[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"decision-ecli-de-neuris-jure259031866":3,"decision-more-ecli-de-neuris-jure259031866":18},{"id":4,"ecli":5,"caseNumber":6,"courtId":7,"courtName":8,"courtSlug":9,"decisionDate":10,"fullText":11,"language":12,"source":13,"sourceUrl":14,"summary":15,"slug":16,"metadata":17},"8136","ECLI:DE:NEURIS:JURE259031866","5 Ni 25\u002F22 (EP)",42,"Bundespatentgericht","bundespatentgericht","2025-01-29T00:00:00.000Z","#  BPatG, Urteil vom 29. Januar 2025 - 5 Ni 25\u002F22 (EP) \n\n## Tenor\n\n**In der Patentnichtigkeitssache**\n\n…\n\n**betreffend das europäische Patent EP 2 469 764**\n\n**(DE 60 2011 045 252)**\n\nhat der 5. Senat (Nichtigkeitssenat) des Bundespatentgerichts auf Grund der mündlichen Verhandlung vom 29. Januar 2025 durch den Richter Heimen als Vorsitzenden sowie die Richter Dipl.-Geophys. Univ. Dr. Wollny, Schödel, Dr.-Ing. Ball und Dipl.-Ing. Jürgensen\n\nfür Recht erkannt:\n\nI. Das europäische Patent EP 2 469 764 wird mit Wirkung für das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland mit der Maßgabe für nichtig erklärt, dass seine Patentansprüche folgende Fassung erhalten:\n\nIm Übrigen wird die Klage abgewiesen.\n\nII. Von den Kosten des Verfahrens trägt die Klägerin 1\u002F3, die Beklagte 2\u002F3.\n\nIII. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 120% des jeweils zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar.\n\n## Tatbestand\n\n1\\. Die Beklagte ist eingetragene Inhaberin des europäischen Patents EP 2 469 764 (Streitpatent – SP), das am 22. Dezember 2011 angemeldet und dessen Erteilung am 24. Januar 2018 veröffentlicht worden ist. Das Streitpatent nimmt die Priorität der niederländischen Anmeldung NL 2005918 vom 23. Dezember 2010 in Anspruch. Das in englischer Sprache gefasste Streitpatent trägt die Bezeichnung \"DATA SPEED MEASUREMENT APPLICATION ON PERSONAL DIGITAL ASSISTANT TERMINALS\", ins Deutsche übersetzt \"DATEN-GESCHWINDIGKEITSMESSUNGSANWENDUNG AUF PERSÖNLICHEN DIGITALEN HILFSENDGERÄTEN”. Es ist in Kraft und umfasst in der geltenden Fassung insgesamt 16 Patentansprüche mit dem Verfahrensanspruch 1, den auf diesen unmittelbar oder mittelbar zurückbezogenen Unteransprüchen 2 bis 11, sowie den nebengeordneten Patentansprüchen 12 (Vorrichtung) und 15 (Logik). Die Unteransprüche 13, 14 und 16 sind auf die Patentansprüche 12 und 15 unmittelbar oder mittelbar zurückbezogen. Mit ihrer Klage begehrt die Klägerin die vollständige Nichtigerklärung des Streitpatents. \n\n2\\. Die Patentansprüche 1, 12 und 15 lassen sich gemäß Streitpatentschrift in der maßgeblichen englischen Verfahrenssprache und der deutschen Übersetzung wie folgt gliedern: \n\n3\\. Patentanspruch 1: \n\n4\\. \n\nMerkmal M Lt. Streitpatentschrift in Verfahrenssprache Dt. Übers. lt. Streitpatent 1 Method for obtaining information related to a native data application (2) developed by a developer (5), the method comprising: Verfahren zum Erhalten von Informationen im Zusammenhang mit einer nativen Datenanwendung (2), die von einem Entwickler (5) entwickelt wird, wobei das Verfahren Folgendes umfasst: 1.1 executing the native data application (2) at a terminal device (3); Ausführen der nativen Datenanwendung (2) an einem Endgerät (3); 1.2 exchanging data with a web service (4) by the native data application (2); Austauschen von Daten mit einem Web-Dienst (4) durch die native Datenanwendung (2); 1.3 collecting, by the native data application (2), data exchange information that is related to a data exchange between the native data application (2) and the web service (4); Sammeln durch die native Datenanwendung (2) von Datenaustauschinformationen, die mit einem Datenaustausch zwischen der nativen Datenanwendung (2) und dem Web-Dienst (4) verknüpft sind; 1.4 instructing, by the native data application (2), the terminal device (3) to store at least a portion of the data exchange information collected by the native data application; and Anweisen durch die native Datenanwendung (2) des Endgeräts (3), mindestens einen Teil der Datenaustauschinformationen zu speichern, die von der nativen Datenanwendung gesammelt werden; und 1.5 analyzing, at the terminal device (3), at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3) to determine performance of the native data application (2), Analysieren an dem Endgerät (3) mindestens eines Teils der Datenaustauschinformationen, die an dem Endgerät (3) gespeichert sind, um die Leistung der nativen Datenanwendung (2) zu bestimmen, 1.6 transmitting at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3) to a web server (6) of an intermediate application performance monitoring party other than the developer (5), Übertragen mindestens eines Teils der Datenaustauschinformationen, die an dem Endgerät (3) gespeichert sind, zu einem Web-Server (6) einer anderen Zwischenanwendungsleistungsüberwachungs-partei als dem Entwickler (5), 1.6.1 the web server (6) processing and analysing the information received from the terminal device (3), wobei der Web-Server (6) die Informationen, die von dem Endgerät (3) erhalten werden, verarbeitet und analysiert, 1.6.2 said processed information (14) being provided as one or more reports to the developer (5). wobei die verarbeiteten Informationen (14) dem Entwickler(5) als ein oder mehrere Berichte bereitgestellt werden.\n\n5\\. Patentanspruch 12: \n\n6\\. \n\nMerkmal M Lt. Streitpatentschrift in Verfahrenssprache Dt. Übers. lt. Streitpatent 12 System (1) for obtaining information related to a native data application (2) developed by a developer (5), the system (1) comprising: System (1) zum Erhalten von Informationen im Zusammenhang mit einer nativen Datenanwendung (2), die von einem Entwickler (5) entwickelt wird, wobei das System (1) Folgendes aufweist: 12.1 at least one terminal device (3), wherein each terminal device (3) of the at least one terminal device (3) comprises: mindestens ein Endgerät (3), wobei jedes Endgerät (3) des mindestens einen Endgeräts (3) Folgendes aufweist: 12.1.1 a processor operable to execute the native data application (2), the native data application (2) operable to exchange data with at least one web service (4); and einen Prozessor, der bedient werden kann, um die native Datenanwendung (2) auszuführen, wobei die native Datenanwendung (2) betrieben werden kann, um Daten mit mindestens einem Web-Dienst (4) auszutauschen; und 12.1.2 a memory (7), einen Speicher (7), 12.2 wherein the native data application (2) is configured to collect data exchange information that is related to a data exchange between the native data application (2) and the at least one web service (4), wobei die native Datenanwendung (2) konfiguriert ist, um Datenaustauschinformationen zu sammeln, die mit einem Datenaustausch zwischen der nativen Datenanwendung (2) und dem mindestens einen Web-Dienst (4) verknüpft sind, 12.3 wherein the native data application (2) is configured to instruct the terminal device (3) to store at least a portion of the collected data exchange information, wobei die native Datenanwendung (2) konfiguriert ist, um das Endgerät (3) anzuweisen, mindestens einen Teil der gesammelten Datenaustauschinformationen zu speichern, 12.4 wherein the at least one terminal device (3) is configured to analyse at least a portion of the data exchange information to determine performance of the native data applications (2), wobei das mindestens eine Endgerät (3) konfiguriert ist, um mindestens einen Teil der Datenaustauschinformationen zu analysieren, um die Leistung der nativen Datenanwendungen (2) zu bestimmen, 12.5 the terminal device (3) being further configured to transmit at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3) to a web server (6) of an intermediate application performance monitoring party other than the developer (5), wobei das Endgerät (3) ferner konfiguriert ist, um mindestens einen Teil der Datenaustauschinformationen, die in dem Endgerät (3) gespeichert sind, zu einem Web-Server (6) einer anderen Zwischenanwendungsleistungsüberwachungspartei als dem Entwickler (5) zu übertragen, 12.6 the system further comprising the web server (6) of an intermediate application performance monitoring party other than the developer (5) wobei das System ferner den Web-Server (6) einer anderen Zwischenanwendungsleistungsüberwachungspartei als dem Entwickler (5) aufweist, 12.6.1 the web server (6) being configured to receive data exchange information when transmitted from the at least one terminal device (3), wobei der Web-Server (6) konfiguriert ist, um Datenaustauschinformationen zu erhalten, wenn sie von dem mindestens einen Endgerät (3) übertragen werden, 12.6.2 the web server (6) being further configured to process and analyse the information received from the terminal device (3), wobei der Web-Server (6) ferner konfiguriert ist, umdie Informationen, die von dem Endgerät(3) erhalten werden, zu verarbeiten und zu analysieren, 12.6.3 the web server (6) being further configured to provide said processed information (14) as one or more reports to the developer (5). wobei der Web-Server (6) ferner konfiguriert ist, um die verarbeiteten Informationen (14) dem Entwickler (5) als einen oder mehrere Berichte bereitzustellen.\n\n7\\. Patentanspruch 15: \n\n8\\. \n\nMerkmal M Lt. Streitpatentschrift in Verfahrenssprache Dt. Übers. lt. Streitpatent 15 Logic encoded in one or more non-transitory, computer-readable media, Logik, die in einem oder mehreren nichtflüchtigen computerlesbaren Medien codiert ist, 15.1 the logic comprising instructions that, when executed by a processor, are operable to perform the method as claimed in claim 1. wobei die Logik Anweisungen aufweist, die, wenn sie von einem Prozessor ausgeführt werden, betrieben werden können, um das Verfahren nach Anspruch 1 durchzuführen.\n\n9\\. Wegen des Wortlauts der abhängigen Unteransprüche 2 bis 11, 13, 14 und 16 wird auf das Streitpatent verwiesen. \n\n10\\. Die Klägerin macht die Nichtigkeitsgründe der mangelnden Neuheit und der mangelnden erfinderischen Tätigkeit (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG, Art. 138 Abs. 1 Buchst. a) i. V. m. Art. 54, 56 EPÜ) sowie mit Schriftsatz vom 5. Juni 2023 auch den Nichtigkeitsgrund der unzulässigen Erweiterung (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG, Art. 138 Abs. 1 Buchst. c) i. V. m. Art. 123 EPÜ) geltend. \n\n11\\. Die Klägerin stützt ihren Vortrag u. a. auf folgende Unterlagen: \n\n12\\. K4 Offenlegungsschrift EP 2 469 764 A1 \n\n13\\. K5 US 2006 \u002F 0 259 629 A1 \n\n14\\. K6 US 7,609,650 B2 \n\n15\\. K7 US 2004 \u002F 0 058 652 A1 \n\n16\\. K8 John Blommers, \"OpenView Network Node Manager\", ISBN 0-13-019849-8, Prentice Hall PTR, 2001 \n\n17\\. K8a J. Duffy, \"HP extends PerfView to mobitor networks, apps\", Network World, 30. Mai 1994 \n\n18\\. K9 RFC 1157, \"A Simple Network Management Protocol (SNMP)\", May 1990 \n\n19\\. K10 Open Group Technical Standard, \"Systems Management: Application Response Measurement (ARM) API\", ISBN: 1-85912-211-6, July 1998 \n\n20\\. K11 US 2006 \u002F 0 223 495 A1 \n\n21\\. K12 Wikipedia-Artikel \"API\", Stand 6. November 2010 \n\n22\\. K14 Wikipedia-Artikel \"OSI model\", Stand 21. Dezember 2010 \n\n23\\. K15 Wikipedia-Artikel \"Library (computing)\", Stand 17. Dezember 2010 \n\n24\\. K16 Wikipedia-Artikel \"Internet\", Stand 22. Dezember 2010 \n\n25\\. K17 Wikipedia-Artikel \"Download\", Stand 7. Dezember 2010 \n\n26\\. K18 Wikipedia-Artikel \"Softwaretest\", Stand 21. Dezember 2010 \n\n27\\. K20 M.W. Johnson, \"Monitoring and Diagnosing Applications with ARM 4.0\", Konferenzband der 30th International Computer Measurement Group Conference, 5. - 10. Dezember 2004, Las Vegas, Nevada, USA \n\n28\\. K20a Veröffentlichungsnachweis für die K20 \n\n29\\. K21 WO 2010 \u002F 103 163 A1 \n\n30\\. K22 J. Steele and N. To, \"The Android Developer’s Cookbook Building Applications with the Android SDK\", October 2010 \n\n31\\. K23 US 2007 \u002F 0 026 854 A1 \n\n32\\. K24 Wikipedia-Artikel \"Webinterface\", Stand 03. August 2010 \n\n33\\. K25 Wayback-Suche zu \"BREW\", \"The BREWTM Solution\", abgerufen unter URL: http:\u002F\u002Fbrew.qualcomm.com, Stand 7. Juni 2004 \n\n34\\. Die Beklagte hat mit Schriftsätzen vom 31. Januar 2023, 2. Juni 2023, 13. September 2023 und 6. bzw. 24. Januar 2025 zur hilfsweisen Verteidigung des Streitpatents insgesamt 19 Hilfsanträge (1 bis 3, 3a bis 3d, 4 bis 6, 6a, 6b, 7 bis 13) eingereicht. \n\n35\\. Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 1 unterscheidet sich vom Patentanspruch 1 gemäß Hauptantrag dadurch, dass das Merkmal M1 wie folgt zu Merkmal M1_Hi1 modifiziert wird (Änderungen zum erteilten Anspruch 1 hervorgehoben): \n\n36\\. M1_Hi1: **\"** Method for obtaining information related to a native data application (2) developed by a developer (5), **wherein the native data application (2) is an app installed by a user by downloading the native data application (2) from an App store,** the method comprising:**\"**\n\n37\\. Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 2 unterscheidet sich vom Patentanspruch 1 gemäß Hauptantrag dadurch, dass zusätzlich zum geänderten Merkmal M1_Hi1 gemäß Hilfsantrag 1 nach dem Merkmal M1.4 noch folgendes neues Merkmal M1.4.1_Hi2 hinzugefügt wird: \n\n38\\. M1.4.1_Hi2: \"wherein, during operation of the native data application (2), the native data application (2) makes multiple calls to the web service (4) to retrieve specified information, wherein the predefined calls are monitored by the terminal device (3), and wherein data exchange information related to these calls is collected and stored in a memory (7) of the terminal device (3); and\" \n\n39\\. Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 3 ist gegenüber dem erteilten Patentanspruch 1 durch die Hinzufügung der neuen Merkmale M1.7_Hi3 und M1.8_Hi3 am Ende des Anspruchs modifiziert: \n\n40\\. M1.7_Hi3: \"wherein a logic module is incorporated in source programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n41\\. M1.8_Hi3: \"wherein the logic module provides the native data application (2) with the functionality of tracking performance of data transfer between the terminal device (3) and the web service (4) or the Internet during use.\" \n\n42\\. Der nebengeordnete Patentanspruch 15 nebst Rückbezügen entfällt. \n\n43\\. Der Patentanspruch 1 gemäß den Hilfsanträgen 3a, 3c, 3d unterscheidet sich von Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 3 jeweils dadurch, dass Merkmal M1.7_Hi3 geändert wurde. Das geänderte Merkmal lautet (die Abweichung zum Hilfsantrag 3 ist jeweils hervorgehoben): \n\n44\\. M1.7_Hi3a \"wherein a logic module **being a piece of software** is incorporated in source programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n45\\. M1.7_Hi3c \"wherein a logic module **being a piece of software** is incorporated in **application** programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n46\\. M1.7_Hi3d \"wherein a logic module **being a piece of software** , **which is not a software library** , is incorporated in source programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n47\\. Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 3b ist identisch zu Hilfsantrag 3a, jedoch entfällt auch der nebengeordnete Patentanspruch 12 nebst rückbezogenen Unteransprüchen. \n\n48\\. Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 4 unterscheidet sich von Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 3 dadurch, dass nach dem Merkmal M1.6.2 und vor dem Merkmal M1.7_Hi3 das neue Merkmal M1.6.3_Hi4 hinzugefügt wird. Dieses lautet: \n\n49\\. M1.6.3_Hi4 \"**wherein, when the web server (6) finds that the performance of the native data application (2) is poor, a warning is provided to the developer (5);\"**\n\n50\\. Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 5 unterscheidet sich von Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 3 dadurch, dass nach dem Merkmal M1.6.2 und vor dem Merkmal M1.7_Hi3 das neue Merkmal M1.6.3_Hi5 hinzugefügt wird. Dieses lautet: \n\n51\\. M1.6.3_Hi5 \"**wherein the native data application (2) comprises a utility;\"**\n\n52\\. Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 6 ist gegenüber dem erteilten Patentanspruch 1 durch die Hinzufügung der neuen Merkmale M1.7_Hi6 und M1.8_Hi6 am Ende des Anspruchs modifiziert: \n\n53\\. M1.7_Hi6 \"receiving, at the terminal device (3), feedback information from the web server (6) after transmitting the at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3) to the web server (6); and\" \n\n54\\. M1.8_Hi6 \"processing the feedback information received from the web server (6).\" \n\n55\\. Der Patentanspruch 1 gemäß den Hilfsantrag 6a unterscheidet sich von Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 6 dadurch, dass am Ende zusätzlich die neuen Merkmale M1.9_Hi6a, M1.9.1_Hi6a und M1.9.2_Hi6a hinzugefügt wurden: \n\n56\\. M1.9_Hi6a \"removing the at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3)\" \n\n57\\. M1.9.1_Hi6a \"after transmitting the at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3) to the web server (6)\" \n\n58\\. M1.9.2_Hi6a \"and after receiving, at the terminal device (3), the feedback information from the web server (6).\" \n\n59\\. Der Patentanspruch 1 gemäß den Hilfsantrag 6b unterscheidet sich von Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 6a dadurch, dass zwischen den Merkmalen M1.7_Hi6 und M1.8_Hi6 das weitere neue Merkmal M1.7.1_Hi6b eingefügt wurde: \n\n60\\. M1.7.1_Hi6b \"wherein the feedback information indicate that, for a period of time, the terminal device (3) need not upload further collected information to the web server (6); and\" \n\n61\\. Wegen des Wortlauts des Patentanspruchs 1 gemäß der weiteren Hilfsanträge 7 bis 13 wird auf die Akte verwiesen. Wegen des geänderten Wortlauts der nebengeordneten Patentansprüche sowie der unmittelbar und mittelbar rückbezogenen Unteransprüche in der Fassung der jeweiligen Hilfsanträge wird ebenfalls auf die Akte verwiesen. \n\n62\\. Der Senat hat am 10. März 2023 einen qualifizierten Hinweis erteilt und zum fachmännischen Verständnis des Begriffs \"native Applikation\" zwei Pressemitteilungen der Firma Qualcomm Inc. als Anlagen beigefügt: \n\n63\\. Q1: Qualcomm Press Release vom 16. November 2008: \"Qualcomm Releases Software Development Kit for Brew Mobile Platform\", abrufbar unter URL: https:\u002F\u002Fwww.qualcomm.com\u002Fnews\u002Freleases\u002F2008\u002F11\u002F qualcomm-releases-software-development-kit-brew-mobile-platform) \n\n64\\. Q2: Qualcomm Press Release vom 29. Juni 2010: \"Application Store on Qualcomm’s Brew Mobile Platform Creates Additional Distribution Path for Developers to Reach Consumers in Open Markets\", abrufbar unter URL: https:\u002F\u002Fwww.qualcomm.com\u002Fnews\u002Freleases\u002F2010\u002F06\u002Fapplication-store-qualcomms-brew-mobile-platform-creates-additional). \n\n65\\. In der mündlichen Verhandlung am 29. Januar 2025 hat der Senat einen weiteren Hinweis erteilt. Wegen der Einzelheiten wird auf das Protokoll der mündlichen Verhandlung verwiesen. \n\n66\\. Die Klägerin beantragt, \n\n67\\. das europäische Patent EP 2 469 764 mit Wirkung für das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland in vollem Umfang für nichtig zu erklären. \n\n68\\. Die Beklagte beantragt, \n\n69\\. die Klage abzuweisen, \n\n70\\. hilfsweise die Klage abzuweisen mit der Maßgabe, dass das Streitpatent die Fassung eines der Hilfsanträge 1 bis 13, eingereicht mit Schriftsätzen vom 31. Januar 2023, 2\\. Juni 2023, 13. September 2023, 6. bzw. 24. Januar 2025 erhält. \n\n71\\. Die Beklagte verteidigt das Streitpatent in der erteilten Fassung und tritt der Klage in allen Punkten entgegen. Sie erklärt weiter, dass die einzelnen Patentansprüche der Anspruchssätze gemäß Hauptantrag und die unabhängigen Patentansprüche gemäß sämtlicher Hilfsanträge jeweils auch einzeln bzw. isoliert verteidigt werden. Es handele sich insofern nicht um geschlossene Anspruchssätze. Die Hilfsanträge seien in der alpha-nummerischen Reihenfolge zur Entscheidung gestellt. \n\n72\\. Ferner rügt die Beklagte den mit Schriftsatz vom 5. Juni 2023 vorgebrachten Nichtigkeitsgrund der unzulässigen Erweiterung sowie die erst in der mündlichen Verhandlung vorgelegte Anlage K25 als verspätet. \n\n73\\. Die Klägerin rügt die Zulässigkeit der Antragstellung, soweit der Gegenstand des Patents nicht als geschlossener Anspruchssatz verteidigt werde. \n\n74\\. Wegen der weiteren Einzelheiten des Vorbringens der Parteien wird auf die zwischen den Parteien gewechselten Schriftsätze nebst Anlagen und den weiteren Inhalt der Akte Bezug genommen. \n\n## Entscheidungsgründe\n\n**A.**\n\n75\\. Die Klage ist zulässig und hat in der Sache im tenorierten Umfang Erfolg. Das Streitpatent erweist sich sowohl nach dem Hauptantrag als auch nach den Hilfsanträgen, soweit es über die mit Hilfsantrag 6b verteidigte Fassung hinausgeht, als nicht rechtsbeständig und ist daher in diesem Umfang für nichtig zu erklären. Der Gegenstand des Streitpatents ist sowohl nach dem Hauptantrag sowie nach den Hilfsanträgen 1 bis 6a nicht patentfähig gemäß Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ. \n\n76\\. **I. Zum Gegenstand des Streitpatents**\n\n77\\. **1.** Das Streitpatent betrifft die Überwachung der Performance von Applikationen (Apps), welche auf mobilen Endgeräten, bspw. persönlichen digitalen Assistenten (PDAs) und Smartphones wie I-Phones, Blackberries sowie Symbian, Palm, S60, Android oder Windows-Mobile basierten Geräten, ausgeführt werden (vgl. SP, Abs. [0002] – [0003]). \n\n78\\. Gemäß Streitpatent existiere ein wachsender Trend hin zu mobilen Apps auf Web-Browsern, da diese in den meisten Fällen die beste Benutzererfahrung böten. Solche webbasierten Anwendungen wären in einer nativen Verpackung jedoch noch attraktiver für den Benutzer (vgl. SP, Abs. [0006]). \n\n79\\. Das Streitpatent stelle sich in diesem technischen Kontext die Aufgabe, auf den o.g. Endgeräten eine entsprechende Applikation auszuführen, welche einen tieferen Einblick in die Performance der Applikation ermögliche (vgl. SP, Abs. [0007]). \n\n80\\. **2.** Der Gegenstand des Streitpatents richtet sich an einen Ingenieur der Nachrichtentechnik \u002F Informationstechnik mit abgeschlossenem Universitätsstudium und mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Entwicklung von Verfahren zum Performance-Monitoring von (insbesondere mobilen) Endgeräten und deren Applikationen in (insbesondere drahtlosen) Netzwerken, wobei der Fachmann detaillierte Kenntnisse hinsichtlich der Software-Architektur der Endgeräte besitzt. \n\n81\\. **3.** Der Senat versteht das Streitpatent und einige in den angegriffenen Ansprüchen verwendete Begriffe vor dessen technischem Hintergrund wie folgt: \n\n82\\. **3.1 Zum Patentanspruch 1**\n\n83\\. Mit dem Merkmal **M1** ist ein Verfahren beansprucht, welches Informationen hinsichtlich nativer Datenanwendungen (\"native data application\"), welche von einem Entwickler entwickelt werden, gewinnt. Das Streitpatent versteht unter nativen Datenanwendungen Apps, welche bspw. auf PDAs, Smartphones, Blackberries, Palms etc. unter dem jeweils entsprechenden Betriebssystem wie iOS, Android, Symbian, Windows Phone etc. installiert werden, wobei webbasierte Anwendungen, bspw. browserbasierte Anwendungen, im Allgemeinen keine native App darstellten und daher einen nativen \"Wrapper\" bzw. eine native Hülle umfassen sollten (vgl. SP, Abs. [0003] - [0005], [0006], [0022] - [0023], [0026]). \n\n84\\. Native Apps sind also auf ein bestimmtes Betriebssystem wie iOS, Android oder Windows Phone zugeschnittene Software, d.h. native Apps werden für ein bestimmtes System entwickelt. \n\n85\\. Für die Entwicklung nativer Apps wird nach fachmännischem Verständnis in der Regel eine Entwicklungsumgebung (Software Development Kit – SDK) zur Verfügung gestellt, die auch die Anbindung von Schnittstellen-APIs (Application Programming Interface) zur darunterliegenden Hardware-\u002FSoftware-Plattform ermöglicht. Native Apps interagieren mit der Hardware und auch mit der auf dem System vorinstallierten Software, um alle zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal auszunutzen. So sind zum Beispiel Zugriffe auf Daten- und Arbeitsspeicher, Kamerafunktionen oder das GPS-System eines Endgerätes möglich. Grundsätzlich zeichnen sich native Apps dadurch aus, dass sie – aufgrund des ausführbaren Maschinencodes (vgl. SP, Abs. [0023], \"application code\") – eine sehr gute Performance besitzen. Sie bieten auch eine schnellere Geschwindigkeit bei der Nutzung der App durch den Anwender als nicht-native Applikationen, wie bspw. browserbasierte Web-Apps oder interpreterbasierte Apps, welche in einer höheren Programmiersprache entwickelt werden (z.B. html, Javascript, o.ä.) und ggf. eine Laufzeitumgebung benötigen. \n\n86\\. Das Streitpatent lehrt in Absatz [0023], dass die native Applikation ggf. auch auf Bibliotheksfunktionen zurückgreifen kann, deren Code dann in den Applikationscode integriert ist (dort: \"To enable the application to collect the data exchange information, suitable instructions (e.g. ‚AppPerformance code‘) may be incorporated in the application code …\", Hervorhebung hinzugefügt). \n\n87\\. Die Installation seitens der Nutzer gestaltet sich bei nativen Apps normalerweise sehr einfach. Mithilfe der jeweiligen digitalen Vertriebsplattformen (App Stores) finden Nutzer zahlreiche Apps und können diese per Klick auf ihrem Endgerät installieren (vgl. SP, Abs. [0033], \"application store (e.g. an App store …)\"). \n\n88\\. Als Beispiele für die Applikationen werden im Streitpatent im Speziellen Dienstprogramme (\"Utilities\") oder Spiele genannt (vgl. SP, Abs. [0031]). Darüber hinaus schlägt das Streitpatent vor, einschlägige Mobilfunk-Apps basierend auf Web-Browsern als native App zur Verfügung zu stellen (vgl. SP, Abs. [0006]). \n\n89\\. Zum Beleg des fachmännischen Verständnisses, dass es sich bei der Bezeichnung \"native Applikation\" um einen zum Prioritätstag des Streitpatents bekannten und gebräuchlichen Terminus handelt, verweist der Senat u. a. auf im Internet verfügbare Pressemitteilungen der Firma Qualcomm Inc. vom 16. November 2008 zu ihrer Softwareplattform \"BREW\" (Binary Runtime Environment for Wireless) für Mobiltelefone \u002F Smartphones (vgl. Q1, \"… the platform oﬀers advanced capabilities such as touch screen, rich multimedia, window management, open platform extensibility, and expanded support for native application development. The Brew Mobile Platform SDK is available now to developers …\"; Hervorhebungen hinzugefügt). \n\n90\\. Gemäß Merkmal **M1.1** wird die o. g. native App auf einem Endgerät (\"terminal device\") ausgeführt, wobei im Patentanspruch 1 offenbleibt, ob es sich um ein mobiles oder ein stationäres Endgerät handeln soll. Das Streitpatent nennt in der Beschreibung PDAs bzw. Smartphones, seine Figur 1 zeigt exemplarisch ein Smartphone 3, welches über ein mobiles Datennetzwerk (GPRS) oder Wi-Fi kommuniziert, wobei Daten von der Applikation 2 mit einem Web-API bzw. Web-Service 4 ausgetauscht werden (vgl. SP, Abs. [0011], [0024], [0026], [0033]; Merkmal **M1.2**). Der nicht ausschließlich auf mobile Endgeräte beschränkte Patentanspruch 1 umfasst jedoch ebenfalls bspw. einen PC, wobei dann dort der Fachmann unter einer nativen App z.B. eine Exe-Datei verstünde. \n\n91\\. Die Art des Web-Services verbleibt jedoch im Patentanspruch unbestimmt. Das Streitpatent offenbart in Absatz [0033] \"multiple calls\" an das Web-API bzw. den Web-Service zum Erhalten von spezifischer, für den Benutzer nützlicher Information sowie ein Überwachen der Performance-Charakteristiken während dieser \"Anrufe\" \u002F \"calls\". \n\n92\\. Für den Fachmann bedeutet der Begriff \"Web-Service\" in seiner allgemeinsten Ausprägung lediglich, dass ein Dienst über das Internet zur Verfügung gestellt wird, wobei mindestens zwei Geräte \u002F Computer \u002F Maschinen, nämlich ein Server und mindestens ein Client, plattformunabhängig miteinander kommunizieren können, wozu der Web-Service ggf. auf standardisierte Formate (bspw. XML) zurückgreift. Die Bereitstellung eines Web-Service bedingt nicht zwingend die Bereitstellung durch einen Service-Provider. \n\n93\\. Mit dem Merkmal **M1.3** wird im Anschluß ein Sammeln von Datenaustauschinformationen beansprucht, wobei das Sammeln durch die native App durchgeführt wird, und wobei die Datenaustauschinformation in Bezug zu dem Datenaustausch zwischen der nativen App und dem Web-Dienst stehen muss. Das Streitpatent lehrt in den Absätzen [0022], [0023] und [0026], dass die Datenaustauschinformation Informationen über die Datenrate (\"transfer speed\", \"upload speed\", \"download speed\") zwischen dem Endgerät und dem Web-Dienst oder dem Internet umfasst und weitere Informationen wie u.a. Datengröße, Applikationstyp, PDA-Typ, Positionsinformation (GPS, GLONASS), Netzwerkinformation, die aktuelle Zeit, Fehler, Applikationsname und Version betrifft, wobei die Datenaustauschinformation den Einblick in die App-Performance verbessern soll (\"in order to improve insight into the performance of the application.\"). \n\n94\\. Gemäß Merkmal **M1.4** instruiert die native App das Endgerät dahingehend, zumindest einen Teil der gesammelten Datenaustauschinformationen auf dem Endgerät abzuspeichern. Die Umsetzung einer solchen Instruierung wird im Streitpatent nur insoweit näher konkretisiert, dass hierfür ein Logik-Modul zuständig sei, welches ein Softwareteil (\"piece of software\") oder eine Softwarebibliothek integriert im Source-Code der App sei (vgl. SP, Abs. [0031]). Das Streitpatent zeigt in den Absätzen [0025] und [0033] sowohl ein temporäres Abspeichern im RAM\u002FDRAM als auch ein permanentes Abspeichern von Datenaustauschinformationen auf einer Festplatte oder einem optischen Laufwerk des Endgeräts. \n\n95\\. Gemäß Merkmal **M1.5** soll eine Analyse eines Teils der auf dem Endgerät abgespeicherten Datenaustauschinformation durch das Endgerät erfolgen. Die Analyse muss also nicht unbedingt in der Applikation erfolgen, sondern \"nur\" auf dem Endgerät, d. h. ggf. durch eine weitere App oder durch das OS, mit dem Ziel \u002F Zweck, eine Performance der nativen Datenanwendung zu bestimmen. Hierfür sei eine \"processing unit\" 11 auf dem Smartphone 3 zuständig (vgl. SP, Fig. 1, BZ 11 und Fig. 2, BZ S105A i.V.m. Abs. [0024], [0033]). Welche Analysen vorgenommen werden, wie genau das Ergebnis dieser Analyse aussieht – soweit sie über die anspruchsgemäße Bestimmung der App-Performance hinausgeht – und was mit dem Analyseergebnis geschieht, bleibt im Patentanspruch unbestimmt. Das Streitpatent beschreibt in Absatz [0033], dass die Information bspw. an den Benutzer über ein Benutzerinterface 13 (\"UI\") ausgegeben werden kann (vgl. SP, Fig. 1, BZ 13). Darüber hinaus zeigt das Streitpatent, Figur 2 BZ S107A, ein Versenden der analysierten Datenaustauschinformation an einen Web-Server. Ein Austausch von Analyseergebnissen, die gemäß Merkmal M1.5 am Endgerät erzeugt werden, an den Server ist jedoch nicht explizit beansprucht. \n\n96\\. Mit dem Merkmal **M1.6** wird das Versenden zumindest eines Teils der auf dem Endgerät abgespeicherten Datenaustauschinformation an einen Web-Server einer zwischengeschalteten Überwachungspartei beansprucht, welche nicht der Entwickler der App ist. Laut Streitpatent handelt es sich hierbei um einen \"AppPerformance Server\" einer Applikations-Performance-Überwachungspartei bzw. einen von einer dritten Partei betriebenen Web-Server, der ggf. mit dem Web-Service verbunden oder dort integriert ist (vgl. SP, Fig. 1, BZ 6 und Abs. [0029], \"This web-server may be administered by a third party\"; Abs. [0033], \"AppPerformance Server\"). Ob der Teil der Datenaustauschinformation gemäß Merkmal M1.6 identisch mit dem Teil der Datenaustauschinformation ist, welcher gemäß Merkmal M1.5 bereits einer Analyse auf dem Endgerät unterzogen wird, lässt der Anspruch offen. Das Streitpatent lehrt in Figur 2 BZ S106A i.V.m. Absatz [0033], dass bspw. die im Endgerät gespeicherte Datenaustauschinformation an den Web-Server gesendet wird, sowie in Figur 2 BZ S107A, dass bspw. (alternativ oder zusätzlich) auch die bereits im Endgerät analysierte Datenaustauschinformation an den Web-Server geschickt wird. \n\n97\\. Gemäß Merkmal **M1.6.1** wird die vom Endgerät empfangene Information im Web-Server verarbeitet und analysiert. Die bereits im Endgerät analysierte Information kann – muss jedoch nicht unbedingt – nochmals im Web-Server einer (zweiten) Analyse zugeführt werden (vgl. SP, Fig.2, BZ S106B und S105B). Es müssen auch nicht dieselben Daten sein, die am Endgerät und am Server für die Analyse verwendet werden, d. h., beide Geräte können auch teilweise unterschiedliche Daten für ihre Analysen verwenden. \n\n98\\. Gemäß Merkmal **M1.6.2** werden im Server aus der verarbeiteten Information ein oder mehrere Berichte (\"reports\") erstellt und an den Entwickler (gemäß Merkmal M1) versendet. Das Streitpatent lehrt in Figur 2, BZ S110 i.V.m. Absatz [0033], dass der oder die Berichte vom Web-Server per Mail oder über ein Web-Interface versendet werden können. \n\n99\\. Das Teilmerkmal im Merkmal M1.6.2, dass der Empfänger der Berichte unbedingt ein Entwickler ist, ist zumindest aus technischer Sicht letztlich belanglos, da sich die Aufgabe dabei primär auf eine reine Adressenwahl einer weiteren, anderen Partei reduziert. Im Wesentlichen kommt es hier darauf an, dass die Person, die für die Performance der App verantwortlich ist bzw. das Softwareprodukt entwickelt hat und pflegt, hier die Berichte gemäß Merkmal M1.6.2 zur weiteren Verfügung erhält. Das Streitpatent führt dazu in Absatz [0023] auch aus, dass Benutzer und andere Parteien – wie Entwickler, Verkäufer und Hersteller – Einblicke in die Performance von nativen Applikationen gewinnen wollen. Darüber hinaus beschreibt das Streitpatent in Absatz [0029] ebenso ein Weiterleiten (\"forward\") der Information an eine oder mehrere andere Parteien. Neben dem Weiterleiten des Berichts ist auch ein Speichern desselben auf einem Medium o. ä. anspruchsgemäß, solange dieser nur in geeigneter Weise der für die Performance bzw. Entwicklung verantwortlichen Person bereitgestellt bzw. zugänglich gemacht wird. \n\n100\\. Der exakte Inhalt der o. g. Berichte, soweit er über die vom Web-Server verarbeitete Information hinausgeht, wird im Anspruchswortlaut nicht konkretisiert. Das Streitpatent nennt in Absatz [0033] Performance-Charakteristiken wie bspw. Download-\u002FUpload-Geschwindigkeit, Anrufdauer, Anzahl übertragener Bytes (Datenvolumen), Fehler, etc. \n\n101\\. Insgesamt sind also am Verfahren gemäß Patentanspruch 1 folgende Komponenten beteiligt: Das Endgerät sowie der Web-Service zum Datenaustausch, der Web-Server der zwischengeschalteten Überwachungspartei (welcher ggf. mit dem Web-Service verbunden sein kann), und ggf. noch ein (nicht beanspruchtes) Gerät beim Entwicklungsverantwortlichen, welchem der Bericht bereitgestellt wird. \n\n102\\. **3.2 Zu den nebengeordneten Patentansprüchen 12 und 15**\n\n103\\. Der nebengeordnete Vorrichtungsanspruch 12 betrifft ein System, welches im Wesentlichen ebenfalls die Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 umfasst. Der Fachmann legt daher seinem Verständnis des Sachgehalts des nebengeordneten Vorrichtungsanspruchs 12 entsprechend auch seine Überlegungen wie zum Patentanspruch 1 zugrunde. \n\n104\\. Gleiches gilt für den nebengeordneten Patentanspruch 15, welcher eine Logik mit den entsprechenden Instruktionen zur Ausführung des Verfahrens gemäß Patentanspruch 1 durch einen Prozessor beansprucht. \n\n105\\. **II. Zu den vorgebrachten Nichtigkeitsgründen**\n\n106\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hauptantrag ist zulässig, da sein Gegenstand in den ursprünglich eingereichten Anmeldeunterlagen offenbart ist (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG, Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Der Patentanspruch ist jedoch nicht patentfähig, da sein Gegenstand nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit beruht (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n107\\. **1.** **Zum Nichtigkeitsgrund der unzulässigen Erweiterung**\n\n108\\. Es kann dahingestellt bleiben, ob der von der Klägerin nachträglich eingebrachte Nichtigkeitsgrund der unzulässigen Erweiterung eine zulässige Klageänderung darstellt, insbesondere sachdienlich ist. Denn der Nichtigkeitsgrund liegt nicht vor, da der Fachmann den Gegenstand des Patentanspruchs 1 den ursprünglichen Anmeldeunterlagen gemäß der Offenlegungsschrift (K4) unmittelbar und eindeutig entnimmt (Art. 123 EPÜ). \n\n109\\. **1.1** Ein europäisches Patent mit Wirkung für das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland ist für nichtig zu erklären, wenn sein Gegenstand über den Inhalt der Anmeldung in der ursprünglich eingereichten Fassung hinausgeht. Der maßgebliche Inhalt ist anhand der Gesamtheit der ursprünglich eingereichten Unterlagen zu ermitteln. Er ist nicht auf den Gegenstand der in der Anmeldung formulierten Patentansprüche beschränkt. Entscheidend ist vielmehr, was der Gesamtheit der ursprünglichen Unterlagen als zur angemeldeten Erfindung gehörend zu entnehmen ist (st. Rspr., BGH, GRUR 2010, 513 Tz. 29 – Hubgliedertor II). Innerhalb dieses Rahmens können die Patentansprüche bis zur Erteilung weiter gefasst werden als in der Anmeldung. Die Änderung darf aber nicht dazu führen, dass der Gegenstand des Patents über den Inhalt der ursprünglich eingereichten Unterlagen hinaus verallgemeinert oder zu einem Aliud abgewandelt wird. \n\n110\\. **1.2** Der erteilte Patentanspruch 1 wird von der Klägerin insoweit mit dem Argument angegriffen, dass das Merkmal M1.5 im Prüfungsverfahren aus einer Anspruchsänderung hervorgegangen wäre, jedoch keinerlei Stütze in der Offenlegungsschrift (K4) hätte und somit nicht ursprünglich offenbart sei. \n\n111\\. Das Merkmal M1.5 betrifft die Analyse (eines Teils) der Daten bereits im Terminal \u002F Endgerät, wobei dort die Performance \u002F Leistung der Applikation bestimmt bzw. bereits Aussagen über die Performance \u002F Leistung getroffen werden sollen. \n\n112\\. **1.3** Gemäß der Offenlegungsschrift K4 beanspruchen die ursprünglichen abhängigen Ansprüche 6 und 7 das Speichern sowie das Analysieren der Daten im Terminal \u002F Endgerät (\"terminal device\"). Darüber hinaus beschreibt die K4, Absatz [0023], ein Monitoring, d. h. eine Überwachung von Charakteristiken zur Verbindung wie bspw. die explizit genannte Datenübertragungsrate des Terminals \u002F Endgeräts (dort: \"PDA terminal\") in Aufwärts- bzw. Abwärtsrichtung (\"download\u002Fupload transfer rate\"), um dem Entwickler Einblicke (\"insights\") in die Performance der nativen App zu gewähren. Hierbei ist es dem Fachmann bekannt, dass die Datenübertragungsrate zu den sogenannten KPIs (\"key performance indicators\") gehört. \n\n113\\. Schließlich werden insbesondere noch zusätzliche Performance-Messungen (\"performance tracking\") durch die App im Endgerät beschrieben (K4, Absatz [0031], \"The logic module may be a piece of software or a software library incorporated or to be incorporated in source programming code of the application. The logic module may provide the application with the additional functionality of tracking performance of data transfer between the PDA terminal and the web service or the Internet during use. Further other embodiments may relate to a method for measuring the performance of an application by collecting and storing data exchange information according to the method of the above described embodiments.\", Unterstreichungen hinzugefügt). \n\n114\\. Damit war – entgegen der Auffassung der Klägerin – das Merkmal M1.5 bereits in der K4 unmittelbar und eindeutig gezeigt. \n\n115\\. **2.** **Zum Nichtigkeitsgrund der mangelnden Patentfähigkeit**\n\n116\\. Der Gegenstand des erteilten Patentanspruchs 1 gemäß Hauptantrag erweist sich gegenüber dem entgegengehaltenen Stand der Technik – insbesondere jeweils gegenüber der Lehre der Druckschriften K6 (US 7 609 650 B2) oder K5 (US 2006 \u002F 0 259 629 A1) – als nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhend (Art. 56 EPÜ). \n\n117\\. **2.1** Die Druckschrift K6 betrifft ein \"Data Collection & Management System\" u. a. zur Bestimmung der Performance von Applikationen auf mobilen Endgeräten (\"wireless device\"), wobei auf den Endgeräten eine SQC-Software (SQC: \"service quality client\") installiert wird. Diese wird anhand von im Rahmen einer Suche (\"Query\") übermittelten \"Collection Profiles\" und \"Metrics Packages\" von einer netzwerkseitigen SQP-Software (SQP: \"service quality program\") auf einem Server flexibel zum Sammeln von Daten und Hochladen von vorverarbeiteten bzw. voranalysierten Metriken konfiguriert (vgl. K6, Fig. 1 – 3 i. V. m. Sp. 14, Z. 33 – 39, \"Similarly, a query that relates to applications (504) operating on the target device, can be specifically targeted to characteristics 504A such as the performance of applications present on a target device, the amount of usage of each such application, and various other aspects of applications resident on the target device or otherwise associated with the wireless network 100.\"). \n\n118\\. In einer speziellen Ausgestaltung gemäß der Lehre der K6 (Spalte 27, Zeile 38 bis Spalte 28, Zeile 10) wird das regelbasierte Sammeln von Daten und das Generieren von Metriken direkt in die Applikation integriert und direkt von der Applikation ausgeführt. Diese kann über ein API mit dem SQC kommunizieren, wobei eine BREW-Umgebung, d. h. eine kompilierte Applikation mit nativem Code (vgl. K6, Sp. 9, Z. 4, \"Development environments such as BREW …\"; Sp. 20, Z. 22 – 23, \"The number of these services is rapidly increasing, and systems such as BREW …\"; Sp. 28, Z. 5, \"environments such as BREW\" und Sp. 36, Z. 20 – 23, \"actual machine language (as implemented by the BREW environment)\"), unterstützt wird (Merkmale**M1, M1.1**). \n\n119\\. Hinsichtlich der BREW-Umgebung und den dortigen nativen Applikationen wird ebenfalls auf die Qualcomm-Pressemitteilung Q1 (vgl. Ziff. I, 3.1) verwiesen. \n\n120\\. Die native Applikation gemäß K6 tauscht Daten mit einem Web-Dienst aus, der bspw. von einem Service-Provider bereitgestellt wird (vgl. K6, Sp. 8, Z. 40 - 46, \"access to Internet or multimedia data\"; Sp. 9, Z. 7 – 12, \"Further, a typical target wireless device 400 includes a variety of application software that enables the wireless device to access one or more services offered by the network service provider or which provide utility or entertainment for the user such as calculators and games.\"; Sp. 10, Z. 63 – 64, \"short message service center (SMSC)\"; Sp. 19, Z. 51 – 54, \"a poor performance of Wireless Application Protocol (WAP)\"; Sp. 20, Z. 29 – 47, \"multimedia messaging service (MMS)\", \"An application like instant connect communication, also known as Push to Talk®\"; Hervorhebung hinzugefügt, Merkmal**M1.2**). \n\n121\\. Auf dem Endgerät kann das regelbasierte Sammeln der Daten durch einen \u002F mehrere Trigger aktiviert \u002F deaktiviert werden (vgl. K6, Fig. 7, Fig. 9), wobei auf dem Endgerät durch die Applikation das Sammeln der Daten (\"… for generating metrics on wireless device 400 involves integrating the software for creating the metrics with application software that is embedded on or downloaded onto the wireless device … allows the application developer to invoke SQC 402 with metrics generated by the application\", Hervorhebungen hinzugefügt), eine Vorverarbeitung (\"prepare a metrics package for upload\", \"create metrics package\", \"collected data can be subjected to processing at the device such as minimum\u002Fmaximum average\u002Fcount type processing\") und ein Abspeichern (\"… that a five second buffer of information …. is to be saved\") stattfindet. Dabei wird darüber hinaus ebenfalls das SQC von der Applikation involviert und die Daten bzw. Metriken werden voranalysiert sowie abgespeichert (vgl. K6, Sp. 5, Z. 20 - 25, Sp. 16, Z. 66 – Sp. 17, Z. 9, Sp. 27, Z. 38 - 47, Sp. 29, Z. 23 – 46, \"SQC 402 reassesses the nature of the data in each stored metrics package\"; Merkmale**M1.3, M1.4, M1.5 teilweise**). \n\n122\\. Die K6 offenbart jedoch nicht explizit, dass durch die (Vor-)Analyse im Endgerät bereits die Leistung der nativen Applikation bestimmt wird. Merkmal**M1.5** fehlt somit **teilweise**. \n\n123\\. Die Daten werden dann an das SQP des \"Data Collection & Management Systems\", d. h. einen Server einer Zwischenanwendungsleistungsüberwachungspartei, hochgeladen, welches die weitere Analyse der Daten übernimmt und einen Bericht \u002F Report generiert (vgl. K6, Fig. 2, BZ 202 A-C, Fig. 8, BZ 1006; Merkmale**M1.6, M1.6.1**). \n\n124\\. Die Metriken und Berichte gehen anschließend vom SQP des \"Data Collection & Management Systems\" an einen Netzwerkserver einer dritten Partei (vgl. K6, Fig. 1, BZ 102, Fig. 2, \"Reports\" und Sp. 9, Z. 38 – 40, \"Additionally, data collection and management system 200 may communicate with one or more network servers 102, such as a third party reporting system.\"; Sp. 18, Z. 61 - 64, \"third party reporting system\") und können bspw. einem App-Entwickler zur Fehlersuche, zur Diagnose von Problemen und zum Optimieren des Applikations-Designs dienen (vgl. K6, Sp. 28, Z. 27 - 30, \"When captured and uploaded, the metrics can enable application developers to find errors in their software that occur in the field and significantly speed problem diagnosis\"; Sp. 28, Z. 35, \"to help optimize application design\"; Merkmal**M1.6.2**). \n\n125\\. Der Gegenstand des Patentanspruchs 1 ist somit neu gegenüber der Druckschrift K6, da in der K6 zumindest das Merkmal**M1.5** teilweise fehlt. Darüber hinaus kann – entgegen der Argumentation der Klägerin – die K6 auch insofern schon nicht neuheitsschädlich sein, da das Ausführungsbeispiel Spalte 27, Zeilen 38 ff., jedenfalls nicht explizit auf den Inhalt der von der nativen Applikation ans SQC gelieferten Metriken im Detail eingeht (vgl. K6, Sp. 27, Z. 38 – 47, \"Another mechanism for generating metrics on wireless device 400 involves integrating the software for creating the metrics with application software that is embedded on or 40 downloaded onto the wireless device: …\"; Unterstreichung hinzugefügt). \n\n126\\. Jedoch ist der Patentanspruch 1 nicht rechtsbeständig, weil der Gegenstand des erteilten Patentanspruchs 1 dem Fachmann allein aus der K6 zusammen mit seinem Fachwissen nahegelegt ist. \n\n127\\. Die K6 offenbart zwar nicht den vorstehend genannten Teil des Merkmals M1.5, sie lehrt jedoch nach dem Datensammeln bereits zumindest eine (Vor-)Analyse der Daten im Endgerät. Gemäß K6 werden hierfür im Endgerät Daten und Informationen hinsichtlich der Performance der Dienste durch ein geeignetes Datensammelprofil gesammelt, wobei der Fokus auf die höheren Layer gelegt wird (vgl. K6, Sp. 15, Z. 20 – 25, \"the associated target wireless devices 400 … can be used by the data collection and management system to monitor and collect performance data.\"; Sp. 16, Z. 58 – 64, \"a data collection profile is generated that is directed to dropped call analysis.\"; Sp. 17, Z. 36 – 49, \"… TIMEOUT message … the user of the originating device has had a very poor user experience.\"; Sp. 19, Z. 48 – 54, \"… collects information about the performance of services …\"; Sp. 20, Z. 7 – 8, \"… the most frequent, and in this case irrelevant, cause of the delay in loading the WAP page is ignored, allowing the focus of the data to be on the higher layers.\"; Sp. 20, Z. 38 – 47, \"… why instant connect communication sessions occasionally deliver very poor performance,\"; Hervorhebungen hinzugefügt). \n\n128\\. Die K6 umfasst ebenfalls ein Generieren und Abspeichern von Metriken, ein Löschen \u002F Verwerfen von Metriken und eine Datenanalyse \u002F Processing auf dem Endgerät, bspw. zum Zweck der Datenaggregation, der Datenreduktion oder zum Bearbeiten mit mathematischen Funktionen \u002F Operatoren (vgl. K6, Sp. 18, Z. 22 – 29, \"… collected data can be subjected to processing at the device … other calculations that aggregate or otherwise reduce the amount of data … undergone some processing and is not merely raw collected data.\"). Die spezielle Ausgestaltung als \"scripted\" SQC erlaubt ferner sogar ein komplexeres Verarbeiten der gesammelten Daten auf dem Endgerät (vgl. K6, Sp. 34, Z. 51). \n\n129\\. In diesem technischen Kontext befasst sich die K6 insbesondere mit der schlechten Applikations-Performance von WAP-Downloads, Instant Messaging, MMS, Push to Talk und VoIP, welche Web-Services, d. h. Datendienste mit Zugriff auf einen Web-Server i.S.d. Streitpatents, darstellen (vgl. K6, Sp. 17, Z. 42 – 43, \"At this point, the user of the originating device has had a very poor user experience.\"; Sp. 19, Z. 48 – 65, \"poor performance\", \"WAP page load takes longer\"; Sp. 20, Z. 32 – 45, \"very poor performance\"). \n\n130\\. Darüber hinaus beschreibt die K6 ein Datensammeln im Umfeld von VoIP-Verbindungsabbrüchen, den sogenannten Call-Drops (vgl. K6, Sp. 1, Z. 28, Sp. 4, Z. 51 - 53, Sp. 16, Z. 58 \\- 64, Sp. 19, Z. 14 - 17, Sp. 22, Z. 28 - 36, Sp. 32, Z. 31 – 39, \"For example to define a data collection profile that results in a metrics package with information about dropped voice calls, …\"), sowie ein intensives Datensammeln beim Auftreten von Signalisierungsfehlern (vgl. K6, Sp. 17, Z. 41, \"TIMEOUT message\"; Sp. 32, Z. 49 – 63, \"errors are being monitored, the terminating device in the example was unaware of the attempted conununication session by the originating device … To ensure that important data related to the conditions surrounding the tenninating device during the communication attempt is captured, a \"domino\" trigger is used. As illustrated above in the example regarding the 408 TIMEOUT message, a domino trigger occurs …\"). \n\n131\\. Schließlich nennt die K6 noch als Metrik eine Frame-Fehlerrate auf dem physikalischen und nicht auf dem Applikations-Layer, welche aber zu Verzögerungen im Applikations-Layer führen kann (vgl. K6, Sp. 19, Z. 67 – Sp. 20, Z. 7, \"The data collection profile analyzes RF performance criteria such as frame loss … cause of the delay in loading the WAP page\"; Sp. 32, Z. 27 - 29, \"One specific example is a threshold trigger that fires when a frame error rate metric exceed a predetermined value.\"). \n\n132\\. Weitere gängige und dem Fachmann zum Anmeldetag des Streitpatents geläufige Metriken – insbesondere im Zusammenhang mit der schlechten Performance von Applikationen – sind neben der o. g. Antwort- bzw. Verzögerungszeit sowie neben den o. g. Signalisierungsfehlern bzw. Verbindungsabbrüchen insbesondere die Datenrate bzw. der Datendurchsatz, welche (im Mobilfunk) ebenfalls zu den sogenannten Key-Performance-Indikatoren (KPI) zählen. Dieses Fachwissen wird bspw. durch die K7, Absätze [0037], [0044], [0146] sowie [0152] bis [0155], belegt, wobei dort entsprechende MQoS-Metriken zum Identifizieren von Performance-Charakteristiken für Software-Applikationen bereitgestellt werden, wobei zu den Metriken u. a. die Bandbreite und Verzögerungszeiten \u002F Antwortzeiten gehören. Das Gleiche gilt für die K5, wie dort bspw. der Absatz [0050] betreffend den Datendurchsatz (\"data throughput\") zeigt. \n\n133\\. Zudem stellt die K6 sogar explizit auf eine Diagnose von Fehlern und Problemen bei Applikationen ab, um den Softwareentwickler zu unterstützen (vgl. K6, Sp. 28, Z. 30, \"When captured and uploaded, the metrics can enable application developers to find errors in their software that occur in the field and significantly speed problem diagnosis.\"; Hervorhebung hinzugefügt). \n\n134\\. Daher liegt also ein Bestimmen der Performance \u002F Leistung der Applikation bereits im Endgerät gemäß Merkmal **M1.5** – beispielsweise durch ein explizites Messen der Datenrate bzw. der Antwortzeiten einer Applikation und\u002Foder der Häufigkeit von Verbindungsabbrüchen bzw. Signalisierungsfehlern – und das Bereitstellen einer entsprechenden Metrik im Wissen und Können des Fachmanns. Eine erfinderische Tätigkeit kann dieser Gegenstand damit nicht begründen. \n\n135\\. **2.2** Die Druckschrift K5 betrifft zwar ein Verfahren zum Zweck der Gewinnung von Informationen im Zusammenhang mit einer nativen Datenapplikation (vgl. K5, Abs. [0005], [0023], [0035] - [0037]), jedoch – im Gegensatz zum Streitpatent – keine anspruchsgemäße Bestimmung der Performance dieser nativen Datenapplikation selbst, sondern eine Bestimmung der Performance des zugrundeliegenden APIs (vgl. K5, Abs. [0005] - [0007]). Darüber hinaus wird der dortige Testbericht nicht an den Entwickler der Applikation, sondern an eine an der API-Performance interessierte dritte Partei, bspw. den Testingenieur beim Endgerätehersteller, versendet (vgl. K5, Abs. [0026], [0089]). \n\n136\\. Die K5 zielt auf ein Testverfahren bzw. Testsystem für die Regressions-Tests von Multimedia-APIs ab, also von Chipset-Herstellern\u002FOEMs bereitgestellte Multimedia-Schnittstellen für die Applikationen auf drahtlosen Endgeräten (vgl. K5, Abs. [0090]), wobei diese Tests vor den eigentlichen Applikations-Tests und unabhängig von diesen durchgeführt werden (vgl. K5, Abs. [0005] - [0007]). Dazu schlägt die K5 OTA-Tests (\"over the air\") in einem zellularen Mobilfunknetz (\"wireless network 110\", \"carrier network 254\") eines Providers \u002F Carriers vor (vgl. K5, Fig. 1 und Fig. 6 i. V. m. Abs. [0073]), wobei ein netzwerkseitiger Multimedia-Provider mittels Multimedia-Analysis-Server 104 und die Endgerät-App mittels skriptgesteuerter Multimedia-Test-Engine 114 simuliert wird (vgl. K5, Fig. 1 und Abs. [0025], [0059]). Bei der skriptgesteuerten Multimedia-Test-Engine 114 auf dem drahtlosen Endgerät handelt es sich um eine native Applikation, da diese Software für BREW entwickelt wurde und auf ein solches Endgerät heruntergeladen wird (vgl. K5, Fig. 7, BZ 274, Abs. [0035], [0037], [0076]). \n\n137\\. Hinsichtlich der BREW-Umgebung und den dortigen nativen Applikationen wird zur Erläuterung erneut auf die Pressemitteilung Q1 verwiesen. \n\n138\\. Während der Tests werden Multimedia-Dateien zwischen dem Server, der einen Web-Service in allgemeinster Form bereitstellt, und Endgerät-App übertragen, wobei die Test-Engine \u002F Endgerät-App Test-Daten, RF-Daten, sowie Performance-Daten sammelt (vgl. K5, Abs. [0013], [0083], [0087]; Merkmale**M1, M1.1, M1.2, M1.3**). \n\n139\\. Die gesammelten Daten werden auf dem drahtlosen Endgerät abgespeichert, überwacht und (vor-)analysiert, wobei jedoch eine Performance des\u002Fder APIs ermittelt wird. Die K5 offenbart also auch nicht explizit ein Bestimmen der Performance der nativen Applikation (also der Test-Engine) selbst durch die Analyse der gesammelten Daten (vgl. K5, Fig. 2, BZ 136, Abs. [0025], \"may be monitored and recorded on the wireless device\"; Abs. [0026], \"The analysis performed by the analysis engine 122 may include determining the performance of one or more APIs … analysis engine 122 and report generator 124 may reside on the wireless device 102\"; Abs. [0057], \"collected statistics\"; Merkmale**M1.4, M1.5 teilweise**). \n\n140\\. Die Daten werden zu einem Web-Server einer zwischengeschalteten, die Performance überwachenden Partei hochgeladen und dort verarbeitet sowie analysiert (vgl. K5, Fig. 1, BZ 104, Fig. 3 und Abs. [0085] – [0087]; Merkmale**M1.6 und M1.6.1**). \n\n141\\. Schließlich wird vom Server ein Testbericht erstellt und an eine dritte Partei, bspw. den Systemtester oder eine weitere, an der API-Performance interessierte Partei, geschickt, wobei die K5 damit ebenfalls nicht explizit ein Senden des Berichts \u002F Reports an den Entwickler der nativen Applikation offenbart (vgl. K5, Fig. 1, BZ 106, 108 und Abs. [0026], [0089]; Merkmal**M1.6.2 teilweise**). \n\n142\\. Der Gegenstand des Patentanspruchs 1 gilt somit als neu gegenüber der Druckschrift K5, da diese zum einen eine Bestimmung der API-Performance und nicht der anspruchsgemäßen Applikations-Performance im Endgerät betrifft und zum anderen einen Performance-Report an den Systemtester und nicht an den Applikations-Softwareentwickler beschreibt (Merkmale**M1.5 teilweise und M1.6.2 teilweise**). \n\n143\\. Der Gegenstand des erteilten Patentanspruchs 1 ist jedoch dem Fachmann aus der Lehre der K5 zusammen mit seinem Fachwissen nahegelegt. \n\n144\\. Denn der Fachmann entnimmt der K5, Absatz [0005], dass neben den Multimedia-APIs ebenfalls die dazugehörigen Applikations-Programme getestet werden müssen, wobei der Applikations-Test erst nachgelagert, d. h. nach dem Testen der APIs, durchgeführt wird (dort: \"Because a new multimedia application may require a new API, a carrier and\u002For original equipment manufacturer (OEM) must test not only the new application program, but must also test all new multimedia APIs. Furthermore, testing of the main application may not be possible, without prior testing of any underlying APIs.\"). \n\n145\\. Die K5, Absatz [0023], enthält dazu für den Fachmann noch einen Hinweis auf die Optimierung von Multimedia-Applikationen durch genau solche Testergebnisse, wie sie die Lehre der K5 liefern kann (dort: \"…optimize multimedia applications by reporting on data throughput versus quality …\"). Sowohl das API als auch die Applikation befinden sich im Applikations-Layer (Schicht 7), so dass der für das API bestimmte (Netto-)Durchsatz demjenigen der Applikation entspricht. Es liegt daher im Wissen und Können des Fachmanns, die Test-Engine aus der K5 durch eine \"echte\" Multimedia-Applikation zu ersetzen und für diese (anstelle für das API) die entsprechenden, im Wesentlichen identischen Performance-Messergebnisse bereitzustellen, um so zum vollständigen Sachgehalt des Merkmals M1.5 zu gelangen (Merkmal **M1.5 Rest**). \n\n146\\. Hinsichtlich des fehlenden Teils des Merkmals M1.6.2 wird auf die entsprechende Auslegung unter Ziff. I 3.1 verwiesen. Sein Sachgehalt, dass der anspruchsgemäße Empfänger der Berichte gemäß Patentanspruch 1 unbedingt ein Entwickler der Software-Applikation ist, ist aus technischer Sicht technisch nicht ausschlaggebend, da sich die umzusetzende Maßnahme dabei auf eine reine Adressenwahl einer bestimmten weiteren, anderen Partei reduziert, was im gegebenen Kontext fachmännisches Können keinesfalls überschreitet. Die K5 offenbart diesbezüglich ohnehin bereits einen vom Server erstellten Testbericht, welcher an eine dritte Partei, bspw. den Systemtester oder eine weitere, an der Performance interessierte Partei gesendet wird (vgl. K5, Fig. 1, BZ 106, 108 und Abs. [0026], [0089]; Merkmal **M1.6.2 Rest**). \n\n147\\. Eine erfinderische Tätigkeit kann dieser Gegenstand damit nicht begründen. \n\n148\\. **2.3** Für die nebengeordneten Ansprüche 12 und 15, welche die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") bzw. in einer Logik mit den entsprechenden Instruktionen ausgeführt von einem Prozessor (\"logic\") betreffen, gelten die obigen Ausführungen entsprechend. \n\n149\\. **2.4** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Ansprüche isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Ansprüche 2 bis 11 sowie 13, 14 und 16 gemäß Hauptantrag. \n\n150\\. **III. Zu den Hilfsanträgen**\n\n151\\. Das Streitpatent ist für nichtig zu erklären, soweit es über den Gegenstand hinausgeht, wie er mit dem Hilfsantrag 6b verteidigt wird. Die Hilfsanträge 1 bis 6a sind zwar zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ), beruhen jedoch nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG, Art. 138 Abs. 1 Buchst. a) EPÜ i. V. m. Art. 56 EPÜ.). \n\n152\\. **1\\. Zum Hilfsantrag 1**\n\n153\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 1 ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Jedoch ist sein Gegenstand mangels erfinderischer Tätigkeit nicht patentfähig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n154\\. **1.1** Der Verfahrensanspruchsanspruch 1 nach Hilfsantrag 1 enthält gegenüber der Fassung gemäß Hauptantrag das geänderte Merkmal M1_Hi1 (Änderungen zum erteilten Patentanspruch 1 hervorgehoben): \n\n155\\. M1_Hi1: **\"** Method for obtaining information related to a native data application (2) developed by a developer (5), **wherein the native data application (2) is an app installed by a user by downloading the native data application (2) from an App store,** the method comprising:**\"**\n\n156\\. Das Merkmal M1_Hi1 gemäß Hilfsantrag 1 bildet das mit Patentanspruch 1 beanspruchte Verfahren dahingehend weiter aus, dass nunmehr die native App bei der Installation durch den Benutzer aus einem \"App Store\" heruntergeladen werden soll. \n\n157\\. **1.2** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 1 ist zulässig. Die Änderung ergibt sich unmittelbar aus der Offenlegungsschrift K4, Absatz [0033] (\"The user may install the application 2 by downloading the application 2 from an application store (e.g. an \"App store\" which is not depicted in FIGURE 1).\"). \n\n158\\. **1.3** Der Gegenstand des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 1, umfassend das modifizierte Merkmal M1_Hi1, beruht vor dem Hintergrund der Druckschriften K6 oder K5 jeweils nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit. \n\n159\\. Die K6 lehrt bereits ein Herunterladen und Installieren von Software durch einen Benutzer (vgl. K6, Sp. 3, Z. 43 – 47, \"… or must be downloaded from a web site or service. Thus, revisions or updates to the data gathering software are somewhat cumbersome and time- consuming to obtain. Because different users may load the revised software, …\"; Sp. 20, Z. 22 – 25, \"The number of these services is rapidly increasing, and systems such as BREW and JAVA allow users to download their own selection of services, after the wireless device is in the user's possession.\"; Sp. 28, Z. 4 – 5, \"for applications that are downloaded into virtual envirornnents such as BREW or Java Virtual Machines.\"). \n\n160\\. Gleiches gilt für die K5 (vgl. K5, Fig. 7, BZ 274, \"Download multimedia test engine to wireless device 274\"; Abs. [0076], \"being downloaded from any computer device connected to wireless network 110,\"). \n\n161\\. Inwieweit inhärente Eigenschaften eines \"App Stores\" – wie bspw. das automatische Installieren der App auf dem Endgerät in Folge des Downloads – als aggregatorische Merkmale einzuordnen sind, kann hier dahingestellt bleiben. \n\n162\\. Dem Fachmann sind jedenfalls zum Prioritätstag des Streitpatents bereits \"App Stores\" für das in der K5 und K6 genannte Qualcomm-BREW-Betriebssystem für Mobiltelephone \u002F Smartphones bekannt. Hierzu verweist der Senat u. a. auf die entsprechende im Internet verfügbare Pressemitteilung der Firma Qualcomm Inc. vom 29. Juni 2008 über eine entsprechende Vertriebsplattform (vgl. Q2, \"Qualcomm Incorporated (Nasdaq: QCOM) today announced the availability of an application store to bring Brew® apps and services to consumers in open markets. The first application store will be managed by SINA, the largest infotainment Web portal in China, whose strong brand awareness in China will provide both local and global developers the opportunity to reach one of the most significant consumer markets for apps and services in the world.\"; Unterstreichung hinzugefügt). Auch die seit 2008 – also vor dem Prioritätsdatum des Streitpatents – von der Firma Apple Inc. betriebene Plattform unter der Bezeichnung \"App Store\" lässt sich gleichfalls in das netzwerkbasierte Konzept eines reinen Software-Repositories auf einem Server für einen Software-Download einreihen (Merkmal **M1_Hi1**). \n\n163\\. Zu den im Vergleich zur erteilten Fassung unveränderten Merkmalen wird auf die entsprechenden obigen Ausführungen zum Hauptantrag verwiesen. \n\n164\\. **1.4** Für die nebengeordneten Patentansprüche 12 und 15, welche die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") bzw. in einer Logik mit den entsprechenden Instruktionen ausgeführt von einem Prozessor (\"logic\") betreffen, gelten die Ausführungen entsprechend. \n\n165\\. **1.5** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Patentansprüche 1, 12 und 15 isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Patentansprüche 2 bis 11, 13, 14 und 16 gemäß Hilfsantrag 1. \n\n166\\. **2\\. Zum Hilfsantrag 2**\n\n167\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 2 ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Sein Gegenstand ist aber mangels erfinderischer Tätigkeit nicht patentfähig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n168\\. **2.1** Der Verfahrensanspruch 1 nach Hilfsantrag 2 enthält gegenüber der Fassung gemäß Hauptantrag im Patentanspruch 1 das geänderte Merkmal M1_Hi1 gemäß Hilfsantrag 1 sowie das neu hinzugekommene Merkmal M1.4.1_Hi2: \n\n169\\. M1.4.1_Hi2: \"wherein, during operation of the native data application (2), the native data application (2) makes multiple calls to the web service (4) to retrieve specified information, wherein the predefined calls are monitored by the terminal device (3), and wherein data exchange information related to the calls is collected and stored in a memory (7) of the terminal device (3); and\" \n\n170\\. Das neu hinzugefügte Merkmal M1.4.1_Hi2 umfasst nun multiple, d. h. mindestens zwei Zugriffe (\"multiple calls\") auf den Web-Service durch die native App, um \"spezifizierte Information\" zu erhalten. Unter \"spezifizierter Information\" offenbart das Streitpatent, Absatz [0033], nicht weiter definierte, für den Benutzer \"nützliche\" bzw. \"brauchbare\" Information (dort: \"The specified information may be information which may be useful to a user.\"). Der Fachmann versteht darunter ein mehrmaliges, sequentielles Abrufen nützlicher Information durch das Endgerät \u002F Client von einem Server des Web-Services, bspw. mehrere zeitlich nacheinander durchgeführte Anforderungen von Multimedia-Inhalten. Die multiplen \"calls\" sollen vom Endgerät überwacht werden, wobei Datenaustauschinformation vom Endgerät gesammelt und abgespeichert wird. Im Gegensatz zu Merkmal M1.3 wird in **M1.4.1_Hi2** aber nur noch ein Sammeln der Datenaustauschinformation vom Endgerät und nicht mehr von der nativen App beansprucht. \n\n171\\. **2.2** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 2 ist zulässig. Die Änderung gemäß Merkmal **M1.4.1_Hi2** ergibt sich unmittelbar und eindeutig aus der Offenlegungsschrift K4, Absatz [0033] (\"During operation of the application 2 the application 2 may make multiple calls to the web API 4 to retrieve specified information. The specified information may be information which may be useful to a user. The predefined calls may be monitored by the smart phone 3, wherein data exchange related information related to these calls may be collected and stored in a memory 7 or on a drive 8 of the smart phone 3.\"). \n\n172\\. **2.3** Der Gegenstand des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 2 umfassend das geänderte Merkmal M1_Hi1 sowie das neu hinzugetretene Merkmal M1.4.1_Hi2 beruht vor dem Hintergrund der Druckschriften K6 oder K5 jeweils nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit. \n\n173\\. Die K6 umfasst die Überwachung multipler \"calls\" bspw. für VoIP-Sprachanrufe (vgl. K6, Sp. 31, Z. 61 – 64, \"This data collection activity allows recordation of the metric activity specified for a call, and generation of a metrics package associated with each call occurring on the device.\"; Hervorhebung hinzugefügt) sowie für IP-Datenanrufe durch eine IM-Applikation (vgl. K6, Sp. 33, Z. 32 - 38, \"By this mechanism, complex dependencies such as only collecting data when certain services are in certain states can be implemented. In a previous example, only collecting data for IP data calls made by the instant connect application can be implemented as a specific trigger definition which would only activate under the specific, constrained set of conditions.\"; Hervorhebung hinzugefügt; Merkmal **M1.4.1_Hi2**). \n\n174\\. Die K5 lehrt das skriptgesteuerte Versenden multipler Multimedia-Files zwischen Endgerät und Server in einer Testumgebung, wobei bei jedem Senden die Performance erfasst wird (vgl. K5, Abs. [0025], \"the test scripts 142 simulate the operation of a multimedia application, initiating calls to multimedia APIs 156 in order to access multimedia subsystems residing on wireless device 102. All incoming and outgoing video and audio data, as well as device performance data, e.g., radio frequency monitored and recorded on the wireless device 102.\"; Abs. [0059], \"Furthermore, exercising and testing APIs 156 may include transferring multimedia files between the wireless device 102 and a device simulating a multimedia provider that may include the multimedia analysis server 104 and the test workstation 106.\"; Fig. 7 i.V.m. Abs. [0082], \"Based upon a HTTP, HTTPS, an FTP, or other data transfer protocol, at step 286 multimedia analysis server 104 may transfer multimedia data and\u002For files to wireless device 102. Based upon test configuration 138, the monitoring and reporting logic 116 may be operable to record the corresponding received multimedia data. Further, the monitoring and reporting logic 116 may be operable to record the API-related performance with respect to the processing of the received multimedia data and\u002For test scripts.\"; Hervorhebungen hinzugefügt; Merkmal **M1.4.1_Hi2**). \n\n175\\. Sowohl die K5 als auch die K6 lehren somit das Merkmal M1.4.1_Hi2. Hinsichtlich Merkmal**M1_Hi1** wird zur Begründung auf die obigen Ausführungen zum Hilfsantrag 1 verwiesen. \n\n176\\. Zu den im Vergleich zur erteilten Fassung unveränderten Merkmalen wird auf die entsprechenden Ausführungen zum Hauptantrag verwiesen. \n\n177\\. **2.4** Für die nebengeordneten Patentansprüche 12 und 15, welche die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") bzw. in einer Logik mit den entsprechenden Instruktionen ausgeführt von einem Prozessor (\"logic\") betreffen, gelten die Ausführungen entsprechend. \n\n178\\. **2.5** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Patentansprüche 1, 12 und 15 isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Patentansprüche 2 bis 11, 13, 14 und 16 gemäß Hilfsantrag 2. \n\n179\\. **3\\. Zum Hilfsantrag 3**\n\n180\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 3 ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Allerdings ist sein Gegenstand mangels erfinderischer Tätigkeit nicht patentfähig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n181\\. **3.1** Im Hilfsantrag 3 wird der Patentanspruch 1 gegenüber seiner erteilten Fassung um die neuen Merkmale M1.7_Hi3 und M1.8_Hi3 ergänzt: \n\n182\\. M1.7_Hi3: \"wherein a logic module is incorporated in source programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n183\\. M1.8_Hi3: \"wherein the logic module provides the native data application (2) with the functionality of tracking performance of data transfer between the terminal device (3) and the web service (4) or the Internet during use.\" \n\n184\\. Die Ergänzung gemäß Hilfsantrag 3 betrifft ein Logikmodul, welches im Quellcode der nativen App des Endgeräts integriert ist, und welches die Performance der Datenübertragung des Endgeräts entweder zum Web-Dienst (also dem Web-Server) oder ins Internet überwacht (\"tracking performance\"). \n\n185\\. **3.2** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 3 ist zulässig. Die dortige Ergänzung ist in der Offenlegungsschrift K4, Absatz [0031] ursprünglich offenbart. \n\n186\\. **3.3** Der Gegenstand des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 3 mit den ergänzten Merkmalen beruht indes nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit. \n\n187\\. Die K5, Absatz [0025], beschreibt bereits eine Test-Engine auf dem Endgerät, welche den Datendurchsatz überwacht (dort: \". All incoming and outgoing video and audio data, as well as device performance data, e.g., radio frequency (\"RF\") enviromnent data and data throughput, may be monitored and recorded on the wireless device 102.\"; Hervorhebungen hinzugefügt). Die K5 offenbart gleichfalls die entsprechenden beanspruchten Software-Module (vgl. K5, Abs. [0029], \"software applications and test scripts\"; Abs. [0035] – [0036], \"software components\"; Abs. [0092], \"software module\"; Merkmale **M1.7_Hi3** und **M1.8_Hi3**). \n\n188\\. Auch die K6 zeigt eine Überwachung des Datentransfers hinsichtlich Signalstärke (K6, Sp.19, Z. 24 – 29), Frame-Loss (K6, Sp. 19 Z. 67 – Sp. 20 Z.2) und Dropped-Calls (vgl. K6, Sp. 22, Z. 28 – 36). Gemäß K6 besteht der SQC bzw. die Applikation mit der integrierten Datensammelfunktionalität aus Software (vgl. K6, Sp. 8, Z. 61 – 62, \"service quality client software (SQC)\"; Sp. 27, Z. 38 – 41, \"Another mechanism for generating metrics on wireless device 400 involves integrating the software for creating the metrics with application software that is embedded on or 40 downloaded onto the wireless device;\"; Hervorhebungen hinzugefügt; Merkmale **M1.7_Hi3** und **M1.8_Hi3**). \n\n189\\. Hinsichtlich der übrigen Merkmale des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 3 wird auf die entsprechenden Ausführungen zum Hauptantrag verwiesen. \n\n190\\. **3.4** Für den nebengeordneten Patentanspruch 12, welcher die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") betrifft, gelten die Ausführungen entsprechend. \n\n191\\. **3.5** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Patentansprüche 1 und 12 isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Patentansprüche 2 bis 11, 13 und 14 gemäß Hilfsantrag 3. \n\n192\\. **4\\. Zu den Hilfsanträgen 3a bis 3d**\n\n193\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß den Hilfsanträgen 3a, 3b, 3c und 3d ist jeweils zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Die Gegenstände sind jedoch mangels erfinderischer Tätigkeit jeweils nicht patentfähig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n194\\. **4.1** Gegenüber der Fassung nach Hilfsantrag 3 wird in den Hilfsanträgen 3a, 3c und 3d jeweils das Merkmal M1.7_Hi3 des Patentanspruchs 1 modifiziert. Der Anspruchssatz nach Hilfsantrag 3b unterscheidet sich von der Fassung gemäß Hilfsantrag 3a lediglich durch das zusätzliche Streichen der Patentansprüche 12 bis 14. Die Modifikationen des Merkmals M1.7_Hi3 des Patentanspruchs 1 zeigen sich im Einzelnen jeweils wie folgt (Änderungen im Vergleich zur Fassung gemäß Hilfsantrag 3 hervorgehoben): \n\n195\\. M1.7_Hi3a \"wherein a logic module **being a piece of software** is incorporated in source programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n196\\. M1.7_Hi3c \"wherein a logic module **being a piece of software** is incorporated in **application** programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n197\\. M1.7_Hi3d \"wherein a logic module **being a piece of software** , **which is not a software library** , is incorporated in source programming code of the native data application (2) and comprises logic for performing the method, and\" \n\n198\\. **4.2** Die Ergänzungen sind jeweils zulässig. Das Logikmodul als ein Softwareteil (\"being a piece of software\") gemäß den Hilfsanträgen 3a, 3c und 3d ist der ursprünglichen Offenbarung der K4, Absatz [0031], entnommen (dort: \"The logic module may be a piece of software …\"). Der Applikations-Code gemäß Hilfsantrag 3c ist ursprünglich offenbart in den Absätzen [0023], [0031] der K4 ( \"… suitable instructions (e.g. ‚AppPerformance code‘ (library)) may be incorporated in the application code dependent on the platform used …\", \"The logic module may be configured to be incorporated into application code of the above-described application.\"). Die Änderung gemäß Hilfsantrag 3d betreffend eine Softwarebibliothek findet sich in der Offenlegungsschrift K4, Absätze [0023] und [0031]. Dort ist die Softwarebibliothek (\"software library\") nämlich mittels \"may be\" bzw. \"or\" als optional gekennzeichnet (dort: \"may be incorporated\", \"may be a piece of software or a software library\"; Hervorhebungen hinzugefügt). \n\n199\\. **4.3** Die Modifikationen gemäß den Hilfsanträgen 3a, 3c und 3d begründen keine erfinderische Tätigkeit. \n\n200\\. Wie oben bereits zum Hilfsantrag 3 ausgeführt wurde, zeigen sowohl die K5 als auch die K6 eine Softwarelösung für das Performance-Tracking basierend auf BREW, also ein \"Softwareteil\", welches auf einem Endgerät ausgeführt wird (vgl. K5, Abs. [0035], \"… binary Runtime Environment for Windows (BREW) software\"; Abs. [0037], [0083] und K6, Sp. 9, Z. 4, Sp. 20, Z. 22 – 25, Sp. 28, Z. 1 – 5, Sp. 36, Z. 19 – 22, \"… and actual machine language (as implemented by the BREW environment for example) running in a prescribed environment.\"; Merkmal **M1.7_Hi3a**). Dabei werden Softwarebibliotheken überhaupt nicht adressiert, so dass der negativ formulierte Disclaimer \"not a software library\" damit ebenfalls aus beiden Druckschriften mit hervorgeht (Merkmal **M1.7_Hi3d**). Da die nativen BREW-Applikationen gemäß K5 und K6 aus kompiliertem Code, also Maschinensprache, bestehen, befindet sich die Software zum Performance-Tracking damit sowohl im Quellcode als auch gleichermaßen im Applikationscode (Merkmal **M1.7_Hi3c**). \n\n201\\. **4.4** Für den nebengeordneten Patentanspruch 12, welcher die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") betrifft, gelten die Ausführungen entsprechend, soweit er verteidigt wird. \n\n202\\. **5\\. Zum Hilfsantrag 4**\n\n203\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 4 ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Sein Gegenstand ist jedoch mangels erfinderischer Tätigkeit nicht patentfähig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n204\\. **5.1** Im Hilfsantrag 4 wird der Patentanspruch 1 gegenüber der erteilten Fassung um das neu hinzugekommene Merkmal M1.6.3_Hi4 sowie die bereits aus dem Hilfsantrag 3 bekannten Merkmale M1.7_Hi3 und M1.8_Hi3 ergänzt: \n\n205\\. M1.6.3_Hi4 \"wherein, when the web server (6) finds that the performance of the native data application (2) is poor, a warning is provided to the developer (5);\" \n\n206\\. Die Ergänzung durch das gegenüber Hilfsantrag 3 einzig neu hinzugekommene Merkmal M1.6.3_Hi4 betrifft ein Versenden einer Warnung an den Entwickler, falls die native App eine schlechte Performance aufzeigt. \n\n207\\. **5.2** Die Ergänzung ist zulässig. Das Versenden einer Warnung an den Entwickler ist ursprünglich offenbart in der Offenlegungsschrift K4, Absatz [0033] (\"When the application performance monitoring party 6 (e.g. web server 6) finds that the performance of the application is poor, a warning may be provided to the developer 5.\"). \n\n208\\. **5.3** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 4 beruht nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit, denn das Merkmal M1.6.3_Hi4 ist dem Fachmann aus der K6 nahegelegt. \n\n209\\. Das System in der K6 dient der Überwachung der Performance von Applikationen auf einem Endgerät, wobei gemäß K6, Spalte 19, Zeilen 48 – 54 (\"… a query could involve analyzing the poor performance of Wireless Application Protocol (WAP) browser pages …\") sowie Spalte 20, Zeilen 38 – 41 (\"…why instant connect communication sessions occasionally deliver very poor performance.\") Datensammelprofile insbesondere auf Applikationen mit schlechter Performance ausgerichtet sind. \n\n210\\. Die K6 zeigt eine Benachrichtigung (\"notification\") beim Empfang der Performance-Metrik durch den Metrik-Kollektor (im Web-Server bzw. SQP), wobei die Benachrichtigung ein E-Mail-Alarm oder ein Systemalarm sein kann (vgl. K6, Sp. 29, Z. 60 – 63, \"receipt of the metrics package can generate notifications, such as email alerts and system alarms, and it can initiate reporting activity and\u002For additional monitoring or data collection activity.\"). Gleiches beschreibt die K6 auch in Spalte 18, Zeilen 64 – 67, wobei dort die Benachrichtigung über Analyseergebnisse an den Netzwerkadministrator oder ganz allgemein an das dortige Personal geht (dort: \"notifications concerning receipt of the data or results of the analysis can be sent to other systems as well as to network administrators and other personnel.\"). \n\n211\\. Schliesslich lehrt die K6 ebenfalls, dass der Applikationsentwickler anhand der hochgeladenen Metrik-Pakete über Probleme und Fehler in seiner Software informiert wird (vgl. K6, Sp. 28, Z. 27 – 30, \"When captured and uploaded, the metrics can enable application developers to find errors in their software that occur in the field and significantly speed problem diagnosis.\"; Merkmal **M1.6.3_Hi4**). \n\n212\\. Hinsichtlich der übrigen Merkmale des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 4 wird auf die entsprechenden Ausführungen zum Hauptantrag sowie zum Hilfsantrag 3 verwiesen. \n\n213\\. **5.4** Für den noch verteidigten nebengeordneten Patentanspruch 12, welcher die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") betrifft, gelten die Ausführungen entsprechend. \n\n214\\. **5.5** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Patentansprüche 1 und 12 isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Patentansprüche 2 bis 11, 13 und 14 gemäß Hilfsantrag 4. \n\n215\\. **6\\. Zum Hilfsantrag 5**\n\n216\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 5 ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Sein Gegenstand beruht jedoch nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n217\\. **6.1** Im Hilfsantrag 5 kommen gegenüber der erteilten Fassung das neue Merkmal M1.6.3_Hi5 sowie die bereits aus dem Hilfsantrag 3 bekannten Merkmale M1.7_Hi3 und M1.8_Hi3 hinzu: \n\n218\\. M1.6.3_Hi5 \"wherein the native data application (2) comprises a utility;\" \n\n219\\. Die Ergänzung durch das gegenüber Hilfsantrag 3 einzig neu hinzugekommene Merkmal M1.6.3_Hi5 betrifft eine \"Utility\", also ein Dienstprogramm als App. \n\n220\\. **6.2** Die Ergänzung ist zulässig. Der Fachmann entnimmt das anspruchsgemäße Dienstprogramm gemäß Merkmal M1.6.3_Hi5 der Offenlegungsschrift K4, Absatz [0031] ( \"The application, which may also be referred to as \"app\", may be of various nature and may comprise, for example, a Utility, a game, or anothertype of app.\"). \n\n221\\. **6.3** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 5 beruht nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit, denn die K6 lehrt gleichfalls eine \"Utility\" i. S. d. Streitpatents (vgl. K6, Sp. 9, Z. 7 - 12, \"… which provide utility or entertainment for the user such as calculators and games\"; Unterstreichung hinzugefügt; Merkmal **M1.6.3_Hi5**). \n\n222\\. Hinsichtlich der übrigen Merkmale des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 5 wird auf die entsprechenden Ausführungen zum Hauptantrag sowie zum Hilfsantrag 3 verwiesen. \n\n223\\. **6.4** Für den noch verteidigten nebengeordneten Patentanspruch 12, welcher die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") betrifft, gelten die Ausführungen entsprechend. \n\n224\\. **6.5** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Patentansprüche 1 und 12 isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Patentansprüche 2 bis 11, 13 und 14 gemäß Hilfsantrag 5. \n\n225\\. **7\\. Zum Hilfsantrag 6**\n\n226\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 6 ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Sein Gegenstand ist jedoch mangels erfinderischer Tätigkeit nicht patentfähig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n227\\. **7.1** Im Hilfsantrag 6 werden im Vergleich zur Fassung des erteilten Patentanspruchs 1 die Merkmale M1.7_Hi6 und M1.8_Hi6 ergänzt: \n\n228\\. M1.7_Hi6 \"receiving, at the terminal device (3), feedback information from the web server (6) after transmitting the at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3) to the web server (6); and\" \n\n229\\. M1.8_Hi6 \"processing the feedback information received from the web server (6).\" \n\n230\\. Die Ergänzungen betreffen mit Merkmal M1.7_Hi6 ein \"Feedback\" vom Web-Server an das Endgerät, also eine Rückmeldung, welche auf die Übermittlung der gesammelten Datenaustauschinformation vom Endgerät empfangen wird und dort gemäß Streitpatent insbesondere an die App im Endgerät gerichtet ist. Das Feedback vom Web-Server soll gemäß Merkmal M1.8_Hi6 im Endgerät weiterverarbeitet werden. Die Merkmale M1.7_Hi6 sowie M1.8_Hi6 lassen offen, wie das Feedback konkret ausgestaltet ist bzw. welche Inhalte von der Feedback-Information umfasst werden sollen. Für den Fachmann fällt also bereits eine einfache Bestätigung bzw. Quittierung eines erfolgreichen Hochladens der gesammelten Datenaustauschinformation, d. h. ein Acknowledgement, unter den Anspruchswortlaut, denn auch diese wird im Empfänger weiterverarbeitet. \n\n231\\. **7.2** Die Ergänzungen sind zulässig und finden sich in der Offenlegungsschrift K4, Absatz [0017] sowie dem ursprünglichen Unteranspruch 4. \n\n232\\. **7.3** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 6 beruht nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit, denn die Druckschrift K6 zeigt bereits eine Rückmeldung vom Web-Server an die App im Endgerät, wobei der SQP nach Empfang des Metriks-Pakets Mitteilungen (\"notifications\") generiert. Diese Mitteilungen umfassen bspw. E-Mail-Alarme und Systemalarme sowie insbesondere Aufforderungen zum Initiieren von zusätzlichen Überwachungs- oder Datensammelaktivitäten, welche der Fachmann funktionsbedingt ins Endgerät verortet (vgl. K6, Sp. 29, Z.60 – 63, \"… generate notifications … initiate ... additional monitoring or data collection activity.\"). Darüber hinaus lehrt die K6, Spalte 26, Zeilen 10 – 18, Transportmechanismen zur Kommunikation zwischen Endgerät und SQP u. a. basierend auf dem HTTP-Protokoll, wobei HTTP wiederum auf einem TCP-Transport aufsetzt und somit eine Quittierung \u002F Acknowledgement als Feedback umfasst (Merkmale **M1.7_Hi6** und **M1.8_Hi6**). \n\n233\\. Hinsichtlich der übrigen Merkmale des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 6 wird auf die entsprechenden Ausführungen zum Hauptantrag verwiesen. \n\n234\\. **7.4** Für die beiden nebengeordneten Patentansprüche 11 und 13, welche die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") bzw. in einer Logik mit den entsprechenden Instruktionen ausgeführt von einem Prozessor (\"logic\") betreffen, gelten die Ausführungen entsprechend. \n\n235\\. **7.5** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Patentansprüche 1, 11 und 13 isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Patentansprüche 2 bis 10 und 12 gemäß Hilfsantrag 6. \n\n236\\. **8\\. Zum Hilfsantrag 6a**\n\n237\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 6a ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Sein Gegenstand ist jedoch mangels erfinderischer Tätigkeit nicht patentfähig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 56 EPÜ). \n\n238\\. **8.1** Im Hilfsantrag 6a werden im Patentanspruch 1 gegenüber seiner Fassung nach Hilfsantrag 6 die Merkmale M1.9_Hi6a, M1.9.1_Hi6a und M1.9.2_Hi6a ergänzt: \n\n239\\. M1.9_Hi6a \"removing the at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3)\" \n\n240\\. M1.9.1_Hi6a \"after transmitting the at least a portion of the data exchange information stored at the terminal device (3) to the web server (6)\" \n\n241\\. M1.9.2_Hi6a \"and after receiving, at the terminal device (3), the feedback information from the web server (6).\" \n\n242\\. Die Ergänzungen gestalten das Hochladen der Datenaustauschinformation durch das Endgerät sowie das Feedback vom Web-Server gemäß Hilfsantrag 6 weiter aus, wobei nach der erfolgreichen Datenübertragung zum Web-Server zeitlich nachgelagert ein Löschen der gespeicherten Daten im Endgerät durchgeführt wird. \n\n243\\. Soweit es unter den Parteien strittig ist, ob das Löschen der Daten lediglich einen zeitlich nachgelagerten Verfahrensschritt (\"after\") darstellt oder kausal vom Empfang des Feedbacks abhängt, kann dies nach Auffassung des Senats dahingestellt bleiben. Im Übrigen verhält sich der Anspruchswortlaut zu kausalen Zusammenhängen unter den einzelnen Merkmalen nicht. \n\n244\\. **8.2** Die Ergänzung ist zulässig. Der Fachmann entnimmt sie unmittelbar und eindeutig aus der Offenlegungsschrift K4, bspw. Unteransprüche 2 und 3. \n\n245\\. **8.3** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 6a beruht nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit, denn die K6 zeigt ein Löschen der gespeicherten Metriken im Endgerät nach dem Hochladen (\"uploaded\") der gesammelten Information zum Server, um Platz für neue Daten zu schaffen (vgl. K6, Sp. 29, Z.35 – 46, \"… one or more metrics packages may be uploaded to metrics collector 202A to make room for the new metrics package on the device ... selecting metrics packages for deletion … Selected metrics packages are then deleted from the metrics archive on the device until there is enough memory to store the new metrics package.\"). \n\n246\\. Darüber hinaus lehrt die K6, Spalte 26, Zeilen 10 – 18, Transportmechanismen zur Kommunikation zwischen Endgerät und SQP basierend auf dem HTTP-Protokoll, wobei HTTP stets ein Acknowledgement als Feedback umfasst. Somit zeigt die K6 ebenfalls, dass das Löschen der Daten zeitlich nach dem Empfangen eines Feedbacks (als Reaktion auf das Hochladen) durchgeführt wird (Merkmale **M1.9_Hi6a, M1.9.1_Hi6a** und **M1.9.2_Hi6a**). \n\n247\\. Hinsichtlich der übrigen Merkmale des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 6a wird auf die entsprechenden Ausführungen zum Hauptantrag sowie zum Hilfsantrag 6 verwiesen. \n\n248\\. **8.4** Für die beiden nebengeordneten Patentansprüche 10 und 11, welche die entsprechende Umsetzung der Verfahrensmerkmale gemäß Patentanspruch 1 in einer Vorrichtung (\"system\") bzw. in einer Logik mit den entsprechenden Instruktionen ausgeführt von einem Prozessor (\"logic\") betreffen, gelten die Ausführungen entsprechend. \n\n249\\. **8.5** Da der Anspruchssatz lediglich für die nebengeordneten Patentansprüche 1, 10 und 11 isoliert verteidigt wird, fallen unabhängig vom jeweiligen Grund damit jeweils auch die übrigen abhängigen Patentansprüche 2 bis 9 gemäß Hilfsantrag 6a. \n\n250\\. **9\\. Zum Hilfsantrag 6b**\n\n251\\. Der Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 6b ist zulässig (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 3 IntPatÜG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. c), Art. 123 EPÜ). Zudem steht dem Gegenstand von Patentanspruch 1 in der Fassung gemäß Hilfsantrag 6b der Nichtigkeitsgrund der fehlenden Patentfähigkeit nicht entgegen, da das unter Schutz gestellte Verfahren gegenüber dem im Nichtigkeitsverfahren entgegengehaltenen Stand der Technik – insbesondere hinsichtlich der Druckschrift K6 – auf einer erfinderischen Tätigkeit beruht (Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG i.V.m. Art. 138 Abs. 1 Buchst. a), Art. 54 EPÜ). \n\n252\\. **9.1** Im Hilfsantrag 6b wird der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 6a um das Merkmal M1.7.1_Hi6b ergänzt: \n\n253\\. M1.7.1_Hi6b \"wherein the feedback information indicate that, for a period of time, the terminal device (3) need not upload further collected information to the web server (6); and\" \n\n254\\. Die Ergänzung betrifft – wie bereits zuvor gemäß den Hilfsanträgen 6 bzw. 6a – jeweils das Feedback vom Web-Server an das Endgerät, welches im Speziellen eine Rückmeldung an die App auf dem Endgerät darstellt, die dort weiterverarbeitet wird. Das Merkmal M1.7.1_Hi6b bildet das mit Patentanspruch 1 beanspruchte Verfahren nunmehr dahingehend weiter aus, dass diese Rückmeldung ein Aussetzen des Hochladens der weiteren vom Endgerät (zukünftig) gesammelten Information (\"further collected\") an den Server für eine bestimmte Zeitperiode bewirkt. Die Rückmeldung geht damit auch über eine reine Quittierung, bspw. mittels standardgemäßem HTTP-Acknowledgement, hinaus. \n\n255\\. **9.2** Der Patentanspruch 1 gemäß Hilfsantrag 6b ist zulässig. Die mit Merkmal M1.7.1_Hi6b verbundene Ergänzung findet sich in der Offenlegungsschrift K4, Absätze [0024] ( \"This feedback information may indicate that, for a period of time, the PDAterminal need not upload further collected information to the web server.\") und [0033] ( \"The feedback information may indicate that, for a period of time, the smart phone 3 need not transmit collected information to the web server 6.\"). \n\n256\\. **9.3** Der Gegenstand des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 6b ist patentfähig, denn die Druckschrift K6 zeigt das neu hinzugekommene Merkmal **M1.7.1_Hi6b nicht** und es wird auch nicht nahegelegt. \n\n257\\. Gemäß Druckschrift K6, Spalte 30, Zeilen 1 – 5, wird lediglich offenbart, dass ein Versenden bereits gesammelter (und nicht zukünftig zu sammelnder) Daten vom Endgerät an den Web-Server auf einen späteren Zeitpunkt verschoben (\"postponed\") werden kann, um eine Überlastung des Endgeräts, eine Überlastung des Netzwerks oder ein Stören der Benutzeraktivitäten zu vermeiden. Hierfür wird eine (interne) separate Qualifizierung des Zustands des Endgeräts vorgenommen und nicht auf ein anspruchsgemäßes Feedback, welches vom Web-Server empfangen wird, reagiert. Die K6 nennt insbesondere als Fallbeispiel für ein solches Verschieben des Hochladens, dass eine Benutzeraktivität ansonsten durch ein (gleichzeitiges) Versenden des Metrik-Pakets gestört bzw. unterbrochen würde. Die genannte Textstelle betrifft das anspruchsgemäße Hochladen zukünftig noch zu sammelnder Daten (\"further collected\") überhaupt nicht. \n\n258\\. Die K6 offenbart zwar ebenfalls in Spalte 29, Zeilen 58 – 63 i.V.m. Figur 2 ein Feedback auf den Empfang von Metrik-Paketen durch den \"metrics collector 202A\" im Web-Server bzw. SQP, wobei dieses Feedback sogenannte Mitteilungen (dort: \"notifications, such as email alerts and system alarms\") umfasst und darüber hinaus ggf. das Versenden von Berichten, ein zusätzliches Monitoring und sogar Datensammelaktivitäten initiieren kann. In diesem Kontext geht die K6 aber nicht auf ein anspruchsgemäßes Aussetzen des Hochladens dieser gesammelten Information mittels des Feedbacks ein. \n\n259\\. Entgegen der Auffassung der Klägerin handelt es sich bei dem dort genannten Initiieren der Datensammelaktivitäten auch nicht unmittelbar und eindeutig um ein Feedback mittels der im gleichen Absatz vorab bereits genannten Datensammelprofile (\"data collection profiles\"). Hierbei muss auch zwischen dem Datensammeln und dem eigentlichen Hochladen der Daten unterschieden werden. Zumindest beschreibt die K6 bspw. in Spalte 15, Zeile 67 bis Spalte 16, Zeile 17, dass das Initiieren des Datensammelns nicht nur mittels temporaler Bedingungen, sondern ebenso auch anderweitig bspw. durch bestimmte Trigger – u. a. beim Betreten einer bestimmten geographischen Region – gesteuert werden kann. \n\n260\\. Die Argumentation der Klägerin, dass es sich in der K6 hinsichtlich der im Rahmen eines dynamischen Prozesses übermittelten Datensammelprofile (\"data collection profiles\") um das anspruchsgemäße Feedback vom Web-Server an das Endgerät im Ansprechen auf den Empfang eines Metrik-Pakets handelte, und dass das ggf. im Datensammelprofil definierte periodische Sammeln bzw. Erfassen von Daten mit einem Aussetzen des Hochladens für eine bestimmte Zeit gleichzusetzen sei, greift zur Überzeugung des Senats nicht durch. \n\n261\\. Die K6 beschreibt zwar Datensammelprofile mit verschiedenen temporalen Konfigurationen für das Hochladen (\"upload\") der gesammelten Daten umfassend ein sofortiges Hochladen, ein Hochladen zu einem bestimmten Zeitpunkt, ein periodisches Hochladen, einen Schedule zum Hochladen oder auch ein Event-gesteuertes Hochladen (vgl. K6, Sp.6, Z. 12 – 15, \"… the existing data collection profile … direct the SQC to continue to periodically collect, package, and upload data.\"; Sp. 18, Z. 7 – 11, Sp. 20, Z. 48 - 62, Sp. 29, Z. 49 – 60 und Sp. 33, Z. 5 – 7). Unter all diesen verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten für das Hochladen fehlt jedoch explizit ein anspruchsgemäßes Aussetzen des Hochladens für eine gewisse Zeitperiode. Zur Überzeugung des Senats stellt ein Datensammelprofil umfassend einen periodischen Upload-Schedule auch kein anspruchsgemäßes Aussetzen eines Hochladens für einen gewissen Zeitraum dar. Vielmehr beschreibt die K6, Spalte 20, Zeile 62 bis Spalte 21, Zeile 24, ein explizites Aussetzen des Hochladens der gesammelten Information basierend auf einem niedrigen Batteriestatus bzw. einem niedrigen Empfangslevel des Endgeräts, was jedoch unabhängig von einem empfangenen Feedback geschieht (dort: \"… an upload may be skipped or delayed if the battery of target wireless device 400 is low, so as not to impact the user's experience significantly by decreasing the limited power available.\" und \"… the upload schedule include the signal quality …\"; Unterstreichung hinzugefügt). Gleiches gilt auch für die bereits oben zitierte Textstelle gemäß K6, Spalte 30, Zeilen 1 bis 5, welche ebenfalls ein Aussetzen des Hochladens basierend auf dem Status des Endgeräts impliziert (dort: \"… the transmission can be postponed to a later time …\"). \n\n262\\. Schließlich handelt es sich bei den Datensammelprofilen gemäß K6 zur Überzeugung des Senats auch nicht um eine Feedback-Information des Web-Servers ans Endgerät, resultierend aus dem Hochladen der vom Endgerät gesammelten und an den Web-Server übertragenen Information i. S. d. Streitpatents. \n\n263\\. Denn die K6 lehrt zwar gemäß Spalte 26, Zeilen 37 bis 61, einen iterativen Datensammelprozess, welcher mittels neuer oder modifizierter Datensammelprofile stetig in einem Regelkreis verbessert werden kann (dort: \"Such iterative data collection processes are particularly useful in understanding transient error conditions because of the speed with which the data collection activity can be refined.\"; Hervorhebungen hinzugefügt). Die modifizierten Profile werden dabei im SQP anhand der hochgeladenen Metriken generiert und\u002Foder stetig verfeinert (vgl. K6, Fig. 2 und Fig. 8 BZ 1002, 1008 i.V.m. Sp. 30, Z. 37 – Sp. 31 Z. 3, \"… results of the analysis of the metrics package data are used to develop or refine existing or future queries, data collection profiles …\"; Hervorhebung hinzugefügt). Ein entsprechender Regelkreis wird exemplarisch in der K6, Figur 7, gezeigt, wobei das Endgerät nach dem Hochladen der gesammelten Daten in BZ 904 eine neue bzw. eine modifizierte Metrik in BZ 908 herunterlädt, falls eine solche gemäß der Abfrage in BZ 906 aktuell verfügbar ist. Die K6, Spalte 26, Zeilen 4 bis 10, führt diesbezüglich jedoch aus, dass das Datensammelprofil bereits vorab im SQP vorbereitet wird und vom Endgerät dann erst beim nächsten Hochladen des Metrik-Pakets heruntergeladen wird (\" ... preparing the data collection profile for download the next time the target device contacts SQP 201 such as when it uploads a metrics package.\"; Hervorhebungen hinzugefügt). \n\n264\\. Ein vom Endgerät nach dem Hochladen der gesammelten Information vom SQP bezogenes modifiziertes Datensammelprofil stellt somit kein direktes Feedback auf das Hochladen der Metriken dar, sondern bezieht sich immer auf bereits früher hochgeladene Information. Die dort ebenfalls genannten, alternativen Möglichkeiten für die Übermittlung eines Datensammelprofils vom SQP zum Endgerät – nämlich \"pushing\" und SMS – betreffen jedenfalls genauso wenig ein Feedback im Ansprechen auf das Hochladen der gesammelten Information. \n\n265\\. In der K6 fehlt somit das Merkmal M1.7.1_Hi6b gänzlich. Darüber hinaus fehlen in der K6 auch jegliche Anregungen und Hinweise für den Fachmann, die mit dem Merkmal M1.7.1_Hi6b verbundene Funktionalität überhaupt für ein derartiges in sich geschlossenes Verfahren in Betracht zu ziehen. \n\n266\\. Der Gegenstand des Patentanspruchs 1 ist dem Fachmann daher ausgehend von der K6 nicht nahegelegt. \n\n267\\. **9.4** Zu den übrigen im Verfahren genannten Druckschriften hat die Klägerin hinsichtlich der erfinderischen Tätigkeit des Hilfsantrags 6b nicht vorgetragen. Auch der Senat vermag nicht zu erkennen, wie diese im Einzelnen oder in Kombination zum Gegenstand des Patentanspruchs 1 gemäß Hilfsantrag 6b führen könnten. \n\n268\\. **9.5** Entsprechendes gilt für die angegriffenen nebengeordneten Patentansprüche 10 und 11\\. Der Vorrichtungsanspruch 10 betrifft ein entsprechendes System mit im Wesentlichen gleichlautenden Merkmalen. Der Patentanspruch 11 ist bereits durch seinen Rückbezug auf den patentfähigen Patentanspruch 1 rechtsbeständig. Gegenteiliges hat die Klägerin auch nicht geltend gemacht. \n\n269\\. **9.6** Hinsichtlich der ebenfalls angegriffenen Unteransprüche 2 bis 9, welche vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstands betreffen, gelten auch die vorstehenden, den Patentanspruch 1 betreffenden Ausführungen entsprechend. Die Unteransprüche sind ebenfalls bereits durch ihren unmittelbaren oder mittelbaren Rückbezug auf den patentfähigen Patentanspruch 1 rechtsbeständig. Auch diesbezüglich hat die Klägerin nichts Gegenteiliges vorgetragen. \n\n270\\. **10.** Aufgrund der erfolgreichen Verteidigung des Streitpatents in seiner Fassung gemäß Hilfsantrag 6b war über die weiteren Hilfsanträge nicht mehr zu entscheiden. \n\n**B.**\n\n271\\. Die Kostenentscheidung beruht auf § 84 Abs. 2 PatG i. V. m. § 92 Abs. 1 ZPO. \n\n272\\. Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus § 99 Abs. 1 PatG i. V. m. § 709 Satz 1 und 2 ZPO.","de","jurionline_de","","BPatG, Urteil vom 29. Januar 2025 - 5 Ni 25\u002F22 (EP)","ecli-de-neuris-jure259031866",null,[19,34,44,54,64],{"id":20,"ecli":21,"caseNumber":14,"courtId":22,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":24,"language":25,"source":26,"sourceUrl":27,"summary":14,"slug":28,"metadata":29},"410","ECLI:NL:RBLIM:2026:6423",66,"2026-07-08T00:00:00.000Z","RECHTBANK limburg\n\nZittingsplaats Roermond\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: ROE 25 \u002F 2565\n\nuitspraak van de meervoudige kamer van 8 juli 2026 in de zaak tussen\n\n [belanghebbende] , gevestigd te [plaats], belanghebbende\n\n(gemachtigde: M.O.E. Uyen)\n\nen\n\nde heffingsambtenaar van de Belastingsamenwerking Gemeenten en Waterschappen, de heffingsambtenaar (gemachtigde: A. van den Dool).\n\nProcesverloop\n\nDe heffingsambtenaar heeft op grond van de Wet waardering onroerende zaken (Wet woz) de waarde van de onroerende zaken van belanghebbende voor het belastingjaar 2025 vastgesteld (het primaire besluit).\n\nBelanghebbende heeft tegen het primaire besluit bezwaar gemaakt.\n\nDe heffingsambtenaar heeft het bezwaar van belanghebbende gegrond verklaard (het bestreden besluit). Aan belanghebbende is een proceskostenvergoeding van in totaal € 161,74 toegekend.\n\nBelanghebbende heeft tegen het bestreden besluit beroep ingesteld.\n\nDe heffingsambtenaar heeft verweer gevoerd.\n\nOp 4 mei 2026, aangevuld op 11 mei 2026, zijn van belanghebbende nadere gronden en stukken ontvangen.\n\nHet onderzoek ter zitting heeft vervolgens plaatsgevonden op 15 mei 2026. Belanghebbende heeft zich laten vertegenwoordigen door mr. L.H.G.M. Driessen, kantoorgenote van haar gemachtigde bij Previcus B.V. te Boxmeer. De heffingsambtenaar heeft zich laten vertegenwoordigen door zijn gemachtigde.\n\nOverwegingen\n\n1. De rechtbank stelt vast dat de woz-waarde tussen partijen niet meer in geschil is. Het beroep van belanghebbende richt zich enkel tegen de toegekende proceskostenvergoeding en spitst zich toe op de vraag of de heffingsambtenaar bij de vaststelling van de proceskostenvergoeding in bezwaar toepassing heeft mogen geven aan de vermenigvuldigingsfactor 0,125 van artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz, zoals dit artikellid luidt met ingang van 1 januari 2025.\n\n2. De heffingsambtenaar heeft in het bestreden besluit de proceskostenvergoeding van € 161,74 als volgt gespecificeerd:\n\n- indienen bezwaarschrift: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 +\n\n- bijwonen hoorzitting: 1 punt x waarde per punt € 647,- x factor 0,125 = € 80,87 = € 161,74.\n\n3. Belanghebbende vindt dat de heffingsambtenaar een te lage proceskostenvergoeding heeft toegekend. Zij verzoekt de rechtbank om artikel 30a van de Wet woz buiten toepassing te laten, omdat haar gemachtigde een bijzonder geval is als bedoeld in het zogenoemde 30a-arrest van de Hoge Raad van 17 januari 2025 (ECLI:NL:HR:2025:46).\n\n4. In het 30a-arrest heeft de Hoge Raad geoordeeld dat bijzondere gevallen zich onderscheiden doordat zij niet voldoen aan de volgende kenmerken: dat aan de belanghebbende rechtsbijstand wordt verleend door een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, waarvan het bedrijfsmodel eruit bestaat dat\n\n( i) wordt opgetreden op basis van no cure no pay,\n\n(ii) daarbij zodanige afspraken met de cliënten worden gemaakt dat het bedrag van eventuele proceskostenvergoedingen aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en\n\n(iii) de procedures op een zodanige wijze worden gevoerd dat de daarin toegekende proceskostenvergoedingen de in redelijkheid gemaakte kosten ver overtreffen.\n\n5. De daarbij te hanteren regels zijn nader uitgewerkt in de arresten van de Hoge Raad van 25 april 2025 (ECLI:NL:HR:2025:670) en 18 juli 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1175).\n\n5.1.. Volgens de Hoge Raad rusten op de belanghebbende de stelplicht en bewijslast van feiten die meebrengen dat buiten redelijke twijfel komt vast te staan dat, beoordeelt naar de situatie op het moment waarop het desbetreffende rechtsmiddel is aangewend, het bedrijfsmodel van de betreffende gemachtigde of diens kantoor kennelijk niet allehiervoor bedoelde drie kenmerken heeft en dat aldus sprake is van een bijzonder geval. Er is dus (al) sprake van een bijzonder geval als één van de drie kenmerken niet van toepassing is.\n\n5.2.. Bij de beoordeling van het bedrijfsmodel gaat het niet specifiek om de werkzaamheden die de gemachtigde heeft verricht in de procedure waarop de proceskostenvergoeding ziet. Met het bedrijfsmodel is namelijk meer in het algemeen de wijze bedoeld waarop de gemachtigde zijn inkomsten verwerft met het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand.\n\n5.3.. Indien het bedrijfsmodel van een gemachtigde of een kantoor inhoudt dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i), of op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld, en dat daarbij afspraken met de cliënten worden gemaakt als hiervoor onder (ii) bedoeld, zal aldus moeten worden beoordeeld of dit bedrijfsmodel voldoet aan het hiervoor onder (iii) vermelde kenmerk van vergaande overdekking. Daartoe moet een vergelijking worden gemaakt tussen enerzijds het totale bedrag aan proceskostenvergoedingen dat aan de gemachtigde of aan het kantoor wordt afgedragen, en anderzijds het totale bedrag van de kosten van de gemachtigde of van het kantoor die kunnen worden toegerekend aan het voeren van de procedures waarop die proceskostenvergoedingen betrekking hebben. Het komt dus erop aan of het totale bedrag van de afgedragen proceskostenvergoedingen het totale bedrag van de zojuist bedoelde kosten verre overtreft. De omstandigheid dat vaak geheel of ten dele gebruik wordt gemaakt van gestandaardiseerde tekstblokken die niet zijn toegespitst op de desbetreffende zaak, vormt een aanwijzing dat het bedrijfsmodel wel het derde kenmerk van vergaande overdekking heeft, en zal daarom in het algemeen volstaan om aan te nemen dat de belanghebbende niet in dit door hem te leveren bewijs is geslaagd.\n\n6. In het arrest van 26 september 2025 (ECLI:NL:HR:2025:1375) heeft de Hoge Raad nader uitgewerkt wanneer sprake is van een bedrijfsmodel dat eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Bij optreden op basis van no cure no pay moet worden uitgegaan van afspraken tussen de belanghebbende en de rechtsbijstandverlener op grond waarvan de belanghebbende geen financieel risico loopt bij inschakeling van de rechtsbijstandverlener, omdat geen instapvergoeding verschuldigd is noch een percentage van de bespaarde belasting als vergoeding moet worden afgestaan (zie Kamerstukken II 2023\u002F24, 36 427, nr. 3, blz. 2). Bij de beoordeling van de vraag of het bedrijfsmodel van een beroepsmatig optredende gemachtigde, dan wel een kantoor, eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay, komt het dus erop aan of die gemachtigde dan wel diens kantoor afspraken maakt met klanten op grond waarvan zij geen financieel risico lopen bij het verstrekken van de opdracht tot het verlenen van rechtsbijstand in een belastingprocedure. De verschuldigdheid van een instapvergoeding staat niet in alle gevallen eraan in de weg dat afspraken met een rechtsbijstandsverlener worden aangemerkt als afspraken op basis van no cure no pay. Onder het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op basis van no cure no pay wordt namelijk ook begrepen het beroepsmatig verlenen van rechtsbijstand op een grondslag die daarmee in wezen overeenkomt en daarmee dus op één lijn kan worden gesteld. Dan moet worden gedacht aan de betaling van een zodanig laag bedrag dat die betaling als een pro forma of symbolische bijdrage moet worden beschouwd.\n\n7. De rechtbank stelt vast dat de gemachtigde van belanghebbende in deze zaak niet heeft bestreden dat haar bedrijfsmodel de hiervoor onder (ii) en (iii) vermelde kenmerken heeft.\n\n8. Belanghebbende bestrijdt dat het bedrijfsmodel van haar gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar (en beroep) eruit bestaat dat wordt opgetreden op basis van no cure no pay (i). Hiertoe heeft de gemachtigde verwezen naar een beschrijving van haar per 1 januari 2025 gewijzigde bedrijfsmodel (“Bijzonder geval: bedrijfsmodel Previcus en artikel 30a Wet WOZ”).\n\n8.1.. Volgens die beschrijving is de werkwijze met ingang van 1 januari 2025 fundamenteel gewijzigd. Het aantal dossiers is vanaf 2025 aanzienlijk afgenomen van 128.000 zaken naar circa 1.291 zaken. De zaken worden (vrijwel) niet meer op basis van no cure no pay uitgevoerd, maar volgens een regulier model waarin een cliënt, ongeacht de uitkomst van de zaak, een vaste startvergoeding betaalt (doorgaans gebaseerd op het aantal aanslagbiljetten) en\u002Fof een deel van de gerealiseerde besparing afdraagt (in bijna alle gevallen 40% van de besparing). De vóór 2025 aangebrachte zaken worden nog op basis van no cure no pay uitgevoerd. Bovendien worden vanaf 2025 alle aanslagbiljetten op voorhand gescreend en worden enkel de zaken doorgezet waarbij op voorhand onvoldoende duidelijk is dat er geen fouten zijn gemaakt. Er is, aldus de beschrijving, geen sprake meer van een grote massa waar de wetswijziging (Wet herwaardering proceskostenvergoeding WOZ en Bpm) op zag. De gemachtigde richt zich voortaan op de zakelijke markt, waarbij vrijwel altijd ook prijsafspraken met belanghebbenden worden gemaakt die losstaan van eventueel toegekende proceskostenvergoedingen.\n\n8.2.. De gemachtigde heeft de prijsafspraken over 2025 als volgt in een overzicht opgenomen.\n\n8.3.. De vermelding in de volmacht dat de vergoeding voor de werkzaamheden uitsluitend het totaal van de proceskostenvergoedingen bedraagt, klopt, aldus de beschrijving, niet meer. De onderliggende overeenkomsten bepalen dat cliënten zelf vergoedingen verschuldigd zijn. De proceskostenvergoeding speelt daarin nog slechts een kleine aanvullende rol.\n\n9. Op 4 mei 2026 heeft de gemachtigde van belanghebbende de facturen en betaalbewijzen in een groot aantal zaken, waarin zij als gemachtigde optreedt, ingezonden. Op 11 mei 2026 is daarvan een overzicht overgelegd. Die stukken bevestigen het beeld dat de beschrijving van het bedrijfsmodel geeft. Uit de facturen en betaalbewijzen blijkt namelijk dat de gemachtigde van een groot deel van haar cliënten een “besparingsfee” van minimaal 30% van de eventuele belastingbesparing vraagt, zij die “besparingsfee” aan haar cliënten factureert en die “besparingsfee” vervolgens ook door de cliënten wordt betaald.\n\n10. Daarnaast komt uit de facturen en betaalbewijzen naar voren dat de meeste cliënten (bovenop de “besparingsfee”) tevens een (in hoogte variërende) “startfee” zijn verschuldigd. Op zitting heeft de gemachtigde toegelicht dat, indien overeengekomen, de “startfee” altijd wordt gefactureerd en betaald. Dat dit niet in alle gevallen gebeurt blijkt uit de overgelegde facturen en betaalbewijzen, en komt, aldus de gemachtigde, doordat de “startfee”, die ongeacht de uitkomst is verschuldigd, in die gevallen eerder is gefactureerd en betaald. Dat is anders bij de “besparingsfee”, die niet eerder dan na het nemen van het bestreden besluit in rekening kan worden gebracht, omdat dan pas de (hoogte van de) besparing duidelijk is.\n\n11. De heffingsambtenaar heeft zich ter zitting op het standpunt gesteld dat het pas op 4 mei 2026 door de gemachtigde van belanghebbende indienen van facturen en betaalbewijzen (die op 6 mei 2026 door de rechtbank zijn vrijgegeven), die al in 2025 beschikbaar waren, in strijd is met een goede procesorde. De rechtbank overweegt dat partijen in beginsel vrij zijn om gedurende de procedure hun standpunten aan te vullen. Die vrijheid wordt echter begrensd door de beginselen van de goede procesorde. Hoewel de late indiening van reeds voorhanden zijnde stukken niet de schoonheidsprijs verdient, ziet de rechtbank hierin geen grond om die stukken vanwege strijd met een goede procesorde buiten beschouwing te laten. Hiertoe acht de rechtbank van belang dat de stukken een onderbouwing vormen van een eerder door de gemachtigde ingenomen standpunt, een reactie zijn op het verweerschrift en dat de aard en de omvang van de stukken niet zodanig zijn dat van de heffingsambtenaar om adequaat hierop te kunnen reageren een nader diepgaand (feiten)onderzoek wordt gevergd. De inhoudelijke reactie van de heffingsambtenaar op de stukken in de pleitnota bevestigen dit oordeel.\n\n12. De rechtbank stelt voorop dat voor haar de facturen en de betaalbewijzen leidend zijn voor de beoordeling van de vraag of kenmerk (i) op de gemachtigde van belanghebbende van toepassing is. Naar het oordeel van de rechtbank zijn (alleen) die stukken, en niet (ook) de overeenkomst, de website en de algemene voorwaarden van de gemachtigde (op 9 februari 2025), waarvan gesteld is dat die op dat moment nog niet in overeenstemming met het gewijzigde bedrijfsmodel waren gebracht, relevant voor de vraag of sprake is van een bedrijfsmodel op basis van no cure no pay. Omdat het bedrijfsmodel van de gemachtigde (en niet de vergoedingen in de aan de rechtbank voorliggende zaken) moet worden beoordeeld, blijft die beoordeling, anders dan de heffingsambtenaar stelt, niet beperkt tot de gemeenten binnen het ambtsgebied van de heffingsambtenaar. Daaruit volgt ook dat op grond van het (incidenteel) ontbreken van facturen en betaalbewijzen in aan de rechtbank voorliggende zaken niet zonder meer kan worden geconcludeerd dat kenmerk (i) op het bedrijfsmodel van de gemachtigde van toepassing is.\n\n13. De rechtbank is van oordeel dat met voldoende gegevens is onderbouwd dat de gemachtigde in 2025 voor een groot deel van de procedures een “besparingsfee” in rekening heeft gebracht. Door het betalen van een “besparingsfee” loopt een belanghebbende bij de inschakeling een gemachtigde voor het voeren van een procedure een financieel risico (zie hiervoor het arrest van de Hoge Raad van 26 september 2025). Deze door de gemachtigde gevraagde vergoeding (van 30-40%) acht de rechtbank, nog daargelaten dat de Hoge Raad dat enkel ten aanzien van “instapvergoedingen” heeft geoordeeld, ook niet dusdanig laag dat kan worden gesproken van rechtsbijstandverlening op een grondslag die in wezen overeenkomt met rechtsbijstandverlening op basis van no cure no pay. Op grond van het vorenstaande heeft belanghebbende, naar het oordeel van de rechtbank, buiten redelijke twijfel bewezen dat het bedrijfsmodel van de gemachtigde ten tijde van het instellen van bezwaar niet het kenmerk van optreden op basis van no cure no pay heeft (i). Daaraan doet niet af dat een belanghebbende vooraf ermee heeft ingestemd dat een eventuele vergoeding van proceskosten aan de gemachtigde toekomt. Dat geldt ook voor het ontbreken van facturen en betaalbewijzen van op een eerder moment in rekening gebrachte “startfees” en de door de heffingsambtenaar gestelde inconsistenties in de hoogte hiervan.\n\n14. Uit het vorenstaande volgt dat sprake is van een bijzonder geval en de heffingsambtenaar ten onrechte toepassing heeft gegeven aan artikel 30a, eerste lid, van de Wet woz.\n\n15. Dit betekent dat het beroep van belanghebbende gegrond is. De rechtbank vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding en bepaalt met toepassing van artikel 8:72, derde lid, aanhef en onder b, van de Algemene wet bestuursrecht de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase op € 1.332,- (2 x € 666,-).\n\n16. Aan het standpunt van belanghebbende dat aan het bestreden besluit een motiveringsgebrek kleeft, wordt niet toegekomen.\n\n17. Omdat het beroep gegrond is, moet de heffingsambtenaar het griffierecht aan belanghebbende vergoeden.\n\n18. De rechtbank acht termen aanwezig om de heffingsambtenaar te veroordelen in de proceskosten die belanghebbende redelijkerwijs heeft moeten maken in verband met de behandeling van het beroep, een en ander eveneens overeenkomstig de normen van het Besluit proceskosten bestuursrecht. Aan belanghebbende is door een derde beroepsmatig rechtsbijstand verleend. Voor de in aanmerking te nemen proceshandelingen worden 2 punten (1 punt voor het indienen van het beroepschrift en 1 punt voor het verschijnen op zitting met een waarde van € 934,- per punt) toegekend. De rechtbank bepaalt in overeenstemming met het Richtsnoer proceskostenvergoeding belastingkamers gerechtshoven 2024 (neergelegd in de uitspraak van het gerechtshof ’s-Hertogenbosch van 7 augustus 2024, ECLI:NL:GHSHE:2024:2524) de wegingsfactor op 0,5. Gelet hierop bedraagt het vanwege de in deze zaak verleende rechtsbijstand te vergoeden bedrag in totaal € 934,-.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- vernietigt het bestreden besluit voor zover dat ziet op de toegekende proceskostenvergoeding, stelt de proceskostenvergoeding voor de bezwaarfase vast op € 1.332,- en bepaalt dat deze uitspraak in de plaats treedt van het vernietigde besluit;\n\n- draagt de heffingsambtenaar op het betaalde griffierecht van € 385,- aan belanghebbende te vergoeden;\n\n- veroordeelt de heffingsambtenaar in de proceskosten van belanghebbende wegens verleende rechtsbijstand in beroep tot een bedrag van € 934,-.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. B.F.A. van Huijgevoort, voorzitter, en mrs. E.P.J. Rutten en J.H. van Hoof leden, in aanwezigheid van mr. D.D.R.H. Lechanteur, griffier.De beslissing is in het openbaar uitgesproken op 8 juli 2026.\n\ngriffier rechter\n\nAfschrift verzonden aan partijen op: 8 juli 2026.\n\nRechtsmiddel\n\nTegen deze uitspraak kunnen partijen binnen zes weken na de verzenddatum hoger beroep instellen bij het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nU kunt digitaal beroep instellen via www.rechtspraak.nl. Daar klikt u op “Formulieren en inloggen”. Hoger beroep instellen kan eventueel ook nog steeds door verzending van een brief aan het gerechtshof ’s-Hertogenbosch (belastingkamer).\n\nBij het instellen van het hoger beroep dient het volgende in acht te worden genomen:\n\n1. bij het hogerberoepschrift wordt een afschrift van deze uitspraak overgelegd;\n\n2 - het hogerberoepschrift moet, indien het op papier wordt ingediend, ondertekend zijn. Verder moet het ten minste het volgende vermelden:\n\na. de naam en het adres van de indiener;\n\nb. de datum van verzending;\n\nc. een omschrijving van de uitspraak waartegen het hoger beroep is ingesteld;\n\nd. de redenen waarom u het niet eens bent met de uitspraak (de gronden van het hoger beroep).","nl","rechtspraak_nl","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBLIM:2026:6423","ecli-nl-rblim-2026-6423",{"courtName":30,"legalDomain":31,"decisionType":32,"procedureType":33},"Roermond","Bestuursrecht; Belastingrecht","uitspraak","Uitspraak",{"id":35,"ecli":36,"caseNumber":37,"courtId":38,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":39,"language":40,"source":41,"sourceUrl":14,"summary":42,"slug":43,"metadata":17},"85","ECLI:RO:2026:JudecatoriaSECTORUL5BUCURESTI:17050-302-2025-a1","17050\u002F302\u002F2025\u002Fa1",97,"Admite cererea de îndreptare a erorii materiale din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026, pronunţată de Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti în dosar nr. 17050\u002F302\u002F2025, formulată din oficiu.       \nDispune îndreptarea erorii materiale strecurată în cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025, în sensul re?inerii că pârâtul Vasile Constantin are codul numeric personal ............, iar nu ............., astfel cum în mod eronat s-a consemnat.   \nPrezenta încheiere face parte integrantă din cuprinsul sentin?ei civile nr. 2484\u002F06.03.2026 pronun?ată în cadrul dosarului nr. 17050\u002F302\u002F2025.   \nÎndreptarea se va efectua în toate exemplarele sentin?ei.\n\tCu drept de apel în 30 de zile de la comunicare. Cererea de apel se va depune la Judecătoria Sectorului 5 Bucure?ti.   \n\tPronun?ată prin punerea solu?iei la dispozi?ia păr?ilor prin intermediul grefei instan?ei, astăzi, 08.07.2026.\n","ro","portalquery_ro","Admite cererea","ecli-ro-2026-judecatoriasectorul5bucuresti-17050-302-2025-a1",{"id":45,"ecli":46,"caseNumber":14,"courtId":47,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":48,"language":25,"source":26,"sourceUrl":49,"summary":14,"slug":50,"metadata":51},"296","ECLI:NL:GHDHA:2026:2250",58,"Rolnummer: 22-001978-23\n\nParketnummer: 10-066729-23\n\nDatum uitspraak: 8 juli 2026\n\nTEGENSPRAAK\n\nArrestvan de meervoudige kamer voor strafzaken van het gerechtshof Den Haag gewezen op het hoger beroep tegen het vonnis van de rechtbank Rotterdam van 28 juni 2023 in de strafzaak tegen de verdachte:\n\n [verdachte],\n\ngeboren te [geboorteplaats] op [geboortedatum] 2002,\n\nBRP-adres: [BRP-adres] , [woonplaats] .\n\nOnderzoek van de zaak\n\nDit arrest is gewezen naar aanleiding van het onderzoek ter terechtzitting in eerste aanleg en het onderzoek ter terechtzitting in hoger beroep van dit hof.\n\nHet hof heeft kennisgenomen van de vordering van de advocaat-generaal en van hetgeen door en namens de verdachte naar voren is gebracht.\n\nProcesgang\n\nIn eerste aanleg is de verdachte van het onder 1 tenlastegelegde vrijgesproken en ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 120 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 73 dagen voorwaardelijk, met een proeftijd van 2 jaren. Voorts is beslist op de vorderingen van de benadeelde partijen, zoals nader omschreven in het vonnis waarvan beroep.\n\nNamens de verdachte is tegen het vonnis hoger beroep ingesteld.\n\nOmvang van het hoger beroep\n\nDe verdachte is door de rechtbank Rotterdam vrijgesproken van hetgeen aan hem onder 1 is tenlastegelegd. Het hoger beroep is door de verdachte onbeperkt ingesteld en is derhalve mede gericht tegen de in eerste aanleg gegeven beslissing tot vrijspraak. Gelet op hetgeen is bepaald in artikel 404, vijfde lid, van het Wetboek van Strafvordering staat voor de verdachte tegen deze beslissing geen hoger beroep open. Het hof zal de verdachte mitsdien niet-ontvankelijk verklaren in het ingestelde hoger beroep, voor zover dat is gericht tegen de in het vonnis waarvan beroep gegeven vrijspraak.\n\nWaar hierna wordt gesproken van \"de zaak\" of \"het vonnis\", wordt daarmee bedoeld de zaak of het vonnis voor zover op grond van het vorenstaande aan het oordeel van dit hof onderworpen.\n\nTenlastelegging\n\nAan de verdachte is – voor zover aan het oordeel van het hof onderworpen – tenlastegelegd dat:\n\n2. hij op of omstreeks 01 januari 2023 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard, openlijk, te weten, op of aan de Smidsweg en\u002Fof de Langestraat, in elk geval op of aan (een) openbare weg(en), in vereniging geweld heeft gepleegd tegen een of meer verbalisanten van de politie Eenheid Rotterdam, te weten [hoofdagent] (hoofdagent) en\u002Fof [aspirant] (aspirant) en\u002Fof één of meer verbalisanten, zijnde groepsleden van de Mobiele Eenheid van politie Eenheid Rotterdam, te weten [verbalisant 1] en\u002Fof [verbalisant 2] en\u002Fof [verbalisant 3] en\u002Fof [verbalisant 4] en\u002Fof [verbalisant 5] en\u002Fof [verbalisant 6] en\u002Fof [verbalisant 7] en\u002Fof [verbalisant 8] en\u002Fof [verbalisant 9] en\u002Fof [verbalisant 10] en\u002Fof [verbalisant 11] en\u002Fof [verbalisant 12] en\u002Fof [verbalisant 13] en\u002Fof [verbalisant 14] en\u002Fof [verbalisant 15] en\u002Fof [verbalisant 16] en\u002Fof [verbalisant 17] en\u002Fof [verbalisant 18] en\u002Fof [verbalisant 19] en\u002Fof [verbalisant 20] , althans een of meer (andere) verbalisanten door\n\n- één of meer stuks zwaar (illegaal) vuurwerk (betreffende onder meer: cobra's \u002F nitraten \u002F shells) en\u002Fof vuurwerkbommen op\u002Ftegen, althans in de richting van\u002Fnaar voornoemde verbalisanten af te schieten en\u002Fof te gooien, waarbij voornoemd(e) vuurwerk\u002Fvuurwerkbommen vlakbij\u002Fnaast het\u002Fde lichamen en\u002Fof het\u002Fde hoofden\u002Fgezichten van voornoemde verbalisanten tot ontploffing is\u002Fzijn gekomen en\u002Fof\n\n- ( met kracht) één of meer stenen en\u002Fof glaswerk op\u002Ftegen, althans in de richting van voornoemde verbalisanten te gooien en\u002Fof\n\n- ( dreigend) zich op te dringen aan voornoemde ambtenaren en\u002Fof\n\n- ( daarbij) (dreigend) een of meerdere ploertendoders, althans slagvoorwerpen, aan voornoemde ambtenaren te tonen\u002Fvoor te houden en\u002Fof\n\n- ( daarbij) aan die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof een of meer (andere) verbalisanten de weg te versperren, althans de doorgang te beletten en\u002Fof (daarbij) te verhinderen dat die [aspirant] en\u002Fof [hoofdagent] en\u002Fof anderen met\u002Fin een (politie)voertuig weg konden rijden en\u002Fof\n\n- naar\u002Fin de richting van voornoemde ambtenaren te schelden, met de woorden: \"Kankerlijers\", \"Kanker op joh\" en\u002Fof \"Kankerpolitie\" en\u002Fof\n\n- ( met kracht) op\u002Ftegen het (politie)schild van die [verbalisant 2] te trappen\u002Fschoppen;\n\n3. hij op of omstreeks 31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk een vuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed, dat\u002Fdie geheel of ten dele aan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachte toebehoorde(n) heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt.\n\nVordering van de advocaat-generaal\n\nDe advocaat-generaal heeft gevorderd dat het vonnis waarvan beroep ten aanzien van de bewezenverklaring zal worden bevestigd en dat de verdachte ter zake van het onder 2 en 3 tenlastegelegde zal worden veroordeeld tot een gevangenisstraf voor de duur van 107 dagen, met aftrek van voorarrest, waarvan 60 dagen voorwaardelijk en met een proeftijd van 2 jaren.\n\nHet vonnis waarvan beroep\n\nHet vonnis waarvan beroep kan niet in stand blijven omdat het hof zich daarmee niet verenigt.\n\nVrijspraak\n\nDe advocaat-generaal heeft zich op het standpunt gesteld dat het onder 2 tenlastegelegde wettig en overtuigend kan worden bewezenverklaard, nu de verdachte met zijn handelen een bijdrage van voldoende gewicht heeft geleverd aan het openlijk geweld tegen de desbetreffende verbalisanten. Zo heeft de verdachte voorafgaand aan de jaarwisseling deel genomen aan een WhatsApp-groep waarin werd gesproken over het voornemen onrust te veroorzaken ten tijde van de jaarwisseling. Voorts heeft de verdachte in de nacht van de jaarwisseling – nadat hij door leden van de Mobiele Eenheid (ME) was ingesloten –op zijn telefoon een video-opname gemaakt waarin er samen met medeverdachte [medeverdachte] (hierna: [medeverdachte] ) wordt gepraat over het doodschoppen van een ME’er. Vijftien minuten nadat hij deze video had opgenomen, is [medeverdachte] aangehouden voor het schoppen tegen het schild van een ME’er.\n\nHet hof overweegt als volgt.\n\nHet hof stelt voorop dat van het \"in vereniging\" plegen van geweld sprake is, indien de betrokkene een voldoende significante of wezenlijke bijdrage levert aan het geweld, zij het dat deze bijdrage zelf niet van gewelddadige aard hoeft te zijn. De enkele omstandigheid dat iemand aanwezig is in een groep die openlijk geweld pleegt is niet zonder meer voldoende om hem te kunnen aanmerken als iemand die \"in vereniging\" geweld pleegt. Beoordeeld zal moeten worden of de door de verdachte geleverde – intellectuele en\u002Fof materiële – bijdrage aan het delict van voldoende gewicht is.\n\nMet de advocaat-generaal en de verdediging is het hof van oordeel dat op grond van het verhandelde ter terechtzitting niet kan worden bewezen dat de verdachte omstreeks de jaarwisseling geweld heeft gebruikt jegens de verbalisanten, zoals het gooien met stenen of vuurwerk. Het hof is voorts van oordeel dat evenmin bewezen kan worden dat de verdachte op enige wijze geweldshandelingen die door andere personen zijn gepleegd heeft ondersteund of anderszins heeft bijgedragen aan het ontstaan of het voortduren van het geweld jegens de verbalisanten. Het hof neemt hierbij in aanmerking dat [medeverdachte] bij de raadsheer-commissaris als getuige is gehoord en heeft verklaard dat hetgeen de verdachte in de video-opname heeft gezegd, los stond van zijn handelen daarna en dat de verdachte niet in de buurt was toen [medeverdachte] tegen het schild van verbalisant [verbalisant 2] aan schopte. De enkele aanwezigheid in de groep die door de politie\u002FME was ingesloten en het feit dat de verdachte deel uit maakte van een WhatsApp-groep acht het hof evenmin een bijdrage van voldoende gewicht. Gelet op het voorgaande is niet vast komen te staan dat de verdachte een voldoende significante of wezenlijke bijdrage heeft geleverd aan het tenlastegelegde geweld tegen de desbetreffende verbalisanten, zodat het ten laste gelegde niet kan worden bewezen en de verdachte daarvan zal worden vrijgesproken.\n\nBewezenverklaring\n\nHet hof acht wettig en overtuigend bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan, met dien verstande dat:\n\n3. hij op of omstreeks31 december 2022 te 's-Gravendeel, gemeente Hoeksche Waard opzettelijk en wederrechtelijk eenvuilnisbak\u002Fprullenbak, in elk geval enig goed,dat\u002Fdiegeheel of ten deleaan Gemeente Hoeksche Waard, in elk geval aan een ander dan aan verdachtetoebehoorde(n)heeft vernield, beschadigd, onbruikbaar gemaakt;.\n\nHetgeen meer of anders is tenlastegelegd, is niet bewezen. De verdachte moet daarvan worden vrijgesproken.\n\nBewijsvoering\n\nHet hof grondt zijn overtuiging dat de verdachte het bewezenverklaarde heeft begaan op de feiten en omstandigheden die in de bewijsmiddelen zijn vervat en die reden geven tot de bewezenverklaring.\n\nIn die gevallen waarin de wet aanvulling van het arrest vereist met de bewijsmiddelen dan wel, voor zover artikel 359, derde lid, tweede volzin, van het Wetboek van Strafvordering wordt toegepast, met een opgave daarvan, zal zulks plaatsvinden in een aanvulling die als bijlage aan dit arrest zal worden gehecht.\n\nStrafbaarheid van het bewezenverklaarde\n\nHet onder 3 bewezenverklaarde levert op\n\nopzettelijk en wederrechtelijk enig goed dat geheel of ten dele aan een ander toebehoort, vernielen.\n\nStrafbaarheid van de verdachte\n\nEr is geen omstandigheid aannemelijk geworden die de strafbaarheid van de verdachte uitsluit. De verdachte is dus strafbaar.\n\nStrafmotivering\n\nHet hof heeft de op te leggen straf bepaald op grond van de ernst van het feit en de omstandigheden waaronder dit is begaan en op grond van de persoon en de persoonlijke omstandigheden van de verdachte, zoals daarvan is gebleken uit het onderzoek ter terechtzitting.\n\nDaarbij heeft het hof in het bijzonder het volgende in aanmerking genomen.\n\nDe verdachte heeft zich op oudejaarsavond schuldig gemaakt aan vernieling van een prullenbak door hierop zwaar vuurwerk tot ontploffing te brengen. Een dergelijk feit is gevaarzettend en geschikt om gevoelens van angst en onveiligheid in de maatschappij teweeg te brengen. De verdachte heeft met zijn handelen de gemeente en daarmee de gemeenschap financiële schade berokkend en hij heeft hiermee overlast veroorzaakt.\n\nHet hof heeft acht geslagen op een de verdachte betreffend uittreksel Justitiële Documentatie van 1 juni 2026, waaruit blijkt dat de verdachte niet eerder voor een vergelijkbaar feit is veroordeeld.\n\nTen aanzien van de redelijke termijn als bedoeld in artikel 6, eerste lid, van het Europees Verdrag tot bescherming van de rechten van de mens en de fundamentele vrijheden (EVRM) overweegt het hof dat deze is aangevangen op 6 maart 2023. In eerste aanleg is de redelijke termijn niet overschreden. Het hof stelt vast dat de behandeling van de zaak in hoger beroep niet heeft plaatsgevonden binnen de daartoe gestelde redelijke termijn,. Namens de verdachte is immers op 4 juli 2023 hoger beroep ingesteld en het hof wijst op 8 juli 2026 eindarrest. De redelijke termijn van de berechting in hoger beroep is derhalve met meer dan één jaar overschreden. Het hof ziet, ook gelet op de duur van de procedure als geheel, aanleiding te volstaan met de constatering van dit verzuim, gelet op de gekozen strafmodaliteit en de hoogte van de op te leggen straf.\n\nHet hof is – alles afwegende – van oordeel dat een onvoorwaardelijke taakstraf van na te melden duur een passende en geboden reactie vormt. Anders dan de verdediging heeft bepleit acht het hof een geldboete, gelet op de context waarin en de wijze waarop de vernieling plaatsvond – tijdens de jaarwisseling en met (illegaal) vuurwerk – niet passend. Evenmin zal om die reden toepassing worden gegeven aan het bepaalde in artikel 9a van het Wetboek van Strafrecht.\n\nVorderingen tot schadevergoeding\n\nIn het onderhavige strafproces hebben tweeëntwintig verbalisanten zich als benadeelde partij gevoegd ter zake van het onder 2 ten laste gelegde. De benadeelde partijen [verbalisant 17] , [verbalisant 12] , [verbalisant 8] , [verbalisant 9] , [verbalisant 19] , [verbalisant 20] , [verbalisant 18] , [verbalisant 15] , [verbalisant 10] , [verbalisant 4] , [verbalisant 1] , [verbalisant 16] , [verbalisant 3] , [aspirant] , [verbalisant 7] , [hoofdagent] , [verbalisant 14] , [verbalisant 5] en [verbalisant 6] vorderen per persoon een vergoeding van € 350,00 aan immateriële schade. De benadeelde partijen [verbalisant 13] en [verbalisant 11] vorderen per persoon een vergoeding van € 400,00 aan immateriële schade en de benadeelde partij [verbalisant 2] vordert een vergoeding van € 750,00 aan immateriële schade.\n\nNu de verdachte ter zake van het onder 2 tenlastegelegde wordt vrijgesproken, zullen de benadeelde partijen niet-ontvankelijk worden verklaard in hun vordering.\n\nGelet daarop zullen de benadeelde partijen worden veroordeeld in de kosten die de verdachte tot aan deze uitspraak in verband met de verdediging tegen die vorderingen heeft moeten maken, welke kosten het hof vooralsnog begroot op nihil.\n\nToepasselijke wettelijke voorschriften\n\nHet hof heeft gelet op de artikelen 9, 22c, 22d en 350 van het Wetboek van Strafrecht, zoals zij rechtens gelden dan wel golden.\n\nBESLISSING\n\nHet hof:\n\nVerklaart de verdachte niet-ontvankelijk in het hoger beroep, voor zover gericht tegen de beslissing ter zake van het onder 1 tenlastegelegde.\n\nVernietigt het vonnis waarvan beroep voor zover thans aan het oordeel van het hof onderworpen en doet in zoverre opnieuw recht:\n\nVerklaart niet bewezen dat de verdachte het onder 2 tenlastegelegde heeft begaan en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart, zoals hiervoor overwogen, bewezen dat de verdachte het onder 3 tenlastegelegde heeft begaan.\n\nVerklaart niet bewezen hetgeen de verdachte meer of anders is tenlastegelegd dan hierboven is bewezenverklaard en spreekt de verdachte daarvan vrij.\n\nVerklaart het onder 3 bewezenverklaarde strafbaar, kwalificeert dit als hiervoor vermeld en verklaart de verdachte strafbaar.\n\nVeroordeelt de verdachte tot een taakstrafvoor de duur van60 (zestig) uren, indien niet naar behoren verricht te vervangen door30 (dertig) dagen hechtenis.\n\nBeveelt dat de tijd die door de verdachte vóór de tenuitvoerlegging van deze uitspraak in enige in artikel 27, eerste lid, van het Wetboek van Strafrecht bedoelde vorm van voorarrest is doorgebracht, bij de uitvoering van de opgelegde taakstraf in mindering zal worden gebracht, volgens de maatstaf van 2 uren taakstraf per in voorarrest doorgebrachte dag, voor zover die tijd niet reeds op een andere straf in mindering is gebracht.\n\nVordering van de benadeelde partijen:\n\n- [verbalisant 17] ,\n\n- [verbalisant 12] ,\n\n- [verbalisant 13] ,\n\n- [verbalisant 8] ,\n\n- [verbalisant 9] ,\n\n- [verbalisant 19] ,\n\n- [verbalisant 20] ,\n\n- [verbalisant 11]\n\n- [verbalisant 18] ,\n\n- [verbalisant 15] ,\n\n- [verbalisant 10] ,\n\n- [verbalisant 4] ,\n\n- [verbalisant 1] ,\n\n- [verbalisant 16] ,\n\n- [verbalisant 3] ,\n\n- [verbalisant 2]\n\n- [aspirant] ,\n\n- [verbalisant 7] ,\n\n- [hoofdagent] ,\n\n- [verbalisant 14] ,\n\n- [verbalisant 5] , en\n\n- [verbalisant 6]\n\nVerklaart de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens niet-ontvankelijk in hun vordering tot schadevergoeding.\n\nVeroordeelt de hiervoor genoemde benadeelde partijen telkens in de door verdachte gemaakte kosten en begroot deze telkens op nihil.\n\nDit arrest is gewezen door mr. F.W. Pieters, als voorzitter, mr. E.C. van Veen en mr. M.C. Bruining, leden, in bijzijn van de griffier mr. V.V. de Lange.\n\nHet is uitgesproken op de openbare terechtzitting van het hof van 8 juli 2026.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:GHDHA:2026:2250","ecli-nl-ghdha-2026-2250",{"courtName":52,"legalDomain":53,"decisionType":32,"procedureType":33},"Den Haag","Strafrecht",{"id":55,"ecli":56,"caseNumber":14,"courtId":57,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":58,"language":25,"source":26,"sourceUrl":59,"summary":14,"slug":60,"metadata":61},"348","ECLI:NL:RBDHA:2026:18721",65,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Groningen\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.20806\n uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n \n [naam], eiseres,\n\nV-nummer: [v-nummer:],\n\n(gemachtigde: mr. I.M. Zuidhoek),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, de minister.\n\nInleiding\n\n1. In deze uitspraak beoordeelt de rechtbank het beroep van eiseres tegen het niet in behandeling nemen van de aanvraag tot het verlenen van een verblijfsvergunning asiel voor bepaalde tijd. De minister heeft de aanvraag met het bestreden besluit van 7 april 2026 niet in behandeling genomen omdat daarvoor Frankrijk verantwoordelijk is.\n\n1.1.. De rechtbank doet op grond van artikel 8:54 van de Algemene wet bestuursrecht (Awb) uitspraak zonder zitting.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\n2. De rechtbank beoordeelt het niet in behandeling nemen van de asielaanvraag van eiseres. Zij doet dat mede aan de hand van de argumenten die eiseres heeft aangevoerd, de beroepsgronden.\n\n3. De rechtbank verklaart het beroep ongegrond. Dat betekent dat eiseres ongelijk krijgt en het bestreden besluit in stand blijft. Hierna legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit oordeel heeft.\n\nToepasselijk recht\n\n4. Op deze zaak is het recht van toepassing dat gold vóór 12 juni 2026.\n\nTotstandkoming van het besluit\n\n5. De Europese Unie heeft gezamenlijke regelgeving over het in behandeling nemen van asielaanvragen. Die staat in de Dublinverordening.Op grond van de Dublinverordening neemt de minister een asielaanvraag niet in behandeling als is vastgesteld dat een andere lidstaat verantwoordelijk is voor de behandeling daarvan.In dit geval heeft Nederland bij Frankrijk een verzoek om terugname gedaan. Frankrijk heeft dit verzoek aanvaard.\n\nMag de minister ten opzichte van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel?\n\n6. Eiseres stelt zich op het standpunt dat er in Frankrijk voor haar een onveilige situatie zal optreden. Dit is het gevolg van de aanwezigheid van veel Libanezen in Frankrijk, waaronder ook de familie van haar moeder die haar eerder al bedreigde. Bovendien heeft eiseres in Nederland een community gevonden waar zij zich veilig bij voelt en in Frankrijk heeft zij niemand, dit is voor haar een angstaanjagend vooruitzicht. Dit terwijl in Nederland er een sterke en diverse LHBT-gemeenschap is waar zij zich veilig voelt. Volgens eiseres is er in Frankrijk bovendien nog steeds een groot probleem met betrekking tot de opvang van asielzoekers. Ze verwijst naar het AIDA-rapport over Frankrijk, update 2024.Er is een tekort aan opvangplekken en eiseres loopt bij terugkeer een reëel risico om in een situatie van materiële deprivatie terecht te komen. Volgens eiseres is het bestreden besluit niet zorgvuldig voorbereid en berust het evenmin op een deugdelijke motivering.\n\n6.1.. De beroepsgrond slaagt niet. Naar het oordeel van de rechtbank mag de minister ten aanzien van Frankrijk uitgaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. De Afdelingheeft meermaals bevestigd dat ten aanzien van Frankrijk in algemene zin kan worden uitgegaan van het interstatelijk vertrouwensbeginsel. Hierbij is ook het AIDA rapport, update 2024, betrokken. De rechtbank overweegt ambtshalve dat ook het recente AIDA rapport, update 2025, geen wezenlijk ander beeld geeft van de opvangvoorzieningen in Frankrijk dan de informatie die is betrokken door de Afdeling in eerdere uitspraken.\n\n6.2.. Uit de AIDA rapporten blijkt niet dat sprake is van structurele tekortkomingen in de opvang of asielprocedure, ook niet ten aanzien van de LHTBI-gemeenschap. Eiseres heeft bovendien niet aannemelijk gemaakt dat zij bij overdracht aan Frankrijk persoonlijk geen opvang, rechtsbescherming of toegang tot de procedure zal krijgen. Eiseres heeft niet eerder een asielaanvraag in Frankrijk ingediend waardoor zij geen persoonlijke ervaring heeft met de kwaliteit van de asielprocedure en de opvangvoorzieningen in Frankrijk.\n\n6.3.. Naar het oordeel van de rechtbank heeft de minister zich niet ten onrechte op het standpunt gesteld dat eiseres niet aannemelijk heeft gemaakt dat sprake is van bijzondere, individuele omstandigheden op basis waarvan de minister de aanvraag toch zou moeten behandelen.\n\nConclusie en gevolgen\n\n7. Het beroep is kennelijk ongegrond. Dat betekent dat het bestreden besluit in stand blijft en eiseres overgedragen kan worden aan Frankrijk. Eiseres krijgt geen vergoeding van haar proceskosten.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank verklaart het beroep ongegrond.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. A. Sibma, rechter, in aanwezigheid van mr. S. Strating, griffier, en openbaar gemaakt door middel van gepseudonimiseerde publicatie op rechtspraak.nl.\n\nDe uitspraak is openbaar gemaakt en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over verzet\n\nAls partijen het niet eens zijn met deze uitspraak, kunnen zij een verzetschrift sturen naar de rechtbank waarin zij uitleggen waarom zij het niet eens zijn met deze uitspraak. Het verzetschrift moet worden ingediend binnen zes weken na de dag waarop deze uitspraak is verzonden. Als partijen graag een zitting willen om het verzetschrift toe te lichten, moeten zij dit in het verzetschrift vermelden.\n\n Zie artikel 84 van de Asiel- en migratiebeheerverordening inzake het overgangsrecht.\n\n Verordening (EU) nr. 604\u002F2013.\n\n Dit staat ook in artikel 30, eerste lid, van de Vreemdelingenwet 2000.\n\n Update 2024 van juni 2025.\n\n Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State.\n\n Update 2025 van mei 2026.\n\n Zie ook de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Arnhem, van 3 juli 2026. (ECLI:NL:RBDHA:2026:18469, r.o. 7.1) en de uitspraak van deze rechtbank, zittingsplaats Middelburg, van 25 juni 2026 (ECLI:NL:RBDHA:2026:17711).","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18721","ecli-nl-rbdha-2026-18721",{"courtName":62,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Groningen","Bestuursrecht; Vreemdelingenrecht",{"id":65,"ecli":66,"caseNumber":14,"courtId":67,"courtName":14,"decisionDate":23,"fullText":68,"language":25,"source":26,"sourceUrl":69,"summary":14,"slug":70,"metadata":71},"418","ECLI:NL:RBDHA:2026:18726",61,"RECHTBANK DEN HAAG\n\nZittingsplaats Rotterdam\n\nBestuursrecht\n\nzaaknummer: NL26.36068uitspraak van de enkelvoudige kamer in de zaak tussen\n\n [naam eiser] , eiser\n\nV-nummer: [V-nummer]\n\n(gemachtigde: mr. J.S. Dobosz),\n\nen\n\nde minister van Asiel en Migratie, verweerder\n\n(gemachtigde: mr. C. van der Zijde).\n\nSamenvatting\n\n1. Deze uitspraak gaat over de maatregel van vreemdelingenbewaring die aan eiser is opgelegd. Deze maatregel is opgelegd op grond van artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vreemdelingenwet 2000. Eiser is het niet eens met die maatregel. Hij voert daartegen een beroepsgrond aan. Onder meer aan de hand van deze beroepsgrond beoordeelt de rechtbank de rechtmatigheid van die maatregel en de vraag of aan eiser een schadevergoeding moet worden toegekend.\n\n1.1.. De rechtbank komt in deze uitspraak tot het oordeel dat het beroep gegrond is. Het opleggen van de maatregel van vreemdelingenbewaring is onrechtmatig. De rechtbank kent daarom een schadevergoeding toe. Hieronder legt de rechtbank uit hoe zij tot dit oordeel komt en welke gevolgen dit heeft.\n\n1.2.. In deze uitspraak gebruikt de rechtbank de volgende afkortingen voor de wet- en regelgeving:\n\nAwb: Algemene wet bestuursrecht\n\nVw: Vreemdelingenwet 2000\n\nVb: Vreemdelingenbesluit 2000\n\nProcesverloop\n\n2. Met het bestreden besluit van 29 juni 2026 heeft verweerder aan eiser de maatregel van vreemdelingenbewaring opgelegd en de rechtbank daarvan in kennis gesteld.\n\n2.1.. Deze kennisgeving wordt gelijkgesteld met een door eiser ingesteld beroep. Het beroep wordt ook aangemerkt als een verzoek om schadevergoeding.\n\n2.2.. De rechtbank heeft het beroep op 7 juli 2026 op zitting behandeld. Hieraan hebben deelgenomen: eiser, de gemachtigde van eiser, K.A. Ozdzinska als tolk en de gemachtigde van verweerder.\n\nBeoordeling door de rechtbank\n\nToetsingskader\n\n3. Verweerder kan als het belang van de openbare orde of de nationale veiligheid dat vordert, de vreemdeling die geen rechtmatig verblijf heeft in vreemdelingenbewaring stellen.Verweerder stelt een vreemdeling slechts in vreemdelingenbewaring, voor zover geen minder dwingende maatregelen doeltreffend kunnen worden toegepast en de vreemdelingenbewaring blijft achterwege of wordt beëindigd, indien deze niet langer noodzakelijk is met het oog op het doel van de vreemdelingenbewaring.Deze vreemdeling kan in vreemdelingenbewaring worden gesteld op grond dat het belang van de openbare orde of nationale veiligheid zulks vordert, indien a) een onderduikrisico bestaat, of b) de vreemdeling de voorbereiding van het vertrek of de uitzettingsprocedure ontwijkt of belemmert.De maatregel kan alleen worden opgelegd wegens het bestaan van een onderduikrisico, indien ten minste twee van de gronden, genoemd in artikel 5.6, tweede lid, van het Vb zich voordoen.\n\nGronden\n\n4. Eiser heeft de gronden die aan de maatregel ten grondslag zijn gelegd niet bestreden. De gronden, die de ambtshalve toetsing van de rechtbank doorstaan, zijn tezamen voldoende om de maatregel van bewaring te kunnen dragen.\n\nRechtmatig verblijf\n\n5. Eiser heeft aangevoerd dat er sprake is van een rechtmatig verblijf van eiser in Nederland op grond van artikel 7 van de Richtlijn 2004\u002F38\u002FEG. Eiser is een maand voorafgaand aan de onderhavige zaak opgehouden op 3 juni 2026. Hij heeft ter onderbouwing het proces-verbaal van ophouding overgelegd. Op deze dag is onderzoek gedaan naar de arbeidssituatie van eiser. Gebleken is dat eiser arbeid verricht voor een Nederlands uitzendbureau en beschikte over een arbeidscontract. Eiser is vervolgens heengezonden wegens bestendig verblijf. Verweerder kon ten aanzien van de onderhavige maatregel van bewaring op 29 juni 2026 niet zonder meer terugvallen op het standpunt dat sprake is van voortgezet onrechtmatig verblijf. Dit is onverenigbaar met de bevinding op 3 juni 2026. De maatregel van bewaring is dan ook onvoldoende zorgvuldig voorbereid en onvoldoende gemotiveerd.\n\n5.1.. Verweerder heeft aan de maatregel ten grondslag gelegd dat eiser geen rechtmatig verblijf in Nederland heeft, nu zijn verblijfsrecht als Unieburger bij beschikking van 6 maart 2025 is beëindigd. De rechtbank stelt voorop dat de enkele omstandigheid dat het verblijfsrecht van een Unieburger eerder is beëindigd, niet zonder meer meebrengt dat deze op een later moment geen rechten meer aan het Unierecht kan ontlenen. Indien sprake is van gewijzigde feiten en omstandigheden dient verweerder de verblijfsrechtelijke positie van de betrokkene opnieuw te beoordelen alvorens tot het oordeel te komen dat hij geen rechtmatig verblijf heeft.\n\n5.2.. De rechtbank oordeelt als volgt. In de maatregel van bewaring is vermeld dat eiser heeft verklaard werkzaam te zijn voor een Nederlands uitzendbureau en dit ook heeft aangetoond, dat eiser werkzaam is in België waar hij ook wordt voorzien van woonruimte door de werkgever en dat hij in België mag verblijven. Naar het oordeel van de rechtbank vormen deze omstandigheden concrete aanwijzingen dat de feitelijke situatie van eiser sinds de beschikking van 6 maart 2025 is gewijzigd. Van verweerder mocht daarom worden verwacht dat hij kenbaar zou onderzoeken welke betekenis deze gewijzigde omstandigheden hebben voor de actuele verblijfsrechtelijke positie van eiser. Uit de maatregel van bewaring, het gehoor voorafgaand aan deze maatregel en de overige stukken in het dossier is niet gebleken dat een dergelijk onderzoek heeft plaatsgevonden. Daarbij betrekt de rechtbank dat uit het proces-verbaal van ophouding van eiser op 3 juni 2026 blijkt dat eiser is heengezonden, omdat sprake was van ‘mogelijk bestendig verblijf’. Uit het proces-verbaal van verhoor op die dag blijkt dat het werken voor een Nederlands uitzendbureau hier ook aan de orde is geweest. Vervolgens wordt nog geen maand later in de onderhavige maatregel van bewaring zonder kenbare motivering aangenomen dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft. Niet valt in te zien waarom verweerder er zonder nader onderzoek van uit heeft kunnen gaan dat eiser geen aan het Unierecht ontleend verblijfsrecht had. De motivering dat eiser geen rechtmatig verblijf heeft, is onder deze omstandigheden onvoldoende draagkrachtig. Gelet hierop is de maatregel in strijd met artikel 3:2 en 3:46 van de Awb tot stand gekomen en is dan ook onrechtmatig. Deze beroepsgrond slaagt.\n\nConclusie en gevolgen\n\n6. Het beroep tegen de maatregel van vreemdelingenbewaring is gegrond. Deze maatregel is vanaf het moment van het opleggen daarvan onrechtmatig. De rechtbank beveelt de opheffing van deze maatregel met ingang van vandaag.\n\n6.1.. Op grond van artikel 106 van de Vw kan de rechtbank indien zij de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring beveelt aan eiser een schadevergoeding ten laste van de Staat toekennen. De rechtbank acht gronden aanwezig om een schadevergoeding toe te kennen voor 10 dagen onrechtmatige (tenuitvoerlegging van de) vreemdelingenbewaring ten bedrage van 0 x € 160,- (verblijf politiecel) en 10 x € 120,- (verblijf detentiecentrum) = € 1.200,-.\n\n6.2.. Eiser krijgt een vergoeding van zijn proceskosten. Verweerder moet deze vergoeding betalen. Deze vergoeding bedraagt € 1.868,- omdat de gemachtigde van eiser geacht wordt beroep te hebben ingesteld en aan de zitting heeft deelgenomen. Verder zijn er geen kosten gemaakt die vergoed kunnen worden.\n\nBeslissing\n\nDe rechtbank:\n\n- verklaart het beroep gegrond;\n\n- veroordeelt de Staat der Nederlanden tot het betalen van € 1.200,- aan schadevergoeding aan eiser, te betalen door de griffier en beveelt de tenuitvoerlegging van deze schadevergoeding;\n\n- beveelt de opheffing van de maatregel van vreemdelingenbewaring met ingang van vandaag;\n\n- veroordeelt verweerder tot betaling van € 1.868,- aan proceskosten aan eiser.\n\nDeze uitspraak is gedaan door mr. S.N. Abdoelkadir, rechter, in aanwezigheid van mr. M. Stehouwer, griffier.\n\nUitgesproken in het openbaar en bekendgemaakt op:\n\nInformatie over hoger beroep\n\nEen partij die het niet eens is met deze uitspraak, kan een hogerberoepschrift sturen naar de Afdeling bestuursrechtspraak van de Raad van State waarin wordt uitgelegd waarom deze partij het niet eens is met de uitspraak. Het hogerberoepschrift moet worden ingediend binnen één week na de dag waarop deze uitspraak is verzonden of na de dag van plaatsing daarvan in het digitale dossier.\n\n Het beroep tegen een maatregel van bewaring wordt ook aangemerkt als een verzoek om toekenning van schadevergoeding. Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 106, eerste lid, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59, eerste lid, aanhef en onder a, van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 59c van de Vw.\n\n Dit volgt uit artikel 5.5 van het Vb.\n\n Dit volgt uit artikel 5.6, eerste lid, van het Vb.","https:\u002F\u002Fdeeplink.rechtspraak.nl\u002Fuitspraak?id=ECLI:NL:RBDHA:2026:18726","ecli-nl-rbdha-2026-18726",{"courtName":72,"legalDomain":63,"decisionType":32,"procedureType":33},"Rotterdam"]