[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"decision-ecli-de-neuris-jure259032075":3,"decision-more-ecli-de-neuris-jure259032075":18},{"id":4,"ecli":5,"caseNumber":6,"courtId":7,"courtName":8,"courtSlug":9,"decisionDate":10,"fullText":11,"language":12,"source":13,"sourceUrl":14,"summary":15,"slug":16,"metadata":17},"6411","ECLI:DE:NEURIS:JURE259032075","3 Ni 11\u002F23 (EP)",42,"Bundespatentgericht","bundespatentgericht","2025-05-20T00:00:00.000Z","#  BPatG München, 20.05.2025, 3 Ni 11\u002F23 (EP) \n\n## Tenor\n\n**In der Patentnichtigkeitssache**\n\n…\n\n**betreffend das europäische Patent 2 574 652**\n\n**(DE 60 2004 054 166)**\n\nhat der 3. Senat (Nichtigkeitssenat) des Bundespatentgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 20. Mai 2025 durch den Vorsitzenden Richter Schramm, die Richterinnen Dipl.-Chem. Dr. Münzberg und Werner, sowie die Richter Dipl.-Chem. Dr. Jäger und Dipl.-Chem. Dr. Freudenreich\n\nfür Recht erkannt:\n\nI. Die Klage wird abgewiesen.\n\nII. Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin.\n\nIII. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 120 % des zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar.\n\n## Tatbestand\n\n1\\. Die Beklagten waren eingetragene Inhaberinnen des aufgrund der internationalen Anmeldung vom 25. November 2004, die als WO 2005\u002F052087 A1 am 9. Juni 2005 veröffentlicht worden ist, unter Inanspruchnahme der Prioritäten aus den japanischen Anmeldungen JP 2003394855 vom 26. November 2003, JP 2004041503 vom 18. Februar 2004, JP 2004154548 vom 25. Mai 2004 und JP 2004159306 vom 28. Mai 2004 auch mit Wirkung für das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland in englischer Verfahrenssprache erteilten und mit dem 25. November 2024 infolge des Ablaufs der Patentlaufzeit erloschenen europäischen Patents 2 574 652 (Streitpatent) mit der Bezeichnung „Phosphor and light-emitting equipment using phosphor“ (in Deutsch laut Streitpatentschrift: „Phosphor- und lichtemittierende Einrichtung mit Phosphor“). \n\n2\\. Das beim Deutschen Patent- und Markenamt unter dem Aktenzeichen DE 60 2004 054 166.4 geführte Streitpatent bezieht sich auf einen Leuchtstoff, der hauptsächlich aus einer anorganischen Verbindung besteht, und Anwendungen davon. Insbesondere beziehen sich die Anwendungen auf lichtemittierende Einrichtungen wie eine Beleuchtungseinrichtung und eine Bildanzeigeeinheit, sowie ein Pigment und ein ultraviolettes Absorptionsmittel, die eine Eigenschaft des Leuchtstoffs nutzen, z.B. die Eigenschaft, Fluoreszenz mit einer langen Wellenlänge von 570 nm oder länger zu emittieren. (GDM1, [0001]). Das Streitpatent umfasst 13 Patentansprüche mit den nebengeordneten Patentansprüchen 1, 10 und 12, wobei die Patentsprüche 2 bis 9 mittelbar oder unmittelbar auf den Patentanspruch 1 und die Patentansprüche 11 und 13 unmittelbar auf die jeweiligen Patentansprüche 10 und 12 zurückbezogen sind. \n\n3\\. Die nebengeordneten Patentansprüche haben in der Verfahrenssprache und in der deutschen Übersetzung laut Streitpatentschrift den folgenden Wortlaut: \n\n4\\. \n\n1\\. A phosphor, which is(1) a phosphor comprising an inorganic compound which is a composition containing at least M Element, A Element, D Element, E Element, and X Element, which has the same crystal structure as that of CaAlSiN3, and which emits a fluorescent light having a peak in the range of a wavelength of 570 nm to 700 nm by irradiation with an excitation source, or(2) a phosphor comprising an inorganic compound which is represented by the composition formula MaAbDcEdXe, wherein the parameters a, c, d and e satisfy all the requirements:0.00001 ≤ a ≤ 0.1 (i),0.5 ≤ c ≤ 1.8 (ii),0.5 ≤ d ≤ 1.8 (iii),0.8 × (2\u002F3 + 4\u002F3 × c + d) ≤ e (iv),e ≤ 1.2 × (2\u002F3 + 4\u002F3 × c + d) (v),anda + b = 1,and which emits a fluorescent light having a peak in the range of a wavelength of 570 nm to 700 nm by irradiation with an excitation source, wherein in the phosphors (1) and (2), M Element is one or two or more elements selected from the group consisting of Mn, Ce, Sm, Eu, Th, Dy, Er, and Yb, and contains Eu as an essential element; A Element is one or two or more elements selected from the group consisting of Mg, Ca, Sr, and Ba, and contains Ca as an essential element; D Element is one or two or more elements selected from the group consisting of Si, Ge, Ti, Zr, and Hf, and contains Si as an essential element; E Element is one or two or more elements selected from the group consisting of B, Al, Sc, and Y, and contains Al as an essential element; X Element is one or two or more elements selected from the group consisting of O, N, and F, and contains N as an essential element. 1. Leuchtstoff, der(1) ein Leuchtstoff, der eine anorganische Verbindung aufweist, die eine Zusammensetzung ist, die mindestens ein Element M, ein Element A, ein Element D, ein Element E und ein Element X enthält, das dieselbe Kristallstruktur wie jene von CaAlSiN3, aufweist, und die durch Bestrahlung mit einer Anregungsquelle in Fluoreszenzlicht emittiert, das eine Spitze im Bereich einer Wellenlänge von 570 nm bis 700 nm aufweist, oder(2) ein Leuchtstoff ist, der eine anorganische Verbindung aufweist, die durch die Zusammensetzungsformel MaAbDcEdXerepräsentiert wird, wobei die Parameter a, c, d, und e alle die Anforderungen er füllen:0,00001 ≤ a ≤ 0,1 (i),0,5 ≤ c ≤ 1,8 (ii),0,5 ≤ d ≤ 1,8 (iii),0,8 × (2\u002F3 + 4\u002F3 × c + d) ≤ e (iv),e ≤ 1,2 × (2\u002F3 + 4\u002F3 × c + d) (v),unda + b = 1,und die durch Bestrahlung mit einer Anregungsquelle ein Fluoreszenzlicht emittiert, das eine Spitze im Bereich einer Wellenlänge von 570 nm bis 700 nm aufweist, wobei in den Leuchtstoffen (1) und (2) das Element M aus einem oder zwei oder mehreren Elementen besteht, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus Mn, Ce, Sm, Eu, Tb, Dy, Er und Yb besteht, und Eu als ein wesentliches Element enthält; das Element A aus einem oder zwei oder mehreren Elementen besteht, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus Mg, Ca, Sr und Ba besteht, und Ca als ein wesentliches Element enthält; das Element D aus einem oder zwei oder mehreren Elementen besteht, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus Si, Ge, Ti, Zr und Hf besteht, und Si als ein wesentliches Element enthält; das Element E aus einem oder zwei oder mehreren Elementen besteht, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus B, Al, Sc und Y besteht, und Al als ein wesentliches Element enthält; das Element X aus einem oder zwei oder mehreren Elementen besteht, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus O, N und F besteht, und N als ein wesentliches Element enthält. 10\\. A lighting equipment constituted by a light-emitting source and a phosphor, wherein at least the phosphor according to any one of the claims 1 to 9 is used. 10. Beleuchtungseinrichtung, die durch eine lichtemittierende Quelle und einen Leuchtstoff gebildet wird, wobei mindestens der Leuchtstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 9 verwendet wird. 12\\. An image display unit constituted by an excitation source and a phosphor, wherein at least the phosphor according to any one of the claims 1 to 9 is used. 12. Bildanzeigeeinheit, die durch eine Anregungsquelle und einen Leuchtstoff gebildet wird, wobei mindestens der Leuchtstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 9 verwendet wird.\n\n5\\. Mit ihrer Nichtigkeitsklage verlangt die Klägerin, die von der Beklagten wegen behaupteter Patentverletzung vor dem Landgericht in Anspruch genommen worden ist, die vollständige Nichtigerklärung des Streitpatents wegen nicht ausführbarer Offenbarung und fehlender Patentfähigkeit. Die Beklagten verteidigen ihr Patent in der erteilten Fassung sowie in der Fassung der Hilfsanträge 0 bis 3. \n\n6\\. Aus dem Streitpatent war eine weitere Verletzungsklage beim Landgericht anhängig, mit einem parallelen Nichtigkeitsverfahren zum Az. 3 Ni 17\u002F23 (EP). Nachdem die Beklagten diese Verletzungsklage zurückgenommen haben, haben die Parteien im parallelen Nichtigkeitsverfahren den Rechtsstreit übereinstimmend für erledigt erklärt. \n\n7\\. Beide Parteien haben zur Stützung ihres jeweiligen Vortrags u.a. folgende Druckschriften eingereicht (Nummerierung und Kurzzeichen von den Parteien vergeben): \n\n8\\. \n\nGDM1 EP 2 574 652 B1 (Streitpatentschrift) mit deutscher Übersetzung nach Schriftsatz vom 8\\. Dezember 2023 GDM1a EP 2 574 652 A2 GDM4 DE 697 02 929 T2 GDM5 WATANABE, H. et al, Journal of the Electrochemical Society, 2008, 155 (3), S. F31-F36 GDM6 MIKAMI, M. et al., IOP Conference Series: Materials Science and Engineering, 2009, 1, 012002, S. 1-10 GDM7 KIM, H.S. et al., ECS Journal of Solid State Science and Technology, 2014, 3(12), S. R234-R237 GDM8 WANG, Q. et al., Optoelectronics and Advanced Materials – Rapid Communications, 2018, Vol. 12, No. 1-2， S. 95-99 GDM9 ARNOLD, M., Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, Gutachten vom 9. Dezember 2022, S. 1-11 GDM10 ARNOLD, M., Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, Versuchsbericht vom 17. Februar 2022, S. 1-9 GDM10a ARNOLD, M., Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, Gutachten vom 29. Januar 2024 zum Versuchsbericht GDM10 und zum Gutachten SB10 von Prof. X … 1\u002F11–3\u002F11 GDM12 HÖPPE, H.A. et al, Journal of Physics and Chemistry of Solids, 2000, 61, S. 2001-2006 GDM13 SCHNICK, W. et al., Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie, 2003, 629, S. 902-912 GDM14 CaAISiN3 JCPDS (Joint Committee on Powder Diffraction Standards) card 00-039-0747, 30\\. November 2022, eine Seite GDM15 HUANG, Z.-K. et al., Journal of Materials Science Letters, 1985, 4, S. 255-259 GDM16 OTTINGER, F. und NESPER, R., Poster ausgestellt auf der 9th European Conference on Solid State Chemistry, Stuttgart, 2003, 3.-6. September GDM17 OTTINGER, F., Dissertation, ETH Zürich 2004 GDM20 JP2003394855 (erste Priorität zu EP 2 574 652 B1) GDM20a Englischsprachige Übersetzung der GDM20 GDM21 JP2004041503 (zweite Priorität zu EP 2 574 652 B1) GDM21a Englischsprachige Übersetzung der GDM21 GDM22 JP2004154548 (dritte Priorität zu EP 2 574 652 B1) GDM22a Englischsprachige Übersetzung der GDM22 GDM23 JP2004159306 (vierte Priorität zu EP 2 574 652 B1) GDM23a Englischsprachige Übersetzung der GDM23 GDM24 WO 2005\u002F078811 A1 GDM24a DE 11 2005 000 396 T5 GDM24b JP 2004041502 (Prioritätsdokument der GDM24) GDM25 EP 1 568 753 A2 GDM25a JP 2004055536 (Prioritätsdokument der GDM25) GDM25c Englische Maschinenübersetzung von JP2005239985A GDM26 WO 2005\u002F103199 A1 GDM26a JP 2004131770 (Prioritätsdokument der GDM26) GDM26b Beglaubigte Übersetzung der GDM26a GDM27 JP 2004067837 A GDM27a Englische Maschinenübersetzung von GDM27\n\n9\\. \n\nSB1a US 2015\u002F0214444 A1 SB1b ZOU, J. et al., Ceramics International, 2016， 42, S. 14956-14962 SB1c US 2020\u002F0251619 A1 SB2 YAMAMOTO S., Auszug aus Laborbuch nebst englischsprachiger Übersetzung (EN) vom 12. Januar 2004 SB6 UEDA, K., Versuchsbericht vom 12. Juni 2023 nebst englischsprachiger Übersetzung (EN) und Artikel von FIEDLER, T. et al., Chemistry A European Journal Communication, 2020, 26, S. 795-798 SB9 US 6 682 663 B2 SB10 Y …, Stellungnahme zu GDM1 vom 8. September 2023, 19 Seiten SB11 WANG, P.L. et al., Journal of the European Ceramic Society, 1999, 19, S. 553-560\n\n10\\. Die Klägerin ist der Auffassung, dass das Streitpatent, insbesondere hinsichtlich der zweiten Alternative nach Patentanspruch 1, nicht ausführbar offenbart sei, weil es keine Lösung für die angesprochene Aufgabe gegenüber dem Stand der Technik biete. Bei dem beanspruchten Leuchtstoff handle es sich um einen funktionellen Stoff, der ausgebildet und geeignet sein müsse, diese Funktion über die gesamte beanspruchte Breite praktisch erheblich zu erfüllen. Dies sei aber ausweislich verschiedener Nacharbeitungen, die entgegen der Auffassung der Beklagten sach- und fachgerecht durchgeführt worden seien, nicht der Fall. \n\n11\\. Des Weiteren sei der beanspruchte Leuchtstoff gegenüber den Druckschriften GDM24, GDM25 und GDM26 nach Maßgabe der von ihnen in Anspruch genommenen Prioritäten jeweils nicht neu. Diese Druckschriften bildeten einen berücksichtigungsfähigen Stand der Technik, weil das Streitpatent zu Recht lediglich die Priorität vom Anmeldetag beanspruchen könne. So offenbarten die Prioritätsschriften GDM20 bis GDM22 weder die mit Patentanspruch 1 beanspruchten Elemente Ti, Zr, Hf, Sc und Y, noch den Bereich für den Parameter „e“, und schließlich auch nicht den beanspruchten Wellenlängenbereich von 570 nm bis 700 nm. Gegenüber der Prioritätsschrift GDM23 seien Streichungen von Elementen erfolgt, was zu einer anderen Auswahl („picking out“) und damit einer anderen Erfindung führe. \n\n12\\. Darüber hinaus fehle es dem streitpatentgemäßen Leuchtstoff gegenüber den Druckschriften GDM12 bis GDM17 und GDM27\u002FGDM27a, letztere insbesondere in Kombination mit GDM15 oder GDM16, an einer erfinderischen Tätigkeit. \n\n13\\. Die Klägerin wendet sich auch gegen die Hilfsanträge. Sie sieht die Gegenstände nach den Patentansprüchen in der Fassung der jeweiligen Hilfsanträge ebenfalls als nicht ausführbar offenbart und nicht patentfähig. In der Fassung nach Hilfsantrag 1 habe das Streitpatent keinen Bestand, da der damit beanspruchte Gegenstand gegenüber GDM26\u002FGDM26a entweder nicht neu oder aber nicht ausführbar sei. Zu den Hilfsanträgen 0, 2 und 3 hat die Klägerin nicht im Einzelnen Stellung genommen. \n\n14\\. Die Klägerin beantragt, \n\n15\\. das europäische Patent 2 574 652 mit Wirkung für das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland für nichtig zu erklären. \n\n16\\. Die Beklagten beantragen, \n\n17\\. die Klage abzuweisen, \n\n18\\. hilfsweise, die Klage mit der Maßgabe abzuweisen, \n\n19\\. dass das Streitpatent die Fassung des Hilfsantrags 0 gemäß Schriftsatz vom 6. Mai 2025, \n\n20\\. weiter hilfsweise die Fassung des Hilfsantrags 1 gemäß Schriftsatz vom 15. April 2024 \n\n21\\. und weiter hilfsweise die Fassung eines der Hilfsanträge 2 oder 3 gemäß Schriftsatz vom 6. Mai 2025 (jeweils in der Verfahrenssprache) erhält. \n\n22\\. Die Beklagten treten der Argumentation der Klägerin entgegen und halten den Gegenstand des Streitpatents in der erteilten Fassung für rechtsbeständig und wenigstens in den Fassungen nach den Hilfsanträgen für schutzfähig. Wegen des Wortlauts der Patentansprüche nach den Hilfsanträgen wird auf die Akte verwiesen. \n\n## Entscheidungsgründe\n\nI.\n\n23\\. Die zulässige Klage ist unbegründet. Das Streitpatent ist gemäß Artikel II § 6 Absatz 1 Nr. 1 IntPatÜG, Art. 138 Abs. 1 Buchst. a) und b) EPÜ i. V. m. Art. 52 und 56 EPÜ bereits in der erteilten Fassung patentfähig. \n\n24\\. 1\\. In der Beschreibung führt das Streitpatent (GDM1) aus, dass durch energiereiche Strahlung angeregte Leuchtstoffe das Problem einer abnehmenden Lumineszenz aufwiesen, dem durch den Einsatz von Sialon-Leuchtstoffen begegnet werde (GDM1, [0002]). Um weißes Licht zu erzeugen, würden konventionell blaues Licht emittierende Dioden mit gelbes Licht emittierenden Leuchtstoffen kombiniert, was wegen einer ungenügenden Rotkomponente zu einem bläulich-weißen Licht führe. Gleichermaßen kämen Kombinationen mit zwei unterschiedlichen rotes Licht emittierenden Leuchtstoffen zur Anwendung, die aber hinsichtlich der Farbwiedergabe, der Leuchtdichte oder auch der Umweltverträglichkeit verbesserungswürdig seien (GDM1, [0008-0010]). \n\n25\\. 2\\. Das Streitpatent geht vor diesem Hintergrund von einem Bedarf nach verbesserten orangefarbenes oder rotes Licht emittierenden Leuchtstoffen aus. Beabsichtigt sei die Bereitstellung eines Leuchtstoffs, der langwelliger als herkömmliche Seltenerd-aktivierte Sialon-Leuchtstoffe emittiere, eine hohe Leuchtdichte aufweise und chemisch stabil sei. Weiterer Gegenstand der Erfindung sei es, eine Beleuchtungseinrichtung mit hervorragenden Farbwiedergabeeigenschaften und eine Bildanzeigeeinheit mit hervorragender Haltbarkeit bereitzustellen (GDM1, [0011]). \n\n26\\. Als objektive technische Aufgabe erschließt sich dem Fachmann die Bereitstellung eines (Sialon-)Leuchtstoffs, der seine Funktion erfüllt, also entsprechend ausgebildet und geeignet sein muss, um in einer Beleuchtungseinrichtung oder Bildanzeigeeinheit gemäß den Patentansprüchen 10 und 12 verwendet werden zu können. \n\n27\\. Die Luminanz und die chemische Stabilität des beanspruchten Leuchtstoffs sind nicht in die Bestimmung der Aufgabe aufzunehmen. Nach der abweichenden Auffassung der Klägerin ist die im Streitpatent dargelegte Aufgabe maßgeblich für die Beurteilung der Ausführbarkeit einer Funktionserfindung. Diese Aufgabe könne daher nicht außer Acht gelassen werden und gemäß der Beklagten folglich nicht nur als „subjektive Aufgabe“ gewertet werden. Denn was die Erfindung laut Beschreibung erreichen wolle, d.h. welche Aufgabe ihr zugrunde liege, sei auch bei der Auslegung eines Patentanspruchs und der Ermittlung des Anspruchsgegenstands ein wesentliches Element. Insoweit sehe die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hierfür eine „wertende Betrachtung“ der allgemeinsten Form der Lehre eines Streitpatents vor, was infolgedessen auch für die Aufgabenstellung gelte (u.a. BGH Urteil vom 12. März 2019 - X ZR 32\u002F17, GRUR 2019, 713-718, Rn. 41 – Cer-Zirkonium-Mischoxid I; Urteil vom 12. März 2019 - X ZR 34\u002F17, GRUR 2019, 718-725, Rn. 23 – Cer-Zirkonium-Mischoxid II; Urteil vom 25. Februar 2010 - Xa ZR 100\u002F05, GRUR 2010, 414-416, Rn. 23 – Thermoplastische Zusammensetzung). Die Aufgabe bzw. das technische Problem sei nach Auffassung der Klägerin daher das, was sich für den fachmännischen Leser aus der Patentschrift isoliert betrachtet ergebe, nicht jedoch das, was sich im Vergleich zum Stand der Technik ergebe, entsprechend einer objektiven Aufgabe im Sinne des „problem-solution-approach“ des Europäischen Patentamts (BGH Urteil vom 22\\. Mai 1990 - X ZR 124\u002F88, GRUR 1991, 811-814, Ls. 2 – Falzmaschine; Urteil vom 15. Juli 2021 - X ZR 60\u002F19, Ls. 1 und 2 – Stereolithographiemaschine). Vorliegend gehe das Streitpatent von einem bekannten Stand der Technik aus (GDM1, [0003-0008]), der die als unzulänglich stabil beschriebene und bei der streitpatentgemäßen Synthese in großen Mengen anfallende Verbindung Sr2Si5N8:Eu gemäß SB9, Tabelle 1, umfasse. Es gehe also darum, Leuchtstoffe im Hinblick auf chemische Stabilität und Lumineszenz zu verbessern. Diese zwei Parameter wirkten sich allerdings auch auf die Ausführbarkeit der erfindungsgemäßen Lehre aus, welche gerade bei einem hohen Strontiumanteil nicht gegeben sei, was auch die nachveröffentlichte GDM6 betone (GDM6, S. 3 Abs. 2 „practically difficult“). \n\n28\\. Entgegen der Auffassung der Klägerin beschreibt der Patentanspruch 1 lediglich einen anorganischen Leuchtstoff, dessen Leuchtvermögen inhärent gegeben ist, so dass die patentgemäße Aufgabe ebenfalls nur in seiner Bereitstellung gesehen werden kann, ohne dabei die Aspekte seiner chemischen Stabilität oder der Stabilität seiner Lumineszenz berücksichtigen zu müssen. Soweit das Streitpatent in Absatz [0007] darüber hinaus informiert, dass auch Leuchtstoffe bekannt seien, die rotes Licht emittierten, aber die Leuchtdichte der roten Farbe bei Anregung mit blauem sichtbarem Licht nicht ausreichend sei und sie außerdem in einigen Zusammensetzungen chemisch instabil seien, so dass ihre Haltbarkeit problematisch sei, fehlt zum einen jeder Bezug zu den in Absatz [0004] der GDM1 zitierten Verbindungen nach SB9, zum anderen werden die Verbindungen der SB9 durchaus als stabil bewertet (SB9, Sp. 2 Z. 13-23 „high chemical and thermal stability“). GDM6 untersucht hingegen die Stabilität solcher Verbindungen unter nicht vergleichbaren Bedingungen. Vorrangig ist aber, dass das Streitpatent keinen reinen Leuchtstoff beansprucht, für den eine besondere chemische Beständigkeit der Mischung erforderlich ist (GDM1, S. 6 (16)). Dass sich Sr2Si5N8:Eu in der Anwendung als chemisch unbeständig erweist, ergibt sich weder aus GDM6 noch aus SB9. Nicht zuletzt sind weder die Luminanz noch die chemische Stabilität des beanspruchten Leuchtstoffs Merkmale des Patentanspruchs 1\\. Folglich ist ihre Aufnahme in die objektive Aufgabe nicht angezeigt. Als Aufgabe ergibt sich ausschließlich dasjenige Problem, das durch die beanspruchte Erfindung tatsächlich, d.h. objektiv, bewältigt wird (u.a. BGH – Falzmaschine, a. a. O.). \n\n29\\. 3\\. Die Lösung der Aufgabe nach Streitpatent wird mit einem Leuchtstoff nach Patentanspruch 1 erreicht (GDM1, [0012-0014]), der sich wie folgt gliedern lässt: \n\n30\\. \n\nM1 Leuchtstoff, der eine anorganische Verbindung als Zusammensetzung mit den Elementen M, A, D, E und X aufweist, wobei eines, zwei oder mehrere dieser Elemente aus jeweils folgenden Gruppen ausgewählt sind: M aus Mn, Ce, Sm, Eu, Tb, Dy, Er, Yb (wesentliches Element: Eu); A aus Mg, Ca, Sr, Ba (wesentliches Element: Ca); D aus Si, Ge, Ti, Zr, Hf (wesentliches Element: Si); E aus B, Al, Sc, Y (wesentliches Element: Al); X aus O, N, F (wesentliches Element: N), und die durch Bestrahlung mit einer Anregungsquelle ein Fluoreszenzlicht emittiert, das eine Spitze im Bereich einer Wellenlänge von 570 nm bis 700 nm aufweist, M1A mit derselben Kristallstruktur wie CaAlSiN3 oder M1B repräsentiert durch die Zusammensetzungsformel MaAbDcEdXe, wobei die Parameter a, c, d und e alle die Anforderungen erfüllen: 0,0001 £ a £0,1, 0,5 £ c £ 1,8, 0,5 £ d £1,8, 0,8 x (2\u002F3 + 4\u002F3 x c + d) £ e £ 1,2 x (2\u002F3 + 4\u002F3 x c + d) und a + b = 1\n\n31\\. Die Patentansprüche 10 und 12 der GDM1 sind auf eine Beleuchtungseinrichtung bzw. eine Bildanzeigeeinheit gerichtet, die mindestens den Leuchtstoff nach einem der Patentansprüche 1 bis 9 aufweist, nebst einer lichtemittierenden Quelle bzw. einer Anregungsquelle. \n\n32\\. 4\\. Ein Teil der Begriffe bedarf der Auslegung. Der zuständige Fachmann, ein Chemiker bzw. Physikochemiker mit Diplom- oder Master-Abschluss und besonderen Fachkenntnissen und mehrjähriger Erfahrung auf dem Gebiet anorganischer Leuchtstoffe und LED-Technik, der bei der Entwicklung von Beleuchtungseinrichtungen oder Bildanzeigeeinheiten mit einem Diplom-Ingenieur oder Master der Elektrotechnik im Team zusammenarbeitet, versteht die erörterungsbedürftigen Merkmale von Patentanspruch 1 wie folgt: \n\n33\\. a) Der Gegenstand des Streitpatents ist eine Stoffzusammensetzung (Merkmale **M1** , **M1B**) als „Leuchtstoff“. Damit wird, was zwischen den Parteien auch unstreitig ist, der beanspruchten Stoffzusammensetzung eine Funktion zugewiesen. Dies bedeutet allerdings entgegen der Auffassung der Klägerin nicht, dass sie in der Beschreibung genannte Vorteile, insbesondere in Bezug auf ihre Stabilität, tatsächlich erfüllen muss. Vielmehr ist diese Funktionsangabe, wie bereits dargelegt wurde, nach ständiger Rechtsprechung nur dahin zu verstehen, dass sie so ausgebildet und geeignet sein muss, den beanspruchten Zweck grundsätzlich zu erfüllen (vgl. BGH, Urteil vom 12. Dezember 2023 - X ZR 127\u002F21, GRUR 2024, 674-680, Rn. 27 – Trägerelement; Urteil vom 6. Dezember 2022 - X ZR 120\u002F20, GRUR 2023, 246-250, Rn. 29 – Verbindungsleitung). \n\n34\\. b) Was die durch die „oder“-Verknüpfung des Merkmals **M1** mit den Merkmalen **M1A** bzw. **M1B** beanspruchten Alternativen anbelangt, wird die Stoffzusammensetzung gemäß Merkmal **M1** durch eine definierte Kombination von in Gruppen aufgeteilten Elementen M, A, D, E und X (darunter jeweils ein „wesentliches“, d.h. zwingend vorhandenes Element) und einen definierten Bereich von 570 nm bis 700 nm für ihre Emissionswellenlänge charakterisiert. Diese Stoffzusammensetzung hat nach Merkmal **M1A** dieselbe Kristallstruktur wie CaAlSiN3 oder sie wird nach Merkmal **M1B** durch eine Zusammensetzungsformel MaAbDcEdXe repräsentiert, die den Elementen nach Merkmal **M1** als Parameter „a“, „b“, „c“, „d“ und „e“ bestimmte Anteile an der Gesamtzusammensetzung zuweist, die Kristallstruktur jedoch offenlässt. \n\n35\\. Zwar bestreitet die Klägerin nicht, dass sich beide Alternativen überschneiden können, sie ist jedoch der Auffassung, dass die mit der Verknüpfung **M1** und **M1B** beanspruchte zweite Alternative, nach welcher die Kristallstruktur keine Rolle spiele, eine Diskontinuität zum Wesenskern des Streitpatents bilde, welches stets die Mengenverhältnisse und die Kristallstruktur verknüpfe. Dies ergebe sich durch den in der Beschreibung oftmals gebrauchten Ausdruck „same crystal structure“ (GDM1, [0014], S. 6 (22), [0040] und [0041]) und qualifiziere die zweite Alternative als einen anderen Gegenstand. Dieser Sichtweise kann nicht gefolgt werden, da das Streitpatent in den Absätzen [0012 bis 0014] ausdrücklich und konsistent zwischen diesen beiden Alternativen unterscheidet. \n\n36\\. c) Laut der ersten Alternative gemäß den Merkmalen **M1** \u002F**M1A** weist der beanspruchte Leuchtstoff dieselbe Kristallstruktur wie das bekannte Material CaAISiN3 auf, das in der Raumgruppe Cmc21 kristallisiert. GDM1 beschränkt aber die beanspruchten Verbindungen nicht auf dieselbe, sondern erstreckt diese auch auf ähnliche Raumgruppen (Symmetriegruppen), solange die durchschnittlichen Bindungslängen nicht zu sehr von der der Grundverbindung abweichen (GDM1, [0041] ±15%). Dazu gibt GDM1 eine bei geringer Dotierung anwendbare Analysemethode an, die sich auf etwa zehn stärkere Peaks im Diffraktogramm stützt (GDM1, [0042]). Bei der Beurteilung der Verwirklichung dieses Merkmals kann also nicht allein auf die Bindungsabstände abgestellt werden. \n\n37\\. d) Gemäß Merkmal **M1B** definiert der Parameter „a“ den Bereich von 0,001 bis 10%, innerhalb dessen im Kristallgitter die Erdalkalimetalle Magnesium (Mg), Calcium (Ca), Strontium (Sr) und Barium (Ba) durch Europium (Eu) als wesentliches und damit zwingend vorhandenes Element sowie weitere Metalle wie Mn, Ce, Sm, Tb, Dy, Er, Yb ersetzt werden können. Europium ist u.a. eine Dotierung, die die Leuchteigenschaften (Fluoreszenz) des Leuchtstoffs bewirkt (GDM1, [0016]). Der Parameter „e“ gibt den die Elektroneutralität der Verbindung nach Patentanspruch 1 bedingenden Bereich an Anionen vor. \n\n38\\. e) Soweit der Patentanspruch 10 eine Beleuchtungseinrichtung mit einer lichtemittierenden Quelle und damit anders als der Patentanspruch 12 mit einer Anregungsquelle beansprucht, ist damit weder gewährleistet noch beansprucht, dass die lichtemittierende Quelle den Leuchtstoff anregen muss oder kann. \n\n39\\. 5\\. Die Anspruchsfassung des Streitpatents enthält im Hinblick auf das „M Element“ einen offensichtlichen Schreibfehler, der demnach auch keine unzulässige Erweiterung nach sich zieht. Die Anspruchsfassung des Streitpatents ist mit einer Ausnahme wortgleich mit der entsprechenden Patentanmeldung GDM1a. In der insoweit maßgeblichen englischsprachigen Anspruchsfassung beansprucht das Streitpatent für das „M Element“ Th (= Thorium; GDM1, S. 42 Z. 18), während die deutschen und französischsprachigen Fassungen an dieser Stelle zutreffend Tb (= Terbium) nennen (GDM1, S. 44 Z. 3 und S. 45 Z. 53), das auch ursprünglich für das „M Element“ in Patentanspruch 1 offenbart ist (GDM1a, S. 46 Z. 12), ebenso in der Urschrift WO 2005\u002F052087 (a. a. O., S. 63, Z. 2). Da die weiteren Absätze im Streitpatent durchweg Tb und an keiner Stelle Th angeben und die deutsch- und französischsprachigen Anspruchsfassungen ebenso das ursprünglich offenbarte Metall Tb als Merkmal beinhalten (GDM1, [0013], [0019] (1) und (2), [0024], [0025] etc.), ist das Element Th als Tb zu „lesen“ und keine unzulässige Erweiterung festzustellen. \n\n40\\. 6\\. Entgegen der Ansicht der Klägerin sind die streitpatentgemäßen Verbindungen ausführbar offenbart. \n\n41\\. a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs liegt eine ausführbare Offenbarung vor, wenn das Streitpatent zumindest einen nacharbeitbaren Weg zur Ausführung der Erfindung aufzeigt, der Fachmann also mit Hilfe seines Fachwissens in der Lage ist, den in den Sachansprüchen beschriebenen Gegenstand herzustellen und diejenigen Verfahrensschritte auszuführen, die in den Verfahrensansprüchen bezeichnet sind (BGH, Urteil vom 1. Oktober 2002 - X ZR 112\u002F99, GRUR 2003, 223-226 – Kupplungsvorrichtung II; Urteil vom 11. Mai 2010 - X ZR 51\u002F06, GRUR 2010, 901-904, Rn. 36 – Polymerisierbare Zementmischung; Urteil vom 3. Februar 2015 – X ZR 76\u002F13, GRUR 2015, 472-475, Rn. 34 – Stabilisierung der Wasserqualität). Hierzu genügt es, wenn dem Fachmann die entscheidende Richtung angegeben wird, in der er vorzugehen hat (BGH, Urteil vom 24. März 1998 - X ZR 39\u002F95, GRUR 1998, 1003-1006, Rn. 47 – Leuchtstoff), so dass er ohne erfinderisches Zutun und ohne zumutbare Schwierigkeiten in der Lage ist, die Lehre des Patentanspruchs aufgrund der Gesamtoffenbarung der Patentschrift in Verbindung mit dem allgemeinen Fachwissen zu verwirklichen (BGH, a. a. O., Rn. 31 – Polymerisierbare Zementmischung). Es bedarf nicht der Darlegung aller zur Ausführung der Erfindung erforderlicher Angaben, sofern fehlende Angaben zum Fachwissen gehören (BGH, Urteil vom 13. Juli 2010 – Xa ZR 126\u002F07, GRUR 2010, 916-918, Ls. und Rn. 17 – Klammernahtgerät). Falls die Auslegung des Patentanspruchs ergibt, dass eine bestimmte Wirkung nicht nur ein Vorteil ist, der der Befolgung der technischen Lehre der Erfindung zugeschrieben wird, sondern notwendiger Bestandteil dieser Lehre ist und deshalb erzielt werden muss, genügt es, wenn die Wirkung nur in geringem Maße oder nur unter bestimmten Bedingungen eintritt, sofern der erzielbare Erfolg noch praktisch erheblich ist (BGH, a.a.O., Rn. 36 – Stabilisierung der Wasserqualität). Anders als in der Rechtsprechung des Europäischen Patentamts (EPA), welche eine Ausführbarkeit „im gesamten beanspruchten Bereich“ fordert (vgl. Schulte\u002FMoufang, 12. Aufl. § 34 Rn. 348 m.w.N.), ist es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht erforderlich, alle denkbaren unter den Wortlaut des Patentanspruchs fallenden Ausgestaltungen darzulegen (BGH, a. a. O. – Kupplungsvorrichtung II; a. a. O. – Polymerisierbare Zementmischung; Urteil vom 11. September 2013 – X ZB 8\u002F12, GRUR 2013, 1210-1212, Rn. 20 – Dipeptidyl-Peptidase-Inhibitoren; a. a. O., Rn. 40 – Cer-Zirkonium-Mischoxid I; a. a. O., Rn. 21 – Cer-Zirkonium-Mischoxid II); es genügt, wenn wenigstens eine Ausgestaltung entsprechend der beanspruchten technischen Lehre nachgearbeitet werden kann. \n\n42\\. b) Entgegen der Auffassung der Klägerin bedarf es nur einer grundsätzlich als Leuchtstoff geeigneten Stoffmischung bzw. Beleuchtungseinrichtung mit diesem Leuchtstoff. Soweit die Klägerin selbst bei hohem Strontiumgehalt nicht die Funktionsfähigkeit des beanspruchten Leuchtstoffs in Abrede stellt, sondern nur dessen Stabilität und Effizienz im Gemisch, sind diese Vorteile nicht beansprucht und daher nach ständiger Rechtsprechung bei der Beurteilung der Ausführbarkeit grundsätzlich unbeachtliche Sachverhaltselemente (BGH, a. a. O., Rn. 36 und Ls. 2 – Stabilisierung der Wasserqualität). Ob es sich um den Ausnahmefall handelt, dass die Eigenschaften der Stabilität und der Effizienz des beanspruchten Gemischs nicht nur ein angestrebter Vorteil, sondern notwendiger Bestandteil der technischen Lehre des Streitpatents ist und deshalb erzielt werden muss (BGH, a. a. O., Rn. 36 – Stabilisierung der Wasserqualität), kann dahinstehen. Denn selbst wenn dies bejaht würde, sind die für diesen Fall vom Bundesgerichtshof geforderten Voraussetzungen bereits erfüllt. Danach reicht es, wenn die Wirkung nur in geringem Maße oder nur unter bestimmten Bedingungen eintritt, sofern der erzielbare Erfolg noch praktisch erheblich ist (BGH, a. a. O., Rn. 36 – Stabilisierung der Wasserqualität). Dies ist entgegen der Auffassung der Klägerin, welche die Kriterien für die „praktische Erheblichkeit“ von Luminanz und Stabilität für den kommerziellen Einsatz sehr hoch ansetzt, aber der Fall, denn sie liegen vor, wenn der Leuchtstoff zumindest eine nicht näher festlegbare Zeit leuchtet, also „funktioniert“. Dass der Leuchtstoff nicht leuchtet, hat die Klägerin, die insoweit die Darlegungs- und Beweislast trägt (BGH, Urteil vom 28\\. November 2023 – X ZR 83\u002F21, GRUR 2024, 374-381, Rn. 122 – Sorafenib-Tosylat), nicht zu belegen vermocht. \n\n43\\. Denn ungeachtet der Frage, ob die klägerseits behauptete Instabilität und mangelhafte Luminanz bei dem streitpatentgemäßen Leuchtstoff außerhalb der „Erheblichkeit“ im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung liegt, unterscheiden sich die Versuche der Nacharbeitung von Beispiel 14 nach GDM1 sowohl seitens der Klägerin als auch seitens der Beklagten hinsichtlich mehrerer im Streitpatent vorgegebener und für Festkörperreaktionen maßgeblicher Parameter wie der Oberfläche des eingesetzten Aluminiumnitrids, der Korngröße von Siliciumnitrid, der fehlenden Siebung der Edukte, der Bestimmung des Sauerstoffgehalts der Edukte, der Volumenfüllrate, der Bestimmung der Schüttdichte oder auch einer zweistufigen Kalzinierung von dem patentgemäßen Vorgehen (vgl. GDM9, GDM10, SB2, SB6) und können daher nicht als Beleg dienen. Sich widersprechende Versuchsergebnisse unter nicht streitpatentgemäßen Bedingungen lassen den Nachweis fehlender Ausführbarkeit bei der streitpatentgemäßen Erfindung nicht zu. Daran können auch die eingereichten Gutachten SB10 und GDM10a nichts ändern, denen zufolge den parteiseitig unbestrittenen Unterschieden in der Versuchsdurchführung keine Bedeutung zukomme, denen aber dafür jeder experimentelle Nachweis fehlt. \n\n44\\. Dagegen lehrt das Streitpatent das Verfahren zur Herstellung des beanspruchten Leuchtstoffs unter Angabe von mehr als 100 Beispielen (GDM1, [0086] ff.) zur Art der Synthese, den Ausgangsstoffen, der Volumenfüllrate und Dichte der Ausgangsmischung, sowie den die Umsetzung steuernden Parametern Synthesetemperatur, Druck und Haltezeit. Eine unzureichende Offenbarung der technischen Lehre ist folglich nicht festzustellen, nicht einmal für die Varianten, bei denen Calcium zum (größeren) Teil durch Strontium ersetzt ist (GDM1, „Examples 8 to 15\"), da diese nachvollziehbar in der gleichen Weise (GDM1, [0098], [0099] Z. 43, [0100], [0101] Z. 57, [0103] Z. 16 etc., „in the same manner“) durchzuführen sind, wie das Ausführungsbeispiel ohne Strontium (GDM1, „Example 1\"). Angesichts dieser hohen Zahl von Ausführungsbeispielen können auch generelle Einwände der Klägerin, dass der Einbau von Calcium exotherm und der von Strontium endotherm erfolge (GDM5, S. F31 li. Sp. Abs. 3; GDM6, S. 3 le. Abs.), und diese Umstände andere Reaktionsbedingungen und eine andere Herangehensweise notwendig machten, zu keiner anderen Bewertung führen. Schließlich werden die Befunde aus dem Streitpatent auch durch die von beiden Parteien zur Niederdruck-Synthese erfindungsgemäßer Verbindungen vorgelegten, wenngleich nachveröffentlichten Dokumente GDM5 bis GDM8 und SB1a bis SB1c gestützt, die diese Art der Synthese gerade nicht als völlig untauglich bewerten, auch wenn Abweichungen von der beispielhaften Vorgehensweise des Streitpatents zu verzeichnen sein mögen. \n\n45\\. c) Soweit die Klägerin die erfindungsgemäßen Leuchtstoffe gemäß der zweiten beanspruchten Alternative mit offener Kristallstruktur nach Merkmal **M1B** im Lichte der oben zitierten BGH-Rechtsprechung (insbesondere in den Urteilen „Polymerisierbare Zementmischung“ oder „Cer-Zirkonium-Mischoxid I und II“) als nicht ausführbar bewertet, kann auch dieser Einwand nicht durchgreifen. Die Klägerin verweist auf den Leuchtstoff gemäß Beispiel 43 des Streitpatents (GDM1, [0108] Tab. 12 und 14), der die mit Merkmal **M1** beanspruchte Emissionswellenlänge von bis zu 700 nm nur dann, und auch nur annähernd, mit dem konkreten Wert von 697 nm verwirkliche, wenn der Parameter „a“ nach Merkmal **M1B** mit 0,2 (GDM1, Tab. 12) doppelt so hoch wie beansprucht liege, also an der Lehre des Streitpatents vorbei gewählt werde. Angesichts der gebotenen Auslegung zu den beiden sich überlappenden Alternativen im Patentanspruch 1 blendet sie aus, dass dieses Beispiel die Kristallstruktur nach Merkmal **M1A** und damit die erste Alternative betrifft (GDM1, [0108] Z. 14), die den Anteil an Europium nicht festschreibt (Merkmal **M1**). In diesem Zusammenhang lassen die Versuche 38 bis 43 in den Tabellen 12 und 14 des Streitpatents erkennen, dass ein steigender Europium- und ein entsprechend sinkender Calcium-Anteil („a“ = 0,002 bis 0,2; „b“ = 0,998 bis 0,8) bei sonst unveränderten Parametern „c“, „d“ und „e“ die Emissionswellenlänge in den langwelligen Bereich verschiebt. Durch geringfügige Erhöhung des Europium-Anteils ist folglich für die Emissionswellenlänge auch der Wert 700 nm zu erreichen, selbst unter der Maßgabe sehr geringer Fehlergrenzen bei den Messwerten. Somit zeigt das Streitpatent eine verallgemeinerbare Lehre auf, die den Fachmann auch einen Leuchtstoff mit Emissionswellenlänge von 700 nm zu erreichen oder übertreffen befähigt. \n\n46\\. 7\\. Entgegen der Ansicht der Klägerin sind die streitpatentgemäßen Leuchtstoffe nach Patentanspruch 1 ebenso wie die von diesen getragenen Vorrichtungen nach den Patentansprüchen 10 und 12 neu. \n\n47\\. Dabei stellen die klägerseitig als neuheitsschädlich geltend gemachten Druckschriften GDM24 bis GDM26 insbesondere im Vergleich mit der vom Streitpatent in Anspruch genommenen JP-Prioritätsschrift GDM21 keinen „Überschuss“ an Leuchtstoffen vor, welcher der Lehre des Streitpatents die Neuheit nehmen würde. \n\n48\\. a) Das Streitpatent nimmt für den gesamten Anspruchsbereich die jüngste Priorität vom 28. Mai 2004 (GDM23) zu Recht in Anspruch. Denn dem Patentanmelder kann eine Beschränkung im Rahmen der ursprünglichen Offenbarung nicht verwehrt werden, so auch nicht die Streichung weiterer, in GDM23 offenbarter Elemente (GDM23, Anspr. 1, 2 und 5). Ein seitens der Klägerin geltend gemachtes und der Rechtsprechung des Europäischen Patentamts unterfallendes „singling out“ bei der Streichung von Elementen im erteilten Patentanspruch 1 findet vorliegend keine rechtliche Basis. \n\n49\\. b) Entgegen der Auffassung der Klägerin nimmt das Streitpatent auch die Priorität der JP 2004041503 (GDM21\u002FGDM21a) vom 18. Februar 2004, gegenüber den klägerseitig neuheitsschädlich geltend gemachten Druckschriften GDM24 bis GDM26 zulässig in Anspruch. \n\n50\\. Das Streitpatent beansprucht mit den Elementen Ti, Zr, Hf, Sc und Y als „D“- bzw. „E“-Elemente gemäß Merkmal**M1** zwar Metalle, die in den Prioritätsschriften GDM20 bis GDM22 nicht offenbart sind. Ebenso ist die in beiden Alternativen nach Patentanspruch 1 beanspruchte Obergrenze des Wellenlängenbereichs von 700 nm in den Prioritätsschriften nicht konkret angesprochen (GDM20a, S. 11 vorle. Z. „600-680 nm“; GDM21a und GDM22a, S. 6 Anspr. 17 „570-680 nm“). \n\n51\\. Dennoch nimmt das Streitpatent auch die Priorität der GDM21\u002FGDM21a mit Blick auf die neuheitsschädlich geltend gemachten Druckschriften GDM24 bis GDM26 zulässig in Anspruch. \n\n52\\. Nach geltender Rechtsprechung ist es dem Patentanmelder grundsätzlich unbenommen, den beanspruchten Schutz nicht auf Ausführungsformen zu beschränken, die in den ursprünglich eingereichten Unterlagen ausdrücklich beschrieben sind, sondern gewisse Verallgemeinerungen vorzunehmen, sofern dies dem berechtigten Anliegen Rechnung trägt, die Erfindung in vollem Umfang zu erfassen (BGH, a.a.O., Ls. 1 und Rn. 15 – Dipeptidyl-Peptidase-Inhibitoren). \n\n53\\. Das Prioritätsdokument GDM21\u002FGDM21a offenbart im Patentanspruch 1 die anorganische Verbindung nach den Merkmalen **M1** und **M1A** hinsichtlich der Elemente „M“, „A“ und „X“ vollständig, sowie in Teilen hinsichtlich der Elemente „D“ und „E“, wobei die „wesentlichen“ Elemente nach Merkmal **M1** im Patentanspruch 5 der GDM21\u002FGDM21a genannt sind. Die Möglichkeit des vollständigen Austauschs von Calcium und Strontium gemäß der beanspruchten ersten Alternative ist in GDM21\u002FGDM21a ebenfalls angesprochen (GDM21a, S. 3 “A is one or two or more elements selected from Mg, Ca, Sr, and Ba“). \n\n54\\. Soweit die Klägerin bemängelt, dass sich die Parameter „e“ in GDM21\u002FGDM21a trotz ihrer mit den patentgemäßen Ober- und Untergrenzen für die Parameter „c“ und „d“ übereinstimmenden Werte von jeweils 0,5 bis 1,8 unterscheiden würden (GDM21\u002FGDM21a mit 1,6 £ e £ 5,52; GDM1 mit 1,47 £ e £ 5,84), das Streitpatent also einen größeren Bereich beanspruche, sowie, dass GDM21\u002FGDM21a nur einen engeren Bereich für die Emissionswellenlänge des Leuchtstoffs konkretisiere. Soweit Absatz [0027] der GDM21\u002FGDM21a angibt, dass beim Verlassen der Parametergrenzen von „e“ keine stabile CaAlSiN3-Kristallform erhalten werde und die Emissionsintensität daher abnehme, steht diesem Befund der geringfügig weitere Parameterbereich für diesen Parameter im Patentanspruch 1 der GDM1 nicht entgegen. Denn hinsichtlich der offenbarten Lehre beschränkt der Patentanspruch 1 der GDM21\u002FGDM21a die Parameterbereiche nicht. Auch deren Absätze [0025] bis [0027] stehen der Lehre des Patentanspruchs 1 der GDM1 nicht entgegen, da sich der Patentanspruch 1 der GDM1 zur Stabilität der CaAlSiN3-Kristallform und zur Emissionsintensität des Leuchtstoffs nicht verhält. Gleiches gilt für den von der Klägerin herangezogenen Absatz [0019] der GDM21, nach dem ein Anteil des Leuchtstoffs im Gemisch von mindestens 50 Gew.-% als wünschenswert angegeben ist, während das Streitpatent nur 20 Gew.-% vorsieht (GDM1 [0049] Z. 9-10). \n\n55\\. Schließlich offenbart GDM21\u002FGDM21a auch die Vorrichtungen des Streitpatents nach den Patentansprüchen 10 und 12 in seinen Patentansprüchen 41 und 47. \n\n56\\. Zudem steht einem Patentanspruch, der eine spezifische in der Voranmeldung offenbarte Lösung verallgemeinert, hinsichtlich der von ihm mit umfassten spezifischen Lösung eine Teilpriorität zu (vgl. Schulte, Patentgesetz, 11. Aufl., § 41 Rn. 46, 44; Busse\u002FTochtermann, PatG, 9. Aufl., § 41 Rn. 62, 60, 29). Bei der Beurteilung der Frage, inwieweit die ursprünglich eingereichten Unterlagen den mit dem Streitpatent beanspruchten Schutz beschränken, ist auch die Rechtsprechung der Großen Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts heranzuziehen. Danach können Patentansprüche einer späteren Anmeldung, die breiter sind als ein Element der Prioritätsanmeldung, die Priorität für dieses Element beanspruchen, nicht aber für alle anderen Ausführungsformen, die unter den breiteren Patentanspruch fallen; dies sei ebenfalls anwendbar, wenn die Prioritätsanmeldung und die Nachanmeldung sich teilweise auf dieselbe Erfindung beziehen (EPA vom 29. November 2016, G1\u002F15 Mitt. 2017; EPA vom 9. November 2017 T 282\u002F12 Mitt. 2018). \n\n57\\. Das Prinzip der Teilprioritäten verhindert für den Fall, dass ein Patentanspruch in seiner Gesamtheit eine Priorität nicht zu Recht in Anspruch nehmen kann, dass eine Anmeldung, deren Zeitrang im Prioritätsintervall liegt, dem beanspruchten Gegenstand neuheitsschädlich entgegensteht, solange die in der Priorität enthaltenen und mit dem Anspruch beanspruchten Gegenstände identisch zu den in der Anmeldung mit Zeitrang im Prioritätsintervall offenbarten Gegenständen sind. \n\n58\\. Insoweit ist erheblich, dass beide in Nebenordnung stehende Patentansprüche 1 und 2 gemäß Prioritätsdokument GDM21\u002FGDM21a die durch die „oder“-Verknüpfung in Patentanspruch 1 des Streitpatents beanspruchten zwei Alternativen widerspiegeln und „dieselbe“ Erfindung wie das Streitpatent betreffen. Denn die Offenbarung des Gegenstands der GDM21\u002FGDM21a ist nicht auf die dort formulierten Patentansprüche beschränkt, sondern aus der Gesamtheit der Anmeldeunterlagen zu ermitteln. Da für die Beurteilung der identischen Offenbarung die Prinzipien der Neuheitsprüfung gelten, kann der Fachmann nach den obigen Ausführungen die im Patentanspruch 1 des Streitpatents bezeichnete technische Lehre für den Parameterbereich „e“ der GDM21 unmittelbar und eindeutig als mögliche Ausführungsform der Erfindung entnehmen (BGH Urteil vom 15. September 2015 - X ZR 112\u002F13, GRUR 2016, 50-54, Rn. 29 – Teilreflektierende Folie). \n\n59\\. Nachdem Vor- und Nachanmeldungen hinsichtlich des erteilten Patentanspruchs 1 denselben Erfindungsgedanken offenbaren, kann sich das Streitpatent auch im Hinblick auf das klägerseitig als neuheitsschädlich geltend gemachte Dokument GDM24\u002FGDM24a mit der Unionspriorität GDM24b vom 18. Februar 2004 auf die tagesgleiche JP-Priorität GDM21\u002FGDM21a stützen. \n\n60\\. c) Entgegen der Annahme der Klägerin steht die am 25. August 2005 veröffentlichte WO 2005\u002F078811A1 (GDM24) mit deutscher Übersetzung GDM24a und mit der Priorität der JP 2004041502 (GDM24b) vom 18. Februar 2004 dem Leuchtstoff nach Patentanspruch 1 der GDM1 nicht neuheitsschädlich entgegen. \n\n61\\. Das Dokument GDM24a offenbart den roten Leuchtstoff Eu0,0005Ca0,9995AlSiN3, also a=0,0005, c=1, d=1 und e=3 (GDM24a, S. 7 [0034] Mitte; GDM24b, [0028]), mit CaAlSiN3-Kristallphase nach den Absätzen [0034] und [0035] bzw. [0015] und [0022] der GDM24b und einem Emissionspeak von 653 nm (GDM21a, [0037] und Fig. 2). Folglich erfüllt dieser Leuchtstoff alle Merkmale **M1** bis **M1B** des Streitpatents. Allerdings fällt dieser Leuchtstoff hinsichtlich seiner Zusammensetzung in den Schutzbereich der tagesgleichen GDM21\u002FGDM21a (GDM21a, Anspr. 1 und 2). Dort beschriebene Leuchtstoffe emittieren im Bereich von 570 bis 680 nm (GDM21a, Anspr. 17), was auch den Emissionspeak des Leuchtstoffs gemäß GDM24a von 653 nm vorwegnimmt. GDM24a bildet damit unter Berücksichtigung der GDM24b keinen Stand der Technik. Von der konkret offenbarten Verbindung Eu0,0005Ca0,9995AlSiN3 abgesehen, erschöpft sich die Lehre der GDM24\u002FGDM24a in der Auflistung von Elementen, die in der CaAlSiN3-Kristallphase gelöst sein können (GDM24a, [0052] und Anspr. 1; GDM24b Anspr. 1), die aber sämtlich von dem Schutzbereich der GDM21\u002FGDM21a umfasst sind (GDM21a, Anspr. 1 und 2). Im Patentanspruch 1 des Streitpatents sind die in GDM21\u002FGDM21a beanspruchten Elemente Pr, Nd, Sm, Gd, Tb, Dy, Ho, Tm und Lu zwar nicht mehr beansprucht, diese Streichungen erlauben jedoch keine geänderte Bewertung der wirksamen Inanspruchnahme der Priorität GDM21\u002FGDM21a durch das Streitpatent. Folglich ist der Gegenstand des Streitpatents gegenüber GDM24 mit seiner Priorität GDM24b neu. \n\n62\\. d) Auch soweit die Klägerin fehlende Neuheit des streitpatentgemäßen Leuchtstoffs gegenüber EP 1 568 753 A2 (GDM25), die auf eine Priorität GDM25a\u002FGDM25c vom 27. Februar 2004 zurückgreife, geltend macht, überzeugt dies nicht. \n\n63\\. Denn das Dokument GDM25 verwirklicht bereits nicht das Merkmal **M1A** gemäß der ersten Alternative im Patentanspruch 1 des Streitpatents, weil es nur „ähnliche“ Kristallstrukturen diskutiert (GDM25 [0046] und [0047]; insb. [0046] Z. 35 bis 38 „although the two look similar“), nicht aber dieselbe Kristallstruktur für den Leuchtstoff fordert. Ob die im Streitpatent angesprochenen möglichen Abweichungen von den erfindungsgemäßen CaAlSiN3-Kristallstrukturen in den Bereich der nach GDM25 „ähnlichen“ CaAlSiN3-Kristallstrukturen fallen, kann aufgrund fehlender Angaben in GDM25 nicht geklärt werden. Auch die zweite Alternative ist neu: Denn die in den Beispielen der GDM25 konkret angegebenen Verbindungen (GDM25, [0064] und [0078-0120]) liegen im Schutzbereich der GDM21\u002FGDM21a. Selbst wenn sich aus der Lehre der Patentansprüche 1 bis 9 der GDM25 im Vergleich mit GDM21\u002FGDM21a ein „Überschuss“ an Leuchtstoffen ergeben könnte, fehlt diesen die zum Nachweis fehlender Neuheit (BGH, Urteil vom 16. Dezember 2008, X ZR 89\u002F07, GRUR 2009, 382-388, Ls. 2 und 3 – Olanzapin) unmittelbare und eindeutige Offenbarung der konkreten Struktur gemäß **M1A** bzw. Zusammensetzungsformel gemäß **M1B** , sowie der Nachweis der gemäß Merkmal **M1** beanspruchten Emissionsspitze im Bereich von 570 nm bis 700 nm. Daher bildet GDM25 unter Berücksichtigung der GDM25a\u002FGDM25c keinen die Neuheit des Leuchtstoffs nach Patentanspruch 1 des Streitpatents in Frage stellenden Stand der Technik. \n\n64\\. e) Schließlich sind entgegen der Annahme der die Klägerin auch die Leuchtstoffe nach Patentanspruch 1 der GDM1 gegenüber WO 2005\u002F103199 A1 (GDM26, unter Heranziehen ihrer ältesten Priorität GDM26a\u002FGDM26b vom 27. April 2004) neu. \n\n65\\. Zwar offenbart GDM26 im Titel einen Leuchtstoff und auf Seite 12, insb. Zeilen 14 bis 16, Zusammensetzungen wie SrAlSiN3, CaAlSiN3, (Sr, Ca)AlSiN3, (Sr, Mg)AlSiN3, (Ca, Mg)AlSiN3, (Sr, Ca, Ba)AlSiN3 (GDM26b [0022] nur SrAlSiN3), auch mit den streitpatentgemäß Lumineszenz bewirkenden Ionen (GDM26, S. 12 Z. 25-27; GDM26b [0024]). Weiter offenbaren GDM26, GDM26a und die Übersetzung GDM26b in den Beispielen streitpatentgemäße Leuchtstoffe mit Emissionspeaks von 635 nm, 640 nm und 600 nm (GDM26, S. 41 Z. 3, S. 43 Z. 13 und S. 48 Z. 4; GDM26b [0111] und [0112], [0119] und [0122], [0145] und [0147]). Allerdings entfällt die (Teil)Priorität der GDM21\u002FGDM21a nicht, welche gegenüber der Priorität GDM26a der GDM26 vom 27. April 2004 mit dem 18\\. Februar 2004 den älteren Zeitrang hat. So offenbart GDM21\u002FGDM21a bspw. zwar nicht die Formel Sr0,98Ca0,98Eu0,02AlSiN3 mit a=0,02, c=1, d=1 und e=3 nach Beispiel 1 in GDM26a bzw. GDM26b, diese Parameter fallen aber in den von GDM21a beanspruchten Bereich. Wegen der anzuerkennenden (Teil)Priorität der GDM21\u002FGDM21a ist der Einlassung der Klägerin zur Verwirklichung der CaAlSiN3-Struktur nach Merkmal **M1A** bei den Verbindungen der GDM26\u002FGDM26a\u002FGDM26b durch Vergleich mit den Reaktionsbedingungen gemäß GDM15 nicht weiter nachzugehen. Dies gilt sinngemäß auch für die Parameter nach Merkmal **M1B** , soweit sie im Schutzbereich der GDM21\u002FGDM21a liegen. Einem sich aus der Lehre der Patentansprüche 1 bis 9 der GDM26b gegenüber GDM21\u002FGDM21a möglicherweise ergebenden „Überschuss“ an Leuchtstoffen fehlt wiederum die zum Nachweis fehlender Neuheit unmittelbare und eindeutige Offenbarung der konkreten Struktur gemäß **M1A** bzw. Zusammensetzungsformel gemäß **M1B** , sowie der gemäß Merkmal **M1** beanspruchten Emissionsspitze im Bereich von 570 nm bis 700 nm, selbst wenn GDM26b einen engeren Emissionsbereich von 610 bis unter 650 nm fordert (GDM26b, Anspr. 9). GDM26 steht nach Maßgabe der GDM26a\u002FGDM26b der Neuheit des streitpatentgemäßen Leuchtstoffs nach erteiltem Patentanspruch 1 nicht entgegen. \n\n66\\. 8\\. Entgegen der Ansicht der Klägerin beruhen die streitpatentgemäßen Leuchtstoffe nach streitpatentgemäßem Patentanspruch 1, ebenso wie die von diesen getragenen Vorrichtungen nach den Patentansprüchen 10 und 12, auf einer erfinderischen Tätigkeit gegenüber den hierzu geltend gemachten Druckschriften GDM12 bis GDM17 sowie GDM27, letztere insbesondere in Kombination mit GDM15 oder GDM16. \n\n67\\. a) Das Dokument GDM27 mit dem Anmeldetag 6. August 2002 und dem Veröffentlichungstag 04\\. März 2004, also zeitrangjünger als GDM21\u002FGDM21a mag die Aufmerksamkeit des Fachmanns finden, da es dieselbe Problematik wie das Streitpatent anspricht (GDM27a, [0014], [0018], [0032] Abs. 2, [0046] le. Satz) und ggf. bei der Bewertung der erfinderischen Tätigkeit von Leuchtstoffen nach dem Streitpatent heranzuziehen ist, die über die Lehre der GDM21\u002FGDM21a hinausgehen. \n\n68\\. Was die Merkmalskombination **M1** und **M1A** nach Patentanspruch 1 des Streitpatents betrifft, vermag GDM27 die erfinderische Tätigkeit beim Gegenstand des Streitpatents nicht in Frage zu stellen. Denn auf die im Merkmal **M1A** als vorteilhaft erachtete CaAlSiN3-Struktur wird in GDM27\u002FGDM27a an keiner Stelle hingewiesen. Hinzu kommt, dass die bevorzugten Brenntemperaturen zur Darstellung der Leuchtstoffe im Temperaturbereich von 1650 °C bis 1900 °C liegen sollen und von Temperaturen unter 1650 °C abgeraten wird (GDM27a, [0054]). Nach GDM15 bildet sich die CaAlSiN3-Phase (E) jedoch im tieferen Temperaturbereich von 1500°C bis 1600°C (GDM15, Tab. IV), soweit eine Vergleichbarkeit der Phasensysteme mit Eu-dotierten Systemen angenommen wird. GDM27\u002FGDM27a kann aber auch nicht zu der Zusammensetzungsformel mit den geforderten Parametern nach Merkmal **M1B** hinführen. Selbst wenn die Formel nach Patentanspruch 1 in Verbindung mit Patentanspruch 3 der GDM27\u002FGDM27a die „wesentlichen“ Elemente Eu, Ca, Si, Al und N laut Merkmal **M1** des Streitpatents angibt (GDM27a, Abstract), liegen die Werte für den Parameter „e“ (nach GDM1 und wie oben ausgeführt im Bereich 1,47 £ e £ 5,84), der den molaren Anteil an Anionen betrifft, bzw. für den Parameter „n“ nach GDM27\u002FGDM27a fernab von der streitpatentgemäßen Lehre: Denn in Patentanspruch 1 gemäß GDM27\u002FGDM27a entspricht der Wert n £ 2,2 in der angegebenen Formel einem Anionenanteil von „N16“bis „O2,2N13,8“. Gleiches ergibt sich sinngemäß für die molaren Anteile der Kationen. Folglich lehrt GDM27\u002FGDM27a von der Zusammensetzungsformel gemäß Merkmal **M1B** weg. Soweit die in GDM27\u002FGDM27a gelehrten Leuchtstoffe auch im streitpatentgemäß beanspruchten Bereich emittieren (GDM27a, [0065] Tab. 1), erlaubt dies keine Aussage oder Anleitung zu den streitpatentgemäßen Leuchtstoffen hinsichtlich Emissionswellenlänge und Zusammensetzungsformel. \n\n69\\. b) Die Dokumente GDM14 bis GDM17 belegen CaAISiN3 als eine dem Fachmann bekannte, stabile und inerte, durch Sintern der Ausgangsmaterialien zugängliche Kristallstruktur. Keine dieser Druckschriften offenbart, von der Klägerin unbestritten, eine Dotierung dieses Materials unter Erhalt der Kristallstruktur, der Stabilität oder zu dessen Verwendung als Leuchtstoff. Dazu kommt, dass die mit dem Si3N4-AlN-CaO-System befasste Druckschrift GDM15 entgegen der Darstellung der Klägerin keine Niederdrucksynthese von CaAlSiN3 betrifft (GDM15, S. 255, li. Sp. vorle. Abs., S. 257, re. Sp. le. Abs. „hot-pressing“; vgl. SB11, Abstract), so dass kein Vergleich der dort gewählten Versuchsbedingungen mit Lehren aus anderen Druckschriften, die ohne Anwendung von Druck arbeiten, möglich ist. \n\n70\\. GDM12 hat die Aktivierung von Ba2Si5N8 mit Europium zum Thema, betrifft also eine Verbindung aus vier Elementen, die sich von den dotierten Verbindungen gemäß Merkmal **M1** und **M1B** mit zumindest fünf Elementen durch das Fehlen der „wesentlichen“ Elemente Aluminium und Calcium unterscheidet. Wie GDM1 in Absatz [0004] zusammenfasst, informiert GDM12 zwar darüber, dass die Dotierung von Leuchtstoffen auf Siliciumnitridbasis eine Rolle spielen kann. GDM12 spricht aber auch Merkmal **M1A** nicht an, mithin kein Merkmal des erteilten Patentanspruchs 1. Zudem ist GDM12 keine Anregung zu entnehmen, trivalente Metalle wie Aluminium in der Kristallphase in Betracht zu ziehen, was in GDM1 besonders betont wird (GDM1, [0012] Z. 2 und [0015]). Somit ist nicht erkennbar, wie die Lehre der GDM12 den Fachmann auf den erfindungsgemäßen Lösungsweg führen könnte. \n\n71\\. GDM13 befasst sich mit der Synthese u.a. von Nitridosilicaten, Oxonitridosilicaten und Oxonitridoaluminosilicaten (GDM13, Abstract), beschreibt aber nicht den speziellen Zusammensetzungstyp des Streitpatents. Das Dokument untersucht die Fluoreszenz dieser Verbindungen und findet damit das Interesse des Fachmanns, auch wenn andere Verwendungszwecke für diese genannt sind (GDM13, S. 902 li. Sp. unten). Die oben bereits diskutierte Verbindung Ba2-xEuxSi5N8 ist nach GDM13 ein Material, das bei ca. 600 nm fluoresziert (GDM13, S. 904 re. Sp. Abs. 1). Wie bei der Lehre der GDM12, weist diese Verbindung allerdings nicht die „wesentlichen“ Elemente Aluminium und Calcium auf (Merkmal **M1** , **M1B**); auch Merkmal **M1A** ist kein Thema der GDM13. Soweit dort Sialone untersucht werden (GDM13, S. 904 li. Sp. vorle. Abs.), werden diese zwar auch in GDM1 als möglicher Ausgangspunkt erwähnt (GDM1, [0002], [0003], [0016]). Von GDM13 ausgehend lassen sich aber weder Motivation noch Weg herleiten, die Ergebnisse zu der konkret genannten Verbindung Ba2-xEuxSi5N8 ohne dreiwertiges Metall auf patentgemäße Sialone zu übertragen. \n\n72\\. GDM4 beschreibt einen Cer-dotierten Yttrium-Aluminium-Granat (YAG, „yttrium-aluminium-garnet“) (GDM4, S. 17 Abs. 1), an welchen auch das Streitpatent anknüpft (GDM1, u.a. [0008]-[0010]). Der Klägerin ist zuzustimmen, dass GDM4 die Stabilität des dort eingesetzten Leuchtstoffs betont (GDM4, S. 41 Z. 11, S. 43 Z. 2-3). Auch ihren Ausführungen, dass der Fachmann einen Leuchtstoff suche, der bei längeren Wellenlängen emittiere als der nach GDM4, mag zu folgen sein. Jedoch sieht GDM4 nur vor, dies durch den Ersatz von Yttrium durch Gadolinium und\u002Foder Lanthan im YAG-Fluoreszenzmaterial zu bewerkstelligen (GDM4, S. 18 Z. 17-21, S. 21 Z. 1-5, S. 34 Z. 13-24). Weitere Hinweise oder Anregungen, die einen Beitrag zur Lösung der streitpatentgemäßen Aufgabe leisten könnten, findet der Fachmann dort nicht. \n\n73\\. In Summe mögen die Druckschriften GDM12, GDM13 und GDM27\u002FGDM27a eine Dotierung ausgewählter (Oxo)nitridoaluminosilicate lehren. Sie veranlassen den Fachmann aber weder dazu, die CaAISiN3-Struktur in den Blick zu nehmen (Merkmal **M1A**) und auf deren Strukturerhalt zu achten, noch sich mit dem in GDM1 beanspruchten durch eine Zusammensetzungsformel abgebildeten System aus fünf Elementen (Merkmale **M1** , **M1B**), darunter dreiwertige Metalle, näher zu befassen. Danach kann die beliebig kombinierte Zusammenschau der aufgezeigten Druckschriften einzig in Kenntnis der Erfindung zum Leuchtstoff der nach Patentanspruch 1 der GDM1 führen. \n\n74\\. 9\\. Die Gegenstände der Patentansprüche 2 bis 13 haben mit dem bestandsfähigen Leuchtstoff nach Patentanspruch 1 des Streitpatents (GDM1) Bestand. \n\n75\\. Bei dieser Sach- und Rechtslage braucht auf die Hilfsanträge nicht mehr eingegangen zu werden. \n\nII.\n\n76\\. Die Kostenentscheidung beruht auf § 84 Abs. 2 PatG i. V. m. § 91 Abs. 1 ZPO; die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit auf § 99 Abs. 1 PatG i. V. m. § 709 ZPO.","de","jurionline_de","","BPatG München, 20.05.2025, 3 Ni 11\u002F23 (EP)","ecli-de-neuris-jure259032075",null,[19,34,44,54,64],{"id":20,"ecli":21,"caseNumber":14,"courtId":22,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":24,"language":25,"source":26,"sourceUrl":27,"summary":14,"slug":28,"metadata":29},"410","ECLI:NL:RBLIM:2026:6423",66,"2026-07-08T00:00:00.000Z","RECHTBANK limburg\n\nZittingsplaats Roermond\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: ROE 25 \u002F 2565\n\nuitspraak van de meervoudige kamer van 8 juli 2026 in de zaak tussen\n\n [belanghebbende] , gevestigd te [plaats], belanghebbende\n\n(gemachtigde: M.O.E. Uyen)\n\nen\n\nde heffingsambtenaar van de Belastingsamenwerking Gemeenten en Waterschappen, de heffingsambtenaar (gemachtigde: A. van den Dool).\n\nProcesverloop\n\nDe heffingsambtenaar heeft op grond van de Wet waardering onroerende zaken (Wet woz) de waarde van de onroerende zaken van belanghebbende voor het belastingjaar 2025 vastgesteld (het primaire besluit).\n\nBelanghebbende heeft tegen het primaire besluit bezwaar gemaakt.\n\nDe heffingsambtenaar heeft het bezwaar van belanghebbende gegrond verklaard (het bestreden besluit). Aan belanghebbende is een proceskostenvergoeding van in totaal € 161,74 toegekend.\n\nBelanghebbende heeft tegen het bestreden besluit beroep ingesteld.\n\nDe heffingsambtenaar heeft verweer gevoerd.\n\nOp 4 mei 2026, aangevuld op 11 mei 2026, zijn van belanghebbende nadere gronden en stukken ontvangen.\n\nHet onderzoek ter zitting heeft vervolgens plaatsgevonden op 15 mei 2026. Belanghebbende heeft zich laten vertegenwoordigen door mr. L.H.G.M. Driessen, kantoorgenote van haar gemachtigde bij Previcus B.V. te Boxmeer. De heffingsambtenaar heeft zich laten vertegenwoordigen door zijn gemachtigde.\n\nOverwegingen\n\n1. De rechtbank stelt vast dat de woz-waarde tussen partijen niet meer in geschil is. Het beroep van belanghebbende richt zich enkel tegen de toegekende proceskostenvergoeding en spitst zich toe op de vraag of de heffingsambtenaar bij de vaststelling van de proceskostenvergoeding in bezwaar toepassing heeft mogen geven aan de vermenigvuldigingsfactor 0,125 van artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz, zoals dit artikellid luidt met ingang van 1 januari 2025.\n\n2. De heffingsambtenaar heeft in het bestreden besluit de proceskostenvergoeding van € 161,74 als volgt gespecificeerd:\n\n- indienen bezwaarschrift: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 +\n\n- bijwonen hoorzitting: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 = € 161,74.\n\n3. Belanghebbende vindt dat de heffingsambtenaar een te lage proceskostenvergoeding heeft toegekend. Zij verzoekt de rechtbank om artikel 30a van de Wet woz buiten toepassing te laten, omdat haar gemachtigde een bijzonder geval is als bedoeld in het zogenoemde 30a-arrest van de Hoge Raad van 17 januari 2025 (ECLI:NL:HR:2025:46).\n\n4. In het 30a-arrest heeft de Hoge Raad geoordeeld dat bijzondere gevallen zich onderscheiden doordat zij niet voldoen aan de volgende kenmerken: dat aan de belanghebbende rechtsbijstand wordt verleend door een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, waarvan het bedrijfsmodel eruit bestaat dat\n\n( i) wordt opgetreden op basis van no cure no pay,\n\n(ii) daarbij zodanige afspraken met de cliënten worden gemaakt dat het bedrag van eventuele proceskostenvergoedingen aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en\n\n(iii) de procedures op een zodanige wijze worden gevoerd dat de daarin toegekende proceskostenvergoedingen de in redelijkheid gemaakte kosten ver overtreffen.\n\n5. De daarbij te hanteren regels zijn nader uitgewerkt in de arresten van de Hoge Raad van 25 april 2025 (ECLI:NL:HR:2025:670) en 18 juli 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1175).\n\n5.1.. Volgens de Hoge Raad rusten op de belanghebbende de stelplicht en bewijslast van feiten die meebrengen dat buiten redelijke twijfel komt vast te staan dat, beoordeelt naar de situatie op het moment waarop het desbetreffende rechtsmiddel is aangewend, het bedrijfsmodel van de betreffende gemachtigde of diens kantoor kennelijk niet allehiervoor bedoelde drie kenmerken heeft en dat aldus sprake is van een bijzonder geval. Er is dus (al) sprake van een bijzonder geval als één van de drie kenmerken niet van toepassing is.\n\n5.2.. Bij de beoordeling van het bedrijfsmodel gaat het niet specifiek om de werkzaamheden die de gemachtigde heeft verricht in de procedure waarop de proceskostenvergoeding ziet. Met het bedrijfsmodel is namelijk meer in het algemeen de wijze bedoeld waarop de gemachtigde zijn inkomsten verwerft met het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand.\n\n5.3.. Indien het bedrijfsmodel van een gemachtigde of een kantoor inhoudt dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i), of op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld, en dat daarbij afspraken met de cliënten worden gemaakt als hiervoor onder (ii) bedoeld, zal aldus moeten worden beoordeeld of dit bedrijfsmodel voldoet aan het hiervoor onder (iii) vermelde kenmerk van vergaande overdekking. Daartoe moet een vergelijking worden gemaakt tussen enerzijds het totale bedrag aan proceskostenvergoedingen dat aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en anderzijds het totale bedrag van de kosten van de gemachtigde of van het kantoor die kunnen worden toegerekend aan het voeren van de procedures waarop die proceskostenvergoedingen betrekking hebben. Het komt dus erop aan of het totale bedrag van de afgedragen proceskostenvergoedingen het totale bedrag van de zojuist bedoelde kosten verre overtreft. De omstandigheid dat vaak geheel of ten dele gebruik wordt gemaakt van gestandaardiseerde tekstblokken die niet zijn toegespitst op de desbetreffende zaak, vormt een aanwijzing dat het bedrijfsmodel wel het derde kenmerk van vergaande overdekking heeft, en zal daarom in het algemeen volstaan om aan te nemen dat de belanghebbende niet in dit door hem te leveren bewijs is geslaagd.\n\n6. In het arrest van 26 september 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1375) heeft de Hoge Raad nader uitgewerkt wanneer sprake is van een bedrijfsmodel dat eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Bij optreden op basis van no cure no pay moet worden uitgegaan van afspraken tussen de belanghebbende en de rechtsbijstandverlener op grond waarvan de belanghebbende geen financieel risico loopt bij inschakeling van de rechtsbijstandverlener, omdat geen instapvergoeding verschuldigd is noch een percentage van de bespaarde belasting als vergoeding moet worden afgestaan (zie Kamerstukken II 2023\u002F24, 36 427, nr. 3, blz. 2). Bij de beoordeling van de vraag of het bedrijfsmodel van een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay, komt het dus erop aan of die gemachtigde dan wel diens kantoor afspraken maakt met klanten op grond waarvan zij geen financieel risico lopen bij het verstrekken van de opdracht tot het verlenen van rechtsbijstand in een belastingprocedure. De verschuldigdheid van een instapvergoeding staat niet in alle gevallen eraan in de weg dat afspraken met een rechtsbijstandsverlener worden aangemerkt als afspraken op basis van no cure no pay. Onder het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op basis van no cure no pay wordt namelijk ook begrepen het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld. Dan moet worden gedacht aan de betaling van een zodanig laag bedrag dat die betaling als een pro forma of symbolische bijdrage moet worden beschouwd.\n\n7. De rechtbank stelt vast dat de gemachtigde van belanghebbende in deze zaak niet heeft bestreden dat haar bedrijfsmodel de hiervoor onder (ii) en (iii) vermelde kenmerken heeft.\n\n8. Belanghebbende bestrijdt dat het bedrijfsmodel van haar gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar (en beroep) eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Hiertoe heeft de gemachtigde verwezen naar een beschrijving van haar per 1 januari 2025 gewijzigde bedrijfsmodel (“Bijzonder geval: bedrijfsmodel Previcus en artikel 30a Wet WOZ”).\n\n8.1.. Volgens die beschrijving is de werkwijze met ingang van 1 januari 2025 fundamenteel gewijzigd. Het aantal dossiers is vanaf 2025 aanzienlijk afgenomen van 128.000 zaken naar circa 1.291 zaken. De zaken worden (vrijwel) niet meer op basis van no cure no pay uitgevoerd, maar volgens een regulier model waarin een cliënt, ongeacht de uitkomst van de zaak, een vaste startvergoeding betaalt (doorgaans gebaseerd op het aantal aanslagbiljetten) en\u002Fof een deel van de gerealiseerde besparing afdraagt (in bijna alle gevallen 40% van de besparing). De vóór 2025 aangebrachte zaken worden nog op basis van no cure no pay uitgevoerd. Bovendien worden vanaf 2025 alle aanslagbiljetten op voorhand gescreend en worden enkel de zaken doorgezet waarbij op voorhand onvoldoende duidelijk is dat er geen fouten zijn gemaakt. Er is, aldus de beschrijving, geen sprake meer van een grote massa waar de wetswijziging (Wet herwaardering proceskostenvergoeding WOZ en Bpm) op zag. De gemachtigde richt zich voortaan op de zakelijke markt, waarbij vrijwel altijd ook prijsafspraken met belanghebbenden worden gemaakt die losstaan van eventueel toegekende proceskostenvergoedingen.\n\n8.2.. De gemachtigde heeft de prijsafspraken over 2025 als volgt in een overzicht opgenomen.\n\n8.3.. De vermelding in de volmacht dat de vergoeding voor de werkzaamheden uitsluitend het totaal van de proceskostenvergoedingen bedraagt, klopt, aldus de beschrijving, niet meer. De onderliggende overeenkomsten bepalen dat cliënten zelf vergoedingen verschuldigd zijn. De proceskostenvergoeding speelt daarin nog slechts een kleine aanvullende rol.\n\n9. Op 4 mei 2026 heeft de gemachtigde van belanghebbende de facturen en betaalbewijzen in een groot aantal zaken, waarin zij als gemachtigde optreedt, ingezonden. Op 11 mei 2026 is daarvan een overzicht overgelegd. Die stukken bevestigen het beeld dat de beschrijving van het bedrijfsmodel geeft. Uit de facturen en betaalbewijzen blijkt namelijk dat de gemachtigde van een groot deel van haar cliënten een “besparingsfee” van minimaal 30% van de eventuele belastingbesparing vraagt, zij die “besparingsfee” aan haar cliënten factureert en die “besparingsfee” vervolgens ook door de cliënten wordt betaald.\n\n10. Daarnaast komt uit de facturen en betaalbewijzen naar voren dat de meeste cliënten (bovenop de “besparingsfee”) tevens een (in hoogte variërende) “startfee” zijn verschuldigd. Op zitting heeft de gemachtigde toegelicht dat, indien overeengekomen, de “startfee” altijd wordt gefactureerd en betaald. Dat dit niet in alle gevallen gebeurt blijkt uit de overgelegde facturen en betaalbewijzen, en komt, aldus de gemachtigde, doordat de “startfee”, die ongeacht de uitkomst is verschuldigd, in die gevallen eerder is gefactureerd en betaald. Dat is anders bij de “besparingsfee”, die niet eerder dan na het nemen van het bestreden besluit in rekening kan worden gebracht, omdat dan pas de (hoogte van de) besparing duidelijk is.\n\n11. De heffingsambtenaar heeft zich ter zitting op het standpunt gesteld dat het pas op 4 mei 2026 door de gemachtigde van belanghebbende indienen van facturen en betaalbewijzen (die op 6 mei 2026 door de rechtbank zijn vrijgegeven), die al in 2025 beschikbaar waren, in strijd is met een goede procesorde. De rechtbank overweegt dat partijen in beginsel vrij zijn om gedurende de procedure hun standpunten aan te vullen. Die vrijheid wordt echter begrensd door de beginselen van de goede procesorde. Hoewel de late indiening van reeds voorhanden zijnde stukken niet de schoonheidsprijs verdient, ziet de rechtbank hierin geen grond om die stukken vanwege strijd met een goede procesorde buiten beschouwing te laten. Hiertoe acht de rechtbank van belang dat de stukken een onderbouwing vormen van een eerder door de gemachtigde ingenomen standpunt, een reactie zijn op het verweerschrift en dat de aard en de omvang van de stukken niet zodanig zijn dat van de heffingsambtenaar om adequaat hierop te kunnen reageren een nader diepgaand (feiten)onderzoek wordt gevergd. De inhoudelijke reactie van de heffingsambtenaar op de stukken in de pleitnota bevestigen dit oordeel.\n\n12. De rechtbank stelt voorop dat voor haar de facturen en de betaalbewijzen leidend zijn voor de beoordeling van de vraag of kenmerk (i) op de gemachtigde van belanghebbende van toepassing is. Naar het oordeel van de rechtbank zijn (alleen) die stukken, en niet (ook) de overeenkomst, de website en de algemene voorwaarden van de gemachtigde (op 9 februari 2025), waarvan gesteld is dat die op dat moment nog niet in overeenstemming met het gewijzigde bedrijfsmodel waren gebracht, relevant voor de vraag of sprake is van een bedrijfsmodel op basis van no cure no pay. Omdat het bedrijfsmodel van de gemachtigde (en niet de vergoedingen in de aan de rechtbank voorliggende zaken) moet worden beoordeeld, blijft die beoordeling, anders dan de heffingsambtenaar stelt, niet beperkt tot de gemeenten binnen het ambtsgebied van de heffingsambtenaar. Daaruit volgt ook dat op grond van het (incidenteel) ontbreken van facturen en betaalbewijzen in aan de rechtbank voorliggende zaken niet zonder meer kan worden geconcludeerd dat kenmerk (i) op het bedrijfsmodel van de gemachtigde van toepassing is.\n\n13. De rechtbank is van oordeel dat met voldoende gegevens is onderbouwd dat de gemachtigde in 2025 voor een groot deel van de procedures een “besparingsfee” in rekening heeft gebracht. Door het betalen van een “besparingsfee” loopt een belanghebbende bij de inschakeling een gemachtigde voor het voeren van een procedure een financieel risico (zie hiervoor het arrest van de Hoge Raad van 26 september 2025). Deze door de gemachtigde gevraagde vergoeding (van 30-40%) acht de rechtbank, nog daargelaten dat de Hoge Raad dat enkel ten aanzien van “instapvergoedingen” heeft geoordeeld, ook niet dusdanig laag dat kan worden gesproken van rechtsbijstandverlening op een grondslag die in wezen overeenkomt met rechtsbijstandverlening op basis van no cure no pay. Op grond van het vorenstaande heeft belanghebbende, naar het oordeel van de rechtbank, buiten redelijke twijfel bewezen dat het bedrijfsmodel van de gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar niet het kenmerk van optreden op basis van no cure no pay heeft (i). Daaraan doet niet af dat een belanghebbende vooraf ermee heeft ingestemd dat een eventuele vergoeding van proceskosten aan de gemachtigde toekomt. Dat geldt ook voor het ontbreken van facturen en betaalbewijzen van op een eerder moment in rekening gebrachte “startfees” en de door de heffingsambtenaar gestelde inconsistenties in de hoogte hiervan.\n\n14. Uit het vorenstaande volgt dat sprake is van een bijzonder geval en de heffingsambtenaar ten onrechte toepassing heeft gegeven aan artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz.\n\n15. Dit betekent dat het beroep van belanghebbende gegrond is. De rechtbank vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding en bepaalt met toepassing van artikel 8:72, derde lid, aanhef en onder b, van de Algemene wet bestuursrecht de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase op € 1.332,- (2 x € 666,-).\n\n16. Aan het standpunt van belanghebbende dat aan het bestreden besluit een motiveringsgebrek kleeft, wordt niet toegekomen.\n\n17. Omdat het beroep gegrond is, moet de heffingsambtenaar het griffierecht aan belanghebbende vergoeden.\n\n18. De rechtbank acht termen aanwezig om de heffingsambtenaar te veroordelen in de proceskosten die belanghebbende redelijkerwijs heeft moeten maken in verband met de behandeling van het beroep, een en ander eveneens overeenkomstig de normen van het Besluit proceskosten bestuursrecht. Aan belanghebbende is door een derde beroepsmatig rechtsbijstand verleend. Voor de in aanmerking te nemen proceshandelingen worden 2 punten (1 punt voor het indienen van het beroepschrift en 1 punt voor het verschijnen op zitting met een waarde van € 934,- per punt) toegekend. De rechtbank bepaalt in overeenstemming met het Richtsnoer proceskostenvergoeding belastingkamers gerechtshoven 2024 (neergelegd in de uitspraak van het gerechtshof ’s-Hertogenbosch van 7 augustus 2024, ECLI:NL:GHSHE:2024:2524) de wegingsfactor op 0,5. Gelet hierop bedraagt het vanwege de in deze zaak verleende rechtsbijstand te vergoeden bedrag in totaal € 934,-.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding, stelt de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase vast op € 1.332,- en bepaalt dat deze uitspraak in de plaats treedt van het vernietigde besluit;\n\n- draagt de heffingsambtenaar op het betaalde griffierecht van € 385,- aan belanghebbende te vergoeden;\n\n- veroordeelt de heffingsambtenaar in de proceskosten van belanghebbende wegens verleende rechtsbijstand in beroep tot een bedrag van € 934,-.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. B.F.A. van Huijgevoort, voorzitter, en mrs. E.P.J. Rutten en J.H. van Hoof leden, in aanwezigheid van mr. D.D.R.H. Lechanteur, griffier.De beslissing is in het openbaar uitgesproken op 8 juli 2026.\n\ngriffier rechter\n\nAfschrift verzonden aan partijen op: 8 juli 2026.\n\nRechtsmiddel\n\nTegen deze uitspraak kunnen partijen binnen zes weken na de verzenddatum hoger beroep instellen bij het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nU kunt digitaal beroep instellen via www.rechtspraak.nl. Daar klikt u op “Formulieren en inloggen”. Hoger beroep instellen kan eventueel ook nog steeds door verzending van een brief aan het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nBij het instellen van het hoger beroep dient het volgende in acht te worden genomen:\n\n1. bij het hogerberoepschrift wordt een afschrift van deze uitspraak overgelegd;\n\n2 - het hogerberoepschrift moet, indien het op papier wordt ingediend, ondertekend zijn. Verder moet het ten minste het volgende vermelden:\n\na. de naam en het adres van de indiener;\n\nb. de datum van verzending;\n\nc. een omschrijving van de uitspraak waartegen het hoger beroep is ingesteld;\n\nd. de redenen waarom u het niet eens bent met de uitspraak (de gronden van het hoger beroep).","nl","rechtspraak_nl","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBLIM:2026:6423","ecli-nl-rblim-2026-6423",{"courtName":30,"legalDomain":31,"decisionType":32,"procedureType":33},"Roermond","Bestuursrecht; Belastingrecht","uitspraak","Uitspraak",{"id":35,"ecli":36,"caseNumber":37,"courtId":38,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":39,"language":40,"source":41,"sourceUrl":14,"summary":42,"slug":43,"metadata":17},"85","ECLI:RO:2026:JudecatoriaSECTORUL5BUCURESTI:17050-302-2025-a1","17050\u002F302\u002F2025\u002Fa1",97,"Admite cererea de îndreptare a erorii materiale din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026, pronunţată de Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti în dosar nr. 17050\u002F302\u002F2025, formulată din oficiu.       \nDispune îndreptarea erorii materiale strecurată în cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025, în sensul re?inerii că pârâtul Vasile Constantin are codul numeric personal ............, iar nu ............., astfel cum în mod eronat s-a consemnat.   \nPrezenta încheiere face parte integrantă din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025.   \nÎndreptarea se va efectua în toate exemplarele sentin?ei.\n\tCu drept de apel în 30 de zile de la comunicare. 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Voorts is beslist op de vorderingen van de benadeelde partijen, zoals nader omschreven in het vonnis waarvan beroep.\n\nNamens de verdachte is tegen het vonnis hoger beroep ingesteld.\n\nOmvang van het hoger beroep\n\nDe verdachte is door de rechtbank Rotterdam vrijgesproken van hetgeen aan hem onder 1 is tenlastegelegd. Het hoger beroep is door de verdachte onbeperkt ingesteld en is derhalve mede gericht tegen de in eerste aanleg gegeven beslissing tot vrijspraak. Gelet op hetgeen is bepaald in artikel 404, vijfde lid, van het Wetboek van Strafvordering staat voor de verdachte tegen deze beslissing geen hoger beroep open. Het hof zal de verdachte mitsdien niet-ontvankelijk verklaren in het ingestelde hoger beroep, voor zover dat is gericht tegen de in het vonnis waarvan beroep gegeven vrijspraak.\n\nWaar hierna wordt gesproken van \"de zaak\" of \"het vonnis\", wordt daarmee bedoeld de zaak of het vonnis voor zover op grond van het vorenstaande aan het oordeel van dit hof onderworpen.\n\nTenlastelegging\n\nAan de verdachte is – voor zover aan het oordeel van het hof onderworpen – tenlastegelegd dat:\n\n2. hij op of omstreeks 01 januari 2023 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard, openlijk, te weten, op of aan de Smidsweg en\u002Fof de Langestraat, in elk geval op of aan (een) openbare weg(en), in vereniging geweld heeft gepleegd tegen een of meer verbalisanten van de politie Eenheid Rotterdam, te weten [hoofdagent] (hoofdagent) en\u002Fof [aspirant] (aspirant) en\u002Fof één of meer verbalisanten, zijnde groepsleden van de Mobiele Eenheid van politie Eenheid Rotterdam, te weten [verbalisant 1] en\u002Fof [verbalisant 2] en\u002Fof [verbalisant 3] en\u002Fof [verbalisant 4] en\u002Fof [verbalisant 5] en\u002Fof [verbalisant 6] en\u002Fof [verbalisant 7] en\u002Fof [verbalisant 8] en\u002Fof [verbalisant 9] en\u002Fof [verbalisant 10] en\u002Fof [verbalisant 11] en\u002Fof [verbalisant 12] en\u002Fof [verbalisant 13] en\u002Fof [verbalisant 14] en\u002Fof [verbalisant 15] en\u002Fof [verbalisant 16] en\u002Fof [verbalisant 17] en\u002Fof [verbalisant 18] en\u002Fof [verbalisant 19] en\u002Fof [verbalisant 20] , althans een of meer (andere) verbalisanten door\n\n- één of meer stuks zwaar (illegaal) vuurwerk (betreffende onder meer: cobra's \u002F nitraten \u002F shells) en\u002Fof vuurwerkbommen op\u002Ftegen, althans in de richting van\u002Fnaar voornoemde verbalisanten af te schieten en\u002Fof te gooien, waarbij voornoemd(e) vuurwerk\u002Fvuurwerkbommen vlakbij\u002Fnaast het\u002Fde lichamen en\u002Fof het\u002Fde hoofden\u002Fgezichten van voornoemde verbalisanten tot ontploffing is\u002Fzijn gekomen en\u002Fof\n\n- ( met kracht) één of meer stenen en\u002Fof glaswerk op\u002Ftegen, althans in de richting van voornoemde verbalisanten te gooien en\u002Fof\n\n- ( dreigend) zich op te dringen aan voornoemde ambtenaren en\u002Fof\n\n- ( daarbij) (dreigend) een of meerdere ploertendoders, althans slagvoorwerpen, aan voornoemde ambtenaren te tonen\u002Fvoor te houden en\u002Fof\n\n- ( daarbij) aan die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof een of meer (andere) verbalisanten de weg te versperren, althans de doorgang te beletten en\u002Fof (daarbij) te verhinderen dat die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof anderen met\u002Fin een (politie)voertuig weg konden rijden en\u002Fof\n\n- naar\u002Fin de richting van voornoemde ambtenaren te schelden, met de woorden: \"Kankerlijers\", \"Kanker op joh\" en\u002Fof \"Kankerpolitie\" en\u002Fof\n\n- ( met kracht) op\u002Ftegen het (politie)schild van die [verbalisant 2] te trappen\u002Fschoppen;\n\n3. hij op of omstreeks 31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk een vuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed, dat\u002Fdie geheel of ten dele aan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachte toebehoorde(n) heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt.\n\nVordering van de advocaat-generaal\n\nDe advocaat-generaal heeft gevorderd dat het vonnis waarvan beroep ten aanzien van de bewezenverklaring zal worden bevestigd en dat de verdachte ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde zal worden veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 107 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 60 dagen voorwaardelijk en met een proeftijd van 2 jaren.\n\nHet vonnis waarvan beroep\n\nHet vonnis waarvan beroep kan niet in stand blijven omdat het hof zich daarmee niet verenigt.\n\nVrijspraak\n\nDe advocaat-generaal heeft zich op het standpunt gesteld dat het onder 2 tenlastegelegde wettig en overtuigend kan worden bewezenverklaard, nu de verdachte met zijn handelen een bijdrage van voldoende gewicht heeft geleverd aan het openlijk geweld tegen de desbetreffende verbalisanten. Zo heeft de verdachte voorafgaand aan de jaarwisseling deel genomen aan een WhatsApp-groep waarin werd gesproken over het voornemen onrust te veroorzaken ten tijde van de jaarwisseling. Voorts heeft de verdachte in de nacht van de jaarwisseling – nadat hij door leden van de Mobiele Eenheid (ME) was ingesloten –op zijn telefoon een video-opname gemaakt waarin er samen met medeverdachte [medeverdachte] (hierna: [medeverdachte] ) wordt gepraat over het doodschoppen van een ME’er. Vijftien minuten nadat hij deze video had opgenomen, is [medeverdachte] aangehouden voor het schoppen tegen het schild van een ME’er.\n\nHet hof overweegt als volgt.\n\nHet hof stelt voorop dat van het \"in vereniging\" plegen van geweld sprake is, indien de betrokkene een voldoende significante of wezenlijke bijdrage levert aan het geweld, zij het dat deze bijdrage zelf niet van gewelddadige aard hoeft te zijn. De enkele omstandigheid dat iemand aanwezig is in een groep die openlijk geweld pleegt is niet zonder meer voldoende om hem te kunnen aanmerken als iemand die \"in vereniging\" geweld pleegt. Beoordeeld zal moeten worden of de door de verdachte geleverde – intellectuele en\u002Fof materiële – bijdrage aan het delict van voldoende gewicht is.\n\nMet de advocaat-generaal en de verdediging is het hof van oordeel dat op grond van het verhandelde ter terechtzitting niet kan worden bewezen dat de verdachte omstreeks de jaarwisseling geweld heeft gebruikt jegens de verbalisanten, zoals het gooien met stenen of vuurwerk. Het hof is voorts van oordeel dat evenmin bewezen kan worden dat de verdachte op enige wijze geweldshandelingen die door andere personen zijn gepleegd heeft ondersteund of anderszins heeft bijgedragen aan het ontstaan of het voortduren van het geweld jegens de verbalisanten. Het hof neemt hierbij in aanmerking dat [medeverdachte] bij de raadsheer-commissaris als getuige is gehoord en heeft verklaard dat hetgeen de verdachte in de video-opname heeft gezegd, los stond van zijn handelen daarna en dat de verdachte niet in de buurt was toen [medeverdachte] tegen het schild van verbalisant [verbalisant 2] aan schopte. De enkele aanwezigheid in de groep die door de politie\u002FME was ingesloten en het feit dat de verdachte deel uit maakte van een WhatsApp-groep acht het hof evenmin een bijdrage van voldoende gewicht. Gelet op het voorgaande is niet vast komen te staan dat de verdachte een voldoende significante of wezenlijke bijdrage heeft geleverd aan het tenlastegelegde geweld tegen de desbetreffende verbalisanten, zodat het ten laste gelegde niet kan worden bewezen en de verdachte daarvan zal worden vrijgesproken.\n\nBewezenverklaring\n\nHet hof acht wettig en overtuigend bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan, met dien verstande dat:\n\n3. hij op of omstreeks31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk eenvuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed,dat\u002Fdiegeheel of ten deleaan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachtetoebehoorde(n)heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt;.\n\nHetgeen meer of anders is tenlastegelegd, is niet bewezen. De verdachte moet daarvan worden vrijgesproken.\n\nBewijsvoering\n\nHet hof grondt zijn overtuiging dat de verdachte het bewezenverklaarde heeft begaan op de feiten en omstandigheden die in de bewijsmiddelen zijn vervat en die reden geven tot de bewezenverklaring.\n\nIn die gevallen waarin de wet aanvulling van het arrest vereist met de bewijsmiddelen dan wel, voor zover artikel 359, derde lid, tweede volzin, van het Wetboek van Strafvordering wordt toegepast, met een opgave daarvan, zal zulks plaatsvinden in een aanvulling die als bijlage aan dit arrest zal worden gehecht.\n\nStrafbaarheid van het bewezenverklaarde\n\nHet onder 3 bewezenverklaarde levert op\n\nopzettelijk en wederrechtelijk enig goed dat geheel of ten dele aan een ander toebehoort, vernielen.\n\nStrafbaarheid van de verdachte\n\nEr is geen omstandigheid aannemelijk geworden die de strafbaarheid van de verdachte uitsluit. De verdachte is dus strafbaar.\n\nStrafmotivering\n\nHet hof heeft de op te leggen straf bepaald op grond van de ernst van het feit en de omstandigheden waaronder dit is begaan en op grond van de persoon en de persoonlijke omstandigheden van de verdachte, zoals daarvan is gebleken uit het onderzoek ter terechtzitting.\n\nDaarbij heeft het hof in het bijzonder het volgende in aanmerking genomen.\n\nDe verdachte heeft zich op oudejaarsavond schuldig gemaakt aan vernieling van een prullenbak door hierop zwaar vuurwerk tot ontploffing te brengen. Een dergelijk feit is gevaarzettend en geschikt om gevoelens van angst en onveiligheid in de maatschappij teweeg te brengen. De verdachte heeft met zijn handelen de gemeente en daarmee de gemeenschap financiële schade berokkend en hij heeft hiermee overlast veroorzaakt.\n\nHet hof heeft acht geslagen op een de verdachte betreffend uittreksel Justitiële Documentatie van 1 juni 2026, waaruit blijkt dat de verdachte niet eerder voor een vergelijkbaar feit is veroordeeld.\n\nTen aanzien van de redelijke termijn als bedoeld in artikel 6, eerste lid, van het Europees Verdrag tot bescherming van de rechten van de mens en de fundamentele vrijheden (EVRM) overweegt het hof dat deze is aangevangen op 6 maart 2023. In eerste aanleg is de redelijke termijn niet overschreden. Het hof stelt vast dat de behandeling van de zaak in hoger beroep niet heeft plaatsgevonden binnen de daartoe gestelde redelijke termijn,. Namens de verdachte is immers op 4 juli 2023 hoger beroep ingesteld en het hof wijst op 8 juli 2026 eindarrest. De redelijke termijn van de berechting in hoger beroep is derhalve met meer dan één jaar overschreden. Het hof ziet, ook gelet op de duur van de procedure als geheel, aanleiding te volstaan met de constatering van dit verzuim, gelet op de gekozen strafmodaliteit en de hoogte van de op te leggen straf.\n\nHet hof is – alles afwegende – van oordeel dat een onvoorwaardelijke taakstraf van na te melden duur een passende en geboden reactie vormt. Anders dan de verdediging heeft bepleit acht het hof een geldboete, gelet op de context waarin en de wijze waarop de vernieling plaatsvond – tijdens de jaarwisseling en met (illegaal) vuurwerk – niet passend. Evenmin zal om die reden toepassing worden gegeven aan het bepaalde in artikel 9a van het Wetboek van Strafrecht.\n\nVorderingen tot schadevergoeding\n\nIn het onderhavige strafproces hebben tweeëntwintig verbalisanten zich als benadeelde partij gevoegd ter zake van het onder 2 ten laste gelegde. De benadeelde partijen [verbalisant 17] , [verbalisant 12] , [verbalisant 8] , [verbalisant 9] , [verbalisant 19] , [verbalisant 20] , [verbalisant 18] , [verbalisant 15] , [verbalisant 10] , [verbalisant 4] , [verbalisant 1] , [verbalisant 16] , [verbalisant 3] , [aspirant] , [verbalisant 7] , [hoofdagent] , [verbalisant 14] , [verbalisant 5] en [verbalisant 6] vorderen per persoon een vergoeding van € 350,00 aan immateriële schade. De benadeelde partijen [verbalisant 13] en [verbalisant 11] vorderen per persoon een vergoeding van € 400,00 aan immateriële schade en de benadeelde partij [verbalisant 2] vordert een vergoeding van € 750,00 aan immateriële schade.\n\nNu de verdachte ter zake van het onder 2 tenlastegelegde wordt vrijgesproken, zullen de benadeelde partijen niet-ontvankelijk worden verklaard in hun vordering.\n\nGelet daarop zullen de benadeelde partijen worden veroordeeld in de kosten die de verdachte tot aan deze uitspraak in verband met de verdediging tegen die vorderingen heeft moeten maken, welke kosten het hof vooralsnog begroot op nihil.\n\nToepasselijke wettelijke voorschriften\n\nHet hof heeft gelet op de artikelen 9, 22c, 22d en 350 van het Wetboek van Strafrecht, zoals zij rechtens gelden dan wel golden.\n\nBESLISSING\n\nHet hof:\n\nVerklaart de verdachte niet-ontvankelijk in het hoger beroep, voor zover gericht tegen de beslissing ter zake van het onder 1 tenlastegelegde.\n\nVernietigt het vonnis waarvan beroep voor zover thans aan het oordeel van het hof onderworpen en doet in zoverre opnieuw recht:\n\nVerklaart niet bewezen dat de verdachte het onder 2 tenlastegelegde heeft begaan en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart, zoals hiervoor overwogen, bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan.\n\nVerklaart niet bewezen hetgeen de verdachte meer of anders is tenlastegelegd dan hierboven is bewezenverklaard en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart het onder 3 bewezenverklaarde strafbaar, kwalificeert dit als hiervoor vermeld en verklaart de verdachte strafbaar.\n\nVeroordeelt de verdachte tot een taakstrafvoor de duur van60 (zestig) uren, indien niet naar behoren verricht te vervangen door30 (dertig) dagen hechtenis.\n\nBeveelt dat de tijd die door de verdachte vóór de tenuitvoerlegging van deze uitspraak in enige in artikel 27, eerste lid, van het Wetboek van Strafrecht bedoelde vorm van voorarrest is doorgebracht, bij de uitvoering van de opgelegde taakstraf in mindering zal worden gebracht, volgens de maatstaf van 2 uren taakstraf per in voorarrest doorgebrachte dag, voor zover die tijd niet reeds op een andere straf in mindering is gebracht.\n\nVordering van de benadeelde partijen:\n\n- [verbalisant 17] ,\n\n- [verbalisant 12] ,\n\n- [verbalisant 13] ,\n\n- [verbalisant 8] ,\n\n- [verbalisant 9] ,\n\n- [verbalisant 19] ,\n\n- [verbalisant 20] ,\n\n- [verbalisant 11]\n\n- [verbalisant 18] ,\n\n- [verbalisant 15] ,\n\n- [verbalisant 10] ,\n\n- [verbalisant 4] ,\n\n- [verbalisant 1] ,\n\n- [verbalisant 16] ,\n\n- [verbalisant 3] ,\n\n- [verbalisant 2]\n\n- [aspirant] ,\n\n- [verbalisant 7] ,\n\n- [hoofdagent] ,\n\n- [verbalisant 14] ,\n\n- [verbalisant 5] , en\n\n- [verbalisant 6]\n\nVerklaart de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens niet-ontvankelijk in hun vordering tot schadevergoeding.\n\nVeroordeelt de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens in de door verdachte gemaakte kosten en begroot deze telkens op nihil.\n\nDit arrest is gewezen door mr. F.W. Pieters, als voorzitter, mr. E.C. van Veen en mr. M.C. Bruining, leden, in bijzijn van de griffier mr. V.V. de Lange.\n\nHet is uitgesproken op de openbare terechtzitting van het hof van 8 juli 2026.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:GHDHA:2026:2250","ecli-nl-ghdha-2026-2250",{"courtName":52,"legalDomain":53,"decisionType":32,"procedureType":33},"Den Haag","Strafrecht",{"id":55,"ecli":56,"caseNumber":14,"courtId":57,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":58,"language":25,"source":26,"sourceUrl":59,"summary":14,"slug":60,"metadata":61},"348","ECLI:NL:RBDHA:2026:18721",65,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Groningen\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.20806\n uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n \n [naam], eiseres,\n\nV-nummer: [v-nummer:],\n\n(gemachtigde: mr. I.M. Zuidhoek),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, de minister.\n\nInleiding\n\n1. In deze uitspraak beoordeelt de rechtbank het beroep van eiseres tegen het niet in behandeling nemen van de aanvraag tot het verlenen van een verblijfsvergunning asiel voor bepaalde tijd. De minister heeft de aanvraag met het bestreden besluit van 7 april 2026 niet in behandeling genomen omdat daarvoor Frankrijk verantwoordelijk is.\n\n1.1.. De rechtbank doet op grond van artikel 8:54 van de Algemene wet bestuursrecht (Awb) uitspraak zonder zitting.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\n2. De rechtbank beoordeelt het niet in behandeling nemen van de asielaanvraag van eiseres. Zij doet dat mede aan de hand van de argumenten die eiseres heeft aangevoerd, de beroepsgronden.\n\n3. De rechtbank verklaart het beroep ongegrond. Dat betekent dat eiseres ongelijk krijgt en het bestreden besluit in stand blijft. Hierna legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit oordeel heeft.\n\nToepasselijk recht\n\n4. Op deze zaak is het recht van toepassing dat gold vóór 12 juni 2026.\n\nTotstandkoming van het besluit\n\n5. De Europese Unie heeft gezamenlijke regelgeving over het in behandeling nemen van asielaanvragen. Die staat in de Dublinverordening.Op grond van de Dublinverordening neemt de minister een asielaanvraag niet in behandeling als is vastgesteld dat een andere lidstaat verantwoordelijk is voor de behandeling daarvan.In dit geval heeft Nederland bij Frankrijk een verzoek om terugname gedaan. Frankrijk heeft dit verzoek aanvaard.\n\nMag de minister ten opzichte van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel?\n\n6. Eiseres stelt zich op het standpunt dat er in Frankrijk voor haar een onveilige situatie zal optreden. Dit is het gevolg van de aanwezigheid van veel Libanezen in Frankrijk, waaronder ook de familie van haar moeder die haar eerder al bedreigde. Bovendien heeft eiseres in Nederland een community gevonden waar zij zich veilig bij voelt en in Frankrijk heeft zij niemand, dit is voor haar een angstaanjagend vooruitzicht. Dit terwijl in Nederland er een sterke en diverse LHBT-gemeenschap is waar zij zich veilig voelt. Volgens eiseres is er in Frankrijk bovendien nog steeds een groot probleem met betrekking tot de opvang van asielzoekers. Ze verwijst naar het AIDA-rapport over Frankrijk, update 2024.Er is een tekort aan opvangplekken en eiseres loopt bij terugkeer een reëel risico om in een situatie van materiële deprivatie terecht te komen. Volgens eiseres is het bestreden besluit niet zorgvuldig voorbereid en berust het evenmin op een deugdelijke motivering.\n\n6.1.. De beroepsgrond slaagt niet. Naar het oordeel van de rechtbank mag de minister ten aanzien van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. De Afdelingheeft meermaals bevestigd dat ten aanzien van Frankrijk in algemene zin kan worden uitgegaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. Hierbij is ook het AIDA rapport, update 2024, betrokken. De rechtbank overweegt ambtshalve dat ook het recente AIDA rapport, update 2025, geen wezenlijk ander beeld geeft van de opvangvoorzieningen in Frankrijk dan de informatie die is betrokken door de Afdeling in eerdere uitspraken.\n\n6.2.. Uit de AIDA rapporten blijkt niet dat sprake is van structurele tekortkomingen in de opvang of asielprocedure, ook niet ten aanzien van de LHTBI-gemeenschap. Eiseres heeft bovendien niet aannemelijk gemaakt dat zij bij overdracht aan Frankrijk persoonlijk geen opvang, rechtsbescherming of toegang tot de procedure zal krijgen. Eiseres heeft niet eerder een asielaanvraag in Frankrijk ingediend waardoor zij geen persoonlijke ervaring heeft met de kwaliteit van de asielprocedure en de opvangvoorzieningen in Frankrijk.\n\n6.3.. Naar het oordeel van de rechtbank heeft de minister zich niet ten onrechte op het standpunt gesteld dat eiseres niet aannemelijk heeft gemaakt dat sprake is van bijzondere, individuele omstandigheden op basis waarvan de minister de aanvraag toch zou moeten behandelen.\n\nConclusie en gevolgen\n\n7. Het beroep is kennelijk ongegrond. Dat betekent dat het bestreden besluit in stand blijft en eiseres overgedragen kan worden aan Frankrijk. Eiseres krijgt geen vergoeding van haar proceskosten.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank verklaart het beroep ongegrond.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. A. Sibma, rechter, in aanwezigheid van mr. S. Strating, griffier, en openbaar gemaakt door middel van gepseudonimiseerde publicatie op rechtspraak.nl.\n\nDe uitspraak is openbaar gemaakt en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over verzet\n\nAls partijen het niet eens zijn met deze uitspraak, kunnen zij een verzetschrift sturen naar de rechtbank waarin zij uitleggen waarom zij het niet eens zijn met deze uitspraak. Het verzetschrift moet worden ingediend binnen zes weken na de dag waarop deze uitspraak is verzonden. Als partijen graag een zitting willen om het verzetschrift toe te lichten, moeten zij dit in het verzetschrift vermelden.\n\n Zie artikel 84 van de Asiel- en migratiebeheerverordening inzake het overgangsrecht.\n\n Verordening (EU) nr. 604\u002F2013.\n\n Dit staat ook in artikel 30, eerste lid, van de Vreemdelingenwet 2000.\n\n Update 2024 van juni 2025.\n\n Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State.\n\n Update 2025 van mei 2026.\n\n Zie ook de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Arnhem, van 3 juli 2026. (ECLI:NL:RBDHA:2026:18469, r.o. 7.1) en de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Middelburg, van 25 juni 2026 (ECLI:NL:RBDHA:2026:17711).","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18721","ecli-nl-rbdha-2026-18721",{"courtName":62,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Groningen","Bestuursrecht; Vreemdelingenrecht",{"id":65,"ecli":66,"caseNumber":14,"courtId":67,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":68,"language":25,"source":26,"sourceUrl":69,"summary":14,"slug":70,"metadata":71},"418","ECLI:NL:RBDHA:2026:18726",61,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Rotterdam\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.36068uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n\n [naam eiser] , eiser\n\nV-nummer: [V-nummer]\n\n(gemachtigde: mr. J.S. Dobosz),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, verweerder\n\n(gemachtigde: mr. C. van der Zijde).\n\nSamenvatting\n\n1. Deze uitspraak gaat over de maatregel van vreemdelingenbewaring die aan eiser is opgelegd. Deze maatregel is opgelegd op grond van artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vreemdelingenwet 2000. Eiser is het niet eens met die maatregel. Hij voert daartegen een beroepsgrond aan. Onder meer aan de hand van deze beroepsgrond beoordeelt de rechtbank de rechtmatigheid van die maatregel en de vraag of aan eiser een schadevergoeding moet worden toegekend.\n\n1.1.. De rechtbank komt in deze uitspraak tot het oordeel dat het beroep gegrond is. Het opleggen van de maatregel van vreemdelingenbewaring is onrechtmatig. De rechtbank kent daarom een schadevergoeding toe. Hieronder legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit heeft.\n\n1.2.. In deze uitspraak gebruikt de rechtbank de volgende afkortingen voor de wet- en regelgeving:\n\nAwb: Algemene wet bestuursrecht\n\nVw: Vreemdelingenwet 2000\n\nVb: Vreemdelingenbesluit 2000\n\nProcesverloop\n\n2. Met het bestreden besluit van 29 juni 2026 heeft verweerder aan eiser de maatregel van vreemdelingenbewaring opgelegd en de rechtbank daarvan in kennis gesteld.\n\n2.1.. Deze kennisgeving wordt gelijkgesteld met een door eiser ingesteld beroep. Het beroep wordt ook aangemerkt als een verzoek om schadevergoeding.\n\n2.2.. De rechtbank heeft het beroep op 7 juli 2026 op zitting behandeld. Hieraan hebben deelgenomen: eiser, de gemachtigde van eiser, K.A. Ozdzinska als tolk en de gemachtigde van verweerder.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\nToetsingskader\n\n3. Verweerder kan als het belang van de openbare orde of de nationale veiligheid dat vordert, de vreemdeling die geen rechtmatig verblijf heeft in vreemdelingenbewaring stellen.Verweerder stelt een vreemdeling slechts in vreemdelingenbewaring, voor zover geen minder dwingende maatregelen doeltreffend kunnen worden toegepast en de vreemdelingenbewaring blijft achterwege of wordt beëindigd, indien deze niet langer noodzakelijk is met het oog op het doel van de vreemdelingenbewaring.Deze vreemdeling kan in vreemdelingenbewaring worden gesteld op grond dat het belang van de openbare orde of nationale veiligheid zulks vordert, indien a) een onderduikrisico bestaat, of b) de vreemdeling de voorbereiding van het vertrek of de uitzettingsprocedure ontwijkt of belemmert.De maatregel kan alleen worden opgelegd wegens het bestaan van een onderduikrisico, indien ten minste twee van de gronden, genoemd in artikel 5.6, tweede lid, van het Vb zich voordoen.\n\nGronden\n\n4. Eiser heeft de gronden die aan de maatregel ten grondslag zijn gelegd niet bestreden. De gronden, die de ambtshalve toetsing van de rechtbank doorstaan, zijn tezamen voldoende om de maatregel van bewaring te kunnen dragen.\n\nRechtmatig verblijf\n\n5. Eiser heeft aangevoerd dat er sprake is van een rechtmatig verblijf van eiser in Nederland op grond van artikel 7 van de Richtlijn 2004\u002F38\u002FEG. Eiser is een maand voorafgaand aan de onderhavige zaak opgehouden op 3 juni 2026. Hij heeft ter onderbouwing het proces-verbaal van ophouding overgelegd. Op deze dag is onderzoek gedaan naar de arbeidssituatie van eiser. Gebleken is dat eiser arbeid verricht voor een Nederlands uitzendbureau en beschikte over een arbeidscontract. Eiser is vervolgens heengezonden wegens bestendig verblijf. Verweerder kon ten aanzien van de onderhavige maatregel van bewaring op 29 juni 2026 niet zonder meer terugvallen op het standpunt dat sprake is van voortgezet onrechtmatig verblijf. Dit is onverenigbaar met de bevinding op 3 juni 2026. De maatregel van bewaring is dan ook onvoldoende zorgvuldig voorbereid en onvoldoende gemotiveerd.\n\n5.1.. Verweerder heeft aan de maatregel ten grondslag gelegd dat eiser geen rechtmatig verblijf in Nederland heeft, nu zijn verblijfsrecht als Unieburger bij beschikking van 6 maart 2025 is beëindigd. De rechtbank stelt voorop dat de enkele omstandigheid dat het verblijfsrecht van een Unieburger eerder is beëindigd, niet zonder meer meebrengt dat deze op een later moment geen rechten meer aan het Unierecht kan ontlenen. Indien sprake is van gewijzigde feiten en omstandigheden dient verweerder de verblijfsrechtelijke positie van de betrokkene opnieuw te beoordelen alvorens tot het oordeel te komen dat hij geen rechtmatig verblijf heeft.\n\n5.2.. De rechtbank oordeelt als volgt. In de maatregel van bewaring is vermeld dat eiser heeft verklaard werkzaam te zijn voor een Nederlands uitzendbureau en dit ook heeft aangetoond, dat eiser werkzaam is in België waar hij ook wordt voorzien van woonruimte door de werkgever en dat hij in België mag verblijven. Naar het oordeel van de rechtbank vormen deze omstandigheden concrete aanwijzingen dat de feitelijke situatie van eiser sinds de beschikking van 6 maart 2025 is gewijzigd. Van verweerder mocht daarom worden verwacht dat hij kenbaar zou onderzoeken welke betekenis deze gewijzigde omstandigheden hebben voor de actuele verblijfsrechtelijke positie van eiser. Uit de maatregel van bewaring, het gehoor voorafgaand aan deze maatregel en de overige stukken in het dossier is niet gebleken dat een dergelijk onderzoek heeft plaatsgevonden. Daarbij betrekt de rechtbank dat uit het proces-verbaal van ophouding van eiser op 3 juni 2026 blijkt dat eiser is heengezonden, omdat sprake was van ‘mogelijk bestendig verblijf’. Uit het proces-verbaal van verhoor op die dag blijkt dat het werken voor een Nederlands uitzendbureau hier ook aan de orde is geweest. Vervolgens wordt nog geen maand later in de onderhavige maatregel van bewaring zonder kenbare motivering aangenomen dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft. Niet valt in te zien waarom verweerder er zonder nader onderzoek van uit heeft kunnen gaan dat eiser geen aan het Unierecht ontleend verblijfsrecht had. De motivering dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft, is onder deze omstandigheden onvoldoende draagkrachtig. Gelet hierop is de maatregel in strijd met artikel 3:2 en 3:46 van de Awb tot stand gekomen en is dan ook onrechtmatig. Deze beroepsgrond slaagt.\n\nConclusie en gevolgen\n\n6. Het beroep tegen de maatregel van vreemdelingenbewaring is gegrond. Deze maatregel is vanaf het moment van het opleggen daarvan onrechtmatig. De rechtbank beveelt de opheffing van deze maatregel met ingang van vandaag.\n\n6.1.. Op grond van artikel 106 van de Vw kan de rechtbank indien zij de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring beveelt aan eiser een schadevergoeding ten laste van de Staat toekennen. De rechtbank acht gronden aanwezig om een schadevergoeding toe te kennen voor 10 dagen onrechtmatige (tenuitvoerlegging van de) vreemdelingenbewaring ten bedrage van 0 x € 160,- (verblijf politiecel) en 10 x € 120,- (verblijf detentiecentrum) = € 1.200,-.\n\n6.2.. Eiser krijgt een vergoeding van zijn proceskosten. Verweerder moet deze vergoeding betalen. Deze vergoeding bedraagt € 1.868,- omdat de gemachtigde van eiser geacht wordt beroep te hebben ingesteld en aan de zitting heeft deelgenomen. Verder zijn er geen kosten gemaakt die vergoed kunnen worden.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- veroordeelt de Staat der Nederlanden tot het betalen van € 1.200,- aan schadevergoeding aan eiser, te betalen door de griffier en beveelt de tenuitvoerlegging van deze schadevergoeding;\n\n- beveelt de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring met ingang van vandaag;\n\n- veroordeelt verweerder tot betaling van € 1.868,- aan proceskosten aan eiser.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. S.N. Abdoelkadir, rechter, in aanwezigheid van mr. M. Stehouwer, griffier.\n\nUitgesproken in het openbaar en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over hoger beroep\n\nEen partij die het niet eens is met deze uitspraak, kan een hogerberoepschrift sturen naar de Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State waarin wordt uitgelegd waarom deze partij het niet eens is met de uitspraak. Het hogerberoepschrift moet worden ingediend binnen één week na de dag waarop deze uitspraak is verzonden of na de dag van plaatsing daarvan in het digitale dossier.\n\n Het beroep tegen een maatregel van bewaring wordt ook aangemerkt als een verzoek om toekenning van schadevergoeding. Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59c van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 5.5 van het Vb.\n\n Dit volgt uit artikel 5.6, eerste lid, van het Vb.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18726","ecli-nl-rbdha-2026-18726",{"courtName":72,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Rotterdam"]