Skip to main content

ECLI:DE:NEURIS:KORE719222025

4 StR 178/25

Gericht

Bundesgerichtshof

Datum

15 July 2025

Sprache

de

Zusammenfassung

Sachverhalt

BGH, 15.07.2025, 4 StR 178/25

  <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8">

  <title>

           

              BGH, 15.07.2025, 4 StR 178/25

           

        </title>
  <h1 id="title">

     

     BGH, 15.07.2025, 4 StR 178/25

     

     </h1>

  <section id="tenor">

     <h2>Tenor</h2>

     

     <p>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Auf<span style="color: rgb(0, 0, 0)"> die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 18.

           Dezember 2024 in den Aussprüchen über die Einzelstrafe im Fall II. 4 der Urteilsgründe

           und die Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten aufgehoben, jedoch

           bleiben die zugehörigen Feststellungen aufrechterhalten.</span>

        </p>

     

     <p>

        <span style="color: rgb(0, 0, 0)">Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch

           über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.</span>

        </p>

     

     <p>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<span style="color: rgb(0, 0, 0)">Die weiter gehende Revision wird verworfen.</span>

        </p>

     </section>

  <section id="gruende">

     <h2>Gründe</h2>

     

     <dl class="border-number">

        <dt class="number" id="randnummer-1">1</dt>

        <dd class="content">

           

           <p>Das Landgericht hat den Angeklagten wegen „vorsätzlichen“ Fahrens ohne Fahrerlaubnis

              in acht Fällen, hiervon in sechs Fällen in Tateinheit mit fahrlässiger Trunkenheit

              im Verkehr, in einem weiteren Fall in Tateinheit mit Sachbeschädigung und in einem

              anderen weiteren Fall in Tateinheit mit fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs

              (Fall II. 4 der Urteilsgründe), sowie „vorsätzlicher“ Körperverletzung unter Einbeziehung

              von Einzelstrafen aus dem Urteil desselben Landgerichts vom 25.&nbsp;Mai 2022 nach Auflösung

              der dort gebildeten Gesamtstrafe zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und

              sechs Monaten verurteilt. Darüber hinaus hat es gegen ihn wegen fahrlässiger Trunkenheit

              im Verkehr in drei Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit „vorsätzlichem“

              Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung in fünf Fällen, versuchter Nötigung und

              „vorsätzlichen“ Fahrens ohne Fahrerlaubnis in drei Fällen eine weitere Gesamtfreiheitsstrafe

              von einem Jahr verhängt sowie eine Sperrfrist für die Erteilung der Fahrerlaubnis

              angeordnet. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision

              des Angeklagten erzielt den aus der Beschlussformel ersichtlichen Erfolg und ist im

              Übrigen unbegründet im Sinne des §&nbsp;349 Abs. 2 StPO.</p>

           </dd>

     </dl>

     

     <dl class="border-number">

        <dt class="number" id="randnummer-2">2</dt>

        <dd class="content">

           

           <p>1. Die Aussprüche über die Einzelstrafe im Fall II. 4 der Urteilsgründe von einem

              Jahr Freiheitsstrafe, die zugleich die Einsatzstrafe bildet, sowie die Gesamtstrafe

              von einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe haben keinen Bestand.</p>

           </dd>

     </dl>

     

     <dl class="border-number">

        <dt class="number" id="randnummer-3">3</dt>

        <dd class="content">

           

           <p>Im vorbezeichneten Fall hat die Strafkammer die Einzelstrafe dem nach §&nbsp;21, §&nbsp;49 StGB

              gemilderten Strafrahmen des § 315c Abs. 1 StGB entnommen, der Freiheitsstrafe bis

              zu fünf Jahren oder Geldstrafe vorsieht. Das ist rechtsfehlerhaft. Denn sie hätte

              als Ausgangspunkt ihrer Zumessung den milderen Strafrahmen des §&nbsp;315c Abs. 3 StGB

              zugrunde legen müssen, weil sie eine fahrlässige Tatbestandsverwirklichung angenommen

              hat. Hierfür bestimmt das Gesetz aber eine Strafobergrenze von zwei anstatt von fünf

              Jahren.</p>

           </dd>

     </dl>

     

     <dl class="border-number">

        <dt class="number" id="randnummer-4">4</dt>

        <dd class="content">

           

           <p>Der Senat kann nicht ausschließen, dass die Strafkammer unter Beachtung dieser deutlich

              geringeren Strafobergrenze eine mildere Einzelstrafe im Fall&nbsp;II. 4 der Urteilsgründe

              sowie eine niedrigere Gesamtstrafe verhängt hätte.</p>

           </dd>

     </dl>

     

     <dl class="border-number">

        <dt class="number" id="randnummer-5">5</dt>

        <dd class="content">

           

           <p>2. Die zugrundeliegenden Feststellungen werden von dem aufgezeigten Rechtsfehler nicht

              berührt und können deshalb bestehen bleiben (§ 353 Abs. 2 StPO). Das zur neuen Verhandlung

              und Entscheidung berufene Tatgericht kann ergänzende Feststellungen treffen, soweit

              diese den bisherigen nicht widerstreiten.</p>

           </dd>

     </dl>

     

     <dl class="border-number">

        <dt class="number" id="randnummer-6">6</dt>

        <dd class="content">

           

           <p>3. Im Übrigen hat die auf die Sachrüge veranlasste umfassende materiellrechtliche

              Nachprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.</p>

           

           

           <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0">

              

              <tr>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>Quentin&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>Sturm&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;Marks</span>

                       </p>

                    </td>

                 </tr>

              

              <tr>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>RiBGH Prof. Dr. Gödicke<br>ist wegen Urlaubs an der<br>Unterschriftsleistung<br>gehindert.</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 </tr>

              

              <tr>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>Tschakert&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p style="text-align:center">

                       <span>Quentin</span>

                       </p>

                    </td>

                 

                 <td colspan="1" rowspan="1" valign="top">

                    

                    <p>

                       <span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span>

                       </p>

                    </td>

                 </tr>

              </table>

           

           </dd>

     </dl>

     </section>

Weitere Entscheidungen