[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"decision-ecli-de-neuris-kore615232025":3,"decision-more-ecli-de-neuris-kore615232025":18},{"id":4,"ecli":5,"caseNumber":6,"courtId":7,"courtName":8,"courtSlug":9,"decisionDate":10,"fullText":11,"language":12,"source":13,"sourceUrl":14,"summary":15,"slug":16,"metadata":17},"5208","ECLI:DE:NEURIS:KORE615232025","X ZR 112\u002F23",46,"Bundesgerichtshof","bundesgerichtshof","2025-08-19T00:00:00.000Z","#  BGH, 19.08.2025, X ZR 112\u002F23 \n\n## Tenor\n\nAuf die Berufung der Beklagten wird das Urteil des 4. Senats (Nichtigkeitssenats) des Bundespatentgerichts vom 21. Juni 2023 abgeändert.\n\nDas europäische Patent 2 845 115 wird dadurch teilweise für nichtig erklärt, dass die Patentansprüche 1 und 9 jeweils die nachfolgend aufgeführten Änderungen erfahren und die übrigen Patentansprüche sich auf diese Fassung zurückbeziehen:\n\n\\- im vorletzten Absatz wird nach den Wörtern \"between the first connector and the second connector,\" das Wort \"and\" gestrichen;\n\n\\- im letzten Absatz wird der Punkt ersetzt durch \", and\";\n\n\\- nach dem letzten Absatz wird folgender Text angefügt:\n\n\"- the integrated circuit is a microprocessor or a digital signal processor, hence the integrated circuit is an electronic processing unit, which is connected to access and to process data transmitted in the electronic data connection between the first connector and the second connector, thereby the device-specific interface (1, 10, 20) not only transmits electronic data signals between the first and second devices but also reacts upon these signals, interferes with these signals and changes these signals.\".\n\nIm Übrigen wird die Klage abgewiesen.\n\nDie weitergehende Berufung wird zurückgewiesen.\n\nVon den Kosten des Rechtsstreits tragen die Beklagte zwei Drittel und die Klägerin ein Drittel.\n\nVon Rechts wegen\n\n## Tatbestand\n\n1\\. Die Beklagte ist Inhaberin des mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutschland erteilten europäischen Patents 2 845 115 (Streitpatents), das am 1. Mai 2013 unter Inanspruchnahme einer dänischen Priorität vom 2. Mai 2012 angemeldet worden ist und ein Kabelchipsystem betrifft. \n\n2\\. Patentanspruch 1, auf den sieben weitere Ansprüche zurückbezogen sind, lautet in der Verfahrenssprache: A device-specific interface (1, 10, 20) for interfacing a first device (2) directly to a particular second device (3, 13, 23) in a voice communications system, where the device-specific interface (1, 10, 20) is specific to the particular second device (3, 13, 23) and the second device requires particular settings to be used by the first device when exchanging data with the second device, the interface comprising: \\- first (I) and second (II, III, IV) connectors for releasably connecting the interface to the first and second devices, respectively; \\- an electronic data connection (4) between the first connector and the second connector; \\- an integrated circuit (5, 15, 25) comprising a memory (6) holding digital information relating to identification of the particular second device and relating to particular settings to be used when exchanging electronic data with the particular second device via the electronic data connection; and \\- a digital data interface (7) between the first connector and the integrated circuit enabling the first device to access the digital information, wherein \\- the digital information comprises settings specific to the particular second device to be used by the first device when exchanging electronic data signals with the second device and wherein the device-specific interface is adapted to provide the digital information comprising settings specific to the particular second device to the first device thereby enabling the first device to automatically adapt its settings and\u002For functionality according to the settings specific to the particular second device, \\- the device-specific interface (1, 10, 20) is a push-to-talk interface and the first device (2) is a push-to-talk device, \\- the electronic data connection of the device-specific interface is a wire or cable between the first connector and the second connector, and \\- the integrated circuit and the memory are embedded in the wire or cable or in the first or second connector so that they are physically part of the interface. \n\n3\\. Patentanspruch 8 schützt sinngemäß eine erste Einrichtung, die mittels einer solchen Schnittstelle an eine zweite Einrichtung angeschlossen werden kann, Patentanspruch 9 ein Verfahren zur Übermittlung von digitalen Informationen mit einer solchen Schnittstelle, Patentanspruch 16 eine Anordnung aus einer solchen Schnittstelle und einer ersten Einrichtung und Patentanspruch 17 die Verwendung einer solchen Schnittstelle, um eine zweite Einrichtung zu erkennen und die erste Einrichtung daran anzupassen. \n\n4\\. Die Klägerin hat geltend gemacht, der Gegenstand des Streitpatents sei nicht patentfähig und nicht so offenbart, dass ein Fachmann ihn ausführen könne. Die Beklagte hat das Streitpatent in der erteilten Fassung und hilfsweise in 14 geänderten Fassungen verteidigt. \n\n5\\. Das Patentgericht hat das Streitpatent für nichtig erklärt. Dagegen wendet sich die Beklagte mit der Berufung, mit der sie ihre erstinstanzlichen Anträge weiterverfolgt und um zwei weitere Hilfsanträge ergänzt. Die Klägerin tritt dem Rechtsmittel entgegen. \n\n## Entscheidungsgründe\n\n6\\. Die zulässige Berufung ist teilweise begründet und führt zur Abweisung der Klage, soweit diese sich gegen den mit Hilfsantrag 8 verteidigten Gegenstand richtet. \n\n7\\. I. Das Streitpatent betrifft ein Kabelchipsystem. \n\n8\\. 1\\. Nach der Beschreibung des Streitpatents waren im Stand der Technik Schnittstellenstandards für die Datenkommunikation zwischen Computern und elektronischen Geräten bekannt, die das Detektieren und Verbinden eines Geräts erlauben. Diese böten Möglichkeiten zum Austauschen und Hinzufügen von Komponenten ohne Systemunterbrechung (hot-swapping, hot-plugging) (Abs. 2). \n\n9\\. Bei Sprachkommunikationsgeräten wie Funkgeräten, Sprechanlagen oder Telefonen, seien Schnittstellen mit Peripheriegeräten (z.B. Headsets oder Push-to-Talk-Geräten (PTT)) speziell für die jeweilige Marke und den jeweiligen Gerätetyp entwickelt worden. Dies bringe eine Beschränkung auf die vorgegebene Konfiguration mit sich. Werde ein anderes Funkgerät oder Mobiltelefon verwendet, sei in der Regel auch ein neues Peripheriegerät erforderlich. Hot-Swapping oder ein Austausch sei generell nicht möglich (Abs. 3). \n\n10\\. Aufgrund der mit zunehmender Rechenleistung bei vielen Sprachkommunikationsgeräten hinzugekommenen neuen Funktionen und Anforderungen seien Standardanschlüsse (Stecker\u002FBuchse) nicht mehr ausreichend. Ein Headset oder PTT-Gerät müsse für eine zufriedenstellende Funktion an das jeweilige Funksystem angepasst werden (Abs. 4). Die technische Übereinstimmung zwischen Funkgeräten und PTT-Geräten müsse im Voraus bekannt seien (Abs. 5). Ähnliche Problemstellungen gebe es beim Anschluss von Peripheriegeräten in technischen Bereichen, in denen sich die Hersteller noch nicht auf einen Standard geeinigt hätten (Abs. 5). \n\n11\\. 2\\. Das Streitpatent betrifft vor diesem Hintergrund das technische Problem, die Verbindung und den Austausch von Peripheriegeräten in Kommunikationssystemen zu verbessern, für welche keine vordefinierten gemeinsamen Standards zur Verbindung, Identifikation und Kommunikation zwischen Geräten vorliegen. \n\n12\\. 3\\. Zur Lösung schlägt das Streitpatent in Patentanspruch 1 eine Schnittstelle vor, deren Merkmale sich wie folgt gliedern lassen: \n\n13\\. \n\n1.1 A device-specific interface (1, 10, 20) for interfacing a first device (2) directly to a particular second device (3, 13, 23) in a voice communications system. Vorrichtungsspezifische Schnittstelle (1, 10, 20) zur direkten Verbindung einer ersten Einrichtung (2) mit einer bestimmten zweiten Einrichtung (3, 13, 23) in einem Sprachkommunikationssystem. 1.2 The device-specific interface (1, 10, 20) is specific to the particular second device (3, 13, 23). Die vorrichtungsspezifische Schnittstelle (1, 10, 20) ist spezifisch für die bestimmte zweite Einrichtung (3, 13, 23). 1.3 The second device requires particular settings to be used by the first device when exchanging data with the second device. Die zweite Einrichtung erfordert spezielle Einstellungen, die die erste Einrichtung nutzen soll, wenn sie Daten mit der zweiten Einrichtung austauscht. 1.4 The interface comprises: Die Schnittstelle umfasst: 1.4.1 first (I) and second (II, III, IV) connectors for releasably connecting the interface to the first and second devices, respectively; erste (I) und zweite (II, III, IV) Verbinder, um die Schnittstelle jeweils lösbar mit der ersten und der zweiten Einrichtung zu verbinden; 1.4.2 an electronic data connection (4) between the first connector and the second connector; eine elektronische Datenverbindung (4) zwischen dem ersten und dem zweiten Verbinder; 1.4.3 an integrated circuit (5, 15, 25), eine integrierte Schaltung (5, 15, 25), 1.4.4 comprising a memory (6), die einen Speicher (6) umfasst, 1.4.4.1 holding digital information relating to identification of the particular second device and der digitale Informationen enthält, die die Identifikation der bestimmten zweiten Einrichtung betreffen 1.4.4.2 relating to particular settings to be used when exchanging electronic data with the particular second device via the electronic data connection; and und die bestimmte Einstellungen betreffen, die genutzt werden sollen, wenn elektronische Daten mit der bestimmten zweiten Einrichtung über die elektronische Datenverbindung ausgetauscht werden; 1.4.5 a digital data interface (7) between the first connector and the integrated circuit enabling the first device to access the digital information. eine digitale Datenschnittstelle (7) zwischen dem ersten Verbinder und der integrierten Schaltung, so dass die erste Einrichtung in die Lage versetzt wird, auf die digitalen Informationen zuzugreifen. 1.5 The digital information comprises settings specific to the particular second device to be used by the first device when exchanging electronic data signals with the second device. Die digitalen Informationen umfassen die Einstellungen, die für die bestimmte zweite Einrichtung spezifisch sind und die die erste Einrichtung nutzen soll, wenn sie elektronische Datensignale mit der zweiten Einrichtung austauscht. 1.6 The device-specific interface is adapted to provide the digital information comprising settings specific to the particular second device to the first device, Die vorrichtungsspezifische Schnittstelle ist dafür eingerichtet, der ersten Einrichtung die digitalen Informationen zur Verfügung zu stellen, die die Einstellungen umfasst, die spezifisch für die bestimmte zweite Einrichtung sind, 1.7 thereby enabling the first device to automatically adapt its settings and\u002For functionality according to the settings specific to the particular second device. wodurch die erste Einrichtung automatisch in die Lage versetzt wird, ihre Einstellungen und\u002Foder ihre Funktionalität entsprechend den Einstellungen anzupassen, die für die bestimmte zweite Einrichtung spezifisch sind. 1.8 The device-specific interface (1, 10, 20) is a push-to-talk interface and the first device (2) is a push-to-talk device. Die vorrichtungsspezifische Schnittstelle (1, 10, 20) ist eine Push-to-Talk-Schnittstelle und die erste Einrichtung (2) ist eine Push-to-Talk-Einrichtung. 1.9 The electronic data connection of the device-specific interface is a wire or cable between the first connector and the second connector. Die elektronische Datenverbindung der vorrichtungsspezifischen Schnittstelle ist ein Draht oder ein Kabel zwischen dem ersten und dem zweiten Verbinder. 1.10 The integrated circuit and the memory are embedded in the wire or cable or in the first or second connector so that they are physically part of the interface. Die integrierte Schaltung und der Speicher sind in dem Draht oder dem Kabel oder dem ersten oder zweiten Verbinder eingebettet, so dass diese körperliche Teile der Schnittstelle sind.\n\n14\\. 4\\. Einige Merkmale bedürfen der Erläuterung. \n\n15\\. a) Die Schnittstelle im Sinne von Patentanspruch 1 muss gemäß Merkmal 1.8 eine Sprechtastenschnittstelle (push to talk) sein, also eine Schnittstelle, die den Betrieb einer Push-to-Talk-Einrichtung als erste Einrichtung ermöglicht. \n\n16\\. Nach den zutreffenden und nicht angegriffenen Feststellungen des Patentgerichts ist eine Push-to-Talk-Einrichtung ein Gerät, das bei einer Kommunikationsverbindung benötigt wird, bei der kein gleichzeitiges, sondern nur ein wechselseitiges Sprechen der Teilnehmer möglich ist (Halbduplex). Die PTT-Taste muss in solchen Fällen betätigt werden, um die Sprachübertragung von dem betreffenden Gerät aus zu ermöglichen. \n\n17\\. Eine Push-to-Talk-Schnittstelle muss demnach geeignet sein, den Betrieb einer Push-to-Talk-Einrichtung zusammen mit einer zweiten Einrichtung zu ermöglichen. Je nach den Eigenschaften der zweiten Einrichtung sind hierzu spezifische Einstellungen im Hinblick auf ihre Halbduplex-Fähigkeit, die Anzahl von aktiven Funknetz-\u002FPTT-Leitungen, die Auswahl zwischen offenem Mikrofon und PTT oder sonstige Parameter erforderlich (Abs. 36). \n\n18\\. Patentanspruch 1 lässt offen, welche Parameter dies im Einzelnen sind. \n\n19\\. b) Als körperliche Bestandteile sehen die Merkmale 1.4 bis 1.5 erste (I) und zweite (II) Verbinder bzw. Anschlüsse (connectors), eine zwischen diesen angeordnete elektronische Datenverbindung (4), eine integrierte Schaltung (5) mit einem Speicher (6) und eine digitale Datenschnittstelle (7) zwischen dem ersten Verbinder und der integrierten Schaltung vor. \n\n20\\. aa) Diese Komponenten sind in der nachfolgend wiedergegebenen Figur 1 dargestellt. \n\n21\\. bb) Bei dem ersten und zweiten Verbinder kann es sich um Stecker, Buchsen oder einen anderen physischen Anschluss handeln (Abs. 23). \n\n22\\. cc) Die elektronische Datenverbindung muss gemäß Merkmal 1.9 aus einem Draht (wire) oder einem Kabel (cable) bestehen. \n\n23\\. Eine drahtlose Verbindung, wie sie in der Beschreibung als weitere Möglichkeit angeführt wird (Abs. 23), ist damit ausgeschlossen. \n\n24\\. dd) Die integrierte Schaltung (5) mit dem Speicher (6) muss gemäß Merkmal 1.10 in dem Draht, dem Kabel oder einem der beiden Verbinder eingebettet sein und dadurch einen körperlichen Teil der Schnittstelle bilden. \n\n25\\. Dem hat das Patentgericht zutreffend und nicht angegriffen entnommen, dass es nicht ausreicht, wenn die integrierte Schaltung funktionell einen Bestandteil der Schnittstelle bildet. \n\n26\\. Eingebettet im Sinne von Merkmal 1.10 ist eine integrierte Schaltung jedenfalls dann, wenn sie vollständig vom Gehäuse eines der beiden Verbinder oder von der Umhüllung des Drahts oder Kabels umgeben ist. Wie die Figuren 1, 3 und 4 des Streitpatents zeigen, ist es unschädlich, wenn die Einbettung zu einer lokalen Vergrößerung des Querschnitts führt. \n\n27\\. c) In funktioneller Hinsicht muss die Schnittstelle gemäß Merkmal 1.2 spezifisch für die zweite Einrichtung sein, die mit der ersten Einrichtung - also der Push-to-Talk-Einrichtung \\- verbunden werden soll. \n\n28\\. aa) Spezifisch ist eine Schnittstelle, wenn sie in besonderer Weise auf die zweite Einrichtung abgestimmt ist, also nicht ohne weiteres mit anderen Geräten genutzt werden kann. Merkmal 1.3 konkretisiert dies dahin, dass die Push-to-Talk-Einrichtung besondere Einstellungen benötigt, um mit der zweiten Einrichtung Daten austauschen zu können. \n\n29\\. Diese Einstellungen können nach der Beschreibung des Streitpatents zum Beispiel Eigenschaften des Signals betreffen (etwa Impedanz, Kodierungsschema oder Trägerfrequenz), die Zuordnung der elektrischen Anschlüsse, ein anzuwendendes Kommunikationsprotokoll oder eine zu installierende Steuersoftware (Abs. 17, 33). \n\n30\\. bb) Entgegen der Auffassung der Berufung ist Merkmal 1.2 nicht zu entnehmen, dass die Schnittstelle außerdem eine besondere Gestaltung aufweisen muss, die die Möglichkeit der Verbindung mit anderen Geräten ausschließt, etwa eine von standardisierten Anschlüssen abweichende räumlich-körperliche Gestaltung oder Kennzeichnung. \n\n31\\. Der Wortlaut von Merkmal 1.2 sieht ein solches Erfordernis nicht vor. \n\n32\\. Aus der Patentbeschreibung ergibt sich nichts anderes. Dort wird zwar als Vorgabe formuliert, die Schnittstelle solle nur mit der bestimmten zweiten Einrichtung eingesetzt und für diesen Einsatz produziert und vertrieben werden (Abs. 24). Auch daraus ergibt sich jedoch nicht, dass die Beachtung dieser Vorgaben durch eine besondere Ausgestaltung der Schnittstelle zu gewährleisten ist. \n\n33\\. cc) Welche Kriterien zur Spezifikation der zweiten Einrichtung heranzuziehen sind, ist in Patentanspruch 1 nicht im Einzelnen vorgegeben. \n\n34\\. Entgegen der Auffassung der Berufung ist nicht erforderlich, dass die Schnittstelle für jedes einzelne Modell eines jeden Herstellers besondere Einstellungen vorsehen muss. Vielmehr reicht es aus, die jeweiligen Einstellungen so festzulegen, dass eine bestimmte Klasse von Geräten - etwa Funkgeräte mit bestimmten Eigenschaften - zusammen mit der Push-to-Talk-Einrichtung genutzt werden können. \n\n35\\. d) Die benötigten Einstellungen sowie eine digitale Identifikation der zweiten Einrichtung sind nach den Merkmalen 1.4.4.2 und 1.4.4.1 in dem bereits erwähnten Speicher (6) hinterlegt. \n\n36\\. Die Push-to-Talk-Einrichtung kann nach den Merkmalen 1.4.5 und 1.6 auf diese digitalen Informationen zugreifen und ihre Funktionalität gemäß Merkmal 1.7 automatisch entsprechend anpassen. Die automatische Anpassung schafft die Möglichkeit für Hot-Swapping und Hot-Plugging von unterschiedlichen Geräten, indem für jede Einrichtung ein für sie angepasstes Verbindungskabel eingesetzt wird (Abs. 42). \n\n37\\. Ein Funktionsablauf zur automatischen Herstellung einer Verbindung ist in der nachfolgend wiedergegebenen Figur 2 schematisch dargestellt. \n\n38\\. Wenn die Verbindung auf diese Weise eingerichtet ist, können über die elektronische Datenverbindung (4) Signale zwischen den Einrichtungen übertragen werden (Abs. 48 f.). \n\n39\\. e) Die Art und Weise, in der die Schnittstelle die für die Einstellung benötigten Informationen vorhält und der Push-to-Talk-Einrichtung zur Verfügung stellt, ist in Patentanspruch 1 nicht im Einzelnen vorgegeben. \n\n40\\. Den Merkmalen 1.4.5, 1.6 und 1.7 ist insoweit nur die funktionelle Vorgabe zu entnehmen, dass die Push-to-Talk-Einrichtung aufgrund der zur Verfügung gestellten Informationen automatisch in die Lage versetzt werden muss, ihre Einstellungen oder ihre Funktionalität entsprechend anzupassen. Da die Push-to-Talk-Einrichtung nicht zum Gegenstand von Patentanspruch 1 gehört, ist hierbei ausreichend, wenn die Schnittstelle die Eignung aufweist, mit einer Push-to-Talk-Einrichtung in der vorgenannten Weise zusammenzuwirken. \n\n41\\. II. Das Patentgericht hat seine Entscheidung, soweit im Berufungsverfahren von Interesse, im Wesentlichen wie folgt begründet: \n\n42\\. Das Streitpatent offenbare zwar die Erfindung so deutlich und vollständig, dass ein Fachmann sie ausführen könne. Sein Gegenstand sei aber nicht patentfähig. \n\n43\\. Der Gegenstand von Patentanspruch 1 sei dem Fachmann, einem Ingenieur (FH) bzw. Bachelor der Fachrichtung Elektrotechnik mit mehrjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Sprachkommunikationssysteme, dem entsprechende gängige Schnittstellentechnologien Übertragungsprotokolle bekannt seien, ausgehend von dem US-amerikanischen Patent 7 426 585 (O3) in Verbindung mit seinem Fachwissen nahegelegt gewesen. \n\n44\\. O3 habe sogenannte Smart Cables zum Gegenstand und befasse sich mit der Verbindung von Eingabe-\u002FAusgabegeräten (I\u002FO-devices) mit einem zentralen System (central system). Beschrieben werde ein intelligentes Kabeldesign- und Schnittstellensystem, das dem zentralen System ermögliche, automatisch das Vorhandensein, den Typ und die Eigenschaften eines Eingabe-\u002FAusgabegeräts, das an einem der Steckplätze des Zentralsystems angeschlossen sei, festzustellen sowie eine automatische Systemkonfiguration bereitzustellen. \n\n45\\. Nicht entnehmbar sei O3 lediglich Merkmal 1.8. Zwar könnten über die Schnittstelle als zweite Einrichtungen Funkgeräte, Sprechanlagen und dergleichen betrieben werden. Dem Fachmann sei auch bekannt, dass insbesondere bei Funkgeräten die Verwendung von Sprechtasten üblich sei. Jedoch sei O3 nicht unmittelbar und eindeutig zu entnehmen, dass die lediglich beispielhaft erwähnten Funkgeräte tatsächlich eine Sprechtaste aufwiesen und dafür die erste Einrichtung (central system) als eine Sprechtasteneinrichtung sowie die vorrichtungsspezifische Schnittstelle als eine Sprechtastenschnittstelle ausgestaltet sei. \n\n46\\. Die Schnittstelle als PTT-\u002FSprechtastenschnittstelle und die erste Einrichtung als Sprechtasteneinrichtung auszugestalten, habe sich für den Fachmann jedoch in naheliegender Weise ergeben. Ihm sei bekannt gewesen, dass Funkgeräte üblicherweise nicht für Gegensprechen bzw. Vollduplex-Betrieb eingerichtet seien, sondern meist nur ein wechselseitiges Sprechen der Teilnehmer (Wechselsprechen, Halbduplex-Betrieb) ermöglichten, wobei eine PTT-Taste oder Sprechtaste eingesetzt werde, um bei Beginn der Sprachübertragung die Aktivierung des Senders auszulösen und während des Sendens das Empfangsteil des Funkgeräts abzuschalten. \n\n47\\. Der Fachmann habe Veranlassung gehabt, einen Betrieb des vorbekannten Systems im Hinblick auf Funkgeräte zu ermöglichen, welche typischerweise das Wechselsprechen (Halbduplex) verwenden. Eine vorrichtungsspezifische Schnittstelle für die Übertragung des ggf. zusätzlichen Signals für die Umschaltung von Senden und Empfangen und die erste Einrichtung für die Verarbeitung dieses Signals auszustatten, um den Betrieb für solche üblicherweise im Halbduplex arbeitenden Funkgeräte zu ermöglichen, stelle für den Fachmann eine Selbstverständlichkeit dar. Die hiergegen gerichteten Einwände der Beklagten seien unbegründet. \n\n48\\. Für die übrigen Patentansprüche ergebe sich keine abweichende Beurteilung. \n\n49\\. Die Hilfsanträge 1, 1a, 3, 4, 4a und 4b seien nicht zulässig. Die Gegenstände der Patentansprüche 1 und 9 seien zudem in den Fassungen sämtlicher Hilfsanträgen dem Fachmann ausgehend von O3 in Verbindung mit seinem Fachwissen nahegelegt gewesen. Da die Beklagte sämtliche Hilfsanträge als geschlossene Anspruchssätze verteidigt habe, habe es einer gesonderten Beurteilung der Patentansprüche 2 bis 8 und 10 bis 17 nicht bedurft. \n\n50\\. III. Diese Beurteilung hält der Überprüfung im Berufungsverfahren im Hinblick auf die erteilte Fassung stand. \n\n51\\. 1\\. Zu Recht hat das Patentgericht angenommen, dass die Erfindung so deutlich offenbart ist, dass ein Fachmann sie ausführen kann. \n\n52\\. Das Patentgericht hat in seinem nach § 83 Abs. 1 PatG erteilten Hinweis im Einzelnen dargelegt, weshalb die Beschreibung und die Figuren der Streitpatentschrift eine Realisierung der beanspruchten Schnittstelle ermöglichen. Diese Ausführungen lassen keinen Fehler in der tatsächlichen und rechtlichen Beurteilung erkennen. \n\n53\\. Die Klägerin hat diese Ausführungen mit dem Argument angegriffen, es sei nicht ersichtlich, wie eine Leitung oder ein Kabel genügend Raum für die in Merkmal 1.10 vorgesehene Einbettung einer integrierten Schaltung mit Speicher ermöglichen kann. Hierzu hat das Patentgericht zutreffend auf den Anwendungshinweis des Unternehmens maxim integrated (Application note 4623: Smart Cable Aids Quality Control and Authentication, O7) verwiesen, in dem ein Chip offenbart wird, der in ein Kabel eingebettet werden kann, um Produktfälschungen zu erschweren. \n\n54\\. 2\\. Zu Recht hat das Patentgericht den Gegenstand von Patentanspruch 1 als ausgehend von O3 nahegelegt angesehen. \n\n55\\. a) O3 befasst sich mit sogenannten Smart Cables, die zur Verbindung von Ein-\u002FAusgabegeräten (input\u002Foutput-(I\u002FO)-devices) mit einem zentralen System (central system) eingesetzt werden und die Übertragung von Daten zwischen den angeschlossenen Geräten ermöglichen. \n\n56\\. aa) O3 führt aus, für Nutzer könne es schwierig sein, I\u002FO-Geräte über den jeweils hierfür vorgesehenen Anschluss (cable slot) mit einem zentralen System zu verbinden. Das zentrale System benötige zudem Informationen darüber, welche Anschlüsse belegt seien und welcher Gerätetyp angeschlossen sei, um die für die ordnungsgemäße Funktion erforderlichen Datenformate und Protokolle anwenden zu können. Unter Umständen seien auch spezifische Informationen zum jeweiligen Nutzer erforderlich, zum Beispiel bei Spracherkennung (Sp. 1 Z. 13-54). \n\n57\\. bb) Zur Verbesserung schlägt O3 ein System mit mehreren einheitlich ausgestalteten Anschlüssen zum Verbinden mit I\u002FO-Geräten vor. \n\n58\\. Die eingesetzten Verbinder (cable connectors) enthalten einen Speicher, in dem Informationen zu Typ oder charakteristischen Eigenschaften des I\u002FO-Geräts oder zu Identität oder Eigenschaften eines verbundenen Benutzers abgelegt werden können. Das zentrale System erkennt automatisch das Einführen eines solchen Verbinders in einen Anschluss und liest daraufhin Konfigurationsinformationen aus dem Speicher aus. Es kann diese Informationen verwenden, um Daten oder Signale zwischen den Steckplätzen und separaten internen Logikblöcken zu steuern und Funktionen zu konfigurieren. Das Zentralsystem kann ferner Konfigurationsinformationen in den Speicher des Verbinders schreiben (Sp. 2 Z. 16-40, Z. 56-61). \n\n59\\. cc) Ein Ausführungsbeispiel für einen Verbinder und die darin enthaltenen Komponenten ist in der nachfolgend wiedergegebenen Figur 1 dargestellt. \n\n60\\. Die Anschluss-Logik (14) weist einen 1-Draht-Bus (36) auf, der beispielsweise mit zwei von acht Steckerstiften für ein bidirektionales digitales Signal und für die Stromversorgung gekoppelt ist. Die anderen Stifte können dazu verwendet werden, verschiedene Arten von Signalen zwischen einem mit dem Anschluss (10) gekoppelten Gerät und dem zentralen System zu übermitteln, z.B. digitale oder analoge Signale, die Audio-, Temperatur- oder andere Arten von Daten beinhalten (Sp. 3 Z. 37-53). \n\n61\\. Der 1-Draht-Bus (36) wird von einer Steuerung (18) gesteuert. Diese ist mit einem Read Only Memory (ROM 20) verbunden, das einen dem Typ des Geräts eindeutig zugeordneten Code speichert. Eine Steuerung (22) steuert den Zugriff auf einen Datenspeicher (26) mit vorgelagertem Zwischenspeicher (scratchpad 28) und ein Anwendungsregister (30) mit vorgelagertem Zwischenspeicher (32). In den Speichern (28, 30, 32) können Werte hinterlegt werden, die den Typ oder spezifische Merkmale eines mit dem Anschlusskabel gekoppelten I\u002FO-Geräts oder des Nutzers beschreiben. Zu diesen Informationen gehört zum Beispiel ein Verstärkungsbetrag, der zum Aufbringen auf ein durch das Kabel für ein besonderes Gerät oder einen besonderen Nutzer übermitteltes Signal erforderlich ist, etwa hinsichtlich der Sprechlautstärke des Nutzers. Der Datenspeicher (26) ist ein dauerhafter Speicher für Daten, die beim Koppeln des Anschlusssteckers mit der Aufnahme des zentralen Systems in die Speicher (28, 30, 32) geladen oder beim Entkoppeln aus diesen übertragen werden können. Auf diese Weise kann das zentrale System Informationen zu Typ bzw. Identität oder Merkmalen von Geräten oder Nutzern aus dem Speicher-Scratchpad (28) auslesen. Das zentrale System kann auch einen geänderten Wert in dem dauerhaften Datenspeicher (26) abspeichern (Sp. 4 Z. 4-29). \n\n62\\. dd) Die Schritte zur Erkennung und Verarbeitung von Informationen über den Kabelanschluss sind in der nachfolgend wiedergegebenen Figur 4 dargestellt. \n\n63\\. Wenn im Schritt (102) das Einstecken eines Kabels erkannt worden ist, werden im nachfolgenden Schritt (104) Daten aus dem Logikspeicher des Kabelverbinders ausgelesen. Hat das System die Daten erkannt, ermittelt es im Schritt (108) eine Geräte- oder Kabelklasse aus einer vorgegebenen Gruppe von Klassen. Zu diesen Klassen können etwa Funkgeräte, Sprechanlagen (intercom), externe Mikrofone, sonstige Kommunikationsgeräte (AuxComm), entfernte Lautsprecher oder Kissen-Lautsprecher gehören. Je nach erkannter Klasse werden in den Schritten (110, 112, 114) Konfigurationsmaßnahmen durchgeführt. Anschließend speichert das System im Schritt (116) den neuen Kabeltyp und den zugehörigen Anschluss. Im abschließenden Schritt (118) informiert es alle betroffenen Prozessoranwendungen über das neue Gerät (Sp. 5 Z. 59 bis Sp. 6 Z. 40). \n\n64\\. b) Das Patentgericht hat zu Recht entschieden, dass O3 damit sämtliche Merkmale von Patentanspruch 1 mit Ausnahme des Merkmals 1.8 offenbart. \n\n65\\. aa) Zu Recht hat das Patentgericht das in O3 offenbarte zentrale System als erste Einrichtung und die daran anschließbaren Geräte als zweite Einrichtungen im Sinne von Merkmal 1.1 angesehen. \n\n66\\. Entgegen der Auffassung der Berufung offenbart D1 auch eine direkte Verbindung zwischen diesen Einrichtungen. Hierfür reicht aus, dass jedes Gerät mittels eines Kabels und des in O3 vorgeschlagenen Verbinders mit der Zentraleinheit verbunden ist, ohne dass weitere Komponenten dazwischengeschaltet sind. \n\n67\\. In diesem Zusammenhang ist unerheblich, dass die Zentraleinheit ihrerseits aus mehreren Komponenten besteht - etwa einem Prozessor (56) und weiteren Bauteilen. Merkmal 1.1 gibt nicht vor, mit welcher Komponente der ersten Einrichtung die Verbindung bestehen muss. \n\n68\\. bb) Eine Vorwegnahme der Merkmale 1.2 und 1.3 hat das Patentgericht zutreffend darin gesehen, dass in den Speicherkomponenten des Verbindungssteckers Informationen abgelegt werden können, die sich auf den Typ oder bestimmte Eigenschaften eines an das Kabel angeschlossenen Geräts beziehen. \n\n69\\. (1) Wie bereits oben dargelegt wurde, reicht die Unterscheidung zwischen verschiedenen Gerätetypen zur Verwirklichung der Merkmale 1.2 und 1.3 aus. Eine Unterscheidung zwischen jedem einzelnen Modell ist nicht erforderlich. \n\n70\\. (2) Entgegen der Auffassung der Berufung steht der Offenbarung der Merkmale 1.2 und 1.3 auch nicht entgegen, dass O3 die Möglichkeit aufzeigt, spezifische Informationen zu bestimmten Nutzern vorzuhalten. \n\n71\\. Diese Möglichkeit besteht in O3 nicht anstelle, sondern zusätzlich zur Möglichkeit, solche Informationen zu bestimmten Geräteklassen vorzuhalten. Das Streitpatent schließt derartige Zusatzfunktionen nicht aus. \n\n72\\. (3) O3 offenbart ferner, dass das zentrale System die aus dem Verbinder auslesbaren Informationen nutzt, um den Anschluss so zu konfigurieren, dass das erkannte Gerät ordnungsgemäß genutzt werden kann (Sp. 2 Z. 23-35). Dies ist auch in Figur 4 in den Schritten (110, 112, 114) dargestellt. \n\n73\\. Entgegen der Auffassung der Berufung sind diese Ausführungen nicht \"spekulativ\". Die automatische Erkennung unterschiedlicher Geräte und die darauf abgestimmte Konfiguration des zentralen Systems stehen im Zentrum der Überlegungen von O3, die den Benutzer gerade davon entlasten will, zwischen unterschiedlichen Anschlüssen für einzelne Gerätetypen zu wählen. \n\n74\\. cc) Die in Merkmal 1.4.1 verlangte Lösbarkeit der Verbinder ergibt sich in O3 für die Verbindung mit dem zentralen System aus der Darstellung in Figur 1 und aus den Erläuterungen in der Beschreibung, wonach es sich um einen Verbinder des Typs RJ-45 handeln kann (Sp. 3 Z. 23-29). \n\n75\\. Als Möglichkeiten für den Anschluss der zweiten Einrichtung führt O3 unter anderem Buchsen (jacks) vom Typ RS-232 an (Sp. 3 Z. 50-52). Wie auch die Berufung nicht in Zweifel zieht, sind Verbindungen dieses Typs ebenfalls lösbar. \n\n76\\. Entgegen der Auffassung der Berufung ist die Annahme, dass die anderen Geräte zum Beispiel über RS-232-Verbindungen mit dem Kabel verbunden sind, nicht spekulativ. Die Beschreibung von O3 führt an der oben angegebenen Stelle (Sp. 3 Z. 50-52) ausdrücklich aus, dass Geräte, die mit dem durch den Verbinder (10) abgeschlossenen Kabel verbunden sind, neben Mikrofonen, Lautsprechern und Temperatursonden auch solche sein können, die mittels RS-232-Buchsen verbunden sind. \n\n77\\. dd) Merkmal 1.4.4.1 ist in O3 deshalb offenbart, weil der im Verbinder enthaltene Speicher Informationen zum Typ des angeschlossenen Geräts enthalten kann. \n\n78\\. Dies reicht aus, weil Patentanspruch 1 aus den im Zusammenhang mit den Merkmalen 1.2 und 1.3 angegebenen Gründen auch insoweit nicht vorgibt, anhand welcher Kriterien eine zweite Einrichtung zu identifizieren ist. Insbesondere ist nicht erforderlich, jedes einzelne Exemplar eines Geräts individuell erkennbar zu machen. \n\n79\\. Dass O3 darüber hinaus die Möglichkeit offenbart, bestimmte Nutzer zu identifizieren, ist auch in diesem Zusammenhang unerheblich. Ausschlaggebend ist, dass die Möglichkeit zur Identifikation von Einrichtungen anhand ihres Typs besteht. \n\n80\\. ee) Dass die in O3 ausgetauschten digitalen Informationen im Sinne von Merkmal 1.4.4.2 Einstellungen für den Datenaustausch mit der zweiten Einrichtung betreffen, ergibt sich aus den bereits oben im Zusammenhang mit den Merkmalen 1.2 und 1.3 genannten Ausführungen, wonach das zentrale System die aus dem Verbinder ausgelesenen Informationen verwendet, um sich selbst zu konfigurieren (Sp. 2 Z. 23-35). \n\n81\\. ff) Merkmal 1.4.5 ist in O3 offenbart, weil das zentrale System auf die in der integrierten Schaltung der Schnittstelle gespeicherten digitalen Informationen zugreifen kann. \n\n82\\. Wie bereits oben dargelegt wurde ist die Annahme des Patentgerichts, bei dem zentralen System handele es sich um die erste Einrichtung im Sinne von Patentanspruch 1, nicht zu beanstanden. \n\n83\\. gg) Merkmal 1.5 ist in O3 jedenfalls deshalb offenbart, weil das zentrale System ausweislich der bereits im Zusammenhang mit den Merkmalen 1.2, 1.3 und 1.4.4.2 erwähnten Ausführungen die aus dem Speicher des Verbinders ausgelesenen Informationen verwenden kann, um sich selbst zu konfigurieren (Sp. 2 Z. 23-35). \n\n84\\. Einschränkende Vorgaben auf eine besondere Art von Einstellungen, die über die Ermöglichung des Datenaustauschs hinausgehen, enthält Merkmal 1.5 nicht. \n\n85\\. hh) Die Feststellungen des Patentgerichts zur Vorwegnahme der Merkmale 1.6 und 1.7 sind ebenfalls nicht zu beanstanden. \n\n86\\. Wie oben dargelegt wurde, ist eine ausreichende Möglichkeit zur Anpassung der Schnittstelle grundsätzlich schon dann gegeben, wenn die digitalen Informationen so zur Verfügung gestellt werden, dass sich die erste Einrichtung auf deren Grundlage automatisch anpassen kann. Dies ist in O3 offenbart. \n\n87\\. Wie bereits mehrfach aufgezeigt wurde, liest das zentrale System die Konfigurationsinformationen automatisch aus dem Speicher des Verbinders aus und nutzt sie zur Systemkonfiguration (Sp. 2 Z. 23-35). So kann beispielsweise auf Grundlage der übermittelten Daten ermittelt werden, wie die Signale des Ports zur Ausgangsverarbeitungsschaltung geleitet werden (Sp. 5 Z. 14-17). \n\n88\\. ii) Vor diesem Hintergrund greift die Berufung die Feststellungen des Patentgerichts zur Offenbarung der Merkmale 1.9 und 1.10 mit Recht nicht an. \n\n89\\. c) Ebenfalls zutreffend hat das Patentgericht entschieden, dass Merkmal 1.8 in O3 nicht eindeutig offenbart ist. \n\n90\\. O3 ist zwar zu entnehmen, dass das zentrale System in der Lage ist, angeschlossene Audiogeräte wie Funkgeräte, Mikrofone oder Lautsprecher zu nutzen. \n\n91\\. Eine Nutzung als Push-to-Talk-Gerät lässt sich daraus aber nicht eindeutig ableiten. \n\n92\\. d) Das Patentgericht hat zu Recht entschieden, dass der Gegenstand von Patentanspruch 1 ausgehend von O3 nicht auf erfinderischer Tätigkeit beruht. \n\n93\\. aa) Entgegen der Auffassung der Berufung stellt O3 bei der Suche nach Möglichkeiten, eine Push-to-Talk-Einrichtung auf einfache Weise mit einer Vielzahl unterschiedlicher anderer Einrichtungen zu kombinieren, keinen \"gattungsfremden\" Stand der Technik dar. \n\n94\\. O3 befasst sich ebenso wie das Streitpatent mit der Frage, wie Funkgeräte, Sprechanlagen und ähnliche Geräte mit anderen Geräten verbunden werden können. Wie das Patentgericht zutreffend angenommen hat, gehört zu den Geräten, die sich für eine solche Kombination eignen, auch eine Push-to-Talk-Einrichtung. Eine solche Einrichtung wird zwar nur für Funkgeräte benötigt, die lediglich einen Halbduplex-Modus ermöglichen. Solche Geräte werden nach den Feststellungen des Patentgerichts aber häufig eingesetzt. Die in O3 vorgeschlagene Schnittstelle lässt sich nach den Feststellungen des Patentgerichts ohne Schwierigkeiten für diese Zwecke einsetzen. \n\n95\\. bb) Hieraus hat das Patentgericht zu Recht die Schlussfolgerung gezogen, dass es nahelag, das in O3 vorgeschlagene System mit einer Push-to-Talk-Einrichtung als zentrales System einzusetzen. \n\n96\\. cc) Ob eine solche Ausgestaltung auch ausgehend von der internationalen Patentanmeldung 2011\u002F128489 (O10) oder sonstigen Entgegenhaltungen nahegelegen hat, ist unerheblich. \n\n97\\. Auch wenn diese Frage zu verneinen ist, schließt dies nicht aus, ein Naheliegen ausgehend von O3 zu bejahen. \n\n98\\. 3\\. Für die Patentansprüche 8, 9, 16 und 17 ergibt sich keine abweichende Beurteilung. \n\n99\\. a) Der Gegenstand von Patentanspruch 8 ist ausgehend von O3 ebenfalls nahegelegt. \n\n100\\. aa) Patentanspruch 8 hat eine erste Einrichtung zum Gegenstand, die mit einer zweiten Einrichtung in einem Sprachkommunikationssystem mittels der vorrichtungsspezifischen Schnittstelle nach einem der Ansprüche 1 bis 7 verbunden werden kann und zusätzlich folgende Merkmale aufweist: \n\n101\\. \n\n8.2 an interface connector (I’) for connecting releasably with the first connector (I) of the inter-face; and einen Schnittstellenverbinder 8.3 (l’), der lösbar mit dem ersten Verbinder (I) der Schnittstelle verbindbar ist; und 8.3 an electronic processor (8) for retrieving the digital information in the memory (6) of the interface via the digital data interface (7) and for applying the retrieved digital information in determining how to communicate with the second device. einen elektronischen Prozessor (8), der die digitale Information in dem Speicher (6) der Schnittstelle mittels der digitalen Datenschnittstelle (7) ausliest und der die digitale Information anwendet, um zu bestimmen, wie mit der zweiten Einrichtung kommuniziert wird.\n\n102\\. bb) Eine Lösbarkeit der Verbindung im Sinne von Merkmal 8.2 ergibt sich aus den oben aufgezeigten Erwägungen zu Merkmal 1.4.1. \n\n103\\. cc) Die in Merkmal 8.3 vorgesehene Möglichkeit, digitale Informationen aus dem zur Schnittstelle gehörenden Speicher auszulesen und anzuwenden, geht über die in den Merkmalen 1.5 und 1.7 von Patentanspruch 1 vorgesehenen Möglichkeiten nicht hinaus. Sie ist mithin aus den oben aufgezeigten Gründen ebenfalls in O3 offenbart. \n\n104\\. b) Patentanspruch 9 unterliegt derselben Beurteilung wie Patentanspruch 1, weil die Merkmale dieser Ansprüche der Sache nach übereinstimmen. \n\n105\\. Entgegen der Ansicht der Berufung führt der Umstand, dass Patentanspruch 9 nicht nur die Eignung der Schnittstelle zur Ausführung bestimmter Verfahrensschritte vorgibt, sondern die tatsächliche Ausführung dieser Verfahrensschritte, nicht zu einer abweichenden Beurteilung. \n\n106\\. Wie bereits oben ausgeführt wurde, sind diese Verfahrensschritte in O3 ebenfalls offenbart. \n\n107\\. c) Die Patentansprüche 16 und 17 sehen keine zusätzlichen Merkmale vor, die zu einer abweichenden Beurteilung führen könnten. \n\n108\\. 4\\. Die übrigen Ansprüche bedürfen keiner gesonderten Betrachtung. \n\n109\\. Die Beklagte hat in der mündlichen Verhandlung klargestellt, dass sie die eingereichten Anspruchssätze vorrangig in ihrer Gesamtheit verteidigt. \n\n110\\. IV. Hinsichtlich der mit den Hilfsanträgen 1 bis 7 verteidigten Fassungen ist die Berufung ebenfalls unbegründet. \n\n111\\. 1\\. Der mit Hilfsantrag 1 verteidigte Gegenstand ist nicht patentfähig. \n\n112\\. a) Nach Hilfsantrag 1 soll die erteilte Fassung der Patentansprüche 1 und 9 wie folgt geändert werden: \n\n1.8' the device-specific interface (1, 10, 20) is a push-to-talk interface and the first device (2) is a push-to-talk device,controlling the interfacing between different communication devices.\n\n113\\. b) Damit wird die bereits in Merkmal 1.7 enthaltene Vorgabe, dass die erste Einrichtung \\- also die Push-to-Talk-Einrichtung - die erforderlichen Anpassungen vornimmt, um ein Zusammenwirken mit der zweiten Einrichtung zu ermöglichen, nochmals hervorgehoben. \n\n114\\. Einschränkende Vorgaben zur Art und Weise, in der die Schnittstellenverbindung gesteuert wird, sind indes auch Merkmal 1.8' nicht zu entnehmen. \n\n115\\. c) Das Patentgericht hat vor diesem Hintergrund zutreffend entschieden, dass die Ergänzung nicht zu einer Beschränkung führt, die die Patentfähigkeit gegenüber O3 begründen kann. \n\n116\\. 2\\. Für Hilfsantrag 1a gilt Entsprechendes. \n\n117\\. a) Nach Hilfsantrag 1a sollen die Patentansprüche 1 und 9 in der Fassung von Hilfsantrag 1 wie folgt geändert werden: \n\n1.4.4.2' and relating to particular settings to be used when exchanging electronic data with the particular second device via the electronic data connection, wherein the settings themselves are stored in the memory (6); and\n\n118\\. b) Damit wird verdeutlicht, dass die im Speicher hinterlegten Informationen nicht nur der Identifikation der zweiten Einrichtung dienen, sondern auch Einstellungen umfassen, mit deren Hilfe die Push-to-Talk-Einrichtung auf die zweite Einrichtung zugreifen kann. Auf welche Weise diese Informationen gespeichert werden, gibt Merkmal 1.4.4.2' jedoch nicht vor. \n\n119\\. c) Auch diese Änderung führt nicht zu einer Beschränkung, die für die Patentfähigkeit gegenüber O3 von Bedeutung ist. \n\n120\\. O3 sieht ebenfalls vor, dass der zur Verbindung gehörende Speicher nicht nur Angaben zum Typ eines angeschlossenen Geräts enthält, sondern auch Informationen zu spezifischen Merkmalen des Geräts. \n\n121\\. 3\\. Der mit Hilfsantrag 2 verteidigte Gegenstand ist ebenfalls nicht patentfähig. \n\n122\\. a) Nach Hilfsantrag 2 sollen die Patentansprüche 1 und 9 in der Fassung von Hilfsantrag 1 wie folgt ergänzt werden: \n\n1.11 the second device is a man worn two-way radio\n\n123\\. b) Ein Zwei-Wege-Funkgerät ermöglicht nach den insoweit nicht angegriffenen Feststellungen des Patentgerichts üblicherweise eine Kommunikation in beiden Richtungen, nicht aber zwingend eine Übertragung im Vollduplex-Verfahren. \n\n124\\. c) Aus der Vorgabe, dass das Funkgerät am Körper tragbar ist, ergeben sich keine Anforderungen an einen bestimmten Einsatzzweck, etwa für Polizei, Feuerwehr oder Militär, oder eine bestimmte Trageweise, zum Beispiel auf dem Rücken. Soweit damit überhaupt eine relevante Beschränkung für die Umschreibung der beanspruchten Schnittstelle verbunden ist, war es ausgehend von O3 zumindest nahegelegt, als zu verbindende Geräte auch Handfunkgeräte in Betracht zu ziehen. \n\n125\\. d) Vor diesem Hintergrund hat das Patentgericht Merkmal 1.11 zu Recht als durch O3 nahegelegt angesehen, weil dort Funkgeräte ausdrücklich als geeignete I\u002FO-Geräte angeführt werden und bekannt ist, dass es auch tragbare Funkgeräte gibt. \n\n126\\. 4\\. Für Hilfsantrag 2a gilt Entsprechendes. \n\n127\\. a) Nach Hilfsantrag 2a sollen die Patentansprüche 1 und 9 in der Fassung von Hilfsantrag 2 wie folgt ergänzt werden: \n\n1.12 the push-to-talk device is a man worn device\n\n128\\. b) Diese Ausgestaltung lag ausgehend von O3 ebenfalls nahe. \n\n129\\. O3 ist zwar zu einer tragbaren Ausgestaltung des zentralen Systems nichts zu entnehmen. Wie bereits oben aufgezeigt wurde, lag es aber nahe, eine Push-to-Talk-Einrichtung als zentrales System in Betracht zu ziehen. Ausgehend davon bot es sich an, ein solches Gerät bei Bedarf tragbar auszugestalten, insbesondere wenn es mit einem tragbaren Funkgerät gekoppelt werden soll. \n\n130\\. 5\\. Die Verteidigung mit den Hilfsanträgen 3, 4, 4a und 4b ist unzulässig, weil sie zu einer Erweiterung des Schutzbereichs führen würde. \n\n131\\. a) Nach den Hilfsanträgen 3, 4, 4a und 4b soll Patentanspruch 1 - zusätzlich zu weiteren Änderungen - auf ein Sprachkommunikationssystem mit mindestens zwei spezifischen Schnittstellen gerichtet sein. \n\n132\\. Hierzu sind folgende Formulierungen vorgesehen: \n\n133\\. aa) Hilfsanträge 3 und 4: \n\n1.1' Avoicecommunicationssystem with at least twodevice specific interfaces(1, 10, 20)eachfor interfacing a first device (2) directly to a particularone of at least twosecond devices(3, 13, 23)in a voice communications system,\n\n134\\. bb) Hilfsantrag 4a: \n\n1.1'' Avoicecommunicationssystem comprising a first and a seconddevice specific interface (1, 10, 20) for interfacing a first device (2) directly to a particularfirst an a particularsecond device (3, 13, 23)in a voice communications system,\n\n135\\. cc) Hilfsantrag 4b: \n\n1.1''' Avoice communications system comprising a first an a seconddevice specific interface (1, 10, 20) for interfacing a first device (2) directly to a particular second device (3, 13, 23)in a voice communications system,\n\n136\\. b) Zu Recht hat das Patentgericht entschieden, dass mit diesen Änderungen der Schutzbereich unzulässig erweitert würde. \n\n137\\. aa) Nach der Rechtsprechung des Senats führt die nachträgliche Einbeziehung eines vom Streitpatent in der erteilten Fassung nicht geschützten Gegenstands in einen Patentanspruch zu einer Erweiterung des Schutzbereichs. \n\n138\\. Das Patentnichtigkeitsverfahren eröffnet dem Patentinhaber zwar die Möglichkeit, das Schutzrecht in eingeschränkter Fassung zu verteidigen. Es dient aber nicht darüber hinaus der Gestaltung des Patents. Diese Funktion ist vielmehr allein dem Patenterteilungsverfahren zugewiesen. Deshalb darf ein Patentanspruch im Nichtigkeitsverfahren nicht so geändert werden, dass er einen von der erteilten Fassung nicht umfassten Gegenstand einbezieht (BGH, Urteil vom 9. Januar 2024 - X ZR 74\u002F21, GRUR 2024, 603 Rn. 43 - Happy Bit; Urteil vom 20. Dezember 2018 - X ZR 56\u002F17, GRUR 2019, 389 Rn. 33 - Schaltungsanordnung III; Urteil vom 14. September 2004 - X ZR 149\u002F01, GRUR 2005, 145, 146 - Elektronisches Modul). \n\n139\\. bb) Die erteilte Fassung von Patentanspruch 1 stellt eine Schnittstelle unter Schutz, die für die Verbindung von zwei Einrichtungen geeignet ist. \n\n140\\. Mit den Hilfsanträgen 3, 4, 4a und 4b wird hingegen Schutz für ein Gesamtsystem beansprucht. Dieses kann auch Teile und Einrichtungen umfassen, die in keiner räumlichen oder funktionalen Wechselwirkung zur Schnittstelle stehen. \n\n141\\. Die angestrebte Änderung würde deshalb zu einer unzulässigen Verlagerung des Schutzes führen. \n\n142\\. 6\\. Die mit den Hilfsanträgen 5 und 6 verteidigten Gegenstände sind nicht patentfähig. \n\n143\\. a) Nach Hilfsantrag 5 soll die erteilte Fassung der Patentansprüche 1 und 9 wie folgt geändert werden: \n\n1.10' the integrated circuit and the memory are embedded in the wire or cableor in the first or second connectorso that they are physically part of the interface\n\n144\\. b) Nach Hilfsantrag 6 sollen zusätzlich die Wörter \"wire or\" gestrichen werden. \n\n145\\. c) Entgegen der Auffassung der Klägerin führen diese Änderungen jeweils zu einer Beschränkung des geschützten Gegenstands. Sie engen die nach der erteilten Fassung mögliche Auswahl zwischen mehreren unterschiedlichen Ausgestaltungen auf einzelne davon ein. \n\n146\\. d) Das so geänderte Merkmal 1.10 wird von O3 nicht vorweggenommen. Dort ist die Verbinder-Logik (14) in dem Verbinder (10) angeordnet. \n\n147\\. e) Die Logik stattdessen in das Kabel einzubetten, war jedoch nahegelegt. \n\n148\\. Wie bereits im Zusammenhang mit der Frage der Ausführbarkeit dargelegt wurde, waren elektronische Schaltungen, die in ein Kabel integriert werden können, im Stand der Technik aus O7 bekannt. \n\n149\\. Vor diesem Hintergrund hat das Patentgericht zu Recht angenommen, dass sich die Einbettung in ein Kabel als naheliegende Alternative zu der in O3 offenbarten Einbettung in einen der beiden Verbinder anbot, zumal O7 einige Vorteile der Einbettung in ein Kabel schildert. Dass die Auswahl zwischen diesen Varianten Auswirkungen auf die Funktion der Verbindungsvorrichtung haben könnte, ist weder geltend gemacht noch sonst ersichtlich. \n\n150\\. Bei dieser Ausgangslage ist unerheblich, ob eine Einbettung in das Kabel zusätzliche Vorteile bietet. Solche Vorteile vermögen nicht zur Bejahung der erfinderischen Tätigkeit zu führen, wenn die in Rede stehende Ausgestaltung schon aus anderen Gründen nahelag. \n\n151\\. 7\\. Der mit Hilfsantrag 7 verteidigte Gegenstand ist ebenfalls nicht patentfähig. \n\n152\\. a) Nach Hilfsantrag 7 sollen die Patentansprüche 1 und 9 in der Fassung von Hilfsantrag 6 wie folgt ergänzt werden: \n\n1.11 the integrated circuit is a microprocessor or a digital signal processor\n\n153\\. b) Entgegen der Auffassung der Berufung ergibt sich aus der Festlegung, dass es sich bei dem integrierten Schaltkreis um einen Mikroprozessor oder einen digitalen Signalprozessor handeln muss, nicht, dass dieses Bauteil zur Verarbeitung von Signalen geeignet sein muss, die zwischen der Push-to-Talk-Einrichtung und der zweiten Einrichtung ausgetauscht werden. \n\n154\\. Aus dem Begriff \"Signalprozessor\" können schon deshalb keine weitergehenden Schlussfolgerungen gezogen werden, weil dieser nur als eine von zwei möglichen Varianten vorgegeben ist. \n\n155\\. Unabhängig davon geht aus der Bezeichnung nicht hervor, zur Verarbeitung welcher Signale der Prozessor geeignet sein muss. \n\n156\\. c) Entgegen der Auffassung der Klägerin steht Merkmal 1.11 nicht in Widerspruch zu Merkmal 1.4.4. \n\n157\\. Die Vorgabe, dass es sich bei dem integrierten Schaltkreis um einen Mikroprozessor oder einen digitalen Signalprozessor handelt, schließt nicht aus, dass dieses Bauteil einen internen Speicher aufweist oder auf externen Speicher zugreifen kann. \n\n158\\. d) Eine solche Ausgestaltung ist in O3 offenbart. \n\n159\\. Das Patentgericht hat die in O3 offenbarte Verbinder-Logik (14) zu Recht als Mikroprozessor im Sinne von Merkmal 1.11 angesehen, weil sie mit den Speicherkomponenten und der Kontroll-Logik (1-wire function control logic 18) wesentliche Elemente enthält, die einen Mikroprozessor kennzeichnen. \n\n160\\. V. Hinsichtlich der mit Hilfsantrag 8 verteidigten Fassung ist die Berufung hingegen begründet. \n\n161\\. 1\\. Der mit Hilfsantrag 8 verteidigte Gegenstand erweist sich als rechtsbeständig. \n\n162\\. a) Nach Hilfsantrag 8 soll die mit Hilfsantrag 7 verteidigte Fassung der Patentansprüche 1 und 9 wie folgt geändert werden: \n\n1.11' the integrated circuit is a microprocessor or a digital signal processor,hence the integrated circuit is an electronic processing unit, which is connected to access and to process data transmitted in the electronic data connection between the first connector and the second connector, thereby the device-specific interface (1, 10, 20) not only transmits electronic data signals between the first and second devices but also reacts upon these signals, interferes with these signals and changes these signals\n\n163\\. b) Diese Änderung hat entgegen der Auffassung der Klägerin beschränkende Wirkung. \n\n164\\. aa) Das Patentgericht hat die ergänzenden Vorgaben zutreffend dahingehend ausgelegt, dass die integrierte Schaltung sich gegenüber den zwischen den beiden Anschlussverbindern übertragenen Daten nicht nur rein passiv verhalten kann, sondern in der Lage ist, aktiv Einfluss auf diese zu nehmen und sie in irgendeiner Weise zu verändern. \n\n165\\. Die erteilte Fassung enthält solche Vorgaben nicht. Sie sieht lediglich vor, dass die Schnittstelle der Push-to-Talk-Einrichtung Informationen zur Verfügung stellen kann, die es ihr ermöglichen, ihre Einstellungen so anzupassen, dass ein Zusammenwirken mit der zweiten Einrichtung möglich ist. Eine zusätzliche Möglichkeit zur Einflussnahme der Schnittstelle auf den Datenverkehr zwischen den beiden Einrichtungen ist nach der erteilten Fassung hingegen nicht erforderlich. \n\n166\\. bb) Entgegen der Auffassung der Klägerin handelt es sich nicht um verfahrensbezogene Merkmale, die auf die Beschaffenheit der in Patentanspruch 1 geschützten Schnittstelle keinen Einfluss haben. \n\n167\\. Die Vorgaben aus Merkmal 1.11' haben zur Folge, dass der zur Schnittstelle gehörende Mikroprozessor dafür eingerichtet sein muss, den Datenverkehr zwischen den beiden Einrichtungen in der näher spezifizierten Weise zu beeinflussen. Eine mit dem Anschluss des Prozessors verbundene Erhöhung der Betriebstemperatur stellt noch keine entsprechende Einrichtung dar. \n\n168\\. c) Wie das Patentgericht ebenfalls zutreffend angenommen hat, gibt Merkmal 1.11' nicht im Einzelnen vor, in welcher Weise die übertragenen Daten veränderbar sein müssen. \n\n169\\. Nach der Beschreibung kann der integrierte Schaltkreis (5) zum Beispiel so ausgestaltet sein, dass er die übermittelten Daten verstärkt oder filtert (Abs. 50). \n\n170\\. Wie das Patentgericht zu Recht angenommen hat, ist Merkmal 1.11' nicht auf diese Ausgestaltungen beschränkt. \n\n171\\. Zwingend erforderlich ist aber, dass nicht nur solche Daten verändert werden können, die zwischen der Schnittstelle und der Push-to-Talk-Einrichtung ausgetauscht werden, sondern Daten, die zwischen der Push-to-Talk-Einrichtung und der zweiten Einrichtung übertragen werden. \n\n172\\. d) Die mit Merkmal 1.11' beanspruchte Ausgestaltung ist in den ursprünglich eingereichten Unterlagen als zur Erfindung gehörend offenbart. \n\n173\\. Ebenso wie das Streitpatent (Abs. 49 f.) zeigt bereits die Anmeldung die Möglichkeit auf, dass die Signale zwischen den beiden Einrichtungen über die elektronische Datenverbindung der Schnittstelle übertragen werden. In diesem Zusammenhang finden sich die bereits erwähnten Ausführungen, dass der integrierte Schaltkreis (5) der Schnittstelle als elektronische Verarbeitungseinheit ausgestaltet sein kann, die in der Lage ist, auf die übermittelten Signale zuzugreifen und diese zu verarbeiten, zum Beispiel zum Zwecke der Verstärkung, Filterung oder Messung (S. 14 Z. 23-33). \n\n174\\. Die Anmeldung (S. 11 Z. 21-23) und die Beschreibung des Streitpatents (Abs. 39 aE) verwenden auch die ergänzende Formulierung, dass die Verarbeitungseinheit auf die genannten Signale reagieren, in den Datenverkehr eingreifen und die Signale verändern kann. Diese enthält ohnehin nur eine andere Umschreibung dessen, was die Anmeldung beispielhaft anhand von Verstärkung oder Filterung schildert. \n\n175\\. e) Gründe dafür, dass eine Einflussnahme auf solche Daten mit Hilfe eines Prozessors mit aus dem Fachwissen bekannten Mitteln nicht möglich ist, sind weder aufgezeigt noch sonst ersichtlich. \n\n176\\. f) Wie die Berufung zu Recht geltend macht, ist eine solche Einflussmöglichkeit in O3 nicht offenbart. \n\n177\\. Nach den Ausführungen zu Figur 1 kann die Verbinder-Logik (14) aus O3 zwar die Daten beeinflussen, die auf dem 1-Draht-Bus (36) übertragen werden. Der 1-Draht-Bus ermöglicht darüber hinaus auch eine bidirektionale Datenübertragung. Er verbindet aber nur die Verbinder-Logik und das zentrale System. Für den Datenaustausch zwischen dem zentralen System und den daran angeschlossenen Geräten sind hingegen andere Steckerstifte (pins) vorgesehen (Sp. 3 Z. 40-52). \n\n178\\. In O3 ist auch an anderen Stellen nicht beschrieben, dass die Verbinder-Logik (14) den Datenverkehr zwischen dem zentralen System und einem daran angeschlossenen I\u002FO-Gerät verändern kann. \n\n179\\. Wie die Berufung zu Recht geltend macht, ist den vom Patentgericht zitierten Ausführungen, wonach das in Figur 1 als Teil der Verbinder-Logik (14) dargestellte ROM (20) einen eindeutigen Code enthalten kann, der sich auf das verbundene Gerät bezieht (Sp. 3 Z. 53-57), lediglich zu entnehmen, dass dieser Code vom Verbinder an das zentrale System übermittelt wird. Ein Datenaustausch zwischen dem zentralen System und einem über den Verbinder angeschlossenen I\u002FO-Gerät findet in dieser Phase nicht statt. \n\n180\\. g) Aus O10 ergeben sich keine weitergehenden Anregungen. \n\n181\\. O10 offenbart ein Zubehörteil wie zum Beispiel ein Headset, das Informationen über seine Identität oder Beschaffenheit an ein Audiogerät übermitteln kann. Das Audiogerät kann anhand dieser Informationen Einstellungen vornehmen, um die Nutzung des Zubehörteils zu ermöglichen. \n\n182\\. Ein in die Schnittstelle eingebetteter Prozessor und die Verarbeitung von Signalen, die zwischen den beiden Geräten ausgetauscht werden, ist in O10 nicht offenbart. Diesbezügliche Anregungen lassen sich der Entgegenhaltung ebenfalls nicht entnehmen. \n\n183\\. h) Das Datenblatt zu einem TTL-232R USB to TTL Serial Converter Cable (Future Technology Devices International Ltd., 2006, S. 1-8, O14) gab ebenfalls keinen Anlass, die in O3 offenbarte Verbindung der Verbinder-Logik mit dem zentralen System abzuändern. \n\n184\\. O14 mag zwar zeigen, dass es im Stand der Technik Verbindungskabel gab, die Signale, die zwischen den beiden daran angeschlossenen Geräten ausgetauscht werden, verändern können. Ausgehend von O3 ergab sich aber keine Anregung, diese Funktion mit dem in O3 vorgeschlagenen Datenaustausch zwischen einer Verbinder-Logik und einem zentralen System zu kombinieren. \n\n185\\. i) Die übrigen Entgegenhaltungen enthalten keine weitergehenden Hinweise. \n\n186\\. 2\\. Die Sache ist zur Endentscheidung reif. \n\n187\\. Aus den oben dargelegten Gründen ergibt sich, dass das Streitpatent in der mit Hilfsantrag 8 verteidigten Fassung Bestand hat. \n\n188\\. VI. Die Kostenentscheidung beruht auf § 121 Abs. 2 PatG sowie § 92 Abs. 1 und § 97 Abs. 1 ZPO. \n\nBacher Richter am Bundesgerichtshof Hoffmannist in Urlaub und kann deshalbnicht unterschreiben Marx Bacher Rensen Crummenerl","de","jurionline_de","","BGH, 19.08.2025, X ZR 112\u002F23","ecli-de-neuris-kore615232025",null,[19,34,44,54,64],{"id":20,"ecli":21,"caseNumber":14,"courtId":22,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":24,"language":25,"source":26,"sourceUrl":27,"summary":14,"slug":28,"metadata":29},"410","ECLI:NL:RBLIM:2026:6423",66,"2026-07-08T00:00:00.000Z","RECHTBANK limburg\n\nZittingsplaats Roermond\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: ROE 25 \u002F 2565\n\nuitspraak van de meervoudige kamer van 8 juli 2026 in de zaak tussen\n\n [belanghebbende] , gevestigd te [plaats], belanghebbende\n\n(gemachtigde: M.O.E. Uyen)\n\nen\n\nde heffingsambtenaar van de Belastingsamenwerking Gemeenten en Waterschappen, de heffingsambtenaar (gemachtigde: A. van den Dool).\n\nProcesverloop\n\nDe heffingsambtenaar heeft op grond van de Wet waardering onroerende zaken (Wet woz) de waarde van de onroerende zaken van belanghebbende voor het belastingjaar 2025 vastgesteld (het primaire besluit).\n\nBelanghebbende heeft tegen het primaire besluit bezwaar gemaakt.\n\nDe heffingsambtenaar heeft het bezwaar van belanghebbende gegrond verklaard (het bestreden besluit). Aan belanghebbende is een proceskostenvergoeding van in totaal € 161,74 toegekend.\n\nBelanghebbende heeft tegen het bestreden besluit beroep ingesteld.\n\nDe heffingsambtenaar heeft verweer gevoerd.\n\nOp 4 mei 2026, aangevuld op 11 mei 2026, zijn van belanghebbende nadere gronden en stukken ontvangen.\n\nHet onderzoek ter zitting heeft vervolgens plaatsgevonden op 15 mei 2026. Belanghebbende heeft zich laten vertegenwoordigen door mr. L.H.G.M. Driessen, kantoorgenote van haar gemachtigde bij Previcus B.V. te Boxmeer. De heffingsambtenaar heeft zich laten vertegenwoordigen door zijn gemachtigde.\n\nOverwegingen\n\n1. De rechtbank stelt vast dat de woz-waarde tussen partijen niet meer in geschil is. Het beroep van belanghebbende richt zich enkel tegen de toegekende proceskostenvergoeding en spitst zich toe op de vraag of de heffingsambtenaar bij de vaststelling van de proceskostenvergoeding in bezwaar toepassing heeft mogen geven aan de vermenigvuldigingsfactor 0,125 van artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz, zoals dit artikellid luidt met ingang van 1 januari 2025.\n\n2. De heffingsambtenaar heeft in het bestreden besluit de proceskostenvergoeding van € 161,74 als volgt gespecificeerd:\n\n- indienen bezwaarschrift: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 +\n\n- bijwonen hoorzitting: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 = € 161,74.\n\n3. Belanghebbende vindt dat de heffingsambtenaar een te lage proceskostenvergoeding heeft toegekend. Zij verzoekt de rechtbank om artikel 30a van de Wet woz buiten toepassing te laten, omdat haar gemachtigde een bijzonder geval is als bedoeld in het zogenoemde 30a-arrest van de Hoge Raad van 17 januari 2025 (ECLI:NL:HR:2025:46).\n\n4. In het 30a-arrest heeft de Hoge Raad geoordeeld dat bijzondere gevallen zich onderscheiden doordat zij niet voldoen aan de volgende kenmerken: dat aan de belanghebbende rechtsbijstand wordt verleend door een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, waarvan het bedrijfsmodel eruit bestaat dat\n\n( i) wordt opgetreden op basis van no cure no pay,\n\n(ii) daarbij zodanige afspraken met de cliënten worden gemaakt dat het bedrag van eventuele proceskostenvergoedingen aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en\n\n(iii) de procedures op een zodanige wijze worden gevoerd dat de daarin toegekende proceskostenvergoedingen de in redelijkheid gemaakte kosten ver overtreffen.\n\n5. De daarbij te hanteren regels zijn nader uitgewerkt in de arresten van de Hoge Raad van 25 april 2025 (ECLI:NL:HR:2025:670) en 18 juli 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1175).\n\n5.1.. Volgens de Hoge Raad rusten op de belanghebbende de stelplicht en bewijslast van feiten die meebrengen dat buiten redelijke twijfel komt vast te staan dat, beoordeelt naar de situatie op het moment waarop het desbetreffende rechtsmiddel is aangewend, het bedrijfsmodel van de betreffende gemachtigde of diens kantoor kennelijk niet allehiervoor bedoelde drie kenmerken heeft en dat aldus sprake is van een bijzonder geval. Er is dus (al) sprake van een bijzonder geval als één van de drie kenmerken niet van toepassing is.\n\n5.2.. Bij de beoordeling van het bedrijfsmodel gaat het niet specifiek om de werkzaamheden die de gemachtigde heeft verricht in de procedure waarop de proceskostenvergoeding ziet. Met het bedrijfsmodel is namelijk meer in het algemeen de wijze bedoeld waarop de gemachtigde zijn inkomsten verwerft met het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand.\n\n5.3.. Indien het bedrijfsmodel van een gemachtigde of een kantoor inhoudt dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i), of op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld, en dat daarbij afspraken met de cliënten worden gemaakt als hiervoor onder (ii) bedoeld, zal aldus moeten worden beoordeeld of dit bedrijfsmodel voldoet aan het hiervoor onder (iii) vermelde kenmerk van vergaande overdekking. Daartoe moet een vergelijking worden gemaakt tussen enerzijds het totale bedrag aan proceskostenvergoedingen dat aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en anderzijds het totale bedrag van de kosten van de gemachtigde of van het kantoor die kunnen worden toegerekend aan het voeren van de procedures waarop die proceskostenvergoedingen betrekking hebben. Het komt dus erop aan of het totale bedrag van de afgedragen proceskostenvergoedingen het totale bedrag van de zojuist bedoelde kosten verre overtreft. De omstandigheid dat vaak geheel of ten dele gebruik wordt gemaakt van gestandaardiseerde tekstblokken die niet zijn toegespitst op de desbetreffende zaak, vormt een aanwijzing dat het bedrijfsmodel wel het derde kenmerk van vergaande overdekking heeft, en zal daarom in het algemeen volstaan om aan te nemen dat de belanghebbende niet in dit door hem te leveren bewijs is geslaagd.\n\n6. In het arrest van 26 september 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1375) heeft de Hoge Raad nader uitgewerkt wanneer sprake is van een bedrijfsmodel dat eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Bij optreden op basis van no cure no pay moet worden uitgegaan van afspraken tussen de belanghebbende en de rechtsbijstandverlener op grond waarvan de belanghebbende geen financieel risico loopt bij inschakeling van de rechtsbijstandverlener, omdat geen instapvergoeding verschuldigd is noch een percentage van de bespaarde belasting als vergoeding moet worden afgestaan (zie Kamerstukken II 2023\u002F24, 36 427, nr. 3, blz. 2). Bij de beoordeling van de vraag of het bedrijfsmodel van een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay, komt het dus erop aan of die gemachtigde dan wel diens kantoor afspraken maakt met klanten op grond waarvan zij geen financieel risico lopen bij het verstrekken van de opdracht tot het verlenen van rechtsbijstand in een belastingprocedure. De verschuldigdheid van een instapvergoeding staat niet in alle gevallen eraan in de weg dat afspraken met een rechtsbijstandsverlener worden aangemerkt als afspraken op basis van no cure no pay. Onder het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op basis van no cure no pay wordt namelijk ook begrepen het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld. Dan moet worden gedacht aan de betaling van een zodanig laag bedrag dat die betaling als een pro forma of symbolische bijdrage moet worden beschouwd.\n\n7. De rechtbank stelt vast dat de gemachtigde van belanghebbende in deze zaak niet heeft bestreden dat haar bedrijfsmodel de hiervoor onder (ii) en (iii) vermelde kenmerken heeft.\n\n8. Belanghebbende bestrijdt dat het bedrijfsmodel van haar gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar (en beroep) eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Hiertoe heeft de gemachtigde verwezen naar een beschrijving van haar per 1 januari 2025 gewijzigde bedrijfsmodel (“Bijzonder geval: bedrijfsmodel Previcus en artikel 30a Wet WOZ”).\n\n8.1.. Volgens die beschrijving is de werkwijze met ingang van 1 januari 2025 fundamenteel gewijzigd. Het aantal dossiers is vanaf 2025 aanzienlijk afgenomen van 128.000 zaken naar circa 1.291 zaken. De zaken worden (vrijwel) niet meer op basis van no cure no pay uitgevoerd, maar volgens een regulier model waarin een cliënt, ongeacht de uitkomst van de zaak, een vaste startvergoeding betaalt (doorgaans gebaseerd op het aantal aanslagbiljetten) en\u002Fof een deel van de gerealiseerde besparing afdraagt (in bijna alle gevallen 40% van de besparing). De vóór 2025 aangebrachte zaken worden nog op basis van no cure no pay uitgevoerd. Bovendien worden vanaf 2025 alle aanslagbiljetten op voorhand gescreend en worden enkel de zaken doorgezet waarbij op voorhand onvoldoende duidelijk is dat er geen fouten zijn gemaakt. Er is, aldus de beschrijving, geen sprake meer van een grote massa waar de wetswijziging (Wet herwaardering proceskostenvergoeding WOZ en Bpm) op zag. De gemachtigde richt zich voortaan op de zakelijke markt, waarbij vrijwel altijd ook prijsafspraken met belanghebbenden worden gemaakt die losstaan van eventueel toegekende proceskostenvergoedingen.\n\n8.2.. De gemachtigde heeft de prijsafspraken over 2025 als volgt in een overzicht opgenomen.\n\n8.3.. De vermelding in de volmacht dat de vergoeding voor de werkzaamheden uitsluitend het totaal van de proceskostenvergoedingen bedraagt, klopt, aldus de beschrijving, niet meer. De onderliggende overeenkomsten bepalen dat cliënten zelf vergoedingen verschuldigd zijn. De proceskostenvergoeding speelt daarin nog slechts een kleine aanvullende rol.\n\n9. Op 4 mei 2026 heeft de gemachtigde van belanghebbende de facturen en betaalbewijzen in een groot aantal zaken, waarin zij als gemachtigde optreedt, ingezonden. Op 11 mei 2026 is daarvan een overzicht overgelegd. Die stukken bevestigen het beeld dat de beschrijving van het bedrijfsmodel geeft. Uit de facturen en betaalbewijzen blijkt namelijk dat de gemachtigde van een groot deel van haar cliënten een “besparingsfee” van minimaal 30% van de eventuele belastingbesparing vraagt, zij die “besparingsfee” aan haar cliënten factureert en die “besparingsfee” vervolgens ook door de cliënten wordt betaald.\n\n10. Daarnaast komt uit de facturen en betaalbewijzen naar voren dat de meeste cliënten (bovenop de “besparingsfee”) tevens een (in hoogte variërende) “startfee” zijn verschuldigd. Op zitting heeft de gemachtigde toegelicht dat, indien overeengekomen, de “startfee” altijd wordt gefactureerd en betaald. Dat dit niet in alle gevallen gebeurt blijkt uit de overgelegde facturen en betaalbewijzen, en komt, aldus de gemachtigde, doordat de “startfee”, die ongeacht de uitkomst is verschuldigd, in die gevallen eerder is gefactureerd en betaald. Dat is anders bij de “besparingsfee”, die niet eerder dan na het nemen van het bestreden besluit in rekening kan worden gebracht, omdat dan pas de (hoogte van de) besparing duidelijk is.\n\n11. De heffingsambtenaar heeft zich ter zitting op het standpunt gesteld dat het pas op 4 mei 2026 door de gemachtigde van belanghebbende indienen van facturen en betaalbewijzen (die op 6 mei 2026 door de rechtbank zijn vrijgegeven), die al in 2025 beschikbaar waren, in strijd is met een goede procesorde. De rechtbank overweegt dat partijen in beginsel vrij zijn om gedurende de procedure hun standpunten aan te vullen. Die vrijheid wordt echter begrensd door de beginselen van de goede procesorde. Hoewel de late indiening van reeds voorhanden zijnde stukken niet de schoonheidsprijs verdient, ziet de rechtbank hierin geen grond om die stukken vanwege strijd met een goede procesorde buiten beschouwing te laten. Hiertoe acht de rechtbank van belang dat de stukken een onderbouwing vormen van een eerder door de gemachtigde ingenomen standpunt, een reactie zijn op het verweerschrift en dat de aard en de omvang van de stukken niet zodanig zijn dat van de heffingsambtenaar om adequaat hierop te kunnen reageren een nader diepgaand (feiten)onderzoek wordt gevergd. De inhoudelijke reactie van de heffingsambtenaar op de stukken in de pleitnota bevestigen dit oordeel.\n\n12. De rechtbank stelt voorop dat voor haar de facturen en de betaalbewijzen leidend zijn voor de beoordeling van de vraag of kenmerk (i) op de gemachtigde van belanghebbende van toepassing is. Naar het oordeel van de rechtbank zijn (alleen) die stukken, en niet (ook) de overeenkomst, de website en de algemene voorwaarden van de gemachtigde (op 9 februari 2025), waarvan gesteld is dat die op dat moment nog niet in overeenstemming met het gewijzigde bedrijfsmodel waren gebracht, relevant voor de vraag of sprake is van een bedrijfsmodel op basis van no cure no pay. Omdat het bedrijfsmodel van de gemachtigde (en niet de vergoedingen in de aan de rechtbank voorliggende zaken) moet worden beoordeeld, blijft die beoordeling, anders dan de heffingsambtenaar stelt, niet beperkt tot de gemeenten binnen het ambtsgebied van de heffingsambtenaar. Daaruit volgt ook dat op grond van het (incidenteel) ontbreken van facturen en betaalbewijzen in aan de rechtbank voorliggende zaken niet zonder meer kan worden geconcludeerd dat kenmerk (i) op het bedrijfsmodel van de gemachtigde van toepassing is.\n\n13. De rechtbank is van oordeel dat met voldoende gegevens is onderbouwd dat de gemachtigde in 2025 voor een groot deel van de procedures een “besparingsfee” in rekening heeft gebracht. Door het betalen van een “besparingsfee” loopt een belanghebbende bij de inschakeling een gemachtigde voor het voeren van een procedure een financieel risico (zie hiervoor het arrest van de Hoge Raad van 26 september 2025). Deze door de gemachtigde gevraagde vergoeding (van 30-40%) acht de rechtbank, nog daargelaten dat de Hoge Raad dat enkel ten aanzien van “instapvergoedingen” heeft geoordeeld, ook niet dusdanig laag dat kan worden gesproken van rechtsbijstandverlening op een grondslag die in wezen overeenkomt met rechtsbijstandverlening op basis van no cure no pay. Op grond van het vorenstaande heeft belanghebbende, naar het oordeel van de rechtbank, buiten redelijke twijfel bewezen dat het bedrijfsmodel van de gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar niet het kenmerk van optreden op basis van no cure no pay heeft (i). Daaraan doet niet af dat een belanghebbende vooraf ermee heeft ingestemd dat een eventuele vergoeding van proceskosten aan de gemachtigde toekomt. Dat geldt ook voor het ontbreken van facturen en betaalbewijzen van op een eerder moment in rekening gebrachte “startfees” en de door de heffingsambtenaar gestelde inconsistenties in de hoogte hiervan.\n\n14. Uit het vorenstaande volgt dat sprake is van een bijzonder geval en de heffingsambtenaar ten onrechte toepassing heeft gegeven aan artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz.\n\n15. Dit betekent dat het beroep van belanghebbende gegrond is. De rechtbank vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding en bepaalt met toepassing van artikel 8:72, derde lid, aanhef en onder b, van de Algemene wet bestuursrecht de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase op € 1.332,- (2 x € 666,-).\n\n16. Aan het standpunt van belanghebbende dat aan het bestreden besluit een motiveringsgebrek kleeft, wordt niet toegekomen.\n\n17. Omdat het beroep gegrond is, moet de heffingsambtenaar het griffierecht aan belanghebbende vergoeden.\n\n18. De rechtbank acht termen aanwezig om de heffingsambtenaar te veroordelen in de proceskosten die belanghebbende redelijkerwijs heeft moeten maken in verband met de behandeling van het beroep, een en ander eveneens overeenkomstig de normen van het Besluit proceskosten bestuursrecht. Aan belanghebbende is door een derde beroepsmatig rechtsbijstand verleend. Voor de in aanmerking te nemen proceshandelingen worden 2 punten (1 punt voor het indienen van het beroepschrift en 1 punt voor het verschijnen op zitting met een waarde van € 934,- per punt) toegekend. De rechtbank bepaalt in overeenstemming met het Richtsnoer proceskostenvergoeding belastingkamers gerechtshoven 2024 (neergelegd in de uitspraak van het gerechtshof ’s-Hertogenbosch van 7 augustus 2024, ECLI:NL:GHSHE:2024:2524) de wegingsfactor op 0,5. Gelet hierop bedraagt het vanwege de in deze zaak verleende rechtsbijstand te vergoeden bedrag in totaal € 934,-.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding, stelt de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase vast op € 1.332,- en bepaalt dat deze uitspraak in de plaats treedt van het vernietigde besluit;\n\n- draagt de heffingsambtenaar op het betaalde griffierecht van € 385,- aan belanghebbende te vergoeden;\n\n- veroordeelt de heffingsambtenaar in de proceskosten van belanghebbende wegens verleende rechtsbijstand in beroep tot een bedrag van € 934,-.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. B.F.A. van Huijgevoort, voorzitter, en mrs. E.P.J. Rutten en J.H. van Hoof leden, in aanwezigheid van mr. D.D.R.H. Lechanteur, griffier.De beslissing is in het openbaar uitgesproken op 8 juli 2026.\n\ngriffier rechter\n\nAfschrift verzonden aan partijen op: 8 juli 2026.\n\nRechtsmiddel\n\nTegen deze uitspraak kunnen partijen binnen zes weken na de verzenddatum hoger beroep instellen bij het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nU kunt digitaal beroep instellen via www.rechtspraak.nl. Daar klikt u op “Formulieren en inloggen”. Hoger beroep instellen kan eventueel ook nog steeds door verzending van een brief aan het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nBij het instellen van het hoger beroep dient het volgende in acht te worden genomen:\n\n1. bij het hogerberoepschrift wordt een afschrift van deze uitspraak overgelegd;\n\n2 - het hogerberoepschrift moet, indien het op papier wordt ingediend, ondertekend zijn. Verder moet het ten minste het volgende vermelden:\n\na. de naam en het adres van de indiener;\n\nb. de datum van verzending;\n\nc. een omschrijving van de uitspraak waartegen het hoger beroep is ingesteld;\n\nd. de redenen waarom u het niet eens bent met de uitspraak (de gronden van het hoger beroep).","nl","rechtspraak_nl","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBLIM:2026:6423","ecli-nl-rblim-2026-6423",{"courtName":30,"legalDomain":31,"decisionType":32,"procedureType":33},"Roermond","Bestuursrecht; Belastingrecht","uitspraak","Uitspraak",{"id":35,"ecli":36,"caseNumber":37,"courtId":38,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":39,"language":40,"source":41,"sourceUrl":14,"summary":42,"slug":43,"metadata":17},"85","ECLI:RO:2026:JudecatoriaSECTORUL5BUCURESTI:17050-302-2025-a1","17050\u002F302\u002F2025\u002Fa1",97,"Admite cererea de îndreptare a erorii materiale din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026, pronunţată de Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti în dosar nr. 17050\u002F302\u002F2025, formulată din oficiu.       \nDispune îndreptarea erorii materiale strecurată în cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025, în sensul re?inerii că pârâtul Vasile Constantin are codul numeric personal ............, iar nu ............., astfel cum în mod eronat s-a consemnat.   \nPrezenta încheiere face parte integrantă din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025.   \nÎndreptarea se va efectua în toate exemplarele sentin?ei.\n\tCu drept de apel în 30 de zile de la comunicare. 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Voorts is beslist op de vorderingen van de benadeelde partijen, zoals nader omschreven in het vonnis waarvan beroep.\n\nNamens de verdachte is tegen het vonnis hoger beroep ingesteld.\n\nOmvang van het hoger beroep\n\nDe verdachte is door de rechtbank Rotterdam vrijgesproken van hetgeen aan hem onder 1 is tenlastegelegd. Het hoger beroep is door de verdachte onbeperkt ingesteld en is derhalve mede gericht tegen de in eerste aanleg gegeven beslissing tot vrijspraak. Gelet op hetgeen is bepaald in artikel 404, vijfde lid, van het Wetboek van Strafvordering staat voor de verdachte tegen deze beslissing geen hoger beroep open. Het hof zal de verdachte mitsdien niet-ontvankelijk verklaren in het ingestelde hoger beroep, voor zover dat is gericht tegen de in het vonnis waarvan beroep gegeven vrijspraak.\n\nWaar hierna wordt gesproken van \"de zaak\" of \"het vonnis\", wordt daarmee bedoeld de zaak of het vonnis voor zover op grond van het vorenstaande aan het oordeel van dit hof onderworpen.\n\nTenlastelegging\n\nAan de verdachte is – voor zover aan het oordeel van het hof onderworpen – tenlastegelegd dat:\n\n2. hij op of omstreeks 01 januari 2023 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard, openlijk, te weten, op of aan de Smidsweg en\u002Fof de Langestraat, in elk geval op of aan (een) openbare weg(en), in vereniging geweld heeft gepleegd tegen een of meer verbalisanten van de politie Eenheid Rotterdam, te weten [hoofdagent] (hoofdagent) en\u002Fof [aspirant] (aspirant) en\u002Fof één of meer verbalisanten, zijnde groepsleden van de Mobiele Eenheid van politie Eenheid Rotterdam, te weten [verbalisant 1] en\u002Fof [verbalisant 2] en\u002Fof [verbalisant 3] en\u002Fof [verbalisant 4] en\u002Fof [verbalisant 5] en\u002Fof [verbalisant 6] en\u002Fof [verbalisant 7] en\u002Fof [verbalisant 8] en\u002Fof [verbalisant 9] en\u002Fof [verbalisant 10] en\u002Fof [verbalisant 11] en\u002Fof [verbalisant 12] en\u002Fof [verbalisant 13] en\u002Fof [verbalisant 14] en\u002Fof [verbalisant 15] en\u002Fof [verbalisant 16] en\u002Fof [verbalisant 17] en\u002Fof [verbalisant 18] en\u002Fof [verbalisant 19] en\u002Fof [verbalisant 20] , althans een of meer (andere) verbalisanten door\n\n- één of meer stuks zwaar (illegaal) vuurwerk (betreffende onder meer: cobra's \u002F nitraten \u002F shells) en\u002Fof vuurwerkbommen op\u002Ftegen, althans in de richting van\u002Fnaar voornoemde verbalisanten af te schieten en\u002Fof te gooien, waarbij voornoemd(e) vuurwerk\u002Fvuurwerkbommen vlakbij\u002Fnaast het\u002Fde lichamen en\u002Fof het\u002Fde hoofden\u002Fgezichten van voornoemde verbalisanten tot ontploffing is\u002Fzijn gekomen en\u002Fof\n\n- ( met kracht) één of meer stenen en\u002Fof glaswerk op\u002Ftegen, althans in de richting van voornoemde verbalisanten te gooien en\u002Fof\n\n- ( dreigend) zich op te dringen aan voornoemde ambtenaren en\u002Fof\n\n- ( daarbij) (dreigend) een of meerdere ploertendoders, althans slagvoorwerpen, aan voornoemde ambtenaren te tonen\u002Fvoor te houden en\u002Fof\n\n- ( daarbij) aan die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof een of meer (andere) verbalisanten de weg te versperren, althans de doorgang te beletten en\u002Fof (daarbij) te verhinderen dat die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof anderen met\u002Fin een (politie)voertuig weg konden rijden en\u002Fof\n\n- naar\u002Fin de richting van voornoemde ambtenaren te schelden, met de woorden: \"Kankerlijers\", \"Kanker op joh\" en\u002Fof \"Kankerpolitie\" en\u002Fof\n\n- ( met kracht) op\u002Ftegen het (politie)schild van die [verbalisant 2] te trappen\u002Fschoppen;\n\n3. hij op of omstreeks 31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk een vuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed, dat\u002Fdie geheel of ten dele aan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachte toebehoorde(n) heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt.\n\nVordering van de advocaat-generaal\n\nDe advocaat-generaal heeft gevorderd dat het vonnis waarvan beroep ten aanzien van de bewezenverklaring zal worden bevestigd en dat de verdachte ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde zal worden veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 107 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 60 dagen voorwaardelijk en met een proeftijd van 2 jaren.\n\nHet vonnis waarvan beroep\n\nHet vonnis waarvan beroep kan niet in stand blijven omdat het hof zich daarmee niet verenigt.\n\nVrijspraak\n\nDe advocaat-generaal heeft zich op het standpunt gesteld dat het onder 2 tenlastegelegde wettig en overtuigend kan worden bewezenverklaard, nu de verdachte met zijn handelen een bijdrage van voldoende gewicht heeft geleverd aan het openlijk geweld tegen de desbetreffende verbalisanten. Zo heeft de verdachte voorafgaand aan de jaarwisseling deel genomen aan een WhatsApp-groep waarin werd gesproken over het voornemen onrust te veroorzaken ten tijde van de jaarwisseling. Voorts heeft de verdachte in de nacht van de jaarwisseling – nadat hij door leden van de Mobiele Eenheid (ME) was ingesloten –op zijn telefoon een video-opname gemaakt waarin er samen met medeverdachte [medeverdachte] (hierna: [medeverdachte] ) wordt gepraat over het doodschoppen van een ME’er. Vijftien minuten nadat hij deze video had opgenomen, is [medeverdachte] aangehouden voor het schoppen tegen het schild van een ME’er.\n\nHet hof overweegt als volgt.\n\nHet hof stelt voorop dat van het \"in vereniging\" plegen van geweld sprake is, indien de betrokkene een voldoende significante of wezenlijke bijdrage levert aan het geweld, zij het dat deze bijdrage zelf niet van gewelddadige aard hoeft te zijn. De enkele omstandigheid dat iemand aanwezig is in een groep die openlijk geweld pleegt is niet zonder meer voldoende om hem te kunnen aanmerken als iemand die \"in vereniging\" geweld pleegt. Beoordeeld zal moeten worden of de door de verdachte geleverde – intellectuele en\u002Fof materiële – bijdrage aan het delict van voldoende gewicht is.\n\nMet de advocaat-generaal en de verdediging is het hof van oordeel dat op grond van het verhandelde ter terechtzitting niet kan worden bewezen dat de verdachte omstreeks de jaarwisseling geweld heeft gebruikt jegens de verbalisanten, zoals het gooien met stenen of vuurwerk. Het hof is voorts van oordeel dat evenmin bewezen kan worden dat de verdachte op enige wijze geweldshandelingen die door andere personen zijn gepleegd heeft ondersteund of anderszins heeft bijgedragen aan het ontstaan of het voortduren van het geweld jegens de verbalisanten. Het hof neemt hierbij in aanmerking dat [medeverdachte] bij de raadsheer-commissaris als getuige is gehoord en heeft verklaard dat hetgeen de verdachte in de video-opname heeft gezegd, los stond van zijn handelen daarna en dat de verdachte niet in de buurt was toen [medeverdachte] tegen het schild van verbalisant [verbalisant 2] aan schopte. De enkele aanwezigheid in de groep die door de politie\u002FME was ingesloten en het feit dat de verdachte deel uit maakte van een WhatsApp-groep acht het hof evenmin een bijdrage van voldoende gewicht. Gelet op het voorgaande is niet vast komen te staan dat de verdachte een voldoende significante of wezenlijke bijdrage heeft geleverd aan het tenlastegelegde geweld tegen de desbetreffende verbalisanten, zodat het ten laste gelegde niet kan worden bewezen en de verdachte daarvan zal worden vrijgesproken.\n\nBewezenverklaring\n\nHet hof acht wettig en overtuigend bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan, met dien verstande dat:\n\n3. hij op of omstreeks31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk eenvuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed,dat\u002Fdiegeheel of ten deleaan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachtetoebehoorde(n)heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt;.\n\nHetgeen meer of anders is tenlastegelegd, is niet bewezen. De verdachte moet daarvan worden vrijgesproken.\n\nBewijsvoering\n\nHet hof grondt zijn overtuiging dat de verdachte het bewezenverklaarde heeft begaan op de feiten en omstandigheden die in de bewijsmiddelen zijn vervat en die reden geven tot de bewezenverklaring.\n\nIn die gevallen waarin de wet aanvulling van het arrest vereist met de bewijsmiddelen dan wel, voor zover artikel 359, derde lid, tweede volzin, van het Wetboek van Strafvordering wordt toegepast, met een opgave daarvan, zal zulks plaatsvinden in een aanvulling die als bijlage aan dit arrest zal worden gehecht.\n\nStrafbaarheid van het bewezenverklaarde\n\nHet onder 3 bewezenverklaarde levert op\n\nopzettelijk en wederrechtelijk enig goed dat geheel of ten dele aan een ander toebehoort, vernielen.\n\nStrafbaarheid van de verdachte\n\nEr is geen omstandigheid aannemelijk geworden die de strafbaarheid van de verdachte uitsluit. De verdachte is dus strafbaar.\n\nStrafmotivering\n\nHet hof heeft de op te leggen straf bepaald op grond van de ernst van het feit en de omstandigheden waaronder dit is begaan en op grond van de persoon en de persoonlijke omstandigheden van de verdachte, zoals daarvan is gebleken uit het onderzoek ter terechtzitting.\n\nDaarbij heeft het hof in het bijzonder het volgende in aanmerking genomen.\n\nDe verdachte heeft zich op oudejaarsavond schuldig gemaakt aan vernieling van een prullenbak door hierop zwaar vuurwerk tot ontploffing te brengen. Een dergelijk feit is gevaarzettend en geschikt om gevoelens van angst en onveiligheid in de maatschappij teweeg te brengen. De verdachte heeft met zijn handelen de gemeente en daarmee de gemeenschap financiële schade berokkend en hij heeft hiermee overlast veroorzaakt.\n\nHet hof heeft acht geslagen op een de verdachte betreffend uittreksel Justitiële Documentatie van 1 juni 2026, waaruit blijkt dat de verdachte niet eerder voor een vergelijkbaar feit is veroordeeld.\n\nTen aanzien van de redelijke termijn als bedoeld in artikel 6, eerste lid, van het Europees Verdrag tot bescherming van de rechten van de mens en de fundamentele vrijheden (EVRM) overweegt het hof dat deze is aangevangen op 6 maart 2023. In eerste aanleg is de redelijke termijn niet overschreden. Het hof stelt vast dat de behandeling van de zaak in hoger beroep niet heeft plaatsgevonden binnen de daartoe gestelde redelijke termijn,. Namens de verdachte is immers op 4 juli 2023 hoger beroep ingesteld en het hof wijst op 8 juli 2026 eindarrest. De redelijke termijn van de berechting in hoger beroep is derhalve met meer dan één jaar overschreden. Het hof ziet, ook gelet op de duur van de procedure als geheel, aanleiding te volstaan met de constatering van dit verzuim, gelet op de gekozen strafmodaliteit en de hoogte van de op te leggen straf.\n\nHet hof is – alles afwegende – van oordeel dat een onvoorwaardelijke taakstraf van na te melden duur een passende en geboden reactie vormt. Anders dan de verdediging heeft bepleit acht het hof een geldboete, gelet op de context waarin en de wijze waarop de vernieling plaatsvond – tijdens de jaarwisseling en met (illegaal) vuurwerk – niet passend. Evenmin zal om die reden toepassing worden gegeven aan het bepaalde in artikel 9a van het Wetboek van Strafrecht.\n\nVorderingen tot schadevergoeding\n\nIn het onderhavige strafproces hebben tweeëntwintig verbalisanten zich als benadeelde partij gevoegd ter zake van het onder 2 ten laste gelegde. De benadeelde partijen [verbalisant 17] , [verbalisant 12] , [verbalisant 8] , [verbalisant 9] , [verbalisant 19] , [verbalisant 20] , [verbalisant 18] , [verbalisant 15] , [verbalisant 10] , [verbalisant 4] , [verbalisant 1] , [verbalisant 16] , [verbalisant 3] , [aspirant] , [verbalisant 7] , [hoofdagent] , [verbalisant 14] , [verbalisant 5] en [verbalisant 6] vorderen per persoon een vergoeding van € 350,00 aan immateriële schade. De benadeelde partijen [verbalisant 13] en [verbalisant 11] vorderen per persoon een vergoeding van € 400,00 aan immateriële schade en de benadeelde partij [verbalisant 2] vordert een vergoeding van € 750,00 aan immateriële schade.\n\nNu de verdachte ter zake van het onder 2 tenlastegelegde wordt vrijgesproken, zullen de benadeelde partijen niet-ontvankelijk worden verklaard in hun vordering.\n\nGelet daarop zullen de benadeelde partijen worden veroordeeld in de kosten die de verdachte tot aan deze uitspraak in verband met de verdediging tegen die vorderingen heeft moeten maken, welke kosten het hof vooralsnog begroot op nihil.\n\nToepasselijke wettelijke voorschriften\n\nHet hof heeft gelet op de artikelen 9, 22c, 22d en 350 van het Wetboek van Strafrecht, zoals zij rechtens gelden dan wel golden.\n\nBESLISSING\n\nHet hof:\n\nVerklaart de verdachte niet-ontvankelijk in het hoger beroep, voor zover gericht tegen de beslissing ter zake van het onder 1 tenlastegelegde.\n\nVernietigt het vonnis waarvan beroep voor zover thans aan het oordeel van het hof onderworpen en doet in zoverre opnieuw recht:\n\nVerklaart niet bewezen dat de verdachte het onder 2 tenlastegelegde heeft begaan en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart, zoals hiervoor overwogen, bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan.\n\nVerklaart niet bewezen hetgeen de verdachte meer of anders is tenlastegelegd dan hierboven is bewezenverklaard en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart het onder 3 bewezenverklaarde strafbaar, kwalificeert dit als hiervoor vermeld en verklaart de verdachte strafbaar.\n\nVeroordeelt de verdachte tot een taakstrafvoor de duur van60 (zestig) uren, indien niet naar behoren verricht te vervangen door30 (dertig) dagen hechtenis.\n\nBeveelt dat de tijd die door de verdachte vóór de tenuitvoerlegging van deze uitspraak in enige in artikel 27, eerste lid, van het Wetboek van Strafrecht bedoelde vorm van voorarrest is doorgebracht, bij de uitvoering van de opgelegde taakstraf in mindering zal worden gebracht, volgens de maatstaf van 2 uren taakstraf per in voorarrest doorgebrachte dag, voor zover die tijd niet reeds op een andere straf in mindering is gebracht.\n\nVordering van de benadeelde partijen:\n\n- [verbalisant 17] ,\n\n- [verbalisant 12] ,\n\n- [verbalisant 13] ,\n\n- [verbalisant 8] ,\n\n- [verbalisant 9] ,\n\n- [verbalisant 19] ,\n\n- [verbalisant 20] ,\n\n- [verbalisant 11]\n\n- [verbalisant 18] ,\n\n- [verbalisant 15] ,\n\n- [verbalisant 10] ,\n\n- [verbalisant 4] ,\n\n- [verbalisant 1] ,\n\n- [verbalisant 16] ,\n\n- [verbalisant 3] ,\n\n- [verbalisant 2]\n\n- [aspirant] ,\n\n- [verbalisant 7] ,\n\n- [hoofdagent] ,\n\n- [verbalisant 14] ,\n\n- [verbalisant 5] , en\n\n- [verbalisant 6]\n\nVerklaart de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens niet-ontvankelijk in hun vordering tot schadevergoeding.\n\nVeroordeelt de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens in de door verdachte gemaakte kosten en begroot deze telkens op nihil.\n\nDit arrest is gewezen door mr. F.W. Pieters, als voorzitter, mr. E.C. van Veen en mr. M.C. Bruining, leden, in bijzijn van de griffier mr. V.V. de Lange.\n\nHet is uitgesproken op de openbare terechtzitting van het hof van 8 juli 2026.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:GHDHA:2026:2250","ecli-nl-ghdha-2026-2250",{"courtName":52,"legalDomain":53,"decisionType":32,"procedureType":33},"Den Haag","Strafrecht",{"id":55,"ecli":56,"caseNumber":14,"courtId":57,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":58,"language":25,"source":26,"sourceUrl":59,"summary":14,"slug":60,"metadata":61},"348","ECLI:NL:RBDHA:2026:18721",65,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Groningen\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.20806\n uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n \n [naam], eiseres,\n\nV-nummer: [v-nummer:],\n\n(gemachtigde: mr. I.M. Zuidhoek),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, de minister.\n\nInleiding\n\n1. In deze uitspraak beoordeelt de rechtbank het beroep van eiseres tegen het niet in behandeling nemen van de aanvraag tot het verlenen van een verblijfsvergunning asiel voor bepaalde tijd. De minister heeft de aanvraag met het bestreden besluit van 7 april 2026 niet in behandeling genomen omdat daarvoor Frankrijk verantwoordelijk is.\n\n1.1.. De rechtbank doet op grond van artikel 8:54 van de Algemene wet bestuursrecht (Awb) uitspraak zonder zitting.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\n2. De rechtbank beoordeelt het niet in behandeling nemen van de asielaanvraag van eiseres. Zij doet dat mede aan de hand van de argumenten die eiseres heeft aangevoerd, de beroepsgronden.\n\n3. De rechtbank verklaart het beroep ongegrond. Dat betekent dat eiseres ongelijk krijgt en het bestreden besluit in stand blijft. Hierna legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit oordeel heeft.\n\nToepasselijk recht\n\n4. Op deze zaak is het recht van toepassing dat gold vóór 12 juni 2026.\n\nTotstandkoming van het besluit\n\n5. De Europese Unie heeft gezamenlijke regelgeving over het in behandeling nemen van asielaanvragen. Die staat in de Dublinverordening.Op grond van de Dublinverordening neemt de minister een asielaanvraag niet in behandeling als is vastgesteld dat een andere lidstaat verantwoordelijk is voor de behandeling daarvan.In dit geval heeft Nederland bij Frankrijk een verzoek om terugname gedaan. Frankrijk heeft dit verzoek aanvaard.\n\nMag de minister ten opzichte van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel?\n\n6. Eiseres stelt zich op het standpunt dat er in Frankrijk voor haar een onveilige situatie zal optreden. Dit is het gevolg van de aanwezigheid van veel Libanezen in Frankrijk, waaronder ook de familie van haar moeder die haar eerder al bedreigde. Bovendien heeft eiseres in Nederland een community gevonden waar zij zich veilig bij voelt en in Frankrijk heeft zij niemand, dit is voor haar een angstaanjagend vooruitzicht. Dit terwijl in Nederland er een sterke en diverse LHBT-gemeenschap is waar zij zich veilig voelt. Volgens eiseres is er in Frankrijk bovendien nog steeds een groot probleem met betrekking tot de opvang van asielzoekers. Ze verwijst naar het AIDA-rapport over Frankrijk, update 2024.Er is een tekort aan opvangplekken en eiseres loopt bij terugkeer een reëel risico om in een situatie van materiële deprivatie terecht te komen. Volgens eiseres is het bestreden besluit niet zorgvuldig voorbereid en berust het evenmin op een deugdelijke motivering.\n\n6.1.. De beroepsgrond slaagt niet. Naar het oordeel van de rechtbank mag de minister ten aanzien van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. De Afdelingheeft meermaals bevestigd dat ten aanzien van Frankrijk in algemene zin kan worden uitgegaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. Hierbij is ook het AIDA rapport, update 2024, betrokken. De rechtbank overweegt ambtshalve dat ook het recente AIDA rapport, update 2025, geen wezenlijk ander beeld geeft van de opvangvoorzieningen in Frankrijk dan de informatie die is betrokken door de Afdeling in eerdere uitspraken.\n\n6.2.. Uit de AIDA rapporten blijkt niet dat sprake is van structurele tekortkomingen in de opvang of asielprocedure, ook niet ten aanzien van de LHTBI-gemeenschap. Eiseres heeft bovendien niet aannemelijk gemaakt dat zij bij overdracht aan Frankrijk persoonlijk geen opvang, rechtsbescherming of toegang tot de procedure zal krijgen. Eiseres heeft niet eerder een asielaanvraag in Frankrijk ingediend waardoor zij geen persoonlijke ervaring heeft met de kwaliteit van de asielprocedure en de opvangvoorzieningen in Frankrijk.\n\n6.3.. Naar het oordeel van de rechtbank heeft de minister zich niet ten onrechte op het standpunt gesteld dat eiseres niet aannemelijk heeft gemaakt dat sprake is van bijzondere, individuele omstandigheden op basis waarvan de minister de aanvraag toch zou moeten behandelen.\n\nConclusie en gevolgen\n\n7. Het beroep is kennelijk ongegrond. Dat betekent dat het bestreden besluit in stand blijft en eiseres overgedragen kan worden aan Frankrijk. Eiseres krijgt geen vergoeding van haar proceskosten.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank verklaart het beroep ongegrond.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. A. Sibma, rechter, in aanwezigheid van mr. S. Strating, griffier, en openbaar gemaakt door middel van gepseudonimiseerde publicatie op rechtspraak.nl.\n\nDe uitspraak is openbaar gemaakt en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over verzet\n\nAls partijen het niet eens zijn met deze uitspraak, kunnen zij een verzetschrift sturen naar de rechtbank waarin zij uitleggen waarom zij het niet eens zijn met deze uitspraak. Het verzetschrift moet worden ingediend binnen zes weken na de dag waarop deze uitspraak is verzonden. Als partijen graag een zitting willen om het verzetschrift toe te lichten, moeten zij dit in het verzetschrift vermelden.\n\n Zie artikel 84 van de Asiel- en migratiebeheerverordening inzake het overgangsrecht.\n\n Verordening (EU) nr. 604\u002F2013.\n\n Dit staat ook in artikel 30, eerste lid, van de Vreemdelingenwet 2000.\n\n Update 2024 van juni 2025.\n\n Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State.\n\n Update 2025 van mei 2026.\n\n Zie ook de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Arnhem, van 3 juli 2026. (ECLI:NL:RBDHA:2026:18469, r.o. 7.1) en de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Middelburg, van 25 juni 2026 (ECLI:NL:RBDHA:2026:17711).","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18721","ecli-nl-rbdha-2026-18721",{"courtName":62,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Groningen","Bestuursrecht; Vreemdelingenrecht",{"id":65,"ecli":66,"caseNumber":14,"courtId":67,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":68,"language":25,"source":26,"sourceUrl":69,"summary":14,"slug":70,"metadata":71},"418","ECLI:NL:RBDHA:2026:18726",61,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Rotterdam\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.36068uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n\n [naam eiser] , eiser\n\nV-nummer: [V-nummer]\n\n(gemachtigde: mr. J.S. Dobosz),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, verweerder\n\n(gemachtigde: mr. C. van der Zijde).\n\nSamenvatting\n\n1. Deze uitspraak gaat over de maatregel van vreemdelingenbewaring die aan eiser is opgelegd. Deze maatregel is opgelegd op grond van artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vreemdelingenwet 2000. Eiser is het niet eens met die maatregel. Hij voert daartegen een beroepsgrond aan. Onder meer aan de hand van deze beroepsgrond beoordeelt de rechtbank de rechtmatigheid van die maatregel en de vraag of aan eiser een schadevergoeding moet worden toegekend.\n\n1.1.. De rechtbank komt in deze uitspraak tot het oordeel dat het beroep gegrond is. Het opleggen van de maatregel van vreemdelingenbewaring is onrechtmatig. De rechtbank kent daarom een schadevergoeding toe. Hieronder legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit heeft.\n\n1.2.. In deze uitspraak gebruikt de rechtbank de volgende afkortingen voor de wet- en regelgeving:\n\nAwb: Algemene wet bestuursrecht\n\nVw: Vreemdelingenwet 2000\n\nVb: Vreemdelingenbesluit 2000\n\nProcesverloop\n\n2. Met het bestreden besluit van 29 juni 2026 heeft verweerder aan eiser de maatregel van vreemdelingenbewaring opgelegd en de rechtbank daarvan in kennis gesteld.\n\n2.1.. Deze kennisgeving wordt gelijkgesteld met een door eiser ingesteld beroep. Het beroep wordt ook aangemerkt als een verzoek om schadevergoeding.\n\n2.2.. De rechtbank heeft het beroep op 7 juli 2026 op zitting behandeld. Hieraan hebben deelgenomen: eiser, de gemachtigde van eiser, K.A. Ozdzinska als tolk en de gemachtigde van verweerder.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\nToetsingskader\n\n3. Verweerder kan als het belang van de openbare orde of de nationale veiligheid dat vordert, de vreemdeling die geen rechtmatig verblijf heeft in vreemdelingenbewaring stellen.Verweerder stelt een vreemdeling slechts in vreemdelingenbewaring, voor zover geen minder dwingende maatregelen doeltreffend kunnen worden toegepast en de vreemdelingenbewaring blijft achterwege of wordt beëindigd, indien deze niet langer noodzakelijk is met het oog op het doel van de vreemdelingenbewaring.Deze vreemdeling kan in vreemdelingenbewaring worden gesteld op grond dat het belang van de openbare orde of nationale veiligheid zulks vordert, indien a) een onderduikrisico bestaat, of b) de vreemdeling de voorbereiding van het vertrek of de uitzettingsprocedure ontwijkt of belemmert.De maatregel kan alleen worden opgelegd wegens het bestaan van een onderduikrisico, indien ten minste twee van de gronden, genoemd in artikel 5.6, tweede lid, van het Vb zich voordoen.\n\nGronden\n\n4. Eiser heeft de gronden die aan de maatregel ten grondslag zijn gelegd niet bestreden. De gronden, die de ambtshalve toetsing van de rechtbank doorstaan, zijn tezamen voldoende om de maatregel van bewaring te kunnen dragen.\n\nRechtmatig verblijf\n\n5. Eiser heeft aangevoerd dat er sprake is van een rechtmatig verblijf van eiser in Nederland op grond van artikel 7 van de Richtlijn 2004\u002F38\u002FEG. Eiser is een maand voorafgaand aan de onderhavige zaak opgehouden op 3 juni 2026. Hij heeft ter onderbouwing het proces-verbaal van ophouding overgelegd. Op deze dag is onderzoek gedaan naar de arbeidssituatie van eiser. Gebleken is dat eiser arbeid verricht voor een Nederlands uitzendbureau en beschikte over een arbeidscontract. Eiser is vervolgens heengezonden wegens bestendig verblijf. Verweerder kon ten aanzien van de onderhavige maatregel van bewaring op 29 juni 2026 niet zonder meer terugvallen op het standpunt dat sprake is van voortgezet onrechtmatig verblijf. Dit is onverenigbaar met de bevinding op 3 juni 2026. De maatregel van bewaring is dan ook onvoldoende zorgvuldig voorbereid en onvoldoende gemotiveerd.\n\n5.1.. Verweerder heeft aan de maatregel ten grondslag gelegd dat eiser geen rechtmatig verblijf in Nederland heeft, nu zijn verblijfsrecht als Unieburger bij beschikking van 6 maart 2025 is beëindigd. De rechtbank stelt voorop dat de enkele omstandigheid dat het verblijfsrecht van een Unieburger eerder is beëindigd, niet zonder meer meebrengt dat deze op een later moment geen rechten meer aan het Unierecht kan ontlenen. Indien sprake is van gewijzigde feiten en omstandigheden dient verweerder de verblijfsrechtelijke positie van de betrokkene opnieuw te beoordelen alvorens tot het oordeel te komen dat hij geen rechtmatig verblijf heeft.\n\n5.2.. De rechtbank oordeelt als volgt. In de maatregel van bewaring is vermeld dat eiser heeft verklaard werkzaam te zijn voor een Nederlands uitzendbureau en dit ook heeft aangetoond, dat eiser werkzaam is in België waar hij ook wordt voorzien van woonruimte door de werkgever en dat hij in België mag verblijven. Naar het oordeel van de rechtbank vormen deze omstandigheden concrete aanwijzingen dat de feitelijke situatie van eiser sinds de beschikking van 6 maart 2025 is gewijzigd. Van verweerder mocht daarom worden verwacht dat hij kenbaar zou onderzoeken welke betekenis deze gewijzigde omstandigheden hebben voor de actuele verblijfsrechtelijke positie van eiser. Uit de maatregel van bewaring, het gehoor voorafgaand aan deze maatregel en de overige stukken in het dossier is niet gebleken dat een dergelijk onderzoek heeft plaatsgevonden. Daarbij betrekt de rechtbank dat uit het proces-verbaal van ophouding van eiser op 3 juni 2026 blijkt dat eiser is heengezonden, omdat sprake was van ‘mogelijk bestendig verblijf’. Uit het proces-verbaal van verhoor op die dag blijkt dat het werken voor een Nederlands uitzendbureau hier ook aan de orde is geweest. Vervolgens wordt nog geen maand later in de onderhavige maatregel van bewaring zonder kenbare motivering aangenomen dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft. Niet valt in te zien waarom verweerder er zonder nader onderzoek van uit heeft kunnen gaan dat eiser geen aan het Unierecht ontleend verblijfsrecht had. De motivering dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft, is onder deze omstandigheden onvoldoende draagkrachtig. Gelet hierop is de maatregel in strijd met artikel 3:2 en 3:46 van de Awb tot stand gekomen en is dan ook onrechtmatig. Deze beroepsgrond slaagt.\n\nConclusie en gevolgen\n\n6. Het beroep tegen de maatregel van vreemdelingenbewaring is gegrond. Deze maatregel is vanaf het moment van het opleggen daarvan onrechtmatig. De rechtbank beveelt de opheffing van deze maatregel met ingang van vandaag.\n\n6.1.. Op grond van artikel 106 van de Vw kan de rechtbank indien zij de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring beveelt aan eiser een schadevergoeding ten laste van de Staat toekennen. De rechtbank acht gronden aanwezig om een schadevergoeding toe te kennen voor 10 dagen onrechtmatige (tenuitvoerlegging van de) vreemdelingenbewaring ten bedrage van 0 x € 160,- (verblijf politiecel) en 10 x € 120,- (verblijf detentiecentrum) = € 1.200,-.\n\n6.2.. Eiser krijgt een vergoeding van zijn proceskosten. Verweerder moet deze vergoeding betalen. Deze vergoeding bedraagt € 1.868,- omdat de gemachtigde van eiser geacht wordt beroep te hebben ingesteld en aan de zitting heeft deelgenomen. Verder zijn er geen kosten gemaakt die vergoed kunnen worden.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- veroordeelt de Staat der Nederlanden tot het betalen van € 1.200,- aan schadevergoeding aan eiser, te betalen door de griffier en beveelt de tenuitvoerlegging van deze schadevergoeding;\n\n- beveelt de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring met ingang van vandaag;\n\n- veroordeelt verweerder tot betaling van € 1.868,- aan proceskosten aan eiser.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. S.N. Abdoelkadir, rechter, in aanwezigheid van mr. M. Stehouwer, griffier.\n\nUitgesproken in het openbaar en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over hoger beroep\n\nEen partij die het niet eens is met deze uitspraak, kan een hogerberoepschrift sturen naar de Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State waarin wordt uitgelegd waarom deze partij het niet eens is met de uitspraak. Het hogerberoepschrift moet worden ingediend binnen één week na de dag waarop deze uitspraak is verzonden of na de dag van plaatsing daarvan in het digitale dossier.\n\n Het beroep tegen een maatregel van bewaring wordt ook aangemerkt als een verzoek om toekenning van schadevergoeding. Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59c van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 5.5 van het Vb.\n\n Dit volgt uit artikel 5.6, eerste lid, van het Vb.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18726","ecli-nl-rbdha-2026-18726",{"courtName":72,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Rotterdam"]