[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"decision-ecli-de-neuris-kore706082025":3,"decision-more-ecli-de-neuris-kore706082025":18},{"id":4,"ecli":5,"caseNumber":6,"courtId":7,"courtName":8,"courtSlug":9,"decisionDate":10,"fullText":11,"language":12,"source":13,"sourceUrl":14,"summary":15,"slug":16,"metadata":17},"8912","ECLI:DE:NEURIS:KORE706082025","3 StR 111\u002F24",46,"Bundesgerichtshof","bundesgerichtshof","2025-01-09T00:00:00.000Z","#  BGH, Urteil vom 9. Januar 2025 - 3 StR 111\u002F24 \n\n## Tenor\n\n1\\. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Dresden vom 27. Juni 2023\n\na) im Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in Tateinheit mit mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland und mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten in acht Fällen schuldig ist,\n\nb) aufgehoben\n\naa) im Ausspruch über die Einzelstrafe im Fall II. B. der Urteilsgründe; diese entfällt,\n\nbb) mit den zugehörigen Feststellungen im gesamten Einziehungsausspruch.\n\n2\\. Auf die Revision des Angeklagten wird das vorbezeichnete Urteil\n\na) im Schuldspruch in den acht Fällen II. A. I. 1 bis 3 und II. A. II. 4 bis 8 der Urteilsgründe dahin geändert, dass der Angeklagte jeweils des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in Tateinheit mit mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland und mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten schuldig ist,\n\nb) aufgehoben mit den zugehörigen Feststellungen im Ausspruch über die Wertersatzeinziehung.\n\n3\\. Im Umfang der Aufhebungen zu 1. b) bb) und 2. b) wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Rechtsmittel, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\n4\\. Die weitergehenden Revisionen werden verworfen.\n\nVon Rechts wegen\n\n## Gründe\n\n1\\. Das Landgericht hat den Angeklagten unter Freisprechung im Übrigen wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in acht Fällen sowie wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdienstleistungen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem hat es die Einziehung von Bargeld, eines Mobiltelefons, eines Pkw sowie von 80.000 € „als Wertersatz“ angeordnet. Gegen das Urteil wendet sich die Staatsanwaltschaft mit ihrer zu Ungunsten des Angeklagten eingelegten und vom Generalbundesanwalt vertretenen Revision, die auf eine Verfahrensrüge und die ausgeführte allgemeine Sachrüge gestützt ist. Der ebenfalls revidierende Angeklagte erhebt mit seinem auf die Verurteilung in den Fällen II. A. I. 1 bis 3 und II. A. II. 4 bis 8 der Urteilsgründe, die Gesamtstrafe und die Wertersatzeinziehung beschränkten Rechtsmittel die ausgeführte Sachbeschwerde. Die Revisionen haben den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen sind sie unbegründet. \n\nI.\n\n2\\. 1\\. Das Landgericht hat im Wesentlichen folgende Feststellungen und Wertungen getroffen: \n\n3\\. a) Der syrische Angeklagte flüchtete Anfang 2016 mit seiner Ehefrau und seinen Kindern nach Deutschland, wo die Familie seither lebt. Spätestens im Juli 2020 schloss er sich einer international agierenden Gruppierung als Mitglied an, die - professionell gesteuert aus dem syrischen Idlib heraus - unter der Bezeichnung „Al Arabiya“ ohne behördliche Genehmigung Zahlungsdienste in Gestalt eines Hawala-Banking-Systems leistete. Der Angeklagte erbrachte fortan von Deutschland aus unter Nutzung einer ihm von der Organisation zur Verfügung gestellten und speziell für die Abwicklung von Hawala-Banking konfigurierten App, die er auf seinem Mobiltelefon installierte, die Dienste eines Hawaladars. Dies tat er, um sich in Gestalt der von den Kunden zu zahlenden Hawala-Gebühren eine fortlaufende Einnahmequelle von einigem Umfang zu verschaffen. Er nahm einerseits Aufträge entgegen, Geld von Deutschland in das Ausland, namentlich nach Syrien, zu transferieren, vereinnahmte die entsprechenden Einzahlungen und leitete es abzüglich einer Provision unter Nutzung der App als Buchgeld weiter. Der Angeklagte baute sich einen „Kundenstamm“ in Deutschland wohnender syrischer Staatsangehöriger auf, die seine Dienste nutzten, um in erheblichem Umfang Gelder zur Unterstützung in Syrien lebender Angehöriger dorthin zu transferieren. Andererseits fungierte er im Hawala-Netzwerk als Auszahler, indem er bei anderen Hawaladaren im Ausland eingezahltes Geld, das nach Deutschland übermittelt werden sollte, hier an die designierten Empfänger übergab. Neben der App der Hawala-Organisation „Al Arabiya“ nutzte der Angeklagte bei seiner Tätigkeit als Hawaladar noch weitere entsprechende Apps mehrerer anderer Hawala-Büros, die jedoch alle organisatorisch mit „Al Arabiya“ sowie untereinander verbunden waren und bei denen es sich teilweise lediglich um „Filialen“ von „Al Arabiya“ handelte; zu diesen Büros stand der Angeklagte in geschäftlicher Beziehung, ohne insofern Mitglied weiterer gesonderter Hawala-Organisationen gewesen zu sein. Bis zu seiner Verhaftung im Juni 2022 nahm er Bargeld in Höhe von mindestens 80.000 € entgegen und sorgte für dessen bestimmungsgemäßen Transfer im Rahmen des Hawala-Bankings. Bei den Geldern, die von der Organisation transferiert wurden, für die der Angeklagte tätig war, handelte es sich zum Teil, nicht aber ausschließlich, um solche, die Gegenstand krimineller Aktivitäten waren, etwa der Einschleusung von Ausländern in die Bundesrepublik. Über eine Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für seine Geldtransferdienste verfügte der Angeklagte nicht (Fall II. B. der Urteilsgründe). \n\n4\\. Das Landgericht hat dieses Geschehen als mitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland gemäß § 129 Abs. 1 und 2, § 129b Abs. 1 StGB in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten gemäß § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG gewertet. \n\n5\\. b) Zudem wirkte der Angeklagte im Rahmen seiner Tätigkeit als Hawaladar und unter Nutzung der ihm zur Verfügung stehenden Strukturen des Hawala-Bankings an der Einschleusung von Ausländern, die über keinen erforderlichen Aufenthaltstitel verfügten, in die Bundesrepublik Deutschland und in Nachbarstaaten Deutschlands mit. Dabei handelte es sich zumindest ganz überwiegend um syrische Staatsangehörige, die gegen Bezahlung die Dienste verschiedener Schleusergruppierungen in Anspruch nahmen, welche ihren Transport und ihre Einschleusung organisierten und durchführten. Auch insofern beabsichtigte der Angeklagte, sich durch wiederholtes Tätigwerden eine fortlaufende erhebliche Einnahmequelle zu verschaffen. \n\n6\\. Einerseits fungierte der Angeklagte als „Treuhänder“ für die von den Schleusungswilligen letztlich an die Schleuser zu zahlenden Gelder, wobei er um die illegalen Einreisen wusste. Weil die Schleusungswilligen ein Interesse daran hatten, dass die von ihnen beauftragten Personen erst nach ihrer erfolgreichen Einreise in den Zielstaat entlohnt wurden, und die Schleuser sichergehen wollten, das vereinbarte Entgelt zu erlangen, aber auch, um die Bezahlung der Schleuser rein tatsächlich zu bewerkstelligen, machten sich die Beteiligten die Dienste des Angeklagten als Hawaladar zu Nutze. Der Angeklagte nahm von Einreisewilligen oder deren Geldgebern zur Entlohnung der Schleuser bestimmte Beträge entgegen, zum Teil direkt als Bargeld, zum Teil im Anschluss an die Einzahlung bei anderen Hawaladaren, etwa in Syrien. Danach informierte er die betreffenden Schleuser hierüber, die erst daraufhin tätig wurden, und verwahrte die Beträge. Nach erfolgreich durchgeführter Schleusung wurde ihm Mitteilung gemacht, und er zahlte dann die bis dahin „treuhänderisch“ verwahrten Gelder vereinbarungsgemäß an die zu entlohnenden Personen - etwa die Fahrer der Schleusungsfahrzeuge - aus. Für seine Tätigkeit verlangte der Angeklagte eine Provision in Höhe von drei bis fünf Prozent des Geldbetrages, mindestens aber 100 €, zudem eine Hinterlegungsgebühr in Höhe von 200 €. Scheiterte die Schleusung, zahlte er den Geldgebern den Betrag - unter Einbehalt seiner vereinbarten Provision und der Hinterlegungsgebühr - zurück. Zwar hatte der Angeklagte grundsätzliche Kenntnis vom Ablauf der Schleusungen und den für diese verantwortlichen Personen; in die Organisation und Durchführung der Verbringung der Schleusungswilligen nach Deutschland war er indes nicht eingebunden. Er verstand sich selbst als unabhängiger und neutraler Dienstleister für alle Beteiligten. \n\n7\\. Andererseits war er in Schleusungen dergestalt als Hawaladar involviert, dass er „lediglich“ als Auszahlungsstelle im Rahmen von Hawala-Banking nach erfolgreich abgeschlossenen Schleusungen Gelder, die zur Entlohnung für geleistete Schleuserdienste bestimmt und bei anderen Hawala-Büros eingezahlt worden waren, an die vorgesehenen Empfänger - namentlich Fahrer - auszahlte. \n\n8\\. aa) In acht Fällen wirkte der Angeklagte in dem erstgenannten Umfang an Schleusungen als treuhänderischer Finanzagent mit und trug dadurch - wie beabsichtigt - wesentlich zu ihrem Gelingen bei: \n\n9\\. (1) Im Juni 2020 vereinbarten zwei syrische Schleusungswillige mit dem Angeklagten die finanzielle Abwicklung ihrer beabsichtigten Einreise nach Deutschland. Sodann hinterlegten sie jeweils 3.500 € beim Angeklagten durch Einzahlung der Gelder bei einem ihnen vom Angeklagten benannten Hawala-Büro in Syrien; ein Vorgang, der im Schleuserjargon als „Einchecken“ bezeichnet wird. Nach erfolgreicher Verbringung der beiden nach Deutschland gab der Angeklagte das Geld für die Schleuser frei (Fall II. A. I. 1 der Urteilsgründe). \n\n10\\. (2) Am 9. Juli 2020 wurden drei Drittausländer, die über keinen erforderlichen Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik verfügten und nicht im Besitz von Ausweispapieren waren, über Rumänien nach Deutschland eingeschleust, nachdem sie zuvor in Absprache mit dem Angeklagten bei Hawala-Büros in der Türkei jeweils 3.000 € eingezahlt hatten. Nach Ankunft der Geschleusten in der Bundesrepublik zahlte er das von ihm bis dahin verwahrte Geld an den Anführer der Schleusergruppierung aus (Fall II. A. I. 2 der Urteilsgründe). \n\n11\\. (3) Mitte Oktober 2020 hinterlegten zwei schleusungswillige Syrer, die über keinen Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik verfügten, in Absprache mit dem Angeklagten durch Bargeldeinzahlung in zu der Hawala-Organisation des Angeklagten gehörenden Büros beim Angeklagten jeweils 3.500 € Schleusungsentgelt. Nachdem beide in Deutschland angekommen waren, machten sie hiervon dem Angeklagten Mitteilung und erklärten die Freigabe der Gelder, woraufhin der Angeklagte diese in bar an den Anführer der Schleusergruppierung auskehrte (Fall II. A. I. 3 der Urteilsgründe). \n\n12\\. (4) Im September 2020 zahlte ein Drittausländer für die Schleusung von sich und drei weiteren Familienmitgliedern nach Deutschland bei einem Hawala-Büro in Syrien 10.000 € ein. Der Angeklagte bestätigte die Hinterlegung, woraufhin die Familie am 24. September 2020 nach Deutschland eingeschleust wurde. Anschließend brachte der Angeklagte das von ihm verwahrte Schleusungsentgelt zur Auszahlung (Fall II. A. II. 4 der Urteilsgründe). \n\n13\\. (5) Im Sommer 2020 beauftragte eine in Deutschland lebende Person einen Schleuser mit der Verbringung von drei Familienangehörigen nach Deutschland und übergab dem Angeklagten absprachegemäß am 23. Juni 2020 in bar 8.000 €. Der Angeklagte hinterlegte das Geld zu Gunsten des Schleusers und bestätigte dessen Erhalt. Daraufhin wurden die drei Personen nach Deutschland gebracht und transferierte der Angeklagte am 3. Oktober 2020 die 8.000 € nach einer Freigabe durch die Eingereisten an den Schleuser (Fall II. A. II. 5 der Urteilsgründe). \n\n14\\. (6) Bei zwei Treffen mit dem Angeklagten am 9. Oktober 2020 und 26. Oktober 2020 in dessen Wohnung in Deutschland übergab ihm eine Person insgesamt 12.000 € zum Transfer als Hawaladar an einen Schleuser im Anschluss an die Verbringung von drei Familienangehörigen nach Österreich. Nach dem Gelingen der Schleusung am 31. Oktober 2020 zahlte der Angeklagte das von ihm bis dahin verwahrte Geld (Fall II. A. II. 6 der Urteilsgründe). \n\n15\\. (7) Im November 2020 transportierte eine Schleusergruppierung eine größere Zahl von Personen nach Deutschland. Die Zahlungsabwicklung für sieben von ihnen übernahm der Angeklagte. Nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik wurde er informiert und kehrte das bei ihm hinterlegte Entgelt aus (Fall II. A. I. 7 der Urteilsgründe). \n\n16\\. (8) Schließlich zahlte ein Familienangehöriger von drei Syrern für deren Schleusung nach Deutschland bei einer Einzahlungsstelle des Angeklagten 1.700 € ein. Der Angeklagte als Hawaladar hinterlegte das Geld auf den Namen des Schleusers und informierte diesen über die Zahlung. Daraufhin wurden die drei Schleusungswilligen am 13. Februar 2021 in die Bundesrepublik verbracht (Fall II. A. II. 8 der Urteilsgründe). \n\n17\\. bb) Das Landgericht hat hinsichtlich dieser acht Taten jeweils eine Strafbarkeit wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern gemäß § 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und b AufenthG aF in Verbindung mit § 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG angenommen. \n\n18\\. c) Von weiteren neun angeklagten Fällen des Einschleusens von Ausländern durch Beteiligung am Schleusungsvorgang in der vorbeschriebenen Weise hat die Strafkammer den Angeklagten freigesprochen, weil entweder seine Mitwirkung nicht feststellbar gewesen sei oder er nicht ausschließbar erst im Anschluss an die erfolgreiche Verbringung von Einreisewilligen nach Deutschland „lediglich“ als Auszahlungsstelle für Schleuserlohn im Rahmen seines Engagements als „normaler“ Hawaladar tätig geworden sei. \n\n19\\. 2\\. Die Staatsanwaltschaft beanstandet im Wesentlichen zum einen den Teilfreispruch, zum anderen, dass der Angeklagte in den acht abgeurteilten Fällen des Einschleusens von Ausländern nicht gemäß § 97 Abs. 2 AufenthG aF wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern verurteilt worden ist. \n\n20\\. Der Angeklagte macht im Kern geltend, der Schuldspruch in den acht Fällen II. A. I. 1 bis 3 und II. A. II. 4 bis 8 der Urteilsgründe sei rechtsfehlerhaft, weil keine ausreichenden Feststellungen zur Staatsangehörigkeit der geschleusten Personen getroffen worden seien. Nicht ausschließbar habe es sich bei jedenfalls einigen von ihnen um solche gehandelt, die als sichtvermerksfreie Drittausländer erlaubnisfrei in die Bundesrepublik einreisen durften. Zudem habe der Angeklagte seine Unterstützungsleistungen - die Auszahlung der Hawala-Kundengelder - erst nach Abschluss der Schleusungen und daher nach Beendigung der Haupttaten der Eingereisten geleistet; nach diesem Zeitpunkt könne zu der Haupttat aber keine strafbare Beihilfe mehr geleistet werden. \n\nII.\n\n21\\. Die für eine Ahndung des Handelns des Angeklagten unter dem Gesichtspunkt der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland gemäß § 129b Abs. 1 Satz 3 StGB erforderliche Verfolgungsermächtigung des Bundesministeriums der Justiz liegt vor. Zwar genügt die unter dem 26. Juni 2023 erteilte Ermächtigung nicht. Denn sie bezieht sich ausdrücklich auf eine Vereinigung um den Angeklagten, „deren Tätigkeit auf das Einschleusen von Ausländern gerichtet ist“. Eine Beteiligung des Angeklagten an einer solchen ist aber weder angeklagt noch festgestellt worden. Er ist vielmehr vom Landgericht der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer Vereinigung für schuldig befunden worden, deren Zweck und Tätigkeit auf die Erbringung von Zahlungsdiensten im Rahmen sogenannten Hawala-Bankings gerichtet war. Indes hat das Bundesministerium der Justiz unter dem 29. November 2024 die Verfolgungsermächtigung neu gefasst. Ihr lässt sich nunmehr im Gesamtzusammenhang noch hinreichend entnehmen, dass sich die Ermächtigung auf eine Beteiligung des Angeklagten an einer Vereinigung erstreckt, deren Gegenstand das Hawala-Banking ist. \n\n22\\. Unschädlich ist, dass eine ausreichende Verfolgungsermächtigung zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils noch nicht vorgelegen hat. Denn eine Verfolgungsermächtigung kann auch noch - wie hier - während des Revisionsverfahrens wirksam erteilt werden (BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 21; vom 6. April 2017 - StB 6\u002F17, juris Rn. 35; Fischer\u002FLutz, StGB, 72. Aufl., § 77e Rn. 1, 5; LK\u002FGreger\u002FWeingarten, StGB, 14. Aufl., § 77e Rn. 3, 5; MüKoStGB\u002FMitsch, 4. Aufl., § 77e Rn. 1). \n\nIII.\n\n23\\. Die Revision der Staatsanwaltschaft ist ausdrücklich unbeschränkt eingelegt worden; sie erstreckt sich daher auf das gesamte Urteil. Das Rechtsmittel des Angeklagten ist demgegenüber wirksam beschränkt auf seine Verurteilung in den Fällen II. A. I. 1 bis 3 und II. A. II. 4 bis 8 der Urteilsgründe (s. hierzu auch unten IV. 2. e), die Gesamtstrafe und die Entscheidung über die Wertersatzeinziehung. \n\nIV.\n\n24\\. Die Revisionen führen im Ergebnis zu einer Änderung des Schuldspruchs dahin, dass der Angeklagte des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in Tateinheit mit mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland und mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten in acht Fällen schuldig ist. Die insofern verhängten Einzelstrafen und die Gesamtstrafe haben - unter Wegfall der für den Fall II. B. der Urteilsgründe verhängten Einzelstrafe - Bestand. Die Einziehungsentscheidungen dagegen unterliegen der Aufhebung. \n\n25\\. 1\\. Die von der Staatsanwaltschaft erhobene Verfahrensrüge, die Strafkammer habe einen Hilfsbeweisantrag der Staatsanwaltschaft auf Vernehmung eines als Fahrer einer Schleusergruppe tätig gewesenen Zeugen rechtsfehlerhaft abgelehnt, ist jedenfalls unbegründet. Entscheidungsmaßstab für die Frage, ob dem Antrag hätte entsprochen werden müssen, ist die richterliche Aufklärungspflicht des § 244 Abs. 2 StPO. Denn der benannte Zeuge war ein Auslandszeuge im Sinne des § 244 Abs. 5 Satz 2 StPO, weil seine Ladung in Rumänien zu bewirken gewesen wäre. Die Aufklärungspflicht des § 244 Abs. 2 StPO hat die Vernehmung indes nicht geboten, weil die Staatsanwaltschaft mit ihrem Antrag die Schlussfolgerung der Strafkammer erstrebt hat, es sei stets der Angeklagte gewesen, der den Zeugen für seine Tätigkeit entlohnt habe. Selbst wenn dem so gewesen sein sollte, hätte dies indes nicht mit Gewicht auf eine - von der Staatsanwaltschaft angenommene - Beteiligung des Angeklagten an den verfahrensgegenständlichen Schleusungen als Mitglied einer Schleuserbande hingedeutet, sondern wäre auch mit der von der Strafkammer festgestellten Einbindung des Angeklagten als außerhalb der Schleusergruppierungen stehender „unabhängiger“ Hawaladar erklärbar. Die Strafkammer hat den Antrag daher als - erkennbar aus tatsächlichen Gründen - bedeutungslos im Sinne des § 244 Abs. 3 Satz 3 Nr. 2 StPO abgelehnt, was sich nach dem Vorstehenden nicht als durchgreifend rechtsfehlerhaft erweist. \n\n26\\. 2\\. Hinsichtlich der materiellrechtlichen Überprüfung des Urteils aufgrund der erhobenen Sachrügen gilt Folgendes: \n\n27\\. a) Die Verurteilung des Angeklagten wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten im Hinblick auf seine Einbindung in eine Hawala-Banking-Organisation und die Erbringung von Zahlungsdiensten als Hawaladar lässt für sich genommen keinen Rechtsfehler erkennen (s. aber zum Konkurrenzverhältnis zu den Straftaten nach dem Aufenthaltsgesetz unten IV. 2. c) aa)). Die hierzu getroffenen Feststellungen des insofern umfassend geständigen Angeklagten beruhen auf einer rechtsfehlerfreien Beweiswürdigung und tragen die Annahme einer Strafbarkeit nach § 129 Abs. 1 und 2, § 129b Abs. 1 StGB in Verbindung mit § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG. Im Einzelnen: \n\n28\\. aa) Bei der Hawala-Organisation „Al Arabiya“ handelte es sich um eine kriminelle Vereinigung im Sinne des § 129 Abs. 2 StGB, an der sich der Angeklagte gemäß § 129 Abs. 1 Satz 1 StGB als Mitglied beteiligte (vgl. allgemein zum Phänomen und zur rechtlichen Einordnung von Hawala-Banking BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, BGHR StGB § 129 Abs. 2 Vereinigung 2). \n\n29\\. (1) Eine Vereinigung ist nach § 129 Abs. 2 StGB ein auf längere Dauer angelegter, von einer Festlegung von Rollen der Mitglieder, der Kontinuität der Mitgliedschaft und der Ausprägung der Struktur unabhängiger organisierter Zusammenschluss von mehr als zwei Personen zur Verfolgung eines übergeordneten gemeinsamen Interesses. Danach müssen ein organisatorisches, ein personelles, ein zeitliches und ein interessenbezogenes Element gegeben sein (vgl. im Einzelnen BGH, Urteile vom 12. September 2023 - 3 StR 306\u002F22, MMR 2024, 175 Rn. 39; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 21\u002F21, BGHSt 66, 137 Rn. 19; s. zudem BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 9; vom 2\\. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, BGHR StGB § 129 Abs. 2 Vereinigung 2 Rn. 8; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 33\u002F21, NStZ 2022, 159 Rn. 5; MüKoStGB\u002FSchäfer\u002FAnstötz, 4. Aufl., § 129 Rn. 14a ff.). \n\n30\\. Tätergruppierungen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität können ebenso wie sonstige Zusammenschlüsse aus dem Gebiet der Wirtschaftskriminalität unter den Begriff der kriminellen Vereinigung fallen. Dies gilt auch für Hawala-Banking-Netzwerke (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 11; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, BGHR StGB § 129 Abs. 2 Vereinigung 2 Rn. 7 ff.). Erforderlich hierfür ist neben den sonstigen Voraussetzungen, dass der Zusammenschluss ein übergeordnetes gemeinsames Interesse verfolgt. Lediglich individuelle Einzelinteressen der Mitglieder der Gruppierung genügen nicht. Das gemeinsame Interesse muss insbesondere über die bezweckte Begehung der konkreten Straftaten und ein Handeln um eines persönlichen materiellen Vorteils willen hinausgehen (BGH, Urteil vom 12. September 2023 - 3 StR 306\u002F22, MMR 2024, 175 Rn. 41; Beschluss vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 11; Urteil vom 2. Juni 2021 - 3 StR 21\u002F21, BGHSt 66, 137 Rn. 21; Beschlüsse vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, BGHR StGB § 129 Abs. 2 Vereinigung 2 Rn. 9; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 33\u002F21, NStZ 2022, 159 Rn. 7). Ein bei den Beteiligten jeweils vorliegendes individuelles Gewinnstreben begründet für sich kein übergeordnetes gemeinsames Interesse, sondern stellt nur eine für dieses zentrale konstitutive Vereinigungselement nicht hinreichende Parallelität von Individualinteressen dar (vgl. BGH, Urteil vom 12. September 2023 - 3 StR 306\u002F22, MMR 2024, 175 Rn. 41; Beschluss vom 2. Juni 2021 - 3 StR 33\u002F21, NStZ 2022, 159 Rn. 8, 10). Zur Ermittlung des für eine Vereinigung erforderlichen übergeordneten gemeinsamen Interesses können im Rahmen einer Gesamtwürdigung die äußeren Tatumstände herangezogen werden (BGH, Urteil vom 2. Juni 2021 - 3 StR 21\u002F21, BGHSt 66, 137 Rn. 21 ff. mwN; Beschlüsse vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, BGHR StGB § 129 Abs. 2 Vereinigung 2 Rn. 9; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 33\u002F21, NStZ 2022, 159 Rn. 9). \n\n31\\. (2) Hieran gemessen liegt eine Vereinigung im Sinne des § 129 Abs. 2 StGB vor. Die Hawala-Organisation „Al Arabiya“ war mit der zentralen Leitung von Syrien aus, der geschäftsmäßigen Struktur, dem etablierten digitalisierten Buchungswesen unter Verwendung einer speziell konfigurierten App sowie einer Vielzahl arbeitsteilig, konzertiert und international tätigen Beteiligten in hohem Maße organisiert und strukturiert (organisatorisches Element). Es handelte sich um einen Zusammenschluss von mehr als zwei Personen. Allein in der Zentrale im syrischen Idlib waren ausweislich der Urteilsgründe mindestens fünf Führungsverantwortliche tätig; ferner wirkte eine Vielzahl weiterer Personen als Hawaladare mit, darunter der Angeklagte (personelles Element). Die Organisation war auf einen zeitlich unbefristeten, längeren Bestand ausgerichtet (zeitliches Element). \n\n32\\. Zudem verfolgten die Beteiligten ein übergeordnetes gemeinsames Interesse (interessenbezogenes Element). Zwar genügt hierfür nicht bereits die festgestellte Intention des Angeklagten, im persönlichen Gewinnerzielungsinteresse an Hawala-Gebühren teilzuhaben. Jedoch ergibt sich aus den Urteilsgründen, dass sich die Beteiligten zu einem weitergehenden Zweck zusammentaten. Danach stellte der Fortbestand des Hawala-Systems ein eigenständiges Ziel dar. \n\n33\\. Bereits die äußeren Umstände, namentlich der Umfang und das Ausmaß der grenzüberschreitend bestehenden Organisationsstrukturen, sprechen dafür, dass der Zusammenschluss der Verfolgung eines übergeordneten gemeinsamen Interesses diente. Hinzu kommt eine insofern zentral gesteuerte interne Willensbildung, als in Syrien ansässige Führungspersonen die maßgeblichen Entscheidungen trafen. Des Weiteren ist die hohe Zahl der eng aufeinander abgestimmt tätigen Beteiligten zu berücksichtigen. Zudem hing der Fortbestand der Organisation ersichtlich nicht von einzelnen Personen ab. Den Geldtransferdiensten lag eine komplexe softwaregestützte Steuerung zu Grunde, die auch der Kontrolle und Überwachung der einzelnen Hawaladare diente. Fester Bestandteil des Konzepts des Hawala-Bankings war es zudem, sich gezielt jeglicher Form staatlicher Kontrolle und insbesondere der Finanzaufsicht zu entziehen. Mithin lief das Geschäftsmodell auf die Schaffung und den Betrieb eines „Schattenfinanzwesens“ und verdeckt tätigen „Geldtransferunternehmens“ hinaus, an dessen Fortbestand die Beteiligten unabhängig von ihrer eigenen Person ein gemeinsames Interesse hatten. \n\n34\\. Hinzu kommt, dass es den - vornehmlich syrischen - Beteiligten, darunter dem Angeklagten, auch darum ging, Landsleuten eine Möglichkeit zu eröffnen, von Deutschland aus Geld an Empfänger - etwa Familienangehörige - in Syrien zu übermitteln. Diese - wenngleich nachrangige - Intention macht das übergeordnete gemeinsame Interesse der Beteiligten im Sinne des § 129 Abs. 2 StGB ebenfalls deutlich. \n\n35\\. (3) Der Zweck und die Tätigkeit der Vereinigung waren auf die Begehung von Straftaten gerichtet, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren bedroht sind (§ 129 Abs. 1 Satz 1 StGB; vgl. zu den Anforderungen dieses Tatbestandsmerkmals BGH, Urteil vom 12. September 2023 - 3 StR 306\u002F22, MMR 2024, 175 Rn. 47; Beschluss vom 11. Juli 2023 - AK 35\u002F23 u. StB 34\u002F23, BGHSt 68, 1 Rn. 33), nämlich auf das unerlaubte Erbringen von Zahlungsdiensten gemäß § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG (s. zu diesem nachfolgend unter IV. 2. a) bb)). Der strafbewehrte Verstoß gegen die Anforderungen der Zahlungsdiensteaufsicht bedeutete wegen der Umgehung jeglicher Kontrollmöglichkeiten eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit und ist insofern von einigem Gewicht (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 16; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, NJW 2021, 2979 Rn. 12). Die Tätigkeit der Organisation stand nicht nur allgemeinen staatlichen Interessen, wie etwa der Verhinderung von unerlaubten Finanztransfers, sondern auch einem durchsetzbaren Schutz der Kunden entgegen; Hawala-Banking widerstreitet grundlegenden Prinzipien des Verbraucherschutzes. Zudem hatten die Beteiligten keine Kontrolle über die Zweckbestimmung sowie Verwendung der transferierten Gelder und ermöglichte das betriebene informelle Geldtransfergeschäft die urteilsgegenständlichen Schleuseraktivitäten, mithin grenzüberschreitende organisierte Kriminalität. \n\n36\\. (4) Der Angeklagte beteiligte sich an der kriminellen Vereinigung als Mitglied, weil er sich einvernehmlich in diese eingliederte und sie durch organisationsbezogene Tätigkeiten von innen her förderte (vgl. zu den Anforderungen etwa BGH, Beschluss vom 22. März 2018 - StB 32\u002F17, NStZ-RR 2018, 206, 207; LK\u002FKrauß, StGB, 13. Aufl., § 129 Rn. 96 ff.; MüKoStGB\u002FSchäfer\u002FAnstötz, 4. Aufl., § 129 Rn. 82 f.). \n\n37\\. (5) Bei der Vereinigung handelte es sich um eine ausländische. Die geografische Einordnung einer Vereinigung richtet sich nach einer an den konkreten Umständen des Einzelfalls orientierten Gesamtbetrachtung, wobei vornehmlich - handlungsbezogen - entscheidend ist, von welchem Ort aus die Vereinigung maßgeblich in ihrem Bestand, ihrer Struktur, Ausrichtung und Zielsetzung geprägt und gesteuert wird (vgl. BGH, Beschluss vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 19 mwN). Das war hier Syrien, weil von dort aus die Geschäfte der Hawala-Banking-Organisation geleitet und kontrolliert wurden. Die mithin gemäß § 129b Abs. 1 Satz 3 StGB erforderliche Verfolgungsermächtigung liegt \\- wie dargetan (vgl. oben unter II.) - vor. \n\n38\\. (6) Zu Recht hat das Landgericht nicht die Qualifikation des § 129 Abs. 5 Satz 3 StGB als erfüllt angesehen und daher den Angeklagten nicht wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer auf besonders schwere Straftaten gerichteten kriminellen Vereinigung im Ausland verurteilt (vgl. zu dieser Qualifikation BGH, Urteil vom 12. September 2023 - 3 StR 306\u002F22, MMR 2024, 175 Rn. 65 f.). Denn der Zweck und die Tätigkeit der Vereinigung waren darauf gerichtet, Straftaten nach § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG zu begehen. Diese sind in § 100b Abs. 2, auf den § 129 Abs. 5 Satz 3 StGB Bezug nimmt, nicht aufgeführt. Straftaten nach § 96 Abs. 2 AufenthG, zu denen es unter Nutzung des Hawala-Systems kam, sind zwar in § 100b Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a StPO genannt. Auf diese Delikte war die Vereinigung aber nicht ausgerichtet, denn es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass der übereinstimmende Wille der Mitglieder und der verbindlich festgelegte Zweck der Hawala-Vereinigung dahin gingen, gemeinschaftlich gerade solche Straftaten zu verüben (vgl. zum Begriff des „Gerichtetseins“ BGH, Urteil vom 12. September 2023 - 3 StR 306\u002F22, MMR 2024, 175 Rn. 47 mwN; Beschluss vom 11. Juli 2023 - AK 35\u002F23 u. StB 34\u002F23, BGHSt 68, 1 Rn. 33). \n\n39\\. bb) Weil sich die mitgliedschaftliche Beteiligung des Angeklagten an der kriminellen Vereinigung auf eine Tätigkeit als Hawaladar bezog, ist - tateinheitlich (§ 52 StGB) zur Strafbarkeit nach § 129 Abs. 1 und 2, § 129b Abs. 1 StGB - auch eine Strafbarkeit wegen unerlaubten Erbringens von Zahlungsdiensten gemäß § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG gegeben. Denn der Angeklagte erbrachte vorsätzlich im Inland solche Handlungen ohne Erlaubnis gemäß § 63 Abs. 1 Nr. 4, § 10 Abs. 1 Satz 1, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ZAG. Er war als natürliche Person tauglicher Normadressat (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 \\- 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 22 ff.; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, NJW 2021, 2979 Rn. 15 mwN). Zudem ist der Kreis möglicher Täter nicht begrenzt auf Führungsverantwortliche der Hawala-Banking-Organisation mit der Folge, dass andere Beteiligte lediglich einer Beihilfestrafbarkeit unterlägen (vgl. BGH, Beschluss vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 26; zu Unrecht kritisch in Bezug auf die Tatbestandsverwirklichung durch „einfache Hawaladare“ daher Weiß, wistra 2021, 450 f.). \n\n40\\. Die Entgegennahme, Verwahrung und Übermittlung von Geldbeträgen im Rahmen des betriebenen Hawala-Systems stellt ein Finanztransfergeschäft nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ZAG dar (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 23; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, NJW 2021, 2979 Rn. 16; Casper\u002FTerlau\u002FDanwerth, ZAG, 3\\. Aufl., § 1 Rn. 131; Schäfer\u002FOmlor\u002FMimberg, ZAG, § 1 Rn. 139, 146; Eggers\u002Fvan Cleve, NZWiSt 2020, 426, 427). An dem Hawala-System beteiligte Personen leisteten solche Dienste in der Bundesrepublik Deutschland gewerbsmäßig und in einem Umfang, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erforderte (§ 10 Abs. 1 Satz 1 ZAG). Dabei kommt es nicht darauf an, dass der Angeklagte selbst in der Absicht handelte, sich durch seine Mitwirkung am Hawala-Banking eine fortdauernde Einnahmequelle von einigem Umfang und Gewicht zu verschaffen. Denn der Begriff der Gewerbsmäßigkeit in § 10 Abs. 1 Satz 1 ZAG bezieht sich, weil er der Regelung dient, welche Zahlungsdienste einem Genehmigungserfordernis unterliegen, nicht auf das Agieren und die Gewinnerzielungsabsicht der einzelnen Beteiligten, sondern auf den Zahlungsdienst in seiner Gesamtheit (vgl. BGH, Beschluss vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 23; Casper\u002FTerlau\u002FWalter, ZAG, 3. Aufl., § 10 Rn. 15; Schäfer\u002FOmlor\u002FMimberg\u002FEckhold, ZAG, §§ 10, 11 Rn. 53 ff.; Schäfer\u002FOmlor\u002FMimberg\u002FWeiß, ZAG, § 63 Rn. 46). Die Feststellungen belegen indes, dass die gesamte Organisation auf die dauerhafte Erzielung von Gewinnen angelegt und ausgerichtet war. \n\n41\\. Zutreffend ist auch die Annahme des Landgerichts, sämtliche Aktivitäten des Angeklagten als Hawalar im Tatzeitraum seien eine Tat im materiellrechtlichen Sinne. Denn das wiederholte Erbringen von Zahlungsdiensten innerhalb eines einheitlichen Betriebes stellt sich als eine Tat im Rechtssinne (tatbestandliche Handlungseinheit) dar. Der Tatbestand des § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG wird durch die verschiedenen einzelnen Handlungen, selbst wenn sie sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, nur einmal verwirklicht, sofern sich die Aktivitäten auf eine Hawala-Banking-Struktur und deren Geldtransfergeschäfte beziehen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 28; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, NJW 2021, 2979 Rn. 20 ff. mwN; Schäfer\u002FOmlor\u002FMimberg\u002FWeiß, ZAG, § 63 Rn. 92). \n\n42\\. b) Gegen die Verurteilung des Angeklagten wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in den acht abgeurteilten Schleusungsfällen ist ebenfalls von Rechts wegen nichts zu erinnern. \n\n43\\. aa) Die insofern getroffenen Feststellungen beruhen auf einer nicht zu beanstandenden Beweiswürdigung. Der Angeklagte hat seine festgestellte Mitwirkung als Finanzagent in den Schleusungsfällen II. A. I. 1, 2, 3 sowie II. A. II. 5, 6 und 8 der Urteilsgründe glaubhaft eingeräumt. Die Feststellungen der Strafkammer zu den Fällen II. A. II. 4 und 7 der Urteilsgründe werden tragfähig gestützt auf Zeugenbekundungen und eine Auswertung von Telekommunikationsereignissen. \n\n44\\. bb) Die Sachverhalte der acht Schleusungsfälle begründen die vom Landgericht für jede dieser Taten angenommene Strafbarkeit des Angeklagten gemäß § 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und b AufenthG in Verbindung mit § 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG in der zur Tatzeit geltenden Fassung dieser Vorschriften; die aktuelle Gesetzesfassung ist nicht milder. Der Angeklagte hat den Schleusungswilligen durch seine Mitwirkung beim Transfer und der Hinterlegung der Schleuserentgelte bei der gemäß § 14 Abs. 1 AufenthG unerlaubten Einreise geholfen. Diese Hilfe, die in der Sache eine Beihilfehandlung darstellt, wird durch § 96 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG aF als täterschaftliches Einschleusen qualifiziert (vgl. BGH, Beschluss vom 29. November 2022 - 3 StR 238\u002F22, NStZ 2024, 47 Rn. 9 mwN). Das für eine solche Heraufstufung einer Beihilfe zum täterschaftlichen Einschleusen erforderliche Schleusermerkmal (vgl. BGH, Beschlüsse vom 29. November 2022 - 3 StR 238\u002F22, NStZ 2024, 47 Rn. 9 mwN; vom 6. Oktober 2021 - 3 StR 213\u002F21, BGHR AufenthG § 96 Abs. 1 Nr. 1 Einschleusen 7 Rn. 8; vom 23. September 2021 - 1 StR 173\u002F21, juris Rn. 9) lag vor: Der Angeklagte wurde tätig, um in Form der von ihm vereinnahmten Provisionen und Hinterlegungsentgelte einen (finanziellen) Vorteil zu erlangen (§ 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a AufenthG aF). Zudem handelte er wiederholt und zu Gunsten von mehreren Ausländern (§ 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b AufenthG aF). Weil er sich durch seine Förderung von Schleusungen in Gestalt einer Tätigkeit als Finanzagent eine fortlaufende nicht unerhebliche Einnahmequelle verschaffen wollte, agierte er zudem gewerbsmäßig im Sinne des § 96 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AufenthG. \n\n45\\. Soweit der Angeklagte im Fall II. A. II. 6 der Urteilsgründe eine Einreise nicht nach Deutschland, sondern nach Österreich förderte, folgt die Strafbarkeit aus § 96 Abs. 4 AufenthG. Es ist angesichts der festgestellten Umstände, aus denen sich ergibt, dass die in diesem Fall geschleusten Personen weder die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union noch eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum besaßen und über keinen Aufenthaltstitel für den Schengen-Raum verfügten, unschädlich, dass die Strafkammer keine Feststellungen zu den relevanten Bestimmungen des nationalen österreichischen Rechts getroffen hat (vgl. BGH, Beschlüsse vom 29. November 2022 - 3 StR 238\u002F22, NStZ 2024, 47 Rn. 14 ff. mwN; vom 6. Oktober 2021 - 6 StR 372\u002F21, juris; Urteile vom 15. März 2021 - 5 StR 627\u002F19, juris Rn. 19; vom 14. November 2019 - 3 StR 561\u002F18, NStZ-RR 2020, 184, 185; s. aber zur grundsätzlichen Erforderlichkeit der Feststellung des einschlägigen unmittelbar geltenden EU-Rechts beziehungsweise nationalen ausländischen Rechts BGH, Urteil vom 15\\. März 2021 - 5 StR 627\u002F19, juris Rn. 19; Beschluss vom 14. August 2019 - 5 StR 228\u002F19, BGHR AufenthG § 96 Abs. 4 Auslandstaten 3 Rn. 11). \n\n46\\. cc) Entgegen dem Vorbringen der Revision des Angeklagten lassen die Urteilsgründe in ihrer Gesamtheit hinreichend erkennen, dass die geschleusten Personen unerlaubt im Sinne des § 14 Abs. 1 AufenthG in die Bundesrepublik Deutschland (beziehungsweise Österreich) einreisten und der Angeklagte dies wusste, auch wenn das Urteil nicht ausdrücklich die Staatsangehörigkeit aller Geschleusten mitteilt (vgl. zum grundsätzlichen Erfordernis von Feststellungen zur Staatsangehörigkeit der Einreisenden BGH, Beschluss vom 23. September 2021 - 1 StR 173\u002F21, juris Rn. 7 ff.). Alle geschleusten Personen bedurften ersichtlich jeweils für die Einreise eines Aufenthaltstitels nach § 4 Abs. 1 AufenthG, den sie nicht besaßen; sie waren keine sichtvermerksfreien Drittausländer. Insofern nimmt der Senat Bezug auf die betreffenden Ausführungen in der Zuschrift des Generalbundesanwalts vom 5. Juli 2024. \n\n47\\. dd) Zudem erbrachte der Angeklagte seine Unterstützungsleistungen, wie dies für eine zur Täterschaft heraufgestufte Beihilfestrafbarkeit nach § 96 Abs. 1 AufenthG erforderlich ist (vgl. BGH, Urteil vom 26. Mai 1999 - 3 StR 570\u002F98, BGHSt 45, 103, 107; MüKoStGB\u002FGericke, 4\\. Aufl., § 96 AufenthG Rn. 17), entgegen seinem Revisionsvorbringen jeweils vor Beendigung der Haupttat, also vor der nach § 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG strafbaren unerlaubten Einreise. Denn bereits die Entgegennahme und Verwahrung von Schleusungsgeldern war eine Hilfeleistung, weil die Schleuser nur tätig wurden, sofern die Schleusungswilligen das Entgelt zuvor bei einem Hawaladar hinterlegt hatten. Damit leistete der Angeklagte im unmittelbaren Vorfeld der Einschleusungen einen zentralen Beitrag dazu, dass die Schleusungswilligen mit Hilfe von Schleusern unerlaubt einreisen konnten; das genügt für eine Strafbarkeit (vgl. MüKoStGB\u002FGericke, 4. Aufl., § 96 AufenthG Rn. 15). \n\n48\\. ee) Anders als die Revision der Staatsanwaltschaft geltend macht, hat die Strafkammer eine Stellung des Angeklagten als Mitglied einer Schleuserbande frei von Rechtsfehlern nicht festzustellen vermocht und daher beanstandungsfrei dessen Strafbarkeit wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern gemäß § 97 Abs. 2 AufenthG aF verneint. \n\n49\\. (1) Die Beweiswürdigung ist Sache des Tatgerichts (§ 261 StPO). Diesem obliegt es, das Ergebnis der Hauptverhandlung festzustellen und zu würdigen; seine aufgrund der Hauptverhandlung gewonnene Überzeugung ist für das Revisionsgericht grundsätzlich bindend. Die Schlussfolgerungen des Tatgerichts brauchen nicht zwingend zu sein; es genügt, dass sie möglich sind. Das Revisionsgericht hat die tatrichterliche Überzeugungsbildung selbst dann hinzunehmen, wenn eine andere Beurteilung nähergelegen hätte oder überzeugender gewesen wäre. Spricht das Tatgericht einen Angeklagten frei oder verneint es die Verwirklichung eines bestimmten Straftatbestandes, weil es vorhandene Zweifel nicht hat überwinden können, ist dies vom Revisionsgericht deshalb in aller Regel hinzunehmen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 10. August 2023 - 3 StR 412\u002F22, NZWiSt 2024, 187 Rn. 41; Beschluss vom 12. August 2021 - 3 StR 441\u002F20, BGHSt 66, 226 Rn. 29 f.; Urteile vom 11. März 2021 - 3 StR 316\u002F20, NStZ 2022, 161 Rn. 11; vom 14. Januar 2021 - 3 StR 124\u002F20, NStZ-RR 2021, 113, 114). \n\n50\\. Das Revisionsgericht kann die tatrichterliche Beweiswürdigung nur auf Rechtsfehler hin überprüfen. Solche liegen in sachlichrechtlicher Hinsicht vor, wenn die Beweiswürdigung lückenhaft ist, namentlich wesentliche Feststellungen nicht berücksichtigt, naheliegende Schlussfolgerungen nicht erörtert oder einzelne Beweisanzeichen nur isoliert bewertet worden sind und die gebotene umfassende und erschöpfende Gesamtwürdigung aller Beweisergebnisse unterblieben ist. Rechtsfehler bei der Beweiswürdigung liegen ferner vor, wenn die Beweiswürdigung in sich widersprüchlich oder unklar ist, gegen ein Denkgesetz oder gesicherten Erfahrungssatz verstößt oder wenn das Tatgericht überspannte Anforderungen an die für eine Verurteilung erforderliche Gewissheit gestellt hat (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 10. August 2023 - 3 StR 412\u002F22, NZWiSt 2024, 187 Rn. 42; vom 25. August 2022 - 3 StR 359\u002F21, NJW 2023, 89 Rn. 17; Beschluss vom 12. August 2021 - 3 StR 441\u002F20, BGHSt 66, 226 Rn. 29 f.; Urteil vom 11. März 2021 - 3 StR 316\u002F20, NStZ 2022, 161 Rn. 12). \n\n51\\. Zwar verpflichtet § 261 StPO das Tatgericht dazu, alle festgestellten Tatumstände und Beweisergebnisse, soweit sie für oder gegen den Angeklagten sprechen können oder beide Möglichkeiten zulassen, einer umfassenden Würdigung zu unterziehen; diese ist in den Urteilsgründen darzulegen. Die dort dargestellte Beweiswürdigung kann jedoch ihrer Natur nach nicht in dem Sinne erschöpfend sein, dass alle irgendwie denkbaren Gesichtspunkte und Würdigungsvarianten ausdrücklich abgehandelt werden. Eine solche exzessive Erörterung überstiege die Möglichkeiten und Ressourcen der Gerichte, ohne dass jemals absolute Vollständigkeit erreicht werden könnte; sie ist daher von Rechts wegen nicht zu verlangen. Ausreichend ist die Angabe des für die Entscheidung Wesentlichen; die Urteilsgründe müssen deutlich machen, dass das Tatgericht naheliegende erhebliche Beweistatsachen nicht übersehen oder unvertretbar gewertet hat. Aus einzelnen tatsächlich bestehenden oder denkbaren Lücken der ausdrücklichen Erörterung kann nicht abgeleitet werden, das Tatgericht habe nach den sonstigen Urteilsgründen auf der Hand liegende Wertungsgesichtspunkte nicht bedacht. Eine revisionsrechtlich beachtliche Lücke liegt vielmehr erst vor, wenn eine wesentliche Feststellung überhaupt nicht erörtert oder ein aus den Urteilsgründen ersichtliches bedeutsames Beweisergebnis übergangen wird (vgl. BGH, Urteile vom 25. August 2022 - 3 StR 359\u002F21, NJW 2023, 89 Rn. 18; vom 15. Dezember 2021 - 3 StR 441\u002F20, StV 2022, 486 Rn. 24). \n\n52\\. (2) Hieran gemessen ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das Landgericht den Qualifikationstatbestand des § 97 Abs. 2 AufenthG aF nicht zur Anwendung gebracht hat und eine Verurteilung des Angeklagten wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern unterblieben ist. \n\n53\\. Die Strafkammer hat die wesentlichen Indizien, die für eine engere als die festgestellte Zusammenarbeit des Angeklagten mit Schleusern beziehungsweise Schleusergruppierungen sprechen, ausdrücklich erörtert, ihnen aber sowohl für sich genommen als auch im Rahmen einer Gesamtwürdigung des Ergebnisses der Beweisaufnahme keine hinreichende Beweiskraft für die Annahme zugemessen, der Angeklagte sei Mitglied einer Schleuserbande gewesen und habe als solches und für die Bande die finanziellen Aspekte der Schleusungen geregelt. Sie hat insbesondere in den Blick genommen, dass er mit seiner Tätigkeit als Finanzagent einen wesentlichen Beitrag für das Gelingen der urteilsgegenständlichen Schleusungen leistete. Entgegen dem Vorbringen der Staatsanwaltschaft gebietet diese Wesentlichkeit indes für sich genommen noch nicht die Schlussfolgerung, er sei als Mitglied in eine Schleuserbande eingebunden gewesen und als solches tätig geworden. Das Landgericht hat zudem berücksichtigt, dass der Angeklagte in einem im Rahmen einer Fahrzeuginnenraumüberwachung seines Pkw aufgezeichneten Telefonat berichtete, er habe die Miete für einen Lkw einer Schleusergruppe entrichtet sowie „zwei Lkw für die Türkei bezahlt“, was auf eine Einbindung des Angeklagten in eine Schleuserbande als deren Finanzverantwortlicher hindeuten könne. Das Tatgericht hat es allerdings - vertretbar - für möglich erachtet, dass der Angeklagte mit dieser Äußerung meinte, er habe als Hawaladar das Entgelt für mit Lkw durchgeführte Schleusungen ausgezahlt. \n\n54\\. Die Strafkammer hat demgegenüber darauf abgehoben, dass der Angeklagte, der sich umfassend zur Sache eingelassen hat, seine Rolle bei den Schleusungen so wie festgestellt geschildert hat. Sie hat ferner darauf abgestellt, dass die vernommenen tatbeteiligten Zeugen, unter anderem bei einzelnen Taten tätig gewordene Schleuser, eine Einbindung des Angeklagten in die Schleuserstrukturen nicht bestätigt haben, vielmehr einer der Hauptschleuser eine solche ausdrücklich verneint hat. Zudem habe eine polizeiliche Vertrauensperson, die ihm Rahmen der Bemühungen, Schleuserstrukturen zu erhellen, mit dem Angeklagten Kontakt hatte, keine auf dessen mitgliedschaftliche Einbindung in eine Schleuserbande hindeutende Wahrnehmungen gemacht, sondern nur bekundet, der Angeklagte sei für die Geldabwicklung zuständig gewesen und habe sich ihr gegenüber nicht als Teil einer Schleuserorganisation, sondern als Hawaladar bezeichnet. Das Landgericht hat weiter in den Blick genommen, dass sich der Angeklagte in einem Chat mit dem Einzahler im Fall II. A. II. 5 der Urteilsgründe bei diesem nach dem Stand der Schleusung erkundigte, von ihm erfuhr, dass sich diese verzögerte, und daraufhin seine Bereitschaft erklärte, das Geld zurückzuzahlen, sowie seinem Chatpartner riet, die Schleuser unter Druck zu setzen, weil sonst nichts passiere. Die Kommunikation hat die Strafkammer als Anzeichen dafür gewertet, dass der Angeklagte nicht selbst der Schleusergruppe angehörte. Eine Videoaufnahme, die anlässlich einer Geldübergabe im Fall II. A. II. 6 der Urteilsgründe entstand, lasse, so das Landgericht, erkennen, dass er mit seinem Gesprächspartner allein seine Rolle im Zusammenhang mit der Entgegennahme, Hinterlegung und Freigabe des Geldes erörterte, nicht aber Details der Schleusung selbst. Auch das hat die Strafkammer als Indiz dafür gewürdigt, dass der Angeklagte nicht Teil einer Schleusergruppe, sondern in Schleusungen als eigenständig agierender Hawaladar eingebunden war. Die Strafkammer hat weiter einen Chatverkehr zwischen dem Angeklagten und einem Schleuser berücksichtigt, in dem der Angeklagte diesem in Bezug auf den Anführer einer Schleusergruppierung mitteilte, wenn „ihr“ ihn loswerdet, wäre alles gut, woraufhin der Gesprächspartner entgegnete, die gemeinte Person habe „uns“ die „ganze Schleusungssache beigebracht“. Das Landgericht hat diesen Chatverkehr vertretbar dahin gewürdigt, der Angeklagte habe sich nicht als Teil der Schleuserorganisation erachtet und der Gesprächspartner habe mit dem Wort „uns“ nicht unbedingt den Angeklagten einbeziehen wollen. \n\n55\\. Da die Strafkammer bereits eine Einbindung des Angeklagten in eine Schleusergruppe nicht hat feststellen können, sondern tragfähig sein eigenständiges Handeln als von den jeweiligen Schleusern unabhängiger Hawaladar angenommen hat, erweist es sich entgegen den Ausführungen in der Zuschrift des Generalbundesanwalts als unschädlich, dass sie keine näheren Feststellungen zu den Vernetzungen der beteiligten Schleuser untereinander getroffen hat, namentlich zu der Frage, inwieweit diese miteinander - zu einer oder mehreren Banden - organisatorisch verbunden waren. \n\n56\\. c) Hinsichtlich der Konkurrenzen der nach dem Vorstehenden verwirklichten Straftatbestände gilt Folgendes: \n\n57\\. aa) Der Angeklagte erbrachte seine nach § 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und b, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AufenthG aF strafbaren Unterstützungshandlungen in den acht ausgeurteilten Fällen jeweils in seiner Funktion als Hawaladar. Die Einschleusungsbeiträge waren Teil seiner mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland und des unerlaubten Erbringens von Zahlungsdiensten. Damit aber steht - anders als vom Landgericht angenommen - das gewerbsmäßige Einschleusen von Ausländern in allen acht Fällen jeweils in Tateinheit mit der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland und mit dem unerlaubten Erbringen von Zahlungsdiensten. \n\n58\\. bb) Für einen Schuldspruch wegen einer daneben verwirklichten (weiteren) gesonderten Straftat der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten in Bezug auf die Hawala-Tätigkeiten des Angeklagten, die über das Agieren als Finanzagent in den acht Schleusungsfällen hinausgingen (Fall II. B. der Urteilsgründe), ist nach der im November 2024 geänderten Rechtsprechung des Senats zu den Konkurrenzen bei Taten nach §§ 129, 129a StGB (vgl. BGH, Urteil vom 14. November 2024 - 3 StR 189\u002F24, juris Rn. 9 ff.) kein Raum mehr. Auch diese Aktivitäten werden hinsichtlich der Verwirklichung der § 129 Abs. 1 StGB und § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG von der mit dem gewerbsmäßigen Einschleusen von Ausländern jeweils in Tateinheit stehenden mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten erfasst. \n\n59\\. cc) Die mitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten ist nicht geeignet, die acht Fälle des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern zu einer Tat im materiellrechtlichen Sinne zu verklammern. Denn die Strafbarkeit nach § 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und b, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AufenthG aF mit einem zur Tatzeit geltenden Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe wiegt signifikant schwerer als die nach § 129 Abs. 1 StGB und § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG, die jeweils Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vorsehen (vgl. BGH, Urteil vom 14. November 2024 - 3 StR 189\u002F24, juris Rn. 11, 49). \n\n60\\. dd) Eine Verklammerung wird auch nicht durch den Qualifikationstatbestand des § 129 Abs. 5 Satz 3 StGB bewirkt, denn eine mitgliedschaftliche Beteiligung an einer auf besonders schwere Straftaten gerichteten kriminellen Vereinigung ist, wie oben unter IV. 2. a) aa) (6) dargelegt, nicht gegeben. \n\n61\\. d) Der Teilfreispruch des Angeklagten von neun weiteren angeklagten Taten des Einschleusens von Ausländern - der zudem als gesonderte zusätzliche (18.) Tat angeklagte Fall II. 4\\. der Anklageschrift hat sich in der Hauptverhandlung als Teil des als Fall II. A. II. 6 der Urteilsgründe abgeurteilten Geschehens erwiesen, so dass insofern für einen Teilfreispruch kein Raum gewesen ist - hält entgegen dem Vorbringen der Staatsanwaltschaft der revisionsrechtlichen Kontrolle stand. Deren Revision ist insoweit unbegründet. \n\n62\\. aa) Ein den Angeklagten aus tatsächlichen Gründen freisprechendes Urteil hat zunächst, damit es aus sich heraus verständlich wird, die individuellen Anklagevorwürfe nach Ort, Zeit und Begehungsweise aufzuzeigen. In einer geschlossenen Darstellung müssen sodann die als erwiesen angesehenen Tatsachen festgestellt werden. Davon ausgehend ist in der Beweiswürdigung darzulegen, aus welchen Gründen die für einen Schuldspruch erforderlichen zusätzlichen Feststellungen nicht getroffen werden können. Denn es ist Aufgabe der Urteilsgründe, dem Revisionsgericht auf diese Weise eine umfassende Nachprüfung der freisprechenden Entscheidung zu ermöglichen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 10. August 2022 - 6 StR 519\u002F21, juris Rn. 38; vom 14. Juli 2022 - 3 StR 455\u002F21, juris Rn. 49; vom 4. Februar 2021 - 4 StR 457\u002F20, NStZ 2022, 474 Rn. 14; Meyer-Goßner\u002FSchmitt, StPO, 67. Aufl., § 267 Rn. 32 mwN). \n\n63\\. Die Darlegungen zum Teilfreispruch im angefochtenen Urteil genügen diesen Darstellungsanforderungen. Die gegen den Angeklagten in den Freispruchfällen von der Staatsanwaltschaft mit der Anklageschrift erhobenen Vorwürfe werden referiert. Sodann teilen die Urteilsgründe mit, dass die betreffenden Schleusungen als solche durch die Beweisaufnahme Bestätigung gefunden haben. Anschließend wird ausgeführt, dass und warum eine strafbare Beteiligung des Angeklagten an diesen Taten nicht hat festgestellt werden können. \n\n64\\. bb) Die Beweiswürdigung dazu, aus welchen Gründen dem Angeklagten eine Beteiligung insoweit nicht hat nachgewiesen werden können, lässt gleichfalls keinen Rechtsfehler erkennen (vgl. zu den Anforderungen an die Beweiswürdigung bei einem Freispruch oben IV. 2. b) ee) (1)). Die Urteilsgründe legen dar, die Beweisaufnahme habe zu den Fällen II. 1. und II. 8. der Anklageschrift lediglich Anhaltspunkte dafür erbracht, dass der Angeklagte nach vollzogener Schleusung als Hawaladar Schleusergelder auszahlte, nicht aber ergeben, dass er bereits zuvor und damit während eines Zeitraumes, in dem eine Straftat nach § 96 Abs. 1 AufenthG begangen werden könne, einen die illegale Einreise der geschleusten Personen fördernden Tatbeitrag im Sinne des § 96 Abs. 1 AufenthG leistete. In den Fällen I. 1., I. 2., I. 3., I. 4., I. 7., I. 8. und I. 9. der Anklageschrift habe eine wie auch immer geartete Mitwirkung des Angeklagten nicht festgestellt werden können. Der Angeklagte habe insofern eine Beteiligung verneint; die Beweisaufnahme habe hierfür nichts ergeben. \n\n65\\. e) In entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1 StPO ändert der Senat auf die Revisionen der Staatsanwaltschaft und - im Umfang seiner Urteilsanfechtung - des Angeklagten den Schuldspruch. Der Angeklagte ist ausweislich des Vorstehenden des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in Tateinheit mit mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland und mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten in acht Fällen schuldig. \n\n66\\. Die gesonderte Verurteilung des Angeklagten wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten in Bezug auf das „sonstige“ Hawala-Banking des Angeklagten (Fall II. B. der Urteilsgründe) gerät in Wegfall (vgl. oben IV. 2. c) bb)). \n\n67\\. Dieser Wegfall ist allerdings allein (gemäß § 301 StPO) Folge der Revision der Staatsanwaltschaft. Denn die gesonderte Verurteilung wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten ist von der beschränkten Revision des Angeklagten nicht umfasst. Die Rechtsmittelbeschränkung ist auch wirksam. Denn diese Verurteilung betrifft eine eigenständige prozessuale Tat, und zwar ungeachtet des Umstandes, dass sich die eine (einzige) materiellrechtliche Tat der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten auf das dieser (prozessualen) Tat zu Grunde liegende Geschehen erstreckt (vgl. BGH, Urteil vom 14. November 2024 - 3 StR 189\u002F24, juris Rn. 51 ff.). Eine gesonderte prozessuale Tat kann jedoch - von hier nicht relevanten wenigen Ausnahmen abgesehen - mit einer Revisionsbeschränkung wirksam vom Rechtsmittel ausgenommen werden (vgl. KK-StPO\u002FPaul, 9. Aufl., § 318 Rn. 5; MüKoStPO\u002FQuentin, 2\\. Aufl., § 318 Rn. 22 ff.). Dies gilt auch für die vorliegende Fallkonstellation. Eine Rechtsmittelbeschränkung auf einzelne abgeurteilte prozessuale Taten trotz Vorliegens einer einzigen sich nicht nur auf diese, sondern auch auf eine oder mehrere weitere urteilsgegenständliche prozessuale Tat(en) erstreckenden materiellrechtlichen Tat der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung ist möglich (vgl. BGH, Urteil vom 9. November 1993 - 5 StR 539\u002F93, BGHSt 39, 390, 391; MüKoStPO\u002FQuentin, 2. Aufl., § 318 Rn. 25). \n\n68\\. Die Schuldspruchänderung hinsichtlich der Fälle II. A. I. 1 bis 3 und II. A. II. 4 bis 8 der Urteilsgründe ist dagegen auch auf die Angeklagtenrevision vorzunehmen, weil das Verschlechterungsverbot des § 358 Abs. 2 Satz 1 StPO eine solche nicht hindert (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Mai 2024 - 3 StR 121\u002F24, juris Rn. 13 mwN). \n\n69\\. § 265 Abs. 1 StPO steht der Schuldspruchänderung, die allein die konkurrenzrechtliche Beurteilung betrifft, nicht entgegen; der ganz weitgehend geständige Angeklagte hätte sich nicht wirksamer als geschehen verteidigen können. \n\n70\\. f) Die Änderung des Schuldspruchs auf die Revision der Staatsanwaltschaft hat den Wegfall der für den Fall II. B. der Urteilsgründe - die angenommene isolierte Strafbarkeit des Angeklagten wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten - festgesetzten Einzelstrafe zur Folge. Die für die Fälle II. A. I. 1 bis 3 sowie II. A. II. 4 bis 8 der Urteilsgründe verhängten acht Einzelstrafen haben demgegenüber Bestand. Die Strafzumessungserwägungen als solche lassen keinen Rechtsfehler erkennen. Zwar hat das Landgericht die Einziehung dem Angeklagten gehörender Tatmittel, namentlich eines Pkw des Angeklagten, nicht ausdrücklich strafmildernd berücksichtigt. In Anbetracht des Alters des Fahrzeuges und damit seines Wertes zum Urteilszeitpunkt ist die Strafkammer indes nicht gehalten gewesen, die Einziehungsfolge als gemäß § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO in den Urteilsgründen anzuführenden bestimmenden Strafzumessungsgrund zu werten. Auch steht nicht zu besorgen, dem Landgericht könnte die Relevanz der Tatmitteleinziehung als Nebenstrafe für die Strafbemessung gänzlich aus dem Blick geraten sein. Zudem ist auszuschließen, dass die Strafkammer für die Taten II. A. I. 1 bis 3 sowie II. A. II. 4 bis 8 der Urteilsgründe andere Einzelstrafen festgesetzt hätte, wenn sie berücksichtigt hätte, dass zur Strafbarkeit wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in diesen Fällen jeweils tateinheitlich eine Strafbarkeit wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit unerlaubtem Erbringen von Zahlungsdiensten hinzutritt. Denn den Umstand, dass der Angeklagte seine Tatbeiträge zu den betreffenden Schleusungen im Rahmen einer Tätigkeit als Hawaladar und damit als Beteiligungsakte an einer kriminellen Vereinigung sowie in Gestalt unerlaubter Zahlungsdienste erbrachte, hat die Strafkammer bei der Bemessung dieser Einzelstrafen ersichtlich bedacht. \n\n71\\. Die vom Tatgericht verhängte Gesamtfreiheitsstrafe kann bestehen bleiben. Durch die abweichende konkurrenzrechtliche Beurteilung der Aktivitäten der Angeklagten und die daraus resultierende Schuldspruchänderung wird der Unrechts- und Schuldgehalt der Taten in ihrer Gesamtheit nicht berührt (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, juris Rn. 32; vom 2. Juni 2021 - 3 StR 61\u002F21, NJW 2021, 2979 Rn. 24). Insbesondere werden die urteilsgegenständlichen Handlungen des Angeklagten und die Gesamtsumme der bewegten Geldbeträge, aber auch die weiteren Gesichtspunkte, die für die Strafkammer von Bedeutung für die Strafzumessung gewesen sind, von der allein unterschiedlichen konkurrenzrechtlichen Bewertung nicht tangiert. Es ist daher auszuschließen, dass sie den Angeklagten bei zutreffender rechtlicher Beurteilung seiner Tathandlungen anders bestraft hätte. \n\n72\\. g) Die Einziehungsentscheidungen halten der rechtlichen Nachprüfung nicht stand; sie sind zum Nachteil des Angeklagten durchgreifend rechtsfehlerhaft und daher auf die Revision der Staatsanwaltschaft gemäß § 301 StPO mit den zugehörigen Feststellungen aufzuheben. Die Aufhebung der vom Landgericht angeordneten Wertersatzeinziehung erfolgt auch auf die (insofern beschränkte) Revision des Angeklagten. \n\n73\\. aa) Das Landgericht hat einen Betrag in Höhe von 80.000 € „als Wertersatz“ eingezogen. Bei diesem Geld handelt es sich ausweislich der Urteilsgründe um die Minimalsumme der Beträge, die der Angeklagte im Tatzeitraum als Hawaladar transferierte. \n\n74\\. Diese Gelder („Kundengelder“) sind - wie das Landgericht im Ausgangspunkt zutreffend erkannt hat - in Bezug auf die Strafbarkeit nach § 63 Abs. 1 Nr. 4, § 10 Abs. 1 Satz 1, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ZAG Tatobjekte im Sinne des § 74 Abs. 2 StGB (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. Februar 2023 - 3 StR 278\u002F22, NStZ-RR 2023, 179, 180; vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, BGHR StGB § 74 Abs. 2 Tatobjekt 1 Rn. 38; ebenso Bittmann, NZWiSt 2022, 188, 190 f.; Bittmann, NZWiSt 2021, 133, 140 ff.; Eggers\u002Fvan Cleve, NZWiSt 2020, 426 ff.; s. ferner BGH, Beschluss vom 18. April 2023 - 3 StR 10\u002F23, juris Rn. 17). In Bezug auf die Strafbarkeit nach § 129 Abs. 1 Satz 1 StGB sind sie Tatmittel im Sinne des § 74 Abs. 1 Variante 2 StGB (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. Februar 2023 - 3 StR 278\u002F22, NStZ-RR 2023, 179, 180; vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 39); das Gleiche gilt für die nach § 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und b AufenthG strafbaren Unterstützungsleistungen des Angeklagten bei der Einschleusung von Ausländern als Teil seiner Hawala-Tätigkeit. Die „Kundengelder“ sind jedoch keine Taterträge im Sinne des § 73 Abs. 1 Alternative 1 StGB, auch wenn eine solche Qualifizierung rein begrifflich möglich wäre (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. Februar 2023 - 3 StR 278\u002F22, NStZ-RR 2023, 179, 180; vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 36; näher hierzu in Bezug auf eine Strafbarkeit wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung gemäß § 129a StGB durch Geldsammlungen für diese und die dort gleichgelagerte Fragestellung BGH, Urteil vom 15. Juni 2022 - 3 StR 295\u002F21, BGHSt 67, 87 Rn. 9 ff.). Ihre Einziehung ist nur - als Tatmittel jedenfalls der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung - nach § 74 Abs. 1 Variante 2 StGB zulässig, sofern sie gegenständlich beim Angeklagten sichergestellt werden konnten oder noch vorhanden sind (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. Februar 2023 - 3 StR 278\u002F22, NStZ-RR 2023, 179, 180; vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 40 ff.). Sofern die „Kundengelder“ bestimmungsgemäß im Rahmen des Hawala-Bankings weitergeleitet wurden, kommt eine Wertersatzeinziehung im Form einer Einziehung des Wertes von Tatmitteln nach § 74c Abs. 1 StGB nicht in Betracht, denn eine solche setzt eine der Tatbegehung zeitlich nachfolgende Vereitelung der unmittelbaren Tatmitteleinziehung voraus. Das bestimmungsgemäße Weiterleiten von „Kundengeldern“ im Rahmen des Hawala-Banking und damit als Teil des tatbestandlichen Handelns ist mithin keine Einziehungsvereitelung im Sinne des § 74c Abs. 1 StGB (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. Februar 2023 - 3 StR 278\u002F22, NStZ-RR 2023, 179, 180 f.; vom 28\\. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 37; s. ferner BGH, Urteil vom 15. Juni 2022 - 3 StR 295\u002F21, BGHSt 67, 87 Rn. 25 ff.; Beschluss vom 11. August 2021 - 3 StR 268\u002F20, juris Rn. 29 ff.; Urteil vom 29. Juli 2021 - 3 StR 156\u002F20, BGHR StGB § 74c Abs. 1 Vereitelung Rn. 30 f.). \n\n75\\. Die Einziehung „von Wertersatz“ wäre daher vorliegend nur in Gestalt einer Einziehung des Wertes von Taterträgen nach § 73 Abs. 1 StGB in Verbindung mit § 73c Satz 1 StGB statthaft, insofern aber auch, soweit Taterträge nicht gegenständlich sichergestellt werden konnten, zwingend geboten gewesen. Tat-erträge im Sinne des § 73 Abs. 1 StGB beim Hawala-Banking - und damit beim urteilsgegenständlichen Agieren des Angeklagten \\- sind die Provisionen und Entlohnungen, die von Beteiligten an einer Hawala-Banking-Organisation als eigenes Entgelt für ihre Tätigkeiten vereinnahmt werden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. Februar 2023 - 3 StR 278\u002F22, NStZ-RR 2023, 179, 180 f.; vom 28. Juni 2022 \\- 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 34; Bittmann, NZWiSt 2021, 133, 140; Eggers\u002Fvan Cleve, NZWiSt 2020, 426, 432; s. ferner BGH, Beschluss vom 18. April 2023 - 3 StR 10\u002F23, juris Rn. 18). Allein in Höhe der vom Angeklagten durch seine Hawala-Aktivitäten für sich als Entlohnung - als Provision oder Hinterlegungsgebühr - vereinnahmten Beträge, deren Umfang sich aus den Urteilsgründen nicht sicher erschließt, wäre deshalb - soweit die Taterträge nicht gegenständlich sichergestellt wurden - eine Wertersatzeinziehung (gemäß § 73c Satz 1 StGB als Einziehung des Wertes von Taterträgen) anzuordnen gewesen. Über die Höhe der Wertersatzeinziehung ist daher erneut zu befinden. Auf die Beanstandung der Staatsanwaltschaft, die Strafkammer sei von einem zu geringen „Umsatz“ des Angeklagten ausgegangen, kommt es deshalb nicht an. \n\n76\\. bb) Zwar trifft nach dem Vorstehenden die Annahme des Tatgerichts zu, beim Angeklagten sichergestelltes Bargeld unterliege, sofern es sich bei diesem um von ihm als Hawaladar verwahrte „Kundengelder“ handelte, der Einziehung als Tatmittel nach § 74 Abs. 1 Variante 2 StGB (jedenfalls in Bezug auf die Tat der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung; vgl. BGH, Beschluss vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 40 f., auch zur Unerheblichkeit der Frage, ob der Angeklagte als Hawaladar Eigentümer der von ihm verwahrten Kundengelder wurde). Zudem ist die Würdigung der Strafkammer nicht zu beanstanden, Ermessenserwägungen stünden der Einziehung nicht entgegen, weil es sich bei den Geldern nicht um solche handelte, die dem Angeklagten wirtschaftlich zustanden (vgl. insofern BGH, Beschluss vom 28. Juni 2022 - 3 StR 403\u002F20, StV 2023, 739 Rn. 43). Indes ist anhand der Urteilsgründe nicht nachvollziehbar, wie das Landgericht zu dem Ergebnis gelangt ist, bei dem als Tatmittel eingezogenen Bargeld in Höhe von 18.100 € sowie 40.900 € handele es sich um sichergestellte „Kundengelder“, die der Angeklagte verwahrte. Auch diese Einziehungsentscheidung unterliegt daher der Aufhebung und bedarf der erneuten tatgerichtlichen Verhandlung und Entscheidung. \n\n77\\. cc) Schließlich hat auch die Einziehung eines „Mobiltelefon Samsung“ sowie eines „Pkw Grand C-Max“ keinen Bestand. Dabei kann dahingestellt bleiben, ob diese Einziehungsanordnungen hinreichend konkretisiert sind (vgl. zu den Konkretisierungsanforderungen BGH, Beschluss vom 1. Oktober 2024 - 3 StR 368\u002F24, juris Rn. 13 ff.). Jedenfalls erweisen sie sich als rechtlich defizitär, weil die Strafkammer nicht erkennbar bedacht hat, dass die Einziehung von Tatmitteln, wie sich bereits aus dem Gesetzeswortlaut ergibt, im Ermessen des Gerichts steht. Nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit darf die Einziehung zudem nicht angeordnet werden, wenn sie zur begangenen Tat und zum Vorwurf, der den von der Einziehung Betroffenen trifft, außer Verhältnis stünde (§ 74f Abs. 1 Satz 1 StGB). Den Urteilsgründen muss daher grundsätzlich zu entnehmen sein, dass sich das Tatgericht bewusst gewesen ist, eine Ermessensentscheidung zu treffen, und welche Gründe für die Ausübung des Ermessens - auch unter Verhältnismäßigkeitsgesichtspunkten - maßgebend gewesen sind (vgl. BGH, Beschlüsse vom 1. Oktober 2024 - 3 StR 368\u002F24, juris Rn. 9 f.; vom 25. Juni 2024 - 3 StR 93\u002F24, juris Rn. 14; vom 28. Juni 2022 - 3 StR 128\u002F22, juris Rn. 4). Hieran fehlt es, so dass über die Einziehung dieser Gegenstände ebenfalls in einem zweiten Rechtsgang neu zu befinden ist. Schäfer Berg Erbguth Kreicker Voigt","de","jurionline_de","","Bewertung der Hawala-Banking-Organisation als kriminelle Vereinigung","ecli-de-neuris-kore706082025",null,[19,34,44,54,64],{"id":20,"ecli":21,"caseNumber":14,"courtId":22,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":24,"language":25,"source":26,"sourceUrl":27,"summary":14,"slug":28,"metadata":29},"410","ECLI:NL:RBLIM:2026:6423",66,"2026-07-08T00:00:00.000Z","RECHTBANK limburg\n\nZittingsplaats Roermond\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: ROE 25 \u002F 2565\n\nuitspraak van de meervoudige kamer van 8 juli 2026 in de zaak tussen\n\n [belanghebbende] , gevestigd te [plaats], belanghebbende\n\n(gemachtigde: M.O.E. Uyen)\n\nen\n\nde heffingsambtenaar van de Belastingsamenwerking Gemeenten en Waterschappen, de heffingsambtenaar (gemachtigde: A. van den Dool).\n\nProcesverloop\n\nDe heffingsambtenaar heeft op grond van de Wet waardering onroerende zaken (Wet woz) de waarde van de onroerende zaken van belanghebbende voor het belastingjaar 2025 vastgesteld (het primaire besluit).\n\nBelanghebbende heeft tegen het primaire besluit bezwaar gemaakt.\n\nDe heffingsambtenaar heeft het bezwaar van belanghebbende gegrond verklaard (het bestreden besluit). Aan belanghebbende is een proceskostenvergoeding van in totaal € 161,74 toegekend.\n\nBelanghebbende heeft tegen het bestreden besluit beroep ingesteld.\n\nDe heffingsambtenaar heeft verweer gevoerd.\n\nOp 4 mei 2026, aangevuld op 11 mei 2026, zijn van belanghebbende nadere gronden en stukken ontvangen.\n\nHet onderzoek ter zitting heeft vervolgens plaatsgevonden op 15 mei 2026. Belanghebbende heeft zich laten vertegenwoordigen door mr. L.H.G.M. Driessen, kantoorgenote van haar gemachtigde bij Previcus B.V. te Boxmeer. De heffingsambtenaar heeft zich laten vertegenwoordigen door zijn gemachtigde.\n\nOverwegingen\n\n1. De rechtbank stelt vast dat de woz-waarde tussen partijen niet meer in geschil is. Het beroep van belanghebbende richt zich enkel tegen de toegekende proceskostenvergoeding en spitst zich toe op de vraag of de heffingsambtenaar bij de vaststelling van de proceskostenvergoeding in bezwaar toepassing heeft mogen geven aan de vermenigvuldigingsfactor 0,125 van artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz, zoals dit artikellid luidt met ingang van 1 januari 2025.\n\n2. De heffingsambtenaar heeft in het bestreden besluit de proceskostenvergoeding van € 161,74 als volgt gespecificeerd:\n\n- indienen bezwaarschrift: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 +\n\n- bijwonen hoorzitting: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 = € 161,74.\n\n3. Belanghebbende vindt dat de heffingsambtenaar een te lage proceskostenvergoeding heeft toegekend. Zij verzoekt de rechtbank om artikel 30a van de Wet woz buiten toepassing te laten, omdat haar gemachtigde een bijzonder geval is als bedoeld in het zogenoemde 30a-arrest van de Hoge Raad van 17 januari 2025 (ECLI:NL:HR:2025:46).\n\n4. In het 30a-arrest heeft de Hoge Raad geoordeeld dat bijzondere gevallen zich onderscheiden doordat zij niet voldoen aan de volgende kenmerken: dat aan de belanghebbende rechtsbijstand wordt verleend door een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, waarvan het bedrijfsmodel eruit bestaat dat\n\n( i) wordt opgetreden op basis van no cure no pay,\n\n(ii) daarbij zodanige afspraken met de cliënten worden gemaakt dat het bedrag van eventuele proceskostenvergoedingen aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en\n\n(iii) de procedures op een zodanige wijze worden gevoerd dat de daarin toegekende proceskostenvergoedingen de in redelijkheid gemaakte kosten ver overtreffen.\n\n5. De daarbij te hanteren regels zijn nader uitgewerkt in de arresten van de Hoge Raad van 25 april 2025 (ECLI:NL:HR:2025:670) en 18 juli 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1175).\n\n5.1.. Volgens de Hoge Raad rusten op de belanghebbende de stelplicht en bewijslast van feiten die meebrengen dat buiten redelijke twijfel komt vast te staan dat, beoordeelt naar de situatie op het moment waarop het desbetreffende rechtsmiddel is aangewend, het bedrijfsmodel van de betreffende gemachtigde of diens kantoor kennelijk niet allehiervoor bedoelde drie kenmerken heeft en dat aldus sprake is van een bijzonder geval. Er is dus (al) sprake van een bijzonder geval als één van de drie kenmerken niet van toepassing is.\n\n5.2.. Bij de beoordeling van het bedrijfsmodel gaat het niet specifiek om de werkzaamheden die de gemachtigde heeft verricht in de procedure waarop de proceskostenvergoeding ziet. Met het bedrijfsmodel is namelijk meer in het algemeen de wijze bedoeld waarop de gemachtigde zijn inkomsten verwerft met het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand.\n\n5.3.. Indien het bedrijfsmodel van een gemachtigde of een kantoor inhoudt dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i), of op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld, en dat daarbij afspraken met de cliënten worden gemaakt als hiervoor onder (ii) bedoeld, zal aldus moeten worden beoordeeld of dit bedrijfsmodel voldoet aan het hiervoor onder (iii) vermelde kenmerk van vergaande overdekking. Daartoe moet een vergelijking worden gemaakt tussen enerzijds het totale bedrag aan proceskostenvergoedingen dat aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en anderzijds het totale bedrag van de kosten van de gemachtigde of van het kantoor die kunnen worden toegerekend aan het voeren van de procedures waarop die proceskostenvergoedingen betrekking hebben. Het komt dus erop aan of het totale bedrag van de afgedragen proceskostenvergoedingen het totale bedrag van de zojuist bedoelde kosten verre overtreft. De omstandigheid dat vaak geheel of ten dele gebruik wordt gemaakt van gestandaardiseerde tekstblokken die niet zijn toegespitst op de desbetreffende zaak, vormt een aanwijzing dat het bedrijfsmodel wel het derde kenmerk van vergaande overdekking heeft, en zal daarom in het algemeen volstaan om aan te nemen dat de belanghebbende niet in dit door hem te leveren bewijs is geslaagd.\n\n6. In het arrest van 26 september 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1375) heeft de Hoge Raad nader uitgewerkt wanneer sprake is van een bedrijfsmodel dat eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Bij optreden op basis van no cure no pay moet worden uitgegaan van afspraken tussen de belanghebbende en de rechtsbijstandverlener op grond waarvan de belanghebbende geen financieel risico loopt bij inschakeling van de rechtsbijstandverlener, omdat geen instapvergoeding verschuldigd is noch een percentage van de bespaarde belasting als vergoeding moet worden afgestaan (zie Kamerstukken II 2023\u002F24, 36 427, nr. 3, blz. 2). Bij de beoordeling van de vraag of het bedrijfsmodel van een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay, komt het dus erop aan of die gemachtigde dan wel diens kantoor afspraken maakt met klanten op grond waarvan zij geen financieel risico lopen bij het verstrekken van de opdracht tot het verlenen van rechtsbijstand in een belastingprocedure. De verschuldigdheid van een instapvergoeding staat niet in alle gevallen eraan in de weg dat afspraken met een rechtsbijstandsverlener worden aangemerkt als afspraken op basis van no cure no pay. Onder het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op basis van no cure no pay wordt namelijk ook begrepen het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld. Dan moet worden gedacht aan de betaling van een zodanig laag bedrag dat die betaling als een pro forma of symbolische bijdrage moet worden beschouwd.\n\n7. De rechtbank stelt vast dat de gemachtigde van belanghebbende in deze zaak niet heeft bestreden dat haar bedrijfsmodel de hiervoor onder (ii) en (iii) vermelde kenmerken heeft.\n\n8. Belanghebbende bestrijdt dat het bedrijfsmodel van haar gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar (en beroep) eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Hiertoe heeft de gemachtigde verwezen naar een beschrijving van haar per 1 januari 2025 gewijzigde bedrijfsmodel (“Bijzonder geval: bedrijfsmodel Previcus en artikel 30a Wet WOZ”).\n\n8.1.. Volgens die beschrijving is de werkwijze met ingang van 1 januari 2025 fundamenteel gewijzigd. Het aantal dossiers is vanaf 2025 aanzienlijk afgenomen van 128.000 zaken naar circa 1.291 zaken. De zaken worden (vrijwel) niet meer op basis van no cure no pay uitgevoerd, maar volgens een regulier model waarin een cliënt, ongeacht de uitkomst van de zaak, een vaste startvergoeding betaalt (doorgaans gebaseerd op het aantal aanslagbiljetten) en\u002Fof een deel van de gerealiseerde besparing afdraagt (in bijna alle gevallen 40% van de besparing). De vóór 2025 aangebrachte zaken worden nog op basis van no cure no pay uitgevoerd. Bovendien worden vanaf 2025 alle aanslagbiljetten op voorhand gescreend en worden enkel de zaken doorgezet waarbij op voorhand onvoldoende duidelijk is dat er geen fouten zijn gemaakt. Er is, aldus de beschrijving, geen sprake meer van een grote massa waar de wetswijziging (Wet herwaardering proceskostenvergoeding WOZ en Bpm) op zag. De gemachtigde richt zich voortaan op de zakelijke markt, waarbij vrijwel altijd ook prijsafspraken met belanghebbenden worden gemaakt die losstaan van eventueel toegekende proceskostenvergoedingen.\n\n8.2.. De gemachtigde heeft de prijsafspraken over 2025 als volgt in een overzicht opgenomen.\n\n8.3.. De vermelding in de volmacht dat de vergoeding voor de werkzaamheden uitsluitend het totaal van de proceskostenvergoedingen bedraagt, klopt, aldus de beschrijving, niet meer. De onderliggende overeenkomsten bepalen dat cliënten zelf vergoedingen verschuldigd zijn. De proceskostenvergoeding speelt daarin nog slechts een kleine aanvullende rol.\n\n9. Op 4 mei 2026 heeft de gemachtigde van belanghebbende de facturen en betaalbewijzen in een groot aantal zaken, waarin zij als gemachtigde optreedt, ingezonden. Op 11 mei 2026 is daarvan een overzicht overgelegd. Die stukken bevestigen het beeld dat de beschrijving van het bedrijfsmodel geeft. Uit de facturen en betaalbewijzen blijkt namelijk dat de gemachtigde van een groot deel van haar cliënten een “besparingsfee” van minimaal 30% van de eventuele belastingbesparing vraagt, zij die “besparingsfee” aan haar cliënten factureert en die “besparingsfee” vervolgens ook door de cliënten wordt betaald.\n\n10. Daarnaast komt uit de facturen en betaalbewijzen naar voren dat de meeste cliënten (bovenop de “besparingsfee”) tevens een (in hoogte variërende) “startfee” zijn verschuldigd. Op zitting heeft de gemachtigde toegelicht dat, indien overeengekomen, de “startfee” altijd wordt gefactureerd en betaald. Dat dit niet in alle gevallen gebeurt blijkt uit de overgelegde facturen en betaalbewijzen, en komt, aldus de gemachtigde, doordat de “startfee”, die ongeacht de uitkomst is verschuldigd, in die gevallen eerder is gefactureerd en betaald. Dat is anders bij de “besparingsfee”, die niet eerder dan na het nemen van het bestreden besluit in rekening kan worden gebracht, omdat dan pas de (hoogte van de) besparing duidelijk is.\n\n11. De heffingsambtenaar heeft zich ter zitting op het standpunt gesteld dat het pas op 4 mei 2026 door de gemachtigde van belanghebbende indienen van facturen en betaalbewijzen (die op 6 mei 2026 door de rechtbank zijn vrijgegeven), die al in 2025 beschikbaar waren, in strijd is met een goede procesorde. De rechtbank overweegt dat partijen in beginsel vrij zijn om gedurende de procedure hun standpunten aan te vullen. Die vrijheid wordt echter begrensd door de beginselen van de goede procesorde. Hoewel de late indiening van reeds voorhanden zijnde stukken niet de schoonheidsprijs verdient, ziet de rechtbank hierin geen grond om die stukken vanwege strijd met een goede procesorde buiten beschouwing te laten. Hiertoe acht de rechtbank van belang dat de stukken een onderbouwing vormen van een eerder door de gemachtigde ingenomen standpunt, een reactie zijn op het verweerschrift en dat de aard en de omvang van de stukken niet zodanig zijn dat van de heffingsambtenaar om adequaat hierop te kunnen reageren een nader diepgaand (feiten)onderzoek wordt gevergd. De inhoudelijke reactie van de heffingsambtenaar op de stukken in de pleitnota bevestigen dit oordeel.\n\n12. De rechtbank stelt voorop dat voor haar de facturen en de betaalbewijzen leidend zijn voor de beoordeling van de vraag of kenmerk (i) op de gemachtigde van belanghebbende van toepassing is. Naar het oordeel van de rechtbank zijn (alleen) die stukken, en niet (ook) de overeenkomst, de website en de algemene voorwaarden van de gemachtigde (op 9 februari 2025), waarvan gesteld is dat die op dat moment nog niet in overeenstemming met het gewijzigde bedrijfsmodel waren gebracht, relevant voor de vraag of sprake is van een bedrijfsmodel op basis van no cure no pay. Omdat het bedrijfsmodel van de gemachtigde (en niet de vergoedingen in de aan de rechtbank voorliggende zaken) moet worden beoordeeld, blijft die beoordeling, anders dan de heffingsambtenaar stelt, niet beperkt tot de gemeenten binnen het ambtsgebied van de heffingsambtenaar. Daaruit volgt ook dat op grond van het (incidenteel) ontbreken van facturen en betaalbewijzen in aan de rechtbank voorliggende zaken niet zonder meer kan worden geconcludeerd dat kenmerk (i) op het bedrijfsmodel van de gemachtigde van toepassing is.\n\n13. De rechtbank is van oordeel dat met voldoende gegevens is onderbouwd dat de gemachtigde in 2025 voor een groot deel van de procedures een “besparingsfee” in rekening heeft gebracht. Door het betalen van een “besparingsfee” loopt een belanghebbende bij de inschakeling een gemachtigde voor het voeren van een procedure een financieel risico (zie hiervoor het arrest van de Hoge Raad van 26 september 2025). Deze door de gemachtigde gevraagde vergoeding (van 30-40%) acht de rechtbank, nog daargelaten dat de Hoge Raad dat enkel ten aanzien van “instapvergoedingen” heeft geoordeeld, ook niet dusdanig laag dat kan worden gesproken van rechtsbijstandverlening op een grondslag die in wezen overeenkomt met rechtsbijstandverlening op basis van no cure no pay. Op grond van het vorenstaande heeft belanghebbende, naar het oordeel van de rechtbank, buiten redelijke twijfel bewezen dat het bedrijfsmodel van de gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar niet het kenmerk van optreden op basis van no cure no pay heeft (i). Daaraan doet niet af dat een belanghebbende vooraf ermee heeft ingestemd dat een eventuele vergoeding van proceskosten aan de gemachtigde toekomt. Dat geldt ook voor het ontbreken van facturen en betaalbewijzen van op een eerder moment in rekening gebrachte “startfees” en de door de heffingsambtenaar gestelde inconsistenties in de hoogte hiervan.\n\n14. Uit het vorenstaande volgt dat sprake is van een bijzonder geval en de heffingsambtenaar ten onrechte toepassing heeft gegeven aan artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz.\n\n15. Dit betekent dat het beroep van belanghebbende gegrond is. De rechtbank vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding en bepaalt met toepassing van artikel 8:72, derde lid, aanhef en onder b, van de Algemene wet bestuursrecht de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase op € 1.332,- (2 x € 666,-).\n\n16. Aan het standpunt van belanghebbende dat aan het bestreden besluit een motiveringsgebrek kleeft, wordt niet toegekomen.\n\n17. Omdat het beroep gegrond is, moet de heffingsambtenaar het griffierecht aan belanghebbende vergoeden.\n\n18. De rechtbank acht termen aanwezig om de heffingsambtenaar te veroordelen in de proceskosten die belanghebbende redelijkerwijs heeft moeten maken in verband met de behandeling van het beroep, een en ander eveneens overeenkomstig de normen van het Besluit proceskosten bestuursrecht. Aan belanghebbende is door een derde beroepsmatig rechtsbijstand verleend. Voor de in aanmerking te nemen proceshandelingen worden 2 punten (1 punt voor het indienen van het beroepschrift en 1 punt voor het verschijnen op zitting met een waarde van € 934,- per punt) toegekend. De rechtbank bepaalt in overeenstemming met het Richtsnoer proceskostenvergoeding belastingkamers gerechtshoven 2024 (neergelegd in de uitspraak van het gerechtshof ’s-Hertogenbosch van 7 augustus 2024, ECLI:NL:GHSHE:2024:2524) de wegingsfactor op 0,5. Gelet hierop bedraagt het vanwege de in deze zaak verleende rechtsbijstand te vergoeden bedrag in totaal € 934,-.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding, stelt de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase vast op € 1.332,- en bepaalt dat deze uitspraak in de plaats treedt van het vernietigde besluit;\n\n- draagt de heffingsambtenaar op het betaalde griffierecht van € 385,- aan belanghebbende te vergoeden;\n\n- veroordeelt de heffingsambtenaar in de proceskosten van belanghebbende wegens verleende rechtsbijstand in beroep tot een bedrag van € 934,-.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. B.F.A. van Huijgevoort, voorzitter, en mrs. E.P.J. Rutten en J.H. van Hoof leden, in aanwezigheid van mr. D.D.R.H. Lechanteur, griffier.De beslissing is in het openbaar uitgesproken op 8 juli 2026.\n\ngriffier rechter\n\nAfschrift verzonden aan partijen op: 8 juli 2026.\n\nRechtsmiddel\n\nTegen deze uitspraak kunnen partijen binnen zes weken na de verzenddatum hoger beroep instellen bij het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nU kunt digitaal beroep instellen via www.rechtspraak.nl. Daar klikt u op “Formulieren en inloggen”. Hoger beroep instellen kan eventueel ook nog steeds door verzending van een brief aan het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nBij het instellen van het hoger beroep dient het volgende in acht te worden genomen:\n\n1. bij het hogerberoepschrift wordt een afschrift van deze uitspraak overgelegd;\n\n2 - het hogerberoepschrift moet, indien het op papier wordt ingediend, ondertekend zijn. Verder moet het ten minste het volgende vermelden:\n\na. de naam en het adres van de indiener;\n\nb. de datum van verzending;\n\nc. een omschrijving van de uitspraak waartegen het hoger beroep is ingesteld;\n\nd. de redenen waarom u het niet eens bent met de uitspraak (de gronden van het hoger beroep).","nl","rechtspraak_nl","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBLIM:2026:6423","ecli-nl-rblim-2026-6423",{"courtName":30,"legalDomain":31,"decisionType":32,"procedureType":33},"Roermond","Bestuursrecht; Belastingrecht","uitspraak","Uitspraak",{"id":35,"ecli":36,"caseNumber":37,"courtId":38,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":39,"language":40,"source":41,"sourceUrl":14,"summary":42,"slug":43,"metadata":17},"85","ECLI:RO:2026:JudecatoriaSECTORUL5BUCURESTI:17050-302-2025-a1","17050\u002F302\u002F2025\u002Fa1",97,"Admite cererea de îndreptare a erorii materiale din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026, pronunţată de Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti în dosar nr. 17050\u002F302\u002F2025, formulată din oficiu.       \nDispune îndreptarea erorii materiale strecurată în cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025, în sensul re?inerii că pârâtul Vasile Constantin are codul numeric personal ............, iar nu ............., astfel cum în mod eronat s-a consemnat.   \nPrezenta încheiere face parte integrantă din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025.   \nÎndreptarea se va efectua în toate exemplarele sentin?ei.\n\tCu drept de apel în 30 de zile de la comunicare. 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Voorts is beslist op de vorderingen van de benadeelde partijen, zoals nader omschreven in het vonnis waarvan beroep.\n\nNamens de verdachte is tegen het vonnis hoger beroep ingesteld.\n\nOmvang van het hoger beroep\n\nDe verdachte is door de rechtbank Rotterdam vrijgesproken van hetgeen aan hem onder 1 is tenlastegelegd. Het hoger beroep is door de verdachte onbeperkt ingesteld en is derhalve mede gericht tegen de in eerste aanleg gegeven beslissing tot vrijspraak. Gelet op hetgeen is bepaald in artikel 404, vijfde lid, van het Wetboek van Strafvordering staat voor de verdachte tegen deze beslissing geen hoger beroep open. Het hof zal de verdachte mitsdien niet-ontvankelijk verklaren in het ingestelde hoger beroep, voor zover dat is gericht tegen de in het vonnis waarvan beroep gegeven vrijspraak.\n\nWaar hierna wordt gesproken van \"de zaak\" of \"het vonnis\", wordt daarmee bedoeld de zaak of het vonnis voor zover op grond van het vorenstaande aan het oordeel van dit hof onderworpen.\n\nTenlastelegging\n\nAan de verdachte is – voor zover aan het oordeel van het hof onderworpen – tenlastegelegd dat:\n\n2. hij op of omstreeks 01 januari 2023 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard, openlijk, te weten, op of aan de Smidsweg en\u002Fof de Langestraat, in elk geval op of aan (een) openbare weg(en), in vereniging geweld heeft gepleegd tegen een of meer verbalisanten van de politie Eenheid Rotterdam, te weten [hoofdagent] (hoofdagent) en\u002Fof [aspirant] (aspirant) en\u002Fof één of meer verbalisanten, zijnde groepsleden van de Mobiele Eenheid van politie Eenheid Rotterdam, te weten [verbalisant 1] en\u002Fof [verbalisant 2] en\u002Fof [verbalisant 3] en\u002Fof [verbalisant 4] en\u002Fof [verbalisant 5] en\u002Fof [verbalisant 6] en\u002Fof [verbalisant 7] en\u002Fof [verbalisant 8] en\u002Fof [verbalisant 9] en\u002Fof [verbalisant 10] en\u002Fof [verbalisant 11] en\u002Fof [verbalisant 12] en\u002Fof [verbalisant 13] en\u002Fof [verbalisant 14] en\u002Fof [verbalisant 15] en\u002Fof [verbalisant 16] en\u002Fof [verbalisant 17] en\u002Fof [verbalisant 18] en\u002Fof [verbalisant 19] en\u002Fof [verbalisant 20] , althans een of meer (andere) verbalisanten door\n\n- één of meer stuks zwaar (illegaal) vuurwerk (betreffende onder meer: cobra's \u002F nitraten \u002F shells) en\u002Fof vuurwerkbommen op\u002Ftegen, althans in de richting van\u002Fnaar voornoemde verbalisanten af te schieten en\u002Fof te gooien, waarbij voornoemd(e) vuurwerk\u002Fvuurwerkbommen vlakbij\u002Fnaast het\u002Fde lichamen en\u002Fof het\u002Fde hoofden\u002Fgezichten van voornoemde verbalisanten tot ontploffing is\u002Fzijn gekomen en\u002Fof\n\n- ( met kracht) één of meer stenen en\u002Fof glaswerk op\u002Ftegen, althans in de richting van voornoemde verbalisanten te gooien en\u002Fof\n\n- ( dreigend) zich op te dringen aan voornoemde ambtenaren en\u002Fof\n\n- ( daarbij) (dreigend) een of meerdere ploertendoders, althans slagvoorwerpen, aan voornoemde ambtenaren te tonen\u002Fvoor te houden en\u002Fof\n\n- ( daarbij) aan die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof een of meer (andere) verbalisanten de weg te versperren, althans de doorgang te beletten en\u002Fof (daarbij) te verhinderen dat die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof anderen met\u002Fin een (politie)voertuig weg konden rijden en\u002Fof\n\n- naar\u002Fin de richting van voornoemde ambtenaren te schelden, met de woorden: \"Kankerlijers\", \"Kanker op joh\" en\u002Fof \"Kankerpolitie\" en\u002Fof\n\n- ( met kracht) op\u002Ftegen het (politie)schild van die [verbalisant 2] te trappen\u002Fschoppen;\n\n3. hij op of omstreeks 31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk een vuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed, dat\u002Fdie geheel of ten dele aan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachte toebehoorde(n) heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt.\n\nVordering van de advocaat-generaal\n\nDe advocaat-generaal heeft gevorderd dat het vonnis waarvan beroep ten aanzien van de bewezenverklaring zal worden bevestigd en dat de verdachte ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde zal worden veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 107 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 60 dagen voorwaardelijk en met een proeftijd van 2 jaren.\n\nHet vonnis waarvan beroep\n\nHet vonnis waarvan beroep kan niet in stand blijven omdat het hof zich daarmee niet verenigt.\n\nVrijspraak\n\nDe advocaat-generaal heeft zich op het standpunt gesteld dat het onder 2 tenlastegelegde wettig en overtuigend kan worden bewezenverklaard, nu de verdachte met zijn handelen een bijdrage van voldoende gewicht heeft geleverd aan het openlijk geweld tegen de desbetreffende verbalisanten. Zo heeft de verdachte voorafgaand aan de jaarwisseling deel genomen aan een WhatsApp-groep waarin werd gesproken over het voornemen onrust te veroorzaken ten tijde van de jaarwisseling. Voorts heeft de verdachte in de nacht van de jaarwisseling – nadat hij door leden van de Mobiele Eenheid (ME) was ingesloten –op zijn telefoon een video-opname gemaakt waarin er samen met medeverdachte [medeverdachte] (hierna: [medeverdachte] ) wordt gepraat over het doodschoppen van een ME’er. Vijftien minuten nadat hij deze video had opgenomen, is [medeverdachte] aangehouden voor het schoppen tegen het schild van een ME’er.\n\nHet hof overweegt als volgt.\n\nHet hof stelt voorop dat van het \"in vereniging\" plegen van geweld sprake is, indien de betrokkene een voldoende significante of wezenlijke bijdrage levert aan het geweld, zij het dat deze bijdrage zelf niet van gewelddadige aard hoeft te zijn. De enkele omstandigheid dat iemand aanwezig is in een groep die openlijk geweld pleegt is niet zonder meer voldoende om hem te kunnen aanmerken als iemand die \"in vereniging\" geweld pleegt. Beoordeeld zal moeten worden of de door de verdachte geleverde – intellectuele en\u002Fof materiële – bijdrage aan het delict van voldoende gewicht is.\n\nMet de advocaat-generaal en de verdediging is het hof van oordeel dat op grond van het verhandelde ter terechtzitting niet kan worden bewezen dat de verdachte omstreeks de jaarwisseling geweld heeft gebruikt jegens de verbalisanten, zoals het gooien met stenen of vuurwerk. Het hof is voorts van oordeel dat evenmin bewezen kan worden dat de verdachte op enige wijze geweldshandelingen die door andere personen zijn gepleegd heeft ondersteund of anderszins heeft bijgedragen aan het ontstaan of het voortduren van het geweld jegens de verbalisanten. Het hof neemt hierbij in aanmerking dat [medeverdachte] bij de raadsheer-commissaris als getuige is gehoord en heeft verklaard dat hetgeen de verdachte in de video-opname heeft gezegd, los stond van zijn handelen daarna en dat de verdachte niet in de buurt was toen [medeverdachte] tegen het schild van verbalisant [verbalisant 2] aan schopte. De enkele aanwezigheid in de groep die door de politie\u002FME was ingesloten en het feit dat de verdachte deel uit maakte van een WhatsApp-groep acht het hof evenmin een bijdrage van voldoende gewicht. Gelet op het voorgaande is niet vast komen te staan dat de verdachte een voldoende significante of wezenlijke bijdrage heeft geleverd aan het tenlastegelegde geweld tegen de desbetreffende verbalisanten, zodat het ten laste gelegde niet kan worden bewezen en de verdachte daarvan zal worden vrijgesproken.\n\nBewezenverklaring\n\nHet hof acht wettig en overtuigend bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan, met dien verstande dat:\n\n3. hij op of omstreeks31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk eenvuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed,dat\u002Fdiegeheel of ten deleaan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachtetoebehoorde(n)heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt;.\n\nHetgeen meer of anders is tenlastegelegd, is niet bewezen. De verdachte moet daarvan worden vrijgesproken.\n\nBewijsvoering\n\nHet hof grondt zijn overtuiging dat de verdachte het bewezenverklaarde heeft begaan op de feiten en omstandigheden die in de bewijsmiddelen zijn vervat en die reden geven tot de bewezenverklaring.\n\nIn die gevallen waarin de wet aanvulling van het arrest vereist met de bewijsmiddelen dan wel, voor zover artikel 359, derde lid, tweede volzin, van het Wetboek van Strafvordering wordt toegepast, met een opgave daarvan, zal zulks plaatsvinden in een aanvulling die als bijlage aan dit arrest zal worden gehecht.\n\nStrafbaarheid van het bewezenverklaarde\n\nHet onder 3 bewezenverklaarde levert op\n\nopzettelijk en wederrechtelijk enig goed dat geheel of ten dele aan een ander toebehoort, vernielen.\n\nStrafbaarheid van de verdachte\n\nEr is geen omstandigheid aannemelijk geworden die de strafbaarheid van de verdachte uitsluit. De verdachte is dus strafbaar.\n\nStrafmotivering\n\nHet hof heeft de op te leggen straf bepaald op grond van de ernst van het feit en de omstandigheden waaronder dit is begaan en op grond van de persoon en de persoonlijke omstandigheden van de verdachte, zoals daarvan is gebleken uit het onderzoek ter terechtzitting.\n\nDaarbij heeft het hof in het bijzonder het volgende in aanmerking genomen.\n\nDe verdachte heeft zich op oudejaarsavond schuldig gemaakt aan vernieling van een prullenbak door hierop zwaar vuurwerk tot ontploffing te brengen. Een dergelijk feit is gevaarzettend en geschikt om gevoelens van angst en onveiligheid in de maatschappij teweeg te brengen. De verdachte heeft met zijn handelen de gemeente en daarmee de gemeenschap financiële schade berokkend en hij heeft hiermee overlast veroorzaakt.\n\nHet hof heeft acht geslagen op een de verdachte betreffend uittreksel Justitiële Documentatie van 1 juni 2026, waaruit blijkt dat de verdachte niet eerder voor een vergelijkbaar feit is veroordeeld.\n\nTen aanzien van de redelijke termijn als bedoeld in artikel 6, eerste lid, van het Europees Verdrag tot bescherming van de rechten van de mens en de fundamentele vrijheden (EVRM) overweegt het hof dat deze is aangevangen op 6 maart 2023. In eerste aanleg is de redelijke termijn niet overschreden. Het hof stelt vast dat de behandeling van de zaak in hoger beroep niet heeft plaatsgevonden binnen de daartoe gestelde redelijke termijn,. Namens de verdachte is immers op 4 juli 2023 hoger beroep ingesteld en het hof wijst op 8 juli 2026 eindarrest. De redelijke termijn van de berechting in hoger beroep is derhalve met meer dan één jaar overschreden. Het hof ziet, ook gelet op de duur van de procedure als geheel, aanleiding te volstaan met de constatering van dit verzuim, gelet op de gekozen strafmodaliteit en de hoogte van de op te leggen straf.\n\nHet hof is – alles afwegende – van oordeel dat een onvoorwaardelijke taakstraf van na te melden duur een passende en geboden reactie vormt. Anders dan de verdediging heeft bepleit acht het hof een geldboete, gelet op de context waarin en de wijze waarop de vernieling plaatsvond – tijdens de jaarwisseling en met (illegaal) vuurwerk – niet passend. Evenmin zal om die reden toepassing worden gegeven aan het bepaalde in artikel 9a van het Wetboek van Strafrecht.\n\nVorderingen tot schadevergoeding\n\nIn het onderhavige strafproces hebben tweeëntwintig verbalisanten zich als benadeelde partij gevoegd ter zake van het onder 2 ten laste gelegde. De benadeelde partijen [verbalisant 17] , [verbalisant 12] , [verbalisant 8] , [verbalisant 9] , [verbalisant 19] , [verbalisant 20] , [verbalisant 18] , [verbalisant 15] , [verbalisant 10] , [verbalisant 4] , [verbalisant 1] , [verbalisant 16] , [verbalisant 3] , [aspirant] , [verbalisant 7] , [hoofdagent] , [verbalisant 14] , [verbalisant 5] en [verbalisant 6] vorderen per persoon een vergoeding van € 350,00 aan immateriële schade. De benadeelde partijen [verbalisant 13] en [verbalisant 11] vorderen per persoon een vergoeding van € 400,00 aan immateriële schade en de benadeelde partij [verbalisant 2] vordert een vergoeding van € 750,00 aan immateriële schade.\n\nNu de verdachte ter zake van het onder 2 tenlastegelegde wordt vrijgesproken, zullen de benadeelde partijen niet-ontvankelijk worden verklaard in hun vordering.\n\nGelet daarop zullen de benadeelde partijen worden veroordeeld in de kosten die de verdachte tot aan deze uitspraak in verband met de verdediging tegen die vorderingen heeft moeten maken, welke kosten het hof vooralsnog begroot op nihil.\n\nToepasselijke wettelijke voorschriften\n\nHet hof heeft gelet op de artikelen 9, 22c, 22d en 350 van het Wetboek van Strafrecht, zoals zij rechtens gelden dan wel golden.\n\nBESLISSING\n\nHet hof:\n\nVerklaart de verdachte niet-ontvankelijk in het hoger beroep, voor zover gericht tegen de beslissing ter zake van het onder 1 tenlastegelegde.\n\nVernietigt het vonnis waarvan beroep voor zover thans aan het oordeel van het hof onderworpen en doet in zoverre opnieuw recht:\n\nVerklaart niet bewezen dat de verdachte het onder 2 tenlastegelegde heeft begaan en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart, zoals hiervoor overwogen, bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan.\n\nVerklaart niet bewezen hetgeen de verdachte meer of anders is tenlastegelegd dan hierboven is bewezenverklaard en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart het onder 3 bewezenverklaarde strafbaar, kwalificeert dit als hiervoor vermeld en verklaart de verdachte strafbaar.\n\nVeroordeelt de verdachte tot een taakstrafvoor de duur van60 (zestig) uren, indien niet naar behoren verricht te vervangen door30 (dertig) dagen hechtenis.\n\nBeveelt dat de tijd die door de verdachte vóór de tenuitvoerlegging van deze uitspraak in enige in artikel 27, eerste lid, van het Wetboek van Strafrecht bedoelde vorm van voorarrest is doorgebracht, bij de uitvoering van de opgelegde taakstraf in mindering zal worden gebracht, volgens de maatstaf van 2 uren taakstraf per in voorarrest doorgebrachte dag, voor zover die tijd niet reeds op een andere straf in mindering is gebracht.\n\nVordering van de benadeelde partijen:\n\n- [verbalisant 17] ,\n\n- [verbalisant 12] ,\n\n- [verbalisant 13] ,\n\n- [verbalisant 8] ,\n\n- [verbalisant 9] ,\n\n- [verbalisant 19] ,\n\n- [verbalisant 20] ,\n\n- [verbalisant 11]\n\n- [verbalisant 18] ,\n\n- [verbalisant 15] ,\n\n- [verbalisant 10] ,\n\n- [verbalisant 4] ,\n\n- [verbalisant 1] ,\n\n- [verbalisant 16] ,\n\n- [verbalisant 3] ,\n\n- [verbalisant 2]\n\n- [aspirant] ,\n\n- [verbalisant 7] ,\n\n- [hoofdagent] ,\n\n- [verbalisant 14] ,\n\n- [verbalisant 5] , en\n\n- [verbalisant 6]\n\nVerklaart de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens niet-ontvankelijk in hun vordering tot schadevergoeding.\n\nVeroordeelt de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens in de door verdachte gemaakte kosten en begroot deze telkens op nihil.\n\nDit arrest is gewezen door mr. F.W. Pieters, als voorzitter, mr. E.C. van Veen en mr. M.C. Bruining, leden, in bijzijn van de griffier mr. V.V. de Lange.\n\nHet is uitgesproken op de openbare terechtzitting van het hof van 8 juli 2026.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:GHDHA:2026:2250","ecli-nl-ghdha-2026-2250",{"courtName":52,"legalDomain":53,"decisionType":32,"procedureType":33},"Den Haag","Strafrecht",{"id":55,"ecli":56,"caseNumber":14,"courtId":57,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":58,"language":25,"source":26,"sourceUrl":59,"summary":14,"slug":60,"metadata":61},"348","ECLI:NL:RBDHA:2026:18721",65,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Groningen\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.20806\n uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n \n [naam], eiseres,\n\nV-nummer: [v-nummer:],\n\n(gemachtigde: mr. I.M. Zuidhoek),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, de minister.\n\nInleiding\n\n1. In deze uitspraak beoordeelt de rechtbank het beroep van eiseres tegen het niet in behandeling nemen van de aanvraag tot het verlenen van een verblijfsvergunning asiel voor bepaalde tijd. De minister heeft de aanvraag met het bestreden besluit van 7 april 2026 niet in behandeling genomen omdat daarvoor Frankrijk verantwoordelijk is.\n\n1.1.. De rechtbank doet op grond van artikel 8:54 van de Algemene wet bestuursrecht (Awb) uitspraak zonder zitting.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\n2. De rechtbank beoordeelt het niet in behandeling nemen van de asielaanvraag van eiseres. Zij doet dat mede aan de hand van de argumenten die eiseres heeft aangevoerd, de beroepsgronden.\n\n3. De rechtbank verklaart het beroep ongegrond. Dat betekent dat eiseres ongelijk krijgt en het bestreden besluit in stand blijft. Hierna legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit oordeel heeft.\n\nToepasselijk recht\n\n4. Op deze zaak is het recht van toepassing dat gold vóór 12 juni 2026.\n\nTotstandkoming van het besluit\n\n5. De Europese Unie heeft gezamenlijke regelgeving over het in behandeling nemen van asielaanvragen. Die staat in de Dublinverordening.Op grond van de Dublinverordening neemt de minister een asielaanvraag niet in behandeling als is vastgesteld dat een andere lidstaat verantwoordelijk is voor de behandeling daarvan.In dit geval heeft Nederland bij Frankrijk een verzoek om terugname gedaan. Frankrijk heeft dit verzoek aanvaard.\n\nMag de minister ten opzichte van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel?\n\n6. Eiseres stelt zich op het standpunt dat er in Frankrijk voor haar een onveilige situatie zal optreden. Dit is het gevolg van de aanwezigheid van veel Libanezen in Frankrijk, waaronder ook de familie van haar moeder die haar eerder al bedreigde. Bovendien heeft eiseres in Nederland een community gevonden waar zij zich veilig bij voelt en in Frankrijk heeft zij niemand, dit is voor haar een angstaanjagend vooruitzicht. Dit terwijl in Nederland er een sterke en diverse LHBT-gemeenschap is waar zij zich veilig voelt. Volgens eiseres is er in Frankrijk bovendien nog steeds een groot probleem met betrekking tot de opvang van asielzoekers. Ze verwijst naar het AIDA-rapport over Frankrijk, update 2024.Er is een tekort aan opvangplekken en eiseres loopt bij terugkeer een reëel risico om in een situatie van materiële deprivatie terecht te komen. Volgens eiseres is het bestreden besluit niet zorgvuldig voorbereid en berust het evenmin op een deugdelijke motivering.\n\n6.1.. De beroepsgrond slaagt niet. Naar het oordeel van de rechtbank mag de minister ten aanzien van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. De Afdelingheeft meermaals bevestigd dat ten aanzien van Frankrijk in algemene zin kan worden uitgegaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. Hierbij is ook het AIDA rapport, update 2024, betrokken. De rechtbank overweegt ambtshalve dat ook het recente AIDA rapport, update 2025, geen wezenlijk ander beeld geeft van de opvangvoorzieningen in Frankrijk dan de informatie die is betrokken door de Afdeling in eerdere uitspraken.\n\n6.2.. Uit de AIDA rapporten blijkt niet dat sprake is van structurele tekortkomingen in de opvang of asielprocedure, ook niet ten aanzien van de LHTBI-gemeenschap. Eiseres heeft bovendien niet aannemelijk gemaakt dat zij bij overdracht aan Frankrijk persoonlijk geen opvang, rechtsbescherming of toegang tot de procedure zal krijgen. Eiseres heeft niet eerder een asielaanvraag in Frankrijk ingediend waardoor zij geen persoonlijke ervaring heeft met de kwaliteit van de asielprocedure en de opvangvoorzieningen in Frankrijk.\n\n6.3.. Naar het oordeel van de rechtbank heeft de minister zich niet ten onrechte op het standpunt gesteld dat eiseres niet aannemelijk heeft gemaakt dat sprake is van bijzondere, individuele omstandigheden op basis waarvan de minister de aanvraag toch zou moeten behandelen.\n\nConclusie en gevolgen\n\n7. Het beroep is kennelijk ongegrond. Dat betekent dat het bestreden besluit in stand blijft en eiseres overgedragen kan worden aan Frankrijk. Eiseres krijgt geen vergoeding van haar proceskosten.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank verklaart het beroep ongegrond.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. A. Sibma, rechter, in aanwezigheid van mr. S. Strating, griffier, en openbaar gemaakt door middel van gepseudonimiseerde publicatie op rechtspraak.nl.\n\nDe uitspraak is openbaar gemaakt en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over verzet\n\nAls partijen het niet eens zijn met deze uitspraak, kunnen zij een verzetschrift sturen naar de rechtbank waarin zij uitleggen waarom zij het niet eens zijn met deze uitspraak. Het verzetschrift moet worden ingediend binnen zes weken na de dag waarop deze uitspraak is verzonden. Als partijen graag een zitting willen om het verzetschrift toe te lichten, moeten zij dit in het verzetschrift vermelden.\n\n Zie artikel 84 van de Asiel- en migratiebeheerverordening inzake het overgangsrecht.\n\n Verordening (EU) nr. 604\u002F2013.\n\n Dit staat ook in artikel 30, eerste lid, van de Vreemdelingenwet 2000.\n\n Update 2024 van juni 2025.\n\n Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State.\n\n Update 2025 van mei 2026.\n\n Zie ook de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Arnhem, van 3 juli 2026. (ECLI:NL:RBDHA:2026:18469, r.o. 7.1) en de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Middelburg, van 25 juni 2026 (ECLI:NL:RBDHA:2026:17711).","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18721","ecli-nl-rbdha-2026-18721",{"courtName":62,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Groningen","Bestuursrecht; Vreemdelingenrecht",{"id":65,"ecli":66,"caseNumber":14,"courtId":67,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":68,"language":25,"source":26,"sourceUrl":69,"summary":14,"slug":70,"metadata":71},"418","ECLI:NL:RBDHA:2026:18726",61,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Rotterdam\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.36068uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n\n [naam eiser] , eiser\n\nV-nummer: [V-nummer]\n\n(gemachtigde: mr. J.S. Dobosz),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, verweerder\n\n(gemachtigde: mr. C. van der Zijde).\n\nSamenvatting\n\n1. Deze uitspraak gaat over de maatregel van vreemdelingenbewaring die aan eiser is opgelegd. Deze maatregel is opgelegd op grond van artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vreemdelingenwet 2000. Eiser is het niet eens met die maatregel. Hij voert daartegen een beroepsgrond aan. Onder meer aan de hand van deze beroepsgrond beoordeelt de rechtbank de rechtmatigheid van die maatregel en de vraag of aan eiser een schadevergoeding moet worden toegekend.\n\n1.1.. De rechtbank komt in deze uitspraak tot het oordeel dat het beroep gegrond is. Het opleggen van de maatregel van vreemdelingenbewaring is onrechtmatig. De rechtbank kent daarom een schadevergoeding toe. Hieronder legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit heeft.\n\n1.2.. In deze uitspraak gebruikt de rechtbank de volgende afkortingen voor de wet- en regelgeving:\n\nAwb: Algemene wet bestuursrecht\n\nVw: Vreemdelingenwet 2000\n\nVb: Vreemdelingenbesluit 2000\n\nProcesverloop\n\n2. Met het bestreden besluit van 29 juni 2026 heeft verweerder aan eiser de maatregel van vreemdelingenbewaring opgelegd en de rechtbank daarvan in kennis gesteld.\n\n2.1.. Deze kennisgeving wordt gelijkgesteld met een door eiser ingesteld beroep. Het beroep wordt ook aangemerkt als een verzoek om schadevergoeding.\n\n2.2.. De rechtbank heeft het beroep op 7 juli 2026 op zitting behandeld. Hieraan hebben deelgenomen: eiser, de gemachtigde van eiser, K.A. Ozdzinska als tolk en de gemachtigde van verweerder.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\nToetsingskader\n\n3. Verweerder kan als het belang van de openbare orde of de nationale veiligheid dat vordert, de vreemdeling die geen rechtmatig verblijf heeft in vreemdelingenbewaring stellen.Verweerder stelt een vreemdeling slechts in vreemdelingenbewaring, voor zover geen minder dwingende maatregelen doeltreffend kunnen worden toegepast en de vreemdelingenbewaring blijft achterwege of wordt beëindigd, indien deze niet langer noodzakelijk is met het oog op het doel van de vreemdelingenbewaring.Deze vreemdeling kan in vreemdelingenbewaring worden gesteld op grond dat het belang van de openbare orde of nationale veiligheid zulks vordert, indien a) een onderduikrisico bestaat, of b) de vreemdeling de voorbereiding van het vertrek of de uitzettingsprocedure ontwijkt of belemmert.De maatregel kan alleen worden opgelegd wegens het bestaan van een onderduikrisico, indien ten minste twee van de gronden, genoemd in artikel 5.6, tweede lid, van het Vb zich voordoen.\n\nGronden\n\n4. Eiser heeft de gronden die aan de maatregel ten grondslag zijn gelegd niet bestreden. De gronden, die de ambtshalve toetsing van de rechtbank doorstaan, zijn tezamen voldoende om de maatregel van bewaring te kunnen dragen.\n\nRechtmatig verblijf\n\n5. Eiser heeft aangevoerd dat er sprake is van een rechtmatig verblijf van eiser in Nederland op grond van artikel 7 van de Richtlijn 2004\u002F38\u002FEG. Eiser is een maand voorafgaand aan de onderhavige zaak opgehouden op 3 juni 2026. Hij heeft ter onderbouwing het proces-verbaal van ophouding overgelegd. Op deze dag is onderzoek gedaan naar de arbeidssituatie van eiser. Gebleken is dat eiser arbeid verricht voor een Nederlands uitzendbureau en beschikte over een arbeidscontract. Eiser is vervolgens heengezonden wegens bestendig verblijf. Verweerder kon ten aanzien van de onderhavige maatregel van bewaring op 29 juni 2026 niet zonder meer terugvallen op het standpunt dat sprake is van voortgezet onrechtmatig verblijf. Dit is onverenigbaar met de bevinding op 3 juni 2026. De maatregel van bewaring is dan ook onvoldoende zorgvuldig voorbereid en onvoldoende gemotiveerd.\n\n5.1.. Verweerder heeft aan de maatregel ten grondslag gelegd dat eiser geen rechtmatig verblijf in Nederland heeft, nu zijn verblijfsrecht als Unieburger bij beschikking van 6 maart 2025 is beëindigd. De rechtbank stelt voorop dat de enkele omstandigheid dat het verblijfsrecht van een Unieburger eerder is beëindigd, niet zonder meer meebrengt dat deze op een later moment geen rechten meer aan het Unierecht kan ontlenen. Indien sprake is van gewijzigde feiten en omstandigheden dient verweerder de verblijfsrechtelijke positie van de betrokkene opnieuw te beoordelen alvorens tot het oordeel te komen dat hij geen rechtmatig verblijf heeft.\n\n5.2.. De rechtbank oordeelt als volgt. In de maatregel van bewaring is vermeld dat eiser heeft verklaard werkzaam te zijn voor een Nederlands uitzendbureau en dit ook heeft aangetoond, dat eiser werkzaam is in België waar hij ook wordt voorzien van woonruimte door de werkgever en dat hij in België mag verblijven. Naar het oordeel van de rechtbank vormen deze omstandigheden concrete aanwijzingen dat de feitelijke situatie van eiser sinds de beschikking van 6 maart 2025 is gewijzigd. Van verweerder mocht daarom worden verwacht dat hij kenbaar zou onderzoeken welke betekenis deze gewijzigde omstandigheden hebben voor de actuele verblijfsrechtelijke positie van eiser. Uit de maatregel van bewaring, het gehoor voorafgaand aan deze maatregel en de overige stukken in het dossier is niet gebleken dat een dergelijk onderzoek heeft plaatsgevonden. Daarbij betrekt de rechtbank dat uit het proces-verbaal van ophouding van eiser op 3 juni 2026 blijkt dat eiser is heengezonden, omdat sprake was van ‘mogelijk bestendig verblijf’. Uit het proces-verbaal van verhoor op die dag blijkt dat het werken voor een Nederlands uitzendbureau hier ook aan de orde is geweest. Vervolgens wordt nog geen maand later in de onderhavige maatregel van bewaring zonder kenbare motivering aangenomen dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft. Niet valt in te zien waarom verweerder er zonder nader onderzoek van uit heeft kunnen gaan dat eiser geen aan het Unierecht ontleend verblijfsrecht had. De motivering dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft, is onder deze omstandigheden onvoldoende draagkrachtig. Gelet hierop is de maatregel in strijd met artikel 3:2 en 3:46 van de Awb tot stand gekomen en is dan ook onrechtmatig. Deze beroepsgrond slaagt.\n\nConclusie en gevolgen\n\n6. Het beroep tegen de maatregel van vreemdelingenbewaring is gegrond. Deze maatregel is vanaf het moment van het opleggen daarvan onrechtmatig. De rechtbank beveelt de opheffing van deze maatregel met ingang van vandaag.\n\n6.1.. Op grond van artikel 106 van de Vw kan de rechtbank indien zij de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring beveelt aan eiser een schadevergoeding ten laste van de Staat toekennen. De rechtbank acht gronden aanwezig om een schadevergoeding toe te kennen voor 10 dagen onrechtmatige (tenuitvoerlegging van de) vreemdelingenbewaring ten bedrage van 0 x € 160,- (verblijf politiecel) en 10 x € 120,- (verblijf detentiecentrum) = € 1.200,-.\n\n6.2.. Eiser krijgt een vergoeding van zijn proceskosten. Verweerder moet deze vergoeding betalen. Deze vergoeding bedraagt € 1.868,- omdat de gemachtigde van eiser geacht wordt beroep te hebben ingesteld en aan de zitting heeft deelgenomen. Verder zijn er geen kosten gemaakt die vergoed kunnen worden.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- veroordeelt de Staat der Nederlanden tot het betalen van € 1.200,- aan schadevergoeding aan eiser, te betalen door de griffier en beveelt de tenuitvoerlegging van deze schadevergoeding;\n\n- beveelt de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring met ingang van vandaag;\n\n- veroordeelt verweerder tot betaling van € 1.868,- aan proceskosten aan eiser.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. S.N. Abdoelkadir, rechter, in aanwezigheid van mr. M. Stehouwer, griffier.\n\nUitgesproken in het openbaar en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over hoger beroep\n\nEen partij die het niet eens is met deze uitspraak, kan een hogerberoepschrift sturen naar de Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State waarin wordt uitgelegd waarom deze partij het niet eens is met de uitspraak. Het hogerberoepschrift moet worden ingediend binnen één week na de dag waarop deze uitspraak is verzonden of na de dag van plaatsing daarvan in het digitale dossier.\n\n Het beroep tegen een maatregel van bewaring wordt ook aangemerkt als een verzoek om toekenning van schadevergoeding. Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59c van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 5.5 van het Vb.\n\n Dit volgt uit artikel 5.6, eerste lid, van het Vb.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18726","ecli-nl-rbdha-2026-18726",{"courtName":72,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Rotterdam"]