicherung“ von Herrn A … vom 13.11.2023; \n\n55\\. E43A „Eidesstattliche Versicherung“ von Herrn B … vom 05.12.23; \n\n56\\. E43B „Eidesstattliche Erklärung“ von Herrn C … vom 04.12.2023; \n\n57\\. E100 EP 0 294 348 B1; \n\n58\\. E101 Präsentation Fa. Berg auf Spindelforum 2009; \n\n59\\. E102 Agenda Spindelforum 2009; \n\n60\\. E103 Besprechungsprotokoll … vom 25. September 2009; \n\n61\\. E104 Anhang zum Besprechungsprotokoll E103; \n\n62\\. E106 \"Maintenance Handbook\", undatiert; \n\n63\\. E107 WTO 410104014-60: Technische Zeichnung und Stückliste; \n\n64\\. E116 \"E16 und E18\", ungeschwärzt; \n\n65\\. E117 \"PREVENTATIVE MAINTENANCE INSTRUCTIONS\" vom 29.03.2006; \n\n66\\. E118 Montage- und Betriebsanleitung der Firma … , datiert auf den 29.11.2000; \n\n67\\. E119 Verkaufszahlen von Spannsätzen der Firma … in den Jahren 2006 bis 2010; \n\n68\\. E120 Verkaufs- und Lieferbedingungen der Firma … , datiert auf den 04.05.2004; \n\n69\\. E121 OVB V: Auftrag, Lieferschein, Rechnung der Firma … , Rechnung datiert auf 23.07.2010; \n\n70\\. E122 OVB V: Auftrag, Lieferschein, Rechnung der Firma … , Rechnung datiert auf 12.07.2010; \n\n71\\. E123 OVB VI: Zusammenbauzeichnung, Stückliste, Auftragsbestätigung, Lieferscheine, Rechnungen datiert auf Oktober und November 2010, technische Zeichnung; \n\n72\\. E124 Auszug aus der 19. Auflage des \"Dubbel\", 1997; \n\n73\\. E125 OVB IV: Ergänzungen zur offenkundigen Vorbenutzung; \n\n74\\. E126 296 04 036 U1; \n\n75\\. E127 EP 2 036 636 A1; \n\n76\\. E150a: OVB VII Kolbus Unterlagen von Kolbus; \n\n77\\. E150b: OVB VII Kolbus Unterlagen von … ; \n\n78\\. E150c: OVB VII Kolbus Eidesstattliche Versicherung von D … ; \n\n79\\. E151: OVB XI Sandvik Tooling Deutschland; \n\n80\\. E152: OVB XII Sandvik Tooling Deutschland; \n\n81\\. E153: OVB XIII Sandvik Tooling France; \n\n82\\. E154: OVB XIV Sandvik Tooling France; \n\n83\\. E155: OVB VIII Sandvik Italia; \n\n84\\. E156: OVB XV ALBA precision; \n\n85\\. E157: OVB XVI UTF; \n\n86\\. E158: OVB XXI Sandvik Tooling Deutschland; \n\n87\\. E159: OVB XVII … ; \n\n88\\. E160: OVB XVIII Sandvik; \n\n89\\. E161: OVB IX … ; \n\n90\\. E162: OVB XIX … ; \n\n91\\. E163: OVB XXII RZ Zerspanungstechnik; \n\n92\\. E164: OVB XX MICRON; \n\n93\\. E165: OVB XXV PRECITOOL-Lundwalls \n\n94\\. E166: OVB X … ; \n\n95\\. E167: OVB XXIII Sandvik Tooling France; \n\n96\\. E168: OVB XXIV Sandvik Tooling France; \n\n97\\. E169a Werkzeughalter 343-830820N1802 zur OVB XXVI; \n\n98\\. E169b Werkzeughalter 410104027-68 zur OVB XXVI; \n\n99\\. E1007: O1 Linde; \n\n100\\. E1008: O2 Daimler; \n\n101\\. E1009a: O3 Weisser; \n\n102\\. E1009b: O3 Weisser; \n\n103\\. E1009c: O3 Weisser; \n\n104\\. E1009d: O3 Weisser; \n\n105\\. E1009e: O3 Weisser; \n\n106\\. E1009f: O3 Weisser; \n\n107\\. E1010a: O4 Elbe; \n\n108\\. E1010b: O4 Elbe; \n\n109\\. E1014: OVB I 1992(≈ E14); \n\n110\\. E1016: OVB II Sandvik Coromant Sverige(≈ E16, E17); \n\n111\\. E1018a: OVB III … (≈ E18, E19); \n\n112\\. E1018b: OVB III … (≈ E18, E19); \n\n113\\. E1018c: OVB III … (≈ E18, E19); \n\n114\\. E1020: OVB IV Sandvik Benelux Sandvik Italia (≈ E20, E125); \n\n115\\. E1123: OVB VI … ; \n\n116\\. E1165: OVB XXV PRECITOOL Lundwalls; \n\n117\\. E2200 Übersicht über die Vorbenutzungen: \n\n118\\. E2201 JPH05285766A; \n\n119\\. E2201U Maschinenübersetzung der Beschreibung der E2201; \n\n120\\. E2202 SE506053C2; \n\n121\\. E2202U Maschinenübersetzung der Beschreibung der E2202; \n\n122\\. F1: Auszug aus Fachbuch: Koordinatenmesstechnik, Technologie und Anwendung, Neumann, Hans Joachim, ISBN 3-478-93041-3; 1992; \n\n123\\. F2: Auszug aus Fachbuch: Koordinatenmesstechnik im industriellen Einsatz, Neumann, Hans Joachim, ISBN 3-478-93212-2; 2000; \n\n124\\. F3: Auszug aus Fachbuch: Multisensor-Koordinatenmesstechnik, Christoph, Ralf und Neumann, Hans Joachim, ISBN 978-3-86236-124-3; 2019. \n\n125\\. Die Unterlagen zu den geltend gemachten Vorbenutzungen befinden sich in folgenden Anlagen (Benennung): \n\n126\\. O1, O2, O3 (E7, E8, E9, E1009a), O3 (E9, E1009b), O3 (E9, E1009c), O3 (E9, E1009d), O3 (E9, E1009e), O3 (E9, E1009f), \n\n127\\. O4 (E10, E1010a-b), OVB II (E16, E17, E1016), OVB III (E18, E19, E1018a-c), OVB IV (E20, E125, E1020), OVB VI (E123, E1123), OVB VII (E150a-c), OVB VIII (E155), OVB XI (E151), OVB XIII (E153), OVB XIV (E154), OVB XXI (E158), OVB XXIII (E 167), OVB XXIV (E168) und OVB XXV (E165, E1165). \n\n128\\. Besonders geheimhaltungsbedürftig scheinen die technischen Merkmale der … \n\n129\\. Die Einsprechende 1 hat in der mündlichen Verhandlung als Beleg für die Vorbenutzung OVB XXVI (E169a, E169b) als Objekt zur Augenscheinnahme die Exzenterwelle 5333 026-02 des Werkzeughalters 410104027-68 mit der Seriennummer K09-02903-4.3 vorgelegt und vorgetragen, dass dieser im April 2010 ausgeliefert worden sei. \n\n130\\. Die Einsprechende 2 hat in der Beschwerde mit Schriftsatz vom 23. November 2023 zusätzlich den Widerrufsgrund des § 21 Abs. 1 Nr. 3 PatG (widerrechtlichen Entnahme) geltend gemacht. Sie hat im Wesentlichen vorgetragen, dass mit Blick auf die zahlreichen Hilfsanträge, die die Patentinhaberin im Lauf des Verfahrens vorgelegt habe, das Nachschieben dieses Widerrufsgrunds notwendig geworden sei. Die widerrechtliche Entnahme betreffe die Werkzeuge nach den Vorbenutzungen OVB I bis OVB IV (Anlagen E14, E16 bis E20 und E125 bzw. E1014, E1016, E1018a-c und E1020), die allesamt Entwicklungen der Firma … seien. Ein entsprechender Werkzeughalter sei vor dem Anmeldetag des Streitpatents insgesamt 98-mal an die Patentinhaberin geliefert worden, wodurch diese in den Erfindungsbesitz gelangt sei. Die für diesen Widerrufsgrund nach § 59 Abs. 1 Satz 1 PatG notwendige Einspruchsbefugnis der Einsprechenden 2 ergebe sich vorliegend aus dem Umstand, dass sowohl die Firma … als auch die Einsprechende 2 Konzernunternehmen der … Gruppe seien und die Einsprechende 2 innerhalb des Konzerns für die Bearbeitung jeglicher IP betreffende Angelegenheiten zuständig sei. \n\n131\\. Die Einsprechende 1 und die Einsprechende 2 haben jeweils den Antrag gestellt, \n\n132\\. den Beschluss der Patentabteilung 14 des Deutschen Patent- und Markenamt vom 11. September 2019 aufzuheben und das Patent in vollem Umfang zu widerrufen. \n\n133\\. Die Patentinhaberin hat den Antrag gestellt, \n\n134\\. den Beschluss der Patentabteilung 14 des Deutschen Patent- und Markenamt vom 11. September 2019 aufzuheben und das Patent in vollem Umfang aufrechtzuerhalten. \n\n135\\. Hilfsweise hat sie die geschlossenen Anträge gestellt, unter Aufhebung des angefochtenen Beschlusses das Patent jeweils mit den Zeichnungen aus der Patentschrift sowie den Patentansprüchen in der Reihenfolge folgender Hilfsanträge 4a bis 4d jeweils auch mit einer neuen Seite 2 der im Übrigen unveränderten Beschreibung (hinsichtlich der Hilfsanträge 4a bis 4c Anlage BS1 aus dem Schriftsatz vom 26.04.2024, hinsichtlich Hilfsantrag 4d Seite „Anlage BS1“, wie in der mündlichen Verhandlung überreicht) - beschränkt aufrechtzuerhalten: \n\n136\\. Hilfsantrag 4a: Patentansprüche 1 bis 9; \n\n137\\. Hilfsantrag 4b: Patentansprüche 1 bis 9; \n\n138\\. Hilfsantrag 4c: Patentansprüche 1 bis 9; \n\n139\\. Hilfsantrag 4d: Patentansprüche 1 bis 8. \n\n140\\. Sie hält die Gegenstände des Hauptantrags bzw. der Hilfsanträge für patentfähig. \n\n141\\. Der geltende Patentanspruch 1 gemäß Hauptantrag der Patentinhaberin (also in der erteilten Fassung) lautet - mit einer vom Senat ergänzten Merkmalsgliederung - wie folgt: \n\n142\\. M1 Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse (10) angeordneten antreibbaren Spindel (80), \n\n143\\. M2 wobei die Spindel (80) eine Werkzeugaufnahme (91) mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung (150) aufweist und \n\n144\\. M3 wobei die Exzenterspannvorrichtung (150) eine Exzenterwelle (151) hat, die an mindestens einem Ende einen Betätigungsadapter (152) trägt, \n\n145\\. dadurch gekennzeichnet, dass \n\n146\\. M4.1 im Gehäuse (10) eine Betätigungsbaugruppe (40) \n\n147\\. M4.2 mit mindestens einem Halteelement (41), \n\n148\\. M4.3 mindestens einem Betätigungselement (51) \n\n149\\. M4.4 und mindestens einer Rückholfeder (78) angeordnet ist, \n\n150\\. M5 dass das Betätigungselement (51) im Gehäuse (10) und\u002Foder im Halteelement (41) schwenk- und längsverschiebbar gelagert ist, \n\n151\\. M6 dass die Schwenkachse (75) der Exzenterwelle (151) zumindest annähernd in einer Ebene (29) liegt, in der auch die Mittellinie (59) des Betätigungselements (51) liegt und \n\n152\\. M7 dass das Betätigungselement (51) eine im Gehäuseinneren (26) gelegene Stirnstruktur (66) hat, die - bei stehender Spindel (80) - zum Ankuppeln an den Betätigungsadapter (152) geeignet ist. \n\n153\\. Hinsichtlich des Wortlauts der abhängigen Ansprüche des Hauptantrags wird auf den Akteninhalt verwiesen. \n\n154\\. Der geltende Patentanspruch 9 gemäß Hilfsantrag 4c lautet unter Beibehaltung der bisherigen und im Verfahren zuletzt verwendeten Merkmalsgliederung (Änderungen gegenüber Patentanspruch 1 der erteilten Fassung gekennzeichnet) wie folgt: \n\n155\\. M1 Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse (10) angeordneten antreibbaren Spindel (80), \n\n156\\. M2 wobei die Spindel (80) eine Werkzeugaufnahme (91) mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung (150) aufweist und \n\n157\\. M3 wobei die Exzenterspannvorrichtung (150) eine Exzenterwelle (151) hat, die an mindestens einem Ende einen Betätigungsadapter (152) trägt, \n\n158\\. dadurch gekennzeichnet, dass \n\n159\\. M4.1 **wobei** im Gehäuse (10) eine Betätigungsbaugruppe (40) \n\n160\\. M4.2 mit mindestens einem Halteelement (41), \n\n161\\. M4.3 mindestens einem Betätigungselement (51) \n\n162\\. M4.4 und mindestens einer Rückholfeder (78) angeordnet ist, \n\n163\\. M7 **wobei** dass das Betätigungselement (51) eine im Gehäuseinneren (26) gelegene Stirnstruktur (66) hat, die - bei stehender Spindel (80) - zum Ankuppeln an den Betätigungsadapter (152) geeignet ist. \n\n164\\. **dadurch gekennzeichnet,**\n\n165\\. M5 dass das Betätigungselement (51) im Gehäuse (10) und\u002Foder im Halteelement (41) schwenk- und längsverschiebbar gelagert ist, \n\n166\\. M6 dass die Schwenkachse (75) der Exzenterwelle (151) zumindest annähernd in einer Ebene (29) liegt, in der auch die Mittellinie (59) des Betätigungselements (51) liegt und \n\n167\\. **9a** **dass ein Exzenterabschnitt (161) der Exzenterwelle (151) als unregelmäßiges Gleichdick ausgebildet ist, und**\n\n168\\. **9e dass die Exzenterwelle (151) in jeder Winkelstellung mit wenig Spiel zwischen einander gegenüberliegenden Wandungen (125) einer Exzenterausnehmung (124) eines Spannbolzens (121) der Exzenterspannvorrichtung (150) passt,**\n\n169\\. **9b dass ein Exzenterabschnitt (161) der Exzenterwelle (151) aktive Exzenterzentren (163, 165, 167) mit unterschiedlichen Exzentrizitäten und Krümmungen (164, 166, 168) hat.**\n\n170\\. Der geltende Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 4d lautet unter Beibehaltung der bisherigen und im Verfahren zuletzt verwendeten Merkmalsgliederung (Änderungen gegenüber Patentanspruch 1 der erteilten Fassung gekennzeichnet) wie folgt: \n\n171\\. M1 Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse (10) angeordneten antreibbaren Spindel (80), \n\n172\\. M2 wobei die Spindel (80) eine Werkzeugaufnahme (91) mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung (150) aufweist, \n\n173\\. M3 wobei die Exzenterspannvorrichtung (150) eine Exzenterwelle (151) hat, die an mindestens einem Ende einen Betätigungsadapter (152) trägt, \n\n174\\. dadurch gekennzeichnet, dass \n\n175\\. **1a wobei zum Spannen eines Werkzeugs in der Werkzeugaufnahme (91) in der Spindel (80) eine Segmentspannzange (120) angeordnet ist, die mit der Exzenterspannvorrichtung (150) in einer Wirkverbindung steht;**\n\n176\\. M4.1 **wobei** im Gehäuse (10) eine Betätigungsbaugruppe (40) \n\n177\\. M4.2 mit mindestens einem Halteelement (41), \n\n178\\. M4.3 mindestens einem Betätigungselement (51) \n\n179\\. M4.4 und mindestens einer Rückholfeder (78) angeordnet ist, \n\n180\\. M7 **wobei** dass das Betätigungselement (51) eine im Gehäuseinneren (26) gelegene Stirnstruktur (66) hat, die - bei stehender Spindel (80) - zum Ankuppeln an den Betätigungsadapter (152) geeignet ist. \n\n181\\. **dadurch gekennzeichnet,**\n\n182\\. M5 dass das Betätigungselement (51) im Gehäuse (10) und\u002Foder im Halteelement (41) schwenk- und längsverschiebbar gelagert ist, \n\n183\\. **1b um die Exzenterwelle (151) zwischen zwei festgelegten Positionen zwischen Lösen und Klemmen zu bewegen,**\n\n184\\. M6 dass die Schwenkachse (75) der Exzenterwelle (151) zumindest annähernd in einer Ebene (29) liegt, in der auch die Mittellinie (59) des Betätigungselements (51) liegt, \n\n185\\. **1c dass in der Segmentspannzange (120) eine definierbare Elastizität eingebaut ist,**\n\n186\\. **1d dass dazu in einem Spannbolzen (121) der Segmentspannzange eine parallel zu einer Exzenterausnehmung (124) orientierte Ausnehmung (126) unterhalb der Wandung (125) der Exzenterausnehmung (124) eingearbeitet ist, so dass sich zwischen der Exzenterausnehmung (124) und der Ausnehmung (126) ein elastischer Steg (127) befindet.**\n\n187\\. Der nebengeordnete Patentanspruch 7 gemäß Hilfsantrag 4d lautet unter Beibehaltung der bisherigen und im Verfahren zuletzt verwendeten Merkmalsgliederung (Änderungen gegenüber Patentanspruch 1 der erteilten Fassung gekennzeichnet) wie folgt: \n\n188\\. M1 Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse (10) angeordneten antreibbaren Spindel (80), \n\n189\\. M2 wobei die Spindel (80) eine Werkzeugaufnahme (91) mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung (150) aufweist und \n\n190\\. M3 wobei die Exzenterspannvorrichtung (150) eine Exzenterwelle (151) hat, die an mindestens einem Ende einen Betätigungsadapter (152) trägt, \n\n191\\. dadurch gekennzeichnet, dass \n\n192\\. M4.1 **wobei** im Gehäuse (10) eine Betätigungsbaugruppe (40) \n\n193\\. M4.2 mit mindestens einem Halteelement (41), \n\n194\\. M4.3 mindestens einem Betätigungselement (51) \n\n195\\. M4.4 und mindestens einer Rückholfeder (78) angeordnet ist, \n\n196\\. M7 **wobei** dass das Betätigungselement (51) eine im Gehäuseinneren (26) gelegene Stirnstruktur (66) hat, die - bei stehender Spindel (80) - zum Ankuppeln an den Betätigungsadapter (152) geeignet ist, und \n\n197\\. **7b wobei das Halteelement (41) in einer Querbohrung (23) des Gehäuses (10) angeordnet ist,**\n\n198\\. **dadurch gekennzeichnet,**\n\n199\\. M5 dass das Betätigungselement (51) im Gehäuse (10) und\u002Foder im Halteelement (41) schwenk- und längsverschiebbar gelagert ist, \n\n200\\. M6 dass die Schwenkachse (75) der Exzenterwelle (151) zumindest annähernd in einer Ebene (29) liegt, in der auch die Mittellinie (59) des Betätigungselements (51) liegt, \n\n201\\. **7c, 7h dass die Betätigungsbaugruppe (40) durch Entfernen von Schrauben (48) aus dem Gehäuse (10) ausbaubar ist,**\n\n202\\. **7d dass ein Durchmesser der Querbohrung (23) größer ist als der maximale Außendurchmesser der Exzenterwelle (151),**\n\n203\\. **7e\u002Ff dass die Exzenterwelle (151) bei montierter Spindel (80) aus der Exzenterausnehmung (124) und durch die Querbohrung (23) hindurch aus dem Gehäuse (10) entnehmbar ist,**\n\n204\\. **7g dass der Betätigungsadapter (152) ein Auszugsgewinde (156) für eine einschraubbare Schraube aufweist, um mit dessen Hilfe die Exzenterwelle (151) aus der Exzenterausnehmung (124) und durch die Querbohrung (23) hindurch aus dem Gehäuse (10) entnehmen zu können,**\n\n205\\. **7i dass eine Stirnfläche eines zylindrischen Festlagerabschnitts (171) der Exzenterwelle (151) eine Gewindebohrung (173) trägt, über die mittels einer Senkschraube (176) eine Positionierscheibe (174) an der Exzenterwelle (151) angeschraubt ist, und**\n\n206\\. **7j dass der Festlagerabschnitt (171) der Exzenterwelle (151) vor der Querbohrung (23) positionierbar ist, so dass die Positionierscheibe (174) von der Exzenterwelle (151) gelöst und mit der Senkschraube (176) aus dem Gehäuse (10) entnehmbar ist.**\n\n207\\. Der geltende Patentanspruch 8 gemäß Hilfsantrag 4d lautet unter Beibehaltung der bisherigen und im Verfahren zuletzt verwendeten Merkmalsgliederung (Änderungen gegenüber Patentanspruch 1 der erteilten Fassung gekennzeichnet) wie folgt: \n\n208\\. M1 Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse (10) angeordneten antreibbaren Spindel (80), \n\n209\\. M2 wobei die Spindel (80) eine Werkzeugaufnahme (91) mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung (150) aufweist und \n\n210\\. M3 wobei die Exzenterspannvorrichtung (150) eine Exzenterwelle (151) hat, die an mindestens einem Ende einen Betätigungsadapter (152) trägt, \n\n211\\. dadurch gekennzeichnet, dass \n\n212\\. M4.1 **wobei** im Gehäuse (10) eine Betätigungsbaugruppe (40) \n\n213\\. M4.2 mit mindestens einem Halteelement (41), \n\n214\\. M4.3 mindestens einem Betätigungselement (51) \n\n215\\. M4.4 und mindestens einer Rückholfeder (78) angeordnet ist, \n\n216\\. M7 **wobei** dass das Betätigungselement (51) eine im Gehäuseinneren (26) gelegene Stirnstruktur (66) hat, die - bei stehender Spindel (80) - zum Ankuppeln an den Betätigungsadapter (152) geeignet ist, \n\n217\\. **dadurch gekennzeichnet,**\n\n218\\. M5 dass das Betätigungselement (51) im Gehäuse (10) und\u002Foder im Halteelement (41) schwenk- und längsverschiebbar gelagert ist, \n\n219\\. M6 dass die Schwenkachse (75) der Exzenterwelle (151) zumindest annähernd in einer Ebene (29) liegt, in der auch die Mittellinie (59) des Betätigungselements (51) liegt, und \n\n220\\. **8a dass ein Schwenkwinkel des Betätigungselements (51) durch einen Anschlagstift (72) und eine am Haltelement (41) angeformte Anschlagschürze (45) beschränkt ist.**\n\n221\\. Hinsichtlich des Wortlauts der weiteren unabhängigen oder abhängigen Ansprüche der einzelnen Hilfsanträge sowie des weiteren Vortrags der Beteiligten wird auf den Akteninhalt verwiesen. **II.**\n\n222\\. Sämtliche Beschwerden sind form- und fristgerecht erhoben und zulässig, jedoch in der Sache jeweils nur teilweise erfolgreich, da zwar die Gegenstände der geltenden Patentansprüche gemäß dem Hauptantrag der Patentinhaberin, also in der erteilten Fassung, nicht patentfähig sind, jedoch in der Fassung gemäß Hilfsantrag 4d Bestand haben. \n\n223\\. **1.** Der Patentgegenstand betrifft nach Absatz [0001] der Streitpatentschrift ein Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse angeordneten antreibbaren Spindel, wobei die Spindel eine Werkzeugaufnahme mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung aufweist und wobei die Exzenterspannvorrichtung eine Exzenterwelle hat, die an mindestens einem Ende einen Betätigungsadapter trägt. Zum Spannen von Hohlschaft-Kegelwerkzeugen seien nach den Ausführungen in Absatz [0002] der Streitpatentschrift Exzenterspanner bekannt, die quer in einer rotierenden Spindel angeordnet seien, um mittels eines Spannbolzens das von der Spindel aufzunehmende Werkzeug in eine entsprechende Werkzeugausnehmung einziehen zu können. Zur Vergrößerung der Exzenterspannkraft wirke der Exzenter des Exzenterspanners über einen Kniehebel auf den Spannbolzen. \n\n224\\. Gemäß den Ausführungen in Absatz [0003] liege dem Streitpatent die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeugaggregat zu entwickeln, das eine Spindel mit einer über eine Exzenterklemmung betätigbaren Werkzeugaufnahme hat, wobei sich die Vorrichtung zur Werkzeugklemmung durch eine einfache und sichere Handhabung bei einer hohen Wiederholgenauigkeit bezüglich der Werkzeugpositionierung auszeichne. \n\n225\\. **2.** Als Fachmann wird vorliegend ein Diplom-Ingenieur (FH) der Fachrichtung Maschinenbau oder entsprechender Ausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung auf dem Gebiet der Entwicklung und Konstruktion von Werkzeugaggregaten angesehen. \n\n226\\. **3.** Einige Merkmale bedürfen einer Auslegung. \n\n227\\. **3.1** Die Merkmale M1 bis M4 sowie M6 und M7 des Patentanspruchs 1 gemäß Hauptantrag sind weitgehend selbsterklärend und bedürfen keiner weiteren Auslegung. \n\n228\\. Nach Merkmal M5 des Patentanspruchs 1 gemäß Hauptantrag ist das Betätigungselement im Gehäuse und\u002Foder im Halteelement schwenk- und längsverschiebbar gelagert. Schwenkbar bedeutet im streitpatentgemäßen Sinn, dass sich etwas um eine Achse drehen lässt und zwar um einen endlichen Betrag kleiner 360°. \n\n229\\. **3.2** Der geltende Patentanspruch 9 gemäß Hilfsantrag 4c enthält gegenüber dem Patentanspruch 1 gemäß Hauptantrag die neuen Merkmale 9a, 9b und 9e. \n\n230\\. Nach Merkmal 9a ist ein Exzenterabschnitt (161) der Exzenterwelle (151) als unregelmäßiges Gleichdick ausgebildet. Nach den Ausführungen in Absatz [0043] der Patentschrift ist der Exzenterabschnitt ein Längenabschnitt des Spannbolzens der den Exzenter in Form des unregelmäßigen Gleichdicks aufweist. \n\n231\\. In der Patentschrift werden die Begriffe Gleichdick bzw. insbesondere unregelmäßiges Gleichdick nicht näher erläutert. Im technischen allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Gleichdick bekanntlich (vgl. Anlage E35) ein Körper der überall gleich dick ist und somit überall die gleiche Breite besitzt. Ein Gleichdick muss nicht symmetrisch sein, weist aber stets eine konvexe Form auf. \n\n232\\. Das einfachste (triviale) Beispiel für ein räumliches Gleichdick ist ein Kreiszylinder, also eine zylindrische Walze, die zweifellos ein regelmäßiges Gleichdick bildet, weil es in jeder Lage punktsymmetrisch zum Mittelpunkt der Walze ist. Demgegenüber weisen unregelmäßige Gleichdicke – wie der Begriff „unregelmäßig“ belegt - Unregelmäßigkeiten auf, worunter - mangels Erläuterungen im Streitpatent - offensichtlich alle Abweichungen von der Form des zweifellos regelmäßigen, gleichdicken Körpers in Form der Walze zu verstehen sind. Ergänzend ist anzumerken, dass in der realen Welt der Technik schon deshalb kein Gleichdick in diesem theoretischen Sinn existieren kann, weil jeder Herstellungsprozess immanent mit Toleranzen behaftet ist, die dazu führen, dass kein Körper in allen Drehlagen gleichdick ist. Demnach ist der Begriff „Gleichdick“ immer im Rahmen von zulässigen Toleranzen auszulegen. Beim Streitpatent werden beispielsweise im Absatz [0044] bis [0046] Maße für den Radius der Exzenterkrümmung oder Exzentrizitäten im 1\u002F10 mm Bereich angegeben, so dass entsprechende Toleranzen auch für die Begriffsdefinition eines Gleichdicks gelten dürften. \n\n233\\. Nach Merkmal 9e soll die als unregelmäßiges Gleichdick ausgebildete Exzenterwelle in jeder Winkelstellung mit wenig Spiel zwischen einander gegenüberliegenden Wandungen einer Exzenterausnehmung eines Spannbolzens der Exzenterspannvorrichtung passen. \n\n234\\. Nach Merkmal 9b soll ein Exzenterabschnitt der Exzenterwelle aktive Exzenterzentren (163, 165, 167) mit unterschiedlichen Exzentrizitäten und Krümmungen aufweisen. Wie die Figuren 8 bis 11 der Streitpatentschrift zeigen, sind unter den Exzenterzentren die Mittelpunkte (163, 165, 167) der Kreisradien zu verstehen, die beim Spannen des Exzenters in den unterschiedlichen Winkelstellungen die gegenüberliegenden Wandungen (125) des Spannbolzens berühren. \n\n235\\. **3.3** Die in die Patentansprüche 1, 7 und 8 eingefügten Merkmale des Hilfsantrag 4d sind weitgehend selbsterklärend und bedürfen keiner weiteren Auslegung. \n\n236\\. Lediglich Merkmal 1c, wonach in der Segmentspannzange eine definierbare Elastizität eingebaut ist, mag für sich gesehen weit sein, wird aber durch Merkmal 1d erläuternd ergänzt, wonach dazu in einem Spannbolzen der Segmentspannzange eine parallel zu einer Exzenterausnehmung orientierte Ausnehmung unterhalb der Wandung der Exzenterausnehmung eingearbeitet ist, so dass sich zwischen der Exzenterausnehmung und der Ausnehmung ein elastischer Steg befindet. Durch diesen elastischen Steg wird somit eine gewisse Elastizität in der Segmentspannzange erreicht, die beispielsweise von der Wandstärke des elastischen Stegs abhängt. Wie hierzu der Absatz [0073] im vorletzten Satz unmissverständlich festlegt, ist der Begriff „definierbar“ im Verständnis des Streitpatents auf die Herstellung der Ausnehmung bezogen, bei der beispielsweise die Wandstärke des Federstegs so festgelegt wird, dass eine gewünschte Federrate für die Elastizität erzielt wird. Somit ist die Federrate bei der Herstellung des Spannbolzens zwar definiert einstellbar, jedoch bleibt sie nach der Herstellung der Ausnehmung festgelegt. \n\n237\\. Die in den Patentanspruch 7 eingefügten Merkmale 7b bis 7j sind weitgehend selbsterklärend und bedürfen keiner weiteren Auslegung. \n\n238\\. Das in den Patentanspruch 8 eingefügte Merkmale 8a zielt im Wesentlichen auf die konstruktive Lösung bezüglich des Betätigungselements 51. \n\n239\\. Wie die Ausschnitte der Figuren 4 und 12 des Streitpatents zeigen, liegt im montierten Zustand der Anschlagstift 72 an der unteren Fläche 44 des Halteelements 41 an. Dadurch verhindert er einerseits das Herausfallen des Betätigungselements 51 aus dem Halteelement 41 und begrenzt andererseits den Schwenkwinkel des Betätigungselements 51 gegenüber dem Halteelement 41, indem der Anschlagstift 72 an der Anschlagschürze 45 bezüglich zweier Schwenkpositionen anschlägt und folglich dessen in den beiden Endpositionen formschlüssig am Halteelement 41 entsprechend Merkmal 8a anliegt, so dass ein Schwenkwinkel des Betätigungselements 51 durch den Anschlagstift 72 und die am Haltelement 41 angeformte Anschlagschürze 45 begrenzt ist. \n\n240\\. **4\\. Zum Patentanspruch 1 gemäß Hauptantrag**\n\n241\\. **4.1** Der unbestritten gewerblich anwendbare Gegenstand des geltenden Patentanspruchs 1 gemäß Hauptantrag der Patentinhaberin ist gegenüber dem aus der Druckschrift E36 bekannten Werkzeugaggregat nicht neu im Sinne der §§ 1, 3 PatG.Die E36 bzw. deren englische Maschinenübersetzung der WIPO D36a offenbart diverse Werkzeugaggregate mit Exzenterspanneinrichtungen, die in automatischen NC-Werkzeugmaschinen Verwendung finden, um Werkzeuge hochpräzise zu spannen und zu positionieren. Das bekannte Werkzeugaggregat mit seiner Exzenterspanneinrichtung ist sowohl für stehende Werkzeuge gemäß Figur 2 als auch für drehende Werkzeuge (rotary tool [0020]) gemäß Figur 4 vorgesehen, wobei die Exzenterspanneinrichtungen gemäß Absatz [0020] jeweils baugleich ausgeführt sind. Das bekannte Werkzeugaggregat für drehende Werkzeuge gemäß Figur 4 weist eine in einem Gehäuse 9B angeordnete antreibbare Spindel (spindle 21) auf. Die Spindel hat eine Werkzeugaufnahme mit einer integrierten Spannvorrichtung 10, 11, 13 [M2], wobei die Spannvorrichtung nach den Ausführungen in den Absätzen [0017] bis [0021] der D36a mit Exzenter („cam\") als Exzenterspannvorrichtung mit Exzenterwelle cam shaft 11 ausgebildet ist. Die Exzenterwelle (cam shaft 11) ist zwischen einander gegenüberliegenden Wandungen einer Exzenterausnehmung eines Spannbolzens (draw bar 10) angeordnet, um mittels einer am werkzeugseitigen Ende des Spannbolzens angeordnete Segmentspannzange 12 ein Werkzeug zu spannen bzw. entspannen. \n\n242\\. Die Exzenterwelle (cam shaft 11) trägt an einem Ende einen Betätigungsadapter (hexagonal hole 11b), so dass Merkmal M3 verwirklicht ist. \n\n243\\. Im Gehäuse des bekannten Werkzeugaggregats ist eine Betätigungsbaugruppe (auxiliary driver 23, 23a, 23b) mit einem Halteelement und einem Betätigungselement (auxiliary driver 23) angeordnet ist [M4.1, M4.2, M4.3], wobei das Betätigungselement im Gehäuse und\u002Foder im Halteelement nach den Ausführungen in Absatz [0021] schwenk- und längsverschiebbar (rotably and movably) gelagert ist. Nicht überzeugen kann diesbezüglich der Einwand der Patentinhaberin, dass die E36a lediglich eine drehbares (rotably) Betätigungselement aufweist, weil ein drehbares Betätigungselement – wie bereits die Patentabteilung völlig zutreffend festgestellt hat - zwangsläufig auch schwenkbar ist. Auch eine Rückholfeder (Merkmal M4.4) ist gemäß den Ausführungen in Absatz [0021] auf Seite 5 vorhanden („… spring [not shown] for returning the auxiliary driver …“). Wie aus Figur 4 unmittelbar und eindeutig ersichtlich ist, liegt die Dreh- bzw. Schwenkachse der Exzenterwelle zumindest annähernd in einer Ebene, in der auch die Mittellinie des Betätigungselements liegt [M6]. Damit das Betätigungselement bei selbstverständlich stehender Spindel zum Ankuppeln an den Betätigungsadapter 11b geeignet ist, weist es eine passende im Gehäuseinneren gelegene Stirnstruktur in Form des hexagonal wrench part 23b auf [M7]. \n\n244\\. Somit sind alle Merkmale des Patentanspruchs 1 gemäß Hauptantrag aus der Druckschrift E36\u002FE36a vorbekannt, so dass dieser Streitpatentgegenstand nicht neu ist gegenüber der E36\u002FE36a. \n\n245\\. **4.2.** Gemäß dem hier gestellten Hauptantrag kommt es nicht darauf an, ob ein anderer selbständiger Patentanspruch des Antragsetwas Schutzfähiges enthält (BGH, GRUR 2017, 57 ff. - „Datengenerator“).; grundsätzlich hindert ein einzelner nicht rechtsbeständiger, selbständiger Patentanspruch eines Anspruchssatzes die antragsgemäße Aufrechterhaltung eines Patents (BGH, GRUR 2007, 862 ff. - „Informationsübermittlungsverfahren II“). \n\n246\\. **5\\. Zu den Patentansprüchen der Hilfsanträge 4a bis 4c**\n\n247\\. **5.1. Zur Zulässigkeit der geltenden Anspruchsfassung**\n\n248\\. Die Einsprechenden sind zwar der Überzeugung, dass die eingefügten Merkmale nicht ursprünglich sowie nicht erfindungswesentlich offenbart seien und dass durch das Einfügen dieser Merkmale der Schutzbereich erweitert werde und ein Aliud entstehe; letztlich kann aber dahingestellt bleiben, ob die Merkmale der geltenden Patentansprüche der Hilfsanträge 4a bis 4c zulässig sind, insbesondere entsprechend dem Vortrag der beiden Einsprechenden nicht in den Ursprungsunterlagen als erfindungswesentlich offenbart sind oder den Schutzbereich erweitern bzw. ein Aliud bilden, da sich das Streitpatent in den Fassungen gemäß der Hilfsanträge 4a bis 4c auch in anderer Hinsicht nicht als bestandsfähig erweist. \n\n249\\. **5.2.** Die Hilfsanträge 4a bis 4c enthalten jeweils einen nebengeordneten Patentanspruch 9, wobei die Gegenstände der Patentansprüche 9 gemäß den Hilfsanträgen 4a und 4b jeweils den Gegenstand des enger gefassten Patentanspruchs 9 gemäß Hilfsantrag 4c umfassen. Nachdem letzterer – wie die nachfolgenden Ausführungen zum Hilfsantrag 4c zeigen – zumindest nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit im Sinne der §§ 1, 4 PatG beruht, sind auch die Gegenstände der jeweiligen Patentansprüche 9 gemäß den Hilfsanträgen 4a und 4b nicht patentfähig. \n\n250\\. **5.3.** Der Gegenstand nach Patentanspruch 9 gemäß Hilfsantrag 4c beruht nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit. \n\n251\\. **5.3.1**. Da der Patentanspruch 9 gemäß Hilfsantrag 4c auch die Merkmale M1 bis M7 aufweist, die in dem Patentanspruch 1 nach Hauptantrag aufgeführt sind, ist das mangelnde Vorliegen der Neuheit bzw. Patentfähigkeit diesbezüglich übereinstimmend zu beurteilen. Auf die entsprechenden Ausführungen zum Hauptantrag wird verwiesen. \n\n252\\. Aufgrund der weitgehenden Merkmalsübereinstimmung mit dem Streitpatentgegenstand bildet das bekannte Werkzeugaggregat nach der D36 den nächstkommenden Stand der Technik und ist deshalb als ein geeigneter Ausgangspunkt für die Beurteilung der erfinderischen Tätigkeit anzusehen. \n\n253\\. Wie vorstehend zum Hauptantrag ausgeführt, zeigt die D36 ein Werkzeugaggregat mit einer Exzenterspanneinrichtung, bei dem eine Exzenterwelle (cam shaft 11) zwischen einander gegenüberliegenden Wandungen einer Exzenterausnehmung eines Spannbolzens (draw bar 10) angeordnet ist, um mittels einer am werkzeugseitigen Ende des Spannbolzens angeordnete Segmentspannzange 12 ein Werkzeug zu spannen bzw. entspannen. \n\n254\\. Derartige Werkzeugaggregate mit Exzenterspanneinrichtungen finden insbesondere in hochpräzisen Werkzeugmaschinen Verwendung, um die einzusetzenden Werkzeuge exakt und positionsgenau zu spannen bzw. entspannen. Die Figur 2a der D36 zeigt das Werkzeugaggregat, bei dem ein Werkzeug eingespannt ist, während die Figur 2b das Werkzeugaggregat ohne Werkzeug, also entspannt zeigt. Aus den beiden Zeichnungen ist deutlich ersichtlich, dass sowohl in der Spannstellung (Fig. 2a) als auch in der entspannten Stellung (Fig. 2b) der Exzenterabschnitt an den beiden gegenüberliegenden Wandungen der Exzenterausnehmung des Spannbolzens (draw bar 10) exakt passend und ohne erkennbares Spiel der Exzenterspanneinrichtung anliegt. Dies ist insofern aus fachmännischer Sicht – und zwar nicht nur in der Spannstellung, sondern auch in jeder Winkelstellung der Exzenterspannvorrichtung - auch zwingend erforderlich, da jegliches Spiel zu undefinierten Stellungen des Spannbolzens und somit zu Positionsungenauigkeiten des Spannbolzens und somit zur Beeinträchtigung des Spann- bzw. Entspannvorgangs führen könnte. Die E36\u002FE36a offenbart dem Fachmann somit implizit, dass der Exzenterabschnitt der Exzenterwelle als ein Gleichdick ausgeführt ist, bei dem entsprechend Merkmal 9e die Exzenterwelle in jeder Winkelstellung mit wenig Spiel zwischen einander gegenüberliegenden Wandungen einer Exzenterausnehmung eines Spannbolzens der Exzenterspannvorrichtung passt. Ein unregelmäßiges Gleichdick offenbart die E36\u002FE36a jedoch nicht unmittelbar und eindeutig, weshalb der Streitpatentgegenstand nach Patentanspruch 9 gemäß Hilfsantrag 4c neu ist gegenüber der E36\u002FE36a. \n\n255\\. Der Fachmann kennt eine Vielzahl von Werkzeugaggregaten mit Exzenterspanneinrichtungen, bei denen der Exzenterabschnitt der Exzenterwelle entweder als exzentrisch gelagerter Zylinder (= regelmäßiges Gleichdick) oder aber - sofern der Fachmann die Hubkurve des Spannbolzens beeinflussen will - als unregelmäßiges Gleichdick ausgeführt ist. Als Beispiele für derartige Werkzeugaggregate bei denen der Exzenterabschnitt der Exzenterwelle jeweils als unregelmäßiges Gleichdick ausgebildet ist, ist auf die Druckschriften E38 (Seite 7), E126 (Figur 2) oder E2202 (Figuren 4a und 4b) hinzuweisen. Dem Fachmann erschließt sich beispielsweise aus der in Figur 2 der E126 im Querschnitt dargestellten Prinzipskizze eines Exzenterspanners, dass es sich zweifellos um ein unregelmäßiges Gleichdick handelt, weil der Exzenter gleichzeitig die dem Werkzeug zugewandte Wandung der Exzenterausnehmung als auch die gegenüberliegende Wandung berührt und es, wie vorstehend erläutert, bei derartigen Präzisionswerkzeugaggregaten selbstverständlich ist, dass die Exzenterwelle in jeder Winkelstellung mit wenig Spiel zwischen einander gegenüberliegenden Wandungen der Exzenterausnehmung passt. Jeder dieser bekannten Exzenter, mit einem von einem Zylinder (= regelmäßiges Gleichdick) abweichenden (unregelmäßigen) Gleichdick, hat zwangsläufig auch unterschiedliche Radien am Außenumfang des unregelmäßigen Gleichdicks, was zwangsläufig ebenfalls dazu führt, dass der Exzenterabschnitt der Exzenterwelle aktive Exzenterzentren mit unterschiedlichen Exzentrizitäten und Krümmungen entsprechend Merkmal 9b hat. \n\n256\\. Bei der Auswahl des Gleichdicks für den Exzenterabschnitt der Exzenterwelle hat der Fachmann somit nur zwei grundsätzlich bekannte Möglichkeiten, nämlich einerseits die des regelmäßigen Gleichdicks in Form einer exzentrisch gelagerten zylindrischen Walze, die zwar einfach herzustellen ist, jedoch nur eine beschränkt beeinflussbare Hubkurve aufweist oder andererseits die des unregelmäßigen Gleichdicks, bei der die Herstellung schwieriger ist, die jedoch den Vorteil einer beliebig zu beeinflussenden Hubkurve aufweist. Die Auswahl einer bestimmten von nur zwei auf der Hand liegenden Lösungswegen kann die erfinderische Tätigkeit nicht ohne weiteres begründen (BGH, GRUR-RS 2024, 14113 – X ZR 51\u002F22 – „Festhalteanordnung“; GRUR 2008, 56, 59 – „Injizierbarer Mikroschaum“). Denn eine überschaubare Zahl von möglichen Lösungsansätzen, von denen jeder spezifische Vor- und Nachteile hat, und die sich als gleichwertige, ebenso vorzugswürdige Alternativen darstellen, gibt in der Regel Veranlassung, jeden dieser Lösungsansätze in Betracht zu ziehen (BGH, GRUR 2012, 261, 264 „E-Mail via SMS“). Dies gilt insbesondere dann, wenn wie hier der Fachmann bei einer ersten Analyse dieser zwei verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten für die Auswahl des Gleichdicks für den Exzenterabschnitt der Exzenterwelle ohne weiteres feststellt, dass nur mit einer Lösung die Hubkurve beliebig beeinflussbar ist, nämlich mit einem unregelmäßiges Gleichdick. Durch die Auswahl des unregelmäßigen Gleichdicks für den Exzenterabschnitt der Exzenterwelle ist zwangsläufig auch das Merkmal 9b verwirklicht, dass ein Exzenterabschnitt der Exzenterwelle aktive Exzenterzentren mit unterschiedlichen Exzentrizitäten und Krümmungen hat. \n\n257\\. Der Gegenstand des Patentanspruchs 9 gemäß Hilfsantrag 4c und damit auch die der weiter gefassten Patentansprüche 9 gemäß den Hilfsanträgen 4a und 4b sind daher nicht patentfähig. \n\n258\\. **5.3.2** Ergänzende Anmerkungen zu den von der Patentinhaberin vorgetragenen Messergebnissen \n\n259\\. Die Patentinhaberin hat in der mündlichen Verhandlung ausführlich zu der Präsentation mit dem Titel „Zu Anspruch 9\u002F7 der Hilfsanträge: unregelmäßiges Gleichdick“ vorgetragen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die vermessenen Exzenterwellen der Patentinhaberin Gleichdicke seien, währenddessen die vermessenen Exzenterwellen der Einsprechenden mit einem Zeitrang ähnlich der behaupteten Vorbenutzungsgegenstände keine Gleichdicke, sondern ganz bewusste Ungleichdicke seien, weil – wie die Patentinhaberin ausführte – diese Ungleichdickheit an einer jeweils gleichen Position offensichtlich gewollte Ungleichdicken seien, um den Exzenter an dieser Position einfach demontieren zu können. Der Senat hat diesbezüglich erhebliche Zweifel, ob die wenigen vermessenen Bauteilen die Vielzahl der Vorbenutzungshandlungen repräsentieren und somit widerlegen könnten, zumal die Einsprechenden eine bewusste Ungleichdickheit unter Verweis auf die E125 (letzte Seite) auch bestritten hat. \n\n260\\. Die Messwerte der Patentinhaberin liegen ausweislich Seite 5 der Präsentation teilweise im 1\u002F1000 mm oder zumindest im 1\u002F100 mm Bereich, währenddessen, wie zur Auslegung erläutert, das Streitpatent ein Gleichdick im 1\u002F10 mm Bereich definiert. Der Senat hat daher Bedenken, ob die von der Patentinhaberin festgestellten Schlussfolgerungen bezüglich der o. g. Präsentation ausreichend berücksichtigen, was das Streitpatent unter einem Gleichdick versteht. \n\n261\\. Doch selbst wenn die Ausführungen der Patentinhaberin zuträfen und sämtliche Vorbenutzungsgegenstände aus den vorgetragenen Gründen jeweils ein bewusst gefertigtes Ungleichdick aufwiesen, so beruhte selbst dann der Streitpatentgegenstand nach Patentanspruch 9 des Hilfsantrags nicht auf erfinderischer Tätigkeit. Denn für diesen Fall wäre der Ausgangspunkt für die Überlegungen die zu dem vermeintlichen Ungleichdick führten, um den Exzenter einfach demontieren zu können, zweifelsfrei – wie die Patentinhaberin mit ihren Messreihen eindeutig nachgewiesen hat – ein unregelmäßiges Gleichdick gewesen. Somit hätte der Fachmann bei den Ausgestaltungen der behaupteten Vorbenutzungsgegenstände ein unregelmäßiges Gleichdick durchaus als Ausgangspunkt in Betracht gezogen und nur deshalb nicht verwendet, weil es aus seiner Sicht ein technologischer Rückschritt gewesen wäre. \n\n262\\. Letztlich sind jedoch die Vorbenutzungshandlungen – wie vorstehend begründet – nicht entscheidungserheblich, so dass es dahingestellt bleiben kann, ob die behaupteten Vorbenutzungsgegenstände ungleichmäßige Gleichdicke oder ungleichmäßige Ungleichdicke aufweisen. \n\n263\\. **5.4.** Mit dem jeweiligen Patentanspruch 9 der Hilfsanträge 4a bis 4c fallen aufgrund der Antragsbindung auch sämtliche unabhängigen Patentansprüche des Antrags, ohne dass es einer Prüfung und Begründung dahin bedarf, ob einer dieser Patentansprüche etwas Schutzfähiges enthält (BGH, GRUR 2017, 57 ff. - „Datengenerator“; BGH, GRUR 2007, 862 ff. - „Informationsübermittlungsverfahren II“; BGH, GRUR 1997, 120 ff. - „Elektrisches Speicherheizgerät“). \n\n264\\. **6\\. Zu den Patentansprüchen des Hilfsantrags 4d**\n\n265\\. Demgegenüber sind die geltenden Patentansprüche gemäß Hilfsantrag 4d zulässig und ihre Gegenstände patentfähig, weil sie neu sind und sich nicht in naheliegender Weise aus dem entgegengehaltenen Stand der Technik ergeben. \n\n266\\. **6.1** Die geltenden Patentansprüche gemäß Hilfsantrag 4d sind zulässig, weil deren Merkmale in den Ursprungsunterlagen offenbart sind. \n\n267\\. Die gleichlautenden Merkmale M1, M2 bis M7 der nebengeordneten Patentansprüche 1, 7 und 8 nach Hilfsantrag 4d sind in dem ursprünglichen sowie erteiltem Anspruch 1 offenbart. \n\n268\\. Das ergänzte Merkmal 1a des Patentanspruchs 1 ist im Absatz [0020] der Streitpatentschrift offenbart. \n\n269\\. Die ergänzten Merkmale M1b bis M1d des Patentanspruchs 1 sind in Absatz [0073] der Streitpatentschrift offenbart. \n\n270\\. Das ergänzte Merkmal 7b des Patentanspruchs 7 ist im Absatz [0053] der Streitpatentschrift offenbart. \n\n271\\. Die ergänzten Merkmale 7c bis 7h des Patentanspruchs 7 sind in Absatz [0079] der Streitpatentschrift offenbart. \n\n272\\. Das ergänzte Merkmal 7i des Patentanspruchs 7 ist im Absatz [0042] der Streitpatentschrift offenbart. \n\n273\\. Das ergänzte Merkmal 7j des Patentanspruchs 7 ist im Absatz [0079] der Streitpatentschrift offenbart. \n\n274\\. Das ergänzte Merkmal 8a des Patentanspruchs 8 ist im Absatz [0069] der Streitpatentschrift offenbart. \n\n275\\. Die nebengeordnete Patentansprüche 1, 7 und 8 des Hilfsantrags 4d enthalten jeweils sämtliche Merkmale des ursprünglich erteilten Patentanspruchs 1 sowie weitere, in der Beschreibung offenbarte Merkmale, die den ursprünglich erteilten Streitpatentgegenstand jeweils weiter beschränken. \n\n276\\. Daher liegen weder eine unzulässige Erweiterung, noch eine unzulässige Zwischenerweiterung (die das Patentgesetz ohnehin nicht kennt) vor. Darüber hinaus ist auch kein Aliud gegeben oder von einer unzulässigen Schutzbereichserweiterung auszugehen. Durch die eingefügten Merkmale wird der ursprünglich erteilte Patentanspruch 1 durch jeden der jeweils nebengeordneten Ansprüche in zulässiger Weise beschränkt. \n\n277\\. Ebenso bedarf es jeweils auch nicht der Aufnahme weiterer Merkmale. Denn nach gefestigter Rechtsprechung hat es die Patentinhaberin in der Hand, wie sie ihr Patent durch die Aufnahme weiterer (offenbarter) Merkmale beschränkt, sofern mehrere in der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels genannte Merkmale der näheren Ausgestaltung der unter Schutz gestellten Erfindung dienen, die je für sich, aber auch zusammen den durch die Erfindung erreichten Erfolg fördern (vgl. BGHZ 110, 123 [126] = GRUR 1990, 432, 433 - „Spleißkammer“; BGH, GRUR 2005, 316, 318 - „Fußbodenbelag“). Dies ist vorliegend der Fall. \n\n278\\. Die abhängigen Ansprüche 2 bis 6 entsprechen den erteilten Ansprüchen 2 bis 6. \n\n279\\. **6.2.** Die Neuheit gemäß §§ 1, 3 PatG des zweifellos gewerblich anwendbaren Gegenstands gemäß Patentanspruch 1 nach Hilfsantrag 4d ist gegeben. Er beruht auf erfinderischer Tätigkeit. \n\n280\\. Keine der im Verfahren befindlichen Druckschriften und auch keine der behaupteten Vorbenutzungsgegenstände zeigen ein Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse angeordneten antreibbaren Spindel sowie mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung, bei der in der Segmentspannzange eine definierbare Elastizität eingebaut ist, wozu in einem Spannbolzen der Segmentspannzange eine parallel zu einer Exzenterausnehmung orientierte Ausnehmung unterhalb der Wandung der Exzenterausnehmung eingearbeitet ist, so dass sich zwischen der Exzenterausnehmung und der Ausnehmung ein elastischer Steg befindet. Dies wurde zuletzt in der mündlichen Verhandlung von den Einsprechenden auch nicht mehr in Zweifel gezogen. \n\n281\\. Da somit keine der entgegengehaltenen Druckschriften und auch keiner der behaupteten Vorbenutzungsgegenstände die Merkmale 1c und 1d aufweisen, kann folglich eine beliebige Kombination dieser Entgegenhaltungen nicht zum Streitpatentgegenstand führen. \n\n282\\. Auch die Druckschrift E37 kann den Streitpatentgegenstand nicht nahelegen, weil dort ein Lager beschrieben ist, bei dem auch bei hohen Temperaturen (aufgrund der Lagerreibung) eine elastische Lageraufhängung erreicht werden soll. Deshalb sind die Aussparungen auch ringförmig und symmetrisch um das Lager angeordnet. Die E37 beschreibt somit eine völlig andersartige Anordnung zu einem anderen Zweck. Die Übertragung einer einzelnen Ausnehmung auf einen Spannbolzen einer Segmentspannzange ist daher nicht naheliegend. \n\n283\\. Der geltende Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 4d ist daher gewährbar. \n\n284\\. **6.3.** Die Neuheit des zweifellos gewerblich anwendbaren Gegenstands gemäß Patentanspruch 7 nach Hilfsantrag 4d ist gegeben. Er beruht auf erfinderischer Tätigkeit. \n\n285\\. Keine der im Verfahren befindlichen Druckschriften und auch keine der behaupteten Vorbenutzungsgegenstände zeigen ein Werkzeugaggregat mit mindestens einer in einem Gehäuse angeordneten antreibbaren Spindel sowie mit einer integrierten Exzenterspannvorrichtung, bei der eine Stirnfläche eines zylindrischen Festlagerabschnitts der Exzenterwelle eine Gewindebohrung trägt, über die mittels einer Senkschraube eine Positionierscheibe an der Exzenterwelle angeschraubt ist, so dass der Festlagerabschnitt der Exzenterwelle vor der Querbohrung derart positionierbar ist, dass die Positionierscheibe von der Exzenterwelle gelöst und mit der Senkschraube aus dem Gehäuse entnehmbar ist. Dies wurde von den Einsprechenden auch nicht in Zweifel gezogen. \n\n286\\. Da somit keine der entgegengehaltenen Druckschriften und auch keiner der behaupteten Vorbenutzungsgegenstände die Merkmale 7i und 7j aufweisen, kann folglich eine beliebige Kombination dieser Entgegenhaltungen nicht zum Streitpatentgegenstand führen. \n\n287\\. Der geltende Patentanspruch 7 gemäß Hilfsantrag 4d ist daher gewährbar. \n\n288\\. **6.4.** Die Neuheit des zweifellos gewerblich anwendbaren Gegenstands gemäß Patentanspruch 8 nach Hilfsantrag 4d ist gegeben. Er beruht auch auf erfinderischer Tätigkeit. \n\n289\\. In der Druckschrift E36 sind hinsichtlich einer Begrenzung des Schwenkwinkels keinerlei Merkmale zu erkennen, so dass dort das Merkmal 8a nicht offenbart ist. \n\n290\\. Auch sämtliche Vorbenutzungsgegenstände weisen nicht das Merkmal 8a auf. \n\n291\\. Nicht überzeugen können diesbezüglich die Ausführungen der Einsprechenden, dass dieses Merkmal auch bei den Vorbenutzungsgegenständen verwirklicht wären, wozu sie stellvertretend für alle Vorbenutzungshandlungen insbesondere auf die OVB III und OVB V verweisen und zwar auf folgende Ausschnitte: \n\n292\\. Daraus ist ersichtlich, dass dort zwar ein Betätigungselement (Betätiger) sowie ein Halteelement (Betätigerhülse) vorhanden ist. Allerdings liegt das Betätigungselement (Betätiger) entgegen Merkmal 8a nicht am Halteelement (Betätigerhülse) bezüglich zweier Schwenkpositionen an. Vielmehr erfolgt eine Begrenzung des Schwenkwinkels über die teilweise umlaufende Nut in der Exzenterwelle und den Stift, der in diese teilweise umlaufende Nut eingreift wie auch den nachfolgenden Einzelteilzeichnungen E116 der OVB III zu entnehmen ist: \n\n293\\. Somit liegt nicht das Betätigungselement (Betätiger) am Halteelement (Betätigerhülse) bezüglich zweier Schwenkpositionen an, sondern die Exzenterwelle liegt am Stift bezüglich zweier Schwenkpositionen an. Damit zeigt die OVB III eine andere Lösung zur Begrenzung des Schwenkwinkels als das Streitpatent mit dem Merkmal 8a des Patentanspruchs 8. Daher können die Vorbenutzungsgegenstände den Streitpatentgegenstand nach Patentanspruch 8 des Hilfsantrags 4d nicht nahelegen, weil bereits eine Veranlassung fehlt, von der langjährig bewährten Schwenkwinkelbegrenzung gemäß der OVB III abzurücken. \n\n294\\. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Fachmann auch nicht in naheliegender Weise zum Gegenstand des geltenden Patentanspruchs 8 gemäß Hilfsantrag 4d des Streitpatents gelangt. Die beanspruchte Lehre war auch nicht durch einfache fachübliche Erwägungen ohne weiteres auffindbar; vielmehr bedurfte es darüberhinausgehender Gedanken und Überlegungen, die auf erfinderische Tätigkeit schließen lassen, um zur beanspruchten Lösung zu gelangen. \n\n295\\. **6.5** Nachdem sich die Gegenstände der Patentansprüche 1, 7 und 8 gemäß Hilfsantrag 4d als gewährbar erweisen, ist auch der gesamte Anspruchssatz dieses Antrags gewährbar. Die geltenden Unteransprüche 2 bis 6 betreffen zweckmäßige Ausgestaltungen des streitpatentgemäßen Werkzeugaggregats nach Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 4d und haben daher mit diesem zusammen Bestand. \n\n296\\. **7**. Der Widerrufsgrund einer widerrechtlichen Entnahme nach § 21 Abs. 1 Nr. 3 PatG ist nicht gegeben \n\n297\\. 7.1 Die Einsprechende 2, die zweifelslos auch die Einspruchsbefugnis hinsichtlich des Widerrufsgrundes der widerrechtlichen Entnahme besitzt, war nicht gehindert diesen Widerrufsgrund nachträglich im Beschwerdeverfahren geltend zu machen (vgl. BGH GRUR 2017, 54, 56, Rz. 40 ff. – „Ventileinrichtung“). Sie hat mit Rücksicht auf ein mögliches Nachanmelderecht des § 7 Abs. 2 PatG grundsätzlich auch einen Anspruch darauf, dass der erkennende Senat über das Vorliegen dieses Widerrufsgrundes entscheidet (vgl. BGH GRUR 2007, 996, 997 - „Angussvorrichtung für Spritzgießwerkzeuge“). Indessen kann nach dem Vortrag der Einsprechenden 2 nicht festgestellt werden, dass alle Tatbestandsvoraussetzungen einer widerrechtlichen Entnahme gegeben sind. \n\n298\\. Gegen das Vorliegen einer widerrechtlichen Entnahme spricht, dass die Einsprechende 2 als Belege für die von ihr behauptete widerrechtliche Entnahme lediglich solche Gegenstände, die die Vorbenutzungen OVB I bis OVB V betreffen, sowie den entsprechenden Prospektkatalog E1 (E5) in Bezug genommen hat. Der Senat geht zum einen davon aus, dass mit der beschränkten Aufrechterhaltung des Streitpatents im Umfang der Patentansprüche nach Hilfsantrag 4d eine Beschränkung auf ein Schutzbegehren stattgefunden hat, von dem die behaupteten Entnahmegegenstände nicht mehr umfasst sind; bereits hierdurch besteht für einen Widerruf des Streitpatents aufgrund widerrechtlicher Entnahme kein Raum mehr (vgl. Busse\u002FKeukenschrijver, PatG, 9. Aufl., § 8 Rn. 15). Zum anderen folgt aus den Ausführungen in den vorstehenden Abschnitten 6.2 bis 6.5 auch, dass die vermeintlich entnommenen Gegenstände nicht schutzfähig waren und nicht zur Aufrechterhaltung des Streitpatents in diesem Umfang hätten führen können, was - jedenfalls mit Rücksicht auf die Besonderheiten des vorliegenden Falls - der Annahme einer widerrechtlichen Entnahme ebenfalls entgegensteht. \n\n299\\. Die herrschende Meinung geht davon aus, dass auch Schutzunfähiges widerrechtlich entnommen werden kann (vgl. BGH GRUR 2011, 509, 512, Rz. 34 - „Schweißheizung“; Schulte\u002FMoufang, PatG mit EPÜ, 11. Aufl., § 21 Rn. 45; Benkard\u002FKober-Dehm, PatG, 12. Aufl., § 21 Rn. 23; Busse\u002FKeukenschrijver, PatG, 9. Aufl., § 8 Rn. 18; a.A. wohl: Mes, PatG, 5. Aufl., § 21 Rn. 44 und Einsele in Fitzner\u002FLutz\u002FBodewig, PatRKomm, PatG, § 21 Rn. 63), dass also der Tatbestand einer widerrechtlichen Entnahme wohl auch dann nicht verneint werden dürfe, falls die entnommene technische Lehre (zum Zeitpunkt ihrer unbefugten Anmeldung zum Patent) bereits nicht mehr neu war und nur fachmännischem Handeln entsprach. Bei diesem Ansatz wird übersehen, dass der Entnahmetatbestand des § 21 Abs. 1 Nr. 3 PatG voraussetzt, dass der Inhalt des Patents ursächlich auf die Beschreibung, Zeichnungen, Gerätschaften usw. des anderen beruhen muss (vgl. Benkard\u002FKober-Dehm, PatG, 12. Aufl., § 21 Rn. 27; Schulte\u002FMoufang, PatG mit EPÜ, 11. Aufl., § 21 Rn. 49). Für die Annahme einer widerrechtlichen Entnahme kann daher auch dann, nämlich unter dem Gesichtspunkt fehlender Kausalität, kein Raum sein, wenn für den „Entnehmenden“ der Erfindungsbesitz unschwer aus allgemeinen Quellen erhältlich war. Dies war vorliegend der Fall, da das „Entnommene“ im Sinne der OVB I bis OVB V bereits zum Zeitpunkt der Anmeldung des Streitpatents objektiv zum Stand der Technik zählte bzw. offensichtlich fachmännischem Handeln entsprach (vgl. wiederum die obigen Ausführungen in den Abschnitten 6.2 bis 6.5.). In einem solchen Fall kann eine widerrechtliche Entnahme auch nicht mit dem Verweis auf die maßgebliche subjektive Kenntnis des „Entnehmenden“ bejaht werden (so wohl: Busse\u002FKeukenschrijver, PatG, 9. Aufl., § 8 Rn. 10 a. E.). Es gibt keinen Grund dafür, eine Einsprechende nur deshalb mit einem Nachanmelderecht nach § 7 Abs. 2 PatG zu belohnen, weil die entnehmende Person irrig davon ausgegangen war, sie hätte der Einsprechenden eine neue und erfinderische Lehre entnommen. \n\n300\\. 7.2 Hinsichtlich der vorstehend aufgeworfenen Fragen, ob der Tatbestand einer widerrechtlichen Entnahme im Sinne von § 21 Abs. 1 Nr. 3 PatG zumindest voraussetzt, dass die entnommene Lehre zum Zeitpunkt der Patentanmeldung neu im Sinne von §§ 1, 3 PatG war und nicht bereits fachmännischem Handeln entsprach, und ob in solchen Fällen, in denen der angemeldete Gegenstand lediglich auf fachmännischem Handeln beruht und nicht neu ist, möglicherweise die notwendige Kausalität zwischen der Kenntnis vom Gegenstand (Erfindungsbesitz) und der unberechtigten Anmeldung zum Patent verneint werden muss, wird die Rechtsbeschwerde zugelassen. Die beiden Rechtsfragen sind jeweils von grundsätzlicher Bedeutung und erfordern zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 100 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 PatG).","de","jurionline_de","","BPatG München, 15.05.2024, 11 W (pat) 7\u002F23","ecli-de-neuris-jure249031653",null,[19,34,44,54,64],{"id":20,"ecli":21,"caseNumber":14,"courtId":22,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":24,"language":25,"source":26,"sourceUrl":27,"summary":14,"slug":28,"metadata":29},"410","ECLI:NL:RBLIM:2026:6423",66,"2026-07-08T00:00:00.000Z","RECHTBANK limburg\n\nZittingsplaats Roermond\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: ROE 25 \u002F 2565\n\nuitspraak van de meervoudige kamer van 8 juli 2026 in de zaak tussen\n\n [belanghebbende] , gevestigd te [plaats], belanghebbende\n\n(gemachtigde: M.O.E. Uyen)\n\nen\n\nde heffingsambtenaar van de Belastingsamenwerking Gemeenten en Waterschappen, de heffingsambtenaar (gemachtigde: A. van den Dool).\n\nProcesverloop\n\nDe heffingsambtenaar heeft op grond van de Wet waardering onroerende zaken (Wet woz) de waarde van de onroerende zaken van belanghebbende voor het belastingjaar 2025 vastgesteld (het primaire besluit).\n\nBelanghebbende heeft tegen het primaire besluit bezwaar gemaakt.\n\nDe heffingsambtenaar heeft het bezwaar van belanghebbende gegrond verklaard (het bestreden besluit). Aan belanghebbende is een proceskostenvergoeding van in totaal € 161,74 toegekend.\n\nBelanghebbende heeft tegen het bestreden besluit beroep ingesteld.\n\nDe heffingsambtenaar heeft verweer gevoerd.\n\nOp 4 mei 2026, aangevuld op 11 mei 2026, zijn van belanghebbende nadere gronden en stukken ontvangen.\n\nHet onderzoek ter zitting heeft vervolgens plaatsgevonden op 15 mei 2026. Belanghebbende heeft zich laten vertegenwoordigen door mr. L.H.G.M. Driessen, kantoorgenote van haar gemachtigde bij Previcus B.V. te Boxmeer. De heffingsambtenaar heeft zich laten vertegenwoordigen door zijn gemachtigde.\n\nOverwegingen\n\n1. De rechtbank stelt vast dat de woz-waarde tussen partijen niet meer in geschil is. Het beroep van belanghebbende richt zich enkel tegen de toegekende proceskostenvergoeding en spitst zich toe op de vraag of de heffingsambtenaar bij de vaststelling van de proceskostenvergoeding in bezwaar toepassing heeft mogen geven aan de vermenigvuldigingsfactor 0,125 van artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz, zoals dit artikellid luidt met ingang van 1 januari 2025.\n\n2. De heffingsambtenaar heeft in het bestreden besluit de proceskostenvergoeding van € 161,74 als volgt gespecificeerd:\n\n- indienen bezwaarschrift: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 +\n\n- bijwonen hoorzitting: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 = € 161,74.\n\n3. Belanghebbende vindt dat de heffingsambtenaar een te lage proceskostenvergoeding heeft toegekend. Zij verzoekt de rechtbank om artikel 30a van de Wet woz buiten toepassing te laten, omdat haar gemachtigde een bijzonder geval is als bedoeld in het zogenoemde 30a-arrest van de Hoge Raad van 17 januari 2025 (ECLI:NL:HR:2025:46).\n\n4. In het 30a-arrest heeft de Hoge Raad geoordeeld dat bijzondere gevallen zich onderscheiden doordat zij niet voldoen aan de volgende kenmerken: dat aan de belanghebbende rechtsbijstand wordt verleend door een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, waarvan het bedrijfsmodel eruit bestaat dat\n\n( i) wordt opgetreden op basis van no cure no pay,\n\n(ii) daarbij zodanige afspraken met de cliënten worden gemaakt dat het bedrag van eventuele proceskostenvergoedingen aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en\n\n(iii) de procedures op een zodanige wijze worden gevoerd dat de daarin toegekende proceskostenvergoedingen de in redelijkheid gemaakte kosten ver overtreffen.\n\n5. De daarbij te hanteren regels zijn nader uitgewerkt in de arresten van de Hoge Raad van 25 april 2025 (ECLI:NL:HR:2025:670) en 18 juli 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1175).\n\n5.1.. Volgens de Hoge Raad rusten op de belanghebbende de stelplicht en bewijslast van feiten die meebrengen dat buiten redelijke twijfel komt vast te staan dat, beoordeelt naar de situatie op het moment waarop het desbetreffende rechtsmiddel is aangewend, het bedrijfsmodel van de betreffende gemachtigde of diens kantoor kennelijk niet allehiervoor bedoelde drie kenmerken heeft en dat aldus sprake is van een bijzonder geval. Er is dus (al) sprake van een bijzonder geval als één van de drie kenmerken niet van toepassing is.\n\n5.2.. Bij de beoordeling van het bedrijfsmodel gaat het niet specifiek om de werkzaamheden die de gemachtigde heeft verricht in de procedure waarop de proceskostenvergoeding ziet. Met het bedrijfsmodel is namelijk meer in het algemeen de wijze bedoeld waarop de gemachtigde zijn inkomsten verwerft met het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand.\n\n5.3.. Indien het bedrijfsmodel van een gemachtigde of een kantoor inhoudt dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i), of op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld, en dat daarbij afspraken met de cliënten worden gemaakt als hiervoor onder (ii) bedoeld, zal aldus moeten worden beoordeeld of dit bedrijfsmodel voldoet aan het hiervoor onder (iii) vermelde kenmerk van vergaande overdekking. Daartoe moet een vergelijking worden gemaakt tussen enerzijds het totale bedrag aan proceskostenvergoedingen dat aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en anderzijds het totale bedrag van de kosten van de gemachtigde of van het kantoor die kunnen worden toegerekend aan het voeren van de procedures waarop die proceskostenvergoedingen betrekking hebben. Het komt dus erop aan of het totale bedrag van de afgedragen proceskostenvergoedingen het totale bedrag van de zojuist bedoelde kosten verre overtreft. De omstandigheid dat vaak geheel of ten dele gebruik wordt gemaakt van gestandaardiseerde tekstblokken die niet zijn toegespitst op de desbetreffende zaak, vormt een aanwijzing dat het bedrijfsmodel wel het derde kenmerk van vergaande overdekking heeft, en zal daarom in het algemeen volstaan om aan te nemen dat de belanghebbende niet in dit door hem te leveren bewijs is geslaagd.\n\n6. In het arrest van 26 september 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1375) heeft de Hoge Raad nader uitgewerkt wanneer sprake is van een bedrijfsmodel dat eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Bij optreden op basis van no cure no pay moet worden uitgegaan van afspraken tussen de belanghebbende en de rechtsbijstandverlener op grond waarvan de belanghebbende geen financieel risico loopt bij inschakeling van de rechtsbijstandverlener, omdat geen instapvergoeding verschuldigd is noch een percentage van de bespaarde belasting als vergoeding moet worden afgestaan (zie Kamerstukken II 2023\u002F24, 36 427, nr. 3, blz. 2). Bij de beoordeling van de vraag of het bedrijfsmodel van een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay, komt het dus erop aan of die gemachtigde dan wel diens kantoor afspraken maakt met klanten op grond waarvan zij geen financieel risico lopen bij het verstrekken van de opdracht tot het verlenen van rechtsbijstand in een belastingprocedure. De verschuldigdheid van een instapvergoeding staat niet in alle gevallen eraan in de weg dat afspraken met een rechtsbijstandsverlener worden aangemerkt als afspraken op basis van no cure no pay. Onder het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op basis van no cure no pay wordt namelijk ook begrepen het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld. Dan moet worden gedacht aan de betaling van een zodanig laag bedrag dat die betaling als een pro forma of symbolische bijdrage moet worden beschouwd.\n\n7. De rechtbank stelt vast dat de gemachtigde van belanghebbende in deze zaak niet heeft bestreden dat haar bedrijfsmodel de hiervoor onder (ii) en (iii) vermelde kenmerken heeft.\n\n8. Belanghebbende bestrijdt dat het bedrijfsmodel van haar gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar (en beroep) eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Hiertoe heeft de gemachtigde verwezen naar een beschrijving van haar per 1 januari 2025 gewijzigde bedrijfsmodel (“Bijzonder geval: bedrijfsmodel Previcus en artikel 30a Wet WOZ”).\n\n8.1.. Volgens die beschrijving is de werkwijze met ingang van 1 januari 2025 fundamenteel gewijzigd. Het aantal dossiers is vanaf 2025 aanzienlijk afgenomen van 128.000 zaken naar circa 1.291 zaken. De zaken worden (vrijwel) niet meer op basis van no cure no pay uitgevoerd, maar volgens een regulier model waarin een cliënt, ongeacht de uitkomst van de zaak, een vaste startvergoeding betaalt (doorgaans gebaseerd op het aantal aanslagbiljetten) en\u002Fof een deel van de gerealiseerde besparing afdraagt (in bijna alle gevallen 40% van de besparing). De vóór 2025 aangebrachte zaken worden nog op basis van no cure no pay uitgevoerd. Bovendien worden vanaf 2025 alle aanslagbiljetten op voorhand gescreend en worden enkel de zaken doorgezet waarbij op voorhand onvoldoende duidelijk is dat er geen fouten zijn gemaakt. Er is, aldus de beschrijving, geen sprake meer van een grote massa waar de wetswijziging (Wet herwaardering proceskostenvergoeding WOZ en Bpm) op zag. De gemachtigde richt zich voortaan op de zakelijke markt, waarbij vrijwel altijd ook prijsafspraken met belanghebbenden worden gemaakt die losstaan van eventueel toegekende proceskostenvergoedingen.\n\n8.2.. De gemachtigde heeft de prijsafspraken over 2025 als volgt in een overzicht opgenomen.\n\n8.3.. De vermelding in de volmacht dat de vergoeding voor de werkzaamheden uitsluitend het totaal van de proceskostenvergoedingen bedraagt, klopt, aldus de beschrijving, niet meer. De onderliggende overeenkomsten bepalen dat cliënten zelf vergoedingen verschuldigd zijn. De proceskostenvergoeding speelt daarin nog slechts een kleine aanvullende rol.\n\n9. Op 4 mei 2026 heeft de gemachtigde van belanghebbende de facturen en betaalbewijzen in een groot aantal zaken, waarin zij als gemachtigde optreedt, ingezonden. Op 11 mei 2026 is daarvan een overzicht overgelegd. Die stukken bevestigen het beeld dat de beschrijving van het bedrijfsmodel geeft. Uit de facturen en betaalbewijzen blijkt namelijk dat de gemachtigde van een groot deel van haar cliënten een “besparingsfee” van minimaal 30% van de eventuele belastingbesparing vraagt, zij die “besparingsfee” aan haar cliënten factureert en die “besparingsfee” vervolgens ook door de cliënten wordt betaald.\n\n10. Daarnaast komt uit de facturen en betaalbewijzen naar voren dat de meeste cliënten (bovenop de “besparingsfee”) tevens een (in hoogte variërende) “startfee” zijn verschuldigd. Op zitting heeft de gemachtigde toegelicht dat, indien overeengekomen, de “startfee” altijd wordt gefactureerd en betaald. Dat dit niet in alle gevallen gebeurt blijkt uit de overgelegde facturen en betaalbewijzen, en komt, aldus de gemachtigde, doordat de “startfee”, die ongeacht de uitkomst is verschuldigd, in die gevallen eerder is gefactureerd en betaald. Dat is anders bij de “besparingsfee”, die niet eerder dan na het nemen van het bestreden besluit in rekening kan worden gebracht, omdat dan pas de (hoogte van de) besparing duidelijk is.\n\n11. De heffingsambtenaar heeft zich ter zitting op het standpunt gesteld dat het pas op 4 mei 2026 door de gemachtigde van belanghebbende indienen van facturen en betaalbewijzen (die op 6 mei 2026 door de rechtbank zijn vrijgegeven), die al in 2025 beschikbaar waren, in strijd is met een goede procesorde. De rechtbank overweegt dat partijen in beginsel vrij zijn om gedurende de procedure hun standpunten aan te vullen. Die vrijheid wordt echter begrensd door de beginselen van de goede procesorde. Hoewel de late indiening van reeds voorhanden zijnde stukken niet de schoonheidsprijs verdient, ziet de rechtbank hierin geen grond om die stukken vanwege strijd met een goede procesorde buiten beschouwing te laten. Hiertoe acht de rechtbank van belang dat de stukken een onderbouwing vormen van een eerder door de gemachtigde ingenomen standpunt, een reactie zijn op het verweerschrift en dat de aard en de omvang van de stukken niet zodanig zijn dat van de heffingsambtenaar om adequaat hierop te kunnen reageren een nader diepgaand (feiten)onderzoek wordt gevergd. De inhoudelijke reactie van de heffingsambtenaar op de stukken in de pleitnota bevestigen dit oordeel.\n\n12. De rechtbank stelt voorop dat voor haar de facturen en de betaalbewijzen leidend zijn voor de beoordeling van de vraag of kenmerk (i) op de gemachtigde van belanghebbende van toepassing is. Naar het oordeel van de rechtbank zijn (alleen) die stukken, en niet (ook) de overeenkomst, de website en de algemene voorwaarden van de gemachtigde (op 9 februari 2025), waarvan gesteld is dat die op dat moment nog niet in overeenstemming met het gewijzigde bedrijfsmodel waren gebracht, relevant voor de vraag of sprake is van een bedrijfsmodel op basis van no cure no pay. Omdat het bedrijfsmodel van de gemachtigde (en niet de vergoedingen in de aan de rechtbank voorliggende zaken) moet worden beoordeeld, blijft die beoordeling, anders dan de heffingsambtenaar stelt, niet beperkt tot de gemeenten binnen het ambtsgebied van de heffingsambtenaar. Daaruit volgt ook dat op grond van het (incidenteel) ontbreken van facturen en betaalbewijzen in aan de rechtbank voorliggende zaken niet zonder meer kan worden geconcludeerd dat kenmerk (i) op het bedrijfsmodel van de gemachtigde van toepassing is.\n\n13. De rechtbank is van oordeel dat met voldoende gegevens is onderbouwd dat de gemachtigde in 2025 voor een groot deel van de procedures een “besparingsfee” in rekening heeft gebracht. Door het betalen van een “besparingsfee” loopt een belanghebbende bij de inschakeling een gemachtigde voor het voeren van een procedure een financieel risico (zie hiervoor het arrest van de Hoge Raad van 26 september 2025). Deze door de gemachtigde gevraagde vergoeding (van 30-40%) acht de rechtbank, nog daargelaten dat de Hoge Raad dat enkel ten aanzien van “instapvergoedingen” heeft geoordeeld, ook niet dusdanig laag dat kan worden gesproken van rechtsbijstandverlening op een grondslag die in wezen overeenkomt met rechtsbijstandverlening op basis van no cure no pay. Op grond van het vorenstaande heeft belanghebbende, naar het oordeel van de rechtbank, buiten redelijke twijfel bewezen dat het bedrijfsmodel van de gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar niet het kenmerk van optreden op basis van no cure no pay heeft (i). Daaraan doet niet af dat een belanghebbende vooraf ermee heeft ingestemd dat een eventuele vergoeding van proceskosten aan de gemachtigde toekomt. Dat geldt ook voor het ontbreken van facturen en betaalbewijzen van op een eerder moment in rekening gebrachte “startfees” en de door de heffingsambtenaar gestelde inconsistenties in de hoogte hiervan.\n\n14. Uit het vorenstaande volgt dat sprake is van een bijzonder geval en de heffingsambtenaar ten onrechte toepassing heeft gegeven aan artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz.\n\n15. Dit betekent dat het beroep van belanghebbende gegrond is. De rechtbank vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding en bepaalt met toepassing van artikel 8:72, derde lid, aanhef en onder b, van de Algemene wet bestuursrecht de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase op € 1.332,- (2 x € 666,-).\n\n16. Aan het standpunt van belanghebbende dat aan het bestreden besluit een motiveringsgebrek kleeft, wordt niet toegekomen.\n\n17. Omdat het beroep gegrond is, moet de heffingsambtenaar het griffierecht aan belanghebbende vergoeden.\n\n18. De rechtbank acht termen aanwezig om de heffingsambtenaar te veroordelen in de proceskosten die belanghebbende redelijkerwijs heeft moeten maken in verband met de behandeling van het beroep, een en ander eveneens overeenkomstig de normen van het Besluit proceskosten bestuursrecht. Aan belanghebbende is door een derde beroepsmatig rechtsbijstand verleend. Voor de in aanmerking te nemen proceshandelingen worden 2 punten (1 punt voor het indienen van het beroepschrift en 1 punt voor het verschijnen op zitting met een waarde van € 934,- per punt) toegekend. De rechtbank bepaalt in overeenstemming met het Richtsnoer proceskostenvergoeding belastingkamers gerechtshoven 2024 (neergelegd in de uitspraak van het gerechtshof ’s-Hertogenbosch van 7 augustus 2024, ECLI:NL:GHSHE:2024:2524) de wegingsfactor op 0,5. Gelet hierop bedraagt het vanwege de in deze zaak verleende rechtsbijstand te vergoeden bedrag in totaal € 934,-.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding, stelt de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase vast op € 1.332,- en bepaalt dat deze uitspraak in de plaats treedt van het vernietigde besluit;\n\n- draagt de heffingsambtenaar op het betaalde griffierecht van € 385,- aan belanghebbende te vergoeden;\n\n- veroordeelt de heffingsambtenaar in de proceskosten van belanghebbende wegens verleende rechtsbijstand in beroep tot een bedrag van € 934,-.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. B.F.A. van Huijgevoort, voorzitter, en mrs. E.P.J. Rutten en J.H. van Hoof leden, in aanwezigheid van mr. D.D.R.H. Lechanteur, griffier.De beslissing is in het openbaar uitgesproken op 8 juli 2026.\n\ngriffier rechter\n\nAfschrift verzonden aan partijen op: 8 juli 2026.\n\nRechtsmiddel\n\nTegen deze uitspraak kunnen partijen binnen zes weken na de verzenddatum hoger beroep instellen bij het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nU kunt digitaal beroep instellen via www.rechtspraak.nl. Daar klikt u op “Formulieren en inloggen”. Hoger beroep instellen kan eventueel ook nog steeds door verzending van een brief aan het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nBij het instellen van het hoger beroep dient het volgende in acht te worden genomen:\n\n1. bij het hogerberoepschrift wordt een afschrift van deze uitspraak overgelegd;\n\n2 - het hogerberoepschrift moet, indien het op papier wordt ingediend, ondertekend zijn. Verder moet het ten minste het volgende vermelden:\n\na. de naam en het adres van de indiener;\n\nb. de datum van verzending;\n\nc. een omschrijving van de uitspraak waartegen het hoger beroep is ingesteld;\n\nd. de redenen waarom u het niet eens bent met de uitspraak (de gronden van het hoger beroep).","nl","rechtspraak_nl","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBLIM:2026:6423","ecli-nl-rblim-2026-6423",{"courtName":30,"legalDomain":31,"decisionType":32,"procedureType":33},"Roermond","Bestuursrecht; Belastingrecht","uitspraak","Uitspraak",{"id":35,"ecli":36,"caseNumber":37,"courtId":38,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":39,"language":40,"source":41,"sourceUrl":14,"summary":42,"slug":43,"metadata":17},"85","ECLI:RO:2026:JudecatoriaSECTORUL5BUCURESTI:17050-302-2025-a1","17050\u002F302\u002F2025\u002Fa1",97,"Admite cererea de îndreptare a erorii materiale din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026, pronunţată de Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti în dosar nr. 17050\u002F302\u002F2025, formulată din oficiu.       \nDispune îndreptarea erorii materiale strecurată în cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025, în sensul re?inerii că pârâtul Vasile Constantin are codul numeric personal ............, iar nu ............., astfel cum în mod eronat s-a consemnat.   \nPrezenta încheiere face parte integrantă din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025.   \nÎndreptarea se va efectua în toate exemplarele sentin?ei.\n\tCu drept de apel în 30 de zile de la comunicare. 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Voorts is beslist op de vorderingen van de benadeelde partijen, zoals nader omschreven in het vonnis waarvan beroep.\n\nNamens de verdachte is tegen het vonnis hoger beroep ingesteld.\n\nOmvang van het hoger beroep\n\nDe verdachte is door de rechtbank Rotterdam vrijgesproken van hetgeen aan hem onder 1 is tenlastegelegd. Het hoger beroep is door de verdachte onbeperkt ingesteld en is derhalve mede gericht tegen de in eerste aanleg gegeven beslissing tot vrijspraak. Gelet op hetgeen is bepaald in artikel 404, vijfde lid, van het Wetboek van Strafvordering staat voor de verdachte tegen deze beslissing geen hoger beroep open. Het hof zal de verdachte mitsdien niet-ontvankelijk verklaren in het ingestelde hoger beroep, voor zover dat is gericht tegen de in het vonnis waarvan beroep gegeven vrijspraak.\n\nWaar hierna wordt gesproken van \"de zaak\" of \"het vonnis\", wordt daarmee bedoeld de zaak of het vonnis voor zover op grond van het vorenstaande aan het oordeel van dit hof onderworpen.\n\nTenlastelegging\n\nAan de verdachte is – voor zover aan het oordeel van het hof onderworpen – tenlastegelegd dat:\n\n2. hij op of omstreeks 01 januari 2023 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard, openlijk, te weten, op of aan de Smidsweg en\u002Fof de Langestraat, in elk geval op of aan (een) openbare weg(en), in vereniging geweld heeft gepleegd tegen een of meer verbalisanten van de politie Eenheid Rotterdam, te weten [hoofdagent] (hoofdagent) en\u002Fof [aspirant] (aspirant) en\u002Fof één of meer verbalisanten, zijnde groepsleden van de Mobiele Eenheid van politie Eenheid Rotterdam, te weten [verbalisant 1] en\u002Fof [verbalisant 2] en\u002Fof [verbalisant 3] en\u002Fof [verbalisant 4] en\u002Fof [verbalisant 5] en\u002Fof [verbalisant 6] en\u002Fof [verbalisant 7] en\u002Fof [verbalisant 8] en\u002Fof [verbalisant 9] en\u002Fof [verbalisant 10] en\u002Fof [verbalisant 11] en\u002Fof [verbalisant 12] en\u002Fof [verbalisant 13] en\u002Fof [verbalisant 14] en\u002Fof [verbalisant 15] en\u002Fof [verbalisant 16] en\u002Fof [verbalisant 17] en\u002Fof [verbalisant 18] en\u002Fof [verbalisant 19] en\u002Fof [verbalisant 20] , althans een of meer (andere) verbalisanten door\n\n- één of meer stuks zwaar (illegaal) vuurwerk (betreffende onder meer: cobra's \u002F nitraten \u002F shells) en\u002Fof vuurwerkbommen op\u002Ftegen, althans in de richting van\u002Fnaar voornoemde verbalisanten af te schieten en\u002Fof te gooien, waarbij voornoemd(e) vuurwerk\u002Fvuurwerkbommen vlakbij\u002Fnaast het\u002Fde lichamen en\u002Fof het\u002Fde hoofden\u002Fgezichten van voornoemde verbalisanten tot ontploffing is\u002Fzijn gekomen en\u002Fof\n\n- ( met kracht) één of meer stenen en\u002Fof glaswerk op\u002Ftegen, althans in de richting van voornoemde verbalisanten te gooien en\u002Fof\n\n- ( dreigend) zich op te dringen aan voornoemde ambtenaren en\u002Fof\n\n- ( daarbij) (dreigend) een of meerdere ploertendoders, althans slagvoorwerpen, aan voornoemde ambtenaren te tonen\u002Fvoor te houden en\u002Fof\n\n- ( daarbij) aan die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof een of meer (andere) verbalisanten de weg te versperren, althans de doorgang te beletten en\u002Fof (daarbij) te verhinderen dat die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof anderen met\u002Fin een (politie)voertuig weg konden rijden en\u002Fof\n\n- naar\u002Fin de richting van voornoemde ambtenaren te schelden, met de woorden: \"Kankerlijers\", \"Kanker op joh\" en\u002Fof \"Kankerpolitie\" en\u002Fof\n\n- ( met kracht) op\u002Ftegen het (politie)schild van die [verbalisant 2] te trappen\u002Fschoppen;\n\n3. hij op of omstreeks 31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk een vuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed, dat\u002Fdie geheel of ten dele aan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachte toebehoorde(n) heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt.\n\nVordering van de advocaat-generaal\n\nDe advocaat-generaal heeft gevorderd dat het vonnis waarvan beroep ten aanzien van de bewezenverklaring zal worden bevestigd en dat de verdachte ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde zal worden veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 107 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 60 dagen voorwaardelijk en met een proeftijd van 2 jaren.\n\nHet vonnis waarvan beroep\n\nHet vonnis waarvan beroep kan niet in stand blijven omdat het hof zich daarmee niet verenigt.\n\nVrijspraak\n\nDe advocaat-generaal heeft zich op het standpunt gesteld dat het onder 2 tenlastegelegde wettig en overtuigend kan worden bewezenverklaard, nu de verdachte met zijn handelen een bijdrage van voldoende gewicht heeft geleverd aan het openlijk geweld tegen de desbetreffende verbalisanten. Zo heeft de verdachte voorafgaand aan de jaarwisseling deel genomen aan een WhatsApp-groep waarin werd gesproken over het voornemen onrust te veroorzaken ten tijde van de jaarwisseling. Voorts heeft de verdachte in de nacht van de jaarwisseling – nadat hij door leden van de Mobiele Eenheid (ME) was ingesloten –op zijn telefoon een video-opname gemaakt waarin er samen met medeverdachte [medeverdachte] (hierna: [medeverdachte] ) wordt gepraat over het doodschoppen van een ME’er. Vijftien minuten nadat hij deze video had opgenomen, is [medeverdachte] aangehouden voor het schoppen tegen het schild van een ME’er.\n\nHet hof overweegt als volgt.\n\nHet hof stelt voorop dat van het \"in vereniging\" plegen van geweld sprake is, indien de betrokkene een voldoende significante of wezenlijke bijdrage levert aan het geweld, zij het dat deze bijdrage zelf niet van gewelddadige aard hoeft te zijn. De enkele omstandigheid dat iemand aanwezig is in een groep die openlijk geweld pleegt is niet zonder meer voldoende om hem te kunnen aanmerken als iemand die \"in vereniging\" geweld pleegt. Beoordeeld zal moeten worden of de door de verdachte geleverde – intellectuele en\u002Fof materiële – bijdrage aan het delict van voldoende gewicht is.\n\nMet de advocaat-generaal en de verdediging is het hof van oordeel dat op grond van het verhandelde ter terechtzitting niet kan worden bewezen dat de verdachte omstreeks de jaarwisseling geweld heeft gebruikt jegens de verbalisanten, zoals het gooien met stenen of vuurwerk. Het hof is voorts van oordeel dat evenmin bewezen kan worden dat de verdachte op enige wijze geweldshandelingen die door andere personen zijn gepleegd heeft ondersteund of anderszins heeft bijgedragen aan het ontstaan of het voortduren van het geweld jegens de verbalisanten. Het hof neemt hierbij in aanmerking dat [medeverdachte] bij de raadsheer-commissaris als getuige is gehoord en heeft verklaard dat hetgeen de verdachte in de video-opname heeft gezegd, los stond van zijn handelen daarna en dat de verdachte niet in de buurt was toen [medeverdachte] tegen het schild van verbalisant [verbalisant 2] aan schopte. De enkele aanwezigheid in de groep die door de politie\u002FME was ingesloten en het feit dat de verdachte deel uit maakte van een WhatsApp-groep acht het hof evenmin een bijdrage van voldoende gewicht. Gelet op het voorgaande is niet vast komen te staan dat de verdachte een voldoende significante of wezenlijke bijdrage heeft geleverd aan het tenlastegelegde geweld tegen de desbetreffende verbalisanten, zodat het ten laste gelegde niet kan worden bewezen en de verdachte daarvan zal worden vrijgesproken.\n\nBewezenverklaring\n\nHet hof acht wettig en overtuigend bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan, met dien verstande dat:\n\n3. hij op of omstreeks31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk eenvuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed,dat\u002Fdiegeheel of ten deleaan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachtetoebehoorde(n)heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt;.\n\nHetgeen meer of anders is tenlastegelegd, is niet bewezen. De verdachte moet daarvan worden vrijgesproken.\n\nBewijsvoering\n\nHet hof grondt zijn overtuiging dat de verdachte het bewezenverklaarde heeft begaan op de feiten en omstandigheden die in de bewijsmiddelen zijn vervat en die reden geven tot de bewezenverklaring.\n\nIn die gevallen waarin de wet aanvulling van het arrest vereist met de bewijsmiddelen dan wel, voor zover artikel 359, derde lid, tweede volzin, van het Wetboek van Strafvordering wordt toegepast, met een opgave daarvan, zal zulks plaatsvinden in een aanvulling die als bijlage aan dit arrest zal worden gehecht.\n\nStrafbaarheid van het bewezenverklaarde\n\nHet onder 3 bewezenverklaarde levert op\n\nopzettelijk en wederrechtelijk enig goed dat geheel of ten dele aan een ander toebehoort, vernielen.\n\nStrafbaarheid van de verdachte\n\nEr is geen omstandigheid aannemelijk geworden die de strafbaarheid van de verdachte uitsluit. De verdachte is dus strafbaar.\n\nStrafmotivering\n\nHet hof heeft de op te leggen straf bepaald op grond van de ernst van het feit en de omstandigheden waaronder dit is begaan en op grond van de persoon en de persoonlijke omstandigheden van de verdachte, zoals daarvan is gebleken uit het onderzoek ter terechtzitting.\n\nDaarbij heeft het hof in het bijzonder het volgende in aanmerking genomen.\n\nDe verdachte heeft zich op oudejaarsavond schuldig gemaakt aan vernieling van een prullenbak door hierop zwaar vuurwerk tot ontploffing te brengen. Een dergelijk feit is gevaarzettend en geschikt om gevoelens van angst en onveiligheid in de maatschappij teweeg te brengen. De verdachte heeft met zijn handelen de gemeente en daarmee de gemeenschap financiële schade berokkend en hij heeft hiermee overlast veroorzaakt.\n\nHet hof heeft acht geslagen op een de verdachte betreffend uittreksel Justitiële Documentatie van 1 juni 2026, waaruit blijkt dat de verdachte niet eerder voor een vergelijkbaar feit is veroordeeld.\n\nTen aanzien van de redelijke termijn als bedoeld in artikel 6, eerste lid, van het Europees Verdrag tot bescherming van de rechten van de mens en de fundamentele vrijheden (EVRM) overweegt het hof dat deze is aangevangen op 6 maart 2023. In eerste aanleg is de redelijke termijn niet overschreden. Het hof stelt vast dat de behandeling van de zaak in hoger beroep niet heeft plaatsgevonden binnen de daartoe gestelde redelijke termijn,. Namens de verdachte is immers op 4 juli 2023 hoger beroep ingesteld en het hof wijst op 8 juli 2026 eindarrest. De redelijke termijn van de berechting in hoger beroep is derhalve met meer dan één jaar overschreden. Het hof ziet, ook gelet op de duur van de procedure als geheel, aanleiding te volstaan met de constatering van dit verzuim, gelet op de gekozen strafmodaliteit en de hoogte van de op te leggen straf.\n\nHet hof is – alles afwegende – van oordeel dat een onvoorwaardelijke taakstraf van na te melden duur een passende en geboden reactie vormt. Anders dan de verdediging heeft bepleit acht het hof een geldboete, gelet op de context waarin en de wijze waarop de vernieling plaatsvond – tijdens de jaarwisseling en met (illegaal) vuurwerk – niet passend. Evenmin zal om die reden toepassing worden gegeven aan het bepaalde in artikel 9a van het Wetboek van Strafrecht.\n\nVorderingen tot schadevergoeding\n\nIn het onderhavige strafproces hebben tweeëntwintig verbalisanten zich als benadeelde partij gevoegd ter zake van het onder 2 ten laste gelegde. De benadeelde partijen [verbalisant 17] , [verbalisant 12] , [verbalisant 8] , [verbalisant 9] , [verbalisant 19] , [verbalisant 20] , [verbalisant 18] , [verbalisant 15] , [verbalisant 10] , [verbalisant 4] , [verbalisant 1] , [verbalisant 16] , [verbalisant 3] , [aspirant] , [verbalisant 7] , [hoofdagent] , [verbalisant 14] , [verbalisant 5] en [verbalisant 6] vorderen per persoon een vergoeding van € 350,00 aan immateriële schade. De benadeelde partijen [verbalisant 13] en [verbalisant 11] vorderen per persoon een vergoeding van € 400,00 aan immateriële schade en de benadeelde partij [verbalisant 2] vordert een vergoeding van € 750,00 aan immateriële schade.\n\nNu de verdachte ter zake van het onder 2 tenlastegelegde wordt vrijgesproken, zullen de benadeelde partijen niet-ontvankelijk worden verklaard in hun vordering.\n\nGelet daarop zullen de benadeelde partijen worden veroordeeld in de kosten die de verdachte tot aan deze uitspraak in verband met de verdediging tegen die vorderingen heeft moeten maken, welke kosten het hof vooralsnog begroot op nihil.\n\nToepasselijke wettelijke voorschriften\n\nHet hof heeft gelet op de artikelen 9, 22c, 22d en 350 van het Wetboek van Strafrecht, zoals zij rechtens gelden dan wel golden.\n\nBESLISSING\n\nHet hof:\n\nVerklaart de verdachte niet-ontvankelijk in het hoger beroep, voor zover gericht tegen de beslissing ter zake van het onder 1 tenlastegelegde.\n\nVernietigt het vonnis waarvan beroep voor zover thans aan het oordeel van het hof onderworpen en doet in zoverre opnieuw recht:\n\nVerklaart niet bewezen dat de verdachte het onder 2 tenlastegelegde heeft begaan en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart, zoals hiervoor overwogen, bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan.\n\nVerklaart niet bewezen hetgeen de verdachte meer of anders is tenlastegelegd dan hierboven is bewezenverklaard en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart het onder 3 bewezenverklaarde strafbaar, kwalificeert dit als hiervoor vermeld en verklaart de verdachte strafbaar.\n\nVeroordeelt de verdachte tot een taakstrafvoor de duur van60 (zestig) uren, indien niet naar behoren verricht te vervangen door30 (dertig) dagen hechtenis.\n\nBeveelt dat de tijd die door de verdachte vóór de tenuitvoerlegging van deze uitspraak in enige in artikel 27, eerste lid, van het Wetboek van Strafrecht bedoelde vorm van voorarrest is doorgebracht, bij de uitvoering van de opgelegde taakstraf in mindering zal worden gebracht, volgens de maatstaf van 2 uren taakstraf per in voorarrest doorgebrachte dag, voor zover die tijd niet reeds op een andere straf in mindering is gebracht.\n\nVordering van de benadeelde partijen:\n\n- [verbalisant 17] ,\n\n- [verbalisant 12] ,\n\n- [verbalisant 13] ,\n\n- [verbalisant 8] ,\n\n- [verbalisant 9] ,\n\n- [verbalisant 19] ,\n\n- [verbalisant 20] ,\n\n- [verbalisant 11]\n\n- [verbalisant 18] ,\n\n- [verbalisant 15] ,\n\n- [verbalisant 10] ,\n\n- [verbalisant 4] ,\n\n- [verbalisant 1] ,\n\n- [verbalisant 16] ,\n\n- [verbalisant 3] ,\n\n- [verbalisant 2]\n\n- [aspirant] ,\n\n- [verbalisant 7] ,\n\n- [hoofdagent] ,\n\n- [verbalisant 14] ,\n\n- [verbalisant 5] , en\n\n- [verbalisant 6]\n\nVerklaart de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens niet-ontvankelijk in hun vordering tot schadevergoeding.\n\nVeroordeelt de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens in de door verdachte gemaakte kosten en begroot deze telkens op nihil.\n\nDit arrest is gewezen door mr. F.W. Pieters, als voorzitter, mr. E.C. van Veen en mr. M.C. Bruining, leden, in bijzijn van de griffier mr. V.V. de Lange.\n\nHet is uitgesproken op de openbare terechtzitting van het hof van 8 juli 2026.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:GHDHA:2026:2250","ecli-nl-ghdha-2026-2250",{"courtName":52,"legalDomain":53,"decisionType":32,"procedureType":33},"Den Haag","Strafrecht",{"id":55,"ecli":56,"caseNumber":14,"courtId":57,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":58,"language":25,"source":26,"sourceUrl":59,"summary":14,"slug":60,"metadata":61},"348","ECLI:NL:RBDHA:2026:18721",65,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Groningen\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.20806\n uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n \n [naam], eiseres,\n\nV-nummer: [v-nummer:],\n\n(gemachtigde: mr. I.M. Zuidhoek),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, de minister.\n\nInleiding\n\n1. In deze uitspraak beoordeelt de rechtbank het beroep van eiseres tegen het niet in behandeling nemen van de aanvraag tot het verlenen van een verblijfsvergunning asiel voor bepaalde tijd. De minister heeft de aanvraag met het bestreden besluit van 7 april 2026 niet in behandeling genomen omdat daarvoor Frankrijk verantwoordelijk is.\n\n1.1.. De rechtbank doet op grond van artikel 8:54 van de Algemene wet bestuursrecht (Awb) uitspraak zonder zitting.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\n2. De rechtbank beoordeelt het niet in behandeling nemen van de asielaanvraag van eiseres. Zij doet dat mede aan de hand van de argumenten die eiseres heeft aangevoerd, de beroepsgronden.\n\n3. De rechtbank verklaart het beroep ongegrond. Dat betekent dat eiseres ongelijk krijgt en het bestreden besluit in stand blijft. Hierna legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit oordeel heeft.\n\nToepasselijk recht\n\n4. Op deze zaak is het recht van toepassing dat gold vóór 12 juni 2026.\n\nTotstandkoming van het besluit\n\n5. De Europese Unie heeft gezamenlijke regelgeving over het in behandeling nemen van asielaanvragen. Die staat in de Dublinverordening.Op grond van de Dublinverordening neemt de minister een asielaanvraag niet in behandeling als is vastgesteld dat een andere lidstaat verantwoordelijk is voor de behandeling daarvan.In dit geval heeft Nederland bij Frankrijk een verzoek om terugname gedaan. Frankrijk heeft dit verzoek aanvaard.\n\nMag de minister ten opzichte van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel?\n\n6. Eiseres stelt zich op het standpunt dat er in Frankrijk voor haar een onveilige situatie zal optreden. Dit is het gevolg van de aanwezigheid van veel Libanezen in Frankrijk, waaronder ook de familie van haar moeder die haar eerder al bedreigde. Bovendien heeft eiseres in Nederland een community gevonden waar zij zich veilig bij voelt en in Frankrijk heeft zij niemand, dit is voor haar een angstaanjagend vooruitzicht. Dit terwijl in Nederland er een sterke en diverse LHBT-gemeenschap is waar zij zich veilig voelt. Volgens eiseres is er in Frankrijk bovendien nog steeds een groot probleem met betrekking tot de opvang van asielzoekers. Ze verwijst naar het AIDA-rapport over Frankrijk, update 2024.Er is een tekort aan opvangplekken en eiseres loopt bij terugkeer een reëel risico om in een situatie van materiële deprivatie terecht te komen. Volgens eiseres is het bestreden besluit niet zorgvuldig voorbereid en berust het evenmin op een deugdelijke motivering.\n\n6.1.. De beroepsgrond slaagt niet. Naar het oordeel van de rechtbank mag de minister ten aanzien van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. De Afdelingheeft meermaals bevestigd dat ten aanzien van Frankrijk in algemene zin kan worden uitgegaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. Hierbij is ook het AIDA rapport, update 2024, betrokken. De rechtbank overweegt ambtshalve dat ook het recente AIDA rapport, update 2025, geen wezenlijk ander beeld geeft van de opvangvoorzieningen in Frankrijk dan de informatie die is betrokken door de Afdeling in eerdere uitspraken.\n\n6.2.. Uit de AIDA rapporten blijkt niet dat sprake is van structurele tekortkomingen in de opvang of asielprocedure, ook niet ten aanzien van de LHTBI-gemeenschap. Eiseres heeft bovendien niet aannemelijk gemaakt dat zij bij overdracht aan Frankrijk persoonlijk geen opvang, rechtsbescherming of toegang tot de procedure zal krijgen. Eiseres heeft niet eerder een asielaanvraag in Frankrijk ingediend waardoor zij geen persoonlijke ervaring heeft met de kwaliteit van de asielprocedure en de opvangvoorzieningen in Frankrijk.\n\n6.3.. Naar het oordeel van de rechtbank heeft de minister zich niet ten onrechte op het standpunt gesteld dat eiseres niet aannemelijk heeft gemaakt dat sprake is van bijzondere, individuele omstandigheden op basis waarvan de minister de aanvraag toch zou moeten behandelen.\n\nConclusie en gevolgen\n\n7. Het beroep is kennelijk ongegrond. Dat betekent dat het bestreden besluit in stand blijft en eiseres overgedragen kan worden aan Frankrijk. Eiseres krijgt geen vergoeding van haar proceskosten.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank verklaart het beroep ongegrond.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. A. Sibma, rechter, in aanwezigheid van mr. S. Strating, griffier, en openbaar gemaakt door middel van gepseudonimiseerde publicatie op rechtspraak.nl.\n\nDe uitspraak is openbaar gemaakt en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over verzet\n\nAls partijen het niet eens zijn met deze uitspraak, kunnen zij een verzetschrift sturen naar de rechtbank waarin zij uitleggen waarom zij het niet eens zijn met deze uitspraak. Het verzetschrift moet worden ingediend binnen zes weken na de dag waarop deze uitspraak is verzonden. Als partijen graag een zitting willen om het verzetschrift toe te lichten, moeten zij dit in het verzetschrift vermelden.\n\n Zie artikel 84 van de Asiel- en migratiebeheerverordening inzake het overgangsrecht.\n\n Verordening (EU) nr. 604\u002F2013.\n\n Dit staat ook in artikel 30, eerste lid, van de Vreemdelingenwet 2000.\n\n Update 2024 van juni 2025.\n\n Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State.\n\n Update 2025 van mei 2026.\n\n Zie ook de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Arnhem, van 3 juli 2026. (ECLI:NL:RBDHA:2026:18469, r.o. 7.1) en de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Middelburg, van 25 juni 2026 (ECLI:NL:RBDHA:2026:17711).","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18721","ecli-nl-rbdha-2026-18721",{"courtName":62,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Groningen","Bestuursrecht; Vreemdelingenrecht",{"id":65,"ecli":66,"caseNumber":14,"courtId":67,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":68,"language":25,"source":26,"sourceUrl":69,"summary":14,"slug":70,"metadata":71},"418","ECLI:NL:RBDHA:2026:18726",61,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Rotterdam\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.36068uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n\n [naam eiser] , eiser\n\nV-nummer: [V-nummer]\n\n(gemachtigde: mr. J.S. Dobosz),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, verweerder\n\n(gemachtigde: mr. C. van der Zijde).\n\nSamenvatting\n\n1. Deze uitspraak gaat over de maatregel van vreemdelingenbewaring die aan eiser is opgelegd. Deze maatregel is opgelegd op grond van artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vreemdelingenwet 2000. Eiser is het niet eens met die maatregel. Hij voert daartegen een beroepsgrond aan. Onder meer aan de hand van deze beroepsgrond beoordeelt de rechtbank de rechtmatigheid van die maatregel en de vraag of aan eiser een schadevergoeding moet worden toegekend.\n\n1.1.. De rechtbank komt in deze uitspraak tot het oordeel dat het beroep gegrond is. Het opleggen van de maatregel van vreemdelingenbewaring is onrechtmatig. De rechtbank kent daarom een schadevergoeding toe. Hieronder legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit heeft.\n\n1.2.. In deze uitspraak gebruikt de rechtbank de volgende afkortingen voor de wet- en regelgeving:\n\nAwb: Algemene wet bestuursrecht\n\nVw: Vreemdelingenwet 2000\n\nVb: Vreemdelingenbesluit 2000\n\nProcesverloop\n\n2. Met het bestreden besluit van 29 juni 2026 heeft verweerder aan eiser de maatregel van vreemdelingenbewaring opgelegd en de rechtbank daarvan in kennis gesteld.\n\n2.1.. Deze kennisgeving wordt gelijkgesteld met een door eiser ingesteld beroep. Het beroep wordt ook aangemerkt als een verzoek om schadevergoeding.\n\n2.2.. De rechtbank heeft het beroep op 7 juli 2026 op zitting behandeld. Hieraan hebben deelgenomen: eiser, de gemachtigde van eiser, K.A. Ozdzinska als tolk en de gemachtigde van verweerder.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\nToetsingskader\n\n3. Verweerder kan als het belang van de openbare orde of de nationale veiligheid dat vordert, de vreemdeling die geen rechtmatig verblijf heeft in vreemdelingenbewaring stellen.Verweerder stelt een vreemdeling slechts in vreemdelingenbewaring, voor zover geen minder dwingende maatregelen doeltreffend kunnen worden toegepast en de vreemdelingenbewaring blijft achterwege of wordt beëindigd, indien deze niet langer noodzakelijk is met het oog op het doel van de vreemdelingenbewaring.Deze vreemdeling kan in vreemdelingenbewaring worden gesteld op grond dat het belang van de openbare orde of nationale veiligheid zulks vordert, indien a) een onderduikrisico bestaat, of b) de vreemdeling de voorbereiding van het vertrek of de uitzettingsprocedure ontwijkt of belemmert.De maatregel kan alleen worden opgelegd wegens het bestaan van een onderduikrisico, indien ten minste twee van de gronden, genoemd in artikel 5.6, tweede lid, van het Vb zich voordoen.\n\nGronden\n\n4. Eiser heeft de gronden die aan de maatregel ten grondslag zijn gelegd niet bestreden. De gronden, die de ambtshalve toetsing van de rechtbank doorstaan, zijn tezamen voldoende om de maatregel van bewaring te kunnen dragen.\n\nRechtmatig verblijf\n\n5. Eiser heeft aangevoerd dat er sprake is van een rechtmatig verblijf van eiser in Nederland op grond van artikel 7 van de Richtlijn 2004\u002F38\u002FEG. Eiser is een maand voorafgaand aan de onderhavige zaak opgehouden op 3 juni 2026. Hij heeft ter onderbouwing het proces-verbaal van ophouding overgelegd. Op deze dag is onderzoek gedaan naar de arbeidssituatie van eiser. Gebleken is dat eiser arbeid verricht voor een Nederlands uitzendbureau en beschikte over een arbeidscontract. Eiser is vervolgens heengezonden wegens bestendig verblijf. Verweerder kon ten aanzien van de onderhavige maatregel van bewaring op 29 juni 2026 niet zonder meer terugvallen op het standpunt dat sprake is van voortgezet onrechtmatig verblijf. Dit is onverenigbaar met de bevinding op 3 juni 2026. De maatregel van bewaring is dan ook onvoldoende zorgvuldig voorbereid en onvoldoende gemotiveerd.\n\n5.1.. Verweerder heeft aan de maatregel ten grondslag gelegd dat eiser geen rechtmatig verblijf in Nederland heeft, nu zijn verblijfsrecht als Unieburger bij beschikking van 6 maart 2025 is beëindigd. De rechtbank stelt voorop dat de enkele omstandigheid dat het verblijfsrecht van een Unieburger eerder is beëindigd, niet zonder meer meebrengt dat deze op een later moment geen rechten meer aan het Unierecht kan ontlenen. Indien sprake is van gewijzigde feiten en omstandigheden dient verweerder de verblijfsrechtelijke positie van de betrokkene opnieuw te beoordelen alvorens tot het oordeel te komen dat hij geen rechtmatig verblijf heeft.\n\n5.2.. De rechtbank oordeelt als volgt. In de maatregel van bewaring is vermeld dat eiser heeft verklaard werkzaam te zijn voor een Nederlands uitzendbureau en dit ook heeft aangetoond, dat eiser werkzaam is in België waar hij ook wordt voorzien van woonruimte door de werkgever en dat hij in België mag verblijven. Naar het oordeel van de rechtbank vormen deze omstandigheden concrete aanwijzingen dat de feitelijke situatie van eiser sinds de beschikking van 6 maart 2025 is gewijzigd. Van verweerder mocht daarom worden verwacht dat hij kenbaar zou onderzoeken welke betekenis deze gewijzigde omstandigheden hebben voor de actuele verblijfsrechtelijke positie van eiser. Uit de maatregel van bewaring, het gehoor voorafgaand aan deze maatregel en de overige stukken in het dossier is niet gebleken dat een dergelijk onderzoek heeft plaatsgevonden. Daarbij betrekt de rechtbank dat uit het proces-verbaal van ophouding van eiser op 3 juni 2026 blijkt dat eiser is heengezonden, omdat sprake was van ‘mogelijk bestendig verblijf’. Uit het proces-verbaal van verhoor op die dag blijkt dat het werken voor een Nederlands uitzendbureau hier ook aan de orde is geweest. Vervolgens wordt nog geen maand later in de onderhavige maatregel van bewaring zonder kenbare motivering aangenomen dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft. Niet valt in te zien waarom verweerder er zonder nader onderzoek van uit heeft kunnen gaan dat eiser geen aan het Unierecht ontleend verblijfsrecht had. De motivering dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft, is onder deze omstandigheden onvoldoende draagkrachtig. Gelet hierop is de maatregel in strijd met artikel 3:2 en 3:46 van de Awb tot stand gekomen en is dan ook onrechtmatig. Deze beroepsgrond slaagt.\n\nConclusie en gevolgen\n\n6. Het beroep tegen de maatregel van vreemdelingenbewaring is gegrond. Deze maatregel is vanaf het moment van het opleggen daarvan onrechtmatig. De rechtbank beveelt de opheffing van deze maatregel met ingang van vandaag.\n\n6.1.. Op grond van artikel 106 van de Vw kan de rechtbank indien zij de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring beveelt aan eiser een schadevergoeding ten laste van de Staat toekennen. De rechtbank acht gronden aanwezig om een schadevergoeding toe te kennen voor 10 dagen onrechtmatige (tenuitvoerlegging van de) vreemdelingenbewaring ten bedrage van 0 x € 160,- (verblijf politiecel) en 10 x € 120,- (verblijf detentiecentrum) = € 1.200,-.\n\n6.2.. Eiser krijgt een vergoeding van zijn proceskosten. Verweerder moet deze vergoeding betalen. Deze vergoeding bedraagt € 1.868,- omdat de gemachtigde van eiser geacht wordt beroep te hebben ingesteld en aan de zitting heeft deelgenomen. Verder zijn er geen kosten gemaakt die vergoed kunnen worden.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- veroordeelt de Staat der Nederlanden tot het betalen van € 1.200,- aan schadevergoeding aan eiser, te betalen door de griffier en beveelt de tenuitvoerlegging van deze schadevergoeding;\n\n- beveelt de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring met ingang van vandaag;\n\n- veroordeelt verweerder tot betaling van € 1.868,- aan proceskosten aan eiser.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. S.N. Abdoelkadir, rechter, in aanwezigheid van mr. M. Stehouwer, griffier.\n\nUitgesproken in het openbaar en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over hoger beroep\n\nEen partij die het niet eens is met deze uitspraak, kan een hogerberoepschrift sturen naar de Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State waarin wordt uitgelegd waarom deze partij het niet eens is met de uitspraak. Het hogerberoepschrift moet worden ingediend binnen één week na de dag waarop deze uitspraak is verzonden of na de dag van plaatsing daarvan in het digitale dossier.\n\n Het beroep tegen een maatregel van bewaring wordt ook aangemerkt als een verzoek om toekenning van schadevergoeding. Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59c van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 5.5 van het Vb.\n\n Dit volgt uit artikel 5.6, eerste lid, van het Vb.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18726","ecli-nl-rbdha-2026-18726",{"courtName":72,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Rotterdam"]