[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"decision-ecli-de-neuris-kore704842025":3,"decision-more-ecli-de-neuris-kore704842025":18},{"id":4,"ecli":5,"caseNumber":6,"courtId":7,"courtName":8,"courtSlug":9,"decisionDate":10,"fullText":11,"language":12,"source":13,"sourceUrl":14,"summary":15,"slug":16,"metadata":17},"7644","ECLI:DE:NEURIS:KORE704842025","I ZB 26\u002F24",46,"Bundesgerichtshof","bundesgerichtshof","2025-02-20T00:00:00.000Z","#  (Untersagung einer Werbung für Fernbusreisen mit den Bezeichnungen \"umweltfreundlich\" (\"milieuvriendelijk\") und\u002Foder \"klimafreundlich\" (\"klimaatvriendelijk\") durch das Umweltbundesamt; Ermittlung ausländischen Rechts - Fernbus in Belgien) \n\n## Leitsatz\n\nFernbus in Belgien\n\n1\\. Die Rechtmäßigkeit einer von der zuständigen deutschen Behörde (hier: dem Umweltbundesamt) auf Ersuchen einer für die Verfolgung irreführender Angaben gegenüber Verbrauchern zuständigen Behörde eines Mitgliedstaats der Europäischen Union (hier: der belgischen Generaldirektion Wirtschaftsinspektion, ADEI) auf der Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 2017\u002F2394 über die Zusammenarbeit zwischen den für die Durchsetzung der Verbraucherschutzgesetze zuständigen nationalen Behörden (ABl. EU 2017 L 345 S. 1, Consumer Protection Cooperation \\- CPC-Verordnung) gegen ein in Deutschland ansässiges Unternehmen erlassenen Untersagungsanordnung setzt nicht voraus, dass eine den innerstaatlichen Anforderungen des belgischen Rechts genügende \"Grundverfügung\" der ADEI als ersuchende Behörde vorliegt. Die Befugnisse der ersuchenden Behörde ergeben sich vielmehr ebenso wie diejenigen der ersuchten Behörde unmittelbar aus den Bestimmungen der CPC-Verordnung.20\n\n2\\. Die gegen die im Rahmen eines Verfahrens gemäß der CPC-Verordnung ergangene Beschwerdeentscheidung erhobene Rechtsbeschwerde kann nicht auf eine Verletzung von ausländischem Recht gestützt werden. An die Feststellungen des Beschwerdegerichts, die das Bestehen und den Inhalt des materiellen ausländischen Rechts betreffen, ist das Rechtsbeschwerdegericht vielmehr gebunden. Auch die Anwendung ausländischen Rechts durch das Tatgericht kann durch das Rechtsbeschwerdegericht grundsätzlich nicht nachgeprüft werden.50\n\n3\\. Allerdings kann mit der Verfahrensrüge geltend gemacht werden, das ausländische Recht sei unter Verletzung der Maßstäbe des § 293 ZPO unzureichend oder fehlerhaft ermittelt worden. Diese Rügemöglichkeit ist indessen beschränkt. Sie besteht nicht, wenn mit ihr in Wirklichkeit die Nachprüfung irrevisiblen ausländischen Rechts bezweckt wird. Außerdem überprüft das Rechtsbeschwerdegericht lediglich, ob das Tatgericht das ihm eingeräumte pflichtgemäße Ermessen fehlerfrei ausgeübt, insbesondere die sich anbietenden Erkenntnisquellen ausgeschöpft hat. Dabei werden die Grenzen der Ermessensausübung des Tatgerichts durch die jeweiligen Umstände des Einzelfalls gezogen.51\n\n4\\. An die Ermittlungspflicht des deutschen Tatgerichts sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je komplexer oder fremder im Vergleich zum eigenen das anzuwendende ausländische Recht ist, während es im umgekehrten Fall, in dem eine Norm des ausländischen Rechts \\- etwa aufgrund einer unionsrechtlichen Harmonisierung - mit einer Vorschrift des inländischen Rechts übereinstimmt, nicht selten naheliegt, dem ausländischen Rechtssatz dieselbe Bedeutung wie der entsprechenden inländischen Vorschrift beizumessen.51\n\n5\\. Bei der für die Irreführungsverbote gemäß Art. 6 und 7 der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG maßgeblichen Frage, wie der angesprochene Durchschnittsverbraucher die angegriffenen Angaben versteht, geht es nicht um eine reine Tatsachenfeststellung im eigentlichen Sinne, sondern um eine Rechtsfrage, die dem Anwendungsbereich von § 293 ZPO unterfällt. Da die nationalen Gerichte wegen des harmonisierten Begriffs des Durchschnittsverbrauchers in der Regel in gleicher Weise beurteilen dürfen, ob eine Werbeaussage irreführend ist (vgl. EuGH, Urteil vom 16. Juli 1998 - C-210\u002F96, WRP 1998, 848 [juris Rn. 32] \\- Gut Springenheide und Tusky), genügt es grundsätzlich den Anforderungen des § 293 ZPO, wenn das Tatgericht zum einen die Anschauung des deutschen Durchschnittsverbrauchers feststellt und zum anderen die Feststellung trifft, dass sich die Anschauungen des Durchschnittsverbrauchers in einem anderen Mitgliedstaat davon nicht entscheidungserheblich unterscheiden.57\n\n## Tenor\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 3. Zivilkammer - Kammer für Handelssachen \\- des Landgerichts Dessau-Roßlau vom 1. Februar 2024 wird auf Kosten der Beschwerdeführerin zurückgewiesen.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf 40.000 € festgesetzt.\n\n## Gründe\n\n1\\. A. Die Beschwerdeführerin ist ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, das unter der Bezeichnung \"F. -Bus\" Verkehrsdienstleistungen anbietet. Sie betreibt in Deutschland und Belgien Fernbuslinien sowie in Deutschland unter der Bezeichnung \"F. -Train\" auch Bahnlinien. Die Beschwerdegegnerin ist die Bundesrepublik Deutschland. Sie hat auf Ersuchen einer belgischen Behörde auf der Grundlage der Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 2017\u002F2394 über die Zusammenarbeit zwischen den für die Durchsetzung der Verbraucherschutzgesetze zuständigen nationalen Behörden (ABl. EU 2017 L 345 S. 1, Consumer Protection Cooperation \\- CPC-Verordnung) gegen die Beschwerdeführerin wegen als irreführend bewerteter Angaben auf deren belgischer Internetseite eine Untersagungsanordnung erlassen. \n\n2\\. Im Januar 2022 warb die Beschwerdeführerin auf ihrer belgischen Internetseite www.f. -bus.be für ihre Fernbusreisen mit den Angaben \"milieuvriendelijk\" (umweltfreundlich) und \"klimaatvriendelijk\" (klimafreundlich). Außerdem fand sich dort die Angabe, dass der Fernbus das umweltfreundlichste Verkehrsmittel sei (\"De plus, voyager en bus longue distance est le mode de transport le plus respectueux de l'environnement\"). Auf einer Unterseite zum Thema Nachhaltigkeit wurden in Bezug sowohl auf den \"F. -Bus\" als auch auf den - in Belgien nicht angebotenen - \"F. -Train\" Angaben zu Umweltvorteilen dieser Verkehrsmittel ge-macht. Auf der Internetseite www.f. -bus.be bot die Beschwerdeführerin außer-dem innerhalb des Buchungsvorgangs für Reisen mit dem \"F. -Bus\" als Zusatz-leistung eine CO2-Kompensationszahlung an, ohne anzugeben, auf welchem Emissionswert diese beruhte. \n\n3\\. Die belgische Algemene Directie Economische Inspectie (Generaldirektion Wirtschaftsinspektion, ADEI) hielt die Angaben \"umweltfreundlich\", \"klimafreundlich\" und \"umweltfreundlichstes Verkehrsmittel\" für irreführend und das Angebot einer CO2-Kompensationszahlung als Zusatzleistung ohne die Angabe des maßgeblichen Emissionswerts für in irreführender Weise unvollständig. Die ADEI sah darin einen Verstoß gegen Art. 6 Abs. 1 Buchst. b beziehungsweise Art. 7 Abs. 1 und 4 Buchst. a der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG über unlautere Geschäftspraktiken im binnenmarktinternen Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen und Verbrauchern in Form der diese Bestimmungen in belgisches Recht umsetzenden Vorschriften (Art. VI.97 Nr. 2 und Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch). \n\n4\\. Mit Blick auf den Sitz der Beschwerdeführerin in Deutschland entschloss sich die ADEI, ihre Beanstandungen im Rahmen der CPC-Verordnung zu verfolgen. Die ADEI erbat mit Schreiben vom 5. Januar 2022 an das damals bei der Beschwerdegegnerin zuständige Bundesamt für Justiz die Untersuchung des CO2-Kompensationsprogramms der Beschwerdeführerin sowie die Ergreifung notwendiger Durchsetzungsmaßnahmen in Bezug auf die irreführenden \"green claims\". \n\n5\\. Am 13. Januar 2023 erließ das inzwischen zuständig gewordene, in Dessau-Roßlau ansässige Umweltbundesamt gegen die Beschwerdeführerin eine Entscheidung, mit dem diese unter Androhung eines Zwangsgelds in Höhe von 20.000 € verpflichtet wurde, 1\\. es zu unterlassen, für Beförderungsdienstleistungen auf der Internetseite f. -bus.be wie folgt zu werben und\u002Foder werben zu lassen: a) mit der Behauptung, dass Fernbusreisen umweltfreundlich (\"milieuvriendelijk\") und\u002Foder klimafreundlich (\"klimaatvriendelijk\") seien; b) mit der Behauptung, dass der Fernbus das umweltfreundlichste Verkehrsmittel sei (\"De plus, voyager en bus longue distance est le mode de transport le plus respectueux de l'environnement\"); c) mit Werbeaussagen, die sich auf die Umweltvorteile des \". -Trains\" bezie-hen, solange dieser weder von der Beschwerdeführerin in Belgien angeboten noch dies in der Werbeaussage klargestellt wird; 2\\. innerhalb des Buchungsvorgangs für Reisen mit dem \"F. -Bus\" auf der Internet-seite f. -bus.be anzugeben, auf welchem Emissionswert (= auf der konkret ge-planten Strecke voraussichtlich pro Person emittierte CO2-Äquivalente) die angebotene CO2-Kompensationszahlung basiert, solange die Beschwerdeführerin diese CO2-Kompensationszahlung als Zusatzleistung anbietet. \n\n6\\. Die gegen diese Entscheidung gerichtete Beschwerde der Beschwerdeführerin hat das Landgericht Dessau-Roßlau (Beschwerdegericht) zurückgewiesen. \n\n7\\. Mit ihrer vom Beschwerdegericht zugelassenen Rechtsbeschwerde, deren Zurückweisung die Beschwerdegegnerin beantragt, verfolgt die Beschwerdeführerin ihren Antrag auf Aufhebung der Entscheidung des Umweltbundesamtes vom 13. Januar 2023 und Zurückweisung des Durchsetzungsersuchens Belgiens nach der CPC-Verordnung weiter. \n\n8\\. B. Das Beschwerdegericht hat angenommen, die zulässige Beschwerde sei unbegründet. Der Beschluss des Umweltbundesamtes vom 13. Januar 2023 sei rechtmäßig. Es hat zur Begründung seiner Entscheidung ausgeführt: \n\n9\\. Das Umweltbundesamt sei für das von den belgischen Behörden gemäß Art. 12 CPC-Verordnung an die Beschwerdegegnerin gerichtete Durchsetzungsersuchen zuständig und nach den Bestimmungen dieser Verordnung auch befugt gewesen, alle erforderlichen und verhältnismäßigen Durchsetzungsmaßnahmen zu ergreifen, wozu auch der Erlass des angefochtenen Bescheids zähle. Die von der ersuchenden belgischen Behörde beanstandeten Angaben seien als Verstoß gegen Unionsrecht zum Schutz von Verbraucherinteressen zu qualifizieren. Die Behauptungen \"umweltfreundlich\" und \"klimafreundlich\" seien irreführend gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG sowie der Umsetzungsbestimmung des Art. VI.97 Nr. 2 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch. Die Aussagen auf der Unterseite zur Nachhaltigkeit der belgischen Internetseite seien auch auf \"F. -Trains\" bezogen gewesen. Dadurch sei der unrichtige Eindruck entstanden, dass die Beschwerdeführerin die Beförderung mit einem \"F. -Train\" auch in Belgien anbiete. Das als Zusatzleistung erfolgte Angebot einer CO2-Kompensationszahlung im Rahmen des Buchungsvorgangs sei als irreführende Unterlassung gemäß Art. 7 Abs. 1 und 4 Buchst. a der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG sowie der Umsetzungsbestimmung gemäß Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch zu qualifizieren, weil nicht angegeben worden sei, auf welchem Emissionswert - nämlich den auf der konkret geplanten Strecke voraussichtlich pro Person emittierten CO2-Äquivalenten - die CO2-Kompensationszahlung basiere. Die in der Entscheidung angeordneten Maßnahmen dienten der Durchsetzung des Unionsrechts zum Schutz der Verbraucherinteressen und wahrten die gesetzlichen Grenzen des Ermessens. Sie seien erforderlich und angemessen, mildere Mittel stünden nicht zur Verfügung. Dabei sei zu berücksichtigen, dass immer mehr Verbraucher ein gesteigertes Interesse an nachhaltigen und umweltfreundlichen Verkehrsmitteln hätten und Aspekte des Umweltschutzes zunehmend Gegenstand geschäftlicher Entscheidungen seien. \n\n10\\. C. Die vom Beschwerdegericht zugelassene Rechtsbeschwerde ist statthaft (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 Satz 2 ZPO in Verbindung mit § 24 Abs. 1 EU-Verbraucherschutzdurchführungsgesetz, EU-VSchDG) und auch sonst zulässig (§ 575 ZPO in Verbindung mit § 22 Satz 1 Nr. 2, § 26 Abs. 3 und 5 EU-VSchDG). In der Sache hat sie allerdings keinen Erfolg. Das Beschwerdegericht hat als zuständiges Gericht entschieden (dazu C I). Seine Entscheidung ist auch in der Sache frei von Rechtsfehlern (dazu C II). \n\n11\\. I. Das Landgericht Dessau-Roßlau ist das für den Erlass der angefochtenen Entscheidung zuständige Beschwerdegericht. \n\n12\\. 1\\. Gemäß § 13 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 4 EU-VSchDG entscheidet über die Beschwerde gegen eine Entscheidung nach Art. 9 Abs. 4 Buchst. e CPC-Verordnung das für den Sitz der zuständigen Behörde zuständige Landgericht. \n\n13\\. 2\\. Das Umweltbundesamt mit Sitz in Dessau-Roßlau ist die für die Anwendung der im Streitfall maßgeblichen Bestimmungen gemäß Art. 9 Abs. 4 Buchst. e CPC-Verordnung zuständige Behörde. \n\n14\\. a) Gemäß Art. 5 Abs. 1 CPC-Verordnung benennt jeder Mitgliedstaat die oder mehrere zuständige Behörden, die für die Anwendung dieser Verordnung verantwortlich sind. Die Bestimmung der zuständigen Behörden ist für Deutschland in § 2 EU-VSchDG in Abhängigkeit von den verletzten Vorschriften zum Schutz der Verbraucherinteressen vorgenommen worden. \n\n15\\. b) Gemäß § 2 Nr. 1 Buchst. a EU-VSchDG in Verbindung mit Art. 3 Nr. 1 CPC-Verordnung ist im Falle des Verdachts eines Verstoßes gegen die in Nummer 9 des Anhangs der CPC-Verordnung genannte Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG und die zu ihrer Umsetzung oder Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften das Umweltbundesamt zuständig, auf das die ursprünglich beim Bundesamt für Justiz liegende Zuständigkeit mit Wirkung zum 1. August 2022 übergegangen ist (Art. 19 Nr. 1 des Gesetzes zur Anpassung von Rechtsvorschriften zum Verbraucherschutz und zur Verbraucherrechtsdurchsetzung vom 24. Juni 2022, BGBl. I S. 959). Gemäß § 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Errichtung eines Umweltbundesamtes in der Fassung des Art. 1 Nr. 1 des Gesetzes vom 2. Mai 1996 (BGBl. I S. 660) hat das Umweltbundesamt seinen Sitz in Dessau. \n\n16\\. II. Das Beschwerdegericht hat auch in der Sache frei von Rechtsfehlern angenommen, dass der Antrag der Beschwerdeführerin auf Aufhebung der vom Umweltbundesamt erlassenen Entscheidung vom 13. Januar 2023 unbegründet ist. \n\n17\\. 1\\. Gemäß § 20 Abs. 2, § 13 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EU-VSchDG in Verbindung mit § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO ist eine vom Umweltbundesamt gemäß Art. 9 Abs. 4 Buchst. e CPC-Verordnung getroffene Unterlassungsanordnung vom Beschwerdegericht aufzuheben, wenn sie rechtswidrig ist und den Beschwerdeführer in seinen Rechten verletzt. Das Beschwerdegericht ist rechtsfehlerfrei davon ausgegangen, dass sich die Rechtmäßigkeit der angegriffenen Entscheidung nach Art. 12 Abs. 1 CPC-Verordnung beurteilt und sowohl die dort bestimmten Voraussetzungen einer Untersagungsanordnung vorliegen als auch die vom Umweltbundesamt angeordnete Maßnahme ermessensfehlerfrei ist sowie dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entspricht. \n\n18\\. 2\\. Gemäß Art. 12 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung ergreift die ersuchte Behörde auf Ersuchen einer ersuchenden Behörde alle erforderlichen und verhältnismäßigen Durchsetzungsmaßnahmen, um die Einstellung oder Untersagung des Verstoßes innerhalb der Union zu bewirken, indem sie die Befugnisse gemäß Art. 9 sowie alle zusätzlichen Befugnisse, über die sie nach nationalem Recht verfügt, ausübt. Die ersuchte Behörde entscheidet über die angemessenen Durchsetzungsmaßnahmen, die erforderlich sind, um die Einstellung oder Untersagung des Verstoßes innerhalb der Union zu bewirken, und ergreift diese unverzüglich, spätestens jedoch sechs Monate nach Eingang des Ersuchens, sofern sie keine besonderen Gründe für eine Verzögerung vorbringt (Art. 12 Abs. 1 Satz 2 CPC-Verordnung). \n\n19\\. 3\\. Das Beschwerdegericht hat frei von Rechtsfehlern angenommen, dass das Umweltbundesamt gemäß den Anforderungen eines Durchsetzungsersuchens nach Art. 12 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung tätig geworden ist (dazu C II 3 a). Mit Recht ist es außerdem davon ausgegangen, dass die beanstandete Durchsetzungsmaßnahme des Umweltbundesamtes gemäß Art. 12 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 4 Buchst. e CPC-Verordnung dazu dient, die Untersagung eines Verstoßes innerhalb der Union zu bewirken (dazu C II 3 b). Die vom Umweltbundesamt angeordnete Maßnahme ist auch ermessensfehlerfrei sowie erforderlich und angemessen im Sinne von Art. 12 Abs. 1 Satz 2 CPC-Verordnung (dazu C II 3 c). \n\n20\\. a) Das Umweltbundesamt ist gemäß den Anforderungen eines Durchsetzungsersuchens nach Art. 12 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung tätig geworden. Dem Verfahren lag mit dem Schreiben der ADEI vom 5. Januar 2022 an das damals bei der Beschwerdegegnerin zuständige Bundesamt für Justiz ein den Anforderungen des Art. 12 Abs. 1 CPC-Verordnung entsprechendes Durchsetzungsersuchen zugrunde (dazu C II 3 a aa). Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde setzt die Rechtmäßigkeit der angegriffenen Entscheidung nicht voraus, dass eine den innerstaatlichen Anforderungen des belgischen Rechts genügende \"Grundverfügung\" der ADEI als ersuchende Behörde vorliegt; die Befugnisse der ersuchenden und der ersuchten Behörde ergeben sich vielmehr unmittelbar aus den Bestimmungen der CPC-Verordnung (dazu C II 3 a bb). Die Untersagungs- und Verpflichtungsanordnung des Umweltbundesamtes entspricht auch im Übrigen den Bestimmungen zur Zuständigkeit der beteiligten Behörden sowie den Verfahrens- und Formvorschriften des in Rede stehenden Verfahrens (dazu C II 3 a cc). \n\n21\\. aa) Das Beschwerdegericht hat mit Recht angenommen, dass dem Verfahren mit dem Schreiben der ADEI vom 5. Januar 2022 an das damals bei der Beschwerdegegnerin zuständige Bundesamt für Justiz ein den Anforderungen des Art. 12 Abs. 1 CPC-Verordnung entsprechendes Durchsetzungsersuchen zugrunde liegt. \n\n22\\. (1) Die Rechtsbeschwerde macht geltend, die Untersagungsanordnung des Umweltbundesamtes sei insoweit formell rechtswidrig, als im Durchsetzungsersuchen der ADEI vom 5. Januar 2022 die auf den \"F. -Train\" bezogene und in dem vom Umweltbundesamt im Unterlassungsausspruch 1 c der angefochtenen Entscheidung zum Ausdruck kommende Beanstandung nicht erwähnt gewesen sei. Diese sei erst durch die Ermittlungstätigkeit des Bundesamtes für Justiz in den Fokus gerückt. Damit fehle es insoweit an einem Durchsetzungsersuchen als Rechtsgrundlage gemäß Art. 12 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung. Indem das Umweltbundesamt dennoch den Unterlassungsausspruch 1 c erlassen habe, habe es seine Kompetenzen als ersuchte Behörde überschritten. Mit dieser Rüge dringt die Rechtsbeschwerde nicht durch. \n\n23\\. (2) Die Rechtsbeschwerdeerwiderung macht zutreffend geltend, dass das Durchsetzungsersuchen vom 5. Januar 2022 auf die gesamte belgische Internetseite der Beschwerdeführerin und damit auch auf die Angabe zum \"F. -Train\" bezogen war und deshalb alle sich daraus ergebenen Irreführungen als vom Gegenstand des Ersuchens umfasst anzusehen sind. Jedenfalls hat sich die ADEI im Verlauf der Kommunikation mit dem Bundesamt für Justiz beziehungsweise dem Umweltbundesamt mit Schreiben vom 15. März 2022, 17. Oktober 2022 und 6. Dezember 2022 die auf die Angabe zum \"F. -Train\" bezogene Beanstandung zu Eigen und damit zum Gegenstand ihres Durchsetzungsersuchens gemacht. Jedenfalls wäre damit ein möglicher Verfahrensfehler gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 EU-VSchDG in Verbindung mit § 45 Abs. 1 Nr. 5 VwVfG geheilt worden. Danach ist eine Verletzung von Verfahrens- oder Formvorschriften, die nicht den Verwaltungsakt nach § 44 VwVfG nichtig macht, bei Nachholung der erforderlichen Mitwirkung einer anderen Behörde unbeachtlich. \n\n24\\. Etwas anderes ergibt sich nicht aus den die Beschwerdeführerin schützenden und gemäß Art. 10 Abs. 2 CPC-Verordnung zu beachtenden Verfahrensgarantien. Die Rechtsbeschwerde rügt nicht, dass die Beschwerdeführerin im Verwaltungsverfahren nicht in einer diesen Vorschriften entsprechenden Weise auch zu der Beanstandung angehört wurde, die sich auf die Werbeaussagen zu den Umweltvorteilen des \"F. -Trains\" beziehen. Im Gegenteil macht sie geltend, auf die ihrer Ansicht insoweit vorliegende Kompetenzüberschreitung der ersuchten Behörde mehrfach hingewiesen zu haben. \n\n25\\. Es kann nach alledem die Frage offenbleiben, ob sich aus Art. 9 Abs. 6 CPC-Verordnung und Erwägungsgrund 8 der Verordnung vor dem Hintergrund des in der Verordnung zum Ausdruck kommenden Ziels einer effektiven Durchsetzung des Verbraucherschutzes bei grenzüberschreitendem Handeln von Unternehmen im Rahmen einer auf gegenseitige Unterstützung und Kommunikation der ersuchenden und der ersuchten Behörde beruhenden Zusammenarbeit die weitergehende Befugnis der ersuchten Behörde ergibt, unabhängig von einem im Ersuchen zur Untersagung konkret bezeichneten Verstoß weitere Verstöße zu ermitteln und zu untersagen. \n\n26\\. bb) Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde setzt die Rechtmäßigkeit der angegriffenen Entscheidung des Umweltbundesamts nicht voraus, dass eine den innerstaatlichen Anforderungen des belgischen Rechts genügende \"Grundverfügung\" der ADEI als ersuchende Behörde vorliegt. Die Befugnisse der ersuchenden Behörde ergeben sich vielmehr ebenso wie diejenigen der ersuchten Behörde unmittelbar aus den Bestimmungen der CPC-Verordnung. \n\n27\\. (1) Die Rechtsbeschwerde macht geltend, das Beschwerdegericht habe es rechtsfehlerhaft versäumt zu prüfen, ob die Grundentscheidung der belgischen Behörde ADEI rechtmäßig und damit eine tragfähige Grundlage gewesen sei, einen Verstoß innerhalb der Union anzunehmen und hierauf ein Durchsetzungsersuchen zu stützen. Es hätte prüfen müssen, ob es eine eigenständige materiell-rechtliche Ermächtigungsgrundlage im belgischen Recht gebe, die die belgische ADEI ermächtige, ein Amtshilfedurchsetzungsersuchen an die in Deutschland zuständige Behörde zu richten. Nicht ausreichend sei die vom Beschwerdegericht vorgenommene Prüfung der Voraussetzungen des Art. VI.97 Nr. 2 und des Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch. Diese Bestimmungen seien lediglich die Umsetzungsvorschriften der unionsrechtlichen Irreführungsverbote gemäß Art. 6 Abs. 1 beziehungsweise Art. 7 Abs. 1 und 4 Buchst. a der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG. Ihnen könne keine Ermächtigung zum Tätigwerden als eine um Amtshilfe ersuchende belgische Behörde nach der CPC-Verordnung entnommen werden. Eine solche Ermächtigung ergebe sich auch nicht aus den Bestimmungen der CPC-Verordnung selbst. Fehle es - wie in Deutschland und Belgien - an einer Ermächtigungsgrundlage für eine behördliche innerstaatliche Rechtsdurchsetzung in Bezug auf einen vermeintlichen Verstoß gegen unionsrechtliche Vorschriften zum Schutz von Verbraucherinteressen, könne der CPC-Verordnung jedenfalls für Verstöße innerhalb der Union keine kompetenzerweiternde Wirkung für ersuchende nationale Behörden wie die belgische ADEI zukommen. \n\n28\\. Damit hat die Rechtsbeschwerde keinen Rechtsfehler des Beschwerdegerichts dargelegt. \n\n29\\. (2) Dem Wortlaut der Bestimmungen der CPC-Verordnung lässt sich die Notwendigkeit einer im nationalen Recht geregelten Ermächtigungsbestimmung zugunsten der ersuchenden Behörde nicht entnehmen. Vielmehr ergeben sich die Kompetenzen der ersuchenden wie der ersuchten Behörde nach dem klaren Wortlaut der hier maßgeblichen Vorschriften unmittelbar aus der Verordnung selbst. Gemäß Art. 12 Abs. 1, Art. 9 Abs. 1, 3, 4 und 6 CPC-Verordnung verfügt jede zuständige Behörde über die für die Anwendung der Verordnung erforderlichen Mindestermittlungs- und Durchsetzungsbefugnisse, zu denen auch die Befugnis gehört, die Einstellung von Verstößen schriftlich anzuordnen (Art. 9 Abs. 4 Buchst. e CPC-Verordnung). Gemäß Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 Buchst. a CPC-Verordnung kann die Ausübung der Befugnisse nach Artikel 9 unmittelbar durch die zuständigen Behörden in eigener Verantwortung erfolgen. Die ersuchte Behörde entscheidet selbst über die angemessenen Durchsetzungsmaßnahmen zur Einstellung oder Untersagung des Verstoßes innerhalb der Union (Art. 12 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung). Sie kann ein Durchsetzungsersuchen ablehnen, wenn nach einer sachdienlichen Ermittlung ihrer Ansicht nach kein Verstoß innerhalb der Union stattgefunden hat (Art. 14 Abs. 2 Buchst. c CPC-Verordnung). Ein diese weitreichenden Kompetenzen einschränkender, auf nationales Recht bezogener Vorbehalt findet sich nicht. \n\n30\\. Entgegen der in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat von der Rechtsbeschwerde geäußerten Ansicht ergibt sich nichts anderes aus Art. 3 CPC-Verordnung. Soweit dort bei der Begriffsbestimmung der \"ersuchenden Behörde\" (Art. 3 Nr. 9 CPC-Verordnung) und der \"ersuchten Behörde\" (Art. 3 Nr. 10 CPC-Verordnung) in der deutschen Sprachfassung von einem \"Antrag auf Amtshilfe\" die Rede ist, fehlt jeglicher Anhaltspunkt für die Annahme der Rechtsbeschwerde, ein Antrag auf Amtshilfe könne nicht auf der Grundlage der in der CPC-Verordnung selbst geregelten Ermächtigungen, sondern nur aufgrund einer eigenständigen materiell-rechtlichen Ermächtigungsgrundlage des belgischen Rechts gestellt werden. Zu berücksichtigen ist überdies, dass in der englischen Sprachfassung der CPC-Verordnung nicht der Begriff \"apply\", sondern \"request\" und damit derselbe Begriff verwendet wird, mit der in der deutschen Sprachfassung ansonsten ein Ersuchen bezeichnet wird. \n\n31\\. Entgegen der Annahme der Rechtsbeschwerde lässt sich auch aus Art. 12 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung und dem dort verwendeten Begriff des \"Verstoßes\" kein Anhaltspunkt dafür entnehmen, ein Antrag auf Amtshilfe könne nicht auf der Grundlage der in der CPC-Verordnung selbst geregelten Ermächtigungen, sondern nur aufgrund einer eigenständigen materiell-rechtlichen Ermächtigungsgrundlage des belgischen Rechts gestellt werden. Die Rechtsbeschwerde lässt außer Acht, dass die ersuchte Behörde auf Ersuchen der ersuchenden Behörde keineswegs nur die Befugnisse ausüben darf, über die sie nach nationalem Recht verfügt. Sie kann vielmehr alle erforderlichen und verhältnismäßigen Durchsetzungsmaßnahmen gemäß Art. 9 CPC-Verordnung ergreifen und damit auch die im Streitfall in Rede stehende schriftliche Anordnung der Einstellung von Verstößen (Art. 9 Abs. 4 Buchst. e) und die Bewirkung der Einstellung oder Untersagung von Verstößen (Art. 9 Abs. 4 Buchst. f). \n\n32\\. (3) Gegen das Erfordernis einer zusätzlichen Ermächtigungsgrundlage im nationalen Recht spricht auch der Regelungszusammenhang. \n\n33\\. (a) Zu berücksichtigten ist insoweit zunächst die vom Unionsgesetzgeber gewählte Regelungsform. Die maßgeblichen Kompetenzen der zuständigen Behörden sind in einer Verordnung des Unionsrechts geregelt. Gemäß Art. 288 Abs. 2 AEUV hat die Verordnung allgemeine und unmittelbare Geltung in jedem Mitgliedstaat. Eine Umsetzung in nationales Recht und damit die Schaffung kompetenzbegründender Vorschriften ist - anders als bei einer Richtlinie (Art. 288 Abs. 3 AEUV) - nicht erforderlich. \n\n34\\. (b) Gegen die Maßgeblichkeit einer nach dem nationalen Recht der ersuchenden Behörde erlassenen \"Grundverfügung\" spricht überdies der Umstand, dass die Bestimmung des Art. 14 Abs. 2 CPC-Verordnung der ersuchten Behörde zwar mehrere Gründe zubilligt, ein Durchsetzungsersuchen abzulehnen. Das Fehlen oder die nach nationalem Recht zu beurteilende Unrechtmäßigkeit einer \"Grundverfügung\" gehört aber ebenso wenig zu diesen Gründen wie eine sonstige formelle Rechtswidrigkeit des Durchsetzungsersuchens. \n\n35\\. (c) Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde ergibt sich auch aus der Bestimmung des Art. 36 Abs. 2 CPC-Verordnung keine volle gerichtliche Überprüfung einer \"Grundentscheidung\" der ersuchenden Behörde und damit kein Indiz für deren Erforderlichkeit. Nach dieser Bestimmung haftet in Bezug auf Durchsetzungsersuchen nach Art. 12 der Verordnung der Mitgliedstaat der ersuchenden Behörde dem Mitgliedstaat der ersuchten Behörde für Kosten und Verluste, die infolge von Maßnahmen entstanden sind, die von einem Gericht bei der Beurteilung des Vorliegens des entsprechenden Verstoßes zurückgewiesen und als unbegründet angesehen wurden. Von einer \"Grundentscheidung\" der ersuchenden Behörde ist dort nicht die Rede. Geregelt wird lediglich eine Lastenverteilung im Innenverhältnis der nach den Bestimmungen der CPC-Verordnung kooperierenden Behörden. Die in Art. 12 und Art. 9 CPC-Verordnung der ersuchten Behörde ausdrücklich eingeräumten Kompetenzen werden von der Bestimmung des Art. 36 Abs. 2 CPC-Verordnung in keiner Weise berührt. \n\n36\\. (4) Gegen die von der Rechtsbeschwerde vertretene Ansicht spricht auch das in den Erwägungsgründen 1 bis 3 zum Ausdruck kommende Ziel des Verordnungsgebers, mit der CPC-Verordnung einen im Vergleich zu der als nicht hinreichend effektiv erkannten Vorgängerverordnung (EG) Nr. 2006\u002F2004 erhöhten Harmonisierungsgrad der maßgeblichen Bestimmungen zu schaffen. Dadurch soll eine wirksamere und effizientere Zusammenarbeit bei der Durchsetzung zwischen den zuständigen Behörden ermöglicht werden, um Verstöße nach der CPC-Verordnung zu erkennen, Ermittlungen dazu zu führen und ihre Einstellung oder Untersagung anzuordnen. Dieses Ziel einer mit Hilfe harmonisierter Maßnahmen effektiv gestalteten Durchsetzung des Verbraucherschutzes bei grenzüberschreitendem Verhalten von Unternehmen wäre erheblich erschwert, wenn die Rechtmäßigkeit der von der ersuchten Behörde getroffenen Maßnahme zur Durchsetzung des Unionsrechts für den Schutz von Verbraucherinteressen davon abhinge, dass dieser Maßnahme ein Durchsetzungsersuchen einer Behörde aus einem anderen Mitgliedstaat zugrunde liegt, das nicht nur die in der CPC-Verordnung unmittelbar für die gesamte Europäische Union einheitlich geltenden Voraussetzungen erfüllt, sondern zusätzlich den jeweils von der ersuchten Behörde und dem gegebenenfalls vom Unternehmen angerufenen Beschwerdegericht zu ermittelnden Anforderungen gerecht werden muss, die in einer etwaigen in der für die ersuchende Behörde maßgeblichen nationalen Rechtsordnung vorhandenen Ermächtigungsgrundlage bestimmt sind. \n\n37\\. (5) Ohne Erfolg macht die Rechtsbeschwerde geltend, die in den Erwägungsgründen 3, 6 und 14 der CPC-Verordnung zum Ausdruck kommende Absicht des Unionsgesetzgebers, eine Art \"forum shopping\" von grenzüberschreitend tätigen Unternehmen zu verhindern, sei nur sinnvoll, wenn dem Unternehmen eine Durchsetzung des Verbraucherschutzrechts an seinem ursprünglichen Standort überhaupt drohe, so dass vorliegend der hypothetische Fall geprüft werden müsse, ob die Beschwerdeführerin, wäre sie ein in Belgien ansässiges Unternehmen, die behördliche Durchsetzung der Art. VI.97 Nr. 2, Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch durch die ADEI überhaupt fürchten müsste. \n\n38\\. Die Rechtsbeschwerde lässt unberücksichtigt, dass der Anwendungsbereich der CPC-Verordnung nicht auf Unternehmen begrenzt ist, die sich einer Rechtsdurchsetzung missbräuchlich durch einen Wechsel ihres Standorts entziehen. Ihre Anwendung setzt überdies nicht voraus, dass am jeweiligen Marktort die behördliche Rechtsdurchsetzung (\"public enforcement\") etabliert ist. Die Ansicht der Rechtsbeschwerde ist auch mit den Zielen der CPC-Verordnung unvereinbar. Sie hätte zur Folge, dass die verbraucherschützende Funktion ihrer Bestimmungen in Mitgliedstaaten wie Deutschland, in denen traditionell die private Rechtsdurchsetzung fest verankert ist (vgl. Podszun in Festschrift Harte-Bavendamm, 2020, S. 417, 432; Köhler, WRP 2020, 803 Rn. 3), leerliefe, weil etwa deutsche Behörden - mangels Anspruchsberechtigung nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und dem Gesetz über Unterlassungsklagen bei Verbraucherrechts- und anderen Vorschriften (Unterlassungsklagegesetz, UKlaG) - keine Durchsetzungsersuchen an Behörden anderer Mitgliedstaaten richten dürften, wenn dort ansässige Unternehmen die kollektiven Interessen deutscher Verbraucher verletzten. Eine solche einschränkende Auslegung liefe dem erklärten Ziel der CPC-Verordnung zuwider, durch eine Harmonisierung der Verfahrensregeln eine effektive behördliche Rechtsdurchsetzung grenzüberschreitend zu ermöglichen. \n\n39\\. (6) Entgegen der Annahme der Rechtsbeschwerde ergibt sich Abweichendes nicht aus dem Primärrecht der Union. \n\n40\\. (a) Die Rechtsbeschwerde macht insoweit geltend, es liege eine die Dienstleistungsfreiheit beeinträchtigende offene Ausländerdiskriminierung vor, sähe man in Art. 9 Abs. 6 CPC-Verordnung eine Ermächtigungsgrundlage für Behörden, um einen Verstoß innerhalb der Union gemäß Art. 3 Nr. 2 CPC-Verordnung zu verfolgen. Den Mitgliedstaaten sei es unbenommen, Verstöße gegen Verbraucherschutzbestimmungen gemäß der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG allein durch Private und nicht durch Behörden verfolgen zu lassen. Dies sei in Deutschland auch geschehen. Könnten in Deutschland ansässige Unternehmen aber aufgrund des Ersuchens der Behörde eines Mitgliedstaats, in dem gegebenenfalls eine behördliche Verfolgung von Verstößen gegen solche Verbraucherschutzbestimmungen vorgesehen sei, auf Unterlassung in Anspruch genommen werden, würde dies zu einer an den Niederlassungsort anknüpfenden und daher offenen Diskriminierung dieser Unternehmen führen. Es mache einen erheblichen Unterschied, ob man sich auf Augenhöhe mit Wettbewerbern oder Wirtschafts- oder Verbraucherverbänden nach den Regeln der Zivilprozessordnung streite oder ob man sich einer Behörde gegenübersehe, die auf die Infrastruktur und Ressourcen des Staats mit invasiven Ermittlungsinstrumenten und mit Zwangswirkung versehbaren Durchsetzungsmaßnahmen zurückgreifen könne. Zudem würde ein Hineinlesen einer Ermächtigungsgrundlage in Art. 9 Abs. 6 CPC-Verordnung dem allgemeinen unionsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz widersprechen, dass vergleichbare Sachverhalte nicht unterschiedlich und unterschiedliche Sachverhalte nicht gleichbehandelt werden dürften, es sei denn, dass eine solche Behandlung objektiv gerechtfertigt sei. Die Niederlassung des Unternehmens in dem Mitgliedstaat, in dem Verbraucherinteressen beeinträchtigt würden, oder in einem anderen Mitgliedstaat rechtfertige nicht, dass sich der Unternehmer einmal nur dem Vollzug durch Private ausgesetzt sehe und einmal (zusätzlich) einem behördlichen Vollzug. \n\n41\\. (b) Mit dieser Argumentation kann die Rechtsbeschwerde keinen Erfolg haben. \n\n42\\. Es liegt bereits keine unionsrechtlich relevante Ungleichbehandlung vor. Die Rechtsbeschwerde verkennt, dass der Unionsgesetzgeber von einer Gleichwertigkeit der Verfolgung von Verstößen gegen das Lauterkeitsrecht durch Private und durch Behörden ausgeht (vgl. Art. 11 Abs. 1 bis 3 der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG). Außerdem ist die Zielsetzung der Grundfreiheiten auf einen ungehinderten Marktzugang unter gleichen Wettbewerbsbedingungen gerichtet (vgl. Ludwigs in Dauses\u002FLudwigs, Handbuch des EU-Wirtschaftsrechts, Werkstand 60\\. EL Februar 2024, Kap. E.I. Rn. 31 mwN). Hieran anknüpfend sieht das Regelungsregime der CPC-Verordnung ein unionsweit einheitliches Verfahren bei grenzüberschreitenden Verstößen gegen Verbraucherschutzvorschriften vor. Dieses Verfahren dient der effektiven Durchsetzung harmonisierten Rechts im Interesse der Verbraucher und beseitigt so bestehende Wettbewerbsverzerrungen für gesetzestreue Unternehmer, die im Inland oder grenzüberschreitend tätig sind (Erwägungsgrund 3 CPC-Verordnung; vgl. auch Köhler\u002FFeddersen in Köhler\u002FFeddersen, UWG, 43. Aufl., § 12 Rn. 6.1a). Auf die Aufrechterhaltung eines unterschiedlichen Verbraucherschutzniveaus zwischen den Mitgliedstaaten besteht indessen kein Anspruch; derlei Unterschiede zu eliminieren ist vielmehr gerade das Ziel der CPC-Verordnung. Hierin liegt weder eine unionsrechtswidrige Ungleichbehandlung noch eine Maßnahme gleicher Wirkung (zu diesem Gesichtspunkt vgl. EuGH, Urteil vom 11. Juli 1974 - 8\u002F74, NJW 1975, 515 [juris Rn. 5] - Dassonville). Die Rechtsbeschwerdeerwiderung macht mit Recht geltend, dass in diesem Zusammenhang allein maßgeblich ist, dass die Beschwerdeführerin an den von ihr adressierten Marktorten nicht diskriminiert wird, weil sie dasselbe materielle Recht zu beachten hat wie ihre dort ansässigen Mitbewerber (vgl. EuGH, Urteil vom 24. November 1993 - C-267\u002F91 und C-268\u002F91, Slg. 1993, I-6097 = NJW 1994, 121 [juris Rn. 16 f.] - Keck und Mithouard; Urteil vom 30. November 1995 - C-55\u002F94, Slg. 1995, I-4165 = NJW 1996, 579 [juris Rn. 37] - Gebhard). \n\n43\\. cc) Vorliegend bestehen keine Zweifel, dass die Untersagungs- und Verpflichtungsanordnung des Umweltbundesamtes auch im Übrigen formell rechtmäßig ergangen ist. Insbesondere ist eine Verletzung von Verfahrens- und Formvorschriften weder gerügt worden noch sonst ersichtlich. Das Beschwerdegericht hat seiner Beurteilung zutreffend zugrunde gelegt, dass die ADEI in Belgien für die Durchsetzung des Unionsrechts zum Schutz von Verbraucherinteressen verantwortlich und gemäß Art. XV.2 § 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch als die zuständige Behörde im Sinne von Art. 3 Nr. 6 CPC-Verordnung anzusehen ist. Wie ausgeführt ist das Umweltbundesamt ebenfalls die für die Anwendung der im Streitfall maßgeblichen Bestimmungen der CPC-Verordnung zuständige Behörde. Die Rechtsbeschwerde macht über die vorstehend erörterten Rügen hinausgehend nicht geltend, dass Vorschriften des Verfahrens verletzt worden seien. \n\n44\\. b) Das Beschwerdegericht ist außerdem rechtsfehlerfrei davon ausgegangen, dass die beanstandete Durchsetzungsmaßnahme des Umweltbundesamts gemäß Art. 12 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 und 4 Buchst. e CPC-Verordnung dazu dient, die Untersagung eines Verstoßes innerhalb der Union zu bewirken. \n\n45\\. aa) Unter \"Verstoß innerhalb der Union\" ist jede Handlung oder Unterlassung zu verstehen, die gegen Unionsrecht zum Schutz der Verbraucherinteressen verstößt und die Kollektivinteressen von Verbrauchern geschädigt hat, schädigt oder voraussichtlich schädigen kann, die in einem anderen Mitgliedstaat oder in anderen Mitgliedstaaten als dem Mitgliedstaat ansässig sind, in dem der für die Handlung oder Unterlassung verantwortliche Unternehmer niedergelassen ist (Art. 3 Nr. 2 Buchst. b CPC-Verordnung). \n\n46\\. bb) Im Streitfall steht ein Verstoß gegen Bestimmungen des Unionsrechts zum Schutz von Verbraucherinteressen in Rede. \n\n47\\. (1) Das Umweltbundesamt hat die auf der belgischen Internetseite der Beschwerdeführerin gemachten Angaben der Beschwerdeführerin als Verstoß gegen das Verbot der Irreführung von Verbrauchern gemäß Art. VI.97 Nr. 2 und Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch beanstandet. Das Beschwerdegericht ist zutreffend und von der Rechtsbeschwerde unbeanstandet davon ausgegangen, dass es sich bei diesen Vorschriften um die Umsetzungsbestimmungen der unionsrechtlichen Irreführungsverbote gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchst. b beziehungsweise Art. 7 Abs. 1 und 4 Buchst. a der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG handelt. Gemäß Art. 3 Nr. 1 CPC-Verordnung gehören zum \"Unionsrecht zum Schutz der Verbraucherinteressen\" die im Anhang der Verordnung aufgeführten Verordnungen und Richtlinien, letztere in der in die innerstaatliche Rechtsordnung der Mitgliedstaaten umgesetzten Form. In Nr. 9 des Anhangs der CPC-Verordnung ist die Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG aufgeführt. \n\n48\\. (2) Das Beschwerdegericht hat ferner angenommen, dass die Beschwerdeführerin gegen Art. VI.97 Nr. 2 und Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch verstoßen hat. Die Behauptungen \"umweltfreundlich\" und \"klimafreundlich\" seien irreführend im Sinne der Bestimmung des Art. VI.97 Nr. 2 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch, mit der Art. 6 Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG in belgisches Recht umgesetzt worden sei. Sie könnten aufgrund ihres vagen Bedeutungsgehalts vom angesprochenen Verkehrskreis, den belgischen Verbrauchern, unterschiedlich interpretiert werden und genügten damit nicht den strengen Anforderungen an die Klarheit umweltbezogener Werbeangaben. Die in Form eines uneingeschränkten Superlativs erfolgte Angabe, der Fernbus sei das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, sei ebenfalls nicht in einer die Irreführung ausschließenden Weise hinreichend erläutert worden. Die Aussagen auf der Unterseite zur Nachhaltigkeit der belgischen Internetseite seien auch auf \"F. -Trains\" bezogen gewesen. Dadurch sei der unrichtige Eindruck entstanden, dass die Beschwerdeführerin die Beförderung mit einem \"F. -Train\" auch in Belgien anbiete. Das als Zusatzleistung erfolgte Angebot einer CO2-Kompensationszahlung im Rahmen des Buchungsvorgangs sei als irreführende Unterlassung gemäß den in Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch geregelten Bestimmungen zu qualifizieren, die eine Umsetzung von Art. 7 Abs. 1 und 4 Buchst. a der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG darstellten. Es sei die für die Verbraucherentscheidung wesentliche Angabe unterlassen worden, auf welchem Emissionswert - nämlich den auf der konkret geplanten Strecke voraussichtlich pro Person emittierten CO2-Äquivalenten - die angebotene CO2-Kompensationszahlung basiere. Insgesamt sei nach dem Verbraucherleitbild des Europäischen Gerichtshofs auf den normal informierten und angemessen aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbraucher abzustellen. Die Werbung richte sich an Verbraucher und Verbraucherinnen in Belgien. Daher sei das Verständnis der dortigen Verbraucher und Verbraucherinnen zu berücksichtigen. \n\n49\\. Gegen diese Beurteilung wendet sich die Rechtsbeschwerde ohne Erfolg. \n\n50\\. (3) Im Hinblick auf die Überprüfung der durch die Tatgerichte vorgenommenen Beurteilung ausländischen Rechts durch das Revisions- und Rechtsbeschwerdegericht bestehen Besonderheiten. Gemäß § 26 Abs. 5, § 22 Satz 1 Nr. 2 EU-VSchDG gelten für die vorliegende Rechtsbeschwerde die Vorschriften der Zivilprozessordnung entsprechend. Aus den Bestimmungen gemäß § 576 Abs. 3 und § 560 ZPO ergibt sich, dass die Rechtsbeschwerde auf eine Verletzung von ausländischem Recht nicht gestützt werden kann. An die Feststellungen des Beschwerdegerichts, die das Bestehen und den Inhalt des materiellen ausländischen Rechts betreffen, ist das Revisions- und das Rechtsbeschwerdegericht mithin gebunden (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 6. November 1991 - XII ZR 240\u002F90, NJW 1992, 438 [juris Rn. 9]; Urteil vom 30\\. April 1992 - IX ZR 233\u002F90, BGHZ 118, 151 [juris Rn. 25]; Beschluss vom 4. Juli 2013 - V ZB 197\u002F12, BGHZ 198,14 [juris Rn. 13 bis 25]; Urteil vom 14. Januar 2014 \\- II ZR 192\u002F13, NJW 2014, 1244 [juris Rn. 14]; Urteil vom 5. Juli 2023 - IV ZR 375\u002F21, NJW-RR 2023, 1146 [juris Rn. 21]; BeckOK ZPO\u002FBacher, 53. Edition [Stand: 1. Dezember 2024, § 293 Rn. 26; Zöller\u002FFeskorn, ZPO, 35. Aufl., § 545 Rn. 6; zur Parallelität von Revision und Rechtsbeschwerde vgl. Prütting in Festschrift Schütze, 2014, S. 449, 451 f.). Auch die Anwendung ausländischen Rechts durch das Tatgericht kann durch das Revisions- und Rechtsbeschwerdegericht grundsätzlich nicht nachgeprüft werden (BGH, Urteil vom 14. April 1988 - III ZR 12\u002F87, BGHZ 104, 178 [juris Rn. 31]; Urteil vom 23\\. Januar 1996 - VI ZR 291\u002F94, NJW-RR 1996, 732 [juris Rn. 14]; Ball in Musielak\u002FVoit, ZPO, 21. Aufl., § 545 Rn. 9; Zöller\u002FFeskorn aaO § 545 Rn. 6). Die Verletzung ausländischen Rechts kann auch dann nicht mit der Rechtsbeschwerde gerügt werden, wenn die Ausführungen des Beschwerdegerichts über das ausländische Recht nicht erschöpfend sind (vgl. BGH, Urteil vom 29. Juni 1987 - II ZR 6\u002F87, NJW 1988, 647 [juris Rn. 11]). Diese Grundsätze gelten sogar dann, wenn das ausländische Recht mit dem entsprechenden deutschen Recht übereinstimmt (vgl. BGH, NJW-RR 1996, 732 [juris Rn. 14] mwN). \n\n51\\. Allerdings kann mit der Verfahrensrüge geltend gemacht werden, dass das ausländische Recht unter Verletzung der Maßstäbe des § 293 ZPO unzureichend oder fehlerhaft ermittelt wurde (BGH, Urteil vom 20. Juli 2012 - V ZR 135\u002F11, WM 2013, 858 [juris Rn. 16] mwN). Diese Rügemöglichkeit ist indessen beschränkt. Sie ist nicht gegeben, wenn mit ihr in Wirklichkeit die Nachprüfung irrevisiblen ausländischen Rechts bezweckt wird (BGHZ 118, 151 [juris Rn. 26] mwN). Außerdem überprüft das Revisionsgericht lediglich, ob das Tatgericht das ihm eingeräumte pflichtgemäße Ermessen fehlerfrei ausgeübt, insbesondere die sich anbietenden Erkenntnisquellen ausgeschöpft hat (st. Rspr.; zur Revision vgl. BGHZ 118, 151 [juris Rn. 26]; BGH, Urteil vom 23. April 2002 - XI ZR 136\u002F01, WM 2002, 1186 [juris Rn. 17]; Urteil vom 13. Dezember 2005 - XI ZR 82\u002F05, BGHZ 165, 248 [juris Rn. 33]). Dabei lassen sich die Anforderungen, die an Umfang und Intensität der Ermittlungspflicht des Tatgerichts zu stellen sind, nur in eingeschränktem Maße generell-abstrakt bestimmen. Im Allgemeinen werden die Grenzen der Ermessensausübung des Tatgerichts durch die jeweiligen Umstände des Einzelfalls gezogen. An die Ermittlungspflicht werden umso höhere Anforderungen zu stellen sein, je komplexer oder fremder im Vergleich zum eigenen das anzuwendende Recht ist. Stimmt eine Norm des ausländischen Rechts mit einer Vorschrift des inländischen überein oder ist sie gar von diesem Recht übernommen, wird es namentlich bei auch sonst verwandten Rechtsordnungen nicht selten naheliegen, der ausländischen Bestimmung dieselbe Bedeutung wie der entsprechenden inländischen beizumessen (st. Rspr.; zur Revision vgl. nur BGHZ 118, 151 [juris Rn. 27 und 28] mwN sowie BGHZ 165, 248 [juris Rn. 33]). Von Einfluss auf das Ermittlungsermessen können auch Vortrag und sonstige Beiträge - etwa Privatgutachten - der Parteien sein. Tragen die Parteien eine bestimmte ausländische Rechtspraxis detailliert und kontrovers vor, wird das Gericht regelmäßig umfassendere Ausführungen zur Rechtslage zu machen - gegebenenfalls sämtliche ihm zugänglichen Erkenntnismittel auszuschöpfen - haben, als wenn der Vortrag der Parteien zu dem Inhalt des ausländischen Rechts übereinstimmt oder sie zu dem Inhalt dieses Rechts nicht Stellung nehmen, obwohl sie dessen Anwendbarkeit kennen oder mit ihr rechnen (st. Rspr.; vgl. nur BGHZ 118, 151 [juris Rn. 29] mwN). \n\n52\\. (4) Die Rechtsbeschwerde macht ohne Erfolg geltend, das Beschwerdegericht habe das maßgebliche belgische Recht unzureichend ermittelt. \n\n53\\. Entgegen der Auffassung der Rechtsbeschwerde erschöpfen sich die Ausführungen des Beschwerdegerichts zum ausländischen Recht nicht in einer bloßen Erwähnung der einschlägigen Normen des belgischen Lauterkeitsrechts. Das Beschwerdegericht hat vielmehr die maßgeblichen Art. VI.97 Nr. 2, Art. VI.99 §§ 1 und 4 Nr. 1 Belgisches Wirtschaftsgesetzbuch, die ihm in einer deutschen Übersetzung als Anlage 2 zu der angegriffenen Entscheidung vorgelegen haben, unter Heranziehung der Leitlinien der Kommission der Europäischen Union zur Auslegung und Anwendung der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG (ABl. EU 2021 C 526 S. 1) ausgelegt. Darüber hinaus hat es zur konkreten Rechtsanwendung auf die online abrufbaren und vom Umweltbundesamt nebst einer auszugsweisen deutschen Arbeitsübersetzung als Anlage BG 13 vorgelegten Richtlinien \"Guidelines Milieuclaims\" des Belgischen Wirtschaftsministeriums \\- Föderaler Öffentlicher Dienst (FÖD) Wirtschaft, KMB, Mittelstand und Energie vom 14\\. Juni 2022 abgestellt. Das Beschwerdegericht hat außerdem mit Blick darauf, dass es sich bei den in Rede stehenden lauterkeitsrechtlichen Irreführungstatbeständen um vollharmonisiertes Recht handelt, nicht nur auf den Wortlaut der einschlägigen belgischen Rechtsnormen abgestellt, sondern zu deren Auslegung und Anwendung das zugrundeliegende Unionsrecht und darauf bezogene weitere Erkenntnisquellen in den Blick genommen. Zu berücksichtigen ist ferner, dass die Rechtsbeschwerde keine von der Annahme des Beschwerdegerichts abweichende belgische Rechtspraxis dargelegt, sondern die Beschwerdeführerin sich im Gegenteil im Verfahren durchgängig auf einen Gleichlauf der deutschen und der belgischen Umsetzungsnormen berufen hat. Daher war das Beschwerdegericht entgegen der Meinung der Rechtsbeschwerde nicht gehalten, sich gründlicher als geschehen mit dem belgischen Recht auseinanderzusetzen. Insbesondere bestand für das Beschwerdegericht bei dieser Sachlage keine Veranlassung, zusätzlich ein Sachverständigengutachten zum belgischen Recht einzuholen oder ein Ersuchen über Auskünfte zum belgischem Recht nach dem Europäischen Übereinkommen betreffend Auskünfte über ausländisches Recht vom 7. Juni 1968 (BGBl. 1974 II S. 938) mit Ausführungsgesetz vom 5. Juli 1974 (BGBl. I S. 1433) zu stellen. \n\n54\\. (5) Soweit sich die Rechtsbeschwerde gegen die vom Beschwerdegericht vorgenommene Subsumtion des Sachverhalts unter die Irreführungstatbestände des belgischen Rechts wendet und geltend macht, die angegriffenen Angaben verstießen nicht gegen diese Vorschriften, rügt sie nicht die pflichtwidrige Ausübung des dem Beschwerdegericht bei der Ermittlung des ausländischen Rechts gemäß § 293 ZPO zukommenden Ermessens, sondern beanstandet die richtige Anwendung des belgischen Rechts durch das Beschwerdegericht. Ihre Rügen sind mithin auf die Nachprüfung der Anwendung nicht revisiblen ausländischen Rechts gerichtet und können der Rechtsbeschwerde damit nicht zum Erfolg verhelfen. \n\n55\\. (6) Gleiches gilt, soweit die Rechtsbeschwerde geltend macht, das Beschwerdegericht habe bei der Beurteilung der Anschauungen des belgischen Durchschnittsverbrauchers zwei Ebenen der Maßstabsbildung vermengt, nämlich zum einen das unionsrechtliche Verbraucherleitbild und zum anderen das darunter angesiedelte nationale Verbraucherverständnis. \n\n56\\. (7) Soweit die Rechtsbeschwerde rügt, das Beschwerdegericht habe das Verständnis des belgischen Verkehrs zu Unrecht aufgrund eigener Sachkunde beurteilt, liegt allerdings eine zulässige Rüge der Verletzung der Ermittlungspflicht gemäß § 293 ZPO vor. Die Beanstandungen der Rechtsbeschwerde greifen jedoch in der Sache nicht durch. \n\n57\\. (a) Geht es - wie im Streitfall - um die Anwendung der durch die Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG vollharmonisierten Irreführungsverbote gemäß Art. 6 und 7 der Richtlinie, kommt es darauf an, wie der Durchschnittsverbraucher die angegriffenen Angaben versteht. Diese Frage unterfällt dem Anwendungsbereich von § 293 ZPO. Es geht nicht um eine reine Tatsachenfeststellung im eigentlichen Sinne. Nach dem Erwägungsgrund 18 der Richtlinie 2005\u002F29\u002FEG beruht der Begriff des Durchschnittsverbrauchers nicht auf einer statistischen Grundlage. Die nationalen Gerichte und Verwaltungsbehörden müssen sich bei der Beurteilung der Frage, wie der Durchschnittsverbraucher in einem gegebenen Fall typischerweise reagieren würde, auf ihre eigene Urteilsfähigkeit unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union verlassen. \n\n58\\. (b) Das Beschwerdegericht hat aber sein ihm gemäß § 293 ZPO zustehendes Ermessen rechtsfehlerfrei ausgeübt. \n\n59\\. Allerdings hat es die Anschauungen des belgischen Durchschnittsverbrauchers nicht mittels Einholung eines Sachverständigengutachtens oder eines demoskopischen Gutachtens ermittelt. Es hat vielmehr - in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Senats, wonach es im Allgemeinen keines durch eine Meinungsumfrage untermauerten Sachverständigengutachtens bedarf, sofern die entscheidenden Richter selbst zu den angesprochenen Verkehrskreisen gehören (vgl. nur BGH, Urteil vom 22. Juli 2021 - I ZR 194\u002F20, GRUR 2021, 1534 [juris Rn. 62] = WRP 2021, 1556 - Rundfunkhaftung I, mwN) - aus eigener Sachkunde die Anschauung des deutschen Verbrauchers festgestellt und ist weiter davon ausgegangen, die Anschauung des belgischen Durchschnittsverbrauchers unterscheide sich davon nicht in entscheidungserheblicher Weise. Diese Beurteilung lässt keinen Rechtsfehler erkennen. \n\n60\\. Das Beschwerdegericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass sich die beanstandete Werbung an die belgischen Verbraucher gerichtet hat und daher das Verständnis der dortigen Verbraucher maßgeblich ist. In seinem darüber hinaus gegebenen Hinweis auf das weitgehend harmonisierte Wettbewerbsrecht kommt überdies der zutreffende Gedanke zum Ausdruck, dass aufgrund des für das harmonisierte Lauterkeitsrecht maßgeblichen Begriffs des Durchschnittsverbrauchers die nationalen Gerichte in der Regel in gleicher Weise beurteilen dürfen, ob eine Werbeaussage irreführend ist (vgl. EuGH, Urteil vom 16\\. Juli 1998 - C-210\u002F96, WRP 1998, 848 [juris Rn. 32] - Gut Springenheide und Tusky). Das Beschwerdegericht hat sich überdies erkennbar von dem bereits dargestellten Grundsatz leiten lassen, dass an die Ermittlungspflicht umso höhere Anforderungen zu stellen sein werden, je komplexer oder fremder im Vergleich zum eigenen das anzuwendende Recht ist, während es im umgekehrten Fall, in dem eine Norm des ausländischen Rechts - etwa wie hier aufgrund einer unionsrechtlichen Harmonisierung - mit einer Vorschrift des inländischen Rechts übereinstimmt, nicht selten naheliegt, dem ausländischen Rechtssatz dieselbe Bedeutung wie der entsprechenden inländischen Vorschrift beizumessen. \n\n61\\. Die Rechtsbeschwerde zeigt nicht auf, dass die Beschwerdeführerin Umstände vorgebracht hätte, nach denen dies vorliegend ausnahmsweise anders zu beurteilen wäre. Vielmehr bestand zwischen den Parteien bis zum Schluss der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Beschwerdegericht Einigkeit darüber, dass sich das Verständnis des belgischen Durchschnittsverbrauchers in Bezug auf die im Streitfall in Rede stehenden Fragen nicht von demjenigen des deutschen Durchschnittsverbrauchers unterscheidet. Hierzu setzt sich die Beschwerdeführerin in Widerspruch, wenn sie nunmehr erstmals zur Begründung ihrer Rechtsbeschwerde auf ein vermeintlich abweichendes belgisches Verbraucherverständnis abstellt. Damit kann sie nicht gehört werden (§ 22 Satz 1 Nr. 2, § 26 Abs. 5 EU-VSchDG, § 559 Abs. 1 in Verbindung mit § 577 Abs. 2 Satz 4 ZPO). \n\n62\\. (8) Das Beschwerdegericht hat bei seiner nachvollziehbar dargelegten und in der Sache vertretbar begründeten Ermittlung der Verkehrsauffassung auch den Tatsachenstoff verfahrensfehlerfrei ausgeschöpft. \n\n63\\. (a) Entgegen der Rüge der Rechtsbeschwerde hat sich das Beschwerdegericht mit dem bei erheblichen Teilen der Verbraucher vorhandenen und in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Bedeutung gewinnenden Umweltbewusstsein befasst. Dass es insoweit der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung, der Umwelt- und Klimaschutz spiele gerade im Verkehrssektor bis heute nur eine untergeordnete Rolle im Konsumverhalten der Verbraucher, nicht gefolgt ist, stellt keinen Verfahrensfehler dar. \n\n64\\. (b) Die Rechtsbeschwerde rügt außerdem zu Unrecht, das Beschwerdegericht habe den im Laufe des Verwaltungsverfahrens eingefügten Sternchenhinweis, dass der \"F. -Train\" nur in ausgewählten Ländern verfügbar sei, übergangen. Sie hat insoweit bereits kein entsprechendes Vorbringen der Beschwerdeführerin benannt, sondern sich insoweit lediglich auf eine Aktenstelle gestützt, in der die Untersagungsentscheidung des Umweltbundesamtes referiert wird. Da das Gericht nicht jedes Vorbringen ausdrücklich zu bescheiden braucht, sondern sich bei der Abfassung seiner Entscheidungsgründe auf die für den Entscheidungsausgang wesentlichen Aspekte beschränken darf (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 1. Juni 2023 - I ZR 154\u002F22, juris Rn. 12 mwN), ist es auch unerheblich, dass das Beschwerdegericht den Sternchenhinweis, der überdies unmittelbar aus der Anlage zum Tenor der vom Beschwerdegericht in Bezug genommenen Untersagungsentscheidung ersichtlich ist, nicht ausdrücklich in seiner Entscheidung erwähnt hat. Es ist auch weder von der Rechtsbeschwerde nachvollziehbar dargelegt worden noch sonst ersichtlich, dass der durch das Sternchen gekennzeichnete Hinweis, dass der \"F. -Train\" nur in bestimmten Ländern verfügbar sei (\"*Momenteel alleen beschikbaar in bepaalde landen.\" beziehungsweise \"*Uniquement accessible dans certains pays.\"), geeignet sein könnte, die vom Beschwerdegericht festgestellte Fehlvorstellung auszuräumen. \n\n65\\. cc) Die Untersagungsanordnung des Umweltbundesamtes betrifft außerdem einen Verstoß gegen Unionsrecht zum Schutz der Verbraucherinteressen, der die Kollektivinteressen von Verbrauchern schädigen kann (Art. 3 Nr. 2 CPC-Verordnung). \n\n66\\. Eine Schädigung der kollektiven Verbraucherinteressen setzt voraus, dass mehrere Verbraucher von der tatsächlichen oder möglichen Schädigung ihrer Interessen betroffen sind (Art. 3 Nr. 14 CPC-Verordnung). Diese Umstände liegen nach den vom Beschwerdegericht rechtsfehlerfrei getroffenen und damit für den Senat gemäß § 26 Abs. 4 EU-VSchDG bindenden Feststellungen vor. Die irreführenden Angaben wurden auf einer an das belgische Publikum gerichteten Internetseite der Beschwerdeführerin gemacht und konnten daher eine Vielzahl von Verbrauchern in Belgien erreichen. Das Beschwerdegericht hat außerdem festgestellt, dass die beanstandeten Angaben gemäß den belgischen Bestimmungen geeignet waren, die wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher an einer informierten, nicht durch unklare Versprechen fehlgeleiteten geschäftlichen Entscheidung zu beeinträchtigen. \n\n67\\. dd) Im Streitfall steht zudem die Schädigung der Kollektivinteressen der belgischen Verbraucher und damit von solchen Verbrauchern in Rede, die in einem anderen Mitgliedstaat als dem Mitgliedstaat ansässig sind, in dem die Beschwerdeführerin niedergelassen ist. \n\n68\\. c) Das Beschwerdegericht ist ferner mit Recht davon ausgegangen, dass die vom Umweltbundesamt angeordnete Untersagung ermessensfehlerfrei ist. \n\n69\\. aa) Ist die nach den Bestimmungen der CPC-Verordnung zuständige Behörde ermächtigt, nach ihrem Ermessen zu handeln, hat sie ihr Ermessen entsprechend dem Zweck der Ermächtigung auszuüben und die gesetzlichen Grenzen des Ermessens einzuhalten (§ 6 Abs. 1 Satz 1 EU-VSchDG, § 40 VwVfG). Gesetzliche Grenzen des Ermessens können sich aus dem zur Ermessensentscheidung ermächtigenden Gesetz selbst, aus dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und dem allgemeinen Gleichheitssatz ergeben (vgl. BeckOK.VwVfG\u002FAschke, 66. Edition [1.1.2023], § 40 Rn. 50, 55 und 57; Rn. 58 mwN). Gemäß § 26 Abs. 5, § 20 Abs. 2 EU-VSchDG, § 114 Satz 1 VwGO unterliegt die Einhaltung dieser Anforderungen der Überprüfung durch das Beschwerdegericht. \n\n70\\. bb) Das Beschwerdegericht hat rechtsfehlerfrei angenommen, dass die vom Umweltbundesamt angeordneten Maßnahmen ermessensfehlerfrei und verhältnismäßig sind. \n\n71\\. (1) Ohne Erfolg rügt die Rechtsbeschwerde, das Umweltbundesamt habe dadurch, dass sie die Untersagung selbst angeordnet und nicht stattdessen eine benannte Stelle im Sinne von Art. 7 Abs. 1 CPC-Verordnung eingeschaltet habe, rechtsfehlerhaft ihr Entschließungsermessen nicht ausgeübt. \n\n72\\. (a) Allerdings kann die zuständige Behörde (\"anweisende Behörde\") nach Art. 7 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung gegebenenfalls und in Übereinstimmung mit dem nationalen Recht eine benannte Stelle anweisen, die erforderlichen Informationen über einen Verstoß nach dieser Verordnung zu sammeln oder die erforderlichen und ihr nach nationalem Recht zur Verfügung stehenden Durchsetzungsmaßnahmen zu ergreifen, um die Ermittlung oder Untersagung dieses Verstoßes zu bewirken. Gemäß Art. 7 Abs. 1 Satz 2 CPC-Verordnung weist die anweisende Behörde eine benannte Stelle allerdings nur an, wenn nach Abstimmung mit der ersuchenden Behörde oder den anderen von dem Verstoß nach dieser Verordnung betroffenen zuständigen Behörden sowohl die ersuchende Behörde als auch die ersuchte Behörde oder alle betroffenen zuständigen Behörden darin übereinstimmen, dass durch die benannte Stelle die Einholung der erforderlichen Informationen oder die Einstellung oder Untersagung des Verstoßes voraussichtlich in einer mindestens ebenso effizienten und wirksamen Weise bewirkt wird wie im Fall eines Tätigwerdens der anweisenden Behörde. \n\n73\\. In Umsetzung dieser unionsrechtlichen Vorgaben bestimmt § 7 Abs. 1 Satz 1 EU-VSchDG, dass die nach § 2 Nr. 1, 2 oder 2a EU-VSchDG zuständige Behörde bei Vorliegen der Voraussetzungen des Art. 7 Abs. 1 Satz 2 CPC-Verordnung eine in § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 UKlaG oder in § 8 Abs. 3 Nr. 2 bis 4 UWG genannte Stelle (beauftragter Dritter) nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 beauftragen soll, nach § 2a UKlaG, auch in Verbindung mit § 8 Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 2 UWG, auf das Abstellen dieser Verstöße hinzuwirken. \n\n74\\. (b) Das Beschwerdegericht hat angenommen, das Umweltbundesamt sei nicht verpflichtet gewesen, gemäß Art. 7 CPC-Verordnung und § 7 EU-VSchDG einen Dritten zu beauftragen. Denn über diese Vorschriften werde zwar eine entsprechende Sollvorschrift geschaffen. Art. 10 CPC-Verordnung erlaube es aber der ersuchten Behörde, die Befugnisse selbst wahrzunehmen. Nach der Regelung der Verordnung habe die Behörde alle erforderlichen und verhältnismäßigen Durchsetzungsmaßnahmen zu treffen. Sie könne dem durch Anweisung an eine entsprechende Stelle nachkommen, was aber unter dem Vorbehalt der ersuchenden Behörde stehe (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 CPC-Verordnung). Andererseits sei sie aber durch die zugrunde gelegten Regelungen auch befugt, die Durchsetzungsmaßnahmen selbst durch eine entsprechende Entscheidung zu erlassen. Gegen diese Beurteilung wendet sich die Rechtsbeschwerde ohne Erfolg. \n\n75\\. (c) Die Rechtsbeschwerde lässt bei ihrer Rüge des nicht ausgeübten Ermessens unberücksichtigt, dass die Voraussetzungen, unter denen Art. 7 Abs. 1 CPC-Verordnung der ersuchten Behörde ein Ermessen zur Anweisung an eine benannte Stelle gewährt, im Streitfall nicht vorliegen. Gemäß Art. 7 Abs. 1 Satz 2 CPC-Verordnung weist die ersuchte Behörde eine benannte Stelle nur an, wenn zumindest sie selbst der Ansicht ist, dass durch die benannte Stelle die Untersagung des Verstoßes voraussichtlich in einer mindestens ebenso effizienten und wirksamen Weise bewirkt wird wie im Fall eines Tätigwerdens der anweisenden Behörde. \n\n76\\. Diese Voraussetzung für die Eröffnung einer Ermessensentscheidung lag im Streitfall nicht vor. \n\n77\\. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeerwiderung vom 9. Mai 2023 ausgeführt, dass nach ihrer Ansicht die Beauftragung eines Wettbewerbs- oder Verbraucherverbands als benannte Stelle gemäß Art. 7 CPC-Verordnung nicht effizienter oder wirksamer gewesen wäre als der Erlass der Untersagungsanordnung durch das Umweltbundesamt selbst. Dass diese Beurteilung von Rechtsfehlern beeinflusst ist, macht die Rechtsbeschwerde - die selbst davon ausgeht, dass eine behördliche Rechtsdurchsetzung erheblich effektiver sei als eine Durchsetzung durch Wirtschafts- oder Verbraucherverbände nach den Regeln der Zivilprozessordnung - nicht geltend. \n\n78\\. (2) Das Beschwerdegericht ist außerdem mit Recht davon ausgegangen, dass das Umweltbundesamt den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachtet hat. \n\n79\\. (a) Gemäß Art. 10 Abs. 2 CPC-Verordnung muss die in Anwendung dieser Verordnung erfolgende Durchführung und Ausübung der Befugnisse nach Art. 9 CPC-Verordnung verhältnismäßig sein und im Einklang mit dem Unionsrecht und dem nationalen Recht, einschließlich der geltenden Verfahrensgarantien und der Grundsätze der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, stehen (Satz 1). Die in Anwendung dieser Verordnung ergriffenen Ermittlungs- und Durchsetzungsmaßnahmen müssen der Art und dem tatsächlichen oder potenziellen Gesamtschaden des Verstoßes gegen Unionsrecht zum Schutz der Verbraucherinteressen angemessen sein (Satz 2). Auch Art. 12 Abs. 1 Satz 1 CPC-Verordnung fordert die Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit der ergriffenen Durchsetzungsmaßnahmen, Art. 12 Abs. 1 Satz 2 CPC-Verordnung wiederum verlangt deren Angemessenheit. \n\n80\\. (b) Das Umweltbundesamt hat in der Begründung seiner Entscheidung vom 13. Januar 2023 ausgeführt, die getroffene Anordnung entspreche dem Zweck der Ermächtigung, namentlich der Durchsetzung des Unionsrechts zum Schutz der Verbraucherinteressen. Sie sei erforderlich und angemessen, um die wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher in ihrer informierten und nicht durch falsche Versprechen fehlgeleiteten Auswahl des Beförderungsmittels zu schützen. Eine Verpflichtung nach § 6 Abs. 4 EU-VSchDG, nach der die zuständige Behörde den Unternehmer verpflichten kann, seine Zusage zur Einstellung oder eine Abhilfezusage zu erfüllen, habe nicht als milderes Mittel zur Verfügung gestanden, da die von der Beschwerdeführerin unterbreiteten Zusagen nicht ausreichend gewesen seien, die Einstellung aller beanstandeten Verstöße zu bewirken. Auch die Heranziehung anderer in Art. 9 Abs. 4 CPC-Verordnung genannter Durchsetzungsbefugnisse sei nach dem gescheiterten Versuch, weitergehende Zusagen zur Einstellung der Verstöße zu erhalten, nicht in Betracht gekommen. Vorläufige Maßnahmen nach Art. 9 Abs. 4 Buchst. a CPC-Verordnung oder Verbraucherinformationen nach Art. 9 Abs. 4 Buchst. d CPC-Verordnung seien nicht geeignet, die Irreführung der Verbraucher wirksam und dauerhaft zu beenden. Die ergriffenen Durchsetzungsmaßnahmen seien auch der Art und dem tatsächlichen und\u002Foder potenziellen Gesamtschaden der Verstöße gegen Unionsrecht zum Schutz der Verbraucherinteressen angemessen. Hierbei sei insbesondere zu berücksichtigen, dass immer mehr Verbraucher ein gesteigertes Interesse an nachhaltigen und umweltfreundlichen Fernverkehrsmitteln hätten und davon auszugehen sei, dass viele dieser Verbraucher bei der Suche nach Fernbusreisen auf die Internetseite der Beschwerdeführerin und die dortigen Umweltversprechen aufmerksam würden. Dies liege nicht zuletzt daran, dass diese nach eigenen Angaben \"Europas größtes Fernbusnetz\" geschaffen habe und somit über eine führende Marktposition verfüge. \n\n81\\. (c) Das Beschwerdegericht hat diese Beurteilung für rechtsfehlerfrei erachtet. Es hat ausgeführt, die angeordneten Maßnahmen seien erforderlich und angemessen, um die wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher und Verbraucherinnen für eine informierte und nicht durch unklare Versprechen fehlgeleitete geschäftliche Entscheidung zu schützen. Ein milderes Mittel habe nicht zur Verfügung gestanden. Auch die Höhe des angedrohten Zwangsmittels erweise sich nicht als unverhältnismäßig. Diese Beurteilung hält der rechtlichen Nachprüfung stand. \n\n82\\. Es ist weder ersichtlich noch von der Rechtsbeschwerde dargelegt worden, dass das Beschwerdegericht rechtsfehlerhaft mildere gleich geeignete Mittel als die in Rede stehende Untersagungsanordnung unberücksichtigt gelassen oder zu Unrecht Interessen der Beschwerdeführerin nicht in seine Beurteilung aufgenommen oder unzutreffend gewichtet hat. Eine Verletzung von Verfahrensgarantien und der Grundsätze der Charta der Grundrechte der Europäischen Union rügt sie ebenfalls nicht. Soweit die Rechtsbeschwerde geltend macht, es hätte spätestens bei der Beurteilung der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt werden müssen, dass die Angaben auf der Webseite der Beschwerdeführerin zur Umwelt- und Klimafreundlichkeit keineswegs falsch und unwahr gewesen seien, begibt sich sie sich erneut auf das ihr in der Rechtsbeschwerdeinstanz verschlossene Gebiet der Rüge der unrichtigen Anwendung ausländischen Rechts (§ 26 Abs. 5, § 22 Satz 1 Nr. 2 EU-VSchDG, § 576 Abs. 3, § 560 ZPO). \n\n83\\. III. Da eine Auslegung der hier entscheidungserheblichen Bestimmungen der CPC-Verordnung nach ihrem Wortlaut, dem Regelungszusammenhang und den mit ihnen verfolgten Zielen sowie der Entstehungsgeschichte zu einem zweifelsfreien Ergebnis führt und deren Vereinbarkeit mit übergeordnetem Primärrecht der Europäischen Union eindeutig gegeben ist, ist eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union nach Art. 267 Abs. 3 AEUV nicht veranlasst (vgl. EuGH, Urteil vom 6. Oktober 1982 - 283\u002F81, Slg. 1982, 3415 [juris Rn. 21] = NJW 1983, 1257 - Cilfit u.a.; Urteil vom 1. Oktober 2015 - C-452\u002F14, GRUR Int. 2015, 1152 [juris Rn. 43] - Doc Generici; Urteil vom 6. Oktober 2021 - C-561\u002F19, NJW 2021, 3303 [juris Rn. 32 f.] - Consorzio Italian Management und Catania Multiservizi, mwN). \n\n84\\. D. Danach ist die Rechtsbeschwerde zurückzuweisen. Die Kostenentscheidung folgt aus § 27 Satz 2 EU-VSchDG. Koch Löffler Schwonke Feddersen Odörfer","de","jurionline_de","","(Untersagung einer Werbung für Fernbusreisen mit den Bezeichnungen \"umweltfreundlich\" (\"milieuvriendelijk\") und\u002Foder \"klimafreundlich\" (\"klimaatvriendelijk\") durch das Umweltbundesamt; Ermittlung ausländischen Rechts - Fernbus in Belgien)","ecli-de-neuris-kore704842025",null,[19,34,44,54,64],{"id":20,"ecli":21,"caseNumber":14,"courtId":22,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":24,"language":25,"source":26,"sourceUrl":27,"summary":14,"slug":28,"metadata":29},"410","ECLI:NL:RBLIM:2026:6423",66,"2026-07-08T00:00:00.000Z","RECHTBANK limburg\n\nZittingsplaats Roermond\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: ROE 25 \u002F 2565\n\nuitspraak van de meervoudige kamer van 8 juli 2026 in de zaak tussen\n\n [belanghebbende] , gevestigd te [plaats], belanghebbende\n\n(gemachtigde: M.O.E. Uyen)\n\nen\n\nde heffingsambtenaar van de Belastingsamenwerking Gemeenten en Waterschappen, de heffingsambtenaar (gemachtigde: A. van den Dool).\n\nProcesverloop\n\nDe heffingsambtenaar heeft op grond van de Wet waardering onroerende zaken (Wet woz) de waarde van de onroerende zaken van belanghebbende voor het belastingjaar 2025 vastgesteld (het primaire besluit).\n\nBelanghebbende heeft tegen het primaire besluit bezwaar gemaakt.\n\nDe heffingsambtenaar heeft het bezwaar van belanghebbende gegrond verklaard (het bestreden besluit). Aan belanghebbende is een proceskostenvergoeding van in totaal € 161,74 toegekend.\n\nBelanghebbende heeft tegen het bestreden besluit beroep ingesteld.\n\nDe heffingsambtenaar heeft verweer gevoerd.\n\nOp 4 mei 2026, aangevuld op 11 mei 2026, zijn van belanghebbende nadere gronden en stukken ontvangen.\n\nHet onderzoek ter zitting heeft vervolgens plaatsgevonden op 15 mei 2026. Belanghebbende heeft zich laten vertegenwoordigen door mr. L.H.G.M. Driessen, kantoorgenote van haar gemachtigde bij Previcus B.V. te Boxmeer. De heffingsambtenaar heeft zich laten vertegenwoordigen door zijn gemachtigde.\n\nOverwegingen\n\n1. De rechtbank stelt vast dat de woz-waarde tussen partijen niet meer in geschil is. Het beroep van belanghebbende richt zich enkel tegen de toegekende proceskostenvergoeding en spitst zich toe op de vraag of de heffingsambtenaar bij de vaststelling van de proceskostenvergoeding in bezwaar toepassing heeft mogen geven aan de vermenigvuldigingsfactor 0,125 van artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz, zoals dit artikellid luidt met ingang van 1 januari 2025.\n\n2. De heffingsambtenaar heeft in het bestreden besluit de proceskostenvergoeding van € 161,74 als volgt gespecificeerd:\n\n- indienen bezwaarschrift: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 +\n\n- bijwonen hoorzitting: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 = € 161,74.\n\n3. Belanghebbende vindt dat de heffingsambtenaar een te lage proceskostenvergoeding heeft toegekend. Zij verzoekt de rechtbank om artikel 30a van de Wet woz buiten toepassing te laten, omdat haar gemachtigde een bijzonder geval is als bedoeld in het zogenoemde 30a-arrest van de Hoge Raad van 17 januari 2025 (ECLI:NL:HR:2025:46).\n\n4. In het 30a-arrest heeft de Hoge Raad geoordeeld dat bijzondere gevallen zich onderscheiden doordat zij niet voldoen aan de volgende kenmerken: dat aan de belanghebbende rechtsbijstand wordt verleend door een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, waarvan het bedrijfsmodel eruit bestaat dat\n\n( i) wordt opgetreden op basis van no cure no pay,\n\n(ii) daarbij zodanige afspraken met de cliënten worden gemaakt dat het bedrag van eventuele proceskostenvergoedingen aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en\n\n(iii) de procedures op een zodanige wijze worden gevoerd dat de daarin toegekende proceskostenvergoedingen de in redelijkheid gemaakte kosten ver overtreffen.\n\n5. De daarbij te hanteren regels zijn nader uitgewerkt in de arresten van de Hoge Raad van 25 april 2025 (ECLI:NL:HR:2025:670) en 18 juli 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1175).\n\n5.1.. Volgens de Hoge Raad rusten op de belanghebbende de stelplicht en bewijslast van feiten die meebrengen dat buiten redelijke twijfel komt vast te staan dat, beoordeelt naar de situatie op het moment waarop het desbetreffende rechtsmiddel is aangewend, het bedrijfsmodel van de betreffende gemachtigde of diens kantoor kennelijk niet allehiervoor bedoelde drie kenmerken heeft en dat aldus sprake is van een bijzonder geval. Er is dus (al) sprake van een bijzonder geval als één van de drie kenmerken niet van toepassing is.\n\n5.2.. Bij de beoordeling van het bedrijfsmodel gaat het niet specifiek om de werkzaamheden die de gemachtigde heeft verricht in de procedure waarop de proceskostenvergoeding ziet. Met het bedrijfsmodel is namelijk meer in het algemeen de wijze bedoeld waarop de gemachtigde zijn inkomsten verwerft met het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand.\n\n5.3.. Indien het bedrijfsmodel van een gemachtigde of een kantoor inhoudt dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i), of op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld, en dat daarbij afspraken met de cliënten worden gemaakt als hiervoor onder (ii) bedoeld, zal aldus moeten worden beoordeeld of dit bedrijfsmodel voldoet aan het hiervoor onder (iii) vermelde kenmerk van vergaande overdekking. Daartoe moet een vergelijking worden gemaakt tussen enerzijds het totale bedrag aan proceskostenvergoedingen dat aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en anderzijds het totale bedrag van de kosten van de gemachtigde of van het kantoor die kunnen worden toegerekend aan het voeren van de procedures waarop die proceskostenvergoedingen betrekking hebben. Het komt dus erop aan of het totale bedrag van de afgedragen proceskostenvergoedingen het totale bedrag van de zojuist bedoelde kosten verre overtreft. De omstandigheid dat vaak geheel of ten dele gebruik wordt gemaakt van gestandaardiseerde tekstblokken die niet zijn toegespitst op de desbetreffende zaak, vormt een aanwijzing dat het bedrijfsmodel wel het derde kenmerk van vergaande overdekking heeft, en zal daarom in het algemeen volstaan om aan te nemen dat de belanghebbende niet in dit door hem te leveren bewijs is geslaagd.\n\n6. In het arrest van 26 september 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1375) heeft de Hoge Raad nader uitgewerkt wanneer sprake is van een bedrijfsmodel dat eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Bij optreden op basis van no cure no pay moet worden uitgegaan van afspraken tussen de belanghebbende en de rechtsbijstandverlener op grond waarvan de belanghebbende geen financieel risico loopt bij inschakeling van de rechtsbijstandverlener, omdat geen instapvergoeding verschuldigd is noch een percentage van de bespaarde belasting als vergoeding moet worden afgestaan (zie Kamerstukken II 2023\u002F24, 36 427, nr. 3, blz. 2). Bij de beoordeling van de vraag of het bedrijfsmodel van een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay, komt het dus erop aan of die gemachtigde dan wel diens kantoor afspraken maakt met klanten op grond waarvan zij geen financieel risico lopen bij het verstrekken van de opdracht tot het verlenen van rechtsbijstand in een belastingprocedure. De verschuldigdheid van een instapvergoeding staat niet in alle gevallen eraan in de weg dat afspraken met een rechtsbijstandsverlener worden aangemerkt als afspraken op basis van no cure no pay. Onder het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op basis van no cure no pay wordt namelijk ook begrepen het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld. Dan moet worden gedacht aan de betaling van een zodanig laag bedrag dat die betaling als een pro forma of symbolische bijdrage moet worden beschouwd.\n\n7. De rechtbank stelt vast dat de gemachtigde van belanghebbende in deze zaak niet heeft bestreden dat haar bedrijfsmodel de hiervoor onder (ii) en (iii) vermelde kenmerken heeft.\n\n8. Belanghebbende bestrijdt dat het bedrijfsmodel van haar gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar (en beroep) eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Hiertoe heeft de gemachtigde verwezen naar een beschrijving van haar per 1 januari 2025 gewijzigde bedrijfsmodel (“Bijzonder geval: bedrijfsmodel Previcus en artikel 30a Wet WOZ”).\n\n8.1.. Volgens die beschrijving is de werkwijze met ingang van 1 januari 2025 fundamenteel gewijzigd. Het aantal dossiers is vanaf 2025 aanzienlijk afgenomen van 128.000 zaken naar circa 1.291 zaken. De zaken worden (vrijwel) niet meer op basis van no cure no pay uitgevoerd, maar volgens een regulier model waarin een cliënt, ongeacht de uitkomst van de zaak, een vaste startvergoeding betaalt (doorgaans gebaseerd op het aantal aanslagbiljetten) en\u002Fof een deel van de gerealiseerde besparing afdraagt (in bijna alle gevallen 40% van de besparing). De vóór 2025 aangebrachte zaken worden nog op basis van no cure no pay uitgevoerd. Bovendien worden vanaf 2025 alle aanslagbiljetten op voorhand gescreend en worden enkel de zaken doorgezet waarbij op voorhand onvoldoende duidelijk is dat er geen fouten zijn gemaakt. Er is, aldus de beschrijving, geen sprake meer van een grote massa waar de wetswijziging (Wet herwaardering proceskostenvergoeding WOZ en Bpm) op zag. De gemachtigde richt zich voortaan op de zakelijke markt, waarbij vrijwel altijd ook prijsafspraken met belanghebbenden worden gemaakt die losstaan van eventueel toegekende proceskostenvergoedingen.\n\n8.2.. De gemachtigde heeft de prijsafspraken over 2025 als volgt in een overzicht opgenomen.\n\n8.3.. De vermelding in de volmacht dat de vergoeding voor de werkzaamheden uitsluitend het totaal van de proceskostenvergoedingen bedraagt, klopt, aldus de beschrijving, niet meer. De onderliggende overeenkomsten bepalen dat cliënten zelf vergoedingen verschuldigd zijn. De proceskostenvergoeding speelt daarin nog slechts een kleine aanvullende rol.\n\n9. Op 4 mei 2026 heeft de gemachtigde van belanghebbende de facturen en betaalbewijzen in een groot aantal zaken, waarin zij als gemachtigde optreedt, ingezonden. Op 11 mei 2026 is daarvan een overzicht overgelegd. Die stukken bevestigen het beeld dat de beschrijving van het bedrijfsmodel geeft. Uit de facturen en betaalbewijzen blijkt namelijk dat de gemachtigde van een groot deel van haar cliënten een “besparingsfee” van minimaal 30% van de eventuele belastingbesparing vraagt, zij die “besparingsfee” aan haar cliënten factureert en die “besparingsfee” vervolgens ook door de cliënten wordt betaald.\n\n10. Daarnaast komt uit de facturen en betaalbewijzen naar voren dat de meeste cliënten (bovenop de “besparingsfee”) tevens een (in hoogte variërende) “startfee” zijn verschuldigd. Op zitting heeft de gemachtigde toegelicht dat, indien overeengekomen, de “startfee” altijd wordt gefactureerd en betaald. Dat dit niet in alle gevallen gebeurt blijkt uit de overgelegde facturen en betaalbewijzen, en komt, aldus de gemachtigde, doordat de “startfee”, die ongeacht de uitkomst is verschuldigd, in die gevallen eerder is gefactureerd en betaald. Dat is anders bij de “besparingsfee”, die niet eerder dan na het nemen van het bestreden besluit in rekening kan worden gebracht, omdat dan pas de (hoogte van de) besparing duidelijk is.\n\n11. De heffingsambtenaar heeft zich ter zitting op het standpunt gesteld dat het pas op 4 mei 2026 door de gemachtigde van belanghebbende indienen van facturen en betaalbewijzen (die op 6 mei 2026 door de rechtbank zijn vrijgegeven), die al in 2025 beschikbaar waren, in strijd is met een goede procesorde. De rechtbank overweegt dat partijen in beginsel vrij zijn om gedurende de procedure hun standpunten aan te vullen. Die vrijheid wordt echter begrensd door de beginselen van de goede procesorde. Hoewel de late indiening van reeds voorhanden zijnde stukken niet de schoonheidsprijs verdient, ziet de rechtbank hierin geen grond om die stukken vanwege strijd met een goede procesorde buiten beschouwing te laten. Hiertoe acht de rechtbank van belang dat de stukken een onderbouwing vormen van een eerder door de gemachtigde ingenomen standpunt, een reactie zijn op het verweerschrift en dat de aard en de omvang van de stukken niet zodanig zijn dat van de heffingsambtenaar om adequaat hierop te kunnen reageren een nader diepgaand (feiten)onderzoek wordt gevergd. De inhoudelijke reactie van de heffingsambtenaar op de stukken in de pleitnota bevestigen dit oordeel.\n\n12. De rechtbank stelt voorop dat voor haar de facturen en de betaalbewijzen leidend zijn voor de beoordeling van de vraag of kenmerk (i) op de gemachtigde van belanghebbende van toepassing is. Naar het oordeel van de rechtbank zijn (alleen) die stukken, en niet (ook) de overeenkomst, de website en de algemene voorwaarden van de gemachtigde (op 9 februari 2025), waarvan gesteld is dat die op dat moment nog niet in overeenstemming met het gewijzigde bedrijfsmodel waren gebracht, relevant voor de vraag of sprake is van een bedrijfsmodel op basis van no cure no pay. Omdat het bedrijfsmodel van de gemachtigde (en niet de vergoedingen in de aan de rechtbank voorliggende zaken) moet worden beoordeeld, blijft die beoordeling, anders dan de heffingsambtenaar stelt, niet beperkt tot de gemeenten binnen het ambtsgebied van de heffingsambtenaar. Daaruit volgt ook dat op grond van het (incidenteel) ontbreken van facturen en betaalbewijzen in aan de rechtbank voorliggende zaken niet zonder meer kan worden geconcludeerd dat kenmerk (i) op het bedrijfsmodel van de gemachtigde van toepassing is.\n\n13. De rechtbank is van oordeel dat met voldoende gegevens is onderbouwd dat de gemachtigde in 2025 voor een groot deel van de procedures een “besparingsfee” in rekening heeft gebracht. Door het betalen van een “besparingsfee” loopt een belanghebbende bij de inschakeling een gemachtigde voor het voeren van een procedure een financieel risico (zie hiervoor het arrest van de Hoge Raad van 26 september 2025). Deze door de gemachtigde gevraagde vergoeding (van 30-40%) acht de rechtbank, nog daargelaten dat de Hoge Raad dat enkel ten aanzien van “instapvergoedingen” heeft geoordeeld, ook niet dusdanig laag dat kan worden gesproken van rechtsbijstandverlening op een grondslag die in wezen overeenkomt met rechtsbijstandverlening op basis van no cure no pay. Op grond van het vorenstaande heeft belanghebbende, naar het oordeel van de rechtbank, buiten redelijke twijfel bewezen dat het bedrijfsmodel van de gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar niet het kenmerk van optreden op basis van no cure no pay heeft (i). Daaraan doet niet af dat een belanghebbende vooraf ermee heeft ingestemd dat een eventuele vergoeding van proceskosten aan de gemachtigde toekomt. Dat geldt ook voor het ontbreken van facturen en betaalbewijzen van op een eerder moment in rekening gebrachte “startfees” en de door de heffingsambtenaar gestelde inconsistenties in de hoogte hiervan.\n\n14. Uit het vorenstaande volgt dat sprake is van een bijzonder geval en de heffingsambtenaar ten onrechte toepassing heeft gegeven aan artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz.\n\n15. Dit betekent dat het beroep van belanghebbende gegrond is. De rechtbank vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding en bepaalt met toepassing van artikel 8:72, derde lid, aanhef en onder b, van de Algemene wet bestuursrecht de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase op € 1.332,- (2 x € 666,-).\n\n16. Aan het standpunt van belanghebbende dat aan het bestreden besluit een motiveringsgebrek kleeft, wordt niet toegekomen.\n\n17. Omdat het beroep gegrond is, moet de heffingsambtenaar het griffierecht aan belanghebbende vergoeden.\n\n18. De rechtbank acht termen aanwezig om de heffingsambtenaar te veroordelen in de proceskosten die belanghebbende redelijkerwijs heeft moeten maken in verband met de behandeling van het beroep, een en ander eveneens overeenkomstig de normen van het Besluit proceskosten bestuursrecht. Aan belanghebbende is door een derde beroepsmatig rechtsbijstand verleend. Voor de in aanmerking te nemen proceshandelingen worden 2 punten (1 punt voor het indienen van het beroepschrift en 1 punt voor het verschijnen op zitting met een waarde van € 934,- per punt) toegekend. De rechtbank bepaalt in overeenstemming met het Richtsnoer proceskostenvergoeding belastingkamers gerechtshoven 2024 (neergelegd in de uitspraak van het gerechtshof ’s-Hertogenbosch van 7 augustus 2024, ECLI:NL:GHSHE:2024:2524) de wegingsfactor op 0,5. Gelet hierop bedraagt het vanwege de in deze zaak verleende rechtsbijstand te vergoeden bedrag in totaal € 934,-.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding, stelt de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase vast op € 1.332,- en bepaalt dat deze uitspraak in de plaats treedt van het vernietigde besluit;\n\n- draagt de heffingsambtenaar op het betaalde griffierecht van € 385,- aan belanghebbende te vergoeden;\n\n- veroordeelt de heffingsambtenaar in de proceskosten van belanghebbende wegens verleende rechtsbijstand in beroep tot een bedrag van € 934,-.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. B.F.A. van Huijgevoort, voorzitter, en mrs. E.P.J. Rutten en J.H. van Hoof leden, in aanwezigheid van mr. D.D.R.H. Lechanteur, griffier.De beslissing is in het openbaar uitgesproken op 8 juli 2026.\n\ngriffier rechter\n\nAfschrift verzonden aan partijen op: 8 juli 2026.\n\nRechtsmiddel\n\nTegen deze uitspraak kunnen partijen binnen zes weken na de verzenddatum hoger beroep instellen bij het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nU kunt digitaal beroep instellen via www.rechtspraak.nl. Daar klikt u op “Formulieren en inloggen”. Hoger beroep instellen kan eventueel ook nog steeds door verzending van een brief aan het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nBij het instellen van het hoger beroep dient het volgende in acht te worden genomen:\n\n1. bij het hogerberoepschrift wordt een afschrift van deze uitspraak overgelegd;\n\n2 - het hogerberoepschrift moet, indien het op papier wordt ingediend, ondertekend zijn. Verder moet het ten minste het volgende vermelden:\n\na. de naam en het adres van de indiener;\n\nb. de datum van verzending;\n\nc. een omschrijving van de uitspraak waartegen het hoger beroep is ingesteld;\n\nd. de redenen waarom u het niet eens bent met de uitspraak (de gronden van het hoger beroep).","nl","rechtspraak_nl","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBLIM:2026:6423","ecli-nl-rblim-2026-6423",{"courtName":30,"legalDomain":31,"decisionType":32,"procedureType":33},"Roermond","Bestuursrecht; Belastingrecht","uitspraak","Uitspraak",{"id":35,"ecli":36,"caseNumber":37,"courtId":38,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":39,"language":40,"source":41,"sourceUrl":14,"summary":42,"slug":43,"metadata":17},"85","ECLI:RO:2026:JudecatoriaSECTORUL5BUCURESTI:17050-302-2025-a1","17050\u002F302\u002F2025\u002Fa1",97,"Admite cererea de îndreptare a erorii materiale din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026, pronunţată de Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti în dosar nr. 17050\u002F302\u002F2025, formulată din oficiu.       \nDispune îndreptarea erorii materiale strecurată în cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025, în sensul re?inerii că pârâtul Vasile Constantin are codul numeric personal ............, iar nu ............., astfel cum în mod eronat s-a consemnat.   \nPrezenta încheiere face parte integrantă din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025.   \nÎndreptarea se va efectua în toate exemplarele sentin?ei.\n\tCu drept de apel în 30 de zile de la comunicare. 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Voorts is beslist op de vorderingen van de benadeelde partijen, zoals nader omschreven in het vonnis waarvan beroep.\n\nNamens de verdachte is tegen het vonnis hoger beroep ingesteld.\n\nOmvang van het hoger beroep\n\nDe verdachte is door de rechtbank Rotterdam vrijgesproken van hetgeen aan hem onder 1 is tenlastegelegd. Het hoger beroep is door de verdachte onbeperkt ingesteld en is derhalve mede gericht tegen de in eerste aanleg gegeven beslissing tot vrijspraak. Gelet op hetgeen is bepaald in artikel 404, vijfde lid, van het Wetboek van Strafvordering staat voor de verdachte tegen deze beslissing geen hoger beroep open. Het hof zal de verdachte mitsdien niet-ontvankelijk verklaren in het ingestelde hoger beroep, voor zover dat is gericht tegen de in het vonnis waarvan beroep gegeven vrijspraak.\n\nWaar hierna wordt gesproken van \"de zaak\" of \"het vonnis\", wordt daarmee bedoeld de zaak of het vonnis voor zover op grond van het vorenstaande aan het oordeel van dit hof onderworpen.\n\nTenlastelegging\n\nAan de verdachte is – voor zover aan het oordeel van het hof onderworpen – tenlastegelegd dat:\n\n2. hij op of omstreeks 01 januari 2023 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard, openlijk, te weten, op of aan de Smidsweg en\u002Fof de Langestraat, in elk geval op of aan (een) openbare weg(en), in vereniging geweld heeft gepleegd tegen een of meer verbalisanten van de politie Eenheid Rotterdam, te weten [hoofdagent] (hoofdagent) en\u002Fof [aspirant] (aspirant) en\u002Fof één of meer verbalisanten, zijnde groepsleden van de Mobiele Eenheid van politie Eenheid Rotterdam, te weten [verbalisant 1] en\u002Fof [verbalisant 2] en\u002Fof [verbalisant 3] en\u002Fof [verbalisant 4] en\u002Fof [verbalisant 5] en\u002Fof [verbalisant 6] en\u002Fof [verbalisant 7] en\u002Fof [verbalisant 8] en\u002Fof [verbalisant 9] en\u002Fof [verbalisant 10] en\u002Fof [verbalisant 11] en\u002Fof [verbalisant 12] en\u002Fof [verbalisant 13] en\u002Fof [verbalisant 14] en\u002Fof [verbalisant 15] en\u002Fof [verbalisant 16] en\u002Fof [verbalisant 17] en\u002Fof [verbalisant 18] en\u002Fof [verbalisant 19] en\u002Fof [verbalisant 20] , althans een of meer (andere) verbalisanten door\n\n- één of meer stuks zwaar (illegaal) vuurwerk (betreffende onder meer: cobra's \u002F nitraten \u002F shells) en\u002Fof vuurwerkbommen op\u002Ftegen, althans in de richting van\u002Fnaar voornoemde verbalisanten af te schieten en\u002Fof te gooien, waarbij voornoemd(e) vuurwerk\u002Fvuurwerkbommen vlakbij\u002Fnaast het\u002Fde lichamen en\u002Fof het\u002Fde hoofden\u002Fgezichten van voornoemde verbalisanten tot ontploffing is\u002Fzijn gekomen en\u002Fof\n\n- ( met kracht) één of meer stenen en\u002Fof glaswerk op\u002Ftegen, althans in de richting van voornoemde verbalisanten te gooien en\u002Fof\n\n- ( dreigend) zich op te dringen aan voornoemde ambtenaren en\u002Fof\n\n- ( daarbij) (dreigend) een of meerdere ploertendoders, althans slagvoorwerpen, aan voornoemde ambtenaren te tonen\u002Fvoor te houden en\u002Fof\n\n- ( daarbij) aan die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof een of meer (andere) verbalisanten de weg te versperren, althans de doorgang te beletten en\u002Fof (daarbij) te verhinderen dat die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof anderen met\u002Fin een (politie)voertuig weg konden rijden en\u002Fof\n\n- naar\u002Fin de richting van voornoemde ambtenaren te schelden, met de woorden: \"Kankerlijers\", \"Kanker op joh\" en\u002Fof \"Kankerpolitie\" en\u002Fof\n\n- ( met kracht) op\u002Ftegen het (politie)schild van die [verbalisant 2] te trappen\u002Fschoppen;\n\n3. hij op of omstreeks 31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk een vuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed, dat\u002Fdie geheel of ten dele aan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachte toebehoorde(n) heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt.\n\nVordering van de advocaat-generaal\n\nDe advocaat-generaal heeft gevorderd dat het vonnis waarvan beroep ten aanzien van de bewezenverklaring zal worden bevestigd en dat de verdachte ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde zal worden veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 107 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 60 dagen voorwaardelijk en met een proeftijd van 2 jaren.\n\nHet vonnis waarvan beroep\n\nHet vonnis waarvan beroep kan niet in stand blijven omdat het hof zich daarmee niet verenigt.\n\nVrijspraak\n\nDe advocaat-generaal heeft zich op het standpunt gesteld dat het onder 2 tenlastegelegde wettig en overtuigend kan worden bewezenverklaard, nu de verdachte met zijn handelen een bijdrage van voldoende gewicht heeft geleverd aan het openlijk geweld tegen de desbetreffende verbalisanten. Zo heeft de verdachte voorafgaand aan de jaarwisseling deel genomen aan een WhatsApp-groep waarin werd gesproken over het voornemen onrust te veroorzaken ten tijde van de jaarwisseling. Voorts heeft de verdachte in de nacht van de jaarwisseling – nadat hij door leden van de Mobiele Eenheid (ME) was ingesloten –op zijn telefoon een video-opname gemaakt waarin er samen met medeverdachte [medeverdachte] (hierna: [medeverdachte] ) wordt gepraat over het doodschoppen van een ME’er. Vijftien minuten nadat hij deze video had opgenomen, is [medeverdachte] aangehouden voor het schoppen tegen het schild van een ME’er.\n\nHet hof overweegt als volgt.\n\nHet hof stelt voorop dat van het \"in vereniging\" plegen van geweld sprake is, indien de betrokkene een voldoende significante of wezenlijke bijdrage levert aan het geweld, zij het dat deze bijdrage zelf niet van gewelddadige aard hoeft te zijn. De enkele omstandigheid dat iemand aanwezig is in een groep die openlijk geweld pleegt is niet zonder meer voldoende om hem te kunnen aanmerken als iemand die \"in vereniging\" geweld pleegt. Beoordeeld zal moeten worden of de door de verdachte geleverde – intellectuele en\u002Fof materiële – bijdrage aan het delict van voldoende gewicht is.\n\nMet de advocaat-generaal en de verdediging is het hof van oordeel dat op grond van het verhandelde ter terechtzitting niet kan worden bewezen dat de verdachte omstreeks de jaarwisseling geweld heeft gebruikt jegens de verbalisanten, zoals het gooien met stenen of vuurwerk. Het hof is voorts van oordeel dat evenmin bewezen kan worden dat de verdachte op enige wijze geweldshandelingen die door andere personen zijn gepleegd heeft ondersteund of anderszins heeft bijgedragen aan het ontstaan of het voortduren van het geweld jegens de verbalisanten. Het hof neemt hierbij in aanmerking dat [medeverdachte] bij de raadsheer-commissaris als getuige is gehoord en heeft verklaard dat hetgeen de verdachte in de video-opname heeft gezegd, los stond van zijn handelen daarna en dat de verdachte niet in de buurt was toen [medeverdachte] tegen het schild van verbalisant [verbalisant 2] aan schopte. De enkele aanwezigheid in de groep die door de politie\u002FME was ingesloten en het feit dat de verdachte deel uit maakte van een WhatsApp-groep acht het hof evenmin een bijdrage van voldoende gewicht. Gelet op het voorgaande is niet vast komen te staan dat de verdachte een voldoende significante of wezenlijke bijdrage heeft geleverd aan het tenlastegelegde geweld tegen de desbetreffende verbalisanten, zodat het ten laste gelegde niet kan worden bewezen en de verdachte daarvan zal worden vrijgesproken.\n\nBewezenverklaring\n\nHet hof acht wettig en overtuigend bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan, met dien verstande dat:\n\n3. hij op of omstreeks31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk eenvuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed,dat\u002Fdiegeheel of ten deleaan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachtetoebehoorde(n)heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt;.\n\nHetgeen meer of anders is tenlastegelegd, is niet bewezen. De verdachte moet daarvan worden vrijgesproken.\n\nBewijsvoering\n\nHet hof grondt zijn overtuiging dat de verdachte het bewezenverklaarde heeft begaan op de feiten en omstandigheden die in de bewijsmiddelen zijn vervat en die reden geven tot de bewezenverklaring.\n\nIn die gevallen waarin de wet aanvulling van het arrest vereist met de bewijsmiddelen dan wel, voor zover artikel 359, derde lid, tweede volzin, van het Wetboek van Strafvordering wordt toegepast, met een opgave daarvan, zal zulks plaatsvinden in een aanvulling die als bijlage aan dit arrest zal worden gehecht.\n\nStrafbaarheid van het bewezenverklaarde\n\nHet onder 3 bewezenverklaarde levert op\n\nopzettelijk en wederrechtelijk enig goed dat geheel of ten dele aan een ander toebehoort, vernielen.\n\nStrafbaarheid van de verdachte\n\nEr is geen omstandigheid aannemelijk geworden die de strafbaarheid van de verdachte uitsluit. De verdachte is dus strafbaar.\n\nStrafmotivering\n\nHet hof heeft de op te leggen straf bepaald op grond van de ernst van het feit en de omstandigheden waaronder dit is begaan en op grond van de persoon en de persoonlijke omstandigheden van de verdachte, zoals daarvan is gebleken uit het onderzoek ter terechtzitting.\n\nDaarbij heeft het hof in het bijzonder het volgende in aanmerking genomen.\n\nDe verdachte heeft zich op oudejaarsavond schuldig gemaakt aan vernieling van een prullenbak door hierop zwaar vuurwerk tot ontploffing te brengen. Een dergelijk feit is gevaarzettend en geschikt om gevoelens van angst en onveiligheid in de maatschappij teweeg te brengen. De verdachte heeft met zijn handelen de gemeente en daarmee de gemeenschap financiële schade berokkend en hij heeft hiermee overlast veroorzaakt.\n\nHet hof heeft acht geslagen op een de verdachte betreffend uittreksel Justitiële Documentatie van 1 juni 2026, waaruit blijkt dat de verdachte niet eerder voor een vergelijkbaar feit is veroordeeld.\n\nTen aanzien van de redelijke termijn als bedoeld in artikel 6, eerste lid, van het Europees Verdrag tot bescherming van de rechten van de mens en de fundamentele vrijheden (EVRM) overweegt het hof dat deze is aangevangen op 6 maart 2023. In eerste aanleg is de redelijke termijn niet overschreden. Het hof stelt vast dat de behandeling van de zaak in hoger beroep niet heeft plaatsgevonden binnen de daartoe gestelde redelijke termijn,. Namens de verdachte is immers op 4 juli 2023 hoger beroep ingesteld en het hof wijst op 8 juli 2026 eindarrest. De redelijke termijn van de berechting in hoger beroep is derhalve met meer dan één jaar overschreden. Het hof ziet, ook gelet op de duur van de procedure als geheel, aanleiding te volstaan met de constatering van dit verzuim, gelet op de gekozen strafmodaliteit en de hoogte van de op te leggen straf.\n\nHet hof is – alles afwegende – van oordeel dat een onvoorwaardelijke taakstraf van na te melden duur een passende en geboden reactie vormt. Anders dan de verdediging heeft bepleit acht het hof een geldboete, gelet op de context waarin en de wijze waarop de vernieling plaatsvond – tijdens de jaarwisseling en met (illegaal) vuurwerk – niet passend. Evenmin zal om die reden toepassing worden gegeven aan het bepaalde in artikel 9a van het Wetboek van Strafrecht.\n\nVorderingen tot schadevergoeding\n\nIn het onderhavige strafproces hebben tweeëntwintig verbalisanten zich als benadeelde partij gevoegd ter zake van het onder 2 ten laste gelegde. De benadeelde partijen [verbalisant 17] , [verbalisant 12] , [verbalisant 8] , [verbalisant 9] , [verbalisant 19] , [verbalisant 20] , [verbalisant 18] , [verbalisant 15] , [verbalisant 10] , [verbalisant 4] , [verbalisant 1] , [verbalisant 16] , [verbalisant 3] , [aspirant] , [verbalisant 7] , [hoofdagent] , [verbalisant 14] , [verbalisant 5] en [verbalisant 6] vorderen per persoon een vergoeding van € 350,00 aan immateriële schade. De benadeelde partijen [verbalisant 13] en [verbalisant 11] vorderen per persoon een vergoeding van € 400,00 aan immateriële schade en de benadeelde partij [verbalisant 2] vordert een vergoeding van € 750,00 aan immateriële schade.\n\nNu de verdachte ter zake van het onder 2 tenlastegelegde wordt vrijgesproken, zullen de benadeelde partijen niet-ontvankelijk worden verklaard in hun vordering.\n\nGelet daarop zullen de benadeelde partijen worden veroordeeld in de kosten die de verdachte tot aan deze uitspraak in verband met de verdediging tegen die vorderingen heeft moeten maken, welke kosten het hof vooralsnog begroot op nihil.\n\nToepasselijke wettelijke voorschriften\n\nHet hof heeft gelet op de artikelen 9, 22c, 22d en 350 van het Wetboek van Strafrecht, zoals zij rechtens gelden dan wel golden.\n\nBESLISSING\n\nHet hof:\n\nVerklaart de verdachte niet-ontvankelijk in het hoger beroep, voor zover gericht tegen de beslissing ter zake van het onder 1 tenlastegelegde.\n\nVernietigt het vonnis waarvan beroep voor zover thans aan het oordeel van het hof onderworpen en doet in zoverre opnieuw recht:\n\nVerklaart niet bewezen dat de verdachte het onder 2 tenlastegelegde heeft begaan en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart, zoals hiervoor overwogen, bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan.\n\nVerklaart niet bewezen hetgeen de verdachte meer of anders is tenlastegelegd dan hierboven is bewezenverklaard en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart het onder 3 bewezenverklaarde strafbaar, kwalificeert dit als hiervoor vermeld en verklaart de verdachte strafbaar.\n\nVeroordeelt de verdachte tot een taakstrafvoor de duur van60 (zestig) uren, indien niet naar behoren verricht te vervangen door30 (dertig) dagen hechtenis.\n\nBeveelt dat de tijd die door de verdachte vóór de tenuitvoerlegging van deze uitspraak in enige in artikel 27, eerste lid, van het Wetboek van Strafrecht bedoelde vorm van voorarrest is doorgebracht, bij de uitvoering van de opgelegde taakstraf in mindering zal worden gebracht, volgens de maatstaf van 2 uren taakstraf per in voorarrest doorgebrachte dag, voor zover die tijd niet reeds op een andere straf in mindering is gebracht.\n\nVordering van de benadeelde partijen:\n\n- [verbalisant 17] ,\n\n- [verbalisant 12] ,\n\n- [verbalisant 13] ,\n\n- [verbalisant 8] ,\n\n- [verbalisant 9] ,\n\n- [verbalisant 19] ,\n\n- [verbalisant 20] ,\n\n- [verbalisant 11]\n\n- [verbalisant 18] ,\n\n- [verbalisant 15] ,\n\n- [verbalisant 10] ,\n\n- [verbalisant 4] ,\n\n- [verbalisant 1] ,\n\n- [verbalisant 16] ,\n\n- [verbalisant 3] ,\n\n- [verbalisant 2]\n\n- [aspirant] ,\n\n- [verbalisant 7] ,\n\n- [hoofdagent] ,\n\n- [verbalisant 14] ,\n\n- [verbalisant 5] , en\n\n- [verbalisant 6]\n\nVerklaart de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens niet-ontvankelijk in hun vordering tot schadevergoeding.\n\nVeroordeelt de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens in de door verdachte gemaakte kosten en begroot deze telkens op nihil.\n\nDit arrest is gewezen door mr. F.W. Pieters, als voorzitter, mr. E.C. van Veen en mr. M.C. Bruining, leden, in bijzijn van de griffier mr. V.V. de Lange.\n\nHet is uitgesproken op de openbare terechtzitting van het hof van 8 juli 2026.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:GHDHA:2026:2250","ecli-nl-ghdha-2026-2250",{"courtName":52,"legalDomain":53,"decisionType":32,"procedureType":33},"Den Haag","Strafrecht",{"id":55,"ecli":56,"caseNumber":14,"courtId":57,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":58,"language":25,"source":26,"sourceUrl":59,"summary":14,"slug":60,"metadata":61},"348","ECLI:NL:RBDHA:2026:18721",65,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Groningen\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.20806\n uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n \n [naam], eiseres,\n\nV-nummer: [v-nummer:],\n\n(gemachtigde: mr. I.M. Zuidhoek),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, de minister.\n\nInleiding\n\n1. In deze uitspraak beoordeelt de rechtbank het beroep van eiseres tegen het niet in behandeling nemen van de aanvraag tot het verlenen van een verblijfsvergunning asiel voor bepaalde tijd. De minister heeft de aanvraag met het bestreden besluit van 7 april 2026 niet in behandeling genomen omdat daarvoor Frankrijk verantwoordelijk is.\n\n1.1.. De rechtbank doet op grond van artikel 8:54 van de Algemene wet bestuursrecht (Awb) uitspraak zonder zitting.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\n2. De rechtbank beoordeelt het niet in behandeling nemen van de asielaanvraag van eiseres. Zij doet dat mede aan de hand van de argumenten die eiseres heeft aangevoerd, de beroepsgronden.\n\n3. De rechtbank verklaart het beroep ongegrond. Dat betekent dat eiseres ongelijk krijgt en het bestreden besluit in stand blijft. Hierna legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit oordeel heeft.\n\nToepasselijk recht\n\n4. Op deze zaak is het recht van toepassing dat gold vóór 12 juni 2026.\n\nTotstandkoming van het besluit\n\n5. De Europese Unie heeft gezamenlijke regelgeving over het in behandeling nemen van asielaanvragen. Die staat in de Dublinverordening.Op grond van de Dublinverordening neemt de minister een asielaanvraag niet in behandeling als is vastgesteld dat een andere lidstaat verantwoordelijk is voor de behandeling daarvan.In dit geval heeft Nederland bij Frankrijk een verzoek om terugname gedaan. Frankrijk heeft dit verzoek aanvaard.\n\nMag de minister ten opzichte van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel?\n\n6. Eiseres stelt zich op het standpunt dat er in Frankrijk voor haar een onveilige situatie zal optreden. Dit is het gevolg van de aanwezigheid van veel Libanezen in Frankrijk, waaronder ook de familie van haar moeder die haar eerder al bedreigde. Bovendien heeft eiseres in Nederland een community gevonden waar zij zich veilig bij voelt en in Frankrijk heeft zij niemand, dit is voor haar een angstaanjagend vooruitzicht. Dit terwijl in Nederland er een sterke en diverse LHBT-gemeenschap is waar zij zich veilig voelt. Volgens eiseres is er in Frankrijk bovendien nog steeds een groot probleem met betrekking tot de opvang van asielzoekers. Ze verwijst naar het AIDA-rapport over Frankrijk, update 2024.Er is een tekort aan opvangplekken en eiseres loopt bij terugkeer een reëel risico om in een situatie van materiële deprivatie terecht te komen. Volgens eiseres is het bestreden besluit niet zorgvuldig voorbereid en berust het evenmin op een deugdelijke motivering.\n\n6.1.. De beroepsgrond slaagt niet. Naar het oordeel van de rechtbank mag de minister ten aanzien van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. De Afdelingheeft meermaals bevestigd dat ten aanzien van Frankrijk in algemene zin kan worden uitgegaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. Hierbij is ook het AIDA rapport, update 2024, betrokken. De rechtbank overweegt ambtshalve dat ook het recente AIDA rapport, update 2025, geen wezenlijk ander beeld geeft van de opvangvoorzieningen in Frankrijk dan de informatie die is betrokken door de Afdeling in eerdere uitspraken.\n\n6.2.. Uit de AIDA rapporten blijkt niet dat sprake is van structurele tekortkomingen in de opvang of asielprocedure, ook niet ten aanzien van de LHTBI-gemeenschap. Eiseres heeft bovendien niet aannemelijk gemaakt dat zij bij overdracht aan Frankrijk persoonlijk geen opvang, rechtsbescherming of toegang tot de procedure zal krijgen. Eiseres heeft niet eerder een asielaanvraag in Frankrijk ingediend waardoor zij geen persoonlijke ervaring heeft met de kwaliteit van de asielprocedure en de opvangvoorzieningen in Frankrijk.\n\n6.3.. Naar het oordeel van de rechtbank heeft de minister zich niet ten onrechte op het standpunt gesteld dat eiseres niet aannemelijk heeft gemaakt dat sprake is van bijzondere, individuele omstandigheden op basis waarvan de minister de aanvraag toch zou moeten behandelen.\n\nConclusie en gevolgen\n\n7. Het beroep is kennelijk ongegrond. Dat betekent dat het bestreden besluit in stand blijft en eiseres overgedragen kan worden aan Frankrijk. Eiseres krijgt geen vergoeding van haar proceskosten.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank verklaart het beroep ongegrond.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. A. Sibma, rechter, in aanwezigheid van mr. S. Strating, griffier, en openbaar gemaakt door middel van gepseudonimiseerde publicatie op rechtspraak.nl.\n\nDe uitspraak is openbaar gemaakt en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over verzet\n\nAls partijen het niet eens zijn met deze uitspraak, kunnen zij een verzetschrift sturen naar de rechtbank waarin zij uitleggen waarom zij het niet eens zijn met deze uitspraak. Het verzetschrift moet worden ingediend binnen zes weken na de dag waarop deze uitspraak is verzonden. Als partijen graag een zitting willen om het verzetschrift toe te lichten, moeten zij dit in het verzetschrift vermelden.\n\n Zie artikel 84 van de Asiel- en migratiebeheerverordening inzake het overgangsrecht.\n\n Verordening (EU) nr. 604\u002F2013.\n\n Dit staat ook in artikel 30, eerste lid, van de Vreemdelingenwet 2000.\n\n Update 2024 van juni 2025.\n\n Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State.\n\n Update 2025 van mei 2026.\n\n Zie ook de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Arnhem, van 3 juli 2026. (ECLI:NL:RBDHA:2026:18469, r.o. 7.1) en de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Middelburg, van 25 juni 2026 (ECLI:NL:RBDHA:2026:17711).","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18721","ecli-nl-rbdha-2026-18721",{"courtName":62,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Groningen","Bestuursrecht; Vreemdelingenrecht",{"id":65,"ecli":66,"caseNumber":14,"courtId":67,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":68,"language":25,"source":26,"sourceUrl":69,"summary":14,"slug":70,"metadata":71},"418","ECLI:NL:RBDHA:2026:18726",61,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Rotterdam\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.36068uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n\n [naam eiser] , eiser\n\nV-nummer: [V-nummer]\n\n(gemachtigde: mr. J.S. Dobosz),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, verweerder\n\n(gemachtigde: mr. C. van der Zijde).\n\nSamenvatting\n\n1. Deze uitspraak gaat over de maatregel van vreemdelingenbewaring die aan eiser is opgelegd. Deze maatregel is opgelegd op grond van artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vreemdelingenwet 2000. Eiser is het niet eens met die maatregel. Hij voert daartegen een beroepsgrond aan. Onder meer aan de hand van deze beroepsgrond beoordeelt de rechtbank de rechtmatigheid van die maatregel en de vraag of aan eiser een schadevergoeding moet worden toegekend.\n\n1.1.. De rechtbank komt in deze uitspraak tot het oordeel dat het beroep gegrond is. Het opleggen van de maatregel van vreemdelingenbewaring is onrechtmatig. De rechtbank kent daarom een schadevergoeding toe. Hieronder legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit heeft.\n\n1.2.. In deze uitspraak gebruikt de rechtbank de volgende afkortingen voor de wet- en regelgeving:\n\nAwb: Algemene wet bestuursrecht\n\nVw: Vreemdelingenwet 2000\n\nVb: Vreemdelingenbesluit 2000\n\nProcesverloop\n\n2. Met het bestreden besluit van 29 juni 2026 heeft verweerder aan eiser de maatregel van vreemdelingenbewaring opgelegd en de rechtbank daarvan in kennis gesteld.\n\n2.1.. Deze kennisgeving wordt gelijkgesteld met een door eiser ingesteld beroep. Het beroep wordt ook aangemerkt als een verzoek om schadevergoeding.\n\n2.2.. De rechtbank heeft het beroep op 7 juli 2026 op zitting behandeld. Hieraan hebben deelgenomen: eiser, de gemachtigde van eiser, K.A. Ozdzinska als tolk en de gemachtigde van verweerder.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\nToetsingskader\n\n3. Verweerder kan als het belang van de openbare orde of de nationale veiligheid dat vordert, de vreemdeling die geen rechtmatig verblijf heeft in vreemdelingenbewaring stellen.Verweerder stelt een vreemdeling slechts in vreemdelingenbewaring, voor zover geen minder dwingende maatregelen doeltreffend kunnen worden toegepast en de vreemdelingenbewaring blijft achterwege of wordt beëindigd, indien deze niet langer noodzakelijk is met het oog op het doel van de vreemdelingenbewaring.Deze vreemdeling kan in vreemdelingenbewaring worden gesteld op grond dat het belang van de openbare orde of nationale veiligheid zulks vordert, indien a) een onderduikrisico bestaat, of b) de vreemdeling de voorbereiding van het vertrek of de uitzettingsprocedure ontwijkt of belemmert.De maatregel kan alleen worden opgelegd wegens het bestaan van een onderduikrisico, indien ten minste twee van de gronden, genoemd in artikel 5.6, tweede lid, van het Vb zich voordoen.\n\nGronden\n\n4. Eiser heeft de gronden die aan de maatregel ten grondslag zijn gelegd niet bestreden. De gronden, die de ambtshalve toetsing van de rechtbank doorstaan, zijn tezamen voldoende om de maatregel van bewaring te kunnen dragen.\n\nRechtmatig verblijf\n\n5. Eiser heeft aangevoerd dat er sprake is van een rechtmatig verblijf van eiser in Nederland op grond van artikel 7 van de Richtlijn 2004\u002F38\u002FEG. Eiser is een maand voorafgaand aan de onderhavige zaak opgehouden op 3 juni 2026. Hij heeft ter onderbouwing het proces-verbaal van ophouding overgelegd. Op deze dag is onderzoek gedaan naar de arbeidssituatie van eiser. Gebleken is dat eiser arbeid verricht voor een Nederlands uitzendbureau en beschikte over een arbeidscontract. Eiser is vervolgens heengezonden wegens bestendig verblijf. Verweerder kon ten aanzien van de onderhavige maatregel van bewaring op 29 juni 2026 niet zonder meer terugvallen op het standpunt dat sprake is van voortgezet onrechtmatig verblijf. Dit is onverenigbaar met de bevinding op 3 juni 2026. De maatregel van bewaring is dan ook onvoldoende zorgvuldig voorbereid en onvoldoende gemotiveerd.\n\n5.1.. Verweerder heeft aan de maatregel ten grondslag gelegd dat eiser geen rechtmatig verblijf in Nederland heeft, nu zijn verblijfsrecht als Unieburger bij beschikking van 6 maart 2025 is beëindigd. De rechtbank stelt voorop dat de enkele omstandigheid dat het verblijfsrecht van een Unieburger eerder is beëindigd, niet zonder meer meebrengt dat deze op een later moment geen rechten meer aan het Unierecht kan ontlenen. Indien sprake is van gewijzigde feiten en omstandigheden dient verweerder de verblijfsrechtelijke positie van de betrokkene opnieuw te beoordelen alvorens tot het oordeel te komen dat hij geen rechtmatig verblijf heeft.\n\n5.2.. De rechtbank oordeelt als volgt. In de maatregel van bewaring is vermeld dat eiser heeft verklaard werkzaam te zijn voor een Nederlands uitzendbureau en dit ook heeft aangetoond, dat eiser werkzaam is in België waar hij ook wordt voorzien van woonruimte door de werkgever en dat hij in België mag verblijven. Naar het oordeel van de rechtbank vormen deze omstandigheden concrete aanwijzingen dat de feitelijke situatie van eiser sinds de beschikking van 6 maart 2025 is gewijzigd. Van verweerder mocht daarom worden verwacht dat hij kenbaar zou onderzoeken welke betekenis deze gewijzigde omstandigheden hebben voor de actuele verblijfsrechtelijke positie van eiser. Uit de maatregel van bewaring, het gehoor voorafgaand aan deze maatregel en de overige stukken in het dossier is niet gebleken dat een dergelijk onderzoek heeft plaatsgevonden. Daarbij betrekt de rechtbank dat uit het proces-verbaal van ophouding van eiser op 3 juni 2026 blijkt dat eiser is heengezonden, omdat sprake was van ‘mogelijk bestendig verblijf’. Uit het proces-verbaal van verhoor op die dag blijkt dat het werken voor een Nederlands uitzendbureau hier ook aan de orde is geweest. Vervolgens wordt nog geen maand later in de onderhavige maatregel van bewaring zonder kenbare motivering aangenomen dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft. Niet valt in te zien waarom verweerder er zonder nader onderzoek van uit heeft kunnen gaan dat eiser geen aan het Unierecht ontleend verblijfsrecht had. De motivering dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft, is onder deze omstandigheden onvoldoende draagkrachtig. Gelet hierop is de maatregel in strijd met artikel 3:2 en 3:46 van de Awb tot stand gekomen en is dan ook onrechtmatig. Deze beroepsgrond slaagt.\n\nConclusie en gevolgen\n\n6. Het beroep tegen de maatregel van vreemdelingenbewaring is gegrond. Deze maatregel is vanaf het moment van het opleggen daarvan onrechtmatig. De rechtbank beveelt de opheffing van deze maatregel met ingang van vandaag.\n\n6.1.. Op grond van artikel 106 van de Vw kan de rechtbank indien zij de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring beveelt aan eiser een schadevergoeding ten laste van de Staat toekennen. De rechtbank acht gronden aanwezig om een schadevergoeding toe te kennen voor 10 dagen onrechtmatige (tenuitvoerlegging van de) vreemdelingenbewaring ten bedrage van 0 x € 160,- (verblijf politiecel) en 10 x € 120,- (verblijf detentiecentrum) = € 1.200,-.\n\n6.2.. Eiser krijgt een vergoeding van zijn proceskosten. Verweerder moet deze vergoeding betalen. Deze vergoeding bedraagt € 1.868,- omdat de gemachtigde van eiser geacht wordt beroep te hebben ingesteld en aan de zitting heeft deelgenomen. Verder zijn er geen kosten gemaakt die vergoed kunnen worden.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- veroordeelt de Staat der Nederlanden tot het betalen van € 1.200,- aan schadevergoeding aan eiser, te betalen door de griffier en beveelt de tenuitvoerlegging van deze schadevergoeding;\n\n- beveelt de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring met ingang van vandaag;\n\n- veroordeelt verweerder tot betaling van € 1.868,- aan proceskosten aan eiser.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. S.N. Abdoelkadir, rechter, in aanwezigheid van mr. M. Stehouwer, griffier.\n\nUitgesproken in het openbaar en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over hoger beroep\n\nEen partij die het niet eens is met deze uitspraak, kan een hogerberoepschrift sturen naar de Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State waarin wordt uitgelegd waarom deze partij het niet eens is met de uitspraak. Het hogerberoepschrift moet worden ingediend binnen één week na de dag waarop deze uitspraak is verzonden of na de dag van plaatsing daarvan in het digitale dossier.\n\n Het beroep tegen een maatregel van bewaring wordt ook aangemerkt als een verzoek om toekenning van schadevergoeding. Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59c van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 5.5 van het Vb.\n\n Dit volgt uit artikel 5.6, eerste lid, van het Vb.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18726","ecli-nl-rbdha-2026-18726",{"courtName":72,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Rotterdam"]